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Im Ceee MEtil

Amerika ehrt die deutschen Ozeanflieger.

Bande vo etwa 300 R ändern zu -er­st reuen. die cu< der gegenwärtigen Lage Vor­teile zog und japanische Daren- und Wohn- häuser übetfalltn hatte. Die Räuber, die den nördlichen Trurven angehören, halten in der Rachöarscha-t Städte und Dörfer geplündert.

Ein Festabend des anierikanischenKlubsinBerlin

Berlin, 1. Mai. (WD.) Der American Club of Berlin veranstaltete im Kaiserhof ein Bankett zuEhren der b e u t s ch« n O z e a n - f l i e g e r als die erste öffentliche Veranstaltung dieser Art auf deutschem Boden. Unter den Gästen bemerkte man den amerikanischen Botschafter Shurman und Herren der amerikanUchen Bot­schaft. Staatssekretär Gutbrod, und Ministerial- dtrigent Brandenburg vom Derkehrsministe- rium. Ministerialdirektor de Haas vom Auswärti­gen Amt, Direktor v o n S t a u ß von der Deutschen Bank, Generaldirektor Geheimrat S t i m m i n g vom Norddeutschen Lloyd, Frau Reichsminister Stresemann, Vertreter der Lufthansa, des Aero-Clubs und der Iunkerswerke.

Der Präsndent des Clubs, Herr LincolnCyre. hielt die Begrüßungsansprache und verlas telegra­phische Grütze derBremen"-Flieger an die Ver­sammlung. Der amerikanische

Botschafter Shurman

hielt danach eine Ansprache, in der er erklärte, Hauptmann Kohl. Baron o. Hünefeld und ihr irischer Gefährte. Fitzmaurice, verdienen all die Anerkennung, die Ehren, die sie empfangen. Ihre Leistuna ist fast ein Wunder. Wir^ müssen un­serer Bewunderung auch für das Flugzeug Bremen" Ausdnick geben, das die drei Män­ner so sicher trua. und den Erbauer, Professor Junkers, in unsere Glückwünsche miteinbeziehen. Als ich dieBremen" im vergangenen Sommer in Dessau besichtigte, hätte ich nicht geglaubt, dah ihr eine so gewaltige Prüfung bevorsteh«. Daß sie diese so gut bestand, ist ein großer Triumph für Professor Junkers und seinen Stab.

Dann erinnerte Botschafter Shurman daran, welche Tragödie dadurch verhindert worden sei. daß Greenly Island rechtzeitig noch im Rebel unter dem Flugzeug sichtbar wurde, dessen Brennstoffvorräte in drohendem Maße zu schwin­den begannen. Die Gun st des Glücks habe den Fliegern beigestanden. Aber der Mensch sei nicht nur eine Kreatur der Verhältnisse. Diese Flieger hätten es verstanden, trotzdem sie auf einem Wege von Taufenden von Meilen die älngunst der Aaturgewalten gegen sich hatten, sich durchzusehen.

Der Botschafter stellte dann fest, daß Chamber- lins erfolgreicher Flug seinerzeit bereits einen tiefgehenden Einfluß auf die Förderung des Ver­stehens und der Freundschaft zwischen den beiden Völkern ausgeübt habe. Heute morgen nun sei der Text der deutschen Ant­wort auf Kelloggs P a k t v o r s ch l ä g e veröffentlicht worden, und er sehe darin ein glückliches Zusammentreffen, dah während Köhl als Freundschaftsbote nach Amerika fliege, die deutsche Regierung den amerikanischen Vorschlag annähme und sich bereit erkläre, die notwen­digen Verhandlungen für den Pakt zu beginnen. Auf den Dahnen der Lust und auf geistigen Pfaden kommen unsere beiden Völker einander immer näher, so schloß der Botschafter und trank dann auf das Wohl Deutschlands, seiner helden­haften Sieger, auf Professor Junkers und auf den weiteren Erfolg des deutschen Flugwesens.

Staatssekretär Gutbrod

überbrachte im Namen des Reichsverkehrsministers den Dank der deutschen Reichsregierung an den amerikanischen Club für diese erhebende Feier, die er der Tat derBremen" gewidmet habe, und fuhr dann fort: Die warmen Worte, welche Eure Exz. den Ozeanfliegern, der deutschen Luftfahrt und un­terem ganzen Volke gewidmet haben, haben freu­digen Widerhall in unseren Herzen gesunden. Und in der Tat: Der Ozeanflug von Köhl, Fitzmaurice und v. Hünefeld gibt berechtigten Anlaß zu der heutigen Feier. Diele tapfere und brave Menschen haben für diese Aufgabe ihr Leben gewagt, und viel Mißgeschick und viele beklagenswerte Opfer heldenhafter Persönlichkeiten liegen auf diesem Wege. Alle diese Opfer sind gleichsam ein Symbol dafür, daß das alte Europa hinstrebt zu einer engen Freundschaft mit feinen Söhnen, die jenseits des Ozeans ihre Heimat gefunden haben und dort in einem mächtigen und glücklichen Volke aufge­gangen sind. Noch ist das Problem eines ständigen Luftverkehrs zwischen Europa und Amerika nicht gelöst, aber die Stunde der Erfüllung dieser Auf­gabe wird kommen und die spätere Zeit wird die Erstlingstaten als Heldenfahrten ehren. Lassen Sie mich in dieser frohen Stunde die Hoffnung aus­sprechen, daß die jetzt gestreute Saat zu ihrer Zeit aufgehen und reiche Früchte bringen möge, und daß diese Zeit dann eine verständnisinnige Zu - fammenarbeit zwischen Deutschland und Amerika auf dem Gebiete des transozeani- schen Luftverkehrs zeitigen und zu einer dauernden Freundschaft zwischen unseren beiden Völkern zu ihrem Teile beitragen möge. Staatssekretär Gut- brod schloß feine Worte mit einem dreifachen Hoch auf den Präsidenten und das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika, die amerikanische Luftfahrt und ihre heldenhaften Pioniere.

Oer Jubel in Reuyork.

Zweieinhalb Millionen begrüßen die vzeanflicger.

Reuyork, 1. Mai. (WB.) Vor dem Besuch im Madison Square Garden, wo der Boxkampf Sharkch-Delaney stattfand, wohnten die Ozean- fltegcr in Begleitung des Bürgermeisters Wal­ker, der Konsuln Heuser und Klee und des irischen Handelsvertreters C r a w f o r d einer Re­vuevorstellung in den Greenwich Dillage Fol-

runb 1600 Stimmen erhielt. Die Leidtragenden sind also die Deutschnationalen, deren Landbündler und Bauern, dazu auch die auf dem äußersten rechten Flügel stehenden Wähler zu den Völkischen abgewandert sind. Der Handwerker- b u n d hat ebenfalls Verluste zu verzeichnen: er hat 500 Stimmen verloren, die bei anderen Parteien Unterschlupf gefunden oder aber infolge Stimment­haltung gänzlich ^ausgefallen sind. Als Gesamter­gebnis ist eine Schwächung des Bürger­tums festzustellen, die Sozialdemokraten mit ihren acht Sitzen werden den neuen Landtag beherrschen, während die bürgerlichen Parteien nur sieben Man­date zu erringen vermochten. Dieser kleine Vor­läufer der Reichstagswahlen zeigt jedenfalls wieder einmal, daß bei den Neuwahlen einmal keiner­lei Stimmenthaltung geübt werden darf und daß zum and ern ein geschloffenes Eintreten

lies bei. Als die Flieger erschienen, wurde d t« Vorstellung unterbrochen und di« An­wesenden brachen in tosenden Beifall aus. Bürgermeister Walker stellte di« Flieder vor. die alle drei an das Publikum englische An­sprachen richteten, in denen sie ihre Erleb- nisse bei dem Flug« der ..Bremen" schilderten und dankbar des großartigen Empfanges uurch die Renyorker Stadtverwaltung und Einwohner- schatt gedachten. Die Worgenblätter schätzen die Menge der Zuschauer bei dem gestrigen Triumph­zug auf 2 Millionen. Trotz vieler ge- wa-ltigen Menschenmenge haben sich nur drei leichte Llnglücks^äll« ereignet. Verhaftungen brauchten nicht vorgenommen zu werden. Ein Leitartikel der ..World" bezeichnet den Empfang der ..Bremen - Flieger als einen der glän­zendsten. den die Stabt Reuyork jemals ver­anstaltet hat. Durch den den Fliegern bereiteten Empfang habe die freudig erregte Menge den Beweis erbracht, daß nunmehr die Erin­nerung an den Krieg geschwu nden sei. Die Empfangsfeier sei ein Fest vieler Rassen gewesen, die sich an den Flaggen der verschiedenen Länder und an ihren Liedern und Ration ach ymnen in gleicher Weise erfreuten.

Ein Festbankett der Siadi Reuyork.

Reuyork, 2. Mai. (WTB. Funkspruch.) Das Bankett der Stadt Reuyork im HotelCommodore" brachte erneute große Kundgebungen für dieDremen"-Flieder und auch für den deutschen Botschafter, der von Bürger­meister Walker als «in nicht mehr unbekannter Gast oorgestellt wurde. Der Botschafter gab seiner Freude über die spontane Herzlichkeit der Rcuyorker Beoöl- kerung Ausdruck, di« sich beim gestrigen Umzug ge- zeigt hat und äußerte die Hoffnung, daß der Flug derBremen" ein bleibendes Band der Freundjc.,.ift zwisck>en Deutschland und den Vereinigten Staaten schaffen möge. Gouverneur Smith telegraphierte Grüße namens des Staates Reuyork. wobei er be- merkte, die Leistung derBremen"-Flieger sei ein Symbol für den internationalen guten Willen der Verständigung, die das einzige Mittel zur Lösung der Weltproblem« dorstelle. Dem Bankett wohnten .3500 Vertreter bundesstaatlicher Behörden und der Geschäftswelt bei, unter ihnen Adolf Ochs, der Herausgeber derReuyork Times", die Bankiers Otto Kahn und Felix Warburg, ferner Gene­ralmajor Hanson, der Kommandant des zweiten Armeekorps-Distrikts und die konsularischen Vertre­ter Deutschlands, Oesterreichs, Irlands und anderer Staaten. Das Bankett wurde mit der amerikani­schen, der deutschen und der irischen Nationalhymne eröffnet. Ein Scheinwerfer beleuchtete eine Kompo­sition aus der deutschen, der Neuyorker und der irischen Flagge, mit der amerikanischen Flagge als Hintergrund.

Oos Festprogramm für den Empfang in Washington.

Washington. 2.Mai. (WTB. Funkspruch.) Das Programm für den Empfang der .Bremen"» Flieger in Washington siebt nunmehr fest. Die Flieger werden heute früh mit der Dahn hier eintreffen, da die Benutzung des Flug­zeuges angesichts des für jede Minute des ein­tägigen Aufenthaltes festgelegten Programms Schwierigkeiten bringen könnte. Die Flieger fah­ren zunächst zum Hotel und werden um 10 Llyr auf dem Flugplatz Dollingsield ein- tresfen, wo kurz vorher der deutsche Bot­schafter und der irische Gesandte, mit Salutschüssen empfangen, angekommen sein wer­den. Die Flieger werden zunächst im Auto an den Tribünen der Regierungsmitglieder, des diplomatischen Korps und des Publikums dorbei- fahren. Dann werden sie von Staatssekre­tär Kellogg im Ramen der Regie­rung offiziell begrüßt. Die Rednertribüne ist mit der amerikanischen, der deutschen und der irischen Flagge geschmückt. Don einer Kavallerie» eskorie begleitet fahren die Flieger sodann zum Hotel zurück, wo ihnen unter den Klangen einer Militärlapelle ein Ehrensalut dargebracht wird.

21 ad) einem Empfang der Presse begeben sich die Flieger um 12 Uhr zum Weihen Haus. Dort wird der deutsche Botschafter sie dem Präsidenten Coolidge vor­stellen. der ihnen das Kreuz für hervor­ragende Flugleistung überreichen wird. Für 1 Uhr ist ein Frühstück beim Präsi­den t en vorgesehen. Am Rachmittag werden die Flieger, begleitet von Brigadegeneral Williams und großem militärischen Gefolge, einen Kranz am Grabe des unbekannten Soldaten auf dem Rationalfriedhof von Arlington nieder­legen. wo die Kommandantur von Washington eine Ehrenwache aufstellen wird. Sodann be­suchen die Flieger das Kapitol. Sie werden dem Vizepräsik^nten Dawes vorgestellt und von ihm im Senat eingeführt werden. Der Sprecher des Repräsentantenhauses M. Long- wvrth wird sie ebenfalls begrüßen. Anschließend daran findet für Köhl und v. Hünefeld ein Festbankett in der deutschen Bot­schaft und für Fitzmaurice ein Festbankett in der irischen Gesandtschaft statt. Dann erfolgt im Hotel .Mavflower" ein großer Empsann durch die Abteilungsleiter der Lustfahrt beim Kriegsamt. Marineamt und Handelsamt. Morgen früh wer­den die Flieger dann nach Reuyork zu­rückkehren, um. nach Fortsetzung der dortigen Feierlichkeiten, die Städte Ehikago St. Louis. Detroit, Ottawa, Boston und Philadelphia zu be­suchen.

für die großen Parteien jeder verlustbringenden Kräftezersplitterung Einhalt gebietet.

Oie chinesischen (Sühtruppen besehen Tsinansu.

Tschifu. 1. Mai. (WD.) Rach einer hier eingetroffenen Meldung ist Tsinansu, die Hauptstadt von Schantung. in die Hände der Südtruppen gefallen. Die telegra­phischen Verbindungen mit der Stadt sind unter­brochen. Wie der japanische Minister des Aeuße- ren bekanntgibt, haben die chinesischen Ratio­nalisten eingewilligt, daß die in Tsingtau ge­landeten japanischen Truppen sich un­gehindert nach Tsiananfu begeben. Die ja­panischen Truppen waren gezwungen, eine

Aus aller Well.

Wirbelsturm in Bulgarien.

Wi« aus Stara Zagora gemeldet wird, hat um vier Uhr nachmittags ein schwerer Wirbelsturm die Stadt und die Umgebung heirngejucht. Mehrere Gebäude wurden beschädigt. Der cturm, der von Hagelschlag begleitet war. ritz verschiedene Dächer ab und fegte eine Anzahl von Baracken hinweg. Die Höhe des Schadens ist noch nicht festgestellt, ebenso, ob der Sturm Verluste an Menschenleben gefordert hat. Ein Kämer wurde mitsamt seinem Wagen hoch, gehoben und weggeschleuderl. Er erlitt schwere Ver- wundungen. Der Wirbelsturm hat das nördliche Bulgarien von Rustuk bis Gorna Orechowitza <n nordsüdlicher Richtung bestreut und die telegraphi­schen Verbindungen mit Rumänien unterbrochen.

Line deutsche Wagner-Aussührung in London.

Das englische Sommergastspiel wurde durch die Aufführung der OperRheingVl-^ in der Conventgarden-Oper eröffnet. Bruno Walter dirigierte. Der deutsche Botschafter und mit ihm zahlreiche Persönlichkeiten der deutschen Kolonie waren erschienen, während die englische Gesellschaft U. a. durch mehrere Mitglieder des Königlichen Hauses vertreten war.

Eigenartiger Unfall eine» V-Zuges.

In der Rächt zum 1. Wai mußt« der D Zug Köln "Berlin unmittelbar vor dem (Berliner Dahnhof Heerstraße halten, da der Bolzen einer Kolbenstange an der Lokomotive gebrochen war. Di« Maschin« konnte infolge­dessen nicht sortbewegt. also nicht abgestellt und durch eine andere ersetzt werden, sondern sie mußt« erst an Ort und Stell« repariert werden. Das dauerte länger als zwei Stunden. Gin Teil der Reisenden hatte inzwischen vom Dahnhof Heerstraße aus den Weg mit Dorort- oder Straßenbahn fortgefe^t.

Acht Passagiere einer Jähre ertrunken.

In Uniontown (Pennsyloanien) stieß auf dem Monongahalasluß eine kleines Fahrboot, mit neun Personen an Bord, mit einem treibenden Baum- stamm zusammen und kenterte. Acht Pastagiere er­tranken.

Line üuhherde vom Schnellzuge ersaßt.

Bei Dornbach im Elsaß wurde eine Herde von 26 Kühen beim Ueberqueren des Bahndammes vom Schnellzug OstendeBasel ersaht. Der Hirt verlor dabei sein Leben. Neun Tiere wurden zermalmt, mehrere andere so schwer verletzt, daß sie getötet werden mußten.

Deutsche Kolonisten in Angola.

Eines der deutschen Hauptauswanderungsgebiete ist gegenwärtig das portugiesische, in Afrika gelegene Kolonialgebiet Angola. Nach den Feststellungen der Reichs st eile für das Auswanderungs­wesen ist besonders in den letzten beiden Jahren ein größerer Aufschwung in der Bevorzugung deutscher Ansiedler und Farmer zu ver- jpüren. Die Zahl der im vergangenen Jahr nach Angola ausgewanderten Deutschen beläuft sich auf ungefähr 150, was einmal durch die Tatsache be­gründet ist, daß die portugiesischen Behörden den deutschen Ansiedlern eineReihewesentlicher Vergünstigungen gewährleisten, weil sich da« Land aber auch auf der anderen Seite infolge seiner günstigen klimatischen Verhältnisse und Bodenbeschaffenheit für Ansiedler in hervor- ragendem Maße eignet.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das Hochdruckgebiet über Skandi"? T, t rtwas weiter über Rordwest- und Mittcieurc -i an -Ausdehnung gewonnen und seine Wmd'trö- mung greift südwärts weiter vor. Da aber über Frankreich eine neue Tiefdruckstörung lagert, so dürste dessen Störungswelle auch unser Gebiet noch etwas beeinflussen und eS zeitweise zu Be- wöllung kommen lassen. Die Temperaturen be­halten ihre gegenwärtigen Werte bei.

Wettervoraussage für Donners­tag: Teils wolkig, teils aufheiternd, Tempe­raturen wenig verändert, meist trocken.

Wi t t e ru n g S a u S s i ch t e n für Frei­tag: Keine wesentliche Aenderung.

Lufttemperaturen am l Mai: mittags 15,5 Grad Celsius, abends 14,8 Grad Celsius, am 2. Mai. mor­gens 15,5 Grad Celsius. Maximum 17,2 Grad Cel­sius: Minimum 12,5 Grad Celsius. Erdtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 1. Mai: abends 14,9 Grad Celsius: am 2. Mai: morgens 13,7 Grad Cel­sius. Niederschlag 2,4 Millimeter.

internationale kirchlich« GinigungSbewegung sei für die nächste Zukunft jede Mitarbeit des Katholizismus' an den Stockholmer und Lausanner Weltkirchenzusammenkünften ausge­schlossen. Dagegen sollen jedoch trotz vieler päpstlichen Angriffe jene katholischen Kreise, die zur Mitarbeit bereit seien, von solcher Mitarbeit auch in Zukunft nicht aus­geschlossen werden

Aegyptens Antwort.

Tas Bersammlungsgesetz bis zum Verbot vertagt

Kairo, 1.Mai. (WIB.) Reuter. Die ägyptische Antwort aus die britische Rote ist heute abend 10 Uhr dem britischen Oberkommissar überreicht worden. 3n der Rote wird zum Ausdruck gebracht, daß Aegypten der Aufrechterhaltung guten Einver­nehmens mit England halber alle» mit feiner Ver­fassung vereinbare getan habe, die britischen wünsche zu erfüllen, indem es die Beratung des Versammlungsgesetzes" bi» zur n ä ch st e n Parlamentssession vertagte. Die ägyp­tische Antwortnote bringt jedoch weiter zum Aus­druck, daß die ägyptische Regierung sich außer­stande sehe, Großbritannien oder irgendeiner an­deren Macht da» Recht einzuräumen, in die Ge­setzgebung de» ägyptischen Parla­ment» einzugreifen.

England nicht befriedigt?

London, 2. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der Staatssekretär des Innern Ioynson Hicks sagte in einer Rede, die er gestern abend in London hielt, Aegypten ist seit der Pharaonenzeit von anderen Nation en b eherrscht wor­den. Die ägyptische Regierung hat mit England ein gefährliches Spiel getrieben. Sie hat es absichtlich darauf ankommen lassen, wieweit sie gehen fönne, um die Geduld Englands auf die Probe zu stellen. Man möge sich ganz Nar dar­über fein, daß, wenn die englische Regierung ein Ultimatum an die Regierung irgendeines an­deren Volkes in der Welt richtet, daß England weiß, was es will, und daß das Land hinter der Regierung steht. Auch der Staatssekretär Indiens, Lord Birkenhead, beschäftigte sich mit dem englisch-ägyptischen Streit­fälle und erklärte, es sei nutzlos, wenn Aegypten das Versammlungsgesetz lediglich bis zum Rooem- ber vertage. Ein Land mit der Verantwortung eines Weltreiches, mit Verpflichtungen anderen Ländern gegenüber, ein Land unter dem Zwange der vitalen Notwendigkeit, in seinem eigenen Reiche seine Verbindungen aufrecht zu erhalten, könne solchem Gesetze niemals zustimmen. Er fei überzeugt, daß auch keine andere britische Re­gierung dieses Gesetz jemals billigen würde Birkenheads Berliner Besuch

Reichsminister Stresemann gegen irreführende Pressekommentare.

Köln, 1.Mai. (TU.) Anläßlich der Anwesenheit des Neichsministers des Aeußcrn, Dr. Strese­mann, in Köln hatte ein Vertreter derKöln. Ztg." Gelegenheit, den Minister auf die Kommen­tare hinzuweisen, die an den Aufenthalt und die Besprechung Lord Birkenheads in Berlin ge­knüpft worden sind. Der Reichsminister erklärte, daß er gern bereit (ei, sich zu diesen Kommentaren zu äußern. Er führte folgendes aus: Ich habe Ge­legenheit gehabt, Lord Birkenhead während seines -Aufenthaltes in der Reichshauptstadt zweimal zu sehen und einmal mit ihm sehr ausführlich \ über die Beziehungen zwischen Eng- " land und Deutschland zu sprechen. In dieser Besprechung ist der von einer gewissen Presse dem englischen Minister zugeschriebene Versuch, ein englisch französisch - deutsches 21 b t o m m e n mit einer Spitze gegen Räterußland zu begründen, in keiner Weise gemacht ober auch nur gestreift worden. Mir ist auch nicht das geringste davon bekannt, daß dieser Versuch irgendeiner anderen verantwortlichen Stelle gegenüber gemacht worden sei. Die hieran geknüpften Kombinationen einzelner Blätter sind deshalb In keiner Weise bearünbet. Wenn behauptet wird, daß die Besprechungen den Sinn gehabt hätten, durch eine Zustimmung zu solchen Ideen die Stellung Sir Stuften Chamberlains im englischen Kabinett zu untergraben, so kann das nach dem Vorhergesagten um so mehr in das Reich der Fabel verwiegen werden. Wie Lord Birkenhead persönlich zu diesen Fragen eingestellt ist und ob er dieser seiner privaten Einstellung in Prioatge- sprächen Ausdruck gegeben hat, muß ihm im übri­gen selbstverständlich freistehen. Ich kann nur mit Dank feststeilen, in welch herzlicher Weife der englische Minister in seinen beiden Tischreden und in seinen Unterhaltungen dem Wunsche Aus­druck gegeben hat, zu einer Zusammenarbeit zwischen England und Deutschland zu kommen. Der Besuch Lord Birkenheads und seiner Freunde in der Reichshauptstadt ist nicht nur ohne jeden Mitzklang verlaufen, sondern hat, wie ich glaube, zur Anbahnung vieler persönlicher Beziehungen geführt, die dem Verhältnis und der Politik beider Länder nützlich sein können. Um so mehr bebaure ich, daß ber Besuch nachträglich biefen unbegrünbeten Kommentaren ausgesetzt war.

Oie Landtagswahl in Schaumburg-Lippe.

Eigene Drahtmeldung besGießener Anzeigers".

Berlin, 1. Mai. Schaumburg-Lippe hat sich am vergangenen Sonntag einen neuen Landtag ge wählt. Wenn es auch nicht möglich ist, bas Wahl- ergebnis bieses kleinen, nur 48 000 Einwohner zäh- lenben Ländchens zur Basis von Voraus­sagen für die bevorstehenden Reichstagswahlen Zi> machen, so weist es doch mancherlei Merkmale auf, die auch am 20. Mai in die Erscheinung treten ro.'rbcn, falls nicht im letzten Augenblick die Wähler- massen zur Einsicht kommen und sich lediglich um die großen Parteien scharen sollten. Gut abge­schlossen haben in Schaumburg Lippe lediglich die Sozialdemokraten, die ihren 7 Mandat?n noch ein achtes hinzuzufügen vermochten. Deutsche Volkspartei und D e u t s ch na­tionale, die bei der vorigen Wahl für eine ge­rn c i n f a m e Liste eintraten, haben je 4100 Stim­men hinter sich gebracht, so baß insgesamt c i n 23 e r I u ft von r u n b 1000 Stimmen zu ver- Zeichen ist. Des Rätsels Losung liegt beim Dölki- schen Block, ber 1925 rund 600, diesmal aber