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29/07/1932 Frühausgabe
 
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Der Konflikt im hessischen Handwerk.

Baldige Neuwahl der Handwerkskammer?

Groß-Gerau, 28. Juli. (WSN.) Auf einer Bczirksausschuhsitzung des Bezirksverband cs für Handwerk und Gewerbe des Krei- j e s Groß-Gerau, an der die Vertreter vier weiterer Vczirksverbände, nämlich Darmstadt, Bens- heim Heppenheim, Offenbach und Offenbach-West teilnahmen, wurde der zwischen dem Bezirksverband Groß-Gerau und dem Vorstand der Heffischen .Handwerkskammer bestehende Konflikt, der bekanntlich zur Aussperrung des Bezirks Groß- Gerau geführt hat, eingehend beraten. Bezirksvor- sitzcnder Dasbach (Groß-Gerau) berichtete über die inzwischen stattgefundenen Verhandlungen mit dem Kammervorstand. Der Große Ausschuß des Lan­desverbandes für Handwerk und Gewerbe wünschte eine friedliche Beilegung des Konfliktes. Die Groß- Gerauer Handwerker erklärten sich daraufhin be­reit, alle vom Kammervorstand als beleidigend empfundenen Äußerungen zurückzunehmen, wenn ihnen Gelegenheit gegeben wird, sich von der Halt­losigkeit ihre Anklagen zu überzeugen. Demgegen­über verlangte der Vorstand der Hessischen Hand­werkskammer eine Zurücknahme aller Beleidigun­gen im voraus. Nachher könne weiter verhandelt werden. Hierzu hoben sich die Groß-Gerauer Hand­werker nicht bereitgefunden. Mit starkem Beifall wurden die Ausführungen der Vertreter der Be­zirksoerbände Darmstadt, Bensheim-Heppenheim, Offenbach und Offenbach-West ausgenommen, in denen zum Ausdruck gebracht wurde, daß sich diese

Bezirksverbände einmütig hinter den B e - zirksverbandGroß-Gerau stellen und von der Kammer fordern, daß endlich einmal dem Handwerk reiner Wein eingeschenkt wird. Bürgermeister Dr. L ü d e ck c führte u. a. aus, das Verhalten des Kammervorstandes gegen die Vertreter des Handwerks, die er als wahrhafte Männer kenne, müsse in ganz Hessen einen Ent­rüstungssturm Hervorrufen. Der Vorsitzende des Bezirksverbandes Offenbach erklärte, sein Bezirks­verband danke den Groß-Gerauer Handwerkerfüh­rern für ihre Haltung. Das Handwerk verlange volle Aufklärung und, um eine solche zu ermöglichen, die Neuwahl der Handwerkskammer. Die Vertreter der Bezirksverbände Darmstadt, Bens- heim-Heppenheim, Offenbach und Offenbach-West gaben eine Entschließung bekannt, in der diese Be­zirke vom Kammervorstand und Londesverbands- vorsitzenden D i e t h e r (Eberstadt) dahingehende Schritte verlangen, daß die Angelegenheit noch vor der großen Handwerkertagung in Oberingelheim erledigt wird. Ein Vertreter der NSDAP, gab.die Erklärung ab, daß die nationalsozialistische Landtagsfraktion des Hessischen Landtags einen Gesetzentwurf einbringen werde, der die schleunige Neuwahl der Hessischen Handwerkskammer vorfioht. Weiter werde die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses beantragt.

©Ji.-tfpott

Günther-Gronhoff Gedächinisflüge.

Wolf hirth fliegt 160 Kilometer.

Die Flüge am Donnerstag waren dem Gedächt­nis Günther Gronhoffs gewidmet. Gefordert tour* den von den weniger geübten Piloten 15 Kilome­ter und von den Leistungsfliegern beider Klassen 25 bzw. 40 Kilometer. Während Hemmer, Walli­scheck, Pernthaler, von Dierungshofen, Deutsch­mann und Dittmar in der näheren Umgebung blie­ben, schassten ihre Kameraden zum Teil recht an­sehnliche Leistungen. Peter Riedel aufRhön- odler" schaffte 45 Kilometer, Röhm aufWürt­temberg" landete bei Schmalkalden (45 Kilometer), und K r o n f e l d aufWien" ging bei Schleusin­gen (63 Kilometer) nieder. Der Stettiner Mayer, der wiederum seinPommernland" flog, hatte es wiederum auf den Höhenpreis ab­gesehen, der mit 1500 Mk. dotiert war und eine

Höhe von 2000 Meter verlangte. Gr hatte mit seinem Versuch Glück und kam bis 2200 Meter. Mayer sicherte sich damit die Anwartschaft aus einen der Hauptpreise. Wolf Hirth ging mit sei­nemMusteller "auf Strecke. Lange blieb man ohne Nachricht, bis kurz nach 1 Uhr die Meldung eintraf, daß er bei Eisenberg, 160 Kilometer von der Wasserkuppe, gelandet sei. Die Zahl der Flüge ist damit auf 430 gestiegen. Sn drei Tagen ist die Rhön beendet. Am 2. und 3. August findet eine Tagung der Segelflieger in Gersfeld statt.

Neuer deutscher Segelflugrekord.

Don Kassel wird gemeldet: Oberleutnant Hentschel von der Flugpolizei Kassel hat heute den deutschen Dauerrekord im Segelfliegen mit 16 Stunden 9 Minuten gebrochen. Der bisherige deutsche Rekord betrug 14 Stunden 1 Minuten.

27.Regalta der Gießener AudergeseUchast 1877. Das Gportereignis des Wochenendes.

Die diesjährige Regatta der Gießener Rudergesell­schaft stellt den Höhepunkt der Rudersaison für unsere Gießener Rudervereine dar. Snsbesondere die GAG. hat sich in diesem Sahre schon als sehr rührig erwiesen und tritt nun, nachdem schon eine stattliche Anzahl Siege errungen werden konnte, mit ihrer eigenen Regatta an die Oeffentlichkeit.

Run wird in diesem Sahre zum ersten Male Gelegenheit gegeben fein, die Gießener Ruderer naturgemäß sind auch die beiden anderen Ver­eine Ruderklub Hafsia und Verein Rudersport mit von der Partie vor heimischem Publikum star­ten zu sehen. Man sieht der Regatta mit Span­nung entgegen. Wir berichteten bereits darüber: das Meldeergebnis darf als sehr gut betrachtet werden. Zwar sind einige der stärksten Mannschaf­ten nicht vertreten (gegen die die Gießener gerne angetreten wären), denn man schont sich schon da und dort für die bevorstehende Deutsche Meister­schaftsregatta in Passau immerhin sind viele Vereine vertreten, deren Mannschaften alles Können herausfordern werden. Ctuf Essen, Ha­nau 79,Saar" undUndine" Saarbrücken, der Achter des Würzburger RV. sind am Start, Worms, Limburg, Ems, Frankfurt, Offenbach sind vertreten und unter den Mannschaften befindet sich manche, die auch in diesem Sahre schon Er­folge buchen konnte.

Für einige der Wettbewerbe sind 6 bezw. 7 Mann­schaften gemeldet. Neuerdings sind einige Kurz­streckenrennen in das Programm ausgenommen worden, die lediglich über eine Strecke von 500 Metern führen. Drei derartige Rennen sind vor­gesehen. Verschiedene Vorrennen werden bereits am Samstag bzw. am Sonntagvormittag gefah­ren. Der Start ist wieder am Felsen, die Strecke führt über 2000 Meter, das Ziel ist das Boots­

haus der GRG. Als Starter, Schiedsrichter und Zielrichter fungieren wiederum bewährte Kräfte. Das Publikum wird durch Lautsprecher, durch far­bige Tafeln und durch Anschlag stets auf dem Laufenden gehalten. Die Hauptrennen am Sams­tag beginnen um 16 Uhr und am Sonntag um 15 Uhr. Alles ist auf das Veste vorbereitet.

Oie kennen, die Meldungen, die Aussichten ...

Im Jean-Kirch-Gedächtnis-Vierer starten nur Lahnvereine. Sechs Boote liegen im Rennen. Vertreten sind Verein Rudersport Gießen, Limburger RE., RV. Ems, Wetzlarer RE., Weil­burger RV. und GRG. Die GRG. bestreitet das Rennen mit einer neu zusammengestellten Mann­schaft. Georgi sitzt am Schlag. Man erwartet einen spannenden Kampf, dessen Ausgang nicht vorherzu­sagen ist. Vier der beteiligten Boote waren bereits in diesem Jahre erfolgreich.

Der Jungmann-Einer dürfte einen Zwei­kampf zwischen dem Hanauer Möller (der schon verschiedene Rennen gewann) und dem Gießener Henn von derHassia" bringen. Für die GRG. startet Hellmuth Noll.

Für das erste Kurz st reckenrennen des Programms find fünf Mannschaften gemeldet. Die Entscheidung dürfte zwischen Saar Saarbrücken und Undine Saarbrücken liegen. Etuf Essen, Limburger RE. und RG. haben weniger Chancen gegen diese beiden Gegner.

Der Lahn-Achter wird von der GRG. (GRG. und Limburger RC. sind nur beteiligt) mit einer Mannschaft bestritten, die sich aus dem 2. und 3. Se- nioren-Vierer zusammensctzt. Die Limburger haben bereits in Ems ein gutes Rennen gefahren. Zu unterschätzen ist der Gegner nicht.

Das Adolf-Fischer-Gedächtnis-Ren- n e n, der erste Wettbewerb des Sonntags, sieht die Limburger Vereine gegen die GRG. am Start. Der Iungmann-Vierer der GRG. mit Timpe am Schlag sollte den Sieger stellen.

Ein offenes Rennen ist der Zweite Vierer: Bad Ems, Wetzlarer RC., Saarbrückener Undine und GRG. (Georgi-Vierer) liegen im Rennen. Im Zweiten Einer wird Friedl I ö d t voraussicht­lich nicht starten. Die Entscheidung liegt also zwischen Reinecke (Offenbach) und Möller (Hanau).

Der Erste Vierer (um den Wanderpreis der Stadt Gießen), eines der bedeutsamsten Rennen der Regatta, wird von drei Mannschaften gefahren. Der Mainzer RV., Saarbrückener RG. Undine und Gie­ßener Rudergesellschaft dürften sich hier einen span­nenden Kampf um den Sieg liefern, der dem Sieger normalerweise nicht leicht zufallen dürfte.

Im Iungmann-Vierer liegen vier Boote im Wettbewerb. Mainzer RV. und Saar Saar­brücken gehen als die Favoriten in die Dorrennen. Der Jugend-Gigvierer ist mit fünf Booten besetzt. Die Jugendlichen von Limburg, Offenbach, Mainzer RV., Verein Rudersport Gießen und GRG. sind alle zum erstenmal am Start. Wer den Sieger stellt, ist demzufolge gar nicht vorauszusagen.

Dem Jugend-Gig-Vierer folgt wieder ein Kurzstreckenrennen über 500 Meter, an dem sechs Boote beteiligt sind. Die beiden Saarbrückener und die beiden Limburger Vereine haben gemeldet, ferner sind der Mainzer RV. und Etuf Essen am Start. Das Rennen ist offen.

Im Leichtgewichts-Vierer sollte sich ein scharfer Kamps zwischen den drei beteiligten Ver­einen entwickeln. Marburger RV., Mainzer RV. und RG. Worms kämpfen um den Sieg.

Im Einer um den Lahnpokal sind Friedl I ö d t und Wolfgang Fahrenberg vom RC. Kurhessen Kassel im Wettbewerb. Beide Ruderer haben mehrfach beachtliche Erfolge aufzuweisen ge­habt. Ist auch Fahrenberg ein nicht zu unterschätzen­der Gegner, so sollte doch Jödt als Sieger aus dem Zweikampf hervorgehen.

Der Dritte Vierer ist wieder ein vollkommen offenes Rennen. Nicht weniger als sieben Mann­schaften beteiligen sich. Weilburger RV., Rhenania Koblenz, Bad Ems, Saar, RG. Worms, Wetzlarer RC. und Frankfurter Germania werden sich zunächst einmal in den Vorrennen spannende Kämpfe liefern. JmViererohneSteuermann werden Saar­brückener Undine, Mainzer RV. und GRG. am Start zu finden sein. Der Ausgang des Rennens ist nicht vorherzusagen. Das gleiche gilt für den Iun g-

mann- Achter, zu dem von den Frankfurter Ger­manen von Saar Saarbrücken und dem Mainzer RV. gemeldet wurde. Im Junior-Vierer treffen sich die Lahnvereine von Wetzlar, Ems und Limburg. Die Entscheidung dürfte hier zwischen Wetzlar und Ems zu erwarten fein.

Das Kurzstrecken-Rudern für Damen wird wieder von den Damen des Offenbacher RV. und der Gießener Ruder-Gesellschaft bestritten. Im vorigen Jahre gewannen die Offenbacherinnen. Der Sieg sollte ihnen auch diesmal nicht zu nehmen sein. Mainz-Kostheim, Limburger RG., Gießener Ruder­klub Hassia und Marburger RV. bestreiten den 8 - V i e r e r. Die Gießener sollten sich zum minde­sten in die Entscheidung durchringen und im ent­scheidenden Rennen einen achtbaren Platz belegen.

Mit besonderem Interesse wird man dem Rennen im Zweiten Achter folgen. Limburger RC., Offenbacher Undine und Undine Saarbrücken werden sich in einem scharfen Rennen um den Sieg be­mühen. Der Ermunterungs-Vierer, das vorletzte Rennen des Tages, ist diemal entgegen allen Gepflogenheiten nur mit zwei Booten besetzt. Mar­burger RV. und Gießener Ruderklub Hassia sind be­teiligt.

Den Abschluß bildet im Großen Achter das Duell zwischen dem Ersten Achter der Gießener Ru­der-Gesellschaft (der in der Besetzung von Weidig, Hartmann, Flimm, Georgi, Köhler, Strauch, Neu­rath, Goetz und am Steuer Loh in der jüngsten Zeit viel von sich reden machte und berechtigtes Aufsehen erregte) und dem Achter des Würzburger Ruderver­eins, der nur mit dieser einzigen Meldung vertreten ist. Die Würzburger treten mit einer verstärkten Mannschaft an, die die Gießener schon zur Hergabe alles Könnens herausfordern wird. Der Gegner Oer GRG. in diesem Rennen wird auch bei der Pas­sauer Meisterschaftsregatta gabel sein. Dem Sieger winkt der Wanderpreis des Großherzogs.

Die große Anzahl der Rennen 4 werden am Samstag, 18 am Sonntag gefahren erfordert es, daß die Starts in Abständen von je 10 Mi­nuten erfolgen. Dem Publikum wird also fast pau­senlos eine Reihe interessanter rudersportlicher Wett­bewerbe geboten.

Es steht zu erwarten, daß die Gießener Bevölke­rung auch dieser Regatta wieder lebhaftes Interesse entgegenbringt. Der gute Verlauf ist ihr, dank sorg­fältiger Vorbereitung gesichert, sofern das Wetter nicht einen energischen Strich durch die Rechnung macht. Die Wettervorhersage lautet nicht untröstlich. Hals- und Beinbruch muß man also sagen und den Daumen halten ...

Wirtschaft.

Arbeitslosigkeit und Beschäftigung.

Der saisonmäßige Rückgang der Arbeitslosigkeit in diesem Jahre ist beendet. Die jahreszeit­liche Erleichterung des Arbeitsmarktes war geringer und von kürzerer Dauer, als je­mals in den letzten sechs Jahren. Die Steigerung der Arbeitslosigkeit in der Zeit von Anfang bis Mitte Juli ist zwar nicht sehr groß. Aber allein die Tatsache, daß die Wirtschaft den s a i s o n m a ß i - gen Höhepunkt der Beschäftigung früher als sonst überschritten hat, zeigt, unter welch scharfem konjunkturellen Druck der Ar­beitsmarkt augenblicklich steht. Das Hauptgewicht des Rückgangs liegt bei der Textilindustrie. Es ist aber bezeichnend, daß neben anderen Zwei­gen der Derbrauchsgüterindustrien nunmehr auch die Nahrungsmitteln du st rien zum Rück­gang drängen. Dagegen halten sich die Produktions- güterindustrien relativ stabil. Der Konjunkturrück­gang der Beschäftigung hat sich hier nicht unerheb­lich verlangsamt. Es bleibt aber zu beachten, daß das Niveau der Beschäftigung hier noch niedriger liegt, als bei den Verbrauchsgüterindustrien. Im ganzen muß festgestellt werden, bafj die Beschä f- tigung konjunkturell noch dauernd weiter sinkt, und zwar mit beinahe unvermin- terter Intensität. .... ,

Die lange Dauer und die beispiellose Starke des Rückganges von Produktion und Beschäfti­gung werfen die Frage auf, wie weit diese beiden großen Faktoren in ihrem Rückgang miteinander Schritt gehalten haben. Die Tendenz, daß die Produktionsleistung pro Arbeitsstunde steigt, ist strukturell bedingt, wenn auch das Tempo die,er Entwicklung konjunkturellen Schwankungen unter­liegt. Rur soweit die Produktionsleistung ,e Arbeitsstunde ohne nennenswerten Kapitalauf­wand gesteigert werden kann, werden Krisis und Depression ein Antriebsmoment gewesen sein. Auf der anderen Seite muß jede konjunkturelle Senkung der Produktion wegen der fixen Ar- be.t^tosten zu geringerer Produktionsleistung je Arbeitsstunde führen. Während der letzten zwei Jahre hat die Produktionsleistung je Arbeitsstunde eindeutig zugenom­

men, u. a. im Stein- und Braunkohlenbergbau, den Nichteisenmetallhütten- und Walzwerken, der Textilindustrie und dem Baugewerbe. Eindeutig gesunken ist sie u. a. in der Großeifenindustrie, dem Maschinen- und Kraftfahrzeugbau.

Im Durchschnitt des ganzen Kalender-" jahres 1 9 3 2 wird die Arbeitslosigkeit nicht sehr viel von 6 Millionen ent­fernt sein, und für das Rechnungsjahr 1932/33 sich auf 6,25 Millionen stellen.

* Stillegung von Erzgruben im Dill­gebiet. Weg?n Absatzmangels hat die Siegerländer ErzgrubeEisenzecherzug" Stillegungsanzeige zum 31. August erstattet. 330 Bergleute werden arbeits­los. Auch die GrubeAmeise" stellt Ende August den Bergbau ein, wodurch etwa 200 Bergleute ar­beitslos werden. Durch diese erneuten Stillegungen wird der völlige wirtschaftliche Zusammenbruch der betreffenden Ortschaften nicht mehr aufzuhalten sein, denn mit der Einstellung der beiden großen Gruben schwinden die letzten Stützen, die das Durchhalten den Bergarbeiterfamilien ermöglichten.

frankfurter Abendbörse abgeschwächt.

F r a n t f u r t a. OIL, 28. 3uli. Die Abendbörse tag nahezu geschäftslos und meist weiter leicht abgeschwächt, zumal die Neuyorker Börse nach fester Eröffnung im Verlaufe stärker rückläufig gewesen sein soll. Die Spekulation übte aus den bekannten Gründen starke Zurückhaltung. J.-G.-Farben eröffneten 0.25 Prozent niedriger, während an den übrigen Marktgebieten kaum amtliche Notierungen zustandekamen. 3m Ver­laufe stagnierte das Geschäft vollkommen.

Am Rentenmarkt büßten Altbesitzanleihe 0,25 Prozent ein. Gold- und Liquidationspfand- b'riefe waren auf dem Mittagsniveau eher ange­boten. Reichsschuldbuchforderungen blieben bei geringsten älmsähen unverändert. Neubesitz 5,39, Altbesih 44, Reichsbank 124, Stahlverein 12, AEG. 27, 3.-G.-Farben 86,65, Lahmeyer 79,50, Südd. Zucker 106, Reichsbahn-VA. 75,25, Nord­deutscher Lloyd 12,75.

Berlin

Srantfurt a. 2JL

Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a.M.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 v. H

.rranum

u. JJl.

daun

FrankUM a. 1)1.

öcrlln

Schluß­kurs

ZM

Schluß- kurs

Schlußk. Mittag- bSrse

Schluß- kurS

Schluß'. Abend- börse

Schluß- kurs

Schlußk. mittag- börse

Datum

27.7. |

28.7

27.7. 1

28.7

Datum

27.7

28.7.

27.7.

28.7.

6% Deupche iHeidieameihc v. 1921

61

61

62

62,5

Hamvurg-Amerila Pakei . .

6

11,13

11,25

11,5

11,5

7% Deutsche NeichSanIethe v. 1929

65,5

65,5

65,75

66,25

Hamburg-Südam. Dampflchifs

0

5'/2% Doung-Aiileihe von 1930 . Deutsche AnI..Ablvs.-Schuld mit

60

59,5

57,75

Hansa Dampfschiff ...

Norddeutscher Lloyd ....

0

. 6

12,5

12,75

12,75

13

AuSlos.-Rechten.......

43,13

44

43,5

5,3

44,25

A.G. für Verkehrswesen Aki.

28

28

28

28,5

Desgl. ohne Auslol.-Rechte . 6% Hess. Bollsstaai von 1929

5,3

5,4

5,5

Berliner Handelsgesellschaft .

Commerz- und Privol-Bank.

8

7

90

16

90

16

90

53,5

90

53,5

(tüdjabib. 102%)......

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

54

52,5

Darmstädter und 'Nationalbank

Deutsche Bank und

8

18,5

18,25

18,5

18,5

AuSIos.-Rechten......

Deutsche Stemm. Sarnmelabl.

41

Disconto-Gesellschast. . .

Dresdner Bank ......

6

6

75

18,5

75

18,25

75

18,5

75

18,5

Anleihe Serie 1 . ....

8% Franks. Hhp.-Bank Goldpsc

41,25

41

41,4

41,6

Reichsbank ........

12

124

124,65

124,65

15 unkündbar bis 1935 ...

7% Franks. Hyp.-Bank Goldpsc

69,5

69

A.E.G...........

Bergmann........

Clektr. LieferungSgesellschast.

Licht und Straft......

. 7

. 9

27,65

27

27,4

27,25

unkündbar bis 1936 Serie 16 .

4>/2% Franks. Hyp.-Bank Liau.-

10

10

70

69,5

59

68.5

60

69,5

Pfandbriefe.........

i>/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.

78,25

78

Felten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische

6Vr

37

36

36,5

35,75

Goldpfe..........

8% Pr. Landespfandbriefanstalt,

80

79,75

Unternehmungen ....

Rheinische Elektrizität . . .

9

. 9

58

64

57,5

64,5

58,4

64

58,5

65

Psandbriese R. 19......

7% Pr. Landeöpfandbriefanstalt,

68,75

68

68,25

63,25

Schuckert & (So. . ..... Siemens & Halske .

11

14

62,75

62,25

121

62,5

122

62

120,9

Pfandbriefe R. 10

68

68

Lahmeyer L Co..

12

80,25

79,5

4% Oesterrelchlsche Koldrenle . .

10,25

10,25

11

10,9

Buderus.........

. 4

26,75

25,5

26,65

25,5

4,20% Oeslcrreichische Silberreutc

1,05

1,05

1,05

Deutsche Erdöl......

. b

68

69,25

68,5

69,65

4% Ungarische Goldrentc . . . .

6

6,05

6

Gelsenkirchener......

. 8

32,25

32,5

32,4

32,75

4% Ungarische Gtaalotentc v. 1910

6,5

6,55

6,6

Harpcncr.........

. 0

49

49

49,25

49,25

4>:.% desgl. von 1913

---------

5,25

Hoesch Eisen........

22

21/13

b% abgesl. Aoldmexikaner von 9$

5,4

4,65

5,25

4,75

Ilse Bergbau.......

10

'28,5

128,5

4% Türkische ftollaiilethc von 1911

4% Türki,che Bagdadbahn-Anleihe

3,25

3,25

3,35

3,35

Ilse Bergbau Genüsse . . .

Mlodnerwcrle .....

. 6

22,5

92

22

92

21,75

Serie I . .

3,35

3,3

3,3

Mannesmann,Rohren . . .

. 6

37,5

36,5

36,75

36

4% desgl. Serie 11.......

3.35

3,3

3,3

3,4

Mansseldcr Bergbau ....

. 0

11

11

5% fliumän. vereinh. Rente v. 1903

3.9

4

4,05

Oberfchles. Kokswerke . . .

. 8

29,65

29.25

4^,%Rumän.vereinh.Nentev.lSi: 4% Rumänische verctnh. Rente

7,25

7,4

7,7

7,7

Phönix Bergbau......

iVi

15,25

14,25

14,5

14,4

3,5

3,75

3,7

3,8

Rheinische Braunkohlen. . .

10

174

173

174

173

e<4% 1. Anatolier......

17,13

1 17,25

17

1 17,3

1 Rheinstahl .......

. 4

47

46,5

47

47

Schluß- kurö

Schlußk. Abend- börse

Schluß» kurö

Schlußk. mittag« börse'

27. Juli

28.3uli

Amtliche Notierung

Selb | »riet

Amtliche Notierung

Geld | Brie'

Datum

27.7.

28.7

27.7.

28 7-

Helsingsor» . Wien. . . . Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . Oslo.... Kopenhagen. Stockholm . London. . - Buenos Aires Neu York . . Brüssel. . . Italien. . . Pari« . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Jan.. Jugoslawien. Lissabon . .

6,374 51,95

12,465

3,057 169,68

74,63 80,17

76,52 14,91 0,923

4,209 58,31

21,45

16,48 81,88

33,62 81,97 1,159 0,325 6,693

13,64

6,386

52,05

12,485

3,063

170,02

74,77

80,33

76,68

14,95 0,927

4,217

58,43

21,49

16,52

82,04

33,68

82,13

1,161

0,327 6.707

13,66

Banfnoten

6,374 51,95

12,465

3,057

169,63 74,28 79,87

76,07 14,81 0,918

4,209 58,30

21,44

16,475 81,84 33,62 81,97 1,159 0,325

6,693 13,59

6.388

52,05

12,485

3,063 169,97 -74,42

80,03 76,23

14,89 0,922

4,217 58,42

21,48 16,515

82,00 33,68

82,13 1,161 0,327

6,707 13,61

Riebeck Monian......V

Vereinigte Stahlwerke ... . 4

Otavi Minen......16*/.

Kaliwerke Aschersleben ... 10

Kaliwerke Westeregeln ... 10

Kaliwerke Salzdetfurth ... 15

I. G. Farben-Jndustrie... 12

Verein, chem. Industrie Frank- surt .............

Scheideanstalt.......1°

Goldschmidt.........O

Rütgerswerle........b

Metallgesellschaft.......6

Philipp HoUmann......8

Zementwerk Heidelberg. ... 7

Lemenlwerk Karlstadt.....1

Wayb & Freytag......O

Schultheis Pabenhoser ... 15 Mu (Allgemeine Kunstseide) ( Bemberg......... <

Zellstoss Waldhof.....12

Zellstoff Aschaffenburg ... 6

Deffauer GaS........9

Daimler Motoren......O

Deutfche Linoleum ..... 5

Orcnsteln & Koppel.....<

Leonhard Tietz.......8

SvenSka...... 15

Ehade............

Frankfurter Maschine« . . . . <

Gritzner..........1

Mainkraftwerke Höchst a. SR., .

Süddeutscher Zucker . ... Ui

12,5

10

92,25 101

160

87,13

134

16,5

32,5

25

31

36

31

3,9

34,25

30

28

12

30,25

45,25

173

17,5

46

106

12

10,5 91

101

159

86,65

133,5

17

32,25

25

31

36

31

34,25

29,5

27,5

18,5

12

30,5

44

172

17

47,5

106

12,9 10,13

92

100 162

87,65

17 32,65 26,13

31

4,5

55,75

34

29,9

27 19,75

84,5

12,4

30 20,75 45,5

173

106,5

12,5

10,65

91,5 100 159

86,9

17,13

32,25

24,25

32

54,75

34

28,75

27

19,75

85

12,4

31,5

21

44,5

169,5

106,5

Berlin, 28.Juli

Geld

Bries

Amerikanische Noten.......

Belgische Noten.........

Dänische Noten.......

Englische Noten.........

Französische Noten........ Holländische Note« ....... Italienische Noten........

Norwegische Noten Deutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten........

Schwedische Noten........ Schweizer Noten. ........ Spanische Noten ........

4,20 58,14 79,69 14,77

16,435 169,26

21,40 74,10

2,49 75,90 81,66 33,48

4,22

58,38 80,01

14,83

16,495

169,94 21.48

74.40

2,51

76,20

81,98

33.62