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Oie polnisch-litauische Konferenz.

Litauens Wünsche.

Berlin. 1. April. (Priv.-Tel.) Die ..Dofs. Zeitung" veröffentlicht Erklärungen, die ihrem Vertreter in Königsberg vom litauischen Mi- nisterpräsidenten Woldernaros gegeben wur­den. WoldernaraS führte u. a. aus, es habe sich bei einer Besprechung mit Zaleski ergeben, daß die polnischen Vollmachten sich nur auf einen geringen Teil der Genfer Entschließung erstreckten, nämlich lediglich auf dieHerstellung von den Frieden erhaltenden Beziehungen". Eine solch« Einengung des Verhandlungsstoffes haße nach litauischer Lieberzeugung wenig Wert. 3m engen Zusammenhang mit diesen Fragen stände doch die Klärung der von Litauen aus den Schäden des Zeligvwski- Handstreiches h^rgeleiteten Ersatzansprüche und die Sicherheitsfrage, die durch die gegen Litauen tätigen Emigrantengruppen aufge­worfen werde. Dies berühre eng das Wilna- Problem, über das nach dem Völkerbunds- beschluh nicht gesprochen werden solle. Unerträg­lich wäre es für Litauen, Briefe nach Wilna, ter alten litauischen Hauptstadt, mit Auslandporto zu frankieren. Auch könne kein Litauer ins Wilncmebiet mit polnischem Visum fahren. Außer­dem bestünde zwischen beiten Staaten keine Grenz«, sondern nur eineDemarkations- l i n i e. Es würde daher Schwierigkeiten haben, eine Zollgrenze zu schaffen.

Von ter polnischen Delegation wurde Oem Vertreter terVoss. Ztg." erklärt, sie sei grund­sätzlich bereit, jeden von litauischer Seite im Rahmen der Dölkerbunbsentfchließung vorge­brachten Vorschlag zu diskutieren. Auch einer Er­örterung der Frage des Schadenersatzes aus den litauisch-polnischen Kämpfen werte sie sich nicht entziehen, zumal auch Polen eine Liste von Schäden voi^ulegen habe, die ihm damals von litauischer Seite zugefügt Worten seien Ebenso könne man auch auf die Frage der Sicher­heit der litauischen Grenzen in den Verhand lungen eingehen. Diele Sicherheit erscheine zwar ter polnischen Regierung schon durch das Völker- bundsrecht gewährleistet, wenn aber Li­tauen darüber hinaus noch eine besondere rechtliche Sicherung anrege, so werde dies von polnischer Seite nicht abgelehnt werden. Auch die litauischen Wünsche nach Ordnung der Paß- gebühren und des Portowesens für den Wilna­verkehr seien im Rahmen eines Postabkommens und einer Paßkonvention erfüllbar.

Ein Interview mit Zaleski.

Polen toiH im Falle des Lchciterns der Konferenz den Völkerbund anrnfen.

Der Führer ter polnischen Delegation. Außen­minister Z a l e f k i. gewährte dem Vertreter ter Tekrmion eine längere Unterredung, in der er di« augenblickliche Situation dahin schilderte, daß die pmnische Delegation Len litmrttchsn Unter* Händlern genau ausgearbeitete Konven­tionen über die Aufnahme des Grenzderkehrs, de« Post* und Telegraphenverkehrs und des Eisenbahnverkehrs zwischen beiden Landern über­reicht hab«. Die Entwürfe seien so weit vor* gearbeitek. daß rate noch die Unterzeichnung zu vollziehen fei. Bezügkich der Wiederaufnahme teS Transitverkehrs aufdemMemel* fkutz habe die litauische Delegation erwidert, daß Stauen soeben auf dem Verordnungswegs eine ^Regelung dieser Frage im Einklang mit den internationalen Verträgen geschaffen habe. Die yvlnffche Delegation habe darauf um Einsicht- nahnze in diese Verordnungen ersucht und werde sich morgen mit ter Prüfung dieser litauischen Verordnungen m ter Schiffahrtsfrage befassen. Im übrigen hätten die Litauer bisher nur Vor­schläge bezüglich öeS Schadenersatzes für das Zeligowski-Unternehmen eingereicht, deren Hohe sich auf 10 Millionen Dollar belaufe.

Die Vorschläge über die Staatssicherheit und auch cifLE Antwort auf die polnischen Konvrn- tionSentwürfe ständen noch aus. Polen werte die Schatenersahansprüctze eingehend prüfen und 'einerseits Gegenansprüche für dis durch litauische Bantenüberfälle auf polnisches Gebiet im polnisch-russischen Kriege von 1920 entstan* Menen Schäden stellen. Er halte eine Erörterung dieser Frage für durchaus möglich, ohne daß dabei Die rein territoriale Wilnafrage erwähnt werte. Auch Ministerpräsident Wolde-- maras habe erklärt, daß er die territoriale Frag- dabei ouszuschalten bereit sei. Leiter lasse die Haltung ter litauischen Delegation fernen Schluß über den Ausgang ter Konferenz zu. Auf Die Frage, was er zu tun gedenke, falls die Litauer die polnischen Vorschläge ablehnen sollten ober ihrerseits unannehmbar e Vor­schläge machen sollten, erklärte Außenminister oaleffi, daß er dann Wvltemaras auffordern werde, sich gemeinsam mit ihm an den Völ­kerbund zu wenden und die Vermittlung des Referenten zu dem Wilnakonslitt. des holländi­schen Außenministers, enuurufen. Sollte Wolte­rn a ras dies abkshnen, so würde er, Zaleski, diesen Schritt allein von sich aus unternehm im.

Geringe Hoffnungen.

Keine Einigung

über die Berhandlungsgegcnftän-c.

Kenigsberg, 2. April. (TU.f Im Laufe tes Sonntags haben keine Verhandlungen zwischen den Delegationen stattgefunden. Die nächste gemein­same Sitzung, die öffentlich sein wird, sinder Mon lag um 11 llhr vormittags statt und dürfte wohl ''ine Klärung der Loge ergeben. Die allgemeine Stimmung ist recht gedrückt. Es bat den An- ichein, als ob man in Kreisen ter litauischen Delr- iiation mit einem baldigen Abbruch ter Der- tzimdlungen rechnet. Die litauische Delegation har bis beute noch leine Antwort auf die polnischen Konventionsewtwürfe erteilt und auch ihrerseits mir einen Gegenvorschlag, über die Zesigvwfki-Entschädi- gung eingereicht, während die Vorschläge über die Staatssicherheit noch ausstehen. In Pressekreisen sicht man bte Lage als hofsnungslo s ar, da bte Parteien sich überhaupt nicht zu gemeirsismen Perbairdlurrgen sinter und sich nicht darüber klar wersen könnet- worüber verhandelt werten soll, 'bisher Hot im wesentlichen nur ein Austausch von Schriftstücken stattgefunden. Man ist der Ansicht, daß die Konferenz ungenügend vorberei t e t war. Die Prüfung ter im wesentlicher rechni- eben Vorschläge über Verletzrssiagen. um die es iich in erster Linie dreht, hätte erfolgen fönuen. ehe die Delegation sich überhaupt an den ^erbanbiun,:. . lisch fetzte. Auch die Verhandlimgspiml'te hätten be­

reits vor der Konferenz eindeutig feftgefegt wer den können. Der Königsberger Konferenz wird man daher im wesentlichen mir einen vorbereiten­den Charakter bermessen können.

England und Aegypten.

Eine Erklärung des ägyptische« Premierministers

London, 2. April. (WTD. Funlspruch.) Dem Vertreter des »Daily Expreß" erklärte ter ägyp- tifche Premierminister Nahas Pascha: Aegyp­ten fei niemals ein Teil des britischen Reiches gewesen, wünsche aber, mit Großbritan­nien auf ter Grundlage freundschaftlicher Bezie­hungen zu leben. Die britischen Interessen seien keineswegs unvereinbar mit der voll­kommenen Unabhängigkeit Aegyptens. Das ägyptische Heer werte stark genug sein, um den Suezkanal zu verteidigen, und England selbst, als Verbündeter Aegyptens, werte in Der Lage sein. Aegypten bei dieser Verteidi­gung zu unterstützen, wenn sich die Notwendigkeit dazu ergäbe. Britische politische Beobachter in Kairo erflaren, daß Nahas Pascha durch die Fassung seiner Note an Sie britische Regierung politischen Selbstmord begangen habe. In einem Leitartikel schreibtDaily Erpreß": Wenn die ägyptische Regierung vollkommen un-

Paris, 1. April. (WTB.) In einer heute in Carcassonne in Südsrankreich gehaltenen Rete unterstrich Poincare die Bedeutung seiner bis­herigen Verdienste um die finanzielle Sanierung, die durch ein Ministerium ter nationalen Eini­gung ermöglicht worden feien. Was noch zu tim bleibe, fei ebenso schwierig wie das bereits Ge­schehene. Was man erzielen müsse, sei die Rück­kehr zu einer gesunden Währung. Deshalb müsse vermieden werden, daß man wieder in die parlamentarischen Krisen verfalle. Alles müsse dieser Finanzsanierung untergeord­net werten. Poincare sprach alsdann von ter Notwendigkeit steuerlicher Ausgleichsreform so­wie von den wirtschaftlichen Reformen. Die deutschen Sachlicferungen würden die Durchführung eines rationellen Programms er­möglichen. Auch die Landwirtschaft und der Weinbau müßten Reformen unterworfen werten.

Nach scharfen Ausführungen gegen den Kom­munismus, dessen Bekämpfung er für not­wendig erklärte, kam Poincare auf den äuße­ren Frieden zu sprechen, von dem er sagte: Wir haben unglücklicherweise hierüb?': nicht allein zu bestimmen, sonst würde er für immer sicher gestellt fein. Aber wir wollen unsererseits tun. was von uns abhängt, nm Siefen sicher* zustellen. Man wird imS niemals eine Handlung, eine Geste ober ein Wort verwerfen kennen, die ungenügend pazisistifch sind. Wenn man uns irgenSwelcher Hintergedanken bezichtigt, so ist das verlemnterifch oder töricht. 'Als totr mit

Paris, 31. Mürz. (WTB.'» Die Note, die Außen­minister Brisnd gestern durch den französischen Bot­schafter in Washington im Staatsdepartement über­reichen ließ, ist heute nachmittag veröffentiichl mor­den. Die französische Regierung stellt mit Befriedi­gung fest, baß die amerikanische 'Regierung di e Teilnahme oller Regierungen der Welt an dem Vertrage zulaffe. Wenn man ans dem Vertrage ein Instrument tes Fortschrittes und des Friedens, nicht aber ein Instrument ter Unter­drückung machen wolle, fei es klar, daß, wenn einer der nnterzeichnenben Staaten feine Versprechen nicht erfülle, die anderen Unterzeichner gegenüber einem versagenden Staat ihrer eigenen Verpflich­tungen lebig erklärt werden würben. Außerdem entnehme man aus ter amerikanischen Roke vom 1. Mär; die Versicherung, baß der Verzicht auf den Krieg nicht für die Unterzeichner des neuen Ver­trages bas Rechtz urlegitim en Verteidi­gung a u ch l i e ß e. Wenn über diese drei fun­damentalen Punkte die Vereinigten Staaten gleicher Ansicht seien, und wenn er wohlverstanden sei, baß die Verpflichtungen bes neuen Vertrages in nichts die Verpflichtungen mternatümcler Verträge, wie tes Statuts des Völkerbundes, bes Abkommens von Locarno und der Garantie- und Neutralrtäksoer- iräge ersetzen wolle, noch ihnen Abbruch tue, bann hätten sich die Meilnmgsverschiedenheiten, die im Laufe 6er früheren Derhandlungsphasen sich er­geben batten, viel mehr nuf Worte als auf die Sache selbst bezogen.

Die 'ranzöl'iiche Regierung erklärt sich ferner da­mit einverstanden, daß die amerikanifche Regierung den Regierungen von Deutschland, Großbritannien, Italien und Japan, die bis jetzt ansgetauichte Korre- fpontenz übermittelt und die'e Regierungen zur Zustimmung zu einem mehrseiti­gen Pakt ausfordert, vorausgesetzt. Sah die unterzeichnenden Mächte feierlich erklären, daß sie den Krieg als Instrument ter nationalen Poli­tik, b. b. als Aktionsmitbrl ihrer persönlichen, spon­tanen und miabhänchgen Politik verurteilen. Sie verpflichten sich ferner, gegeneiminter fernen Angriffskrieg und keinen Einfall Ki unternehmen und nur durch friedliches Mittel Äe Regelung aller Meinungsoerfchietercheiten unb Kon flirte, welcher Natur und »reichen Ursprungs sie auch fein mögen, die Zwilchen ihnen entstehen könn­ten, zu suchen. Es muß jedoch als jetbstverständsich angesehen werten, daß diese Verpflichtungen für tee Unterzeichnenden nur dann bindend sind, wenn fic non allen Staaten übernommen werten, d. h. wenn der Vertrag auch allen Staaten zum Beitritt offenstes.. Sobafb eine ter kontrahieren den Machtgegen den Vertrag verstößt, würden die an­deren tonfrabierenten Mächte cnimmasisch gegenüber bieicin »taste von den im Vertrage enthaltenen , Derpsiichningen entbunten.

Die Aufnahme in Amerika.

Wajhi n g ton, 1. 'Jlprtf. (WB.) Die amtikchen Streik enthalten sich jeden Kontmentars zur Briand- Note. Dir Blätter geben der Hoffnung Ausdruck, daß i sich eine Formel für einen Antitriegsvertrag finten I loffen mcfhc, die nicht nur Frankreich, sondern alle

abhängig bas Recht, den Huezkanal mit ihren eigenen Truvpen zu verteidigen und eine unbe­dingte Gleichberechtigung mit Großbritannien als ein Alliierter außerhalb des britische« Reiches fordert, so ist es klar, daß die Zeit fürwei- tere Unentschlossenheit vorbe i ist. Dies ist eine Herausforderung, die im» zweideutig beantwortet werten muß. Die Zeit ist jetzt gefomme«. um Aegypten und die Welt wieder wissen zu lassen, daß Englands Sonder- i n t e r e s s e n und Sontervcranlwortlichkeiten in Aegypten von keiner britischen Regie­rung aufgegeben werten können.

Die Lage in der Wolgarepublik.

Kowno, 1. April. (XU.) Wie aus Mos.au gemeldet wirb, erstattete auf der Tagung des Zentralvollzugskomitees der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare in der Wolgarepublik einen Bericht über die politische und wirtschaft­liche Entwicklung ter Wolgarepublik in ten letzten zehn Jahren. Seit ter Mißernte im Jahre 1921 habe sich die wirtschaftliche Lage bedeutend ge­bessert. Die Zahl der armen Wirtschaften sei erheblich zurückgegangen. 88 Prozent ter Saatfläche würden jetzt durch Traktoren bearbei­tet. Auch in kultureller Hinsicht sei viel geleistet Worten. Zahlreiche deutsche Schulen seien in den letzten Jahren entstanden. Die Wolxwrepublik fei hinsichtlich der Zahl ter Schreib- und Lesrtundigen unter Der männlichen Bevölkerung an Die erste Stelle in ter SotDfetunion gerückt.

allen Westmächten in ten letzten Lagen den Sowjetantrag ablehnten, geschah eS nicht, weil wir gegen irgendjemand Angriffs­mittel haben wollten, sondern weil wir nicht ein Verfechten eingehen konnten, das die zahl­reichen geschwächten Völker den stärkeren ausliefern würde. Frankreich hat keine Gelegenheit vorübergchen lassen, ttm seine friedlichen Absichten kimdzuttm. und jeden Tag bemüht es sich, Konflikten im Völkerbund vorzubeugen.

Poincare streifte bann bas Kriegs schul- denproblem und sichr fort: Es ist auch möglich, daß aus Anlaß einer temnächstigen Dawescnmuität man prüfen mutz, wann die Eisenbahn- und Industrieobliga­tionen. die Der Dawesplan Vorsicht, plaziert werden können. Dieses Finanzproblem wird wahr­scheinlich noch andere gleicher Art zur Folge haben. Es wäre dersrüht. sich nach dieser Rich­tung hin auf Voraussagungen einzulassen. Es muß gesagt werden, daß vorbehaltlich der fran- zösiscten Sicherheit und tes Rechtes Frankreichs auf Reparationen, mir. wenn die Stunde ge­kommen ist, Kombinationen a n n e h m e n werden, Die durch die Unterbringung ter Obli­gationen eS ten früheren Alliierten und Deutsch­land und Frankreich selbst gestatten werten, so rasch als möglich ihre Schulden zu b e g l e i ch en. Keine Nation hat mehr als Frank- reich das Gefühl für die wirtschaftliche Solidarität, Die affe Völker ter Wett miteinander verbintet.

doch, daß die Vereinigten Staaten wohl nicht in der Lage fern würden, alle von Frankreich oor- gefchlagenen Bedingungen anzunehmen. Einige Schwierigkeiten Dürften beispielsweise im Zusammen Hang mit Briante Vorbehalt hinsichtlich gerecht­fertigter Verteidigungskriege entstehen. Staatssekretär Kellogg bemerkte, er erinnere sich nicht, daß jemals festgestellt worden wäre, wer der Angreifer im Weltkriege mar.

Schiedsspruch im Bankgewerbe.

Berlin, 31. März. l'WTB.) Wie uns ter Deutsche Bantbeamtenverein mitteilt, ist heute am zweiten Verhandlungstag vvm Schlichter, Regierungsrat Dr. Br ahn ein Schiedsspruch gefällt worden, welcher den Reichstarif­vertrag bis zum 31. März 193 0 ver­längert. Die Geholtsregelung. die eine Er­höhung von 8 Prozent vorsieht, soll bis zum 31. März 1929 dauern. Die äleberstun - denbezahlung beginnt nach ter 48. Wochen­stunde, und zwar unter Zusammenfassung zweier Wochen, für die ersten Drei lleberftunten'«». dann Y'ioo tes Monatseinkommens. Die Orts- fonderzufchlage werten in ter jetzt beim Reiche geltenden Höhe weitergeführt, die zu­lässigen Lehrlinaszahlen werten herabgesetzt, die ^Irlaubszeiten bleibe« unverändert. Der Schieds­spruch wurde sür jede ter vier am Reichstarif beteiligten Arbeitnehmerverbaute einzeln gefällt: sowohl die Vertreter ter Bankleitriuoen gls auch die ter Angestellten lehnten ihn ab. Die Er - klärungssrist für die Organisationen selbst wurde auf Den 16. April festgesetzt.

Gegen die parieipolitische Besehunq von Beamtenstellen in Hessen.

Mainz, 31. März. Die Arbeitaeöer- vereinigung von Mainz. Wiesbaten und Umgebung hat in Gemeinschaft m:t dem Mittel- rheinischen Fa'orikantenverein eine Entschließung an die Parteien tes hessischen Landtags gerichtet, in ter sie Protest erhebt gegen die Besetzung höherer Be­amtenstellen nach Grundsätzen der Parteipolitil. ES fei zu fordern, daß die Beamtenstelleu nach Vorbildung und Be­rus ohne Rücksicht auf Parteizuge­hörigkeit befstzt werden. Zur Lohnpolitik wurde bemerkt, daß die immer häufiger wer­tenden Lohnbewegungen stärksten Be­fürchtungen für die deutsche Wirtschaft Anlaß geben. Besonders wenden sich beide Verbände gegen die Lohnforderungen bei Reichsbahn und Reichspoft, weil hierdurch zu befürchten ist, daß neue Tariferhöhungen eintreten. Derer. Folge zweifellos eine neue Teuerungswelle und Steigerung der Produktionskosten ist.

Eine neue Gonntagsrede poincares

Die stWöstsch-amenkamschen pakivechandiungen

Sine neue Ttofe Briands fordert das ^echt zum BerieidigungSkrieg.

Regierungen befriedige. Die Blatter bemerkten je

Aus aller Welt.

schwere Explosionsgefahr für Wilhelmshaven.

3u der Kaiserftratze in IVilhelmshaven be­merkten die Anwohner, wie plötzlich aus der fiana- iifatien große Rauchwolke« aufftiegen. Da sich zwei Arbeiter in ten Röhrenleitungen befanden, so eilte man herbei, sie zu reffen. 3n dem Augen­blick, als man eine Leine zu ihnen herablafsen wollte, ereignete sich eine ftarke 6$plo|ian, und es erschollen verzweifelte Hilferufe Es skellie sich heraus, das Benzol oder Benzin in die Kanalisation etngebrungen war. das nun in Hellen Jlamtnen stand. Die anliegenden Häuser gerieten in grötzie Gefahr, da alle Augen­blicke weilere Explosionen stattfanSen. Rur dem schnellen Eingreifen der Marinewertt'JeuerwLhr war es zu verdanken, daß das Sladlvierlel gerettet wurde. Ungefähr 50 000 Liker Jcucr- löschschaum wurden unter starkem Druck in die Ka- nnlisation gepumpt, und so gelang es innerhalb einer Viectelslunde, das Jeuer, das sich auf uahe - 5 u zwei Kilometer ausgedehnt hatte, zu löschen. Die beiden unglücklichen kanalisationv­arbeiter konnten nicht mehr gerettet werden.

Erweiterungsbauie n

ter Heidelberger Aniversitälsklinilen.

Der Dürgerausschuß bewilligte- in seiner letzten Sitzung zur Erweiterung ter neuen medi­zinischen Klmrren um ehren Absonderungsbau einen Beitrag in Höhe von 1 70000 Wk. Oberbürgermeister Dr. Walz betonte hierbei die Berei twilligkert Der Stadt, für Die kommenden Erneuerungsbauten ter Üniversität nach Möglichkeit Mittel beizustenera. Mehr als eine Million könne allerdings Heitel- gerg sich nicht leisten.

Der deutsche Transozeanflug.

Dublin, 1. April. <WTD. Fiinkspruch.) Obwohl die Wetterberichte günstiger lauten, find die Aus stchten für einen Start der deutschen Flieger now nicht hinreichend. Die Flieger find jedoch des War tens müde und wollen am Dienstag, wenn die Ibrr stände es einigermaßen zuloffen, starten.

General Robile beim Papst.

Der Papst empfing den Führer ter geplante« Nordpolexpedition, General Nobile, in Privataudienz urtD unterhielt sich mit ihm län- gere Zeit über feine PolareRpeditivn. Dara.if überreichte ter Papst tem General das Eichen - kreuz, das über dem Pol abgeworfen werden soll. Nach ter Audienz stellte Nobile tem Papste die Mitglieder ter Expedition vor.

Seine Ehefrau vom Balkon geworfen.

In der Nacht zum Montag kam es in Sp « n» Dau zwischen eine» Ehepaar Das bereits feit längerer Zeit in Unfrieten lebte, zu neuen Aus­einandersetzungen die schließlich zu Tätlichkeiten führten. Die Frau flüchtete unter Hilferufen auf Sen Balkon, verfolgt von ihrem Ehe mann. Dieser packte sie und warf sie über die Balkonbrüftung auf die Strafte. Die Frau erlitt so schwer? Verletzungen, daß fic rurz Darauf verstarb. Der Ehemann tourte ö er­raffet.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das .mftaugreiche Tfefdruckgebier, testen baro- »newsiches Minimum »eftern über Westfrairkreictz lag, hoi sich nach tem Mittelländischen Meer roetfer temegt und Westdeutschland und nnferem Gebiete verbreitere imb ergiebige Riederfchläge gebradjt. Im östlichen Devstchianü dagegen führten die 'lachen Tiesqebilde nur zu Bewölkung, sowie stellenweifszu Nctelbilduna und ganz rcrcinzelten leichten Rfe ten'djteqen. Die kühleren Lu st masten an der Rim feire haben fast ganz Deutschland üterflufet und lemperalurrütfgang terbeigerührt. Wenn auch die Temperaturen zunächst noch etwas weiter .yirüd gehen, »o hat doch d-te "Abkühlung bald ihr Ente erreicht, denn das sich ausbreitende neue isländische Tiefdruckgebiet brachte Warm in st mit sich.

Wettervoraussage für Dienstage Wolkig, aber langsamer Temperaiuranstieg, nur noch vereinzelt geringe Niederschläge.

Witter ungsaussichten für Mittwoch Zsttweift stärker bewölkt, weiterer Tempern hi r anstieg.

Lufttemperaturen am 1. April mittags 8 Grad Eelfius, .idends Grad Celsius: am 2. Avni morgens 5,3 Grad Celsius. Maximum 8,2 Grad Celfiu?, Minimum 4^ Grad Celfms. Erdtempera turen in 10 Zentimeter Tiefe am 1. April: abends 0,8 Grad Celsius, am 2. April: »norgens 8,8 Grad ffeffiu - Niederschläge 7,5 Millimeter.