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Beschaffung von Schulräu - Voranschlag 1927 vorgesehen« Kredit

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Kommunen unmöglich gemacht roorden ist. Der zur Beschaff

Voranschlag die erste Vale mit 400 000 Mk vorgesehen. Die Stadtverwaltung ist seit läi Seit bemüht, für diesen u rzweifelha l probu und volkswirtschaftlich nützlichen 3toed einc

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DaS Wasserwerk soll einen um 100 000 Mk. erhöhten Ueberschuh abltefern. der indessen nur durch Erhöhung des Wasserpreises erzielt wer­den kann. Der Wasser-Grundpreis betrug in Gießen in der Vorkriegszeit und bis 1919 25 Pf. je Kubikmeter, unterlag in den folgenden 3n- flationsjahren fortdauernden Erhöhungen und wurde Ende des Jahres 1923 auf 15 Pf. herab­gesetzt. Dieser im Verhältnis zu den Tarifen anderer Städte außergewöhnlich niedrige Preis kann nicht länger aufrechterhalten bleiben. Andere größere hessische Städte haben bereits im Jahre 1927 den Wasserpreis erhöht, Main; auf 32 Pf- Offenbach und Worms auf 30 Pf. Die Stadtver­waltung beantragt, den Wasserpreis in der Stadt Gießen mit Wirkung vom 1. April 1928 an auf 28 Pf. je Kubikmeter festzusehen, wodurch das Wasserwerk imstande ist, einen um 100 000 Mk. höheren Betriebsüberschub abzuliefern.

Bezüglich der Real steuern wird folgendes

tragen:

für einen 3flammigen Messer

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tretungen vorgebracht werden, sondern bei ben gesetzgebenden Körperschaften des Reiches und des Landes, die allein zustän­dig sind, eine bessere finanzielle Grundlage für die Betätigung der Kommunen herbeizuführen.

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schließt ab in Einnahmen und Ausgaben

2 034 758 Mk. gegen 6 321 439 Mk. Der Unter- schied ist hauptsächlich dadurch begründet, daß eine Reihe im vorigen Voranschlag vorgesehener grösserer Ausgaben nicht zur Ausführung kamen, weil die Mittel aus dem inländischen Kapital-

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Oie Unwetterschäden im Hessischen Weinbaugebiei.

DSR. Bod « nheim 2. Mai. Die amtliche Untersuchung der durch die llnwetterkata- strophe vom Sonntag verursachten Schäden durch Vertreter des Landwirtscho lsam.es Utaini des Finanzamtes Oppenheim.und der Lehranstast für Wein- und Obstbau in Oppenheim ergab bei einem rund 1400 Morgen umfassenden Wein» baugebiet einen Schaden von 30 Prozent bet 400 Morgen. 60 Prozent bei 300 Morgen. 60 big 100 Prozent bei 700 Vlorgen. Unter letzteren befinden sich die Hauptgua'itälsgebiete, wie Braunloch, Kahlenberg. Lei dHecker usw. Am schwersten ist die Lage Hohberg betroffen, die im Besitze von kleinen Landwirten und Winzern ist.

neuer tonnen geringe Mehreinnahmen erwartet werden.

Selbstverständlich sind diese Mehreinnahmen bei weitem i.ichl ausreichend. um den Voranschlag ItfZ-' rusglc.chen au tonnen. Angesichts der durch die Retchs- und L'unbesgesetzgebtlng äußerst stark eingeengten Zstnanchoheil der Kommunen ver- blewe.t U r k>e Stadl als einzige Deckun-smög- lichkerten d.e idrhöhung der Ueberschüsse der werbenden Betriebe, sowie eine Er° Höhung bet Real steuern Dabei erscheint es der Stadtverwaltung angemes'en. daß die Be­triebe (ElktrizitälSwerk. Gas- und Wasserwerk) eine.Mehrcinnahme von zusammen rund 250 000 Mark, die Real steuern (Grund-, Gebäude-, Ge­werbesteuer) eine solche von rund 170 000 Mk. erbringen.

Das Elektrizitätswerk soll einen um 100 003 Mk. erhöhten Ueberschuh abliefern und ist angesichts des steigenden Stromabsohes und des befriedigenden Stande- seines Erneuerungsstocks hierzu in der Lage, ohne daß eine Tariferhöhung notwendig wird.

Dos Gaswerk soll einen um 50 000 Mk. erhöhten Ueberschuh ablieiern. Dabei bleibt der Gaspreis gleichsa.lZ unverändert, jedoch soll die bis Ende des wahres 1922 bestandene Anschluß- gebühr (Gasmessermiete) wieder eingeführt wer­den und 46 000 Mk. erbringen. Die monatliche Anschlußgebühr soll vom 1. April 1928 ab be-

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Tagung der Deutschen Oslafien-Msfion

Allgem. Evgl.-Proiesi. Missionsverein.

tigen. Großen Vorteil von dem Streik haben auch die Kraftdroschtenbcfitzer. deren Fahrzeuge un­unterbrochen in Betrieb sind, so daß man an den Parkstellen fast keine Droschken mehr vor» findet. Die privaten Unternehmungen sind, wie bei früheren Straßenbahnerstreiks. dazu über­aegangen. ihr« Arbeiter und Angestellten mit Lastwagen zu und von der Arbeitsstätte zu be­fördern.

von 1 Million Mk. steht noch unverkürzt in diesem Jahre zur Verfügung. Da es der Stadt- Verwaltung inzwischen gelungen ist, einen lang­fristigen Kredit in dieser Höhe zu beschaffen, können die von der Stadtverordnetenversamm­lung gefaßten Beschlüsse nunmehr in die Tat um gesetzt werden. Von dem im Voranschlag 1927 eingestellten Kredit von 1 Million Mk. für Er­bauung und Äeubefestigung von Straßen steht der größte Teil gleichfalls für das Rechnungsjahr 1928 zur Verfügung. Für die Ausführung der Kanalisation hx zum Au-bou vorgesehenen Straßen ist im vorliegen­den Voranschlag der Betrag von 200 000 Mk. vorgesehen. Rachdem die Stadtvervrdnetenve.- fammlung für di« Erbauung eines Rutz- viehhofes im Juli 1927 den Betrag von 1 Million Mk. bewilligt bat, ist im vorliegenden

Oer Frankfurter Straßenbahnerstreik.

WSR. Frankfurt a. M.. 2. Mai. Der heu­tige zweite Streiktag hat keinerlei Aenderuna in der Situation gebracht. Beide Parteien beobachten Zurückhaltung, und man scheint die Verhandlungen abwarten zu wollen, die am Freitag im Reichsarbeitsministerium in Berlin stattfinden werden. Die Stadtverwaltung hatte mit Rücksicht auf die Bevölkerung, für die der Stillstand des Straßenbahnbelriebs große Unxulräglichkeiten mit fich bringt, auf telepho­nischem Wege das Reichsarbeitsministerium er­sucht. einen früheren Verhandlungszeitpunkt fest­zusetzen. doch tonnt« wegen Arbeitsüberhäufung des Reichsarbeitsministers ein früherer Termin nicht zugcsagt werden. Irgendein Versuch der Parteien, in Fühlung miteinander zu kommen, ist nicht unternommen worden.

Inzwischen ist der Autobus» Rotbetrieb weiter ausgebaut worden. Reichspost und 03er- kehrsverein haben alle verfügbaren Omnibusse aus der ganzen Umgebung herangezogen und unterhalten einen regelmäßigen Dienst auf allen Linien. Wie groß das Verkehrvdedürsnis in einer Halben-Millionen-Stadt ist. geht daraus hervor, daß trotz des hohen Fahrpreises von 50 Pfennig alle Omnibusse dicht oesetzt sind. Auch auf den Bahnhöfen macht sich der Stillstand der Straßenbahn außerordentlich bemerkbar. Hier werden die verstärkten fahrplanmäßigen und die eingelegten Sonderzüge nach den Vororten so stark in Anspruch genommen, daß die Eisenbahn­verwaltung Mühe hat. den Verkehr zu bewäl-

Gießen, 29. April bis 1. Mai.

Der erste Tag der von Lertretern aus dem gan­zen Reich und dem Hesjenlande zahlreich besuchten Tagung brachte am Vorm.uag im Gottesdienst ein- drucksvolle Predigten in der Stadtkirche von Mts iionsöireftor D. Dr. Witte (Berlin), in der 3o> hanneskirche vorn Vorsitzenden des Hessischen Zweig- oereins, Pfarrer Marx (Darmstadt). Dieser be- äruite auch am Abend in der Stadtkirche die zum lemeinöeabenö zahlreich Versammelten, dar­unter den Vertreter dcs Lanoeskirchenamts, Ober- kirchenrat Zentgraf (Mainz), den Superinten- dentcn von Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, den Vertreter der Theologischen Fakultät, Professor L). C o r d i e r. Unter Zugrundelegung von Apostel­geschichte 15,12 entbot Oberkirchenrat_ Zentgraf in warmen Worten die Gruße und Segenswunsche des Landeskirchenamts und des Herrn Prälaten. Den überaus anschaulichen Vortrag des Abends hielt Professor D. Dr. Witte überMeine Erleb­nisse auf meiner neuesten Reise nach China und Japan". Er zeigte, mit welch' anderen Augen der Missionar Land und Leute beobachtet, als der Ser- inügungsreifenbe, in dessen in die Presse lanzierten Berichten traurige Erscheinungen, wie die Geisbas, ine immer wiederkehrende Rolle spielen. Die An- prachen und der Vertrag waren stimmungsvoll umrahmt von Orgelvorträgen des Organisten der Stadtkirche, Lehrer Simon, der gerne auch hier ein großes Können in den Dienst der guten Sache gestellt hatte: ein feinsinniger Begleiter der hier hochgeschätzten Solistin, Fräulein Gunderloch aus Darmstadt, die in vollendeter Weise einige Lie­der zu Gehör brachte: nach zwei gemeinsam gefun­denen Versen des LiedesAch bleib mit deiner Gnade sprach Pfarrer Becker den Segen, wor­auf die Gemeinde noch still zum Postludium der Orgel verharrte.

Zu den Verhandlungen am Montag hatte die Universität den neuen Hörsaal des Kunstwissen- chafllichen Instituts zur Verfügung gestellt. Rach Gesang und Gebet des Vorsitzenden D. Dr. ® i 11 c hielt Professor D. Cordier (Gießen) den ersten Vortrag:Die Botschaft der alten Chri­te n h e i t an d i e erwachenden Völker ) e s Osten s". Im Gegensatz zu der Mission ver­gangener Tage ist die moderne Mission von einer akuten kulturellen Krisis begleitet. Heute schon kann man mehr von einem Jneinandersiießen der Kulturen, als von ihrem Zusammenprall reden. Ein Synkretismus, in Form etwa eines verchrist- lichten Buddhismus, eines Gegenstücks zu den nno= tischen Systemen des 2. Jahrhunderts nach Chri­stus erscheint da vielen als die einzige Lösung: es bedarf aber der Theologie und der Apologetik, denn eine Angleichung der christlichen Ewigkeits­gedanken und der christlichen Ethik an die Ost- länber könnte nur auf Kosten einer Entleerung geschehen. Vor den dem internationalen Protestan­tismus lauernden Gefahren kann das Zurückbiegen auf Luther schützen. (Es gilt, den Osten vor einer halbchristlichen Kultur zu bewahren. Entscheidend ist die christliche Dynamik, das Uebermältigtroerben vom lebendigen Christus. Richt unser Schicksal des Osrens, sondern der lebendige Christus, dem wir gehorchen wollen. Rot lut seingeschliffene theolo­gische Arbeit und lebendige Glaubenszeugnisse biblischer Schlichtheit.

Den sehr beifällig aufgenommenen Ausfüh­rungen folgte nach einer Pause der Vortrag von MMonsdir. Prof. D. Dr. Witte: Umsturz und Aufbau in Japan". Er kam, anders als bei uns, von oben her. Japan hatte sich früher von aller Welt abgeschlossen, sogar die Todesstrafe auf die Berührung mit dem Ausland gesetzt. DaS 1868 wieder in sein Recht getretene Kaisertum hatte 1869 durch ein Edikt sämtliche Fürsten entthront. Rach dieser Umstruktur gab es nicht mehr die beiden bevorrechteten Klassen des Adels und der Priester, sondern das Schwer­gewicht ging auf das Volk. In einer Indivi­dualisierung ganz ohne Einwirkung des Christen­tums werden 99,1 Prozent Kinder im Schul­system erreicht. Die Erziehung zur Persönlichkeit war seither unerhört. An Stelle deS feiner Rechte und seines Cigentuins beraubten Buddhis- nrus wurde der Shintoismus als patriotischer Kult Staatsgrundlage, dabei aber erklärt, der Staat fei religionslos. Das Christentum, auf dem bis 1873 die Todesstrafe stand, bekam Pro­pagandafreiheit. Der nicht aus Hochachtung vor dem Westen, sondern zur Vorbeugung der Ver­sklavung durch die Fremdmächte herbeigeführte Umsturz ließ Japan zur Großmacht werden: feine Bewohner aber wurden Menschen mit einer gespaltenen Seele. Das Kaisertum wird er­schüttert durch daS Christentum, das feinen gött-

bemerkt:

Die Grundsteuer erbrachte im Rechnungs­jahr 1927 zufolge der von der Stadtverordneten­versammlung beschlossenen Steuersätze insgesamt 296 000 Mk., und zwar die Grundsteuer vom Ge- bäudebesih 237 000 Ml. bei einem Steuersätze von 22 Pf, vom land- und sorstwirtschaftlichenGrund- besitz 59 000 Mk. bei einem Steuersätze von 32 Pf. Di« Stadtverwaltung schlägt vor, di« Grund­steuer von Gebäuden und Bauplätzen für das Rechnungsjahr 1928 auf 30 Pf. zu erhöhen, was bei 108 179 600 Mk. Steuerwert eine Einnahme von rund 325 000 Mk. ergibt. SS wird weiter vorgeschlagen. die Grundsteuer vom land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitz für das Rech­nungsjahr 1928 auf 40 Pf. zu erhöhen, was bei einem Steuerwert von 18 375 800 Mk. eine Einnahme von 73 000 Mk. ergibt. Die Gesamt- einnahme an Grundsteuer würde demnach 398 000 Mk. betragen.

Di« Gewerbesteuer erbrachte im Rech­nungsjahr 1927 zufolge der von der Stadtver­ordnetenversammlung befchlosfenen Steuersätze insgesamt 270 000 Mk., und zwar die Gewerbe­steuer vom Anlage- und Betriebskapital 124 000 Mark bei einem Steuersatz von 80 Pf., vom Ertrag 146 000 Mk. bei einem Steuersatz von 80 Pf. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Ge­werbesteuer vom Anlage- und Betriebskapital für das Rechnungsjahr 1928 auf 1 Mk. zu er­höben, was bei 15 628 900 Mk. Steuerwert eine Einnahme von 156 000 Mk. ergibt. Cs wird weiter vorgeschlagen, die Gewerbesteuer vom Er­trag für das Rechnungsjahr 1928 auf 1 Mk. zu erhöhen, was bei einem staatlichen Ertrags- steuersoll von 182 433 Mk. eine Einnahme von rund 183 000 Mk. ergibt. Die Gesamteinnahme an Gewerbesteuer würde demnach 339 000 Mk. betragen.

Beide Realsteuern (Grund- und Gewerbesteuer) follen mithin im Rechnungsjahr 1928 eine Ein­nahme liefern von 737OOC Mk.. gegen 566 000 Mark im Rechnungsjahr 1927, also mehr 171 000 Mark. , t

Die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz ist im vorliegenden Voranschlag mit dem vorjährigen Betrage von 730 000 Mk. eingestellt: der bisherige Steuersatz (77 Pf.) bleibt unverändert.

Oie DermögenSrechnung des Voranschlags 1928

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markt nicht zu beschaffen waren und di« Aus­nahme einer günstigen Auslandanleihe durch die bekannte Einstellung des Reichsbcmkpräsi- denten gegenüber der öffentlichen Wirtschaft der

lieben Ursprung nicht gucheißen kann, und durch die Raturwifsen chast. die sagt, daß die Sonne leine Gottheit. Das Reue bringt wie ein Gieß- bad) in das Land. Bauernr «vollen, Streiks, Frauenbewegung, bet Kampf zwischen Jugend und Alter, die Bedrohung der sittlichen Ordnung in der Großstadt. Disziplinlosigkeit der Jugend, die mißliebige Lehrer einfach ab setzt, Korruption bis in die höchsten Kreise sind Kennzeichen davon, daß man nicht die Freiheit .wozu?", sondern die Freiheitwovon?" will. Hinzu kommt aus dem Westen Atheismus. Materialis­mus und Naturalismus. Die Freiheit zur Re­ligion wird Freiheit von der Religion, und im Buddhismus findet das junge Japan keine Resonanz mehr. Die sehr kluge Regierung hat die Lage erfaßt und sieht ein, daß Ver­tiefung der Volkssittlichkeit nur möglich ist auf dem Boden der Religion. War man biS 1911 dem Christentum gegenüber skeptisch, so wird es seitdem herangezogen: man verhandelt mit den Vertretern Der drei Religionen. Die Lage für das Christentum ist nirgends so günstig wie hier, wo es zeigen muß, was es kann.

Rach der Mittagspause sprach MißionSinspek- tor Pfarrer Devaranne (Charlottenburg) über Chinas Kamps mit den Mächten der neuen Zeit". Der in feiner gedunsensten Ge­stalt seit alter Zeit herrschende Rationalismus verschwand mit dem Weltkrieg, wo man. ab- geschreckt durch das Gebahren der Westmächte, seinen Wert und seine Ausdehnungsmöglich­keiten erkannte. Dieser neue, gesunde Rationalis­mus leidet aber unter drei Belastungen: einer verhetzenden Jugend, einer parteipolitischen Fest­legung und einem Rihilisrnus. der e.nen bolsche­wistisch-kommunistischen Umsturz erstrebt. Die Ge­fahr besteht noch, daß China durch die rote Flut hindurch muß. Der Rationalismus empfindet das Christentum als ein Fremdgebilde und wirft ihm vor (Import aus dem Westen), es stehe im Bund mit Kapitalismus und Imperialismus. Die junge Kirche von China gab die Parole aus: Aner­kennung des Rationalismus, geistige und geist­liche ilebertoinbung von Kommunismus und Rihi- lismus. Roch fehlt die geistige Reise zur Der- felbftänbigung. Die Schulmission der Ostasien- mifsion hat die größte Mittelfchule in Ostasien (250 Schüler): die ärztliche Mission ist ganz in europäischen Händen. China ist nicht unsere große gelbe Gefahr, sondern unsere große gelbe Hoff­nung.

Missionsinspektor Pfarrer Schulze (Berlin- Steglitz) beantwortete die Frage:Wie ar­beiten w ir am besten für unsere O st - a s i e n m i s s i o n? und gab allerlei für jede Missionsgesellschaft wertvolle Winke. Zurück- gewiesen wurde dabei der Vorwurf, die Ostasien- mission werde von der Industrie und Kaufmann- schäft der Hansastädte getragen.

Am Schluß der Vorträge dankte der Vor­sitzende D. Dr. Witte der gastlichen Universität und Kircheitgemeinde Giehen. dem Ortsausschuß, besonders Pfarrer Becker, für die Mühen bei Vorbereitung. An der anschließenden Aussprache über alle Vorträge beteiligten sich aufter dem Vorsitzenden: Obertirchenrat Zentgraf, Pfar­rer K ö d d i n g (Sberftabt), Pfarrer Mar? (Darmstadt). Prof. Cordier (Gießen), Pfarrer Lic. Müller (Dutenhofen).

Der Tag schloß sehr wirkungsvoll ab m der gutbesuchten Stadtkirche mit dem von Pfarrei Devaranne erläuterten JapansIlm. Er macht« bekannt mit dem dortigen Volks-, Schul« und Kultleben, der Buddhastadt Hara, dem deutschchristlichen Kindergarten und der Mittel­schule In Tsingtau.

Beratungen am Vormittag des letzten Tages im engeren Kreis im Markussaal hatten zum Gegenstand die großen Ausgaben der nächsten Jahr«, wie Gemeindehausbau in Kioto, die deut­sche Abendschule und das Studentenheim in Tokio, die ärztliche Mission, die Stellung der Ostaslenmission $u den kirchenpolitischen Parteien. Die Ostasienmissron ist nicht auf irgendeine Theo­logie festgelegt. Besprochen wurde auch die Werbearbeit. In Rechnung 1927 wurden einge­nommen von Landesvereinen: 88 210,41 Mk. (Hessen mit 5679,36 Mk. an 5. 6t'Ile): sonstige Einnahmen: 58 901.93 Mk. Vom Schweizer Lan­desverein: 59 503,62 Mk. Im ganzen: 206 615,96 Mark. Bei Qludgaben von 229 791.05 Mk ergibt sich ein Fehlbetrag von 23 175,09 Mt. Die Hessi­sch« Festgcche betrug: 1200 Mk. Die diesjährige Jahresversammlung ist vom 7. bis 10. Oktober in Zürich.

Oberhessen.

ßaitvT ciS Gietzen.

t Treis a. Lda., 2. Mai. Gestern tonnte unsere Hebamme Frau Margarete Becker dahier auf eine 40jährige Dienstzeit bi der hiesigen Gemeinde zurückblicken. Unter ben zahlreichen Gratulanten fehlte auch der hiefige Gemeinderat nicht, der der Jubilarin durch Bür» germeifter Will einen Sessel überreichen lieft. Dom Kreisgefundheitsamt in Gießen und der obersten Medlzinalbehörde in Darmstadt waren Anerkennungsschreiben für die treuen Dienste der Jubilarin eingetrvfsen. Am Montag hielt der hiesige KriegervereinGermania" seine Monatssitzung bei Kamerad Will dahier ab. GS wurde beschlossen, nächsten Sonntag mit einem gemieteten Gesellschastsautv einen Aus­flug nach der Sdertalsperre zu machen, der gute Beteiligung finden wird. In diesem Sommer sollen die Bezirksfeste in Großen-Linden und Sichartshausen besucht werden. Das Schießen mit Dereinsbüchsen und Kleinkaliberbüchsen wird an einem der nächsten Sonntage, sobald die polizeiliche Erlaubnis erteilt ist, auf dem Üblichen SchießplatzAuf dem Pusch" wieder feinen An­fang nehmen. Man hofft, daß die SeteUlgung auch seitens Richtmitglieder wieder, wie früher, recht lebhaft sein wird.

s. Beuern, 2. Mai. Zu dem Bericht in Rr. 98 desGieß. Anz." über die Pflanzung einer Reformatio nslindc ist noch fol- gendes zu ergänzen: Die neugepslanzte ßlnK die das Andenken an die Einführung der Resorma- tion in unserer Gegend wachhalten soll, ist ein Schößling der mächtigen Linde bei Schloß Homberg a. d. Ohm, deren Alter von Sachverständigen aus etwa tausend Jahre geschätzt wird, so daß sie wohl noch aus der Zeit der Einführung des Christentums, jedenfalls aber aus der Zeit seiner Ausbreitung stammt. Gs ruht ein tiefer Sinn darin, daß ihr Spröhling jetzt an die ebenso bedeutende geistige Umwälzung btr Reformation erinnert. Daß sie auf dem Hof btr neuen Schule gepflanzt wurde, hat seine Berechti­gung darin, daß die deutsche Volksschule der Re­formation unendlich viel verdankt. UeberdieSwird «in Daum dem großen kahlen Schulhof und den beiden Schulgebäuden zum Schmuck gereichen und auch al- Schattenspender der Schuljugend will­kommen fein. Gestiftet wurde der Daum von dem hiesigen Steinmehmeister Wilhelm Arnold V., der sich auch um die Beschaffung desselben sehr bemüht hat.

h. Vom Horlofftal, 2.Mai. Ein in der W e 11 e r a u wohnender Federvieh- und Eierhändler traf auf dem Wege noch Bingenheim mit einer Zigeunertruppe zusammen. Die braunen Männer und Frauen verstanden es, dem Händler feine Vorräte von Siem, geschlachteten Hähnen. Ziegenlämmern und sonstigen Waren aus seiner Kieze unbemerh auszuführen und dafür den Korb mit Kartoffelschalen. Lumpen u. dgl. zu füllen. Als der Bestohlene seinen Schaden merftt war es zu spät. Die Täter hatten sich schleunigst davon gemacht.

Mreie Kricddcrg

Friedberg, 2. Mai. Auch in der zweit« Aprilhälfte ist die Zahl der Arbeitsu­chenden weiter langsam gefallen. Am X. April befanden sich im Kreis Friedberg 1051, im Kreis Büdingen 311, zusammen 1362 HauptunterstühunaSempfänger in der 2r- beitslosenversichLrung. Reben ihnen wurden 98 Personen aus der Krisenfürsorge unterstützt. Die Rotstandsarbeiten sind nach und nach eingestellt worden. Zur Zeit wird nur noch in der graftet Gruppenwasferversorgung mit Kanalisation bc Gruppe Rosbach gearbeitet, wo 226 Rolftaichs' arbeitet beschästigt werden.

WSR. Bod-Rauheim, 2. Mai. In eine hiesigen Pension erschien eine Dame, welche cor* gab, im Auftrag einer angeblichen Gutsbesitzeri» für zwei Amerikanerinnen Zimmer -u mieten. Sie gab an, der Chauffeur der Gutsbe­sitzerin habe sie im Auto hterhergebrocht und fei nach Gießen weitergefahren, |o daß sie ihn jetzt nicht mehr telephonisch erreichen könne. Sie Hobe im Auto 2 00 Mark liegen gelassen, die sie zur Anzahlung für die Zimmer verwenden wollte. Auf ihre Bitte hin händigte ihr die Pensionsin­haberin 20 Mark aus. Später stellte sich heraus, daß das von der Schwindlerin beschriebene Gut überhaupt nicht emittiert

ri. Münzcnberg, 2. Mai. Unseren' Geist' lichen, Pfarrer Bayrich, wurde die Derwaltunß einer Religionslehrer st ekle an einer der höheren Lehranstalten Offenbachs übertragen.

Mr Büdiugeu.

/ Rldda 2. Mai. Der heute hier abgehap tene Schweinemarkt war über Grwatter start mit Ferkeln befahren. Auch Läufer unt Einleger waren genügend aufgctricben. Infolge' dessen war daS Angebot großer als die Rach frage. Bei mäßigem Handel behaupteten fta die bisherigen Preise und betrugen für ein Paat sechs Wochen alte Ferkel 30 Mark, für ach Wochen alte 40 Mark und für zehn Wochen alt« 50 Mark. Läufer und Einleger kosteten 70 biS 80 Mark daS Paar.

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stig« AuSlandanleihe zu erlangen. Sollte sich dies als unmöglich erweisen, so muß, da die Angelegenheit dringlich ift, die Geldbeschafsung auf dem inländischen Kapttalmarkt erfolgen, wo­durch allerdings höher« Zinsauswendungen not- wendig werden. Das Wohnungsbaupro­gramm 1928 ist von der Stadtverordnetenver­sammlung bereits feftgdtellt und der entspre­chende Kredit bewilligt worden.

Der vorliegend« Voranschlag spiegelt deullich den finanziellen Zustand wieder, in dem sich die Städte befinden. Durch einen ungenügen­den Reichsfinan^ausgleich und durch einen unzulänglichen hessische nLan- deSfinanzausgleich sind die Städte in einer geradezu unerttäglichen und auf öie Dauer unhaltbaren Weise eingeengt. Die Städte wer­den dadurch zu den äußersten Sinschränlungen genötigt und in jedem gesunden kommu­nalen Fortschritt gehemmt. Di« Folgen hiervon treffen alle Devölkerungskreis« der Stadt, am empfindlichsten diejenigen, ine am lebhaftesten an einer aussteigenden Entwicklung des Gemein­wesens interessiert sind, nämlich die Kreise von Handel. Industrie und Gewerbe, sowie deS Grund- und Hausbesihes. Die größte komnmnale Sparsamkeit muß aber ihre Grenzen finden an den Lebensbcdingungen des städtischen Gemein­wesens und den Lebensbedürsnisfen der Bevölle» rung. Darum müssen die Städte das hierzu un- bebingt Rotwendige innerhalb deS eng gespann­ten Rahmens ihrer Finanzhoheit ebenso leisten, wie sie den vielen, finanziell sie belastenden Auf­gaben gerecht werden müssen, die von Reich und Land ihnen übertragen sind. In Erfüllung dieser Pflichten werden die Städte zu finanziellen Maß­nahmen gezwungen, die niemand mehr bedauert, mic die Stadtverwaltungen und Stadtverord- ' netenversammiungen selbst. Klagen hierüber I müssen gerechterweise nicht bei den Stadtver-

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