Ausgabe 
29.10.1932 Frühausgabe
 
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Das Leben schreibt Geschichten

Der

Redner

der Ausstellung

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spendet,

kann!

selbst zu

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Küche oder Stube fördert den F

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zusammenhalt und hält besonijrs d'.e er-

Run- unkprogramm

Sonntag, 30. Oktober.

S. 15.00:

rkonzert.

Mit-

Dienstag, 1. November.

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K ^iq[C Aschen?", Dortrag von Prof. Edmund Sitiig. HO; dürfet: Hörbild. 20.30: Konzert des Rundab

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TNittwoch, 2. November.

7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10

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Mtagskonzert l des Rundfunk-Orchesters. 1.

usbreitung mit zur Steige­

aster Ank' ition und L ischofs §

statt. He a. Aiinitz.

Selb ist Inapp, aber von dem menen bißchen Ueberfluh gibt jeder gern oder leivt, der täglich .nert gebebten L'sch finbet. Dazt kommt, daß ):e Formen der 2d a ch b a r f ch a f!s h i l f e sich zcändert haben. Dem einzelnen st es heute ' elfach nicht mehr möglich, ein K^d an seinen Lisch zu laden.

Sie Gieße c: Frauenhilfe will Deshalb in d'esem Jahre in tre terem iimfitge durch Zuwendung von Le^enäm'.t e'n be* Bedölke- rung den Lebenskampf e.le'.Äern.

Durch die Zuweisung von Lebens itteln wird

cche St.

innerer Prä- Hon Padri' von Hilde» ilünster zur H -

chten.

M gege.

lluH dah Q8 volle Utende-

Abonnement als Fremdenvorstellung zu ermäßigten i bis 22.30 Uhr

Operettenpreisen, -*w- Bn!-*4-' * i ...

^urgemh. en Staats« l. zur Snt« -Notlage im

erbwslvse Jugend am häuslichen Herd. Die Pfund spende ist deshalb der Einrichtung von Volksküchen, in denen das Essen auch ver­zehrt wird, vorzuziehen.

2In Lebensmitteln ist alle nicht verderb­liche Ware willkommen: Teigwaren, Hülsen­früchte, Konserven, Fette, Tee, Kakao, Zucker, Backobst und Brot. Verpackung erfolgt zweck­mäßig in Psundt'^en mit Aufschrift des Inhalts.

D.e G.eßener Frau nhilfe nimmt die Spenden jeden Montag, M.ttwoch, Freitag von 9 bis 12 Uhr in der Alten Klinik, Liebigstraße, ent­gegen. Auch dürfte es sich empfehlen, die reget* mäß.ge Lieferung dem betreffenden Lebensmittel- Händler zu übertragen.

^ini. Mtebun, Sükr.

De.

1' J We Kerkchrz otn.

: durch eine emächtigt, i

heiligen 1 v Avvembrr ersamm« ;

l und Aus« .; Bedenken ges veran« . \

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Wir hoffen, daß dieser 2lppell an den schon io oft bewiesenen Opfermut der Gie­ßener Frauen in weitesten Kreisen Wider- Hal. f:rdet u d wi hrend der W ntermonate recht reichliche Gaben einbringt.

njTtn.. '%i^J040: Schulfunk:Ptolemäus L, Pharao bn - »Ägypten". Geschichtliches^ Hörbild von Alpha. 1P:

aaten t oerkschM: ine Hai stigung- | r 2lrbeitsLi lioncn zuriif >ie SesamlMl c 13 Wionen

Wir richten die herzliche Ditte S'eßener HarrSfrau-.r: Helft und ipenoer, dam.t vielen Hungernde.l geholfen werden

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der Kabinetts« Abgeordneten« fung des 2s>' rtei mit ®üa* t Jerhandtm« ausgeglichenen 'tzung der 2e» ag iurü<- cine Deawlin^

Sie Toni aus Wien" von Ste-ffan (Leitung: Inten- oant Moehl Bäulke), 18.30 bis 21 Uhr. Dienstag, 1. November, 5. Vorstellung im Dienstaa- abonnementRoulette", Lustspiel von Fodor; Spiel- oo iit? e 9 I e r- Gewöhnliche Preise. 20 bis 22 Uhr. Mittwoch, 2. November, Erstaufführung eenes Stuckes, das gemacht werden soll, von Piran- oello:Sechs Personen suchen einen Autor": Spiel- le.ltuna Peter F a s s o 11. Gewöhnliche Preise, 20 bis 22 Uhr. Als 5. Vorstellung im Frettaq- abonnement am 4. November. Wiederholung der OperetteDie Toni aus Wien". Operettenpreise, 22

** Die Besichtigungszeiten der Mu- s een. Das Oberhesstsfiche Museum im Alten Schloß, °95 .^olkermuseum, sowie das Kriegsmuseum und die städtische Gemäldesammlung im Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet

705: Frühkon.zert auf Schallplatten. 10. idl in iS » H 40: Don Hamburg: Schulfunk:Auf ei~- IU| v.rfl blOp irfmn 1 *> ÜH. ___l r

Mittagskonzert II auf Schallplatten. 15.15 bis 16.15: Stunde der Äugend. 17.00: Konzert. 18.25:Dunkel "der Asien", Vortrag von Dr. Karl Klinghardt. 18.50:Deutsche Landschaft, deutsche Arbeit, deutsche Schrift", Vortrag von W. Fahrenbruch. 19.30: Aus Karlsruhe: Zither-Unterhaltungskonzert. 20.00: Von W'.en: Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes von Hugo von Hofmannthal. 21.00: Konzert. 22.45 bis 24.00: Nachtmusik.

Donnerstag, 3. November.

7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.00: Mit­tagskonzert I auf Schallplatten. 13.30: Mittagskon- 3ert II des Rundfuiik-Orch.stcrs. 15.30 bis 16.30: Stunde der Äugend. 17.00: Nachm'tagskonzert frei­stehender Berufsmufiker. 18.25:Der Mensch vor der Linse". Unterhaltui-g zwischen Leni Riefenstahl und Dr. Rudolf Arnheim. 18.50:Das Notpro­gramm und die Krise des Grundbesitzes", Vortrag von Dr. Köbner, Sl)ndikus der Industrie- und Han­delskammer Frankfurt a. M. 19.30: Wer ist es? (I). Literarisches Rätsel, aufgegeben von Wolfgang Weyrauch. 20.00: Opern-Konzert. 21.15: Weinlese am Rhein. Hörbericht. Vorlesung von Prof. Fr. K. Roedemeyer. 21.45: St. Hubertus. Von Jagd und Jägern. 23.00: Funkstille.

Freitag, 4. November.

7.05: Frühkonzert freistehender Berufsmusiker. 12.00: Von Nürnberg: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II auf Schallplatten. 17.00: Von Wiesbaden: Konzert. 18.25:England und seine Landwirtschaft", Vortrag von Dr. Emil Stickler. 18.50:Die deutsche Industrie und die Deutsche Woche", Vortrag von Fabrikant Karl Becker, Offen­bach. 19.30: Balalaika-Konzert, gespielt von Bala- laikaorchcster Schulrabe. 20.00: Von Freiburg: Gobineau. Historische Szenen aus der Renaissance. Deutsch von Ludwig Schemann. 20.30: Sympho- nie-Konzert des Philharmonischen Orchesters Stutt­gart. 21.45: Herbftgesarg. Eine Elegie aus Ge­dichten von Verlaine und Klaviermerken von Cho­pin, für eine Sprechstimme und Klavier eingerichtet von Wilhelm Locks. 22.45 bis 24 00: Nachtmusik der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker.

Samstag, 5. November.

7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Schulfunk:Goethegedichte, vertont". 12.00: Mittagskonzert I auf Schallplatten. 13.30 bis 14.40: Mittagskonzert II des Württ. Tonkünstler-Orchesters Stuttgart. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17.00: Von Karlsruhe: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters Karlsruhe. 18.25: Vor­trag. 18.50: Vortrag (Zentralverband der Angestell­ten). 19.30: Die großen Redner. II. Demosthenes. 20.00: Bunter Abend. 22.45 bis 24.00: Nachtmusik.

Mw1

Der Inhaber zuckte sehr energisch mit den Achseln. »Dann bebaute ich, wir müssen auf der Anzahlung bestehen."

Aber ich will ja alles bezahlen!" platzte der Kunde heraus. Er zückte die Brieftasche und zählte eine Unmenge Scheine auf den Tisch.

Der Kaufmann sagte nichts mehr. Aber er flüsterte seinem Angestellten etwas ins Ohr, und nach eini­gen Minuten war die Kriminalpolizei da. Sie be­hielt den jungen Herrn in Gewahrsam, bis er ein­wandfrei beweisen konnte, daß er all [ein Geld einwandfrei geerbt hatte.

Ein Zeichen der Zeit! Früher galt der als Hoch­stapler, der nichts bezah'te. Heute wird man ver­haftet, wenn man bezahlen will.

Kleine Ursache.

. ' z. Moskau.

©in russischer Reisern der erzählt in einer hiesigen Zeitung eine Geschichte, die sich in einer Eskimo- sieblung auf Rvwaja Sein! ja zugetragen hat. Sie erscheint.uns gewiß amüsant, und ihre Nachwir­kungen werben bei uns nicht tragisch genommen. Aber man kann ber Versicherung des Verfassers Glauben schenken, baß sie in ber kleinen Eskimo- fiebhmg wie ein Blitz aus heiterem Himmel ge­wirkt hat und von ben Eskimos als hochwichtige unb tragische Angelegenheit empfunden wirb. Das Oberhaupt ber (Sieblang ist ein alter, wür­diger Herr, von bem man weit unb breit weiß, daß er ein großer Weiberfeinb ist. Er pflegte gerne damit zu prahlen, baß er noch'nie zu einer <3rau zärtlich gewesen sei, es sei denn zu sein.r Mutter. Und das will auch bei den Eskimos viel heißen, bie gar nicht so kaltblütig sinb, wie man eigentlich annehmen sollte. Vor einiger Zeit nun wurde ein großes Fest gefeiert, zu dem auch viele Eskimos aus einer benachbarten Siedlung herbei­gefahren kamen. Es ging dabei recht zustig zu, und das junge Volk war ebenso ausgelassen, wie es die Äugend anderswo zu sein pflegt. Mn dis­kutierte viel über die Behauptung des Alten, daß er noch nie Zärtlichkeiten mit einer Frau aus­getauscht habe. Sie jungen Männer und Frauen steckten Oie Köpfe zusammen, .und Plötzlich erhob sich eine, ber der Schalk aus ben sröh'ichen Augen blitzte, schlich sich von hinten an den Alten heran, bog seinen Kopf zurück unb gab ihm einen Kuß, daß es nur so knallte.

Alle freuten sich über ben Scherz. Aber plötzlich verstummte ber Jubel, ber Alte ftanb auf unb verlieh ben Kreis der Feiernden, ohne auch nur jemanden eines Blickes zu würdigen. Rach einer Weile erschien ein Bote unb forberte die Gäste aus der Rachbarsiedlung im Olamen des Alten auf, nach Hause zu gehen.

Äetzt herrscht zwischen ben beiden Orten ber Kriegszustand, unb die Regierung von Lenin­grad hat einen Kommissar damit beauftragen müs­sen, die Ruhe wieder herzustellen. So gering uns bie Ursache zu diesem Sturm im Wasserglas er­scheinen mag auch bei uns kann ein Kuß weit- getjenbe Folgen nach sich ziehen. Warum nicht auch bei ben Eskimos, beren Leben so einfach unb Primitiv ist, bah bei ihnen bie geringste Kleinig­keit zur großen Staatsaktion wird!

Wo sind die sieben Inseln?

e» w. N e u y o r k.

3n Washington traf ein: Prinzessin Dayang. Prinzessin Dayang ist die Tochter des Sultans von «ulii. Der Sultan von Sulu ist der Herrscher über em 13anb in der Südsee. Zu diesem Land in der oublec gehörten einstmals außerdem vierzehn Jn- >eln. Diese vierzehn Inseln wurden der Mutter des sultans von Sulu im Spanisch-Amerikanischen itrieg von den Vereinigten Staaten weggenommen. Zu Unrecht so behauptet jedenfalls Prinzessin Dayang, deren Großmutter ja sozusagen die Mutter des Sultans von Sulu war. Und jetzt ist sie nach Washington gekommen, um sich diese vierzehn In­seln, die ja eigentlich weit weg in der Südsee liegen, wieder zu holen. Sie hat diese Inseln geerbt, sagt sie, und wenn sie ihr Erbe nicht antreten kann, so will sie es wenigstens in Augenschein nehmen.

Das Weiße Haus in Washington rauft sich sein Iparliches Haar. Denn Tag um Tag sitzt diese fürch­terliche Prinzessin im Wartezimmer, starr wie ihre tote Großmutter, beharrlich wie ein lebendiger Handlungsreisender. Sie weicht nicht eher, als bis sie ihre vierzehn Inseln hat. Und man traut sich N'cht, ihr zu sagen, daß in den Akten, die Amerika über diesen Fall zur Verfügung hat, nur von fie= ben Inseln die Rede ist. Wo find die anderen sieben Inseln? Fräulein Dayang verlangt energisch Aus­kunft, die man ihr beim besten Willen nicht geben kann.

Jetzt schwebt bloß die Frage: sind diese sieben Inseln davongeschwommen? Haben die Japaner, die ja nach, amerikanischem Urteil zu allem fähig sind, diese sieben Inseln heimlich zusammengekittet und dem Mutterlande einverleibt? Oder hat ein Re­gisseur, der in diesen Zonen seinen letzten Südsee- 0'ilm drehte, diese sieben Inseln einfach in die Tasche gesteckt und in sein Hollywooder Atelier mit­genommen? Man steht vor einem Rätsel. Vermutlich werden in den nächsten Tagen in allen amerikani­schen Zeitungen große Inserate erscheinen, die dem ehrlichen Finder besagter Inseln eine Belohnung von 100 Dollars zusichern ...

Acht Kinder? Zu wenig!

1. Paris.

Man würde es dem kleinen unscheinbaren Mann gar nicht zugetraut haben, daß er, wenigstens in­nerhalb seiner vier Wände, ein solcher Nero sein würde. Jetzt stand er vor den Schranken des Schei- dungsgerichtes, unb neben ihm seine Frau, groß und mächtig, zerfloß in Tränen, offenbar in Erin­nerung an fürchterliches Unheil, grausamen Kum­mer. Ein ums andere Mal beschwört sie den Rich­ter, ihre Ehe zu trennen, sie von diesem entsetzlichen Mann zu erlösen. Was war geschehen?

psvndsprnde ber Gießener Frauenhilfe

Ein Aufr f Der Gießener Frauen-Win erhilfe.

die Hausfrau in ben (Staub gefei, selbst zu kochen unb ' bie Familienmitglieber mindestens

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yhaäer mirtjd>aj 1 hd)en Kraft hervorgehen mochten.

. s Vertreter des Kreisamtes Gießen begrüßte Re- gierungsrat Dr. Krüger die Veranstaltung in unicrer otabt mit Worten des Dankes und der »üÄ^nnung, zugleich würdigte er auch ihren hohen ethischen Wert, der in dem vortrefflichen An­schauungsunterricht dieser Ausstellung sichtbar werde und hoffentlich auch guten volkswirtschaftlichen bringe. Als Vertreter des verhinderten Stadtschulrats Fischer brachte Rektor Reul die bankbare Anerkennung ber Schulleitungen für biese ^yrreiehe Veranstaltung zum Ausbruck. Er stellte weiterhin die Bedeutung des Spargedankens für die Kindeswelt und von dort aus für die Allgemein- Jeit klar heraus und betonte die Wichtigkeit der Arbeit, die nach dieser Richtung hin durch die Zeichnungen ber Frankfurter Kinder in ausgezeich­neter Weise geleistet worben ist.

Die Besichtigung der Ausstellung offenbart dem ^esucher eine überraschende Fülle an Vielseitigkeit ber kindlichen Gedanken über die Zweckmäßigkeit unb Vorteile des Sparens. Selbstverständlich muß man die Zeichnungen lediglich als Ausdrucksform der kindlichen Gedanken ansehen, aber bie Originali­tät zahlreicher Einfälle ist so fesselnb, daß man mit ungeminberter Spannung die Ausstellungstaseln abschreitet unb bis zum Schluß interessiert ist. Auf Einzelheiten kann im Rahmen bieser Berichterstat­tung natürlich nicht eingegangen werden, jedoch muß man als Gesamteindruck feststellen, daß es überaus reizvoll ist, diese Sammlung zu besichtigen und sich Dabei an den humorvollen, oder draufgängerischen, oder kindlich naiven, aber zum Teil auch mit er­staunlicher Schärfe ber (BebanPenonnae angefertigten Arbeiten zu erfreuen. Diese Ausstellung kann nicht nur ben älteren Kindern reiche Anregung geben, sondern sie ist auch geeignet, ben Ernwchser'en Wert-' volles zu bieten unb ihnen in vielfältigster Form ben Segen bes Sparens für ben ein.^nen unb für bie Gesgmtheit eindringlich vor Augen zu führen. Es muß als ein besonderes Verdienst der Bezirkssparkasse Gießen bezeichnet werden, daß sie diese Ausstellung hierhergebracht hat. Möchte die interessante Schau von vielen besucht werden!

Vorn» ii.

Aus dem Stabttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute 20.15 Uhr Vorstellung zu kleinen Preisen:Der 18. Oktober", Schauspiel'von Walter Erich Schäfer; Spielleitung Peter Fassott, Ende 22.10 Uhr. Sonntag, 30. Oktober, außer

Herr Dulong gehört zu ben besseren Rechtsanwäl­ten in Paris. Er ist stark beschäftigt. Während der 51 Jahre seines Lebens hat er sich ein Vermögen von über zwei Millionen Franks zusammengespart. Seine laufenden Einnahmen sind gut. Demgegen­über stellt die Frau fest, daß sie seit vier Jahren denselben Mantel trage. Ihre Kinder wüchsen aus ifjren Kleidern unb Anzügen heraus. Unb selbst das |o beliebte Tauschsystem in einer kinberreichen Fa­milie, bemzufolge ber Aeltere seinen Anzug an den Nächstjüngeren weitergibt usw., ist schließlich nicht jahrzehntelang durchzuführen. Eine kinder­reiche Familie? Hier erreicht der Gram ber Frau seinen Höhepunkt. Tränenüberftrömt erzäihlt sie, bas sei ja das Schlimmste. Als vor brei Monaten von ihren neun K ndern eines starb, sei ber Vater im Sturmschritt zum nächsten Kinderasyl gegangen, um sich vier Säuglinge auszusuchen, die er sofort adop­tierte. Warum er das tat, das wurde nicht ganz klar. Er behauptete, diese vier Säuglinge seien aus dem Süden des Landes, unb er interessiere sich nun einmal für Rassenforschung. Sie behauptete, er hätte es bloß getan, um seinen wirklichen Kindern bas letzte Stück Brot aus bem Munbe zu nehmen. Und überhaupt, er sei ein Unmensch och!

Während dieses merkwürdigen Scheidungspro­zesses kam weiter der Umstand ans Tageslicht, daß öer Rechtsanwalt sich seit acht Jahren ausschließlich von Zwiebäcken unb Backpflaumen nährte, unb, was fff/i-immer war, feine Familie zu bieser erbaulichen Diät einfach dadurch zwingen wollte, daß er ihnen bie Mittel für ein normales Essen glatt vorenthielt. Der Richter gab baraufhin Herrn Dulong zu be­denken, daß ein Mann mit diesen, gelinde gesagt, exzentrischen Angewohnheiten vielleicht besser barän täte, seine künftigen ßebenspfabe einsam und für sich unb außerdem ohne Schaden seiner Angehörigen zu wandeln. Die Ehe wurde geschieden unb der Mann dazu verurteilt, seine Familie in Zukunft standesgemäß zu erhalten.

Eine halbe Stunde nach bem Ende bes Prozesses bemerkten wir zufällig, wie Frau Dulong mit ihren acht echten Sprößlingen in einer Konditorei über Riesenberge von Kuchen, Schlagsahne unb Pasteten herfiel...

Der Bürgermeister und die 15 Aepfcl.

a. London.

©eit dem großen Psundsturz im vorigen Äahr blüht bekanntlich in England die ParoleBuy British!. Engländer, kaust englische Waren, be­sucht englische Kurorte! Eßt englische Fische! Wickelt euch in englische Shawls I Alle illustren Männer, die sich in der Eile auf treiben ließen, machten Reifen im ganzen Lande, die Kolonien nicht zu vergessen, und hielten Vortrag auf Vor­trag über die Wichtigkeit, die englische Schafzucht durch englische Hammelkotelettes zu unter­stützen. Der Prince os Wales, Englands bester Exportartikel, ist ständig unterwegs, vorwiegend in dieser Mission. England erwartet eben heute wie zu Relsons Zeiten, daß jedermann seine Pflicht tut...

Seine Pflicht tat auch der Bürgermeister des kleinen Ortes Reigate. Deswegen geht es ihm heute so schlecht. Er liegt nämlich seit über einer Woche an einer Magenverstimmung darnieder. Diese Verstimmung, die man seinem Magen gewiß nicht Übelnehmen darf, ist eine direkte Folge der

Aus der provinzlalhaupttiadt.

G i e ß e n. den 29. Oktober 1932.

Kinderland und Spargedanke."

Unter diesem Geleitwort steht eine Ausstel­lung von Zeichnungen, die von Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren selbst entworfen und angefertigt wurden unb bie kindlichen Gedanken über die Zweckmäßigkeit des Sparens zum Ausdruck bringen. Die Ausstellung ist vom 29. Oktober bis 2. November in der Turnhalle der Pestalozzischule, Nordanlage 8, zu sehen. Die Ur­heber der Zeichnungen sind Schüler unb Schüle­rinnen der Westend-Mittelschule in Frankfurt a. M., die von ihrem Lehrer Schweighöfer zu dieser Arbeit angeregt wurden.

Die Ausstellung, bie schon in zahlreichen anderen Städten gezeigt wurde unb dort verdientermaßen große Beachtung fand, ist durch Vermittlung der Bezirkssparlasse Gießen hierhergekommen, uni auch der hiesigen Einwohnerschaft zu zeigen, in welch vielfältiger Weise das Interesse an ber Spartätig­keit lebendig ist. Bei der gestrigen Eröffnung be­tonte der Leiter der Bezirksspar.aste Gießen, Direk­tor Zacheis, in seiner Einführungsansprache vor einem Kreis geladener Gäste mit Recht bie volks­wirtschaftliche unb erzieherische Notwenbigkeit öer Ausbreitung bes Spargebankens nicht nur unter ben Erwachsenen, sondern auch schon unter den Kin­dern. Als Zweck ber Ausstellung bezeichnete er, ben Spargedanken in ber Jugend z u wecken unb Eltern unb Lehrerschaft für seine Vertiefung zu gewinnet Ein interessantes unb anschauliches Mittel dazu sei bie anspruchslose Kinberkunst, bie in ben Zeichnungen gum Aufdruck komme unb dartue, wie das Kind Geschautes unb Erlebtes kombiniere, sowie Gegebe­nes übernehme unb zu seinem Zwecke umgestalte. Er gab weiterhin seiner Genugtuung darüber Aus­druck, daß biese einzigartige Schau bas Interesse zahlreicher Behörbenoertreter, Mäfiner der Schule der Geistlichkeit, des öffentlichei Lebens usw. gefunden habe, das sich durch die Gegenwart zahlreicher Vertreter bekunde. ~

dankte für alle Förderung, die »ei ^us-neuung in vielfältiger Weife zuteil gewonen ist unb gab dem Wunsche Ausdruck, daß vi i dieser Schau starke Anregungen zur l des Spargedankens unb d

crutarkifchen Tendenzen mit ihren Parolen und ihren Propaganda-Aktionen.

Vor kurzem taten sich drei Bürgermeister zu­sammen, um unter dem Titel:Engländer, eßt englisches Obst!" eine Dortragsreise durch zahl­reiche Orte zu unternehmen. Diese Dorträg.' zeich­neten sich dadurch aus, daß während des Vortra­ges die drei Herren einen großen Korb mit Aep- feln vor sich auf dem Pult stehen hatten, und daß sie während ihrer Reden eine Frucht nach der anderen demonstrativ verschlangen. Den Zu­schauern machte diese Propaganda womöglich noch mehr Spaß, als die damit verbundenen feier­lichen Reden. Immer wieder kam es vor, daß die Bürgermeister unter stürmischem Applaus dazu aufgefordert wurden, noch und noch und noch einen Apfel zu essen.

Run sind Bürgermeister auch Menschen, älnd nicht alle haben die gleiche Konstitution. So be­gab es sich, daß der arme Bürgermeister von Reigate eines Abends, mitten in der Versamm­lung, nach Vertilgung seines fünfzehnten Apfels an Leib und Seele zusammenbrach. Es lieh sich nicht verheimlichen, daß ihm von demselben Obst, dessen Interesse er als guter Engländer vertreten sollte, heftig übel geworden war. Mit hohem Fieber wurde er ins nächste Krankenhaus ge­schafft. Dort liegt er nun und phantasiert von Adam und Eva und den Aepfeln im Paradiese, und daß Adam und Eva auf Grund ihrer cutar» tif !jn Tendenzen m.t heftigen Tauschmerzen aus dem Garten Eden verjagt worden seien.

Dabei stelle man sich vor: der gute Mann hat noch Glück gehabt. Wehe, wenn er etwa eine Propagandareise für englisches Bier, englischen Gummi, englische Stahlfabrikate oder am Ende englische Kohlen unternommen hätte!

Hochstapler.

o h§. Wien.

Zu einem ber foebeutenbften Möbelhänbler Wiens tarn ein junger Mann, ber sauber, aber ärmlich ge­neidet war, unb ließ sich Wohnungseinrichtungen zeigen. Der Inhaber bes Geschäfts bediente ihn per­sönlich, er war ein freundlicher Herr unb zeigte bem Kunden mit viel Gebuld alles Gewünschte, obwohl er doch genau wußte, daß dieser arme Teufel nicht einmal in der Lage sein würde, einen einzigen Stuhl zu kaufen.

Der junge Mann ließ sich nicht beirren, er ließ bie Nummern einiger Garnituren notieren, und als er fünf Zimmer beisammen hatte, sagte er dem In­haber, er möge ihm den ganzen Krempel nach Hause schicken.

Der Kaufmann zuckte mit keiner Wimper, aber er war ein höflicher Mann. Er glaubte, ben Herrn darauf aufmerksam machen zu müssen, daß zumindest die Anzahlung, ein Fünftel der Gesamtsumme, so-' gleich zu erledigen sei. Der junge Mann sah den Kaufmann erstaunt an.Aber. . ." sagte er schüchtern.

(»M ocl-l.^urkei: Hörbild. 20.30: Konzert des Run! v ^kunb^stOichZters. 21.30: Der Philosoph am Fenster. E.

-stchel von Ha ns A. Joachim. 22.45 bis 24.00: Lel- lonzert.

einmal am Tage zu einer toarmi Mahlzeit um ihren T sch zu versammeln, die warme

M.t Geld, insbesondere mit größeren Summen, ö-inen heute nur sehr wenige he en. Selbst die egelmähige Hingabe kleinster betrüg' ür d'.e Haushaltskasse wesentlich fühlbi

>ie Entnahme von LebensmitteL. Das bare

bis

sh in n d nvil jjOTTVDurg: oajuifunt:Äuf einen ut- ondern bW Elchen Kreuzer'. 12.00: Mittagskonzert I. 13.30Mit- tagskonzert II auf Schallplatten. 15.20 bis Ü.50- Hiusfrauen-Nachm ttag. 15.50 bis 16.20: (Bin neuer Hausfrauenberuf", Vortrag von Dr. Uni

Diw (riro- 17.00: Mannheim: Mndelssohn-Kckert

yLj 18.25:Das Handwerk unb bie Berufs- unb pch- ,ning ^tfLl X We", Vortrag von Dr. Hugo Knöpp. 18.50: per .'jmmel im November unb Dezember. Wer bett, je Havember-Meteore das siJige Brillant-Feue

'S. Funkno lle von

Von der G.eßener Frauen-V nterhilfe wird ms g.schrieben:

i hihnisches H 6.35: Von Bremen: Hafenkonzert. 85: Katho- nicht öer lische Morgenfeier. 9.15: Stunde di Chorge- ^nräuber icr.gs. 10.15: Die Neueinstudierung von Hoffmanns 0Zug W-\ Erzählungen" im Nassauischen Landepeater in §t Hal um dM Wiesbaden Einleitender Vortrag Ob:sp.elleiter 1 Friederici. 10.30: Morgenkonzert unter utw rkung je5 ollWcck! von Hans Pfitzner. 11.30: Von Leipzs.- Reichs- /mar bei W1 ienbung: Kantate von Johann Sebafün Bach.

. 12.05: Mittagskonzert I: Neue Tanzmuk. 13.05: wutiaen Was Mittagslonzert II. 14.10: Stunde des Lan

Tiditer. M blinde der Jugend. 16.00: Breslau: ®?ili

S- 18.00: Gedichte und ihre Wirkung II. Ep Rund-

oifoet liage an unsere Hörer. Veranstaltet n Prof.

inmMtbiiW Er. Martin Sommerfeld. 18.55: Chinesisck i Natio- Ü^Nft- 19.30: Herr Desroche«

' w nt Franz Karl Serie. 20.00: Aus bem 2)reit r'toVlinastoW Offenburg in Baden: Slbendkonzert des Ichcster- -Vm« Vereins Offenburg. 22.45 bis 24.00: Nachtmusik.

>' i,er mi aal TTfonfag, 31. Oktober.

r,flUSi cu1 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 12 ''«^naabel, ch togskonzert I des Rundfunk-Orchcsters. 13.1: Mit- ^slock """ ^gskonzert II auf Schallplatten. 15.20:Fjuen in 19in Milch' Migewähnlichen Berufen", Vortrag von Lilly

' fonbirt Nölting. 17.00: Nachmittagskonzert. 18.25:1 Juri- bes ek-ltsche Plauderei" von C. Retep. 18.50: Epischer ae - n* all^s ü gprad)unterricht. 19.30: Aus der Siadtkche in MJLe feru Wittenberg: Lutherische Vesper. 20.10: dustav b ^bolf. Eine historische Hörfolge von Friedrkoche. .hmudje' Wien: Kompositionsstunde: Hans ^tzner.

ilol! 8^.. tclv 22.45 bis 24.00: Nachtmusik.

3Honn,

Ä SSn9 ermäßigten | bis 22.30 Uhr. - Am Samstag, 5. November, 15.45 erfte Wiederholung der Operette Uhr, außer Llbonnement, zweite Schülervorstelluna Wien von strifan kLeit.in^- finfon, VDer 18. Oktober" von Walter Erich Schäfer. Schü­lerpreise. Ende 17.45 Uhr. Zum letztenmal gelangt am eonntag, 6. November, als Fremdenvorstelluna Zu ermäßigten Preisen das LustspielFreie Bahn dem Tüchtigen von August Hinrichs zur Auffüh­rung. -spielbauer von 18.30 dis 20.30 Uhr.