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Nr. 179 Lrfte5 Blaff

178. Jahrgang

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GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Cbefrebchtettr

Dr ^rtebt D»ld Lange. Deranlwvnlich tür'Politik Dr 5r Wild Lange fir ^euiDeton Dr H Thyriot, für ben übrigen 2 eil Ernst Dlumichein. für ben An­zeigenteil ft an Htllmann, (llmtlich tu <Bl«b«n

Denkmäler und ein Denkmal.

Don JnainPud.

Viele Denfmäler sind ben Gefallenen des groben Kriege« in Teustchlunb errichtet Worden, and ihre Zahl wird weiter wachsen, bi« lebe« noch so arme Dorf die Hamen seiner Toten auf den Stein gegeben hat. Diele dieser »rinne- rung«male sind schlicht und schön. Nur in wenigen hat die künstlerische Sinngebung die einfache 3rmtgfett de« Gefühls übertönt, hat der Künstler sich statt der Orinnerunfl in den Vordergrund gerückt Fast immer ist <« so. daß ein kleiner oder gröberer Kreis dartun will, bah er die An- gehörigen und Freunde, die Kameraden nicht vergessen hat. Auch die wenigen Monumental- bauten, die bisher errichtet wurden, find nicht den mehr all zwei Millionen der deutschen Ther- mvphlenkämpfer gefetzt worden, die die Pforten der Heimat verteidigten, wie e« da« in ihnen lebendig wirkende sittliche Gesetz befahl. Da« Ehrenmal für die Leistung de« deutschen Dolke« im groben Kriege fehlt bisher.

SS ist kein Zufall, dah man sich nicht über den Ort der Aufstellung de« Ehrenmal« einigte. ES ist fein Zufall, dah ein der Würde der deutschen Tat entsprechende« Wahrzeichen nicht gefunden werden konnte. Die deutsche Tat im Kriege ist zu grob, um von den Nahestehenden al« Danze« schon begriffen zu werden. Die Heutigen sehen nur Teile dc« ungeheueren Geschehen«, in dem die zwei Millionen QTlänner untergingen. Sie sehen die Erhabenheit de« deutschen Mytho« noch nicht. Sie ernennen noch nicht, dah dieser Weltkrieg unter all den vielen Völkern nur ein Volk grob gezeigt hat. und daß diese« Volk da« deutsche Volk war. Man sieht heute nur an vielen Stellen da« bitte« Ende, will nur da« Ende sehen, und man verschliefst sich der Erkenntnis, dah »wischen dem stolzen Anfang und dem jähen Sturz ein Heldentum de« ganzen Volke« liegt, da« selten seinesgleichen in der 'Weltgeschichte hatte. Man sieht auch in Deutschland nicht, dah die von 1914 bt6 1918 entfaltete Kraft nicht verschwunden ist. Die alte KpfsHäusersage hat einen tiefen und !x-ständigen Sinn. Man braucht nicht an die Raben zu denken, die den Berg umflattern. Raben umflattern nur Verwesung und Tod. Man soll an da« tiefe, ruhige Atmen de« alten Führer« im 'Berge denken, der ausruht nach schwerem Tun. Deutschland hat jetzt 'eine Atempause in all feiner stürmischen Geschäftigkeit in feinem TageSstreit und seinem Ringen um da« nackte Leben. Auf deutfchem Boden vollzieht sich rasch und unaufhaltsam neue« Geschehen, denn die Natur duldet in einem so groben Lande keine Intervalle. keine unerfüllte Zeit. 3m Untergründe wächst mit einer zusainmengepreftten Festigkeit, deren wirkliche Energien man nur ebnen kann, ein neue« Deutschtum auf. da« sich in anderen Formen, anderen 2ebcn«äuficrungen in die Welt entladen wird, al« man bisher kannte. ES wird in wenigen 3ahrzehnten da« Land in seine For­men gieften und au« eigenem selbstgeschafsenen Recht den deutschen Anlprnch in der Welt ver- treten.

Dann wird daS Ehrenmal errichtet werden, beim werden Form. 3nschrift und Platz dafür vorhanden fein, ohne das, man fie in PreiSau«- schreiben wird fachen müssen. Dann wird der deutsche Feldgraue nicht nur vom deutschen Volke, sondern auch von den anderen Nationen al« da« geehrt werden, wa« er war. al« der treueste, zäheste, tapferste und vor allem al« der am meiften durchgeistigte Kämpfer der weihen Rasse. Dann ist ein Mythos von europäischer Bedeu- tung geschaffen, in dessen Mittelpunkt das deutsche Volk steht, da« sich vier Jahre gegen die Welt verteidigt hat.

So grob auch die deutschen Waffentaten sind, denen in vollem Umfange erst di- Weltgeschichte Gerechtigkeit wird widerfahren lassen, bedeu­tungsvoller und höher steht die geistige und sitt­liche Haltung, mit der die deutschen Kämpfer ihren Krieg geführt haben. Wenn auch am Schluffe der Schrei de« HungerdeliriumS der zermürbten Massen alle« vorübergehend übertönte, und die schmutzige Welle der Geschäftemacher allerort« aufdringlich nach oben gespült wurde, so war doch selbst in den Tagen des Zusammenbruchs da« Aufrechtftehen von Millionen jeder Bewunde- raicg wert. Da« müde, verhungerte Heer der Frontsoldaten marschierte nicht, wie man nach den Ausschreitungen der Etappe und dem Ge­kreisch in der Heimat gefürchtet hatte, als zucht­loser Haufen von Marodeuren und Plünderern zurück, sondern hielt bis zuletzt zusammen und rettete da« Land und die Grenzen.

Diese Rettung war nur möglich durch das hohe sittlich- Gesetz der Treue und Selbstachtung und durch den Stolz auf die eigene Leistung, die Ärieg und Untergang überdauert hatten. Man will heute in weiten Kreisen gerne vergessen, bab fast alle Deutschen von hoher Geistigkeit den Krieg als Verteidigungskrieg anerkannt und bejaht haben, daß sie ihn mitgemacht und durch­geführt haben, nicht weil sie durch die Wehr-

Schon wieder eine schwere Eisenbahnkatastrophe in Bayern.

Der beschleunigte Personenzug KaiserslauternlllniMünchen in der Nähe von Augsburg infolge falscher Weichenstellung entgleist. Sechzehn Tote und viele Schwerverletzte.

Der erste amtliche Bericht.

Augsburg, 31. 3nll. (ÖIB.) Die Reich» bohn- birefflon Augsburg hat um 21.20 Uhr folgenden amtlichen Bericht über ein schwere« Elsen- bahnonglück bet Dinkelscherben heraurgcgeben:Der aus der Pfalz kommende personenzvg 9 11 ist heute nachmittag 16 Uhr bei der Einfahrt In Station Dinkelscherben Infolge falscher Weichenstellung auf den dort zur Ueberholung stehenden Durchgangsgülerzug 7535 aofge st osten. Bei dem Güterzug sind die drei letzten wagen entgleist und zerstört. Bei dem personenzug ist die Lokomotive mit Ten­der entgleist, ebenso der nachfolgende Lllgulwagen. Die folgenden sieben Personenwagen sind ebenfalls entgleist. Einer von diesen wurde zerquetscht, einer geknickt. Getötet wurden zehn Personen (nach einer späteren Meldung sind Insgesamt 1 6 Tote zu beklagens, schwer verletzt etwa 16, weniger schwer verletz! 12 Personen, aosterdem wurden 23 Personen leichter verletzt, die Ihre Reise fort­sehen konnten, von den Schwerverletzten wurden zwölf mit Rettungswagen nach Augsburg gebracht, von diesen sind zwei ihren Verletzungen auf dem Transport erlegen. Die weniger schwer verletzten wurden in Sanitätsaufoe nach den Krankenhäusern in Zusmarshausen und Augs­burg gebracht.

Der erste hilf »zug wurde von der Station Augsburg um 16.05 Uhr angeforbert, fuhr nm 16.24 Uhr ab und traf 16JO Uhr auf der Unfall­stelle ein. Zn diesem befand sich der Präsident der Reichsbahndirektion, der Betrtebsdezement, der Sicherhettsdezernent, der mafchinentechnifche Dezer­nent sowie der Vorstand de» Betnebearale», des Rlaschlnenamle, und der stellvertretende Vorstand des Bauamte». Die erste Hilfe war in der Zwischenzeit von Aerzien au» Dinkelscherben und Ausmar»hausen sowie von Krankenschwestern au» Zu»mar»hausen geleistet worden. Kurze Zell später traf die SanHätetolonee mit drei Aerzten, zwei Kraftwagen und Sanitätspersonal an der Unfall- stllle ein. Ein weiterer Hilfszug fuhr um 17 Uhr von Augsburg ab und traf nm 17.40 Uhr in Dinkelscherben ein Ebenso kam um 18 Uhr ein weiterer hitsszug au» Ulm an der Unfallstelle an.

Sechzehn Tote.

Tic Identifizierung der Opfer.

A u g « b u rg. 1. 2hig. (Funkspruch ) Bisher würben bte Namen der folgenden Toten fest- gestellte

1. Bartl. Siemen«. lebiger Schreiner au« Wolfratshausen; 2. 1 - e 1, Pfarrer au« Hei- bmgSfelb bei Würzburg: 3. Hohlmann. an» scheinen!) lebig, aus Schliersee, 4. RummelS- b e r g c r aus Miesbach: 5. Götzmann, an­scheinend geistlicher Professor. 6. Manges, Töpfermeister aus Eschelbach (Bez. Winbheim): 7 vermuIich Marie Fischer, Näherin au« Wolfratshausen.

Nicht erkannt würbe ein Wäbchcn von zehn bis zwölf Jahren unb eine ältere Frauens­person. sowie eine Leiche in Gedirg-tracht.

Unter ben Verletzten befinden sich Frau unb Tochter bc« Professor« Maldert aus Frei­burg Br. Er selbst blieb* unverletzt. Schwer verletzt find ferner Herr und Frau Oberlehrer Schenk aus Weinheim an der Bergstrasse. Unter den Leichtverletzten befindet sich der Bru- der des getöteten Bartl au« Hirschberg Einige Verletzte haben gebeten, von bet Nennung ihre« Namen» Abstand zu nehmen. Inzwischen konn­ten drei weitere Leichen festgestellt werden. Ein

getötete« Mädchen, desten Alter ursprünglich auf 10 bi« 12 Jahre geschätzt wurde, ist das fünfjährige Mädchen Geiger aus Heu-Ulm. Ferner wurde festgestellt ein Ludwig Mühl - brunncr, Herkunft unbekannt. Im Laufe der Nacht ist im AugSburgcr Krankenhau« ein wei­terer Schwerverletzter, der Ehemann Rehm au« Stuttgart, gestorben. Von den in der Güterhalle In Dinkelscherben liegenden unbekannten Toten konnten inzwischen agnosziert werden

Haller, Stuttqar:. Fräulein H ö l z e l. Iusttz- fhibierenbc au« Albertshausen bei Heidingsseld iDez. Würzburg).

Im Augsvurger Krankenhaus befinden sich zur Zeit noch 28 Verletzte, wovon die Hälfte schwerverletzt sind. 3m Zusmarshausener Kran­kenhaus sind noch zwei Schwer- und drei Leicht­verletzte untergebracht. Auherdem haben sich in München 19 Leichtverletzte unb ein Schwerver­letzter gemeldet, in Buchloe drei Leichtverletzte Der im ZuSmarShausener KrankenbauS al« Der- storben gemeldete Johann Fischer auS NkteS- bach ist identisch mit dem gleichfalls alS toi ge­meldeten Bergmann Johann Bichel auS Miesbach. Insgesamt hat sich nach einer bisher unbestätigten Meldung die Zahl der Todesopfer auf IKerhöht, Da in den Krankenhäusern noch einige Schwerverletzte in der vergangenen Nacht verstorben sind

Bericht eines Augenzeugen.

Augsburg, 1. Aug. (TU.) Der Sonder- b/richterftatter der Telunion erhielt von einem Mitreisenden de« Unglück-zugeS die folgende Schilderung Der 3iig war besonders seit Ulm sehr stark mit Ferienreisenden be­setz t, da der letzte Teil de« Zuge« nur bi« Ulm ging und deshalb zahlreiche Reisende in die durchfahrenden Wagen übergehen muhten. Im Zuge herrschte Ferienstimnrung. da der grötzte Teil der Reifenden, besonders zahlreich au» der Gegend von Mannheim und auS der Stuttgarter Gegend, nach Oberbayern fuhr. Eine Gruppe von Turnern in oberbaherischer Tracht, offenbar au« Köln zurückkom- menb. fiel durch ihre gute Stimmung beson­ders auf.

Nach der Haltestelle Ncu-Efsingen ging der Zug kurz vor der Unglucksslcllc in ein ausfällig schnelle» Tempo über.

Dor der Station Dinkelscherben ereignete sich bann öa* Unglück. Die Reisenden wurden schreck­lich durcheinandergeworsen. weil der Zug fast augenblicklich zum Stehen kam. Es gab ein entsetzliche« Schreien der Frauen und Kin­der. die sich au« dem Durcheinander von Ge­päckstücken und am Boden liegenden Personen befreien muhten. Verhältnismäßig schnell waren alle Wagen verlassen. Nun sah man, wie d i e Lokomotive auf das Ende eines DüterzugeS aufgefahren war. Sie hatte sich auf die rechte Seite geneigt, während der Tender etwa« aufgerichtet stehen geblieben war.

Die letzten Güterwagen bildeten mit der Loko­motive einen Trümmerhaufen, In welchem das Feuer der Lokomotive brannte, da» eine halbe Stunde nach dem Unglück von der Ortsfeuerwehr gelöscht wurde.

Es ist auffällig, dah die ersten Wagen hinter der Lokomotive nach dem Gepäckwagen zwet lange Vierterklassewagen mit Mitteltüren un­beschädigt blieben, ebenso der mittlere und Hintere Teil des Zuge«. Dagegen wurden der vierte und fünfte Wagen, soweit sich feft ft eilen lieft, kurze und alte Vierterklassewagen. voll­ständig zertrümmert und ineinander- geschoben. Die 3nfaf c.i dieser Wagen kamen unter die Trümmer zu liegen.

3a der Umgebung des Bahnhof» spielten sich herzzerreißende Szenen ab.

Kinder bekamen durch die Aufregung Schrei- krämpfe. Einzelne irrteu wie wahnsinnig umher, um ihre Angehörigen zu suchen. Nach der An­kunft deS Hcl'szuaes wickel en sich die weiteren Maftnahmen für den Attansport der Reifenden in der Richtung Augsburg In Ruhe ab Aerzte und einzelne beherzte Frauen und Männer letftc-

pflicht dazu gezwungen waren, sondern weil sie erkannt hatten, daft sie ihn aus innerer Not­wendigkeit wollen muhten, dah e« keinen andern Weg gab al« diesen Weg durch Blut und Tod. um das auch von ihnen allen ersehnte gröbere und bessere Deutschland zu schaffen. An der Front wuchs das neue Deutschland auf. Es wuchs in den Gesprächen im Schützengraben, in der Ruhe­stellung. Es wuchs in hastigen hingewottenen Worten vor unb während der Schlacht. Es wuchs jeden Tag unb jede Stunde in ben vier schweren Jahren. Es wäre nach dem Siege fertig geformt aus den Gehirnen der Kämpfer entstanden. Der verlorene Krieg, die äleberzahl der Besten, die sterben muhten, verhinderten box Aufbau, fo wie er ergrübest und erträumt war. Die Heber leben» ben muhten sich unter den Trümmern zurecht- finden. Sie muhten sich selber suchen unb tun es auch heute noch. Verzögerung trat ein. die den Heutigen eine Ewigkeit dünkt. Es ist aber nur Verzögerung, denn die Gedanken von damals

leben rwch in vielen, formen sich in vielen um und verwandeln sich nach den Forderungen brr Zeit in den Meisten. Die Toten des groben Krieges sind nicht umsonst gestorben, und sie werden ihr Denkmal erhalten, wenn die Zeit dazu gekom­men ist.

AürdieÄäunmngderRheinlande.

Lloyd tteorgc als Kronzeuge für die Erfüllung des Versailler Vertrages

London, 31.JulL (IDB.) 3m Der lauf feiner schon kurz gemeldeten Rede im Unterhaus kam Lloyd George auch auf die Frage der Rheinlandbejehung zu sprechen unb sagte: Alle diese Verträge sind schön und gut, aber a n f den Locarnooerteag I ff keine Räu­mung de » Rheinlandes gefolgt. Ls ist rich­tig. baft Locarno Deutschland In den Völkerbund gebracht hat und daft jetzt eine freundlicheve Stim-

ten das Menschenmöglichste, um den Schwerver­letzten beizustehen. Die au« ben Trümmern her- vorgeholten Toten wiesen furchtbare Ver­stümmelungen auf. Die Leichen wurden vorläufig in der Güterhalle auf gebahrt und mit Tüchern zugedeckt.

An der Llnglücksstetle.

Berlin, 1. Aug. (WTB. Funkspruch > Von der ilnfllütiftctle zu der Ellenbahnkatastro-he in Bayern berichten die Blätter. Infolge >.-» Umbaue« der Strecke für den elektrischen Betrieb werden die Weichen provisorisch mit der Hand bedient. Der diensttuende Wei­chenwärter gibt an, b le Deiche vor - schrif tsmäftig gezogen zu haben, diese habe aber augenscheinlich nicht funk­tioniert. AlS der Lolomolivführer die Ka­tastrophe nahen sah, soll er nach Möglich­keitgebremst haben, waS au« dem starken Sch w anken der letzten Wagen de« ilnglüd«- luge« geschlossen werden kann. Der Anprall er­folgte trotzdem mit ungeheurer Wucht. Die letzten Wagen de« Güterzuge« wurden voll­kommen zertrümmert und die Frachtstücke umhergestreut. Die Lokomotive be3 Per Ionen- Auge« stürzte um und kam auf einen an« den, Gier« gesprungenen Wagen einet Münchener Brauerei zu liegen Der Lokomotivführer kam vollkommen heil davon, während der Heizer ver­letzt wurde. Dor der Lokomotive türmen sich nun die Trümmer von Güterwagen bizarr auf. Die unmittelbar hinter der Lokomotive sich be­findlichen modernen Personenwagen blieben vollkommen unbeschädigt. Es wur­den bei ibnen nicht einmal die Fensterscheiben zertrümmert. Die Perlonenwaaen 4 Klasse äl­terer Bauart jedoch, die in der Witte des Zuge« waren, b'ld'n ein unentwirrbares Ehaos, einen wüsten Trümmerhaufen Die Schlusiwagen de« Personenzuges find weniger stark mitgenommen.

Die Ursache des Unglücks,

falsche Weichknstcllnng.

Augsburg, 1. Ang. (121.) lieber die Ursachen des Eisenbahnunglücks in Dinkelscherben feilt die Rcichsbahndirektlon Augsburg mH: E» fleht zwei­felsfrei fest, daß der personenzug 911 Infolge falscher weichenstellung, anstatt In das dritte Gleis, In das vom Güler,ug besetzte vierte Gleis einfuhr. Die falsche Weichenslellnug hängt zusammen mi^ dem derzeitigen Umbau de» Stellwerke» auf der Westseite de» Bahnhose» Dinkelscherben. Zur Wahrung der Sicherheit wäh­rend des Umbaue» ist dort rin Behelf» Hell- werk ausgestellt, durch da» die erforderlichen Ab­hängigkeiten zwischen welchen und Signalen herge­stellt werden. Diese Abhängigkeiten zeigten insofern eine Lücke, al» da» Signal für die Ein­fahrt In da» dritte (Blei» aufgezogen werden kann, wenn dir <Eingang»roeid)en auf Gleis vier gestellt waren. Diese Lücke trat weder bei der Ab­nahmeprüfung noch Im bisherigen Betrieb des Be- hetfsflellwerks zutage Es hat sich erst jetzt bei den nachträglichen längeren versuchen im Stellwerk gezeigt, daft dieser Mangel nur bei einer ganz zu­fällig sich ergebenden Stellung der verfchluftele- meolc zueinander auftreten kann. Die Reichsbahn­direktion Augsburg hatte jedoch neben der mechani­schen Sicherung, der boo Behclssstellwerk dienen sollte, zur weiteren Sidjcrung noch ein beson­dere» Meldeoerfahren angeordnet. Dem­zufolge hatte der SleUroerf»beamle bei jeder Zugfahrt d I e Richtigstellung der Weichen zu prüfen und den Vollzug der Prü­fung und die Richtigstellung der welchen dem Jahrtbienflteiler in einer dem Wortlaut genau feft- gcleglen Meldung anzuzeigen. Beim Unglüd»- luge 911 Hal der Stellwerkswärter insofern eine falsche Meldung erstattet, al» er die freie

mung zwischen Deutschland und Frankreich herrscht. Ich bin überzeugt, daft die Franzosen wollen, trotzdem hallen noch immer französische Trup­pen zehn Jahre nach dem Frieden deutsches Ge­biet besetzt. L» war niemals beabsichtigt worden, daft die» der Fall sein sollte. Fünfzehn Jahre waren nur al» Höch ft grenze bezeichnet und e» war vorgesehen worden, daft im Falle der Erfüllung der Bedingungen de» Friedensoertrage» die Räumung schon vor Ad- laus berjrift erfolgen sollte. Jch wüsste nicht, welche Bedingung de» Friedensvertrages ver­letz! worden wäre. Solange fremde Truppen deut­sches Gebiet besetzt halten, ist es z w e d l o, solche Pakte zu haben. Lloyd George fügte hinzu, er hoffe, die Regierung werde durch eine erhebliche Verminderung ihrer Rüstuvgsaus- ausgaben anderen Rationen ein Beispiel geben, das wertvoller fein würde al» die Unterzeich­nung de» Pakte».