Nr. 252 Erstes Blaff
178. Jahrgang
Dienstag, 2. Oktober 1928
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Ehrfurcht und Größe.
Dem Reichspräsidenten zum 2. Oktober.
Von Or. G. Rothe.
Steilauf aus dem Meer der Menschheit tagen, mächtigen Felsen gleich, die großen Per- sönlichkeiten. Rings um sie her wechseln die Fluten, heut feindlich donnernd, weih auf- schäumend aus schwarzer Nacht, — morgen heiter spielend und lächelnd im Sonnenglanz. Ewiger Wechsel ihr Sein, Formlosigkeit ihr Wesen, alles Feste ihr Hatz. Ihr Haß darum auf jene Gewaltigen, die chnen trotzen, gefestigt durch formgestaltende Kraft. „Was ist's" — so tönts aus dem Chaos tief unten — „was ist's, das euch so hoch erhebt über uns, das euch so festmacht, so unwandelbar?"
Eine älrfrage ist's, bewußt oder unbewußt aufrauschend aus dem brandenden Meer der Menschheit seit Jahrtausenden. Worin liegt die Eigenart des wahrhaft großen Menschen? Was zeichnet chn? Tlnd wie erkennt man ihn?
Zunächst: Selten oder niemals an seinem Alltagskleid. Denn Georg Fock hat recht: „Großen Gebäuden und großen Menschen schadet di« Nähel" Wollen wir Klarheit finden über das Geheimnis der Menschengröße, so gilt es, scharf zu scheiden: Große Männer und große Menschen. Große Männer zeichnet chr Werk — große Menschen ihr Sein. Große Männer brauchen nicht große Menschen zu sein — Napoleon zeigt das —, und umgekehrt sind große Menschen nur selten große Männer. Das Reich der einen ist die Tat, das der andern das Wesen. Die einen lassen Spuren in der Welt der greifbaren Dinge, die andern in der Welt der Geister. Der einen Größe, nach außen gekehrt, wird überall erkannt: sie gleicht der lodernden Flamme. Der andern Gröhe ist wie die Klarheit des Herrn, leuchtend und warm und nur wenige sind es oft, denen sie strahlt. Tlnd weil solche Menschen-Gröhe nut daheim ist im Reich des Geistes, darum gilt sie nur, solange es Geist gibt, der sie erkennt, Mutterboden, dem sie entwuchs. Menschengröße ist kein absoluter Wert, kein Ding an sich. Jede Kultur, jede Geisteswelt hat ihr eigenes, mit ihr geborenes, schicksälhaft ureigenes Gefühl der Gröhe. 3n bllihenden Zeiten einer Kultur ist dies instinkt- haste Empfinden für Menschengröße allen eigen, unbewußt, unreflexiv — in Verfallszeiten wird das instinkthaste Empfinden dafür selten, wird Gröhe anderen Last, Vorwurf, Haß. Denn sie fassen sie nicht mehr.
Die Frage danach, was ein Volkstum mehr als Menschengröße wertet, ist zugleich die Frage nach den bestimmenden Zügen dieses Volkstums überhaupt. Die großen Menschen eines Volkes, einer volksgebundenen Kultur, sind die Verkörperungen der Idee dieses Volkes, dieser Kultur. Das deutsche Volk schuf sich sein Ideal in dem Begriff: Seelenadel. Der bestimmende Zug dieses Ideals ist die Ehrfurcht. Der Sinn des Wortes Ehrfurcht hat sich losgelöst von den ethymologischen Stämmen, aus denen es erwuchs. Ehrfurcht ist uns heut ein Höheres, als das „Ehre erweisen aus Furcht". Ehrfurcht ist int tiefsten Sinn mit Religion verwandt. Gottesfurcht, in gleicher Weise über den ursprünglichen WortsMn erhoben, ist Ehrfurcht vor Gott. Faßt man die Gottes Idee in ihrem weitesten Sinne, hinausgehender über das auf ethischer Grundlage erstandene Vernunftsapostulat eines Gottes, so kann man sagen: Ehrfurcht ist die Anbetung der Offenbarung Gottes, die uns allüberall wird, wo unser Geist nach den letzten Wurzeln der Erscheinungen sucht. Tlnd weil dieses Suchen ein Grundzug in unseres Volkes Wesen ist, so wird diesem Volke notwendig die Ehrfurcht zum bestimmenden Maßstab in der Wertung der Menschengröße, und damit in der Ausprägung der Idee dieses Volkstums. Darum kam der größte Geist dieses Volkes mit schicksalhafter Notwendigkeit auf der Stufe seiner Vollendung zu seiner erhabenen Religion der vier Ehrfurchten. Man braucht indes die Ehrfurcht nicht in ein System zu 6ringen; es genügt, sie in innerster, verstandesmähig nicht mitteilbaren Gestalt zu erfassen. An der Fähigkeit, Ehrfurcht zu empfinden, scheiden sich heute die Geister. Wer nicht mehr fähig ist, sich in Ehrfurcht zu beugen vor Gottes großen Offenbarungen rund um uns her, wem nicht mehr „am Ende der Erkenntnis ein ehrfurchtsvolles Schweigen steht", der hat sich losgelöst aus der Gemeinschaft der deutschen Kultur, der wird ihres Segens nicht mehr teilhaftig, — der ist ihrer unwert geworden. Nichts kennzeichnet schärfer den Einfluß, den fremdes Empfinden auf die Menschen deutscher Herkunft heute gewann, als das Schwinden der Ehrfurcht in unserem Volk. Die Internationalisierung der Vorstellungswelt innerhalb des abendländischen Kulturkreises, das Hin streben aus einen einheitlichen Typus des Empfindens ist eine Tatsache, an der kein Denkender mehr vorübergehen kann. Dieser verflachte Empfindungs- thp ist aus vielen Bestandteilen erwachsen — die deutsche Krrltur hat auf ihn keinen nennenswerten Einfluß gehabt.
Hm so notwendiger ist es darum, wieder und wieder die heiligen Quellen aufzufinden, denen die Ströme der deutschen Kulttrr entbrausen. Die am tiefsten rauscht, heißt Ehrfurcht. Aus diesem tiefen Born quillt alles weitere von selbst, das die großen Menschen zeichnet. Ehrfurcht vor allem Gotteswerk führt hin zu der großen Geruhsamkeit, zu der Alliebe und zu dem All- verstehen, die großen Menschen eigen sittd. Ehrfurcht vcr dem Wunder des Lebens ist es, das die selig macht die reines Herzens sind.
England in der Zwickmühle.
Ausgabe des Flottenpakts mit Frankreich oder neues Wettrüsten mit Amerika.
Die Rote, die Herr C o o l i d g e nach Paris und London geschickt hat, ist in ihrer Art ein Meisterstück: sie ist kühl, höflich und bestimmt, verzichtet aber doch darauf, die Empfindlichkeit der Gegenseite allzu sehr herauszufordern, indem sie einen neuen Kompromißvorschlag macht. ilnb nun ergibt sich das eigenar.ije Bild, daß England und Frankreich versucht haben, sich einig zu werden über das, was nach ihrer Meinung die Bereinigten Staaten an maritimen Machtmitteln für ihre Sicherheit beanspruchen können, daß der Präsident der Bereinigten Staaten mit einer einfachen Handbewegung diesen „gutgemeinten" Vorschlag beiseite schiebt und nun mit einem Korn omiß kömmt, der England in eine Zwickmühle hi: einbringt.
Er gibt die -Anregung, daß als Höchst- tonnage für die Kreuzer 300000 Tonnen festgesetzt werden sollen, daß aber die einzelnen Staaten selbst darüber verfügen können, wie sie diesen Spielraum verteilen wollen. Das würde für Amerika den Bau von dreißig großen Kreuzern zu je 10 000 Tonnen bedeuten. England wollte von dieser Sorte in Genf nur zwölf bauen, hätte gern also noch 180 000 Tonnen zur Verfügung, woraus sich 36 kleine Kreuzer zu 'je 5000 Tonnen konstruieren liehen. Das ist aber wieder für England zu wenig. Es hat darauf bestanden, daß ihm mindestens 70 kleine Kreuzer zugebilligt werden müßten, well bei der starken Verteilung seiner Machtzentren zur Sicherung der Verkehrswege und zur Sicherung des Handels diese Zahl das Minimum bedeute. Derartige Bedürfnisse bestehen bei den Vereinigten Staaten nicht, weil ihre Machtbasis zentralisiert ist und sie höch- stetts nach ihren Inselgruppen im Großen Ozean größere Patrouillenschiffe brauchen. Bei der Durchführung seines Vorschlags würde also Amerika den doppelten Vorteil haben, daß es einmal in der Klasse der großen Kreuzer bett Engländern weit überlegen wäre und dwß auf der anderen Seite England die erstrebte Tleber- legenheit bei den kleinen Kreuzern nicht erreichen tarnt.
Es ist also eine böse Nuß, die Coolidge den Englättdern zu beißen gegeben hat, zumal dahinter ja mehr oder weniger uneingestanden der ganze englisch-amerikanische Gegensatz ausgefoch- ten wird. England hat nut widerwillig den Zweimächte-Standpunkt, den es bis 1914 vertrat, und der ja der tiefere Grund seines Krieges gegen Deutschland war, ausgegeben, weil es gegen die unbegrenzten Finanzkräfte Amerikas nicht mehr konkurrieren konnte, hat aber auf Umwegen jetzt sein Ziel zu erreichen gesucht, indem es • zunächst Frankreich an sich band und dann auch Japan zu gewinnen suchte. Ein englisch-japanisch-französisches Flottenbündnis aber würde nicht nur eine Einkreisung der Vereinig ten Staaten bedeuten, sondern auch auf der Seite der englischen Bundesgenossenschaft das alte Verhältnis des Zweimächtestandards w ie d e r h e r st e llen.' Grund genug für die Vereinigten Staaten, dazwischen zu fünfen und in London zu verstehen zu geben, daß die Zeiten, in denen England das Meer beherrschte, endgültig vorüber sind. Es ist vielleicht für die englische Marine die bitterste Erkenntnis, daß sie den Krieg gewonnen, aber doch verloren hat, indem sie zwar den vermeintlichen deutschen Gegner vernichtete, aber dafür den sehr viel gefährlicheren amerikanischen Gegner großzüchtete.
Ehrfurcht gibt uns großes und größtes Erleben im Kleinen und Kleinsten, und wiederum — Paul von Hindenburg hat es ausgesprochen — macht großes Erleben ehrfürchtig und im Herzen fest. Ehrfürchtig und im Herzen fest: so steht dieser große Mann und große Mensch — im Gegensatz zu anderen, die nur große Männer, nicht große Menschen sind — inmitten unserer kleinen Zeit als eine Menschwerdung per Idee des Deutschtums. Sein unablässiges ^Mahnen an unser Doll, s ich auf sich selbst zu besinnen, soll nicht ungehört verhallen. Darum: allen, denen es ernst ist um das Leben unserer Kultur, sei es höchste Aufgabe, in beit Menschen deutschen Stammes, besonders den Heranwachsenden, die Ehrfurcht auf* erstehen zu lassen; nur dann wird das tiefe Unbefriedigtsein, das einen so bezeichnenden Zug in der Geisteswelt unserer Zeit bildet, wieder von uns weichen. Denn nur das Heilige macht das Leben lobenswert. Nicht int Sinne einer engen kirchlichen Dogmatik, sondern als Inbegriff der großen Gottesoffenbarungen, die überall um uns her offenliegen für den, der schauen gelernt hat.
Lernen wir wieder Ehrfurcht, und unsere Zeit wird aufs neue einen Reichtum gebären an großen Menschen.
Hindenburgs Geburtstag im Spiegel der presse.
Berlin, 2. Oft. (TU.) Die meisten Berliner Blätter widmen dem Reichspräsidenten von Hindenburg zu seinem heutigen Geburtstag Gliickwunschartikel. Die „D A Z." feiert Hindenburg als das Symbol der Einheit von Altem und Neuem, den Hort der Einigkeit
Kritik an Chamberlain.
Das Flottcnabkommen — eine Erneuerung des Vorkriegsbündnisses - Für eine „Atlantikentcnte".
London, 1. Ott. (Eig. Meld.) Die Sonntags- blätter nehmen in ausführlichen Artikeln und Sonderabhandlungen zu der amerikanischen Note und der englischen Politik in der F.ottenfrage Stellung. Der „Obscrver" erkennt den sachlich in der amerikanischen Note niedergelegten Standpunkt sehr weitgehend an und betont, daß die Frage der Verständigung mit Amerika nicht eine Angelegenheit der Routine einzelner Regierungsabteilungen, Memoranden der Admiralität oder Noten des Foreign Office sei, sondern eine Frage des ganzen britischen Volkes. Für bie Geheimpolitik d^s Kabinetts trage aber der Mann von ber Straße nicht die Derantworlung, diese falle allein dem Außenminister Chamberlain zur Last. Was chn aniange, so sei seine Vorliebe für Frankreich bekannt; niemand wolle auch di: Freundschaft mit Frankreich aüfgeben. Aber sie dürfe nicht um den Preis eines neuen Hasses erkauft werden. Di se Gefahr müsse endgültig ausgeschaltet werden. — An anderer Stelle vertritt Philipp Kerr rm „Observer" die Ansicht, daß das Flottenabkommen von der Erwägung eines Fehlschlages des Locarno- Ideals ausgehe und mit dem dann unvermeidlichen Bemühen Deutschlands verbunden sei, sich Verbündete zu schaffen. Insofern könne das Flottenabkommen als eine Erneuerung des französisch-englischen Vvrkriegs- Militärbündnisses angesehen werden. Glücklicherweise scheine aber diese dem Abkommen gegebene Auslegung z u weit zu gehen. Immerhin gibt der Verfasser die Gefahren zu, die im Verlauf der Bemühungen um eine Neuverteilung ber Kräfteverhältnisse in Europa entstanden
sind und sagt, daß ohne den kürzlich unterzeichneten Kellogg-Pakt die gegenwärtige Lage außerordentlich gefährlich wäre. Für Grvßbri.ann.en könne es nur eine Politik g.ben, von dem Flot- tenabfommen mit Frankreich zurückzutreten und sich auf den Boden des Völkerbundsstatut es zu Reuen. — Die „Sunday Expreß" führt die eng'ifch-amir.kanischcn Me nungs e schiede h i en auf die britischen Bindungen m Europa zurück und verlangt in konsequenter Befolgung ihrer Isolattonstheorie die vollkommene Zurückziehung Großbritanniens aus Euro p a. — In der „Sunday Times" wird ter Abschluß einer 2111 a nt i f e n t en t e zwischen Großbritannien und Amerika vorgeschlagen, die bie allein entscheidende Frage der Sicherung dec Verbindungen in Kriegszeiten regele.
Britische Llebertegungen.
Die unangenehme Bindung an Frankreich.
London, 2. Olt. (WB.) Der diplomatische Korrespondent des Daily Telegraph schreibt: In Londoner amtlichen Kreisen bestand am Samstag die Neigung, mehr Nachdruck auf die Höflichkeit als .ins die Festigkeit der americanischen Rote zu legen. Die Anregung eines weiteren Meinungsaustausches wird aufrichtig begrüßt. Es gilt aber nicht als wah - scheinlich, daß ein wesentlicher Fortschritt in ber Angelegenheit möglich ist, bevor das Kabinett zusammentritt, was anfangs der nächsten Woche ber Fall sein dürste. Bei dieser Gelegenheit werden zahlreiche wichttge Punkte zu erledigen sein, nämlich 1. ob die ursprüngliche brittsche 2tote an Washington veröffentlicht werden soll, 2. ob der Wortlaut des englisch-sr zösischen Abkommens nur auszugsweise .- r auch mit den technischen Anlagen veröffentlicht werden soll, 3. ob die neuen Verhandlungen von Großbritannien und Frankreichs
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Die Deutschlaudsahrt des„GrasZeppelm"
Der Start. - In flotter Fahrt über Franken und das Nheinland auf Holland zu.
Friedrichshafen, 2. Okt. (MTB. Funkspr.) (Dom Sonderberichterstatter des WTB.) Ls ist heute wie eine große Probe zur Amerikafahrt. Heber dem See und den Bergen liegt noch herbstliches Dämmerlicht. Friedrichshafen ist lebendig. Autos rasen durch die Stadl zur Werst, Arbeiter strömen hinaus. Um 6.30 Uhr schon wird das Luftschiff klargemacht, sollen Besatzung und Gaste an Bord fein. Alles scheint heule ein bißchen nervös vor der ersten großen die der „Graf Zeppelin" anlrilt. Um 7.05 Uhr startet das Luftschiff. Um 8.15 Uhr erreicht es bereits, von Ulm kommend, Heidenheim, um 9 Uhr Nürnberg. Als das Luftschiff sich Nürnberg näherte, startete einFlug; eug mit Oberleutnant Croneiß, dem Direktor der Nord- bayerischen Derkehrsflug G. m. b. h., und ein zweites Flugzeug mit dem Führer Müller, um den „Graf Zeppelin" zu begrüßen. Nördlich von Nürnberg gelang es den beiden Flugzeugen, das Luftschiff, das sich in flotter Fahrt vorwärts bewegte, für kurze Zeit zu erreichen. Don den Flugzeugen aus konnten die Fahrgäste des „Graf Zeppelin" sehr gut b e -
ob achtel werden. Zwischen den beiden Flugzeugen und dem „Graf Zeppelin" fand eine Begrüßung durch Zuwinken statt. Das Luftschiff änderte dann überraschenderweise seinen Kurs und passierte um 11 Uhr Würzburg.
Frankfurt a. M., 2. Okt. (TU. Drahlmeldung) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" passierte von Würzburg kommend in einer höhe von 600 Meter Frankfurt a.M. 12.34 Uhr und nahm seinen Kurs in nordwestlicher Richtung. Um 12.50 überflog „Graf Zeppelin" Wiesbaden, um 12.55 Mainz. Die Fahrt geht dann weiter über Köln—Düsseldorf nach Amsterdam, während der Rächt wird das Luftschiff über der Nordsee kreuzen, am Mittwoch England anfliegen und dann den Kurs über Helgoland nach Hamburg nehmen, von wo er der Reichshauplstadt den anfangs schon für heule beabsichtigten Besuch abstatten wird. Ueber die weiteren plane, deren Aenderung das schlechte Wetter nötig machte, kann noch nichts mit- geteilt werden.
und das Vorbild deutscher Pflichterfüllung. — Die „G e r m a n i a" weist daraus hin, daß Hindenburg mit vorbildlicher Treue und nie erlahmendem Pflichtgefühl, wie sie nur ein tief im Sittlichen verwurzelter Sinn dem Menschen zu geben vermöge, dem Dienste unseres Volkes lebe. Das deutsche Volk blicke heute mit höchster Achtung und Anerkennung auf das Werk eines Mannes, der bis an die Grenze feiner Tage i m selbstlosen Dien st e am Vaterland verharre. — Der „Loka la nz." hebt hervor, daß der Reichspräsident in geradezu mustergültiger Weise mit einer Objektivität, die auch diejenigen bewundernd anerkennen, die ihn während des Wahlkampfes jeder Unparteilichkeit für unfähig erklärt hätten, während der 32 Jahre feiner Präsidentschaft seines Amtes gewaltet habe. — Der „Tag" hebt hervor, daß heute Millionen deutscher Männer, die sich um den Reichspräsidenten sammelten, heute wußten, daß die letzten hohen Ziele, um derentwillen sie stolz seien, Kämpfer für ein neues großes, freies Deutschland zu sein, dem großen Leben dieses Mannes Reichtum und Fülle gegeben hätten, und daß in ihm die Treue, die Pflichterfüllung, die Hingabe an das Gemeinwohl die Staatsgesinnung uns in ehrwürdiger Gestalt enigegentrete. — Die „B ö r f e n z ei t u n g" sagt, daß wir Deutschen immer stärker empfinden, welche tief innere Größe die Persönlichkeit dieses Greises ausstrahle in ihrer sittlichen Klarheit, in ihrer Liebe und Pflichterfüllung für unser Volk. So wirke Hindenburg schon heute als die 23 er» förperung der nationalen Idee, als der Hüter bester Ueberlieferung, als der Fels, an dem sich die Wogen alles innerpolitischen Haders brechen. — Die „Deutsche Tageszeitung" schreibt, daß an der Spitze des von Parteisucht zerrissenen deutschen Volkes ein Mann steht, der nur ein Wahrzeichen kenne: das Vaterland zu erretten. Daß Hindenburg an der höchsten und sichtbarsten
Stelle des Reiches, dem verirrten Geschlecht dieser Tage das große Beispiel preußischer Pflichterfüllung bis zum äußersten vorlebe, daß an der Spitze der deutschen Republik ein Mann stehe, der nicht nur selber mit allen Fasern feines Herzens deutsch fühle, sondern auch den deutschen Gedanken leuchten lasse vor Europa und der ganzen Welt und daß dieser größte Deutsche unserer Zeit zugleich in rein menschlicher Gröhe über alle hinausrage, die heute als Führer von Staaten und Nationen gelten, das sei ein Wert und Gewinn für Deutschland, dessen Größe nur verkennen könne, wer sich durch die Nöte und Sorgen des Tages zu kleinmütiger Verzagtheit niederdrücken lasse.
Ein Erlaß an die Reichswehr.
Berlin, 2. Okt. Der Chef der Heeresleitung, General Heye, hat aus Anlaß des 2lbschlusses der Reichswehrmanöver einen Erlaß veröffentlicht, in dem es httht: „2lm Ende der Herbstübungen drängt es mich, Führern und Truppe meinen Dank und meine Anerkennung für ihre Leistungen zu Tagen. Der Herr Reichspräsident wie der Herr Reichswehr mini st er haben gelegentlrch ihrer Anwesenheit auf dem Manöverfelde ihre hohe Befriedigung über das, was hier geleistet worden ist, ausgesprochen. Die Zwil- bevölkerung hat allerorts und in allen ihren Schichten der Reichswehr eine glänzende und freudige Aufnahme bereitet. Ich sehe darin ein Zeichen der engen Volksverbundenheit, auch des neuen Heeres. Ich bin überzeugt, daß das Rcichsheer innerhalb der ihm gezogenen Bindungen alles das leisten wi.d, was das Vaterland angesichts dieser Schranken von ihm fordern kann."


