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Mittwoch, d. 31. Okt. 19287"aMs.

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Ser Schiedsspruch in der Eisenindustrie für verbindlich erklärt

Sie neue SachverstSodigrnkonferenz

Frankreichs Einstellung zu den deutschen Wünschen.

Zum Tode Minister Henrichs. Beileidsschreiben des St^ltspräsidenten und des Reichskanzlers.

Lpd. Darmstadt, 31. Okt. Staats- Präsident Adelung hat an Frau Mb- nister Henrich folgendes Beileidsschreiben ge­sandt:

Sehr verehrte gnädige Frau! D r e hessische Staatsregierung hat mit dem Gefühl tief­ster Trauer die Kunde von dem Ableben 2hres hochverehrten Gatten erhalten. 2m- Aamen des hessischen Gesamtminister', ums übermittele ich Ihnen und den Ihren den Ausdruck unserer wärmsten und ausrichtigen Teilnahme.

Herr Finanzminister Henrich hat während lan­ger Jahre seine ganze Kraft und sein ganzes Können in den Dien st des Volkes ge­stellt. Ohne Rücksicht auf Gesundheit und Wohl­ergehen hat er dem Vaterland sein Be­stes gegeben und mit unbeirrbarer Energie das, was er als richtig erkannte, verfolgt um in schwerster Zeit die äußerst bedrohte Heimat vorwärts und aufwärts zu führen. D a s W o h l des Vaterlandes und seiner Bevölkerung in all seinen Schichten war ihm Ziel und Richtschnur. Mit den GesiHien herzlichen Dantes und schmerzlicher Trauer stehen wir an der Bahre eines vortrefflichen Menschen, des treiuen Führers und sicheren Wegbereiters. Das Go'chick hat es Ihrem Gatten versagt, nach wohlgeüaner Arbeit auszuruhen im Kreise der Seinen. Eine tückische Krankheit hat seinem Le- bein allzu früh ein Ende gesetzt, Unvergessen wird er allen bleiben, die sein Leben zwischen Volk und Vaterland, seine unermüdliche Arbeit, sechn heißes Streben für eine bessere Zukunft des Heissenlandes und des ganzen deutschen Vater­landes kannten. In unserem Herzen hat sich der Verstorbene ein unvergängliches Denkmal ge­setzt. Die uneingeschränkte Anerkennung, die das Wirken Ihvrs Herrn Gemahls in allen Schichten unseres Volkes gefunden hat, möge Ihnen und den Ihren ein Trost im schweren Leid sein.

Mit dem Ausdruck aufrichtiger Ergebenheit! gez.: Adelung.

Reichskanzler Müller hat der Witwe des verstorbenen Ministers zugleich namens der Reichsregierung telegraphisch fern herzlichstes Bei­leid ausgesprochen.

Die Deutsche Demokratische Partei, Landesverband Hessen bittet uns mitzuleilen, daß auf persönlichen Wunsch des verstorbenen Mi­nisters Henrich die Beisetzung in aller Stille und im allerengsten Kreise er­folgen wird. Die Partei wird jedoch in der nächsten Zeit in Darmstadt eine öffentliche Traue rkundgebung für den Verstorbenen veranstalten.

Minister den Schiedsspruch nicht für verbindlich erüärt hätte, denn es hätten neue Verhand­lungen eingelettet werden müsen, um zu einem neuen Schiedsspruch und damit wahr- scheinüch zum Arbeits, rieben zu gelangen. Die Lage sei gewiß besorgniserregend, aber doch keineswegs hoffnungslos. Ter S^aat sei, weil er nicht Partei sei, in der Lage, nach beiden Seiten hin zu vermitteln. Die »D e u t s ch e Tag^sztg." nennt den Aussperrungsentschluh einen schweren, aber nach Lage der Singe unver­meidlichen Entschluß, der im Intrres.'e nicht nur der Werke selbst, sondern der ganzen deutschen Wirtschaft hätte gefaßt werden sen, die eine abermalig« Preiserhöhung für eine der wichtig­sten Produktionsmittel nicht vertrage.

Oie Aussperrung beginn».

Essen. 31. Okt. (WIB.) Soweit bisher bekannt, haben die Jitmen ßrupp in Rheinhausen. Thys- s e n in Hamborn und R h e i n st a h l in Duisburg der heutigen Nachtschicht die Papiere bereits ausge- händigt uckd damit mit der Aussperrung begonnen.

Oer Sturm gegen den Panzerkreuzer.

Berlin, 1. Rov. (Priv.-Tel.) Der Vorwärts rechnet mit einer Mehrheit für die Annahme des sozialdemokratischen Antrages, den Dau des Panzerkreuzers A einzustellen. Das Blatt erinnert daran, daß der Abgeordnete Fehr

herrscht aber unter ollen beteiligten Regierun­gen in der Beurteilung der Teilnahme der Vereinigten Staaten, ohne die man einen Erfolg der Sachverständigenkommission für aus- geschlossen erachtet. Den Vereinigten Staaten diese Teilnahme zu ermöglichen, sind alle sechs Regierungen gleichmäßig bestrebt.

stellung gehe klar und deutlich hervor, daß es sich bei diesem Kampf, ob gewollt oder nicht, um ein Ringen um prinzipielle Fragen handele bei aller Wichtigkeit, die man auch der Lohnfrage als Streitpunkt zuerkennen möge. Das Blatt hofft, daß we'terhin alles unternommen wird, um so bald wie möglich zu einer friedlichen Beilegung zu kommen. Der »Lokal - Anz." schreibt, dieser Arveitskcunpf werde in seinem Umfange nur von dem großen englischen Kohlen- streik vor zwei Jahren übertroffen. In seinen Ursachen unterscheide er sich aber wesentlich von ihm und anderen Konslikten. Die von der Arbeit­nehmerschaft der westlich:n Eisenindustrie gestell­ten Lohnforderungen seien nämlich von rein politischen Gesichtspunkten diktiert. Hoffentlich komme man bei der Arbeitnehmerschaft bald zur Einsicht, damit nicht neben den infolge wachsender Absatzschwierigke 1 n wachsenden Koh­lenhalden auch noch längere Zeit ausgeblasene Hochösen ständen.

DerBörsencourier" ist der Auffassung, daß die Aussperrung schon in kurzer Zeit aufge­fangen worden wäre, wenn der Reichs arbeits-

den zahlreichen geschäftlichen Angeboten, die ihm bei seiner Ankunft ausgehändigt wurden, auch eine Möalichkeit für eine b a l d i g e R ü ck k e h r gegeben werde.

baut dem Zeppelin eine Halle!"

Ein Frankfurter Aufruf

zu einer Zeppelinhallen-Tpende.

WSR. Frankfurt a. M., 31. Okt. Eine Reihe von führenden Persönlichkeiten des Frank- j-urter öffentlichen Lebens veröffentlichen einen Aufruf zu einer Zeppelinhallen-Spende des deut­schen Volkes, in dem es u. a. heißt: Wieder hat das LuftschiffGraf Zeppelin" den Ozean über­quert: wieder hat es in aller Welt den Ramen seines ersten Konstrufteurs zum Ruhme getragen, wieder hat die Welt sich vor dem Genie Deutsch­lands, seiner Arbeit und Zähigkeit verneigt. In diesen Stunden bescheidenen Stolzes ergeht die Anregung, dem LuftfchiffGraf Zeppelln" und seinen Rachfolgern im neuen Weltverkehr eine Halle zu bauen, die ihm Abfahrt und Landung erleichtern und sichern soll. Wir wollen den Zeppelinen ein bewegliches Haus errichten, das ihnen bei jeder Windrichtung die

Paris, 31. Okt. (.) Der Gedankenaus­tausch zwischen der deutschen und der französi­schen Regierung über die Einberufung einer Sachverständigenkommission, der durch die Ver­mittlung des deutschen Botschafters am Dienstag und Mittwoch in Paris in den Unter­redungen mit Briand und Poincars stattfand, hat zur Klärung der beiderseitigen Auffassungen wesentlich beigetragen, wenn er auch noch nicht als Abschluß der Verhandlungen zu betrachten ist, da er positive Resultate noch nicht zeitigte. Die Zusammensetzung der Sachverständigenkommission und das hierzu zu erteilende Mandat dürste im Mittelpunkt der Besprechung gestanden haben.

Die Auffassung der deutschen Regierung ist bekannt. Sie wünscht die Zusammensetzung der Kommission aus völlig unabhängigen Finanzsachverständigen d. h. aus Per­sönlichkeiten, die keine Beamten sind und nicht im Dienste der Regierungen stehen, die vielmehr durch üjr Ansehen in ihrem Heimatland« und in der Welt über ein genügen­des Maß von Autorität verfügen und einer der­artigen Sachverständigenkommission die Bedeu­tung geben, die ihr zu kommt. Die Regierun­gen hätten dann ihrerseits die Möglichkeit, zu dem Beschluß der Sachverständigenkommission, falls sie zu einem solchen Beschluß gelangen sollte positiv oder negativ, jedenfalls aber vollkommen unbeeinflußt, Stellung zu nehmen.

Die französische Presse, die den Stand­punkt der Recchsregierung in den letzten Tagen mit außerordentlicher Heftigkeit bekämpft hat. hat am Mittwoch den Rückzug angetreten, anschei­nend auf eine Weisuna hin von oben. Auch jonft liegen Gründe zu der Annahme vor, daß die fran­zösische Regierung sich vielleicht doch noch bereitfin­den wird, den Wünschen der deutschen Regierung über die Unabhängigkeit der Sachverständigen nach­zugeben.

Auch über das Mandat, das die Sachverstän- digen von den sechs Regierungen gemeinsam erhal­ten sollen, d. h. die genaue Festlegung und Umgren­zung der Aufgabe der Sachverständiden, ist ver­handelt worden, ohne daß man auch hrer eine end­gültige Einigung erlangte, doch scheinen die Gegen­sätze nicht allzuweit auseinanderzuklaffen. Die fran­zösische Regierung hat bisher die Taktik verfolgt, die Oeffentlichkeit auf ihre Forderungen in der Repa­rationsfrage in einer bestimmten Weise vorzu be­reit e n. Poincars persönlich hat mehrfach in seinen großen politischen Reden darauf hingewiesen, daß Frankreich von Deutschland den Gegenwert der französischen Schulden an Ame­rika erhalten wolle, und hat außerdem noch be­stimmte Forderungen in der Wiedergut- machungssrage ausgestellt. Die deutsche Regie­rung hat es dagegen bisher vermieden, irgendeinen positiven Standpunkt einzunehmen und als wich­tigsten Maßstab für eine Neuregelung der Repara­tionen nur d i e deutsche Leistungsfähig­keit hingeftellt. Sie hat diese zurückhaltende Stel­lungnahme vor allem deswegen eingenommen, weil sie der Sachverständigenkommission völlig freie Hand für ihre Beratungen lassen will

Heber den Zeitpunkt des Zusammentritts der Sachverständigenkommission verlautet noch nichts Bestimmtes, da erst der Gedankenaus­tausch zwischen Deutschland und den interalliier­ten Regierungen beendet sein muß, bevor Ort und Zeit festgelegt werden können. Jedenfalls aber teilt die französische Regierung die deutsche Auf­fassung, daß es keinen Zweck hätte, die An­gelegenheit noch allzulange hinauszuzö­gern. Auch die Hoffnung, daß die Kommission in Berlin zusammentreten wird, erscheint zur Zeit noch nicht unbegründet, doch wird, was die Auswahl des Ortes anbelangt, auch die An­schauung von London, Rom und Brüssel und Tokio gehört werden müssen. Mebereinftimmung

Formalitäten auf deutscher und auf amerikanijcher Seite. Er erklärte dem Sonderberichterstatter des WTB., er hätte an Bord gut zu Essen und - ii Trinken bekommen, man habe ihn aber z u Arbeiten herangezogen und zwar zum Geschirrwaschen, Tassensäubern und Dienstleistungen für die Passagiere. Schon von Kindheit an habe er einen starken Reisetrieb verspürt, und als er nun hörte, daß der Zeppelin komme, habe es ihn nicht mehr gehalten. Schon zwei Stunden nach der Abfahrt sei er aus dem Versteck her­vor gekrochen. Ob Dr. Eckener böse gewesen sei, oder gelacht habe, schüttelte er nur den Kopf und fagteb e smiled". Auch die anderen Herren der Besatzung und die Passagiere seien recht freund­lich gegen ihn gewesen, schwierig sei nur das Schlafen gewesen. Er habe sich immer hinleaen müßen, wo gerade Platz war, ob im Innern des Schiffes ober im Salon.

Nach feiner Ankunft wurde er natürlich von allen Journalisten und Phowgraphen gesucht. Er entzog sich diesen Nachstellungen, indem er mit geheimnis­voller Wichtigkeit darauf hielt, daß erein Arrange­ment" mit Dr. Eckener hätte, das ihm nicht erlaube, irgend etwas zu sagen. Er will übrigens nicht lange in Deutschland bleiben, sondern hofft, daß unter

sichere Aus- und Einreise möglich macht. Wir sind der Gewißheit, der Ruf:Baut dem Zeppelin eine Hallei" werde nicht vergeblich in die Lande gehen. Jeder Beitrag ist willkom­men, auch der kleinste wird Zeugnis dafür ab­legen, daß sein Spender auf das Werk am Bodensee vertraut!

Oie Universität Freiburg ehrt die Lusthelden.

Eckener tinb Dürr zu Ehrendoktoren pronwviert.

Friedrichshafen, 1. Rov. (TLI.) Die philosophische Fakultät der Universität Frei­burg L Br. hat Dr. Eckener und dem Chef­konstrukteur des Luftschiffbaues Graf Zeppelin, Dr. Dürr, die Würde eines Dr. phil. h. c. ver­liehen. Die Promotionsurkunde wird am Don­nerstagvormittag 11.30 ilfjr In einem Festakt in den Räumen des KurgartenhotelS durch den Rektor her älniversität Freiburg, Professor Dr. Ll h l e n b u t, und Professor Dr. Gustav M i e vom Physikalischen Institut der älniversität Frei­burg feierlich überreicht werden.

Oie Entscheidung des Reichsarbeitsministers. Berlin, 31.Oft (WB.) Im R e i ch s a r b e i t s- Ministerium Haden gestern die Verhandlungen über die Verbindlichkeilserklärung des Schledsfprochs für die Eisenindustrie der nord­westlichen Gruppe stattgefunden. Sie zogen sich unter persönlichem Vorsitz des Reichs- arbeilsministers bis In die Morgenstunden des heutigen Tages hin. Ls gelang jedoch nicht. zu einer Verständigung der Parteien zu kommen. Der Reichsarbeitsminister hat daher heute vormittag seine Entscheidung treffen müssen und hat den Schiedsspruch für verbindlich erklärt. Die Parteien sind telegraphisch benachrichtigt. Wie wir erfahren, wird der schriftlichen Ausfertigung eine Begründung beigefügt sein.

Oie Stellung

des Arbeitgeberverbandes.

Die Berbindlichkeitserttärung gesetzlich unzulässig. - Die Aussperrung wird anf- rechlcrhalten.

Berlin, 31. Okt. (WTB.) Von dem Ar­beitgeberverband der nordwestlichen Gruppe wird zu der gegenwärtigen Sachlage im Eisenkonslikt u. a. mttgeteilt: Die Auffassung des Arbeitgeberverbandes geht dahin, daß der für verbindlich erklärte Schiedsspruch aus for­mellen wie materiellen Gründen nichtig ist. Er ist entgegen den Bestimmungen der Dchlichtungsvervrdnung lediglich vom Schlichter allein und nicht mit einer Kam­mermehrheit gefällt worden. Er greift sodann in die bestehenden Bestimmungen des noch lau­fenden Rahmentarifvertrages ein. Die Derbindlichkeitserk.ärung war daher gesetzlich unzulässig und konnte somit einen rechts­gültigen Tarifvertrag nicht schaffen.

Wirtschaftlich bedeutet dieser nach Auf­fassung der Arbeitgeber rechtsunwirksame Schiedsspruch eine Belastung des Lohn- konlvs der Werke, die bei der schon stark an* gespannten Selbst kost en läge der Werke der eisen­verarbeitenden und eisenschaifenden Industrie die weitere Aufrecht Haltung des gegen­wärtigen Preisniveaus nicht mög­lich machen würde. Angesichts der Lage in der Eisenindustrie können die Arbeitgeber aus rein rechtlichen wie wirtschaftlichen Gründen die be­reits durchge führte Kampf Maßnahme der Aus­sperrung nicht zurückziehen. Eine schnell« Beendigung dieses Kampfes ist nur dann mög­lich, wenn es gelingt, durch eine freie Ver­einbarung den Schiedsspruch zu be­seitigen.

Wie wir weiter erfahren, beabsichtigt der Ar­beitgeberverband der nordtvestlichen Gruppe als- -^oald eine Feststellungsklage beim Reichsarbeitsgericht einzurerchen. Ten­denz und Grundsatz des ilrteild sind nach An­sicht der Arbeitgeber auch auf den Fall des Eisenschiedsspruchs antoenbbar.

Oie Meinung der presse.

Berlin, 1. Nov. (TU.) Die durch die Berbind- lichkeitserklärung des Eisenschiedsspruches geschaffene Lage wird von den Berlin r Blättern eingehend be­sprochen. DieD A Z" schreibt, die Parteien hätten jetzt die Entwicklung in der Hand. Vielleicht ständen wir jetzt vor einer Reinigungskrise, die wirksamer sei als alle theoretischen Versuche eines Schlichtungsverfahrens. Die Börsenzeitung sagt, es werde nunmehr von den Arbeitern bzw. den Gewerkschaften abhängen, ob sie die Bereitwillig- ligkeit der Arbeitgeber zur Schaffung eines neuen Arbeitsverhältnisses annehmen und in neu« Verhandlungen eintreten würden, ober ob sie gewillt seien, den Kampf bis zur Entschei­dung der Gerichte über den Schiedsspruch durchzuhalten. DieVoss. Z t g." schreibt, in Wahrheit sei es nicht nur ein Lohnkampf, sondern ein Kampf um das Schlichtungswesen. Die Unternehmer der Eisenindustrie scheinen es auf einen Großkampf nicht nur gegen die Arbeiter­schaft, sondern auch gegen die Regierung ankommen lassen zu wollen.

DerVorwärts" ist der Meinung, daß die Kampfmaßnahme der Unternehmer nicht nur ein Verstoß gegen die Schlichtungsordnung und vielleicht gegen^die Stillegungsverordnung sei. Sie sei darüber hinaus ein direkter Angriff auf das verfassungsrechtlich gesicherte Koalitionsrecht. Die Auflehnung der Schwerinbustriellen zeige, baß die Staatsautoritat nicht aufrechterhalten sei, wenn es einer Unternehmergrupve gestattet werben könne, unter Vermeidung des Gesetzes bas Wirtschaftsleben stillzulegen. Alle Staatsgewalt, die vom Volk aus­gehe, müsse sich demgegenüber Geltung verschaffen.

DieGermania" sagt, neben ben schweren Schädigungen für alle Wirtschaftszweige sei auch die schwere Schädigung nicht zu übersehen, die den Schlichtungsbehörden und damit der Staats­autorität aus der Richtachtung der Verbandlich- fettSerflänrng erwachse. Schon aus dieser Fest-

in einer Rede die Abneigung der Deut­schen Bauernpartei gegen den Dau des Panzerkreuzers zum Ausdruck gebracht hat und daß die Deutsche Bauernpartei in Fraktions­gemeinschaft mit der Reichspartei des deutschen Mittelstandes steht. Auch das B. T. halt eine Mehrheit für den sozial­demokratischen Antrag für wahrscheinlich. Heber die Stellung der Demokraten zu dem Antrag sagt das Blatt: Die etwas zweideutige Haltung, die der demokratische Parteiausschuh einnahm, indem er erklärte, die graft ton nicht binden zu wollen, wird zweifellos nicht dazu führen, daß etwa mit demokratischen Stimmen der Kreuzerbau durchgeführt wird. Die »Ger­man i a" bezeichnet den Erfolg des Antrages als durchaus unsicher. Der Antrag sei eine im Parlament selbst vollzogene Korrektur der eigenen Minister. Man könne sich vorstellen, daß es der Sozialdemokratie in erster Linie daraujf anfomnü, den Antrag überhaupt eingebracht zu haben. Abzuwarten bleibe, ob er je nach fernem Ausgange besondere poli­tische Folgen nach sich ziehen werde. Die Deutsche Allgemeine Zeitung" spricht von einem Sieg der Agitation um je­den Dreis, auch um den Preis einer Regie­rungskrise. Das Blatt hält es für selbstverständ­lich. daß das Panzerschiff weiter gebaut werden wird. Die im Etat des Reichswehrmini­steriums enthaltene Summe für öie zweiteBau­rate werde auch ohne die Sozialdemo­kratie bewilligt werden. Schließlich spricht die Zeitung von schwerster Gefährdung der Koalitionsverhandlutzgen durch den Antrag.

Die Sicherungsverwahrung.

Berlin, 31. Oft. Der ReichstagsauSschutz für die Strafrechtsreform setzte feine Beratungen über den § 59 (Sicherungsverwahrung) fort.

Abg. Landsberg (Soz.) bittet bringend, die Sicherungsverwahrung nur bei Verbrechern auszufprechrn, di« mehrfach zu Zuchthausstrafen verurteilt find.

Aba. Dr. Wunderlich (D.V.) beantragte, den Passus im § 59 zu streichen:Wenn der Täter bei Begehung b:r neuen Tat über 21 Jahre alt ift 2n der Abstimmung wurde der Antrag Dr. Wunderlichs angenommen. § 59 selbst wurde unter Ablehnung der sozial­demokratischen Anträge mit Stimmengleichheit an­genommen.

Zu § 62. wonach der älnteraebrachte, solange die vom Gesetz oder vom Gericht festgesetzte Zett der Unterbringung noch nicht ab gelaufen ist. nur mit Zustimmung des Gerichts entlassen werden darf, begründete Abg. Dr. Zapf (D. V.) den im Interesse der Eugenik von ihm im Einvernehmen mit den Abgeordneten Emminger (B. V. P.), Lobe (Hospitant der Demo­kraten) und Dr. Wunderlich (D. V.) gestellten An­trag, dem § 62 anzufügen: »Die Zustimmung des Gerichts Eann insbesondere dann erteilt wer­den. wenn der älntergebrächte sich der Steri­lisation unterzogen hat." In seiner Begrün­dung wies Dr. Zapf (D. V.) darauf hin, daß in Amerika bereits 25 Staaten gesetzliche Vorschriften hätten, die die Fortpflanzung von Menschen, die für die Gesellschaft schädlich seien, verhindern.

Reichsjustizminister K o ch - W e s er nannte es dankenswert, daß das Problem der Sterllisat'.on hier zur Erörterung komme. Aus dem Gesichts­punkt der Eugenik und der Rassenhygiene sei die Frag« allgemein von großer Bedeutung, aber an diese Stelle des Entwurfes als Bedingung für di« Entlassung aus der Siche- rungsverwahrung sei die Sterilisa.ion verfehlt. Es sei unmöglich, di« Entlassung eines durch die Verwahrung Gebesserten noch von der Untertoerfung unter die Sterilisation ab­hängig zu machen

Oberregierungsrat Hesse (Reichsgesundhecks- amt) bemerkte, die berufensten Sachverständigen

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Der Luftdruck im Raume von Island hat sich infolge weiterer Kaltluftzufuhr weiter verstärkt und nach dem Rorvmeer ausgebreitet. Gleichzeitig hat sich das britische Druckfallgebiet nach Mittel­europa verlagert. Di« Druckstörung hat bereits zur Eintrübung und stellenweisen Riederschlägen geführt. Der Einfluß ihrer Rückseite läßt es zu­nächst noch zu unbeständigem Wetter kommen, wobei einzelne Regenschauer auftreten.

Wettervoraussage für Freitag: Anfänglich wechselnd wolkig, einzeln« Regen­schauer. spater mehr Aufheiterung des Wetters, Temperaturen nachts vielfach um Rull.

Witterungsaussichten für Sams­tag: Zeitweise bewölkt und Temperaturen schwankend.

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