fytet in Deutschland ist kaum etwa» TEByrtt* über diesen Vertrag. den Gnglond mit Frankreich vor einiger Zeit abschloß, und der doch weit mehr ein Rüstung-Vertrag zu sein scheint, besannt. Da- lediglich nach hier aedrungen ist, waren nur Angaben, die immerhin bedenklich machen muhten 3m Zusammenhang mit der Unterzeichnung de- KriegSöchtung-Pakte- ist ja vielfach diese- Abkommen zwischen England und Frankreich al- ein Anti-Kellogg-Pakt bezeichnet worden. Die- dürfte wvht stimmen, es scheint aber sogar noch weit mehr darüber binau-zugehen Um die- zu verstehen, muh man sich zunächst einmal die angloamerikanische Lage klar machen. Schon die damalige Flottenkonferenz zeigte, dah
zwischen England und Amerika ein firäf(erod(- streit Im Einsehen
begriffen war, der eine- Lage- notwendiaerweis« einmal au einem Zusammenstoß führen muhte. Dielleicht hat sich England nun, um in diesem Kräftewettkamps Sieger zu freiten, noch Frankreich dazu al- Bundesgenossen gewonnen, um so auf dem Kontinent eine Macht oarzustcUcn. die der amerikanischen Entwicklung gewachsen ist. Dor allem dürste diele Absicht daraus hinau-gchen. auf diese Weise eine Landmacht zu schassen, die al- Unterstützung der Flvttenmacht aus dem Kontinent einen Kräfte- gleichklang zu schaffen in der Lage ist. Amerika ftiiierieits pat nun selbstverständ ich die Mög- lichkcit. mit Hilfe seiner Flottenkräfte, die ihm zur Verfügung stehen, die ganze Welt zu beherrschen. Aus diese Weise finden die englischen Dominion- natürlich auch viel leichter eine Annäherung an Amerika, weil sie von dort auS die größeren Schutzmöglichkeiten au erwarten haben. Und hier liegt die prinzipielle Gefahr für England begründet.
Vie englischen finanziellen Mittel reichen natürlich nicht an», um den amerikanischen Rüstungen entsprechen zu können, und au» diesem Grunde sieht sich England oeranlaht. neue Kräftestützpunkte auf dem Kontinent zu suchen, um damit einen gewissen Ausgleich zu schaffen.
Unter diesem Gesicht-punkt muh die Entwicklung biete» derzeitigen RüftungskampfeS zwischen England und Amerika betrachtet werden. Dies ift um so merkwürdiger allerdings, al- gerade die Frieden-idee in der letzten Zeit von Amerika forciert worden ist. Man begreift deS jedoch nur insofern, al- man die amerikanische Haltung nach der Seite hin rechtfertigen kann, dah Amerika im Grunde genommen gar nicht rüsten will, sondern eben seinen Kräften entsprechend sich fortentwickelt. Das Rüsten lieat allein bei England. Und hier muh Deutschland aufpassen, damit die Entwicklung nicht eines Lage- Wege einschlägt. die für Deutschland wiederum gefährlich werden können.
Ein aufsehenerregender Rücktritt in England.
Hari». 31. Mag. (IDB.) Der Korrespondent de» „Echo de pari»" in London berichtet, dah der Erste Lord der Admiralität, vridgie- man, entschlossen sei, heute seine Demission einzureichen. Der Korrespondent behauptet ferner, dah die Weigerung Kettogg», nach L o n - d o n zu fahren, die Folge der Interpretation de» englisch - französischen Flottenobkommen» sei. Vie Demission Bridgeman», die eine beträchtliche Srnfaflon Hervorrufen werde, beweise. dah innerhalb de» englischen Kabinett» in dieser Frage grohe Hei- nungsverschledenhetten beständen.
Kellogg meidet England.
Paris, 31. Aug. (DD.) Wie HavaS berichtet, wird Staatssekretär Kellogg am DienStag an Bord des amerikanischen Kreuzers „Dctrdtt“ nach Eherbonrg fahren, um dort an Bord des Dampfer- „Leviathan" die Rückreise nach Amerika einzutreten.
Erklärungen des französischen Marineministers.
Pari», 31. Slug. (WTB.) Der „Mattn oer osfentlicht ein Interview, das der Marineminister L e n fl u e » dem Blatte gewährt hat und in dem er sich über das e n g 1 i s ch f r a n z S f i s ch e M a rineabfommen äuhert. ..Ich kann mich." so erklärte der Minister, „nicht über die Bedingungen des Abkommen» selbst auhern, da die französische und die englische Negierung beschlosten haben, sie nicht eher zu veröffentlichen, bi» alle Unter- Zeichner des Washingtoner Abkommens von 1921 sich mit dem Texte besaht haben und ihre Ansichten bekannt aewordest sind. Die Unterbreitung des Irrte» hat stattgesunden. In acht Tugen ist man in Dasbingion, Tokio und Rom im Bestne de» integralen Texte» des Abkommens Dieser Text kann von unseren Freunden in vollem Mähe und später von allen Ländern der Welt studiert werden. Man kann t*n Text von jeder Seite betrachten. Ich stelle die Heraussordr rung auf: man soll versuchen, ob man in dem Abkommen irgend etwa» findet, was nicht klar, deut- Heb und loual ist. Da» ist für den Augenblick alles, was ich sagen kann "
Auf die ^rage des ..Matin"-Korrespondenten antwortend. fügte tiepguee noch hinzu:
T ist absolut falsch, daß da» Abkommen geheime Klauseln enthalt.
- iff falsch, dah da» Abkommen eine 8 er- ftfinDigung insofern enthält, dah eventuell ein Ö e T/ 1 n f ‘1'm c • Vorgehen militärischer oder maritimer Art zwischen Frankreich und England vorgesehen ift. ö
3 ift falsch, dah da» Abkommen auf Um BMfn da» Washingtoner Abkommen von 1921 zu beeinträchtigen suche Das Washina toner Abkommen, da» sich nur auf die Grohkainps mfe und auf die Flugzeugmutterschiffe befiehl.
5er W,ni,tfr mit Betonung hinzu, auch im Buchstaben bi» zur letzten Minute des letz- ten Tages, für den e» verabredet morden ist ein- gehalten werden.
Französischer Kabinettsrai in Gampigny.
.Vari* 31 Aug lWDDf Aul dem am öanwtag, I. September, m 8an b t a n n . drm Landsitz Poincars s. statt rndendm ,, s ,. nettsrat. werben, wie Hanas ^nkünd g- >f- ‘
Aufsehenerregende Aussagen Sünnes'
gebeten, sich nicht nach Sampigny
zu begeben
ile abend Yen Höf-
^enf. 31 Aug. . DD » Der litouHcfc« VVni- sterpräside 1 ”*
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Mtntr aus
Deichsiagspräsideni Loebe Zur panzerkreuzerdebatte.
Derk in. 1. Sept. (IU.) R.i h-tagspräsident Löb« nimmt im .Vorwärts" in einem K are Entscheidung" überschr ebenen Artikel ctellung jnr Panzerkreuzers rage. Lb hält bic Partei um ihrer leibst willen an ihre Wah.- Versprechungen für absolut gebunden und komnrt -u d-m Schuh da z die sozia demo ra:i chen MniUer selbst am be ten tun würb.-n w.-nn flc offen ernartm. bast sie nach dem Protest, den der Baubeschluß grfnn'tn habe, den Reichs- tag n? ch e i n m al befragen wollen, wie er ,|um Dau steh" Sie ff nntrti b:s tim ohne fitf) etwas zu heraeber und KriLriAt bä im auch
Schluß des Minderheiien- kongresses in Genf.
G-nf, 31. Aug. (WB.) Der IV. eure- päisch c Minderheitenkongreh wurde heute abend nach dreitägigen (Beratungen geschlossen. In einer Leihe von Entschließungen spricht sich der Kongreh u. a. für die kulturelle Gntwicklungsfreihrit der Minderheiten, sowie für die Schaffung eines europäischen Zentralinsti- tuts für Minderheitenkunde und für Errichtung einer entsprechenden Bibliothek und einet statistischen Zentralamte- aus. Die finanziellen Mittet hierfür muffen noch beschafft werden. Der Kongreß gibt ferner (einer Genugtuung über die ‘Beratungen der Inte rpar lamen- tarischen Union und der Weltunion der Dölkerbund-ligen über da- Minder- he.tenprobiem Ausdruck und stellt feine Ueber- einstimmung mit den Ergebnissen ihrer Arbeiten fest. Die für den Kongreß ausgestellten Grundsätze bedeuten eine Ablehnung des irre- dentistischen Prinzips und der auf Abänderung der Staatsgrenzen gerichteten Tätigkeit. Tlls Delegierte sollen künftig nur sclche Vertreter -ugelaslen werden, d.e als Mttgllcd der nationalen MinderheN Bürger des betreffenden Staates sind, au' dessen Gebiet sie ihren ständigen Wohnsitz haben und in keine staatsfeindlich« Aktion oer- wickelt sind. Unter anderen Verhältnissen ausnahmsweise zugelassene Minderhe.tcnvertreter finb ohne St.nunrccht.
ben Demokraten inzwischen eingesehen, bafi Deutsche Reich ohne diesen Kreuzer nicht w? gründe gehe Gäbe es aber Parteien, b.t daraus cm« Kabinettsf rage machen wollten dann werde cd neue Kämpfe geben Die Sozial-
olle aber wolle bei dielen Kämv'en
M< Wt St,n1n,me **•
3ufammentrift des sozialdemoti-atisch«, paileiausschuffes.
« e r [in, [.Sept (Vriv-Tel. des «TV ) Der Vorstand der oPD. hat laut .Corwärt»* den Var- Le^U9i^ufe3umll Sept.mber nad> verki» berufen Auf der Tagesordnung fubt die ffrärterunc schwebender politischer FVagen " « Oie Regierungskrise
in Thüringen.
Lei mar. 31. HugufL (TU.) Di. versuche, in Thüringen eine Regierung auf ber eranNaar der Großen Koalition vom Landbund bi» zu den Sozialdemokraten zu bilben. dürsten al» a« scheitert gelten. Vie sor 1 oldeenokratisch« Fraktion hat den Unterhändler Professor Krüger (Dem.) willen lasten, daß sie an der Kegle- runa zusammen mit dem Landbund und der Wirt- fchoftspartei kein Interesse habe, da die bi»- herige Politik dieser Parteien nach sozialdemokratischer Ansicht ein Verhängnis cenKjen sei. «te nur hört, beabsichtigt Professor Krüger, den Fraktionen nunmehr seinerseits feste Vorschläge für die Regierungsbildung zu unterbreiten. F» blektzt bet «eg offen, eine Koalition zwischen Deutscher Voll». Partei, Demokraten und Sozialdemokraten zu eer» suchen. Wenn diese Möglichkeit erschöpft ist. bWfr nod) der versuch, die bisherige bürgerlich, Koalition mit neuen Männern in» Leben tu rufen.
Aus aller Wett.
Eine Ehrung für cTebdraral Dulsberg.
Geheimrat Pry'ellor Dr. Duisberg. *Bo> iincnbct des Aufsichtsrates der I^.-FarSen- inbuftrie A.-G. wurde zum Vhrensenatvr der MnlbetfItät Rostock gewäblt.
Ein Eberi-Veakmal in vayern.
. Sonntag findet in DMobrnen
bet München die Einweihung de, ersten Ebert- Denkmal» in Bayern statt.
Erdstöße in der Schwäbischen Alb
Von der Erdbebenwarte Hohenheiw b« Stuttgart wird mltgeteilt: Donn<r-tagabe7td wurde von den Instrumenten der h.esigen Grd- bebenwarte ein Erdstoß aufoezeichFrvt. bester- ut 50 bis 60 Kilometer Entter^u'ng liegt Die Aufzeichnungen begannen um 21 10 Wi-
nuten 50 Sekunden und endeten nach etwa eher halben Minute. Es handelt sich um einen Erd- ftofi mittlerer Stärke, der im Erdbebnngeöiei ber Schwäbischen Alb erfolgte Auch aus Rotten bürg lReckar) ttrrb berichtet, daß am Dvnner-tagabend nach 21 Uhr mehrere Erdstöße währgenommen wurden. Auch em längeres donner ähnliches Rollen war vernehmbar.
30 Wilddiebe verhaftet
3n Marstedten- Aitrach in Oberfchwa-
S^ni<n,s 5 '5oTt t JTSf w Du E«g tü änmtr J
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SÄS- Lfäncn HalknM MeScr dieser v, |tfl Seukschrn ubc d-.L« JerstMM^ »d* wodurch die ' toaM in der haben haben, eben teil fein Stil dar Btt ihren fabrmde hick und ihrer S p-E, sie hatte rtdtn unb ^cbdb ta geltet der h bchnschienen Vahr hervorzemn, am eul, vv mir an vehr ju verlieren Haden Dir dem
V Dtdieirn? Vas ; deutschen Dali
Völkerbund
und Monroe-Dokinn.
.. ® * M - 3t Aug (WTB ) Nach einer kurzen nicht- offentiidjen Sitzung, in der die Frage der Zuziehung einer Vertreterin der Deltunion der katholischen Frauenverbände zum Beratenden Ausschuß für Ki nders chu tz erörtert wurde, aber unentschieden blieb, trat der Rat in den Räumen des General- fefretär» zu einer Geheims igung zur Beratung der Antwort zusammen, die T o st a Rica in bezug auf die van ihm verlangte Interpretierung der M onroedoktrin vor feiner Rückkehr in den Völkerbund gegeben werden soll.
Der Bölkerbundsrat. der vormittag:, nach fast einstündiger Geheimsitzung noch keine Cnt'cheidung Setroffen hatte, beriet in einer zweiten, streng ge- eunen Sitzung heute vormittag da, Antwortschreiben an Costa Rica weiter. Trotz mehr alo zweistündiger Beratung wurde die Aussprache beute nachmittag nicht abgeschlosten Jedoch oer- lautet, daß eine Verständigung über die Antwort auf den Antrag «osta Rica», der bekanntlich von Aniang an beim Völkerbund ziemliche v e r l e g e n - h e i t hervorgerusen hat. erreicht wurde.
Die auf connlagnadjmittag angesetzte dritte De- Heimsitzung des Rates gelte daher nur noch der Redigierung der Antwort, in der auf eine Aus- legung der Monrocdoktrin die nur als Beispiel im völkerbundspatt angeführt fei, verzichtet werde
Voldemaras
bei Staatssekretär v. Schubert
Hieß D-e fkifnW kon"N
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3* Lchtt,hl‘
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3) * ^Dtr Flui .-■fr Dii öun»
ScQen.
Cevlnr in Le Bonrgd.
Mit dem auf den Ramen ,L u e e n o , tt i r* getauften Junkersflugzeug sind, von Brüssel kom- ewnb. Levine mit Mabel Boll und Bert Acosta. wie au» Pari» gemeldet wird, gestern abend in Le Bourget eingetroffen. Sie werden beute ihren trlug fortseben, ohne daß bisher wer Zeit und Ziel etwas befannt geworden ift.
Schwere Trploflon
in einer trnnzösifchen Vt)namttfadrik.
In der Dhnamitfabrik von Ablvn bei Hotrtteur würben, einer Pariser Meldung $u- tKat burrb dne ® r b I o f i o n. die auf einen dui l zuruckzu'ubren ist sieben Arbeiter C1 1 * verletzt, vier davon schwer
- obrere Abte-lun-en der Fabrik find te die Luft geflogen.
Berlin, 31. Aug (DTB ) Hugo 6 t i n n e • jun. wurde au» ber llntersuchungshast heule vormittag dem Untersuchungsr'chter, Landgerichtsrat Brühl, wiederum oorgcfuhrt. Die Vernehmungen erstrecken sich bauptsöchlich aus die Pariser und rumänischen Beziehungen, durch die Hugo 6tinnes mit den ausländischen Krieg»anleiheschie- b e r n, die hauptsächlich ihren Sitz in Frank- reich und Holland hatten, in die Angelegenheit verwickelt worden ift Die verteidigt! ng von Hugo «rinne» hat noch gestern nacht in einer gemeinsamen Erklärung betont, daß sie sich mit allen gesetzlichen Mitteln gegen die Untersuchungshaft, die unzulässig fei, wenden wolle.
Hugo Stinne» habe von den Schwindeleien, die in Pari» oorgetommen sind, bi» zum Ablauf der Anmesdesrist am 20. November 1926 keine keuntni» gehabt. Bei dem rumänischen Geschäft habe Hugo Stinne» bi» heule keine Kenntnis von Inkorrektheiten gehabt.
Bisher hat die Verteidigung noch keinen Antrag auf Haftentlastung gestellt, sie hat aber im Laufe des vormittags mit dem Untersuchungsrichter und dem Leiter des «onderdezemat», Staatsanwaltschafts, rat Dr. Berliner, Fühlung zu nehmen versucht, um ,ju erfahren, welche Vorwürfe im einzelnen gegen ihren Mandanten oorliegen.
3m Laufe des heutigen Tages wurden noch eine Anzahl von Zeugen vernommen, die unter Herrn o. Daldow und Direktor Roth- mann gearbeitet haben. Es handelt sich zum Teil um höhere Angestellte der ©ttnneebetriebc in Ham- bürg, die
von Herrn o. Waldow dafür benannt worden stvd. dah er nicht selbständig gearbeitet, sondern seine Direktiven von Hugo Stinne» jun. erhalten habe.
Die Haftenlassung o. Waldows erfolgte hauptsächlich auf Grund der Aussagen eines Prokuristen, der die Angaben v. Waldoa>s in wesentlichen Punkten bestätigte. Die Schutzschrift Hugo Stinne s' dürfte erst Mitte der nächsten Woche dem Untersuchungsrichter überreicht werden, da einer der Verteidiger heute nach London gereift ist, wo in der deutschen Botschaft eine wichtige Vernehmung slattfinden soll. Frau Stinne» ist in Berlin ein» getroffen, hat aber noch nicht die Genehmigung erhalten, ihren Sohn zu sehen, da erst nach Abschluß der augenblicklichen Vernehmungen Hugo Stinne»' daran zu denken ist, daß dieser seine verwandten im Untersuchungsgefängnis sprechen kann.
Hugo Stinnes jun. hat, einer hiesigen Korrespondenz zufolae, während seiner heutigen Derneh- mung die aufsehenerregende Erklärung abgegeben, daß man vor einiger Zeit an ihn herangetreten sei und ihm mitgeteilt habe,
der Beichskommissar für die Anmeldung von Anleihebesih wolle die Untersuchung gegen ihn Niederschlagen, wenn er den Vorschlag de» Pariser Bankier» E a l m a u x annehme. Lal- maux habe ihn durch Herrn von öalboro. der durch einen besonderen Kurier davon unterrichtet worden fei, sagen lasten, dah gegen Zahlung von 50 000 Mark an die Adresse (Laimaur da»
Verfahren in Deutschland eingestellt werde
Calmaux wolle alle nötiaen Schritte unternehmen und verbürge sich dafür, daß der Retchskommifsar da- CBerfafrrcn auch wirklich einstellen werbe. Stinnes habe Herrn von Waldow daraufhin erklärt, daß er diese Angelegenheit als eine reine (Srfrref f ung betrachte und keineswegs auf diesen Vorschlag ein- aehe. um so mehr, al- er sich vollkommen schuldlos fühle. Der Untersuchungsrichter Dr. D r ü h l richtete baraufhin an den anwesenden Reich-komm is ar Heinz mann de Frage, ob er von diesen Versuchen des Pariser Vankiers gehört hab«, was
Direktor heinzmann oerneink.
Die Verteidigung von Stimrr- wird den Antrag stellen, daß diese Angelegencheit restlos aus» geklärt wird, um so mehr, al- Herr von
D a l d o w. der Korrespondenz zuiolg?. bei einer nochmaligen Vertvhmang bestätigte, daß die Aussage von Hogo Ltinnes richtig sei. und dah der genannte Panter Bankier ihm ein« derartige Mitteilung in ernster Form gemacht habe.
Die Vorgeschichte de-Verfahrens
Mit den brtrügeri'chen Geschäften, die Stinnes ;um Do Nours gemacht werden, hat es. wie das .B.T. mitteilt, folgende Bewandtnis Bekanntlich befand sich drS Haus Stinne- im Jahre 1 926 in lehr kritischer finanzieller Lage, insbesondere Hugo Sttnne- ZQ, der sich im Herbst 1925 mit allen seinen ilntet- nchmungen der Aufsicht der Darmstädter- und Aationalbank unterstellen mußte. Anlang 1926 soll ihm nun von seinem Privatsekretar v. D a [- d o w einerseits unö von feinem Hamburger Geschäftsführer andererseits je eines der Geschäfte vorgefchlagen worden sein, die beute beide Gegenstand der kriminellen Untersuchung find. Rach der Darstellung Htftmes' sollen v. Waldvw und sein Hamburger Geschäftsführer an ihn heran- getreten fein und ihm die Ainanzierung von Äri«fl<an(<nbege<6öf!cn unter folgender Argumentation vorgefchlagen haben Gin französ,- sches Konsortium habe eine große Zabl von .Ansprüchen" erworben. Die Franken-Baisse, di« damals ihren Höhepunkt erreicht hatte, machte es ihm aber umnöglich. sich die Stücke zubö- schaffen.
Sfinoe» sollte nun das französisch« Konsortium finanzieren,
um die Durchführung der Geschäfte zu ermöglichen: daS tat Stinnes und steckte nach ferner Darstellung nicht mehr als 4 00 000 Mark in die beiden ihm vorgeschlagenen Geschäste. Die Pariser Zentrale hatte die Aufgabe, in Pari-Personen zu suchen, die sich bereit erklärten, SigentumSerklärungen über die Stücke zu unterschreiben, mit anderen Worten,
falsche eiderstaatliche Versicherungen abzugeben. Unter diesen Personen befindet sich auch ein früherer s ranzösischer Paria- m e n t a r t e r, der sich als Besitzer von nicht weniaer al- 28 Millionen Mark Anleihe aus- gegeben haben soll. StinneS steht nun auf dem Standpunkt, daß er von all diesen Zusammenhängen nicht» gewußt habe und nichts habe wissen können. Er sei von seinen Angestellten .hereingelegt" worden. AuS diesem Grunde bestreitet er auch sich strafbar gemacht zu haben. Seiner Darstellung steht nun die Aussage feiner beiden Angestellten gegenüber, durch die er belastet wird Ferner wird er verdächtigt. In erheblich größerem Maße, als von tfcm behauptet, an den Geschäften beteiligt ju sein, und darauf erstreckt sich jetzt die Untenuebung. Waldvw aus der Hast enllaffen.
Berlin, 31. Aug. (WB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt ist in der Strafsache wegen Kriegsanleihebetruges nach dem Ergebnis des heutigen Haftprüfungstermins vom Sreiteg, 31. d M., yinsichtllch des Qln- geschuldigten v. Waldvw der Haftbefehl ausrechterhalten worden; jedoch ist von der Dollziehung des Haftbefehle« v o r - läufig abgesehen, und v. Waldvw ander Haft entlassen worden unter der Bedingung. dah er sich in bestimmten Zwischenräumen bei der Polizei meldet.
Zur Freilassung v. Waldows teilt dessen Verteidiger folgendes mit: v. Waldvw hat seinen Ehef. Hugo Stinnes ft., restlos gedeckt bis zu dem Augenblick, als Art und Umfang der Beteiligung Stinnes an den fraglichen Vorgängen den behördlichen Stellen anderweitig bekannt geworden waren. Zu diesem Zeitpunkt hat v. Waldvw keine Veranlassung mehr gehabt, mit dervollenDabr- heit zurückzuhalten.
3tg. berichtet, beschuldig! werben, fett Jahren in dem benachbarten Zagdvevier des FürKen zu Waldburg-Zeil gewildert zu haben. Di- Dieb« sollen «twa 800 bis 10002ehege- !_^?Uen und aus den Karpfenteichen zentner- wrtse Fische herausgeholt haben. Auster den 30 Wilddieben wurden auch 23 Hehler her- haftet und in daS Untersuchungsgerfch; in Leutsirch eingeliefert «ine große Anzahl hon Gewehren. Karabinern, Handgranaten und 3agb- gerät wurde beschlagnahmt.
Entdeckung einer vorgeschichtlichen Sternwarte
2lls eine 3000 Jahre alte Sternwarte ist. tmc aus Schwerin gemeldet wird, eine aus der jüngeren Stetn^it stammend« Steinkreisan- lag«. der .Steinkamp" bei Bützow «Mecklenburg). erkannt worden. Die oorgeschichlllche Sternwarte diente zur Beobachtung des Iahee-- scmTienlaufts und zugleich als sehr genauer Ka- knber. Auf Grund der gut erhaltenen Ringe der Anlage wurde als «rbauung-jahr der Anlage da» Jahr 1181 v. Ehr. sestgcstellt. Die Steinkreise sind mit Hilf« eine- einheitlichen Mastes errichtet worden, das der noch heute gebräunt üben Aut« fast gleich ist.
Ueberfall aus einen kafseubolen.
Äus Bonn wird gemeldet: Am Freiiaavormtt- tag gegen 10 Uhr wurde der 60jährige Kafienbote einer hiesigen Bank in Hofgarten von zwei Männern überfallen, niedergeschloaen und seiner Aktentasche mit 25000 Mark Inhalt beraubt. Die Verbrecher flüchteten in einem bereitstehenden Auto.
vergeblich« Versuche der kanalsberguernug.
Wie dem Pariser ..Iournal" aus B o u l o g n « für Mer «meldet wird, onchter bk beiden vorgestern abend zur Ueberguerun g de - Kanals gestarteten Schwunwer wegen starker Strömung und unruhiger See aus gebe», iioi 23 Uhr setzst eine starke Strömung ein Die deutsche Schwimmerin träufeln Annie M eh- nell hatte ungefähr 12 ÄUxwneter. tn der Luftlinie gemessen, zurückgeleat. als sie das Begleik- fchisf oeftieg. Der Holländer Bakker hatte nach vierstündigem Bemühen auf gegeben, und der ftan^ösische Schwimmer Pouilleh, der um 1 Uhr nachts starten wollte (nicht wir irrtümlich gemeldet war, ber Aeaypter Helmi). verzichrest angesichts des stürmischen Detters au* seinen
diglich laufenbe Angelegenheiten erörtert werden. Gs wird bahn' fein ®omnumiqu6 für die Press« au2'g?gcfrn werden. Wie die Blätter berichten. hat Poincar^. da dieser Kabinett-- rat mit einem SrinnerungSirühstück an das zweijährig? Bestehen deS Kabinetts der Rattonalen Einigung und an den kürzlichen 68. Geburtstag Pomcar4S verknüpft sein wird, zur Wahrung des intimen Charakter- dieser Feierlichkeiten die Journalisten gebeten, sich nicht nach Samvianv


