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gemeinsam mit den Vereinigten Staaten geführt werden sollen, ober ob ge­sonderte Verhandlungen zwischen Washington und London bzw. zwischen Washington und Pa­ris stattfinden sollen. Der Korrespondent fügt hinzu, es werde in offiziellen Kreisen zugegeben, daß das britische Zugeständnis an Frankreich bezüglich der Richtberücksichtigung der ausgebildeten Reserven bei der Berechnung der Kriegsstärke eines Landes auf­rechter halten bleiben mutz, ohne Rücksicht aus die nötig gewordene Preisgabe des englisch-französischen Marineabkommens. Es ist allerdings fraglich ob mit dieser Preisgabe Großbritannien volle Bewegungsfrei­heit bezüglich der Einschränkung oder Richteinschränkung derkleinen Klas­se von H-Booten wieder beanspruchen kann oder beanspruchen sollte.

Amerikas Floitenpolitik.

Der Kampf

um das große Schiffsbauprogramm.

Washington. 1. Oft. (Eig. Meld.) Die Veröffentlichung der amerikanischen Flottenab- rüstunasnote hat in diplomatischen Kreisen eine Senfanon hervorgerufen, wo das Gefühl vor­herrscht, datz die amerikanische und englische Flottenpolllik unwiderruflich ausein­ander gehen. LNlgemein ergeht man sich in Erwägungen über die Wirkung der Rote auf die amerikanische Flottenpolitik, besonders im Hin­blick auf die bisher mächtige Kleinflvttengruppe. 'Der Gruppe sei eS in der IcRLcn Kongrehtagung gelungen, die Forderung des Marincbepartements zur Ermächtigung eines großen Flottenpro­gramms zu Fall zu bringen. Die Grob­flottenbefürworter erklären jedoch, durch die Ab­lehnung des englisch-französischen Flotlenkompro- misses durch Präsident Coolidge ermutigt wor­den zu sein, ein Gesuch an den Kongreß einzu­reichen, für den Bau von 29 statt 15 10 000-Tonnen-Kreuzern. Die haupt­sächlichste Furcht der amerikanischen Marine­behörden scheine die zu sein, daß England fern Flottenabkommen mit Frankreich aufgeben könne und damit das Hauptargument für das Gesuch zur Flottenvermehrung hinfällig mache. Die Regierungskceise sollten mit der Aufnahme der Rote in Großbritannien und Frankreich zu­frieden sein.

Mussolinis BüudmspMik auf dem Balkan.

Rumänien und Ungarn.

Budapest, L Ott. (WTB.) Die ZeitungAz Esi" berichtet von einer bedeutsamen Unterredung, die in Bukarest zwischen B r a t i a n u , und dem polnischen Diktator, Marschall Pilsudski. statt­gefunden haben soll. Der rumänische Mlnisterprasi- dent habe mit Entschiedenheit darauf hingewiesen, daß Rumänien eine p o l n i f ch - u n a a - rische Annäherung nicht gutheißen und an keinerlei Möchtegruvpierung terlnehmen könne, der auch Ungarn angeydre. Dratianu habe den Wunsch ausgesprochen, datz Polen auf derartige Bestrebungen verzichte, um die Gefühle Rumäniens nicht zu verletzen. In Bukarester politischen Kreisen ist das Gerücht verbreitet, Marschall Pil­sudski habe aus Initiative Mussolinis der rumänischen Regierung vorgeschlagen, einer neuen Mächtegruppierung beizutreten, deren Mitglieder außer Rumänien und Polen noch Italien, Bulgarien, Ungarn und die Türkei wären, die als Verbündete in außen­politischen Fragen eng Zusammenarbeiten sollten.

Der kritische 2. Oktober in Oesterreich.

EinBerbotdesfozialdemokratifchenUmzugs

Wien, 1. Ott. (LU.) Die niederöster­reichische Landesregierung hat die Wien-Reustädter Polizeibehörde beauftragt, den sozialdemokratischen Umzug am 7. Oktober zu verbieten. Das Verbot ist formell wegen Gefährdung der öffent­lichen Sicherheit und Ordnung erfolgt. Eine Zurückziehung des Verbots würde nur mög­lich fein, wenn die Sozialdemokraten die pollzer- liche Aufmarschordnung einzuhalten versprechen. Die Erlassung dieses Verbots bedeutet jedenfalls eine neue und wichtige Wendung in der ganzen Angelegenheit des 7. Oktober.

Das Verbot, das nach allgemeiner Auffassung auch ein Verbot des Aufmarsches des Republikanischen Schutzbundes invol­viert, wurde sehr rasch bekannt und löste nament­lich bei den Arbeitern große Erregung aus. Die Sozialdemokraten erlläven, datz sie keinesfalls zu­lassen werden, datz am Sonntag nur der Heim- wehr-Aufmarsch ftattfinbet; wenn ihnen auch ver­boten werde, geordnet und organisiert in Wiener- Reustadt zu erscheinen, würden sie sich doch in den Strahen einfinden und sie sperren, um den Heimwehr-Aufmarsch unmöglich zu machen. Die Arbeiter von Wirner-Reustadt wol­len sich sogar schon am Samstag aus die Straßen begeben, um eine Art Blockade gegen den Heimwehr-Aufmarsch durchzuführen. Für Mittwoch ist eine große Versammlung deS Repu­blikanischen Schutzbundes einberufen, in der zu der neuen Lage Beschluß gefaßt werden soll. Reber die Sicherheitsvorkehrungen, die die Regierung und die Wiener Stadtbehorden für den 7. Oktober zu treffen gedenken, ist noch nichts bekannt. Da­gegen weih man, datz die Garnison von Wie­ner-Reustadt morgen aus der Stadt abziehen und durch Wiener Militär erseht werden wird. 3n einigen Familien von Wiener-Reu- stadt werden bereits Vorkehrungen getroffen, um die Frauen und Kinder während der kri­tischen Tage nach auswärts zu bringen.

Eindrücke von einer Oeuischlandreise.

London, 1. Okt. (WD.) Das brittsche Par­lamentsmitglied Sir John Sandeman Al­len ist mit der von ihm geführten Gruppe konservativer Parlamentsmitglie­der von einer Studienreise durch Deutschland zurückgekehrt. In einem Interview erklärte er: Es ist klar ersichtlich, datz dir britische Industrie sich gründlich organisieren und modernisieren muh, wenn sie dem deutschen Wettbe­werb standhalten soll. Dies ist besonders wichttg, weit der volle Druck des deutschen Wett­bewerbs auf dem Weltmarkt nochnichtwirk-

Scydlst

iberdeei

Montag, d.t Okt 1928.7haDdS.

Es

Oie Wetterlage

Keine Reichsmittel für die Technische

untergegangen sind.

Berlin. 2. deS Innern der Technischen

Nothilfe.

Ott Der Reichsminister

Wicklung der Teno bereitgestellt. Der vom Reich zur Unterhaltung der Teno zur Verfügung gestellte Betrag beläuft sich auf rund 2,5 Mil­lionen Mark.

2. Oktober: morgens 6,8 Grad Celsius. Sonnen« fdjeinbauer 3% Stunden. Niederschlag 03 Milli'

3. Plutokraiische Einflüsse auf die Volksvertre­tung, dieVeherrichungderpartelen durch Truste und Konzerne muh ohne Ansehen der Partei beseitigt werden.

4. Aufsichlsralsmitglieder privater Enverbs-Ge- fellfchaslen dürfen nicht Volksvertreter fein.

5. Das koalitionsrecht aller Stande und Berufe muh für Arbeitgeber wie Ar- beitnehmer in Arbeilgeberoerbönden, 3nnun- gen und Gewerkschaften gewährleistet sein.

Der Iungdeutsche Orden betont zum Schlutz, daß der neue Weg des Stahlhelms ihn mit ernsten Bedenken erfülle.

Deutsche Volkspartei und Stahlhelm.

Berlin, 2.Okt. (Priv.-Tel.) 3m Reichstag hat gestern zwischen Vertretern des Partei- vorstandes dec Deutschen Dolkspartei und der beiden volkspartellichen Fraktionen des Reichstages und des preußischen Landtages eine Besprechung stattgefunden, in der man sich mit der Stellungnahme zum Stahlhelm beschäftigte. Endgültige Entschlietzungen in dieser Sache werden aber möglicherweise erst von der n äch st en Zentralvorstanbssitzung der Deutschen Dvlkspartei zu erwarten sein.

Drei Touristen im karwendelgebirge tödlich abgestürzt.

Drei Innsbrucker Alpinisten erweiterten die Nordostwand deS Lafaischers. Die Hütten-

poincare und Deutschland.

Die neue Sonntagsrede. Son Locarno zurück zu Versailles Frankreichs Interesse an baldigen Verhandlungen.

Aus aller Welt.

Schwere Sturmschäden an der belgischen Küste.

__Hai eine Zett gegeben, in der Poincarö a l l w ö ch entlich ein neues Gefallenendenkmal eingeweiht unb uns Sonntag um Sonntag eine neue Rede beschert hat. Der fran-

hat lautVorwärts" dem Leiter Rothilfe unter dem 1. Oktober Mitteilen lassen, daß die bish-r zur Verfügung gestelltem Reichsmittel ab 1. Avril 1929 nicht mehr ausgezahlt werden. Von diesem Ter­min an werden lediglich noch Mittel z u r A b-

s a m geworden ist. Das Bemerkenswerteste in Deutschland ist der allgemeine Wille zu harter Arbeit. In politischer Beziehung scheint man sich im allgemeinen in Deutschland mit der Lage abgefunden zu haben, außer be­züglich gewisser Grenzfragen und der Frage deS polnischen Korridors.

Die belgische Küste wurde in der Nacht zum Mon­tag von einem schweren Sturm heimgesucht, der großen Schaden anrichtete. In Zecbrüggc wur- bcn die Strandbefestigungen schwer beschädigt. In N i e u p o r t wurde ein provisorischer Schleusen- pfeiler fortgeschwemmt. Dadurch entstand eine Bresche von 40 Meter Breite, so daß das Wasser ungehindert eindringm konnte. Weite Strecken Lan­des wurden unter Wasser gesetzt. Zahlreiche Bauern- gehöfte sind von jedem Verkehr abgeschnitten. Viel Vieh ist ertrunken. Mehrere Kompagnien Soldaten sind entsandt worden, um den Schaden auszubessern. Ihre Bemühungen waren bis jetzt vergeblich. Am Montagnachmittag wurde die Lage noch immer als sehr ernst geschildert. An der Küste sind vielfach Schiffsteile und Schiffsgüter ange chwemmt worden. Man schließt daraus, daß zahlreiche Schiffe im Sturm

in die Tiefe ritz. Eins RetlungSexpedition ist sofort von Innsbruck abgegangen, doch muht« sie unverrichteter Dinge zurückkehren, da Schneesturm und Vecelfung der Felswände big Bergung unmöglich machten. Einige Leute, die von der Spitze des Berges zur Absturzstelle vorzudringen versuchten, bemerkten, daß die Ab- gestürztcn etwa 200 Meter tiefer regungslos lagen. Hilferufe wurden nicht mehr gehört. Es kann als sicher angenommen werden, daß alle drei tot sind.

Belästigung durch Schwelgase.

Da sich in den letzten Tagen der Wind gedreht hat, machen sich jetzt die Schwelgase der GrubeAlwine" in Bruckdorf bei Halle nicht mehr in Halle selbst, sondern in den be­nachbarten Ortschaften des Kreises Delitzsch und des Saalkreises bemerkbar. Beim Landrat in Delitzsch sind bereits von den Amtsvorstehern Beschwerden eingegangen. Die Bevölkerung klagt an Tagen, an denen der Wind aus Bruckdorf kommt, bei der Feldarbeit über heftige Kopffchmer- zen unb ist teilweise nicht in der Lage, ihre Arbeit fortzusetzen. In den Wohnungen können an solchen Tagen die Fenster nicht geöffnet werden.

Das Oberbergamt Halle hat festgestellt, daß sich gesundheitsschädliche Belästigungen der Ein­wohnerschaft der Stadt Halle bemerkbar ge­macht haben, die zweifellos auf den hohen Gehalt der verbrannten Schwefelgase an Schwefeldioxyd zurückzuführen sind. Es sind zwar daraufhin auf Anordnung des Bergrevierbeamten fofflrt Ein­richtungen zur Verdünnung dieser Gase getrof­fen worden, durch die aber eine vollständige Beseitigung der Schäden nicht erreicht werden kann. In Verfolg des Beschlusses vom 15. Sep­tember wird daher die sofortige Betriebs­stillegung bei Schwelerei bis auf wei­teres nunmehr angeorbnet werden.

Streik im uiederfchlefifchen Steinkohlenbergbau.

Der bereits seit einiger Zeit im nieder^chle- sischen S te ink ohlenbe vg ba u drohende CBerg* arbeiterstrett ist nunmehr Tatsache geworden. Die Funkttmräre der am Tarif beteiligten Berg- avbeiterverbände haben mit übertoältigenbec Mehrheit beschlossen, am Dienstag in den Streik! zu treten. Da sich dieser Streikbeschluß auf daS Reuroder und Waldenburger Revier bezieht« dürston wahrscheinlich 25 000 Bergarbeiter da­von in Mitleidenschaft gezogen werden.

vier Personen in bet Wüste verschollen.

Elf brittsche Militärflugzeuge haben erfolglos Rachforschungen nach einer3agdgesellschaft von vier Personen angestellt, die sich am Samstag in einem Auto in die ägyptische Wüste begäben hatten und nicht zurückgekehrt waren.

Verleihung der ßönigsrourbc an Prinz Tafari.

Das abesllnische Außenministerium gab bekannt, dah die Kaiserin von Aethiopien, Judith, dem Thronfolger und bevollmächttgten Regenten, Prinz Tafari Makonnen, die König-Würde verliehen habe. Die Krönung finbet am 7. Oktober statt.

Furchtbarer lob einer Nervenkranken.

In Anbernach flüchtete eine 51 Jahre alte Frau, bie einer Nervenheilanstalt zugesührt werben sollte, im letzten Augenblick aus bem Hause unb konnte trotz eifrigen Suchens ber Anverwanbten nicht mehr aefunben werben. In der Nacht würbe nun a us oen Schienen in ber Nähe bes Kranenberges eine furchtbar zerstückelte Leiche ge- funben, bie von mehreren Zügen über- fahren sein muß. Das einzige Erkennungs­zeichen waren Schuhe, bie bie Frau vorher zur Seite gestellt hatte.

zösische Rationalismus, als deren oberster Füh- rer unter besonderer Berücksichtigung seiner Ver­tretung im Kabinett Poincare gilt, feierte zu jener Zeit Orgien wüstester Ausfälle gegen Deutschland und erblickte seine besondere Aufgabe darin, die Locarno-Politik des Außenministers Driand wirksam zu durchkreuzen. Als der Einfluß Briands aber trotzdem nicht erschüttert und Poincare selbst in entscheidenden Augenblicken immer wieder gezwungen wurde, den Richtlinien seines Außenministers zuzustimmen, waren nicht nur die Rationalisten verschiedentlich genötigt, zum Rückzug zu blasen, auch die Sonntagsreden Poincares hörten eine Zeitlang auf.

Run scheint in Frankreich der Weizen des rechten Kammerflügels wieder zu blühen. Don den Liebernationalisten vom Schlage eines Mitte­rand abgesehen, der sich in gehässigen Angriffen gegen Deutschland ergeht, ist anscheinend auch der Ministerpräsident wieder dazu übergegangen, wie früher den gläubigen Franzofen Sonntags die politische Wahrheit, wie er sie versteht, zu predigen. Da Poincarö sich natürlich der Be­deutung seiner Worte genau bewußt ist, da die Bekundung seiner Aussassung gerade im Augen­blick der bevorstehenden Aufnahme der in Genf beschlossenen Verhandlungen Über Rheinlandräu- mung und Reparationen von besonderem Wert ist, müssen seine Ausführungen Anspruch auf höchste Beachtung erheben.

Wenn es auch paradox klingt, so beweisen die Ausführungen Poincarös in Ehambery, datz der Ministerpräsident sich in den Futztapsen seines Außenministers befindet. Früher hat man das manchmal umgekehrt sagen können, wenn Dri­and, durch innenpolitische Einslüsse gezwungen, das Wort zu einer ausgesprochen deutsch-feind­lichen Rede ergriffen hat. Durch feine polternde Rede in Genf hat der französische Außen­minister aber seinem Ministerpräsidenten den Beweis geliefert, daß auch er in seinem, Pvln- cares, Sinne mit Deutschland sprechen kann. Was Wunder, wenn Poincare nicht nur in den Ton Briands verfällt, sondern sich sogar seiner Ar­gumente bedient, um Frankreich wieder einmal als den Friedensengel, und das böse Deutsch­land als den allein Schuldigen für alles, was die von der Pariser Regierung so seHnlich ge­wünschte Befriebun-g der Welt hemmt, hinzustel- (an. Die Poincarö-Rede, die vomTemps" als eine Rechtfertigung der Briand-Rede in Genf bezeichnet wird, zeigt von neuem, daß Frankreich gründlich mit jedem Aleberblcibfel des berüchtigten Locarno-GeisteS auf­geräumt hat unb datz es nach wie vor jede Position gründlich auszunutzen gewillt ist, die ihm der Versailler Dertrag gibt

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V Schnee a Grauptia NcDei K 0ewitter,(§)WiDdsiilie.«O. je» eicntr/ asi -nissiger SOdsooweju ft sturmacne «ordwtsl Ott »feite fliegen mit dem Winde. Die oei den Stationen stehenden Zah­len gehen die Temperatur an Oie Linien verhmden Orte mit glcutietw «Nf R-tercsniveau umaerrrnoete» Luftdruck

'rtoettetVüvauäfagc.

Gin über Dänemark lagernder Wirbel führte besonders in Rorddeutfckland während her ver­gangenen Rächt zu Rieoerschlägen. Mittel- unb Süddeutschland dagegen, das mehr unter dem Einfluß des westlichen Hochdruckgebietes liegt hat trockenes Wetter. Obwohl sich der hohe Druck weiter nach dem Kontinent ausbreiten wird, so werden die an der Vorderseite des Hochs vor­dringenden leichten Böen in unserem Gebiet noch zu zeitweiser Bewölkung führen.

Wettervoraussage für Mittwoch Wolkig mit Aufheiterung, wenig Aend rang bei Temperaturen, trocken.

Witterungsausfi chten für Don­nerstag: Kllne wesentliche Aenderung.

Lufttemperaturen am 1. Oktober: mittags 8,6 ®rab Celsius, abends 4,7 Grab Celsius; am 2. Oktober? morgens 5,2 Grob Celsius. Maximum 8,8 Grab Cel« sius, Minimum 2,8 Grab Celsius. Erbtempera« turen am 1. Oktober: abenbs 9,2 Grab Celsius; an?

Zungdo und Stahlhelm- Volksbegehren.

EinTreugelöbnisfürdcnNeichsPräsidenten. Die politischen Forderungen detz Jungdo. Berlin. 1. Okt. (TU.) Die Führer bes I u n g = beutschenOrbens aus bem ganzen Reich haben anbenReichspräsibentenvonHinben- bürg einen längeren Bries gerichtet, in bem es u. a. heißt:

wir erkennen den Frevel, den ein alles oer- neinenber Extremismus am deutschen Volke be­geht. Die jüngsten Angriffe, bie von der e x - tremistischenRechten gegen Sie gerichtet sind, haben unseren willen gestärkt, den Kampf auch gegen diese Zerstörer unb Verneiner auf- zunchmen. Der Botschaft des Hasses sehen wir unser jungbeutschcv Bekenntnis des Dienstes am Volke entgegen, wir hatten es für unsere nationale Pflicht, in un­serer Art unb ohne von unseren Forberungen unb wünschen etwas abzustreichen, bem Staute auch bann zu dienen, wenn er ein Gewand trägt, das wir nicht lieben können. 3n Ihrer Haltung, Herr Reichspräsident, sehen wir ein Vorbild ftaatsbürger- llchex Pflichterfüllung ohne jede Rück­sicht auf die jeweils herrfchende Parteirichtung. Mit diesem grundsätzlichen Bekenntnis ber Treue zu Staat unb Volk oerbinben wir ben schärfsten Ausdruck unserer f a ch 11 ch e n Opposition. 3n dieser Haltung kämpfen wir für bie Fortentwicklung bet beutschen Republik zum wahren Volks st aaL

Ferner hat daS am 30. September in Berlin zusammengetretene Hochkapital des Iung- deutschen Ordens eine Erklärung abgegeben, die u. a. besagt: Obschon zwischen dem Stahlhelm einerseits, dem Iungdeutschen Orden sowie den übrigen Bünden andererseits Verhandlun­gen darüber schweben, tote der Kampf der nationalen Bewegung und die Reugestaltung des Staates gemeinsam Erführt werden kann, hat der Stahllielm die Etnleitung eines Volksbegehrens auf Abänderung der Ver­fassung von sich aus angekundigt. Er hat dabei, ohne beauftragt zu fein, sich zum Wortführer der nationalen Bewegung auf­geworfen. Der Iungdeutsche Orden erklärt, daß er jeden Kamps um die Reugestaltung des Staates im Sinne des Volks st aates zurzeit unter­stützen wird, der zum mindesten folgende Grundfvrderungen enthält:

1. Die politische Gleichheit aller Staats­bürger unb die gerechte Dehanblung aller in kultureller unb wirtschaftlicher hin- sicht muß gewährleistet sein.

2. 3ebes Spie! mit ber W ieberherstet- stellung ber Dynastie auf ben, Boden bes Legitimismus mutz unmöglich gemacht werben.

Heber die geschichtliche Darlegung aus der Vor- unö Rachkriegszeit, der PoincarL einen großen Teil seiner Rede widmet, kann man ohne wesent­liche Beeinträchtigung hinweggehen; denn es ge­hört zu dem alten Rüstzeug des Advokaten Poincare, die Friedensliebe Frankreichs stets dann mit besonderem Rachdruck zu betonen, wenn eine neue Maßnahme die Welt von dem Gegen­teil überzeugt. Gerade Poincare, der, tote nicht zu übersehende Veröffentlichungen über die Vorgeschichte des Weltkrieges eintoanöfrei beweisen, an dessen Ausbruch wesentlich mit­schuldig ist, hat )a besondere Veranlassung, diese Anklage von sich abzuwalzen. Was seine Rede aber auch für Deutschland bedeutungsvoll macht, ist derheiße Wunsch nach einer Derständigung", den Poincare, wie er sagte, gestern gezeigt hat und auch morgen haben toirö, wenn die Unterhaltungen mit Deutschland über die Frage der Rheinlandräumung und dec Reparationen beginnen. Dieserheiße Wunsch" würde in Deutschland ohne Zweifel überall begrüßt werden, wenn er im Munde eines Poincare nicht etwas verdächtig klänge, wenn der f ranzöslsche Ministerpräsident zu seinem Beweis nicht Beispiele angeführt hätte, die nach deutscher Auffassung gerade für da s Ge­genteil eines ehrlichen Verständigungswillens Sgen. Denn es bedeutet ein Programm, wenn incate ausgerechnet Partt-Boncour in seiner >rüstungspvlitit anführt, um Frank­reichs Friedensliebe zu beweisen.

Was es mit der französischen Abrüstung auf sich hat, braucht nicht näher dargelegt zu werden; die grandiosen mUitärischen Rüstungen an der französischen Ostgrenze, die Gröhe deS Militär­etats und das jüngst abgeschlossene Flotten­abkommen mit England, dies alles spricht eine zu deutliche Sprache. Demgegenüber ist es eine Spiegelfechterei, wenn Poin:are, wie Briand in Genf, a uf dieKaderarmee der an­deren" hinweist, womit natürlich nur Deutsch­land gemeint ist. Soll noch einmal unter­strichen werden, daß es die Alliierten wa­ren, die imS im Versailler Vertrag das Hun­derttausend - Mann - Teruf lheer aufgezwun­gen haben, daß also mindestens nicht wir für dessen Existenz verantwortlich sind. Was aber Polncarös 'Verdächtigungen anlangen, so kann der Ministerpräsident auf die Antwort verwiesen werden, die Reichskan, er Müller in Genf Briand erteilt hat. Poincare ist der alte geblieben, auch wenn er sich jetzt nicht scheut,heiße 'Verständigungswünsche" auszu- sprechc,!. Diese können nur einen Wert haben, nxrrm man auch auf französischer Seite für ihre Erfüllung das nötige beitragen und nicht das Trennende stets mit besonderer Betonung unter­streichen, sondern sich bemühen wird, von den Worten zu den Taten überzugehen.

toirtin des Halleranger Hauses beobachtete gegen Mittag, als Mo Kletterer bereits im oberen Teile der Wand angelangt waren, datz plötzlich 'ber am Seil an erster Stelle Gehende ab- stürzte und ferne beiden Kameraden mit sich I Meter,