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iert aeaen Versailles.
Am 13. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrages von Versailles fand im Berliner Lustgarten eine Protestkundgebung der Berliner Studentenschaft statt, der auch Tausende ger Bevölkerung beiwohnten. Unser Bild zeigt rechts: Die Fahnen der Korporationen, Studentenbunde und Gruppen.
Verhältnisse in Deutschland hin, die einen 2)ua- Hsmue, wie er etwa zwischen der italienischen Wehrmacht und der faschlilischen Miliz bestehe für uns grundsätzlich ausschlössen. Auf eine kurze Formel zusammengefaßt, bestehe die Aufgabe der SA. im Gegensatz zu jener der Wehr- macht in der Wiederaufrichtung einer organisierten Dolksführung und in der Vollendung der deutschen Volkserziehung.
Oer Evangelische Bund zur Reichsiagswahl.
Berlin, 29.Juni. Das Präsidium des Evangelischen Bundes erläßt zur bevorstehenden Reichstagswahl eine Erklärung, in der es heißt: Unser Volk beginnt immer klarer zu erkennen, daß die Revolution von 1918 Schiffbruch erlitten hat. In Auflehnung gegen die Irreleitung des deutschen Volkes ist eine nationale Bewegung von solcher Kraft und Stärke entstanden, daß sie nicht länger von der Gestaltung des deutschen Schicksals ausgeschlossen werden kann. In Mitverantwortung für die Zukunft unseres Volkes fordern wir, daß jede zukünftige Regierung diesen Tatsachen entscheidend Rechnung trägt. Wir erwarten, daß bei der Zukunftsgestaltung unseres Reiches die christliche Religion als der für seine Jnnenentwicklung bedeutsamste Faktor anerkannt und gewürdigt werde. Wir wünschen, daß insbesondere dem aus der Reformation heraus gebo- renen deutschen protestantischen Denken und Wollen der ihm gebührende Raum gegeben werde. Wir verlangen, daß der evangelischen Kirche das Maß von Recht und Freiheit, das sie auf Grund ihrer Geschichte und um ihrer Sendung willen zu beanspruchen hat, unverkürzt zuteil werde. Wir begrüßen cs, daß die Ueberzahl der bisherigen Parteien und Gruppen eine starke Einschränkung erfahren hat. Die großen und letzten Entscheidungen, in denen wir stehen, verlangen Zurückstellung von Parteieigcn- wünschen, fordern größte Geschlossenheit und darum auch Vereinfachung im politischen Leben. Wir halten es für erforderlich, alle Kräfte dahin zu richten, daß die auf das Zusammengehen mit den politischen Vertretern der marxistischen Revolution, des Frei-
denkertums und Atheismus sich gründende Vorherr, schäft des Zentrums endgültig gebrochen werde. Es kommt alles darauf an, der verhängnisvollen schwarz- roten Koalition, die die Geschicke unseres Volkes und Vaterlandes 14 Jahre hindurch bestimmt hat. ein Ende zu bereiten. Jeder evangelische Christ hat bei seiner Wahlentscheidung dieses Ziel vor allem im Auge zu behalten.
Aus afler Welt
Wann wird das Sklarek-Urleil rechtskräftig?
Die Ausfertigung des schriftlichen Skla- rek°llrteils wird die Strafkammer, die am Dienstag das Sklarek-Urteil fällte, voraussichtlich einige Monate beschäftigen, so daß seine Zustellung wahrscheinlich e r st Oktober oder November erfolgen wird. Dann werden die Verteidiger ihre Revisionsbegründungen anfertigen, so daß vor Mai bis Juni nächsten Jahres mit einer Revifionsver- handlung vor dem Reichsgericht kaum zu rechnen sein dürfte. Erst dann wird das Urteil, falls das Reichsgericht die Revision verwirft, rechtskräftig. W i l l i S k l a r e k hat Dienstag abend im Moabiter Untersuchungsgefängnis einen Rervenzusammenbruch erlitten, der seine Uebersührung in das Lazarett des Untersuchungsgefängnisses notwendig machte. Die Untersuchungshaft, die di« Brüder Dklarek jetzt antreten müssen und die sich bis zur Rechtskraft des Urteils hinziehen wird, wird auf die Strafe höchstwahrscheinlich nicht angerechnet werden, da in der Praxis die Zeit der Untersuchungshaft zwischen Straskammerurteil und Revisionsverhandlung vor dem Reichsgericht allgemein nicht angerecknet wird, sofern <sich die eingelegt« Revision oer Verurteilten als unbegründet erweist.
Der neue Berliner Grohrundfunksender.
Nachdem die Verhandlungen des Reichspostministeriums mit dem Reichswehrministerium wegen Ankaufs eines geeigneten Geländes in Berlin- Tegel nunmehr zum Abschluß gelangt sind, wird
mit dem Bau des Berliner Großrund- funksenders auf dem Tegeler Schießplatz alsbald begonnen werden. Mit der Fertigstellung des Großsenders kann im Frühj ahr 1 933 gerech
net werden.
Frankreich baut einen Riefen-Ozeandampfer.
Am 29. Oktober findet in Saint Razaire der Stapellauf des größten Ozeandampfers der Welt statt, der vorläufig unter der Bezeichnung „5uper isle de France" bekannt ist. Das Schiff wird etwa 60 000 Donnen haben und soll auf den Namen ^Präsident Doumer" getauft werden. Seme Indienststellung ist für 1934 vorgesehen.
England in Erwartung des „Graf Zeppelin".
Eintausend Doh-Scouts aus allen Teilen von Middlessex sind ausgewählt worden, um bei der Landung des Luftschiffes „Graf Zeppelin am nächsten Samstag auf dem Flugplatz Hanworth mitzuwirken. Sie werden das Wochenende in Zelten verbringen. 250 von ihnen werden a l s Landungsmannschaft ausgebildet, die übrigen werden für den Ordnungs- dienst sorgen, damit sich nicht ähnliche Vorfälle ereignen wie bei dem vorigen Besuch des Luftschiffes, wo die Zuschauer die Absperrungen durchbrachen und dadurch das Luftschifs in Gefahr brachten. Der „Graf Zeppelin" wird am Samstag um 18 XLtyr aus Friedrichshafen erwartet. Er wird, da auf dem Flugplatz Hanworth kein Ankermast vorhanden ist, von der Landungsmannschaft sestgehalten werden. Dann wird das Luftschiff nach Aufnahme neuer Passagiere zu einem 24stündigen Fluge über England und Schottland aufsteigen und am Sonntag um 18 Mr nach Hanworth zurück- kehren.
vom Bllh erschlagen.
Bei einem schweren Gewitter, das mit unheimlicher Schnelligkeit über Südostfriesland hinzog, wurden im Siedlergebiet Esterwegen drei auf dem Moor tätige Arbeiter, die sämtlich aus Ostrhauderfehn stammen, vom Blitz getroffen. Zwei waren auf der Stelle tot, der dritte wurde schwer verletzt.
Prof. Edmund Husserl (Freiburg), als Begründer der Phänomelogie einer der einflußreichsten Denker der heutigen Philosophie, wurde von der Pariser Akademie für moralische und politische, Wissenschaft zum korrespondierenden Mitglied gewählt. Husserl ist der erste deutsche Gelehrte, dem nach^daw Weltkriege diese Ehrung zuteil wurde.
Feuer auf dem deutschen Dampfer „Tanger".
Auf dem deutschen Dampser „Tanger" der Oldenburg-Portugiesischen Dampfschi s f r e e d e r e i, der sich auf der Reise von Marokko nach Hamburg befindet, ist in der Deutschen Bucht Feuer ausgebrochen, das sich mit großer Geschwindigkeit auf dem Achterschiff ausbreitete. Den zu Hilfe herbeigerufenen Dergungs- und Schleppdampfern gelang es, das Schiff bei Neuwerk auf Grund zu sehen. Infolge der großen Hitze ist es sehr schwer, an das Feuer heranzukommen. Das ganze Hinterschiff bildet ein Flammenmeer. Die Mannschaft ist nach den bisher vorliegenden Meldungen gerettet.
Oie Möglichkeit einer nationalsozialistischen Regierung in Hessen.
WSN. Darmstadt, 29. Juni. Das „Darm- I städter Tagblatt" beschäftigt sich mit den Verfassungsbestimmungen über die Wahl des Staatspräsidenten und kommt zu dem Schluß, daß diel Möglichkeit einer Regie ««in gsbil- dung durch die Nationalsozialisten durchaus gegeben ist. Der Artikel geht davon aus, daß die drei bürgerlichen Abgeordneten der Einheitsliste und der Deutschnationalen Partei ohne weiteres geneigt, wahrscheinlich sogar eifrig bestrebt sein werden, die Nationalsozialistische Partei in Hessen zur Herrschaft zu bringen, damit sie ihre Staatskunst beweisen könne. Nach Artikel 37 der hessischen Verfassung werde der Staatspräsident, der die übrigen Mitglieder des Gesamtministeriums zu berufen hat, von jedem neugewählten Landtag in öffentlicher Sitzung mit absoluter Stimmenmehrheit gewählt. Mit dieser „absoluten Stimmenmehrheit" sei nicht etwa die Mehrheit der stimmberechtigten Abgeordneten gemeint, sondern die Mehrheit der tatsächlich in gültiger Weise abgegebenen Stimmen. Daraus ergebe sich, daß eine Reihe von Fällen denkbar ist, in welchen die Nationalsozialisten mit den drei bürgerlichen Abgeordneten die für die Wahl des Staatspräsidenten erforderliche absolute Mehrheit im Landtag bilden können. Selbst wenn man davon absehe, daß dieses Ergebnis durch Stimmenthaltungen oder Abgabe ungültiger Stimmen herbeigeführt werden könne, blieben Fälle von Verhinderung von Abgeordneten an der Ausübung des Mandats, fei es infolge von
Erkrankungen oder sonstigen Gründen, übrig, die ausschlaggebend in Betracht kommen könnten. Nun lieg« eine Behinderung der geschilderten Art in Hessen augenblicklich deshalb vor, weil e i n kommuni st ischer Abgeordnet er (Hamann) vor kurzem gerichtlich verurteilt, i n H a f t genommen worden sei und auf Grund der gegen ihn erkannten Strafe voraussichtlich ein Jahr oder länger unfreiwillig dem Landtag fern bleiben müsse. Durch dieses zufällig« Ereignis erlange die Rechte mit ihren 35 Stimmen die absolute Mehrheit im Landtag und sei in der Lage, die Neuwahl des Staatspräsidenten für einen von ihr aufgestellten Kandidaten durchzusehen und so der geschäftsführenden Regierung ein Ende zu machen, ohne daß es dabei eines Entgegenkommens des Zentrums bedürfe.
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lieber die heutige erste Sitzung der nationalsozialistischen Landtagsfroktion wird folgende Mitteilung ausgegeben: Heute nachmittag fand im Fraktionszimmer der Nationalsozialisten die erste Sitzung der nationalsozialistischen Fraktion des neugewählten Landtags statt. Der Fraktionsführer Gauleiter Lenz begüßte die vollzählig im Braunhemd erschienenen nationalsozialisti- schen Abgeordneten Hessens und erläuterte bie nächst liegenden Aufgaben der Parlamentsarbeit. Die Landtagsfraktion gab einmütig dem Willen Ausdruck, das in sie gesetzte Vertrauen der nationalsozialistischen Wähler zu recht- fertigen.
Oer Berliner im Zerrspiegel seines Humors.
Der Volkswitz hat ein scharfes Auge für die Besonderheiten und Eigenarten des eignen Charakters, und so ist im volkstümlichen Humor eine wichtige Quelle der Völkerpsychologie gegeben. Besonders der Berliner hat sich in seiner Komik wohl besser geschildert und ausgedrückt als in irgend etwas anderem. Ein vortrefflicher Kenner der Berliner Wesensart, Hans Oswald, unternimmt es, in seinem soeben bei R. Piper & Co. in München erschienenen, zu der Sammlung „Was nicht im Wörterbuch steht" gehörigen Buch „Berlinisch", durch eine Analyse der Sprache und durch eine reiche Sammlung bezeichnender Geschichten uns einen Einblick in die Seele des Berliners zu gestatten. Don der besonderen „Helligkeit" des Bewohners von Spree-Athen sind schon früh treffende Züge berichtet worden. So fragte um die Mitte des 17. Jahrhunderts ein Goldschmied den Berliner Ratsherrn Schönbrunn, woher es käme, daß die neuen Doppel-Groschen so bald rot würden, worauf Schönbrunn antwortete: „Sie schämen sich, daß sie so arm an Silber sind." Aus dem 18. Jahrhundert berichtet uns eine Anekdote aus dem Lessing-Kreise: „Lessing traf sich gern mit seinen Freunden in der „Baumannhöhle", einem nach dem Küfer Baumann genannten Weinkeller in der Brüderstraße. Dort las eines Abends der Philosoph Mendelssohn aus seinem „Phaedon", über die Unsterblichkeit der Seele vor. Ein Berliner hörte aufmerksam zu und trat nach der Vorlesung an den Tisch, an dem Lessing, Mendelssohn und Nicolai sahen. „Ick jloobe nich an ihr", meinte er. „Woran glauben Sie nicht?", fragte Lessing. „Nu, an de Unsterblichkeit." „Warum denn nicht?" „Ja, sehn Se, wenn ich dran jloobte und se kommt nich, denn ärgerte ick mir. Wenn ick dran jloobe und se kommt doch noch, so finde ick toeita nischt dabei: wenn ick aber nich dran jloobe und se kommt, so freie ich mir. Merken Se wat? Drum jloobe ick nich an de Unsterblichkeit." Sprach's und verließ das berühmte Dreigestirn. Aber der Berliner ist auch nüchtern genug, um sein eignes „Hellesein" zu verspotten. Dafür bezeichnend ist eine Geschichte, die zuerst der bekannte Berliner Humorist Glasbrenner erzählt hat: Ein Leutnant bemerkt, daß sein Kaffee seit einigen Tagen so dick ist: er ruft deshalb seinen Berliner Burschen ins Zimmer und fragt ihn nach der Ursache: „Ja, seh'n Se, Herr Leutnant", sagt dieser, „der alte
Trichter ist entzwee jejangen, un nu hab' ick eenen Strumpf jenommen, un da is et möglich --" „Zum Donnerwetter!" ruft de. Offi-
hier, „Kerl, bist du wahnsinnig?" „I 2ott bewahre", antwortet der Bursche voll Seelenruhe, „jlooben Se mir doch man, det ick weeß, wat ick dhue! Ick weeß ja, det Se sich einrichten müssen, un werde nich so rinrasen. Ick hab« ja man een alten Strumpf jenommen!"
Berühmt ist der Berliner wegen seiner „kalten Hundeschnauze". Er läßt sich nicht unterkriegen und nicht aus der Ruhe bringen. Ein hübsches Beispiel dafür wird aus dem Dänischen Krieg von 1864 berichtet: Ein preußisches Regiment war im schweren Granatfeuer In eine sehr niedergedrückte Stimmung geraten. Da rief plötzlich die Stimme eines Berliners: „Nanu! — hier is man ja seines Lebens nich mehr sicher!" Die Komik dieser Bemerkung schlug durch. Alles lachte, und der gute Mut war wieder hergestellt. Die Schlagfertigkeit seines Witzes drückt sich in der großen Bildhaftigkeit feiner Sprache aus, und diesen Vorzug offenbart er in erster Linie beim Schimpfen. Das Berliner Schimpf-Lexikon wird an kühnen Bildern von keinem andern übertroffen. Wie grotesk weiß er z. B. die Dummheit des andern zu kennzeichnen: „Dir ham se woll mit Kaltwasser vabrieht?" — „Dir Ham se woll mit'n wasser vabrieht?" — „Dir Ham se woll mit ’n Klammerbeutel jepudert?" — „Dir Ham se woll mit de Pauke jepiekt?" — Nicht minder kühn sind seine Drohungen, z. B.: „Hast woll lange nich aus ’t Krankenhaus jekiekt?" — „Dir hau ick, det de in feen Sarch mehr rinpaßt!" — „Det Aas stech ick mit 'n jefrornen Waschlappen bot!" — „Een Schlag — und de Nese sitzt hinten." — „Ick hau dir uff ’n Kopp, det dir de Strümpe platzen!" Andere derartige Fragen, durch die man den Gegner reizt, lauten: „Se sind woll ’n bisken brustschwach in’n Kopp?" — „Se haben woll ’ne alte Stiebelbürste verschluckt?" — „Ihnen haben Se woll mit Ochsenmilch uffjezogen?" Daraus folgen dann jene freundlichen Drohungen wie z. B.: „Ick stoße dir vor ’n Nappkuchen (Kopf), bet bie Rosinen rausfallen!" — „Ick streichle bir dein Jedächtnis, bette mit de ‘Scene Jrundwasser fühlst!" — „Dir soll ick woll vor ’n Puffer Haun, Sette melancholisch wirst?" Wie die Alten langen, so zwitschern schon die Jungen. Das Berliner Kind zeigt den Humor der Erwachsenen schon in ausgesprochenem Maße, wie unzählige Geschichten aus Zilles berühmtem „Milljö" zeigen.
Die Schatzgräber auf der Kokos-Insel.
Wie bereits kurz gemeldet, soll nunmehr einer der am meisten besprochenen und am häufigsten gesuchten Schätze, nämlich der auf der Kokos-Insel, gesunden worden sein. Nachdem innerhalb der letzten 40 Jahre mindestens ebenso viele Expeditionen das kleine Eiland, das etwa 800 Kilometer westlich von Costarica im Stillen Ozean liegt, nach allen Richtungen durchsucht und durchwühlt haben, wäre also nun, wenn sich die Richtigkeit der Meldung bestätigt, einer neuen kanadischen Gesellschaft die Beute von etwa 180 Millionen Mark zugefallen, die in den Träumen so vieler Schatzsucher als lockendes Ziel gespukt hat. Die Auffindung des von den Seeräubern hier vergrabenen Schatzes soll mit Hilfe elektrischer Suchinstrumente gelungen (ein, und zwar befindet sich die Schatzstelle m dem Bett eines aus- getrockneten Bachs unter einer überragenden Fels- flippe, der Flußlauf war von den Piraten künstlich abgelenkt worden, um spätere Sucher irre zu füh- ren. Derjenige, der bei dieser Nachricht wohl die stärksten „negativen" Gefühle gehabt hat, ist der englische „Schnelligkeits-König", der Inhaber des Geschwindigkeits-Rekords im Kraftwagen Sir Mal- colm Campbell. Er hat vor sieben Jahren eine Schatzsucher-Expedition nach der Kokos-Insel geleitet und beabfäitgte ursprünglich, sich auch an dem neuen Unternehmen zu beteiligen. Dann aber lockte es ihn doch mehr, einen neuen Angriff auf den Schnelligkeits-Rekord zu unternehmen, und er ging stattdessen auf die Rennbahn nach Daytona. Nun ha! er das Nachsehen und bekommt nichts von den 180 Millionen Mark. Aber noch ärgerlicher ist es daß er sich ganz genau an die Fundstelle erinnert und ganz in ihrer Nähe sein Lager aufgeschlogen hatte. „Es ist eine Ironie des Schicksals", schreibt er, »daß ich diesen ausgetrockneten Bach entdeckte und tatsächlich verschiedene Male genau über die Stelle ging, an der der Schatz lag und wo jetzt seine Auf- indung berichtet wird. Ich richtete große Aufmerk- amkeit auf dieses Gebiet, aber nachdem ich es sorg- ältig übersucht hatte, kam ich zu dem Ergebnis daß der Flußlauf durch natürliche Ursachen abgelenkt ein müßte, nämlich durch Felsen, die von der Ufer- eite herabgestürzt waren und das Flußbett ver- perrt hatten. Das ausgetrocknete Bett ist mit großen Felsstucken überstreut, die erst entfernt werden müssen, bevor die eigentliche Ausgrabung beginnen kann. Die Entfernung dieser Steine dürfte nicht schwierig sein, da sie an das nahe gelegene Ufer hinauf gerollt werden können. Es gibt nur zwei Buchten auf der Kokosinsel, an denen die Landung mit einem Heinen Boot möglich ist: sonst treten die zerklüfteten Felsen bis in das Meer hervor. Die Schis ahrt ist sehr schwierig und gefährlich, da überall eine starke
Brandung herrscht und die Insel von unter Wasser liegenden Felsen dicht umgeben ist, die nur bei derEbbe teilweise sichtbar werden. Die beiden Landungsplätze sind die Wafer-Bai, die im Nordwesten der Insel liegt, und die Chatham-Bai in Nordosten. Es ist infolgedessen anzunehmen, daß der Schatz ursprünglich an einer dieser beiden Buchten gelandet und von dort weiter einwärts gebracht wurde. Infolge des gebirgigen Charakters der Insel und der außerordentlichen Mühen, die die Fortschaffung eines schweren Schatzes über so unebenen und zerklüfteten Boden verursachen mußte, habe ich stets geglaubt, daß der Schatz ganz in der Nähe der Küste vergraben sein muß. Anderseits war es mir klar, daß jede größere Erdbewegung auf diesem jungfräulichen Boden Spuren in der überaus üppigen und wuchernden Vegetation der Insel hinterlassen müßte und daß daher diese Stelle verhältnismäßig leicht zu ergründen sei. Aber die alten Piraten waren schlauer und hatten die einzige Stelle auserwählt, auf der das Vergraben möglich war, ohne daß Spuren zurückblieben. Indem sie das Wasser des Flußbettes ablenkten und bann ihre geraubten Reichtümer hier in die Erde versenkten, taten sie bas einzige Richtige, und ich möchte mich ohrfeigen, daß ich dies nicht besser erkannt habe, als ich tat. Der Bach, um den es sich handelt, liegt an der Chatham-Bucht. Mein kleines Lager war nur 30 Meter von der Stelle entfernt aufgeschlagen, aber wir arbeiteten dann westwärts von dem Bach, nur in einer Entfernung von etwa 100 Meter von der eigentlichen Schatzstelle."
Ein armer Exwelimeister.
- Jedesmal wenn S ch m e l i n g in den Vereinigten Staaten um Ruhm, Titel und Dollars gekämpft hat, bringen bie Zeitungen ausführliche Nachrichten über die Riesenhonorare, die ihm zugeflossen sind. Jetzt, nachdem er den Titel des Weltmeisters verloren hat, interessiert es die Verehrer des Boxers ungemem, ob er es dafür wenigstens nun zum Millionär gebracht hat. Die Oeffentlichkeit wird aber beruhigt, es fällt auch dem Mann mit dem stärksten Viteps nicht so leicht, Millionär zu werden. Seine Einnahmen aus seiner gesamten früheren Boxertätigkeit werden mir rund eine Million Mark beziffert. Davon gehen aber große Ausgaben ab, denn er unterhält nicht weniger als fünf Haushalte. Er hat nur 300 000 Mark zurückbehalten und fein gegenwärtiges flüssiges Vermögen wird auf etwa 400 000 Mark, der Wert seiner Grundstücke auf 200 000 Mark geschätzt, so daß er noch manches blaue Auge schlagen und empfangen kann, bevor er im Handbuch der Millionäre erscheint.


