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nift errat wird noch vvr diesem Zeitpunkt den Arbeit-Minister Falltires, dessen Demission angenommen wurde, ersehen, und hat ihn ersucht, bis zur Ernennung seine- Nachfolgers die Geschäfte des Ministers weiterzuführen.

Der britisch-ägyptische Konflikt.

England erklärt sich befriedigt mit der ägyptischen Note:

London. 2. Mai. (WB.) 3m Unterhaus er­klärte heute der Staatssekretär des Aeuheren, Chamberlain, über die englische Erwiderung auf die gestern erngegcmgene ägyptische Bote: Die englische Erwiderung begrübt die durch die ägyptische Bote zun: Ausdruck gebrachten Ge­fühle, erklärt aber, daß im Falle eines Wiederauflebens des ägyptischen Dersammlungsgesetzes oder des Ver­suches, ein ähnliches Gesetz dem Parlament neu vorzulegen, Großbritannien genötigt sein werde, erneut einzugreifen. Grohbritannien lehnt es ab, sich über die englische einseitige Erklärung von 1922 in eine Diskussion einzu­lassen. Di« Instruktionen zur Entsendung von Kriegsschiffen nach Aegypten, die man ursprünglich für notwendig gehalten hatte, sind widerrufen worden.

Aach der Erklärung Chamberlains kam es zu einer längeren Auseinandersetzung zwi­schen dem Staatssekretär und Mitgliedern der Arbeiterpartei. Vertreter der Opposition stellten durch Zurufe in Abrede, daß die britische Rote vollkommen höflich und versöhnlich" sei, wie Chamberlain sie bezeichnet hatte. Auf weitere Anfrage bemerkte Chamberlain, eine et­waige Zurückziehung der britischen Truppen aus Aegypten müsse mit Bestimmt­heit zu Wirren und lehr rasch auch zu einem Kriege führen. Chamberlain, der zugab. daß sich britische Kriegsschiffebereits auf dem Wege nach Aegypten befunden hatten, bestritt nachdrücklich, die Aeußeruny eines Arbritermitgliedes. daß ein grober Teil der öffentlichen Meinung Englands die Aktion der britischen Aegierung für überstürzt und herausfordernd halte. Cbamberlain er­klärte demgegenüber, die Mäßigung und Geduld der britischen Regierung roeibc allgemein an- erkannnt, und fuhr fort'Die Interessen Eng­land- in Aegypten machen es uns unmöglich, die Besetzung Aegypten- durch ir­gendeine andere Macht zuzulassen. Ss wird stets für diele und andere Regierungen not­wendig sein, die Grundsätze der Deklaration vom Jahre 1922 ausrechtzuerhalten, und da wir an­deren Mächten verbieten, sich einzumischen, müs­sen wir auch die Mabnahmen treffen, die not­wendig sind, um d i e Sicherheit der Un­tertanen dieser Machte sowie unserer eigenen Bürger in Aegypten zu gewährleisten."

Aus aller Welt.

Eine wilde kolonistensahrl.

Der Führer eines abenteuerlichen Auswan­derungsunternehmens. dem er den Na­men .Oefterreichisches Wardanieri-KorpS" ge­geben batte, Peter Waller, ist durch polizei­liches Singreisen der psychiatrischen Kli­nik deS Professors Wagner-Iauregg zur Be­obachtung seines Geisteszustandes überwiesen

sandt worden ist. Die Antwort deS LandeS- kirchenamtes steht noch aus. Die St 7 szulchüsse werden in seitheriger Höhe ge-

wäh t Der Voranschlag für 1928 lieht die g er Zen Leistungen vor wie für 1927 Von otaatä- leistungen für die Kirchen entfallen aus den Kopf der Bevölkerung: in Hessen 0,91 Mk in Preußen 1 39 Mk.. in Bayern 4.13 Mk. für die kath» lisch« Kirche und 3 66 Mk für die evangelische Kirche, in Württemberg 4.57 Mk. und in Baden 1 81 Mk. Die hessische Aegieruna hat das größte Interesse daran, daß die Verhältnisse zwilchen Staat und Kirche im Interesse betber Teile so­bald wie möglich geklärt werden.

Ss folgt die Abstimmung zu Kap. 53 (Schule). Kap. 33 lPolizei) und Kap. 38 (Kirche), die in der Ausschußfassung angenommen werden. Ka­pitel 54 und 55 werden ohne Aussprache an­genommen. Angenommen wird ein Antrag des Abg Heinstadt, die Negierung zu ermächtigen, den Kirchen ein weiteres Darlehen bis zu 603 COO Mark zu gewähren unter denselben Bedingungen, wie sie für die älteren Darlehen gelten. Die vom Ausschuß beantragte Ueberweilung einer Ein­gabe des Landesverbandes der israelitischen Religionsgemcinden Hessens in Mainz und des Hessischen Landesverbandes gesehestreuer Syna­gogengemeinden in Darmstadt um Unterstützung als Material wird abgelehnt. Die Anträge auf Bereitstellung weiterer fester Stellen für Poli­zei b e a m t c werden der Negierung zur Berück­sichtigung überwiesen. Die Höherslu.ung von drei Hauptleuten wird abgelehnt. Don den sachlichen Ausgaben werden 20 030 Mark abgesetzt. Ohne Debatte werden die Kap. 56 bis 74 erledigt. Die Abstimmung wird ausgesetzt und zum Sla! des Arbeit-- und AirtschaflSniinisterS übergegangen. Abg. Wesp (Zentr.) erklärt: Bor und nach dem Kriege habe das Zentrum m vorderster Linie mitgeaibeitet, um dem Arbeiter das zu geben, was ihm gebühre. Wer am Schraubstock stehe, erhalte von den Erträgnissen der Nationalisierung nichts. Die Löhne der Me­tallarbeiter in Deutschland seien nicht zu hoch. Der lommunistische Arbeitgeber Opvenheimer m Butzbach zahle Wochenlöhne von 16 bis 13 Mark, dagegen stellt er die Millioneneinkommen der Sowjetführer. Gerade von christlicher Seite sei immer für die sozialen Interessen der Arbeiter eingetreten worden. Aeltere Arbeiter würden von der Industrie nicht mehr eingestellt, wes­halb die Altersversicherung ausgebaut werden müsse. Durch die Aussperrungen dec deutschen Industrie würde das Vertrauen des Auslandes in unsere Wirtschaft erschüttert. Don dem hessi- schrn Arbeitsminister erwartet er ein Eintreten für gesunde Löhne. B.'i den Gewerbeaufsichts- ämtem sollten aus dem Arbeiterstand hervor- gegangene Kontrolleure angestellt werden.

Abg. Gußmann (Dbd.) wendet sich gegen das kommunistische Agrarideal und die opti­mistisch: Auffassung des Vorredners über den Stand unterer Wirtschaft. Die Landwirtschaft werde bei der Daweslast mit am härtesten be­troffen. Eine unterschiedliche Behandlung bei der Berücksichtigung der Unwettergeschädigten nach der Gröhe des Besitze» dürfe nicht wieder vorgenommen werden. 'Durch die übermäßige Einfuhr von fremdem Obst und Gemüse werde die heimische Erzeugung verheerend geschädigt. Wenn Glashausanlagen in Deutschland mehr unb mehr eingeführt werden sollen, mühte die Negierung mit entsprechender Zollpolitik unter­stützend cingreifen.

Weiterberatung Donnerstag.

. Das Reichsgericht zum Verbot -des Roten Jwntlampferbundes.

liegen den Erlaß Kendells

Vertin, 2. Mai. (ZDIB.) Der 4. Strafsenat des Reichsgerichts als Slaatsgerichlshaf hat heule nachmittag auf den Einspruch der 16 Cänbcrregic- rungen gegen das verbot des Roten Frontkämpferbundes durch den Reichs­minister des Innern in nichtöffentlicher Sitzung folgende Entscheidung verkündet:

1. Die Weigerung der Landeszentralbehör­den, dem Ersuchen de» Reichsinnenministers vom 16. April 1928 auf Verbot und Auflösung de» Roten Frontkämpfcrbundes. der Roten Marine und der Roten Jungfront nebst sämtlichen Orts­gruppen nachzukommen, ist begründet.

2. Die kosten de» Verfahren» werden dem Deut­schen Reiche anscrlegt.

Der Senat hält die Voraussetzungen des 8129 StGB, für den gesamten Roten Fronlkämpferbund und sämtliche Roten Ortsgruppen nicht für er­wiesen. In Jrage kämen nur einzelne Ver­bote für bestimmte Ortsgruppen oder Gaue, bei denen jeder Beweis vorliegt. Solche Verbote stehen heute nicht zur Entscheidung de» Gerichte». Die nähere Begründung wird in einigen Tagen er­folgen.

Die Berliner Blatter nehmen zu der Entscheidung des Vierten Strafsenats, die das Ersuchen des Neichsministers des Innern an die Länderregierungen, den Roten Frontkämpserbund zu verbieten, für unbegründet erklärt, ein« gehend Stellung Mit Ausnahme der Rechts- blatter weisen fast alle Zeitungen darauf hin, daß bereits im Kabinett keine allge­meine Zustimmung zu dem Erlaß Keu- dells bestanden habe und auch im Heber- wachungsausschuß des Reichstages scharf dagegen Stellung genommen worden sei. Der .Vor­wärt s" spricht von einer vollkommenen Nieder­lage Kendells. Die Entscheidung sei auch ein Schlag für die Kommunisten, die den preußischen Einspruch als einen Protest der Phrase bezeich­neten. Ihre Abfichl, das Verbot im Dahl» k a m p s zu benutzen, ist ebenso kläglich zusammen- gcbrtxben. wie ihre Hoffnung auf die Entschei­dung des Staatsgerichtshofes DaS .B. T." ichreibi: Nach der empfindlichen Niederlage, die Herr v. Keuoell erlitten hat, sollte er daS Amt verlassen, dem er zweifellos nicht zur Zierde gereicht. Er hätte das Ergebnis voraussehen können, wenn ihn ein staat-politisches und nicht varteipolitisches Motiv geleitet hätte. Die .Voss. 31 g." sieht in der Entscheidung des StaalsgerichtshofeS nicht nur eine Niederlage sür Keudell. sondern auch für seine deutsch- nationalen Ministerkollegen und Parteiführer, die sich mit ihm solidarisch erklärten Die Aktion und ihr Mißerfolg belaste die ganze deutsch- nationale Partei. Der Zeitpunkt des Ver­bote- sei für die Cänberrcgierungen bei ihren

DieBremen"- Flieger begeistert in Washington empfangen.

Washington, 2.Mai. lWB.) Die Begrü- ßung in Böllings ield vollzog sich bei strah­lendem Sonnenschein unter dem Jubel einer großen Menschenmenge, die schon am frühen Morgen von der Stadt au dem fast eine Warsch- stunde entfernten Flugplatz hinausgepilgert War. Tausende umlagerten das Hotel Mayflower, das mit der amerikanischen, der irischen und der schwarz-rot-goldenen Flagge geschmückt ift Die Flieger strahlten und erwiderten alle Zurufe und Hochs durch freundliches Winken. Vom deutschen Botschafter und irischen Gesandten ge­leitet, fuhren sie dann zum Arlington- N a t i o n a l f r i e d h o f. wo sie am Eingang vom kommandierenden General Washingtons be­grüßt wurden. Sie begaben sich mit einer Ehren­eskorte zum Grab des unbekannten Soldaten, wo Freiherr von Hünefeld und Köhl einen Kranz mit einer Schleife in den Reichsfarben, Fitzmaurice einen Kranz mit den irischen Farben niederlegten. Die Ehrenbezeugung derBremen"-Bejatzung vor dem loten ameri­kanischen Kameraden machte auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Die Flieger Wurden so­dann durch die Stadtparks gefahren und trafen um 1 '34 11br, von einer großen Menschenmenge begrüßt, im Kapitol ein. Hier stellte Vizepräsi­dent Dawes sie den Senatoren vor, die ein­zeln an den Fliegern vorbeidefilierten und ihnen dir Hand schüttelten. Darauf begaben sich die Flieger, der Botschafter und der Gesandte in das Repräsentantenhaus,wo der Spre­cher Longworlh sofort die Sitzung aufhob und die Flieger v o r st e l l t e , sie in kurzer, sehr herzlicher Ansprache willkommen hieß und z zu ihrer mutigen T' unter gewaltigem Bei­fall des Hauses und der dichtbesetzten Tribünen gratulierte. Darauf traten die Abgeordneten ein­zeln vor, schüttelten allen drei Fliegern die Hand, was bei der großen Zahl der Kongreß­teilnehmer geraume Zeit dauerte. Unter Hoch­rufen und Beifallsklatschen verliehen die Flie­ger sodann das Unterhaus und begaben sich zur Stadt zurück. Sie Wurden bann vom Präsidenten Coolidge im Weißen Hause empfangen.

Die Rasenflächen des Gartens des Weißen Hauses waren schwarz von wildgestikulieren- den, laut jubelnden Amerikanern, als die deutschen Flieger und ihr irischer Kamerad, g e ° schmückt mit dem blauen Ehrenflieger­kreuz, das Präsident Coolidge ihnen soeben an die Brust geheftet hatte, stolz strahlend aus dem Tor des Präsidentenpalais traten. Die Schutzleute hatten größte Mühe, den Weg für die Autos zu bahnen. Die Flieger kamen in den vom Weißen Hause gestellten Wagen nur langsam vorwärts. Ihr Ziel war der Rationale Presse-Club, wo ihnen ein feierlicher Empfang durch führende amerikanische Journalisten bereitet wurde. Sodann kehrten sie zum Weißen Haufe zurück, wo der Präsident ihnen ein Ehrenfrüh st ück gab.

Am Abend fand bann ein Bankett für bie Bremen"-Flieger statt, auf dem der deutsche

Botschafter von Prittwitz einen Toast auf den Präsidenten Coolidge ausbrachte, in dem er dankbar der überaus herzlichen Au nuhne, die die Flieger in Amerika gefu-iben hätten, ge­baute. Senator Johnson (California) ant­wortete mit einem Toast auf d.e tapferen deut­schen Flieger, woraus v..'.e eld dm Vereinig­ten Staaten unb Kanada den Dank der .Bre- men"-Flieger für bei herzlichen Empfang und die Hilfeleistung sagte. Der im Anschluß an bas Essen im Hotel .Mai,lower" stattsindendr Emp­fang vereinigte bie gesamte Washingtoner Ge­sellschaft, über 2003 Mitglieder des diplomati­sche Korps. Mitglieder des Kabinetts unb der Ressorts. Hunderte von Personen drängten sich g.buttrig stundenlang um die Flieger, um ihnen bie Hanb schütteln zu können. Um 11,30 Llhr zogi?n sich bie Flieger vollkommen er­schöpft zurück.

Das OReifeproßramm für Amerika.

Tie ui) ort, 2. Mai. (WTB. Funkspruch.) Das Junkers-Flugzeug F 13 ist heute abend in Washing­ton eingetroffen und wird dieBremen"-Flieaer morgen nach Neuyark zurückbringen. Die Bremen" Flieger teilten heute mit, daß sie eine große Anzahl Einladungen von Bürger­meistern, Stadtverwaltungen und privaten Organi­sationen zahlreicher Städte Amerikas erhallen haben, da aber die Annahme all dieser Einladungen prak­tisch unmöglich sei, da ihnen daran liege, bald in die Heimat zurückzukehren und den Willkomm Deutschlands und Irlands entgegenzu­nehmen. Aus diesem Grunde wurde folgender Fl u g p l a n festgelegt: Am 9. Mai Empfang in Philadelphia, am 10. Mai Flug nach C h i k a g o ; am 11. Mai Empfang dort: am 13. Mai Besuch Milwaukees: am 14. Mai Flug nach St. ^ouis, am 15. Mai Empfang dort: am 17. Mai Empfang in Detroit; am 18. Mai Flug nach Boston, am 19. Mai Empfang in Boston. Der Flug soll mit derBremen" oder mit der F 13 ausgeführt werden.

DieItalia" zum Nordpol gestartet.

S e b b i n , 3. Mai. (MTV.) Um 3.24 Uhr ist bas Kommando ;um Start bet3 f a l i aM gegeben worben. Das Luftschiff erhob sich sofort vom Erd- boben. Fünf Minuten später enlschwanb bieIta­lia" ben Blicken bet Zuschauer mit Kurs bem Meere ; u. Das Luftschiff Hai um 5.45 Uhr bie Stabt Karlskrona unb um 7.30 Uhr bie Stabt Oskarshamm in höhe von 150 bi» 300 Meter überflogen.

Rückreise des Kapitäns Witkins von Spitzbergen.

Kapitän Milkins, der Ueberfli.eaer des Nordpols, gedenkt in fünf bi» sechs lagen mit bem DampferHobby" von Green Harbour (Spitzbergen) n a ch N o r w e g e n in See zu gehen. Er nimmt bas Flugzeug, bas sich in ausgezeich­netem Zustand besinbet, mit.

Einsprüchen entscheidend gewesen. Die .Rote Fahne*' spricht von einer Vertagung des Verbotes bis nach den Wahlen. Die Gefahr fei nicht abgeschwächt, da die Entscheidung des Gerichts Einzelverbote für möglich halte. DieD. A. Z. , die aus der Entscheidung den Schluß zieht, daß die Gründe des Ministers das Gericht nicht überzeugt hätten, sieht das Be­denkliche in der politischen Wirkung, daß man bei der Einstellung der Roten Frontkämpfer damit rechnen müsse, daß sie die Leipziger Entscheidung als eine Art Freibrief für verstärkte illegale Betätigung auffahten. L o k a l - A n z e i g e r" und Deutsche Tageszeitung" bezeichnen es als einen Widerspruch in der Haltung des Staats­gerichtshofes, daß er in früheren Entscheidungen gegen kommunistische Parteimitglieder den § 129 des Staatsgesehbuches unterstellt habe, und ob­wohl er den Roten Frontkämpferbund als das eigentliche Kampfinstrument der Kom­munisten bezeichnet und behandelt habe, nicht zu einem Verbot gekommen sei. Die Möglichkeit eines Teilverbotes habe praktisch keinerlei Be­deutung. DieDeutsche Tageszeitung" befürchtet, daß Rot-Front eine andere Quittung erteilen werde. DieT ä g l. Rundschau schreibt: Das Gericht hält offenbar die Vor- aus'etzung hochverräterischer Bestrebungen erst für vorliegend, Wenn sie sämtlichen Orts­gruppen des Roten Fronttämpferbundes nachgewiesen sind. Unter solchen Vorbe­dingungen werde es der polittschen Behörde über­aus schwer gemacht, staatsgefährlichen Organi­sationen überhaupt die Tätigkeit zu unter­binden. Es dürfte so gut wie unmöglich sein, gegen alle Ortsgruppen belastendes Material beizubringen. Die Roten Frontkämpfer hätten gerade in der letzten Zeit derarttg brutale Ausschreitungen begangen, daß man gar nicht daran zweifeln kann, welcher Geist bei ihnen großgezogen wirb. Aus diesem Grunde hinter­lasse die Entscheidung einen unbefriedigen­den Eindruck. DieKreuzzei tung" weist darauf hin, daß für den Minister nicht entscheidend war. ob der formaljuristisch« Tatbestand erfüllt sei, sondern die im Zusammen­hang gesehenen eindeutigen staat-politi­schen Folgen, die sich aus dem Verhalten des Roten Frontkämpferbundes in jeder seiner Teilaltionen ergeben. Der Politiker stehe den Juristen gegenüber.

Das Kabinett poincare bleibt.

Meine weiteren Veränderungen.

Paris, 2. Mai. (WTB.) Die Minister sind heute vormittag unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik zusammen- gekommen, um über die durch die Wahlen geschaffene Lage zu beraten. Die hierüber ausgegebene amtliche Mitteilung besagt: Der Ministerpräsident ist im Einvernehmen mit allen seinen Kollegen der Ansicht gewesen, daß der Wahlkörper die Politik der Regierung gebilligt hat unb unter diesen Umständen für das Kapinett kein A n - l a ß oorlicgt, dem Präsidenten der Republik seine Demission zu überreichen. Infolge­dessen wird die Regierung in ihrer jetzigen Form sich am 1. Juni dem Parlament vor­stell en unb ihr Programm für die nächste I Desetzgebungsperiode bekanntgeben. Der Mi-

worden. Peter Waller, ein einfacher Mann, hatte in einjäh', izer Agitation etwa 300 P e r fönen um sich gesammelt, bie, mittellos wi e er selbst, gern bereit waren, mit ihm nach Abessinien auszuwandern unb bort eine gemeinschaftliche Kolonie zu gründen. Am 3. Mai sollte zu Fuß von Mauer bei Wien aus der Marsch nach Genua oder Triest angctrcien werden, wo angeblich ein abessinisches Schiff die Kolonisten abholen würde. Sa nach amtlichen Auskünften aus Addis Abeba die Ansiedler dort keineswegs erwünscht wären oder Gelegenheit hätten, ihr Fortkommen zu finden, haben die österreichischen Behörden versucht, durch Verweigerung der Aus- re i s e p a v i e r'e das hoffnungslose ^lntemeh- men zu verhindern. Trotzdem Peter Waller, der sich den von ihm aus i)em Germanischen abge­leiteten Führertitel eines .Wodosch' beigelegt hat, zur Zeit als Anführer nicht in Frage kommt beabsichtigt fein Unterführer namcnB Hoffmann, den aussichtslosen Plan dennoch zur Ausführung zu bringen. Das .Wardanieri» Korps" hat durch eine in München eröffnete Zweigstelle leider auch etwa 30 Deutsche an sich gezogen. __

Der Asghanenkönig auf russischem Loden.

Der König von Afghanistan ist am Mittwoch­abend auf der Sowjetgrenzstation Negoreloje eingetroffen und wurde von einet; Ehrenwache und den Klängen der afghanischen Hymne begrüßt. Der stellvertretende Außenkom- missar K a r a ch a n hieß den König willkommen und überreichte ihm ein Begrüßung-tele- gramm des Staatspräsidenten Kalinin. Nach einer Ansprache des Königs, der seiner Freude über die Ankunft auf dem Boden bet Sowjetunion Ausdruck verlieh, ging der Zug nach Minsk ab, wo der Äönig von Mitglie­dern der weißrussischen Negierung empfangen wurde. Er setzte dann die Fahrt nach M o - k a u fort.

Sech« Kinder vom Hagel getötet

Ein schwerer Hagelfturm ging über die Stabt Cluj in Rumänien nieder. Die Bevölkerung, die den 1. Mai in der Umgebung der Stadt feierte, wurde im Freien überrascht. Sech» Kinder wurden von den Hagelstücken, die die Grüße von Hühnereiern hatten, erschlagen, unb zahlreiche Personen wurden verletzt. Biele Fensterscheiben gingen in Trümmer, und die Aus­lagen der Kaufläden wurden beschädigt.

Mit dem Paddelboot über den Atlantik.

Wie aus Las Palmas auf den Kanarischen Inseln gemeldet wird, ist In dem Hasen Arrecife auf der zu der Inselgruppe q:-1 enden Insel Can- zarote der deutsche H a e l s s ch i f f » k a p i- tän Franz Romer in seinem sechs Meter lan­gen Paddelboot eingetroffen. Romer beabsichtigt be­kanntlich, Neuyork im Paddelboot zu er« reichen. Aus der Uebersahrt von Lissabon nach Arrecife mußte Romer mehrere Stürme überstehen.

furchtbare folgen eines Scherzes.

In Iäschkcndorf (Kreis Liegnitz) hantierte der Herrschaftsgärtner Bittner mit einem Revol­ver. Plötzlich (egte er im Scherz auf ein jun­ge s Mädchen an. Der Schuß gina los und dos Mädchen sank, in» Herz getroffen, tot ju Boden. Bittner hat sich aus Verzweiflung hierüber durch mehrere Schüsse selbst getötet.

Hafer und Kind In einem Treppenhaus abgeftünt

In einem Hause in der Bankstraße in Hamburg stürzte ein Eisenbahner mit seinem dreijähri - gen Töchterchen auf dem Arm vom Stock­werk über da» Treppengeländer in den Licht» schacht. Vater und Kind erlitten schwere Ver­letzungen und mußten in besinnungslosem Zustande in ein Krankenhaus gebracht werden.

Oie Wetterlage.

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Obwohl bie westliche Tiefdruckstörung weiter an Ausdehnung gewonnen hat, so erfährt die gegen wattige Wetterlage noch keine Deränderung, denn die au» dem skandinavischen Hoch ausfließenden öst­lichen Luitmassen führen, mit denen an der Rord- seite de» lief» herrschenden Luftmassen, zur Fort­dauer des heiteren und trockenen Wetter», tags­über bleibt es sommerlich warm, nacht» jedoch durste es etwa» mehr als seither abkühlen.

Wettervoraussage für Freitag: Hei­tere», tagsüber warme» Wetter und fr öden.

Witterungsaussichten für Sams­tag: Außer aufkommender Gewitterneigung wenig Aenderung des herrschenden Wetters.

Lufttemperaturen am 2. Mai: mittag» 21 Grad Celsius, abends 18,1 Grad Eelsiu»: am 3. Mai: morgen» 16 4 Grad Celsius Maximum 21,9 Grab Celsius, Minimum 12,5 Grad Celsius. Erb- temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 2 Mai: abinbs 17,7 Grad Celsius: am 3. Mai: morgen» 13,7 Grad Celsius. Sonnenscheindauer fünf Stunden.

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