Ausgabe 
30.8.1926
 
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der wichtigsten Beratungsstoffe für die bevor- flehende Tagung der britischen Reichskonferenz in London bilden.

Verglichen mit der Bedeutung dieser Reichs- irogen ist die Umwälzung in Griechen- land für Großbritannien nur ein Sturm im Wasserglase. Immerhin ist nicht abzustreiten, daß Pangalos in seinem Bestreben, die Freund­schaft Italiens zu gewinnen, dietraditionelle Po­litik der Freundschaft mit Großbritannien" etwa vernachlässigt hat. Ob der neue griechische Macht­haber den Weg zu dieser Politik zurückfinden wird, vor allem, ob die Dauer seiner Amtszeit ihm die Gelegenheit dazu geben wird, bleibt abzuwnrten.

Aegypten.

Bon unserem K.-Berichterstatter.

Kairo, August 1926.

Die politische Färbung der Vorgänge in Aegyp­ten leitet sich seit geraumer Zeit in erster Linie von den Vorgängen in Marokko und in Syrien her. Wenn auch die Verbundenheit der islamischen Länder ein mitunter nicht zweifelsfreier Begriff ist, wie sich z. B. unlängst bei dem Zwischenfall in bezug auf die Entsendung des heiligen Teppichs >n Mekka zeigte, dessen Ueberbringcr nach blutigem Kampf mit den puritanisch-fanatischen Wahabiten unverrichteter Dinge zurückkehren mußten, so be­rührt doch die Niederkämpfung der Autonomic- beweoung in den beiden erwähnten Ländern das Empfinden der ägyptischen Bevölkerung andauernd ziemlich tief.

Dazu kommt, daß man wenigstens in den natio­nalistischen Kreisen in der Behandlung der abessi­nischen Frage durch England und besonders Italien eine Ziemliche Bedrohung empfindet. Denn trotz der beiderseitigen Versicherungen, daß es sich bei den Interessenaögrenzungen von der einen oder andern Seite nicht um eine Antastung der Selb­ständigkeit und der Unabhängigkeit Abessiniens handeln soll, erblickt man empfindungsgemäß in diesem Disponieren über wichtige Angelegenheiten der letzten selbständigen afrikanischen Nachbarmacht eine bedenkliche Analogie zu dem eigenen Schicksal. Und aus diesem herauszukommen ist das eifrigste Bestreben nicht nur der Anhänger Zaglul Pa­schas, sondern auch der konstitutionellen Liberalen und der kleineren Parteien, die mit Hilfe Englands rrotz ihrer Minderzahl gegenüber den Wafd-An- hängern entscheidenden Einfluß in der Regierung gewonnen haben. Der seit noch nickt Jahresfrist tätige britische Oberkommissar Lord Lloyd hat sich dabei sehr geschickt, freilich auch im entscheidenden Augenblick so energisch gezeigt, daß das allgemeine Volksempfinden erkannte, wie w e n i g im Grunde die gewährte Selbständigkeit auch innerpolitisch auf festen Beinen steht.

Trotzdem bemüht man sich um die Gewinnung einer weiteren Etappe auf dein Wege zur Selb-' ständigkeit, nämlich um die Beseitigung der Kapitulationen. Und es scheint, als ob Eng- land gerade in diesem Punkte die ägyptischen Wünsche begünstige, wobei es freilich von der Er­wägung ausgehen dürfte, daß dadurch feine eigene Sonderstellung nicht beeinträchtigt wird.

Aus dieser Einstellung erklärt sich vielleicht auch die Behandlung des Konflikts über die Oase Dscharabub, die Anfang dieses Jahres auf Grund eines italienisch-englischen Abkommens von 1919 durch die Italiener besetzt wurde. Dieser Konflikt bezieht sich eigentlich nur mehr auf die nationale Zugehörigkeit der paar hundert Be­wohner dieser Oase; indes besteht Aegnpten darauf, die Frage vor ein Schiedsgericht zu Dringen. Ita­lien seinerseits, das die Ueberlassung des lange streitig gewesenen Gebietes von Sollum an der -Küstengrenze der Cyrenaika als Gegenleistung für Dscharabub bewilligt hatte, soll mit dessen Zurück­nahme drohen, und man kann sich eigentlich kaum denken, daß Aegypten einen ernsten Konflikt wegen "der mehr grundsätzlichen Frage riskieren würde, wenn dabei nicht noch größere Interessen nebenher im Spiel wären. Der Gesamteindruck einer starken italienischen Aktivität in den ganzen nord- und nordostafrikanischen Interessengebieten ist jedenfalls zur Zeit der hier vorherrschende und für die ge­samte außenpolitische Orientierung bestimmende. Daß dabei Aegypten mitunter für Mittelmeerinter- rssen Englands vorgeschoben wird, ist mehr als wahrscheinlich.

Kirche und Schule.

M. Schlitz, 28. Aug. Zwei kirchlich-religiöse Tagungen liegen hinter uns. 3m kirchlichen Ge­meindesaal hielt der frühere IngendPsarvev Kornmann - Alrichstein an zwei Abenden recht gut besuchte Iugendversammlungen ab,

in gleicher Weise wie Burgberg gegründet wor­den, und die Bewohner beuteten ebenfalls lange Zeit ihre Umgebung mit dem Bettel aus. Jetzt gehen BUinner und Frauen mit Kurzwaren, Korb-, Sieb- und Dürstenwaren hausieren. Diele der Hausierer befassen sich auch mit Abdeckerei. In Pfedelbach (O.°A. Oehringen) wohnen Hau­sierhändler für Kurz-, Galanterie-, Blech- und Kindershielwaren. Die im Oberamt Gemünd wohnhaften Deinzeller Hausierer betreiben als besonderen Erwerbszweig das Reparieren von Kaffeemühlen.

Auch in Bayern gibt es neben den in den Städten und auf dem platten Lande einzeln, aber häufig vorkommenden Hausierern, eine Hausierer- Gemeinde. die, wie Lützenhardt, Unterbeut- ftetten, Burgberg und Schloßberg, ihre Entstehung der Duldsamkeit der betreffenden Gutsherrschaft verdankt. Es ist dies das in der Rähe von Bad Dürkheim (Rheinpfalz) auf einem Raum von über zwei Stunden im Umkreis zerstreute Karls- berg, im DolksmundMahenberg" genannt, mit etwa 1000 Einwohnern. Ein Graf von Leiniugen lieh im 18. Jahrhundert einen Teil desStumpf­waldes" niederlegen und dieses Gelände mit Zigeunern, Bettlern und fahrenden Leuten be­völkern. DieseMatzenberger" sind als Hausierer, Musikanten und Händler im ganzen Rheinland bekannt und gelangten zum Teil durch den Ver­kauf einträglicher Artikel zu einigem Wohlstand. Die jenischen Leute in Bayern setzen sich ihrem Berufe nach meistens auch aus Bürstenbindern, Schirmflickern, Korb- und Siebmachern, Pfannen- slickern u. dgl. zusammen. 3n Baden wohnen die Hausierer (Jenische) meistens zerstreut in den größeren Städten, weniger in den ländlichen Ortschaften, vor allem in Freiburg, Mannheim und Heidelberg. An Dörfern wären da zu nennen: Steinsfurt (Hausierer mit Bürstenwaren und selbstgefertigten Hausschuhen), Hürden (Händler mit Alteisen und Lumpen), Sandhaufen (Dür- ftenhändler), Sandweier (Korb- und Siebwaren- handler). 3n 6t. Liggert im Elsaß befinden

in denen er über die Rot und die Hoffnung der Kirche sprach. An die Vorträge schloß sich stets eine sehr lebhafte und ausgedehnte Aussprache an, woran zahlreiche Jugendliche und Aelters teilnahmen. Von Oltontag bis Mittwoch fand sodann hier auf dem SchlößchenBerleburg", dem Wohnsitz der Gräfin Elisabeth von Schlitz, genannt von Görtz, eine Freizeit der in der oberhessischen Volksmission organisierten freien oberhessischen Gemeindeschwestern statt, von denen 15 daran teilnahmen. Die Lei­tung der Tagung lag in den Händen von Pfarren W e m m e r t - Ober-Widdersheim. Reben An­dachten, welche von dem Leiter, ferner von Mis­sionar 3 ürgens - Darmstadt, Pfarrer Zur- Rinden- Hutzdors und Den beiden Ortspfarrern gehalten wurden, fanden biblische Besprechungen und solche über Verbands- und Organisations­fragen statt. Außerdem hielt Fräulein Kolb vom Hessischen Verein für 3nnere Mission einen eingehenden und lehrreichen Vortrag überVer­sicherungen für Krankenpflegerinnen". Vollbesrie- digt und dankbaren Herzens nahmen die Schwe­stern Abschied von nuferer so gastfreien Stadt.

Gerichtssaal.

Ein aller Schwindlerkrick.

WSR. Kassel. 28. Aug. Vor dem Schöf­fengericht stand der frühere Privatsörster G r u h l aus Ottendorf bei Dresden, der es verstanden hat. ehemalige Kriegsteilnehmer um erhebliche Beträge zu prellen. Pfingsten kam der An­geklagte nach Kassel. Sofort nach seiner Ankunft begab sich der HerrFörster" zum Schriftführer des Vereins ehemaliger 3äger und Schützen und lieh sich von ihm unter Angabe, er sei Marburger 3äger und z. Z. Gemeinde­förster, die Adressen seiner ehemaligen Kame­raden geben. Bei dieser Gelegenheit lieh er durch­blicken. daß er in eine peinliche Geldverlegenheit geraten fei. und er erhielt sofort gegen eine Quittung eine Unterstützung. An Hand der er­haltenen Adressen besuchte er seine ehemaligen Kameraden, und verstand es bald, durch fein liebenswürdiges und imponierendes Verhalten auch von ihnen einekleine Reiseunterstühung" zu erhalten. Bei Verlesung seines Strafregisters ergab sich, dah der Angeklagte öfters derartige Reisen unternommen hatte, und dah er an einem Sage nicht weniger als 55 Mark einnahm. Der Staatsanwalt beantragte 2 3ahre ©efäng- n i s. Das Urteil lautete auf ein 3 a h r.

Oberteilen.

Landkreis Gießen.

s. Klein-Linden, 29. Aug. 3n der jüngsten öffentlichen Gemeinderatssitzung lagen nur zwei Tagesordnungspunkte vor: Stel­lungnahme zur Reuregelung der Besol­dung der Gemeindebeamten - und Auf­wandsentschädigung des Bürgermeisters, sowie Beschäftigung ausgesteuerter Erwerbslosen. Zu Punkt 1 hatte das Kreisamt die vorgeschlagenen Sähe beanstandet, weil sie nicht im richtigen Verhältnis zu den Anforderungen der betreffen­den Amtsstellen in heutiger Zett ständen, und drohte für den Fall, daß der Gemeinderat auf seinem Beschluß beharre, mit einem Verwal­tungsstreitverfahren. Der Gemeinderat beschloh cinftimmig, auf seinem Standpunkt zu beharren, ferner die neuen Gehaltssätze ab 1. August aus- zuzahlen. Zu Punkt 2 beschloß der Gemeinderat, Den betr. ausgesteuerten Erwerbslosen als Ge­meindearbeiter zum Kulturarbeitertarif einzustel­len. Da die Zahl der ausgesteuerten Erwerbs­losen in nächster Zeit noch steigt, ersuchte der Gemeinderat in einem Beschluß um statistische Erfassung der Erwerbslosen und um Vorschläge von auszuführenden Arbeiten.

)) Lich. 28. Aug. 3n der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes stand als 1.Punkt die Beratung des Waldwirtschaftsplanes für das 3ahr 1927 auf der Tagesordnung. Die Vorlage wurde mit geringen Zusätzen genehmigt. So­dann gab der Bürgermeister bÄamtt, daß seitens der Regierung den Gemeinden die Erhebung einer 3nflationswertzuwachssteuer vorgeschlagen werde, und daß die im Entwurf vorliegende Mustersatzung als gültige Steuerordnung zu gelten habe. Der Stadtvorstand formte sich nicht dazu entschließen, diese neue Steuerart einzuführen und lehnte den Erlaß einer entsprechenden Orts- sahung ab. Rachdem durch die Reichsver­ordnung vom 12. 3uni d. 3. wesentliche Aende- rungen in der Erhebung der Vergnügungssteuer eingetreten sind, beschloß der Stadtvorstand, die für die Stadt Lich bestehende Ortssahung über die Erhebung einer Vergnügungssteuer mit Wir­kung vom 1. September d. M. ab aufzuheben und

sich zwar einige jenische Hausierer, aber mehr vertreten sind dort Zigeuner (Zigeunerkolonie). Hingegen hat wieder die Schweiz eine Derartige Hausiergemeinde auszuweisen: Rüschegg int Kan­ton Bern. Diese Leute, die zum Teil ihre Handels­ware (Kurzwaren. Korbwaren und besonders Bürsten) tragen oder auch mitSchnappkarren" im Lande umherziehen, sprechen das gleiche 3enisch" wie das fahrende Volk bei uns.

Die vorstehenden Schilderungen beziehen sich fast durchweg auf die vor dem Krieg bestehenden Verhältnisse und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Was ist Stahl?

Von Dipl.-3ng. A. W e i s k e.

(Rachdruck verboten.)

Wohl keine Werkstoffbezeichnung ist im Laufe der Zett so verschieden gedeutet worden wie der RarneStahl". Zunächst bezeichnete man als Stahl die Sorten des schmiedbaren Eisens, die sich härten lassen, und versuchte den Kohlen- stvffgehalt des Eisens als Grenze zwischen Stahl und Schmiedeeisen festzulegen. Das erwies sich aber als unzweckmäßig. Die Härtbarkeit hängt von zu vielen verschiedenen Bedingungen ab, als daß man sie als eindeutiges Llnterscheidungs- merkmal nehmen könnte, und ähnlich ist es mit Dem Kohlenstoffgehalt. Zwischen diesem und Der Härtbarkeit des Eisens besteht allerdings ein enger Zusammenhang, Da es Der Kohlenstoff als Härtungskohle ja meist ist, der Dem Eisen seine Härte verleiht. Eisen mit ganz geringem Kohlenstoffgehalt etwa unter 0,4 Prozent läßt sich überhaupt nicht härten: aber wo Die genaue Grenze liegt, das ist kaum feststellbar, weil auch anDere Beimengungen, wie Chrom. Rickel, Vanadium. Molybdän usw.. härtend auf daS Eisen einwirken.

von diesem Zeitpunkt ab Die Vergnügungssteuer nach Den reichsgesetzlichen Vorschriften zu erheben. 3m weiteren wurde über ein Gesuch des hiesigen Landwirtschaftsamtes um Anschaffung von weiteren 10 dreisitzigen Schulbänken für Die hiesige Landwirtschaftliche Schule beraten, und beschlossen. Die Mittel für diese Anschaffung in den Voranschlag für das Rechnungsjahr 1927 einzu­stellen und alsdann Die Beschaffung vorzuneh­men. Die Ausführung der Wasser- und Kanalleitung in der sogenannten Rabengasse wird nach den vorliegenden Angeboten einen Kosten­aufwand von rund 1400 Mk. verursachen. Da es sich in diesem Fall um eine unvorhergesehene Ausgabe handelt, soll sich Die Baukommission gutachtlich über Die Rotwendigkeit Der Ausfüh­rung äußern. Dem Stadtvorttand ist alsdann erneut Vorlage zu machen.

ri. Riederbessingen. 29. Aug. Gestern wurde der älteste Mann unserer Ge­meinde zu Grabe gebracht, Schuhmachermeister und Landwirt Ludwig Petri, ein in der ganzen Gegend wohlbekannter Mann. Er war gebürtig von Reiskirchen und stand im 85. Lebensjahre. 3n diesem 3ahre haben hier bereits fünf Be­erdigungen stattgesunden. Das ist für unser kleines, wenig über 300 Seelen zählendes Dorf verhältnismäßig viel. Unter den Vorstorbenen dieses 3ahres, die sämtlich Männer waren, ist keiner, der unter 75 3ahren war; zwei waren über 80 und einer gar 90 3ahre alt. llnfcu Dorf liefert seit vielen 3ahren die Gurken, die gerade hier besonders gut gedeihen, auf Den Mattt nach Gießen. An den Freitagnachmit­tagen kann man hier in Der Gurkenzett jedesmal ein liebliches Bild sehen. Vor Den Häusern sitzen Die Frauen und Mädchen und sind eifrig damit beschäftigt, Hunderte von Gurken zu waschen, damit sie Samstags in Gießen auf dem Markt in sauberen grünen Kleidchen vor den Augen Der Gießener Frauen mit Ehren bestehen können. 3n früheren Zeiten wurden Die Rieder- bessinger Gurken auf Den Markt nach Grünberg gebracht. Rur einzelne Gurkenlieferungen kom­men, von einem Händler abgeholt, in die Grün- berger Gegend.

Kreis Friedberg.

B Rodheim d. b. $)., 28. Sept. Zu einer ge­meinsamen Sitzung hatten sich Schulvorstand unb Gemeinderat unter dem Vorsitz von Rek­tor W ö r n e r zusainmengefunben. Der einzige Punkt ber Tagesorbnung, die Frage ber Schaffung von Elterndeiräten, würbe baburch erledigt, daß die Erschienenen einstimmig bie Einrichtung von Elternbeiräten unter ben hiesigen Verhältnissen für unnötig erklärten unb zu einem dernentsprechen- ben Beschlüsse kamen.

Kreis Alsfeld.

Q Lehrbach , 28. Aug. Heute nachmittag fanb unter sehr starker Beteiligung von nah unb fern die Beerdigung des hiesigen Bürgermeisters Hch. Kuhl statt. 21 Jahre lang wirkte der Entschlafene zum Segen unserer Gemeinde. Die Grabrede hielt ber Ortsgeistliche, Pfarrer Rheins urth, über Jes. 40,68. Es sprachen ferner noch am Grabe unb legten Kränze nieber: Kreisbirektor Dr. Stamm- l e r (Alsfeld), Oberamtsrichter G u n t r u m (Hom­berg), Bürgermeister Hahn (Kirtorf) im Auftrag ber Bürgermeistervereinigung, Beigeorbneter Hch. Pimper im Auftrag des Gemeindsrats Lehrbach unb Müller Schäfer im Namen bes Ortsgerichts unb ber Felbgefchworenen.

Kreis Schotten.

* Eichelsdv rf. 28. August. Bei einer Grummetgrasversteigerung von Wie­sen in Privatbesitz wurden für Den Morgen süßes Futter etwa 15 bis 18 Mk. gelöst. Die Preise liegen kaum unter den vorjährigen und sind im Verhältnis zu den diesjährigen Heu­graspreisen (etwa 40 Mk. für den Morgen) recht hoch. Allerdings ist auch in diesem 3ahre Der Graswuchs Der Grummetwiesen ganz vorzüglich. Sachgemäß gedüngte Flächen gleichen Kleeäckern und wurden daher vielfach zumAusfüttern" gesteigert. Während vielerorts Klagen über schlechten Geschäftsgang der Pflastersteinwerke laut werden, hat das hiesige Basaltwerk, das einen Pflasterstein besonderer Härte liefert, regen Absatz. Zu dem neuen Bruch amEich- köppel" wird in aller Kürze eine Straße gebaut, damit auch hier Die Arbeit in vollem .Umfange ausgenommen werden kann.

=.= Gedern, 28. Aug. Der letzte Brief­taubenflug mit 1926er 3ungtauben fand von Reumarkt (Oberpfalz) statt und verlief gut. Die am Donnerstag um 6,30 illjr morgens getoor» Ofenen Tiere hatten zum großen Teile um 10,45 älhr ihre Heimat erreicht. Mit dem Flug Reu­markt endigen Die diesjährigen Flüge. Eine

Da man also einsehen mußte, daß auf diesem Wege keine scharfe Grenze zwischen Stahl und Schmiedeeisen gezogen werden kann, so entschloß inan sich, die Festigkeit des Eisens für die Unter» scheidung heranzuziehen. Rach den Vorschlägen desDeutschen Verbandes für die Material­prüfungen Der Technik" bestimmte im 3ahre 1899 Die Preußische Eisenbahnverwaltung, daß jedes Eisen, Dessen Zerreißfestigkeit mehr als 50 Kilo­gramm für ein Quadratmillimeter beträgt, als Stahl zu bezeichnen sei.

Aber auch diese Erklärung konnte auf die Dauer nicht befriedigen. Mit Recht machte man als Bedenken geÜenD, daß ein Eisenstab durch mechanische Bearbeitung, wie z. D. durch Ziehen. Walzen u. dgl., ferner aber auch durch geeignete Wärmebehandlung seine Festigkeitseigenschaften wesentlich ändert. Cs kann also vorkommen, daß ein und derselbe Eisenstab vor einer solchen Be­handlung als Schmiedeeisen, nachher aber als Stahl bezeichnet werden muß, weil er dabei ge­rade die Grenze von 50 Kilogramm für 1 Qua- dratmillimetcr überschritten hat. Aber noch ein anderes schweres Bedenken wurde immer wieder hervorgehoben, nämlich die Verschiedenheit des BegriffesStahl" in Deutschland und den meisten anderen Ländern. 3n Amerika, England und Frankreich, überhaupt in allen Läirdern mit eng­lischer oder französischer Sprache, kennt man von jeher keinen Anterschied zwischen Schmiedeisen unD Stahl; es gibt dort nursteel" undacicr. Will man die Art des Stahles näher bezeichnen, so geschieht es in eindeutiger Weise durch ge­eignete Zusätze, wieHarter Stahl",Werkzeug­stahl" usw.

Es hat recht Lange gedauert, bis man sich von Der Zweckmäßigkeit dieser Werkstoffbezeich­nung auch in Deutschland überzeugt hat, aber nun sind wir auch so weit. Rach Den in diesem 3ahre erlassenen Destimmungen gibt es bloß .Schweißeisen" undFlußstahl". Da sich die Verwendung des im Puddelofen in schwerß»

Mrtgliederversammlung des Schütz en verein­beschloß, das vorgesehene Herbst-Preisschießen am Sonntag. 12. September, abzuhalten. 3m Gegen­satz zu den früheren Preisschießen soll fünftig jedem Teilnehmer nur ein Preis zufallen können. Als erster Preis soll ein Hammel heraus- gcschossen werden. Die benachbarten Schützen- Vereine sollen zur Teilnahme an dem Schießen ein geladen werden. Hier ereignete sich beim Mähen ein schwerer -ilnglüdSfall, indem ein Dienstmädchen mit Der Sense am Dein schwer verletzt wurde. Die Verunglückte wurde ins hiesige Krankenhaus gebracht.

Starkenburg.

WSR. Offenbach a. M., 27. Aug. 3n den letzten Tagen sind noch 23 Personell ins Stadtkrankenhaus auf genommen worden, so daß sich die Zahl derParatyphuserkrank- ten auf 112 erhöht. Es sind Darunter natur* lich auch die verdächtigen Fälle, Die aber im Interesse Der Allgemeinheit einer besonders ein­gehenden und dringlichen älntersuchung bedürfen.

WSN. Zwingenberg, 29. Aug. Der Land­wirt Ehr. Lühr, ber vor einigen Tagea-nuf Der Bickenbacher Straße von einem Auto über­sah r e n würbe, ist im Hospital in Bensheim g e storben. Der Verstorbene hinterläßt Frau unb' vier Kinber.

Rheinhessen.

WSR. Mainz. 27. Aug. Heute nachmittag starb hier der langjährige Vorsitzende der Mainzer Industrie- und Handelskammer. Geh. Kommerzienrat Dr. Franz Bamberger im Alter von 71 3ahren. Der Verstorbene war Aufsichtsratsvorsitzender und Aufsichtsratsrntt- glied von über 50 Aktiengesellschaften. ,

WSR. Mainz, 29. Aug. Gestern abend erlitt Die 56jährige Frau Koch aus Main^q Zahlbach beim Airblick des auf dem Dachboden» über ihrer Wohnung entstandenen Feuers- einen Rervenchock, Der Den Tod zur Folg« hatte. Am Samstagabend gegen 9 älhr er­schien ein fremder Mann in einem Ladengeschäftes Der Zehnthofstrahe in Mainz-Kastel. Er trug eine gelbe Larve vor dem Gesicht und hatte einen Revolver in Der Hand. Er verlangte zunächst zwei Eier, unD als ihm diese nicht verabreich« wurden, drohte et:Hände hoch, ich schieße!"' Dann Drang er in Die Küche ein, wo sich mehrere! Personen " befanDen. Als ein 1 4 jährigeo 3 un g c einen Stuhl ergriff, um nach ihm zu schlagen. flüchtete der Räuber.

ZLeuerwünsche des Verkehrsgewerbes.

WSN. Frankfurt a. M., 29. Aug. In einer Versammlung ber Interessengemeinschaft für das gesamte Verkehrsgowerbe Hessens und Hessen-Nas saus in Frankfurt a. M. mürbe einstimmig eine Entschließung gefaßt, bie sich gegen bie Höhe ber Veranlagung zur Gewerbe­steuer menbet unb verlangt: 1. baß ber gewerbe- steuerpflichtige Ertrag sich nach ben Grundsätzen bes Einkommensteuergesetzes richte unb § 5, Absatz 2 ber Verorbnung über bie Neuregelung vom 11. Mai 1926 ber Gewerbesteuer in Wegfall kommt; 2. baß bie vom preußischen Staatsrat beantragte Strei­chung bes § 57 Absatz 3, betreffenb Niederschlagung bes 200 Prozent ber Vorauszahlung überfteigenben Veranlagungsbetrags vom preußischen Landtag ab­gelebt wirb unb 3. baß bie.Kommunalbehörben Anträge auf Milberung entgegenfommenb be. hanbeln.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Aus der »Radio-Umschau".) Dienstag, 31. August.

4.30 bis <j.45: Konzert des Hausorchesters: Aus Bachs Zeit", Alte Musik. 5.45 bis 6.05: Die Lesestunde. 6.30 bis 7.00: ilebertragung von Kassel. Dr. Staehly spricht über:Wesen und Ziele der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft'* anläßlich ihrer Tagung in Kassel vom 24. bis 29. September. 7 bis 7.30: Funkhochschule Frank-, furt a. M.:Das Grundgesetz der Reifezeit". Vortrag von Stadtmedizinalrat Dr. Fürsten­heim. 7.30 bis 8.00: Funkhochschule Frankfurt a. M.:Die Romankunst Marcell Prousts"» Vortrag von Prof. Dr. Schultz. 8.15 bis 9.15t Ilebertragung von Kassel. Hermann-Löns- Gedächtnisstunde anläßlich des 60. Geburtstages des Dichters am 29. August 1926. 9.15 bis 10.15: Reue Kammermusik.

warmem Zustande gewonnenen Schweiheisens und somit auch seine Herstellung lediglich auf einige Sonderzwecke beschränkt, so bleibt eigentlich nur noch DerFlußstahl", d. h. jede Sorte von Eisen, die im Siemens-Martin-Ofen, in der Bessemer- ober Thomasbirne oder auch im Clekttoofen in flüssigem Zustande erzeugt wurde. Den Ramen Schmiedeisen" aber hat man ganz fallen lassen.

Diese Reuerung ist sehr zu begrüßen, wenn man sich auch klar sein muh, dah es recht schwer halten wird, Der neuen Ramengebung allgemein Geltung zu verschaffen. Wenn aber Die Hütteir- werke als Stahlerzeuger keine andere Bezeich­nung mehr gebrauchen, so wird sie sich schon allmählich einbürgern. 3n denBestimmungen über Die bei Hochbauten anzunehmenden Be­lastungen und über bie zulässigen Beanspruchun­gen der Baustoffe", Die in diesem 3ahre in 5. Auflage erschienen sind, wird außer von Schweiheilen" noch von Flußstahl" undhoch­wertigem. Baustahl" gesprochen. Während bei Flußstahl Die zulässige Zugbeanspruchung bis 1200 Kilogramm für einen Quadratzentimeter geht wie bisher bei Schmiedeeisen Darf hochwertiger Baustahl bis 1560 Kilogramm für ein Quadratzentimerer auf Zug beansprucht wer­den. Um diesen aber als ..hochwertig" sofort kenntlich zu machen, ist bestimmt worden, daß Walzeisen durch eine Markenlinie, die über die ganze Länge des Stückes eingepreht fein muß, gekennzeichnet wird, während Riete und Schrauben mit einem stark erhabenen Zeichen H (H) zu versehen sind.

Das WortEisen" bezeichnet also jetzt im wesentlichen Die Formgebung, d. h. man spricht von Winkeleisen. Rundeisen und dergleichen, während mau den Werkstoff, aus dem sie be­stehen, .. Fluhstahl" oderhochwertigen Baustahl" nennt. Es ist zu hoffen, daß diese Bezeichnungen recht bald Allgemeingut Der deutschen Technik werden. , . .

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