Ausgabe 
29.6.1932 Frühausgabe
 
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Großfeuer in Aaunheim.

aber auch ihm geb Bräutigam zu des

Geschichten aus alter Wett.

Wie man die Kanone von Sevilla stahl.

Bräutigam. Seine tatkräftigen Sprößlinge hatten ihn, wie sich später her aus stellte, so geschickt in seiner Wohnung eingeschlossen, daß er beim be­sten Willen nicht hinaus konnte. Der Geistliche be­müht« sich, in di« Wohnung Hinei nzulommen, aber auch ihm gelang «S nicht, den gefangenen (Bräutigam zu befreien. Durch die Tür wurde ihm zudem erklärt, dah derBräutigam ..verreist sei. Die unglückliche "Braut fiel in Ohnmacht, alS die Trauung abgesagt werden muhte. Der ver­zweifelte (Bräutigam gab seiner "Braut daS schrist- liche (versprechen, dah er sie heiraten werde. C4 wurde ein neuer Termin angesetzt. Aber auch diese- Mal erschien der Bräutigam nicht. Wieder hatten ihn di« Söhne eingesperrt. Die Braut will nun denverhinderten" Bräutigam verklagen. Der Bräutigam selbst fühlt sich durch die Bor- gänge so blamiert, dah er die Absicht haben soll. auSzuwantern. Diese« ist ein« wahre Aigatsche Geschichte au- dem Frühjahr 1932.

nen 50. TeburiS- veröffentlicht dir ©lüdtDunld). Wer. Aeichz, urg Hai in einem M seinen Vlück« tingt das Blatt dmarschallS von Landesführrr des

KInderlähmvng.

Troß-Otterr. it bereits ein Io» ies 6er erfronlkn lkenhaus in Mägde- jährliche Kranihcit um sich g.egrif' itsarnt erklärt, dog ich, vorliege. Man umfangreiche Dor-

Äönlgin der Rächt, deren Blühen gestern infolge de- unbeständigen Wetter« aufgehalten worden ist, wird voraussichtlich heute (Mittwoch) abend ab 20 llßr blühen.

Blitzschlag in d i e Polizei-Funk­anlage. Bei dem Gewitter am gestrigen DienStagnachmittag schlug der Blitz in die Antennenanlage de- Polizeisunkes vor dem Polizeiamt ein. Durch die Straft de« Blitzstrahls wurde da« starke Drahtseil, mit dem die An­tennenanlage befestigt ist, »errissen, so dah die oberen Antennendrähte mit Den beiden Antennen­tangen herabstürzten. Eine Antennenstange mit dem Draht blieb an dem unteren quergespannten Draht hängen, während die andere Antennen- ftange auf dem Dach de- KreiSamtsgebäudes liegen blieb. Zum Glück tarnen bei dem (Vorfall Menschen nicht au Schaden. Die Anlage wurde sofort wieder instand gesetzt, so dah der Betrieb de« Polizeifunk« keine Unterbrechung erleidet.

ee Die Boot«hau«strahe heute abend teilweise gesperrt. Da« Polizei­amt teilt mit: Die BootShauSstrahe von der Giehener Rudergcsellschaft bis zur Rüb- samenschen Wiese (Bcrcin Rudersport) wird am

lid mußte wieder ckes Schutzpolizei- ng, der von den worden war. in i t en und "Brei*, h sielen auch ;en gleichfalls von bei ein Landwirt runter eine ältere

Auch mehrere ikintoürfe verletzt, e Straße räumen, jaftcten mit« ;t das Dors der« g iraj dann die tschasi mit zwei 6 Gendarmerie im ausgerüsteten At­hen und Orleans- icnie Durchsuchung

gegen Versailles.

WDR. F r a n k f u r t a. M.. 28. 2uni. Die all- jährlich, veranstalteten heute die recht-stehenden studentischen (Verbindungen der frankfurter Um- versität vor dem Bismarckdenkmal erne Prote st- kundgebung gegen das Bersatller Diktat. Als der Zug vor der Universität Wtf- stellung nahm, gab es einen Zwischenfall. Am Ente des Zuges hatten sich Rati/> nalsoz t a- liftcn in Uni form aufgestellt, was die zahl­reich aufgebotene Polizei veranlaßte, sie vorn Zug abzudrängen und zu zerstreuen. Der Zug bewegte sich dann unter Borantritt emer Stahl- belrnkapelle zum BiSmarcktenkmal, wo mehrere Ansprachen gehalten wurden. Zu werteren Zwi­schenfällen ist es nicht gekommen.

zu stehlen. ... _

Eine andere Frage ist. was fie mit der Ka­none angestellt haben? Metall ist nicht sehr teuer heutzutage, wenigstens das Altmetall nicht. Al« Anttauität wird niemand wagen, sich diese« Stuck zu erwerben. WaS wollten also die Männer mit dieser Kanon«? DaS ist das zweit« Rattel von Sevilla, das man jetzt in den ®af6« unb m ben Restaurants, in den Klub« und in den Deichasten bespricht. _ . -

Wann stahl man je em« Kanone m oe« Villa?

Ter verhinderte Bräutigam.

(k) Riga.

Ein reicher Hausbesitzer in Riga, Witwer und ziemlich altes Semester, spürte da« Verlangen, wieder zu heiraten. Eine Braut war bald gefun* Ben. Als all«« zur Hochzeit bereit war und Die Düste sich schon versammelt hatten, fehtte Der

,(fen wisse«'

zu leisten.

" Sonntagsrückfahrkarten zurSa- n i t « l o l o n ne n t a g u n g in Koblenz: Born 1. bis 4. Sidi findet in Koblenz die 9. Ta­gung deS Reich«verbände« Deutscher Sanitäts- kolonnen und verwandter Männervereinigungen

Ein Derk der Großindustrie? Eine Siedlung neuer Einfamilienhäuser! So sieht es wenigstens aus. Denn diese Fabrik vier Millionen Film-Meter sind ihre Jahresleistung hat die Grundsätze zeitgemäßer Betriebsfuhrung glatt auf den Kops gestellt. 'Anderwärts wird in d>e Ar- beitsräume Licht gebracht. Hier meidet man es, und aus 24 Stunden wird einNachtbetrieb. Ander- wätts wird ein Hau» in die Höhe gebaut hier in die Weite und Breite. Zahllose Baulichkeiten greifen aneinander: Erdgeschosse nur mit glatt rasiertem Dach Grund dajur: der Wunsch bei Feuerausbruch unmittelbar in» Freie zu gelangen. Keine Arbeit ist seuergefähtticher al» diese hier.

Filmftreisen brennen nicht sie explodie­ren! Also müssen die Dächer so leicht fein, dah sie einer Explosion sofort nachgeben: in die Luft sollen pe fliegen, dem Feuer nicht als Nahrung dienend, sondern ihm Platz machend.

Aehnlich sind auch Vorder- und Rückwände so konstruiert, dah sie bei einer Explosion nach auhen zujammenknicken, den Weg freigeben für bedrohte Menschenleben. Nur die Seitenwande bestehen au» stärksten Brandmauern, bieten zuverlässigen Wider­stand. Das Ganze ist derart nichts andere» als ein Nebeneinander selbständiger Kassetten: Europas größtes Werk für Kopie und Entwicklung von Filmen!

450 Menschen die Hälfte sind Frauen und

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Moderne Katakomben. Ein Blick in eine Tonsilmwerkstatt.

ien werden, wodurch ung ausgelost wird, aet, daß das Inter- r -Mache« von au,gestapelten und gelben Zucker-

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Pung.öie

29. April 1879 wurde Prinz 2HejanBer von Ber bulgarischen Rationalversammlung zum Für­sten des eben au- türkischer Knechtschast befreiten Lande« gewählt. Sofort stand fest, dah auch sein Freund Riedesel ihn dahin begleiten sollte. Rach einer Rundreise bei den europäischen Höfen lan­dete Fürst Alexander in Barna. Die Aufgabe, daS junge Fürstentum zu begründen, war schwer. Dem naf) jugendlichen Freiherrn Riedesel, den der Fürst zu seinem Hofmarschall ernannt«, fiel die Ausgabe zu. die Hofhaltung einzurichten. Be- sondere Berdienst« erwarb er sich um di« Er­bauung deS Palai- in Sofia und de« Sommer- fchlosse« Sandrowo, jetzt Euxinograd bei Barna am Schwarzen Meere. Sn Barna war es, wo Fürst Alexander die Rachricht erhielt, dah am 18. September 1885 die Bereinigung von Ost- rumcüen mit Bulgarien verkündet worden war. Der Berliner Kongreh hatte bekanntlich ausOst- mmelien ein türkisches Gouvernement unter einem christlichen Statthalter gemacht. Fürst Alexander nahm die Wahl Aum Fürsten von .Südbulgarien" an, trotzdem er sich darüber Var war, dah Zar Alexander 111. damit nicht einverstanden sein werde. Die Folge war, dah der Zar sämtliche russischen Ossiziere, die in der bulgarischen Armee dienten, abberies. Das bulgarische Heer zahlte NUN nur noch ganz junge Offiziere, keinen einzigen General oder Stabsoffizier. König Milan von Serben wollte die Gelegenheit ergreifen, dem bul­garischen Rachbar etwa« von seinem Besitz abzu- nehmen. Er erflärte am 14. (November 1885 Bul­garien den Krieg. Run muhte Fürst Alexander sein Heer. daS an der türkischen Grenze ausge­stellt war. mit einem Ruck an die serbische Grenz« verlegen. Aber der Plan der Serben mißlang. In einer mehrtägigen Schlacht bei Sliwniha (17. bis 19. (November) wurden die Serben enttchei- dend geschlagen: eine zweite Riederlage erlitten sie am 27. bei Pivot auf serbischem Gebiet. Frei­herr Riedesel hatte die Kämpfe als Flügeladju­tant de« Fürsten mitgemacht: ein Bild der Schlacht von Sliwniha im Schloß zu Darmstadt zeigt ihn an der Seite seines sürstlichen Freundes. An dessen Seite zog er auch am 26. Dezember in die jubelnde Hauptstadt ein.

Freilich dankte ein Teil des siegreichen HeeveS Bem Fürsten feine (Verdienste schlecht. Einige Un­zufriedene überfielen ihn am 21. August 1886 bei Rächt und brachten ihn außer Landes. Freiherr Ricdesel war damals auf der Rückreise aus Deutschland nach Bulgarien begriffen. Sn Turn Severin erreichte ihn die Schreckensnachricht. So­fort reifte er nach Bukarest, um seinem Fürsten helfen zu können. Durch gnädige Unterstützung des Königs Karol konnte er den Fürsten, der in Reni gelandet und auf der Reise nach der Heimat begriffen war, in Lemberg erreichen. Dort wurde zur Gewißheit, dah das bulgarische Bolk die Schandtat der aufständischen Offizier« mißbilligte. Unter dem Subei des (Volkes kehrte Fürst Alexan­der nach Bulgarien zurück. Aber ein Telegramm des unversöhnlichen Zaren veranlaßte ihn, die Re­gierung nieberAulcgen und nach Deutschland zurück- zukehren. Auch Frhr. Riedesel kehrte, nachdem er die Hofhaltung aufgelöst hatte, in die Heimat zu­rück. 1897 ernannte ihn Grohberzog Ernst Ludwig »um Oberhofmeister der Großherzogin, später zum stellvertretenden Zeremonienmeister. Al« der Weltkrieg ausbrach zog der 62jährige alS Dele­gierter deS Roten Kreuzes mit der 5. Armee nach Frankreich. Gin Plan, dah er als Sohamiiter- ritter auf dem Balkan noch einmal auf den Schau­platz feiner früheren Tätigkeit zurückkehren sollte, zerschlug sich. Zwei seiner Söhne, der älteste, Fre'' Herr Hermann, und der jüngste, Freiherr Adol blieben auf dem Feld der Ehre der erst« in Frank­reich, der andere in Rußland. Möge Gott Dem treuen deutschen Manne noch einen freundlichen Lebensabend bescheren.

Oie Bekämpfung der Zahrraddiebstähle

...Und bann brach in Europa der Tonfilm aus. Fast über Nacht mußten sämtliche Ersinbungcn revidiert werden. Die Wandlung glückte. Plötzlich war die Tonfilmkopie genau so mechanisiert, mie vorher die Kopie des stummen Films. Unb wenn man sagt, hier hätte die Filmtechnik einen ihrer größten Triumphe gefeiert, nimmt man wahrlich den Mund nicht zu voll. Sollen Bild und Ton ge­nau synchron gehalten werden, müssen |ämtlid:c Kopien in der Länge jeder einzelnen Szene bis auf den Millimeter übereinstiinmen. Abermals tat sich ein Prüfraum auf: belegt mit den Sachverständigen aller Sprachen. Gesondert prüfen sie die Zusam­mensetzung der Tonstreifen, die fremdsprachige Texte enthalten. Denn das Fehlen weniger Silben, die beim Schneiden und Klebenunter den Tisch gefallen" sind, kann einen Film im Ausland lächer­lich machen. Und ein großer Aufwand schmählich mar4 vertan ...

Wir aber fteben wie in einer Landschaft: wo Hunderte van Dachen talwärts eilen, um sich zum breiten Fluß zu vereinen. Zum Strom, der wieder­um im Meer der fertigen Waren mündet: so spie- gelblank, so Helldunkel glitzernd sind nun die Ban- der, die den Film bedeuten. Prüfen, Polieren, Kleben, bas sind nur noch die letzten Wehre, die Schleusen zur Hafenstadt, dann öffnet sich die weite Welt: wo die Filmkritiker sitzen, die Verleiher, die Dergnügungssteuer unb das Publikum.

Die Arbeiter dürfen ans Licht. Durch viele Türen, hinter denen es allmählich Heller wird, damit bas nacht gewohnte Auge keinen Schaden nimmt. Gelbe Brillen gewähren doppelte Slwerbeit. Den üata- komben entsteigen, geblendet von Tag, die unbe­kannten Sol baten des Films.

Georg Biesenthal.

stch der Regisseur die von ihm ausgenommenen Bild- streifen vorführen, wählt bas am besten Gelungen» au» und stellt so den endgültigen Film zusammen. Er hat damit eine der wichtigsten Regie Arbeiten vollzogen. Denn die 3u|ammenftelhing ist die ent» scheidende, nach ihrer Doriage werden fetzt sämtliche Kopien hergestellt.

Wieder sind Räder in» Rollen gekommen Aber sie greifen nur zögernd ein. Denn die Feststellung, welche Lichtstärke nun die beste Kopie ergibt, erfolgt für den gesamten Filmstreifen durchaus nicht ein- hettlich. Manche Stellen sind hell und durchlässig, andere wieder dunkel und für das Licht schwer passierbar. So prüft denn «in geschulte» Auge Bild für B.ld und da doch alles weitere automatisiert sein soll, wird auf einem mitlaufenben Papierstrei­fen die Belichtung »stärke durch längere ober kürzere Löcher eingestanzt. Untz.-imlich sicher dirigiert nun diese» Lichtbesehlsband die Kopie. Ruckartig, wie im Nähmafchinentempo eilt Bildchen sur Bildchen vorbei und ihrBegleitbrief veranlaßt die beste Belichtung.

Und doch so erstaunlich e» klingen mag: In diesem letzten Stadium ber Kopie ist es noch mög­lich, Aenderungen vorzunehmen und Zusätzliches m den Film hineinzubringen Ruheloser Erfindergeist hat es z. B. erreicht, mitten au» einer gefilmten Szene heraus einzelne Personen in den Vorder- gründ be» Film» zu holen |a ganze Umgrup­pierungen vorzunehmen! Doch wünscht dte Betttebs- leitung gerade in diesem Punkt äußerste» Still­schweigen. Geht e» doch hier um Erfolge, um deren Geheimnis die Filmindustrie der ganzen Welt seit Jahren vevgevuch ringt.

Wie alljährlich, so hat auch jetzt wieder bei Ein­tritt der warmen Jahreszeit die Zahl der Fahrrad­diebstähle zugenommen. Tausende von Fahrrädern werden allwöchentlich in den Großstädten gestohlen. Die Bestohlenen sind durchweg Erwerbslose bzw. solche Personen, die in niedrigerem Verdienst stehen und für die der Besitz von Fahrrädern eine erheb­liche Ersparnis von Unkosten bedeutet. Die polizei hat wiederholt im Interesse von ^ahrrad- besitzern daraus hingewiesen, daß den Fahrraddieben ihr übles Handwerk wesentlich dadurch erleichterr wirb, daß immer wieder Räder ohne Aufsicht aus Plätzen, an Straßen und in Hausfluren ausgestellt werden. Für viele bedeutet diese Art der Aufstellu g von Fahrrädern eine schwere Versuchung Zur Be­gehung von Fahrrabdiebstählen. Radbestger so t im eigenen Interesse niemals auch niajt jur kurz Zeit ihre Räder ohne Aufsicht an den bezetch - ten Stellen stehen lassen. Fahrraddtebe Pfle9en fa'1 imer zu versuchen, die Räder f8for* 0 f 6 l an dritte Personen zu verkaufen. Die Kriminal­polizei warnt dringend davor, Rader in Ps 3 nehmen oder anzukaufen, deren Herkunft mcht zweifelsfrei feststeht. Zuwiderhandelnde fetzen sich nicht nur zivilrechtlicher Regreßpflicht Seg-nuber den jeweiligen rechtmäßigen (Eigentümern L. laufen Gefahr, wegen Hehlerei °der Begunsttgung strafrechtlich zur Derantwottung gezogen zu. wer den. Die Arbeit der Krirninalpottz« zur, Erm'"lung von Fahrraddieben unb zur Feststellung ber be Menen Fahrradbesitzer würde wesentltchette.ch- tert, wenn der jeweilige Radbesitzer sich b C 9 rabmarte und die Nummer seines Rades notterte. Lei den Derwahrungsstellen der Polizei befinden sich oft beschlagnahmte Fahrräder, deren rechtmäßige Eigentümer sich nur deshalb noch uAt feststellen ließen, weil bestohlene Personen bei Anzergeerstot

Aus der provinzialbauptstadt.

Gieß«n, Ben 29. Süll 1932.

Exzellenz Dolprecht Riedesel 80Jahre alt.

Am 30. Juni kann Se. Exzellenz Erbmarschall Äolprecht Riedesel Freiherr zu Eisen- Vach auf achtzig Lebensjahre zurückblicken. Ein riichdewegtes Leben, bas sich auch einmal auf bem Gebiet der großen Politik betätigt hat.

Exzellenz Riedesel wurde am 30. Juni 1852 zu larmftabt geboren. Nachdem er die Gymnasien zu rersfelb unb Darmstadt besucht hatte, trat er beim beginn be# beutsch-französischen Kriege» beim Hessi- sHen Cheoauxleger-Reaiment ein unb Mieb auch nach bem Friebensschluß Solbat: er würbe Leutnant im 2. ®r. faelf. Ceibbragoner-fRegiment Nr. 24. Dort lernte er später ben fünf Jahre jüngeren Prinzen Zleranber von Dattenberg kennen, mit bem ihn balb ein Band der Freundschaft verbanb. Als der Prinz nach seiner Teilnahme am russisch-türkischen Vrieg zum Regiment ber Garbe du Corps nach Potsdam oerjetzl wurde, zog et ben Freund nach

tung weder Marke noch Nummer tßrer Räder an­geben konnten.

ee Politische "Betätigung von Schü­lern i st unstatthaft. Der hessisch« BTtnifter für Kultus und Bildung-Wesen hat in einer an bi« Direktionen der höheren Schulen, der Leiter der Fachschulen, Stadt- und Krei-schulärnter ge­richteten Berortnrung darauf hingewiefen, daß Schülern und Schülerinnen aller Art und jeden Alter« der Besuch politischer BerfammIungen und die Zugehörigkeit zu politischen Patteien ver­boten ist. Der Minister macht den Leitern unb Lehrpersonen aller Schulen zur Pflicht, herüber zu wachen, baß butch ben lcibenlchaftlich toogen- ben polittschen Kamps und seine Auswirkungen ber Frieden unb bie ruhige Arbeit ber Schule während ber Wahlzeit nicht gestört wirb. (Hof' fentließ wirb diese- Berbot auch auf die Kin­de rsprechchör« angewandt, bie man bei ber letzten Landtag-Wahl namentlich von kommunisti- cher Seite auf die Straße führte. D. Red.)

ee B om Botanischen Garten. Die

heutigen Mittwoch, 29. Sunt, in ber Zeit von 19.30 bis 22.30 ilßr für jeden Bcrkehr gesperrt Den Anweisungen ber Polizeibeamten ist Folge

Große Strafkammer Gießen.

®i«fj«n, 28. SunL Ein vorn Schöffengericht wegen Diebstahls, Betrugs unb Unterschlagung zuzweiMonatenDefängniS verurteillcr Schornsteinfegergeselle verfolgte Berufung. Die Berhanblung ergab Zweifel an feiner Zurech­nungsfähigkeit. Einern ärztlichen Gutachten. Da« bie Berantwortlichkeit bes Angeklagten be,ahte. stanben anbere. allerbing« au« einer früheren Zeit stammende Gutachten gegenüber Die Dte Zurechnungsfähigkeit verneinten. Da sich die Frage nicht einwandfrei klären ließ, tarn Bas Gericht zur Freis prechung. Das erst« Urteil wurde auf gehoben.

Frei gesprochen, wie in erster Snstanz, wurde ein Landwirt, dem zur Last gelegt war, in einem Strafverfahren gegen ihn einen Zeu­gen zum Meineid verleitet zu haben. Er Beitritt die Tat und der Zeug« gab im ®cgemaß zu seiner ursprünglichen Aussage on der Ange­klagte habe nicht auf ihn eingetoirlt. Da bet 3cuge ben Eindruck eine« äußerst unbegabten Menschen machte und bie Möglichkeit besteht, daß er sich mit seiner ersten Angabe bie für bie Aufbeckung eines Diebstahl- ausgesetzte Beloh­nung sichern wollt«, wurde das freisprechende Urteil bes Schöffengerichts bestätigt.

Zurückgewiesen wurde die Berufung eine« An­geklagten ber bei einer politischen Schlägerei einem Gegner mit dem Schlagring eine blutende Wunde am Kops bei gebracht hatte. Die Haiwt- verhandlung ergab auch heute baß er, ohne angegriffen gewesen zu sein, in der vom Am.s- aericht Bilbel seftgestellten Weise geschlagen hatte. Die vom Amtsgericht verhängte Strafe von zwei Monaten Gefängnis erschien angemessen.___

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bl» 1230 llhr, 16 bi» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.

Mädchen: Weberinnen, Prüferinnen arbeiten hier in Drei Schichten. Hier wird ein Tagesbedarf bis zu 150 000 Metern Film mühelos gedeckt. Und schnell gedeckt! Wo es sich darum handelt, den Film- ber'cht eines wichtigen aktuellen Ereignisses unmit­telbar der Wochenschau einzufügen, müssen Tau­fende von Kopien in wenigen Minuten fertig fein! In Handumdrehen stehen einem Theaterpark mit seinen Hunderten von Kino», sämttiche benötigten Kopien vorführungsbereit zur Versiigimg Im Kel­ler dieses Werks sieht man noch die Requisiten von einst: Rahmen, mit Negativstreifen irn Zickzack zu bespannen, Windtrommeln, ähnlich dem moder­nen Rhönrad, bie schnell sich drehten und durch den so erzeugten Wind die aufgespannten Filme trock- neten... Vorbei und verklungen! Fünfzehn Ma­schinen ergreifen den Film: führen ihn über Rollen durch die hohen, schmalen Bäder: er durchläuft fie in Serpentinen, deren Länge für jeden einzelnen Streifen besonders bestimmt wird. Der Inhalt der ---------- ----------- - - , Bäder steht unter ständiger Kontrolle be» Lado- vom Roten Kreuz statt. An di« Teilnehmer Der ratoriums: bas mixt die Bade-Themikalien, regelt Tagung werden auf den Bahnhöfen Gießen, ^urd? .Fernsteuerung' Abfluß unb Zufluß. Ohne Wetzlar, Braunfels, "Weilburg usw. Sonntag-- Aufenthalt wandert das Band durch di« Bäder, rücksahrkarten na* Koblenz ausgegeben, die aus- Iafl unb Nacht: bis es schließlich vom vielen nahmsweise am Samstag, 2. Juli, schon von Baben schmutzig geworden, sauber gewaschen unb 0 Uhr ab Gültigkeit haben. Di« Karten gelten .wischen weich gepolsterten Walzen abgerieben zur Rückfahrt biS zum 4. Susi (Montag) 9 Uhr. xnx Fahrstuhl zu Tage gefördert wirb.

zu welchem Zeitpunkt die Rückfahrt angetreten ^Iber auch jetzt geht es längst nicht^mehr den sein muß. Reisende, die die Karten am Sams- Weg der photographischen Platte weiter. Sein Trock- tag, 2. Susi, bereits vor 12 Uhr zur Heimfahrt ncn an ber Luft würde viel zu lange dauern. Ein benutzen wollen, müssen sich durch Diensttracht, I kurzer Aufenthall in hocherwärmten Trocken» Armbinde, Dienstmütze oder Au-wei- der Sani- schenken unb ein langwieriger Prozeß ist ba- tätskolonnen, deren Mitglied sie sind, alS Teil- jm Nu ersetzt. Doch was gibt es da an Tor- nehmer der Tagung ausweisen. I gen! Das winzigste Staub kör neben, zusammen mit

* Besuch ber französischen Schlacht- ^cr heißen Lust in ben Trockenfchrank hineingebla- selber. Der Volksbunb Deutsche Äriegsgraber- (cn> _ e9 wäre auf ber Leinwand stark vergro-

sürsorge Ortsgruppe Frankfurt a. M, veranstaltet sichtbar als ein schmachvollbunfler Punkt ',

am 25. Juli vier- bzw. sechstägige Fahrten nach den Deshalb muß auch die Heißluft gewaschen werden.

Schlachtfeldern in Frankreich. An dieser Fahrt kann ety man sie losläßt zu trockenen Taten.

jedermann unter günstigen Bedingungen teilneßmen, Der Öefamtarbeit erste Etappe ist damit beendet: weil die Möglichkeit besteht, bis Frankfurt aus 2In- beT Film ist entwickelt! Noch einmal laßt laß des Deutschen Sängerfestes die um 40 -v. H. verbilligte Fahrkarte zu benützen. Bedingung ist allerdings, daß sich der betreffenbe Reisenbe bei einem bem Deutschen Sängertunb angeschlossenen Vereine für biese Fahrt bis Frankfurt anmelbet. Näheres ist bei ber Ortsgruppe Frankfurt a. M. bes Volksbunbes Deutscher ftriegsgraberfürforge zu er-

WSR. Wetzlar, 28. Sunl. Heute gegen 9 Uhr entstand in einem Anwesen im benachbarten Raun­heim (Kreis Biedenkopf) ein Brand, der so rasch fahren I um sich griff, daß in kurzer Zeit drei Scheu -

-------- ncn in hellen Flammen standen. Die

Weil der hessische Staat nicht zahlt. U ÄÄ

Trlebbera vor der Einstellung der Zahlungen für die Brandes zu verhindern, eingerrssen werden. J Wohlfahrtspflege. Ein anderes Wohnhaus wurde so stark beschädrgt^

WSR Friedberg. 28. Sunt Die hiesige daß es wohl nicht »urethm sein wtrd^Der Brand LK I ä

samten Zahlungen für dre Wohl- sahrtspflcg« so lange ernzust eilen, bi- der Staat seinen Zahlungsver­pflichtungender Stadt und dem Kreis gegen­über nachgekommen set Die Stadtverwaltung er- i (Ic) Madrid,

llärt in diesem Zusamm^rhange, dag der hessische ^Nark Twain hat einmal eine niedliche Ge- Staat seit etwa neun Monaten an Die Otaot ^schrieben von einem Spitzbuben, der mit»

Friedberg die von Berlin eingegangenen Reichs- bem Polizeibureau den Ofen

Überweisungssteuern nicht abgclicTcrr nm 6inc sehr nette Geschichte von einem un­tern über die gesamt« eumme 3toedwibng ver ^üblich frechen Dieb. Sie fällt einem ein,

fügt habe. Trotz w^d^holtn Bor^lungen tes ^nn man txmimmt. daß in Sevilla eine ur- Bürgermeisters habe ter Staat üxter Die rua aIk Äanon Don vier Männern toeggetragen ständigen Reichssteuem, noch die von selbst -n Cagc waren, 1200 Pfund zu

zu leistenden Betrage von nrsgriamt etwa 50 transportieren. Also kräftig« Männer müssen es

biS 60 000 Mk. vusge^M Der Kreis ^rledterg schon ^gewesen sein. Die'e Kanone stand, oder schulte ter Stadt 24 000 M: d^fen Betrag könne (&'a nur der Lauf vorhanden

er gleichfalls nicht an die Stadt Sahfen, weil ter o dem Hftpano-amerikanischen Snstitut

Staat dem Kreis ^9°nuter einen Za^ungS^r- vor m y p an 2ll-

pflichtungen auch nicht Nachkomme^ Der^aat fiQuf 16 Iuhrhuntert fabriziert

habe auf die dringenden (Vorstellungen des Bur Die vier Männer kamen mit einem

germeisters vom 13. Suni b. S. überhaupt woroen Äanone

keine Antwort gegeben. ^ben sie auf, verstauten sie auf dem Wagen,

Sic ButzbacherSüraermclsterwahl vertagt

Butzbach, 29. Ium. (Eigener Bericht Des baDDrL 6 c wurden nicht mehr gesehen.

Gieß. Anz.) Die auf gestern abend anberaumte Lärmvoll unb gar nicht so geteimnisvoll wi« Wahl eines neuen Bürgermeister» mfln fa« sonst so bei Spitzbuben vorstellt, durch ben Stabtrat mürbe um etwa eine fic gearbeitet. Keiner hatte geahitt. daß

ffiodie Der tagt, ba bis gestern bie Genehmigung 6p;6bubcn am hellichten Tage kommen konnten, ber Aussichtsbehörbe über bie Festsetzung Der Be- um Arnone, di« älteste Kanone von Sevilla, folbung bes neuen Bürgermeisters noch nicht hier eingetroffen war.

Studentische Protestkundgebung