losenfürsvrgL uni> Arbeitsvermittlung cm Hand von Beispic'en aus dec Praxis erläutere. Be- merkenswert war darin die Mitteilung, daß unter allen Umständen verhindert werden müsse, daß etwa die Ansicht auslomme, als ob die Arbeitslosenfürsorge zu einer alljährlich wiedrr- tehrenden Gewohnheit für gewisse Erwerbskreise werden könne. Ein derartiger Zustand sei untragbar. An den Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Aussprache, wobei von mehreren Seiten auf die schwere finanzielle Belastung der Gemeinden auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege hingewiesen wurde, welche diesen erwächst, sobald der Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung und Krisenfürsorge erschöpft ist. Dieser Zustand könne besonders für Industriegemeinden zum Ruin führen. Oberbürgermeister Granzin, Offenbach, machte dazu die Mitteilung, dah in der Sladt Offenbach demnächst 1500 weibliche Erwerbslose ausgesteuert würden und der allgemeinen Wohlfahrtsfürsorge zur Last fallen. Auf Antrag von Bürgermeister Ritzel, Michelstadt, wurde folgende Entschließung angenommen: „Der hessische Landgemeindetag protestiert gegen die Aufrechterhaltung des jetzigen Zustandes der Gesetzgebung, insofern sie die ganze Last den Ge- nieinden auferlegt nach dem Ablauf des Anspruchs auf Arbeitslosenversicherung und Be- endiw'irg des Anspruchs auf Krisenfürsorge. Die Aufhängung dieser Mittel aus Steuern ist den Gemeinden unmöglich, diese erklären sich außerstande, auf die Dauer diese Lasten zu tragen. Außerdem erklären sich die Gemeinden nicht imstande, fortwährend Rotstandsarbeiten machen zu können. Es wird eine sofortige Entlastung der Gemeinden von der jetzigen Verpflichtung der gegebenen Art verlangt, andernfalls für viele Gemeinden die Gefahr des finanziellen Ruins besteht." Die Entschließung fand einstimmige Annahme. Die alsdann vorgenommenc Rechnungsablage für 1927 ergab ohne Aussprache Annahme der Rechnung und Entlastung für den Rechner. Der vom Vorstand vorgelegte Voranschlag für das Geschäftsjahr 1928 wurde ebenfalls genehmigt. Als Tagungsort für die nächste Vertreterversammlung wurde Ingelheim in Rheinhessen bestimmt.
Wirischast.
* Di e amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 27. Juni berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts hat gegenüber der Vorwoche keine Veränderung erfahren.
* Die Reichsindexziffer f ü r die Lebenshaltungskosten i in I u n i. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durch schnitt des Monats Juni auf 151,4 gegenüber 150,6 im Vormonat. Sie ist sonach um 0,5 v. H. gestiegen. Diese Steigerung ist im wesentlichen auf saisonmäßig bedingte Erhöhung von Ernährungsausgaben zurückzuführen.
* Frankfurter Maschinenbau A.-G. vorm. Pokorny & Wittekind Die Gesellschaft erhielt vor einigen Togen trotz erheblicher Konkurrenz in- und ausländischer Finnen einen größeren Auslandauftrag auf Spezial-Hochdruck-, kompressoren. Der Auftragseingang ist im allgemeinen gut, für das Inland zeigt er gegenüber dem Jahre 1927 eine Steigerung von nahezu 30 v. H., wozu in erster Linie der steigende Absatz der der Gesellschaft patentierten fahrbaren Motorkompressoren'für Straßenbau usw. beiträgt. Der Beschäftigungsgrad der Werkstätten ist zufriedenstellend; er halt sich hinsichtlich der Arbeiterstunden etwa auf i)jr Höhe des Vorjabres und übersteigt den des Dor- triegsjahrcs 1913. Der Auftragsbestand bietet für, einige Monate gute Beschäftigung, so daß auch für das zweite Geschäftshalbjahr eine günstige Entwicklung zu erwarten ist.
* Betriebseinschränkungen im Ruhrkohlenbergbau. Der ständige bergsachverständige Kommissar für Stillegungsangelegenheiten, Oberbergamtsdirektor Dr. Weise in Dortmund, teilt folgendes mit: Am 25., 27. und 2& Juni haben die Betriebseinschränkungen der Zechen „Linser Fritz" in Wanne-Eickel, „Vereinigte Hagenbeck" in Essen-West und „Graf Bismarck" in Gelsenkirchen stattgefunden. Bei allen drei Zechen wurde — zechenseibs — als Grund für die geplanten Maßnahmen Absah- mangel in Verbindung mit der großen Zahl der Feierschichten angegeben; bei der Zeche „Vereinigte Hagenbeck" spielen auch die hohen Kosten für Bergschäden eine Rolle. Bei „Linser Fritz" gelangen 1000 Bergarbeiter und 50 Angestellte zur Entlassung, doch besteht die Möglichkeit, diese
zum Teil auf Rachbarzechen wieder unterzubringen. Im Falle „Vereinigte Hagenbeck" gelangen 1447 Bergarbeiter, 65 technische und 17 kaufmännische Angestellte zur Entlassung, von denen rund 700 bis 750 auf Rachbarzechen unterkommen können. Die Betriebseinschränkungen auf der Zeche „Graf Bismarck" machen die Entlassung von 800 Belegschaftsmitgliedern einschließlich der Angestellten erforderlich.
^DiskontermäßignnginBelgien. Die Belgische Nationalbank hat den Diskontsatz von 4,5 auf 4 v. H. herabgesetzt.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 2. Juni. Tendenz: gefchäfts- los, aber freundlich. — Zu Beginn der neuen Woche konnte sich das Geschäft am Effektenmarkt nur sehr zögernd entwickeln, und die Umsätze blieben sehr klein, da die Unsicherheit über die weitere Gestaltung des Geldmarktes Zurückhaltung veranlaßte. Die Stimmung war jedoch im allgemeinen freundlich, und nach einigen Spezialwerten bestand seitens der Spekulation wieder regere Nachfrage. Von einer Beteiligung des privaten Publikums war jedoch nach wie vor wenig zu merken. Günstig ausgenommen wurde der optimistische Bericht der Commerz- und Privat-Bank. Außerdem verwies man auf die wieder erhöhte Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Vor allem aber regte der reibungslose Verlauf des Halbjahresultimos an, wenn auch der Geldmarkt weiter versteift blieb. Bei den ersten Notierungen ergaben sich gegenüber der Samstagabendbörse bei nicht einheitlicher Kursentwicklung überwiegend Besserungen von 1 bis 2,5 o. H. Lebhaft gefragt waren die Zellstoffwerte, von denen Aschaffenburger und Waldhof je 5 v. H. anziehen konnten. Am Bauunternehmungsmarkt waren Holzmann mit plus 4,5 v. H. stärker verlangt. Am Elektromarkt bestand für Licht & Kraft und Elektrische Lieferungen, die je 1,5 o. H. anzogen, Interesse. Angeboten und schwächer waren dagegen Chadeaktien mit minus 6 Mk. und Gesfürel mit minus 2 v. H. Siemens zogen leicht an. Für die oberschlesischen Kohlenwerte erhielt sich auf die Kohlenpreiserhöhung einige Nachfrage. Oberbedarf konnten erneut 2,5 v. H. anziehen. Gelsenkirchen blieben auf dem erhöhten Kursstand behauptet, während Rheinische Braunkohlen 2,75 v. H. nachgaben. Am Baiikenmarkt waren Berliner Handelsgesellschaft mit plus 3,5 v. H. weiter beachtet. J.-G.-Farben blieben stark vernachlässigt bei unverändertem Kurse. Deutsche Anleihen waren bei stillstem Geschäft behauptet. Ausländische Renten fast geschäftslos. Im Verlaufe kamen Umsätze kaum noch zustande. Waldhof gewannen jedoch erneut 1,5 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 8 v. H. unverändert stark gesucht. Am Devisenmarkt lag die Mark etwas schwächer. Reichsmark gegen Dollar 4,1358, gegen Pfund 20,415, London gegen Kabel 4,8765, Paris 124,18, Mailand 92,70, Madrid 29,83, Holland 12,0990.
Berliner Börse.
Berlin, 2. Juli. In Erwartung einer baldigen Erleichterung des Geldmarktes nach dem Halbjahresultimo war man schon heute vormittag allgemein frei ndlich gestimmt. Auch an der Börse konnte sich diese gute Tendenz erhalten, obwohl das Geschäft nur sehr klein und auch der Orderseingang bei den Banken nur unbedeutend größer war. Es find verschiedentlich Ansätze einer Beteiligung der Prioat- kundschaft zu bemerken, besonders glaubt man beobachten au können, daß auch Firmen, die bisher etwas Zurückhaltung zeigten, sich wieder am Geschäft beteiligen. Aus den letzthin veröffentlichten Berichten der Großbanken sprach ziemlicher Optimismus. Die Distontermäßigung in Belgien wirkte nach und die Auslassungen der führenden Kalileute und die neuen Chemiepläne in dieser Industrie brachten ebenfalls eine Anregung. Bei letzteren wies man darauf hin, daß die seinerzeitige starke Rationalisierung nunmehr den einzelnen Werken zugute kommt. Die Kursentwicklung war nicht ganz gleichmäßig. Im allgemeinen waren die Veränderungen gegenüber der Samstagbörse nur gering. Durch starke Abschwg- gungen fielen auf Chade-Aktien mit minus 6 Mark und Chemische Heyden mit minus 3,5 v. H. Dagegen konnten Werte wie Norddeutsche Ttzolle, Spritwerte, Aschaffenburger Zellstoff bis 10 v. H. gewinnen. Die heute in den Terminhandel eingeführten Papiere hatten lebhaftere Umsätze. Deutsche Anleihen freundlicher. Ausländer ruhig. Der Pfandbriefmarkt lag still. Der Geldmarkt war, trotz der ziemlich hohen Sätze, eher etwas leichter geworden. Tagesgeld 8 bis 10 v. H., Monatsgeld 8 bis 9 v. H. Warenwechsel etwa 7 v. H. und darüber. Auch im Verlaufe bleibt es bei freundlicher Tendenz sehr ruhig. In Norddeutsche Wolle und Berger geht es lebhafter zu. Bei letzteren sprach man von einer baldigen Termineinführung. Berliner Handelsgesellschaft, die zum ersten Kurse schon 3 v. H. höher lagen, konnten weitere 1,5 v. H. gewinnen. Im weiteren Verlaufe konnten sich die höchsten Schwankungskurse aber nicht behaupten, die Kursgestaltung wurde uneinheitlich, der Grundton ober blieb durchweg freundlich.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M.. 2. Juli. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte zum Wochenbeginn in unverändert stetiger, jedoch sehr ruhiger Haltung. Die Preise konnten sich im allgemeinen gut behaupten. Mais konnte geringfügig anziehen. währen die Futtermittel, so Weizenkieie, etwas verloren, und Roggenkleie 0.25 Mk. herabgesetzt wurde. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken bis zu 1 Prozent Auswuchs 26,50 bis 26,75; Roggen 28,50; Hafer, inländischer, 27,75 bis 28,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 24,25; Weizenmehl, süddeutsches Sve« ziat 0 36,50 bis 37. Roggenmehl 38 bis 39; Weizenkleie 13.50 bis 13.75; Roggenkleie 16.25; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 32 bis 60: Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 50 bis 95; Heu. süddeutsches, gut, gesund, trocken 9 bis 9,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 5.00; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 4,50; Treber, getrocknet 17,50 bis 17,75. Tendenz: stetig.
Frankfurter Lchlachtvichmarkt.
Frankfurt o. M., 2. Juli. Auftrieb: Rinder 1435 Stück, darunter Ochsen 291, Bullen 93, Kühe 650, Färsen 380; Kälber 506, Schafe 42, Schweine 4358. Rinder. Ochsen: vollsleischige, ousgemästete, höchsten Schlachtwerls, jüngere 6Ö bis 63 Mark, ältere 55 bis 59, sonstige vollfleischige 50 bis 54. Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts, 51 bis 55, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 48 bis 50, fleischige 46 bis 47. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 49 bis 53, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43 bis 48, fleischige 38 bis 42, gering genährte 28 bis 37. Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 61 bis 64, vollfleischige 57 bis 60, fleischige 51 bis 56. Kälbe r. Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 75, mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71, geringe Kälber 55 bis 64. Schweine. Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 68 bis 70, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 68 bis 72, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 71 bis 74, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 72 bis 75, von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 67 bis 70, Sauen 59 bis 62 Mark. — Di a r ktverlauf: Rinder bei mäßig-regem Geschäft nahezu ausverkauft. Schweine bei regem Handel geräumt. Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft.
Büchertisch.
— Franz Scriba: Heimat und Vaterland. Hochdeutsche und mundartliche Gedichte. Friedberg (C. Scriba) 1928. 63 Seiten. Preis 1 Mk. — Wetterauer Crdgeruch, Waldesdust aus Vogelsberg und Taunus, gläubige Treue zum vergewaltigten Vaterland weht uns aus Scribas markigen Liedern entgegen, ober- hessische Kraft und deutsche Innerlichkeit. ..Danke dem gütigen Herrgott für das schöne Land, das er Dir anvertraute! Verzweifle nicht! Sei stolz, dah Du ein Deutscher bist!" — das ist mit nüchternen Worten der Leitgedanke des finnigen V. H. C.-Sängers und »Wanderers. Viele seiner herzhaften, fein geschliffenen Dichtungen werden sich als Allgemeingut von Geschlecht zu Geschlecht weiter vererben, denn sie sind der unmittelbare Ausdruck wahrer Empsindung. Außerordentlich duftig und zart wirken die Schilderungen der Landschaft, die Wiedergabe der jeweiligen Stimmung in Wald und Feld, Verg und Tal, Dorf und Stadt. Sinn für die Natur, Liebe zum deutschen Volk, seiner Eigenart und Geschichte, und ein köstlicher Humor stempeln Scribas „Heimat und Vaterland" zu einem prächtigen Liederbuch, dessen weiteste Verbreitung gleichbedeutend wäre mit seelischer Erneuerung.
Prof. F. Dreher.
- C. Opitz, Derkehrstaschenatlas von Deutschland. (57 Karten mit Ortsverzeichnis 6.50 Mk., Verlag I. I. Arnd, Leipzig C 1.) — 57 schöne, siebenfarbige Landkarten im Taschenformat umfassen das Deutsche Reich mit allen Grenzgebieten, Oesterreich uni) die Tschechoslowakei. In dem 320 Seiten starken Ortsverzeichnis sind nicht weniger als 57 000 Ortsnamen enthalten; dadurch ist jeder Ort auf den Karten sofort aufzufinden. Dort kann man leicht feststellen, zu welcher Provinz er gehört, und ob er noch deutsch ist oder nicht. Aus den Vezeichnungen ist auch zu ersehen, ob ein Ort Bahnstation ist, ob er nur Personen- oder auch Güterverkehr hat. Das handliche Werk sagt uns auch, welche Bahnlinien Hauptbahnen mit oder ohne Schnellzugsverkehr sind, welche Schmalspurbahnen eingleisig oder doppelgleisig sind. Recht wertvoll ist die Kennzeichnung der Kraftfahrlinien, die zunehmende Bedeutung gewinnen.
Trotz der Fülle «fc Gebotenen sind die Karten klar und leicht lesbar. Der Laschenatlas scheint für Versand, Disposition, Propaganda, Zusammenstellungen von Reiserouten und Vertreterbezirken wie geschaffen. 90
— Jack London: Wolssblut. (Einzig berechtigte Liebersetzung aus dem Englischen von M. Laue. Volksverband der Bücherfreunde Wegweiser-Verlag. G. m. b. Sy, Berlin-Charlottenburg 2.) Jack London gibt hier die Geschichte eines Wolfshundes, ein Heldenleben voller Abenteuer, Entbehrungen, List und Treue, unglaublich spannend erzählt. Mit genialem Instinkt erfaßt der Autor die Seele des Tieres, als Sinnbild unverbildeter kraftvoller Natur. Llnbändiges Freiheitsbedürfnis, das die Fesseln der Kultur abstreisen will, vereinigt sich bei ihm mit der nervösen Höchstspannung des modernen Menschen. Mit packender Gewalt meistert er das flutende Leben. 279
Bayerische Kunstgeschichte. Bd. 1: Altbahern ,und Bayrisch-Schwaben. Von Prof. Dr. Hans K a r l i n g e r. Mit 92 Abbildungen. 238 Seiten. Groß 8°. Geh. 6 Mk., ©analemen 7,50 Ml. Knorr & Hirth G. m. b. H., Buch- und Kunstverlag, München. — Seit Joachim Sieghart um die Mitte des vorigen Jahrhunderts seine bayerische Kunstgeschichte schrieb, ist über dieses Gebiet keine zusammenfassende Arbeit mehr erschienen. Inzwischen ist die Kenntnis der bayerischen Kunst durch eine Fülle von Einselfvrschun- gen und durch genauere Kenntnis der Zusammenhänge bedeutend erweitert und vertieft worden. Diese von jedem Kunstfteunde schmerzlich empfundene Lücke in der deutschen Kunstgeschichte wird jetzt ausgesüllt durch die Bayerische Kunstgeschichte von Karlinger und Ritz. Der erste Band, Altbahern und Schwaben, von Hans Karlinger, Professor der Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule in Aachen, liegt jetzt vor. Der Verfasser ist als einer der besten Kenner der bayerischen Kunst betannt. Das Werk ist nicht als wissenschaftliches Handbuch ausschließlich für Fachgelehrte gedacht, sondern als allgemein verständliche Geschichte der bayerischen Kunst. Sie behandelt die Kunstentwicklung dieser Landschaft im Rahmen der großen deutschen Kunstgeschichte, von der Römerzeit bis zum Klassizismus und zeigt, welche Sonderwege auf Grund der Schicksale des bayerischen und schwäbischen Stammes sie gehen mußte. Das Buch enthält vielfach neue Ergebnisse, namentlich über die frühmittelalterliche, romanische Epoche, so daß es auch für den Fachmann von Wert ist. ilnter den zahlreichen Abbildungen sindet sich viel neues, noch wenig bekanntes Material. Auf die Ausstattung und die 92 Abbildungen wurde besondere Sorgfalt verwandt. 230
— Eugene Bagger: Franz Joseph. Groß-Oktav, 600 Seiten Text und 79 Bildtafeln. Geheftet 16 Mk., Leinen 20 Mk. (Amalthea-Ver- lag, Wien.) Das stolze Habsburger Reich — seit Mitte des 14. Jahrhunderts Träger der großen germanischen Kaiserreich-Idee — erstrebte zwei machtvolle Ideale: einerseits die Welt- Monarchie, welche die ganze Christenheit unter einem Zepter bereinigen sollte; anderseits die Verwirklichung des ewigen Sehnens des Rord- läuders nach dem lieblichen Süden, dem Traum des Heiligen Römischen Reiches. War auch das Heilige Römische Reich als Wirllichkeitssaktor kraft- und saftlos, als Fiktion behauptete es sich zäh und wirkungsvoll 1000 Jahre lang. 600 Jahre hiervon bedeutete das Heilige Römische Reich so viel wie Habsburg, und die letzten 68 Sabre seines Bestehens bedeutete Habsburg so viel wie Kaiser Franz Joseph. Er war der letzte der Cäsareiu Gleich einer Brücke wölbt sich sein Leben über das 19. Jahrhundert, das 18. mit dem 20. verbindend; denn im Jahre seiner Geburt wehte noch das weiße Banner der Bourbonen über Frankreich, und wenige Monate nach seinem Tode erschütterte die bolschewistische Revolution Rußland und die Welt. Auf diesem an weltbewegenden Kämpfen, Leistungen und Wandlungen gleich reichen Hintergrund zeichnet nun der Amerikaner Bagger nach jähre langen Studien lebensnah die Persönlichkeit des letzten Graud-Ceigneurs, um durch ungemein lebendige Schilderung des Charakters eines Menschen der zu einzig dastehender Macht erhoben worden war - die Unvermeidlichkeit der größten politischen Katastrophe der Reuzeit klarzulegen: den Zusammenbruch des alten Habsburger Reiches. Besonders viel Raum und Sympathie widmet der Autor den nächsten Angehörigen des Kaisers, den tief tragischen Gestalten Kaiser Maximilians von Mexiko, der Kaiserin Elisabeth und des Kronprinzen Rudolf. Ein prächtig illustriertes. glänzend geschriebenes Werk, das nicht nur Historiker, Kulturpolitiker und Psychologen, sondern die ganze Allgemeinheit interessiert 290
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angesührlen Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent.
Jrankfurt a. M
Berlin
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Datum
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Zellstoff Aschaffenbu
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Amerikanische Worte.....
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Dänische Noten . ......
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4,195
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Berlin, 30. iVuni
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Französische Uiorm.....
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Holländische Note« ......
168,16
168.84
22,055
22,135
^onvegische Noten......
111,68
112.12
Deuisch-Leslcrr, äiixi Äronen
58.48
59,22
Numänische Noten......
2,54
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Schlvedische Noten......
111.83
112,12
Schweizer Noten.......
80,51
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Spanische Noten.......
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68,99
Tschechoslowakische Noten . .
12,365
12.425
Ungarische Noten.....
72.77
71,07
DedfienmarU Derlm
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"28. Juni
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Ämtliche Noiienmg
Amtliche Notieruira
Geld
Briet
Geld
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Amsr.-Rott.
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168,82
168,56
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Buen.-2ireS
1,777
1.781
1.777
58.395
1,781
Brss.-Vlnkw
58,39
58,51
58.515
Edrisiiania
111,91
112,30
111,92
112,14
HoDenbaain
112,06
112,28
111,03
111.30
Stockdolm .
112,15
112.37
112,18
112,40
Helsingior?
10,517
10,538
10.52
10,64
Italien. . .
22,1)05
<2.045
21,985
22,025
London. . .
20 , 38 7
20,427
20,383
20,429
Neu vor! . .
1.18H5
4.1885
4,1820
4,191.»
Baris....
16.42
16,16
16,42
16.46
Schweiz ..
80,59
80,75
80,61
80.77
Spanien . -
68 89
69.01
68,96
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Japan . . •
1,943
1.947
1,944
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12,393
12,413
12,325
12,405
Belgrad .
7,360
7.374
7.36-5
7,379
Subapcft - - Bulgarien
72,85
73,99
72.87
73,01
3,019
3.025
1,019
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Lissabon .
18.83
18,87
18.83
18.87
DanUg. . . Qnnft’nnit.
81.52
81,68
81.52
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2,136
2,135
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tlflien. . .
5,405
5,415
5,425
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Lanado
4,169
4,174
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Lorro
20 91
20.95
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