Eintritt für jedermann frei!
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Werrstein II. in Bobstadt 2 Monate, dessen Ehefrau und P. Kreider III. in Hofheim je 1 M o- nat Gefängnis.
Zeit nur anspruchsvoller wird, so verhall es sich auch mit Gartenblumen, nur mit dem Unter» schiede, daß man diese Objekte nicht im Tresor verschließen, sondern für jedermann sichtbar blühen lassen muh. 3e reicher eine Stadt an Blumen, um so mehr werden Fachleute Absatz und Verdienst finden. Aus der reichen Sammlung seien nur erwähnt, eine neue, immerblühende Schwertlilie, die neue silberblättrige Pcrowskia atriplicifolia, reizende Herbstastern in neuen Färbungen wie Aster aeris und luteus, die blaue Witwenblunre Schöne von Eisenach und farbenprächtige Dachwedel = Spierstauden. Ausstellerin ist die Firma Kayser L Seibert in Roßdorf bei Darmstadt, eine der bedeutendsten Staudenfirmen Deutschlands, die gegenwärtig über eine Million Pflanzen kultiviert.
Gehölze.
Die htesige Stadtgärtncrei stellt auf der gegenüber liegenden rechten Seite aus den reichen Beständen ihrer Anlagen und der jungen Baumschule Zweige aus. Aur wenige wissen, wie reich unsere städtischen Anlagen an Seltenheiten von Bäumen und buntlaubigen Sträuchern sind. Hier hat das Publikum Gelegenheit, einen Einblick in diesen verborgenen Reichtum zu tun, der durch die sauber ausgeführte Art der Benennung erleichtert wird.
Konsumverein Gießen u. Umg„
Die Kultur der Topfpflanzen und ihre Behandlung im gimmer.
-Ueber dieses Thema sprach im Rahmen der Gartenbau-Ausstellung in der Volkshalle llni- verfitäts-GarteninsPektor Rehnelt. Der Vortragende führte etwa folgendes aus:
Der Erfolg häuslicher Dlurnenpflege ist in erster Linie abhängig von Verständnis der Pflanzen für ihre Bedürfnisse an Wasser und Nahrung, Licht und Temperatur. Jede Versäumnis darin wirkt sich in einer nachteiligen Veränderung der Wurzeln aus und äußert sich durch Bildung gelber Blätter oder Verlust derselben. Hierdurch leidet Aussehen, Frische und Schönheit der Blüte. Kehren solche Schädigungen, wie allzu große Trockenheit, wieder, so ist mit dem Eingehen der Pflanzen zu rechnen. Auch die Temperatur spielt eine bedeutende Rolle, Zimmertannen werden ausnahmslos zu warm gehalten, ihre Astquirle dürfen nicht abwärts sinken. Palmen sind in ihren Ansprüchen art Licht bescheiden. vertragen jedoch andererseits nicht die brennende Sonne. Wo sie dieser ausgesetzt sind, geht das frische Grün verloren. Ein Besprengen, um den Tau zu ersetzen, Reinhalten von Staub und Ungeziefer sind unerläßlich. Je mehr eine Pflanze wächst, um so eher und reichlicher darf gedüngt werden, die Düngung im ruhenden Zustande ist zu vermeiden, sie erzeugt leicht ein Versauern der Erde. Verpflanzt wird im allgemeinen bei wiedererwachendem Triebe im Frühjahr, Ende März oder Anfang April bis in den Mai hinein. Palmen erst gegen Ende Juni bis Ende Juli. Verletzungen der Wurzeln, wie sie unvermeidlich sind, schaden dann nicht. Kakteen werden im Sommer viel, im Winter spärlich begossen. Je wärmer der Raum, in dem sie stehen, um so öfter kann die Wassergabe geschehen. In kühlen Räumen hält man sie trocken. — Der Vortrag soll später wiederholt werden.
Jahren erreicht worden ist. Der weitere Fortschritt der Technik und mit ihm die Verbilligung des elektrischen Stromes wird ihr zweifellos eine große Verbreitung sichern.
Gegenüber fesselt die Ausstellung elektrischer Waschmaschinen und Waschautomaten die Aufmerksamkeit. „Die große Wäsche" wird eine Freude, zumal gerade hier der Hausfrau viele Sorgen, die der Dienstbotenmangel mit sich bringt, abgenommen werden. Diese Abteilung zeigt, vom Elektrizitätswerk und der Firma Brinkmann ausgestellt, Waschmaschinen verschiedener Größe und Ausführung jeden Bedarf.
Auf der Galerie haben Möbel- und Tapetenhändler im Verein mit den Gießenr Installateuren ein Wohnungseinrichtung ausgestellt, die die Farbenpracht und Anpassungsfähigkeit des eletktrischen Lichtes verlockend vor Augen führt. Hier ist persönlichem Geschmack bei der Anordnung ein weites Feld offen. Verlangend richten sich auch die Augen auf die Holzbeleuchtungskörper der Firma M.B erle. Ein Beispiel für stilvolle kunstgewerbliche Arbeiten der Innenarchitektur bietet dieser jüngste künstlerische Zweig der Elektrotechnik.
Beachtenswert sind auch die kleinen Eletkro- motorantriebe der Nähmaschinen, die von den hiesigen Vertretern der „Singer"- und „Phönix"- Nähmaschinenwerke ausgestellt sind und der vielbeschäftigten Hausfrau die Erfüllung ihrer Pflichten erleichtern.
Zum Schluß möge noch die von der Firma Gg. Appel ausgestellte Badeeinrichtung genannt sein, eine Zierde für das Heim, der weite Verbreitung zu wünschen wäre. Ihre Hauptvorzüge liegen auf hygienischem Gebiete, und hier ist im Interesse Der Volksgesundheit noch viel zu tun, ehe das Ideal der Antike erreicht ist.
„Das Mädchen für alles" hilft dir stoch mehr, verehrte Hausfrau, wovon ein anderes Mal zu sprechen ist. Dipl.-Jng. H. Weber.
Elektrische Hausgeräte.
•ileäer das Thema „Elektrische Hausgeräte" hielt gestern abend in der Volkshalle Oberingenieur Kühnel einen sehr stark besuchten Vortrag mit Demonstrationen. Der Redner gab einleitend einen historischen äkeberblick über die Tätigkeit der Hausfrau und die Entwicklung l>er Haushaltsführung, die insbesondere in neuerer Zeit in steigendem Maße auf eine Entlastung der Hausfrau hin tendiere. Ein bedeutender Fortschritt ergab sich mit der Einführung der Elektrizität in den Haushalt. Elektrisches Licht und Staubsauger beispielsweise durchlaufen dabei in ihrer Anwendung und Ausbreitung etwa die drei Stufen vom Luxus über den „Komfort" 3um Bedürfnis. Die Elektrizität im Hause wird wesentlich zur Beleuchtung, Heizung, Wohnungsreinigung und zum Küchenbetrieb verwendet. Der Vortragende ging im Laufe seiner Ausführungen dazu über, die einzelnen Anwendungsformen der Elektrizität im Haushalt an einer Reihe von Modellen praktisch zu demonstrieren. Verhältnis- chäßig einfache, bereits bekannte und im Gebrauch eingeführte Apparate sind etwa der elektrische Wasserkocher, Kaffeekocher und Teekocher, die in verschiedenen Konstruktionen auf dem Markt sind. Ebenfalls bekannt ist das elektrische Bügeleisen: eine Steuerung stellt hier ein eingebauter, auto- matischer Wärmeregler dar: (das sog. „denkende" Bügeleisen). Ein hygienisch beachtliches Instrument ist die elektrische Heißluftdusche, übrigens für warme und kalte Luft zu benutzen. Die elektrischen „Sonnen" stellen eine Llebergangs- oder Zusatzheizung dar: größere Heizkraft haben die elektrischen Oesen, sog. Widerstandsöfen, die ebenfalls auf verschiedene Heizgrade verstellbar sind. Als kommende Wohnungsheizung, so führte der Vortragende aus, sei der sog. Wärmespeicher anzusehen. Vielseitig ist die Verwendung der Elektrizität in der Küche. Bereits bekannt sind die Kochplatten. Die „elektrische Kleinküche" ist zum Vraten und Backen eingerichtet, kann auch als Kochkiste verwendet werden. Von Nutzen ist hierbei eine einzumontierende Schattuhr, die den Kochprvzeß in Abwesenheit der Hausfrau automatisch regelt. Elektrische Zweikochherde, mit dem Vorteil schneller Anheizung, sind zum Schnellkochen und Dauerkochen eingerichtet und können mit der „Kleinküche" kombiniert werden. Kleinere Flüssigkeitsmengen lassen sich durch den sog. Tauchsieder schnell erwärmen. Elektromotorisch betrieben wird der Staubsauger: das vorgeführte Modell ist ein dreiteiliger Kesselapparat (Motor mit Ventilator, Filter und Kessel) mit verhältnismäßig geringem Stromverbrauch. Aehnlich arbeitend, zum Reinigen und Polieren von Parkett und Linoleum, der Bohnerapparat, die „elektrische Scheuerfrau". Dann gab es einen Llniversal- molor für zwölf verschiedene Küchenmaschinen (Z. D. Fleischhacker, Brotschneider, Kartoffelschäler, Eismaschine, Buttermaschine, Schleifstein, Wäschemangel), an den normalen Steckkontakt anzuschließen: Stundenverbrauch 1 bis P/2 Pfennig. Der Vortragende schloß mit einem äleberblick über eine Anzahl weiterer eleftr. Apparate, in deren vervollkornmeter Herstellung und Verbreitung man in Amerika teilweise schon weiter fortgeschritten ist, als bei uns, z. D. Kühlschrank, Waschmaschine, Geschirrspülmaschine, Bügelmaschine und Lustverbesferer. — Die Ausführungen und Demonstrationen fanden den lebhaften Beifall des vorwiegend weiblichen Auditoriums.
läßt eine abwechslungsreiche Verwendung zu. Die Gemeinde erwartet mit Spannung die Wirkung des Geläutes, dessen Beschaffung dem Opfer- und Kunstsinn der Einwohnerschaft ein ehrendes Zeugnis ausstellt.
bs. Obbornhofen, 14. Sept. Es finden gegenwärtig Verhandlungen zwischen der Gemeinde und dem Hessischen Staate statt über den Ankauf des hiesigenTrinkbrunneNs, des sogenannten ..Obborns". Zu der geplanten Kohlenschwelerei mit Ferngasversorgung auf dem Kraftwerk Wölfersheim werden große Mengen Wasser benötigt. Die Gemeinde hofft, durch den Verkauf der Quellen unentgeltlich zur Anlage einer Wasserleitung zu kommen. Genaue Messungen und Bohrungen finden schon feit geraumer Zeit statt.
Kreis Friedberg
!?! Ossenheim, 14. Sept. Die Straßen- fperrung nach Friedberg, die bis zum 4. September angeordnet war, mußte bis zum 25. verlängert werden, da es sich nachträglich gezeigt hat, daß die llsabrücke reparaturbedürftig war. Die alte Drücke wurde abgebrochen und eine vollständig neue in Eisenbeton aufgeführt. Vom Ausggng unseres Dorfes bis nach Fauerbach hinein ist nun Klein- Pflaster hergestellt. Die Fortsetzung der Kleinpflaste- rung nach Nieder-Florstadt zu wird nicht zu umgehen sein, da die Straße, die erst vorigen Herbst gewalzt wurde, schon wieder starke Löcher aufweist.
00 Nieder-Florstadt, 14. Sept. Die er Tage fand hier eine sehr gut besuchte Versammlung statt, in der H. Ebert von der Bezirkssparkasse Mathüdenstlft in Friedberg über das Bauspar- fystem bei den öffentlichen Sparkassen Hessens sprach. Seine klaren und ausführlichen Erläuterungen gaben ein umfassendes Bild von dem abzuschließenden Vertrag, den Leistungen des Sparers vor und nach der Darlehensgewährung und der Auswahl der Darlehensempfänger. Beigeordneter Lue streifte das Wohnungsproblem in großen Zügen, verglich das zur Debatte stehende System mit ähnlichen Unternehmungen und trat für die Gründung einer Ortsgruppe ein, der auch 21 Bausparer beitraten. Es wurde ein Kassierer gewählt, die Wahl des Vorsitzenden aber noch zurückgestellt.
Kreis Büdingen.
y. Nidda, 14. Sept. Bei der hiesigen Gen - darmeriestation wird in Kürze eine Stelle für einen Wachtmeister abgebaut, wie dies vor einem Monat in Echzell geschehen ist. Es sollen künftig hier nur noch ein Oberwachtmeister und ein Wachtmeister wohnen, wie es vor dem Krieg der Fall war. Wachtmeister Kammer ist deshalb von hier nach Büdingen versetzt worden und wird zum 1. Oktober dorthin übersiedeln.
bs. Borsdorf, 14. Sept. Am kommenden 1. Oktober tritt unser Lehrer Henrich in den Ruhestand. Nahezu 30 Jahre hat er hier our Zufriedenheit seiner vorgesetzten Behörde im Amt gestanden und erfreut sich hier infolge feines leutseligen, allezeit hilfsbereiten Wesens allgemeiner Beliebtheit. Dis zu feiner Erkrankung im vorigen Jahre versah er auch den Organistendienst an der hiesigen Kirche.
Aus dem Niddatal, 14. Sept. Seit acht Tagen dampfen nach zweijähriger Pause wieder die „H o n i g k e s s e l". Die Birnen dazu sind reichlich vorhanden, und wer selbst keine besitzt, kann sie billig erstehen. Die Z w e t s ch e n find so spcifkich behangen, daß nur Vereinzelte sich zum Backen der beliebten Zwetschenkuchen versteigen können. Auch bte vorhandenen Aepfel, die immerhin reichlicher vertreten sind, als sich's im Frühsommer ahnen ließ, verteilen sich nicht auf die Allgemeinheit, sondern kommen einzelnen Obstzüchtern zugute, die günstig gelegene Obstfelder haben. Spät blühendes Wirtschaftsobst ist dabei am stärksten vertreten. Die einzelnen Gemeinden, die im allgemeinen über größere Obstanlagen verfügen, ebenso die Kreise erleiden durch das s ch l e ch t e A e p e l j a h r e m p- findliche Verluste.
):[ Aus dem B l e i ch e n b a ch t a l, 14. Sept. Nachdem die Heu-, Frucht- und Grummet- ernte gut ausgefallen und eingebracht ist, können die Dreschmaschinen überall ihr Surren ertönen lassen. In manchen Ortschaften des Tälchens laufen sogar zwei Maschinen, und viele Landwirte wußten schon vorher drei bis ver Stunden dreschen lassen, damit die übrige Frucht eingebracht werden konnte. Fallen nun noch die Kartoffeln und Dich wurzeln gut aus, so hat man dieses Jahr eine gute Ernte zu verzeichnen. Obst gibt es allerdings nur strichweise und auch da sehr wenig.
Kreis Schotten.
□ Laubach, 14. Sept. Dieser Tage wurde einer der wenigen noch lebenden Veteranen von 1870/71, der Landwirt Augusf 2'oche m, zu Grabe getragen. Das Leichengefolge war ungewöhnlich zahlreich: der Krieger- und Militärverein, der Schühenverein, der Gesangverein „Eintracht" gingen geschlossen mit. Die Destattung wurde durch den ansprechenden Vortrag des Chores „Wie sie so sanft ruhn" von tarn Gesangverein „Eintracht" eingeleitet. Dann führte Stadtpfarrer Nebel in beredten Worten aus, wie der Verstorbene in allen Lebenslagen ein tapferer Kämpfer gewesen sei. Hierauf legte ber Vorsitzende des Kriegervereins Herrn. Stotz 2 am Grabe des Mitbegründers des Vereins einen Kranz nieder, ebenso im Namen des Schützen- Vereins der Schützenmeister Kaufmann breiter einen solchen zu Ehren feines Mitbegründers und Ehrenmitglieds. Drei Ehrensalven beschlossen die Feier. Der Verstorbene war geboren am 13. Olt. 1847; vor vier Jahren hatte er seine goldene Hochzeit gefeiert. Er war ein waidgerechter Jäger und ein ausgezeichneter Schütze. Vor zwei Jahren uoch (im 77. Lebensjahre stehend) hatte er auf £>cr Düdinger Ghrenscheibe (gefristet vom Büdin- ger Schühenverein zum hiesiges Jubiläum) den besten Schuh innerhalb des Laubacher Schützen- Vereins, der eine ganze Reihe trefflicher Schützen zahlt. Noch im vorigen Jahr hatte er von allen Laubacher Schützen den besten Schuß auf die ogenannte „Hammelsgabe" beim Laubacher Notionalsest. dem „Ausschuß-Fest". Jochem war ein anspruchsloser, bescheidener und liebenswürdiger Mann. Er hatte einen lebhaften historischen Sinn und war eine lebendige Chronik. Jochem hatte im Hess. Garde-Drag.-Regt. gestanden. Von den Veteranen von 1870/71 leben
Gerichtssaal.
* Darmftabt, 14.Sept. Wegen zahlreicher oahrraddieb stähle in Oberhessen, im Rhein- aau usw. wurde der vorbestrafte Schuhmacher Gust Schmidtvon Halle zu4Jahren2Monaten Zuchthaus verurteilt. Bei den Diebstählen und bei dem Absatz der Räder in Frankfurt half ihm eine Prostituierte Marie Wimm; diese erhielt 2 Jahre und 6 Wochen Zuchthaus.. — Wegen Eisenbahndiebstählen auf der Riedbahn zwischen Mannheim und Gernsheim wurde der Rangierer Adam Jöst II. von Bobstadt 3" 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis und der Rangierer Martin Adam Wetzel von Groß- Rohrheim zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Wegen Hehlerei erhielten die Ehefrau 3 ö ft und Marie Kehlin Obrigheim je 4 Monate Gefängnis, Heizer und Fabrikarbeiter Jakob
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
f. Klein-Linden, 14. Sept. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde zunächst die Einführung der Wertzuwachs st euer (sog. Jnflarionswertzuwachssteuer) gemäß den Vorschriften des Hess. Ministeriums beschlossen. Als Zuschußgemeinde ist die Gemeinde verpflichtet, alle Steuerquellen zu erfassen: deshalb muhte der Gemeinderat auch in diesen sauren Apfel beißen. Zwei neuer schlossen« Straßen erhalten die Namen Heg st raße und Berg- strahe. Bei dieser Taufe wurde berücksichtigt, daß möglichst die betr. Flur- und Gewann-Namen gewahrt bleiben sollen. Die jetzige Lebens- gaffe wurde umbenannt in Lahn st raße. Jedenfalls führte diese Straße schon vor vielen Jahren den Namen Lahnweg; mit der künftigen Bezeichnung ist hier eine Verbesserung einge- führt. Der Ausschlag der Gemeinde- Umlagen wurde zwecks Vorlage von Unterlagen bis zur nächsten Sitzung vertagt.
X. 9. Hausen, 14. Sept. Gestern morgen verschied hier im 89. Levensjahre der älteste männliche Bewohner unseres Ortes, der Ehrenvorsitzende des „Turnvereins Haufen von 1864", Förster i. R. Karl Schlag. Der Entschlafene war eine durch seine Liebe zur Turnsache weithin bekannte Persönlichkeit. Karl Schlag war einer der Gründer des „Turnvereins Hausen von 1864" und gehörte diesem Verein schon 62 Jahre in vorbildlicher Treue an. Ununterbrochen, bis in die letzten Lebensjahre hinein nahm der Entschlafene an den Arbeiten im Turnverein mit Wort und Tat regsten Anteil. Keine Vorstandssitzung und keine Vereinsoersamm- lung ging ohne seine Mitwirkung vor sich, und noch vor wenigen Jahren — in seinem 85. Lebensjahre — begleitete Förster Schlag seinen Turnverein zu den Turnfesten des Tnrngaues Lahn-Dünsberg, dessen ältestes Mitglied er war. Der „Südwestdeutsche Turnverband", der in Schlag auch ein ältestes Mitglied verehrt, wollte diesem am 26. September d. I. den Ehrenbries des Verbandes überreichen lassen. Leider hat Karl Schlag diesen Ehrentag nicht mehr erleben dürfen.
* Rödgen, 14. Sept. Die vierte Tagung der Arbeitsgemeinschaft Grünberg für dieses Schuljahr fand diesmal in Rödgen statt. Sie stand unter dem Motto „Erdkunde". Schon in zwei vorhergegangeaen Versammlungen war dieses Fach Mittelpunkt gewesen, und heute wurde es zum Abschluß gebracht. Die Tagesordnung war ziemlich reichhaltig, sollten doch zwei Lehrproben und ein Vortrag über Erdkunde gehört werden, ilm 8V2 Tlhr eröffnete der Führer her _ Arbeitsgemeinschaft Grünberg, Bö eher (Grünberg), die Tagung. Zunächst zeigte H. K 0 ch (Rodgen) eine Lehrprobe am Sandkasten. Darauf führte H. Leisenheimer (Rötzgen) Erdkunde in der Oberstufe vor. Er zeigte, wie die Kinder ohne große Mühe sehr viel aus der Landkarte herauslefen können. Daran schloß sich der Vortrag des H. Konrad (Weitershain) über Erdkunde, der manche beachtliche Winke enthielt.
— Saasen, 14. Sept. Ein schwerer Unfall ereignete sich heute auf dem Wir- berg. Beim Ausladen der Kartoffeln schlug ein Pferd des Wilhelm Stark III auf dem Wirberg aus nach dessen Knecht und zerschmetterte diesem das Dein. Das Fehlen einer Telefonanlage auf dem Wirberg machte sich nun wieder übel bemerkbar. Denn in Gibelnrod, wohin der erste Bote ans Telefon ging, und ebenso nachher in Reinhardshain waren die Inhaber der Posthilfsstellen am Kartoffelausmachen und niemand zu Hause. So verging einige Zeit, bis ein Arzt aus Grünberg die erste Hilfe bringen konnte. Er ordnete die Verbringung deB Verunglückten nach der Klinik in Gießen an, die fofott vorgenommen wurde.
t Grünberg, 13. Sept. Die Vereinigung der ehemaligenGardedragoner N r. 2 3 in Gießen, wozu auch Lich und Grünberg gehören, hatte ihre Kameraden zu einer Versammlung nach Grünberg einberufen. Zahlreich waren die Kameraden von Gießen und Lich diesem Rufe gefolgt. Den Vorsitz führte Freiherr t>. Röder. Zur Frage eines Denkmals für die gefallenen Kameraden wurde mit» geteilt, daß die beiden Regimenter Nr. 23 und 24 gemeinschaftlich ein Denkmal errichten wollen, das einen Stand in der Nähe der Rhein- und Waldstraße in Darmstadt erhalten soll. Der Vorstand wurde auf 3 Jahre durch Zuruf gewählt, und zwar als 1. Vorsitzender Freiherr v. Röder, 2. Vorsitzender Ober-Telegraphensekretär Nöhl- Giehen, Schriftführer Verw.-Jnsp. Vollmüller- Gießen, Rechner D ö r ne r-- Gießen, Beisitzer Vogt- Lich und Becker- Grünberg. Der Beitrag wurde auf 1 Mk. pro Halbjahr estgesetzl; weiter wurde bestimmt, daß die nächste Versammlung im Gründungsmonat April n. I. — das Regiment ist im April 1790 gegründet worden — in Gießen stattfinden soll.
* Hungen, 14. Sept. Dieser Tage besichtigten die oberen Klassen der hiesigen Höheren Bürgerschule die Grube A b endstern der Bu- deruswerke. Unter sachkundiger Führung des Bergwerksverwalters lernten die Schüler die bergmännische Gewinnung des Brauneisensteins, seine Zerkleinerung, Reinigung und Weiterbeförderung kennen. Ein zweiter Gang führte die Schüler in die Dampfziegelei Hungen, wo ihnen die Herstellung des Ziegelsteins gezeigt wurde. Das schöne Wetter der letzten Tage benutzte die Anstalt zu' ihrem großen Tagesausflug. Ein Teil der Klassen besuchte den Zoologischen Garten und den „Röme r" in Frankfurt a. M., der andere Teil wanderte in unseren schönen Vogelsberg, wo der Hoherodskopf, der Taufstein und die Herchenbainer Höhe erstiegen wurden.
* Bellersheim, 14. Sept. Zu dem Bericht vom 7. September über das Eintreffen und die Abholung der neuen Glocken für unsere Gemeinde kann ergänzend mitgeteilt werden, daß die beiden alten, auf dem Turm verbliebenen Glocken auf die Töne b und c stimmen, so daß unsere Gemeinde nach Aufhängung der neuen Glocken das Vier- getönte es — g — b — c erhalt. Dieses Geläute
Das Reich der Hausfrau auf der Elektrizitätsausstellung.
Zeigte die Bevölkerung schon für die Ausstellung im ehemaligen Hotel Einhorn ein reges Jnter- . esse und bekundete damit das Bedürfnis, sich mit den Anwendungsmöglichkeiten der Elektrizität vertraut zu machen, so ist es in noch höherem Maße der jetzigen Elektrizitätsausstellung gegenüber der Fall. Räumlich und inhaltlich erweitert, ist hier ein mannigfaltiges, wenn auch nicht lückenloses Bild von der Leistungsfähigkeit der deutschen Elektrotechnik geschaffen worden, das allseitige Beachtung verdient. Die hohe Besucherzahl der ersten Ausstellungstage zeigt den Veranstaltern und Ausstellern, daß sie einem Bedürfnis entsprochen haben, und zwar mit viel Geschick und unter bester Raumausnutzung.
Schwerer hat es der Besucher bei dem vielfach .Neuen und Unbekannten, sich einen Ueberblick zu schaffen und ein sicheres Urteil zu gewinnen, wobei ihm sicher die Vorführungen im Betriebe eine wesentliche Erleichterung schaffen. „Ich helfe dir in Haus, Gewerbe und Landwirtschaft" — so etwa wird er empfangen. Sparen, ein Begriff, der wieder ständig an Ansehen wächst. Sparen an Geld, Zeit und Arbeitskraft. Diese drei liegen für ihn im Bereiche des Nützlichen, aber darüber hinaus stellt der Verbraucher elektrischer Energie noch andere ideelle Momente, wie Bequemlichkeit, Sauberkeit und Formenschönheit in den Kreis seiner Betrachtungen. Die Verbindung dieser einzelnen Empfindungen wird ein subjektiv verschiedenes Ergebnis zeitigen, womit die Mannigfaltigkeit der Ausführungen einzelner Apparate ihre Erklärung findet. Je nach dem Verwendungszweck wird auf das eine ober andereMoment der größere Wert gelegt, so daß einmal der Anschaffungspreis, ein anderes Mal die Betriebskosten ausschlaggebend sind für Anschauung und Entschluß des Käufers, wobei die getroffenen Zahlungserleichterungen, wie auch das Entgegenkommen des Elektrizitätswerkes bei der Festsetzung der Stromtarife wesentlich sind.
Der Hausfrau soll heute an dieser Stelle aus ihrem Reiche ein Ueberblick gegeben werden, und gerade hier ist die Elektrizität in den letzten Jahren das „Mädchen für alles" geworden. Die reichhal- tigftc Auswahl in Kleingeraten wie Staubsaugern, Tee- und Kaffeemaschinen sowie ganzen Servicen, Brotröstern, Koch- und Bratapparaten, Brenn- scherenwärmern, Heizsonnen und vielen anderen der Marke „Protos" der Siemens-Elektrowärm-Ges. und Graetzer bringt das städtische Elektrizitätswerk. Die technisch vollkommenen, geschmackvollen Muster in jeder Preislage werden den Beifall aller Besucher finden.
Mit Interesse werden die Hausfrauen den Kochvorführungen der vom gleichen Werke ausge- stellten elektrischen Küche folgen und rückhaltlos anerkennen, daß ein elektrische Küche nur Freude macht ob ihrer Reinlichkeit. Echaunlich ist die technische Vollkommenheit, die unter Benutzung aller Ersah- rungen der Kohle- und Gasherde hier in wenigen


