Kinder über 15 Jahre b ei denLeichtbeschä. digten gekürzt und für die Kinder der Schwerkriegsbeschädigten bestimmt, daß diese Zulagen nur dann fortfallen, wenn die betreffenden Kinder b e - reits im Berufe stehen. Solange sie aber bis zum 21. Jahre noch in der Ausbildung stehen oder körperlich gebrechlich sind erhalten sie ebenso wie die Kriegerwaisen die Zulage unverändert weiter.
Deutschlands wahre Schuldenlast
Eine Antwort an Herriot.
Berlin, 28. Juni. (BDZ.) Der Reichsrat erledigte in seiner Plenarsitzung am Dienstag den Reichshaushaltsplan für 1932. Generalberichterstatter Ministerialdirektor Dr. Brecht flocht namens des Reichsrates eine Antwort an den französischen Ministerpräsidenten Herriot mit folgenden Worten ein: Im Ausland begegnet man oft der Dorstellung, die auch in Lausanne beredten Ausdruck gefunden hat, daß unsere inneren Schulden, weil sie erheblich geringer seien als die Englands und Frankreichs, uns eine Vorzugs stellung im internationalen Wettbewerb einräumen könnten. Das ist leider ein Irrtum. Untere inneren Kriegs- und Vorkriegsschulden waren ebenso hoch oder höher als die Englands und Frankreichs. Weit mehr als 100 Milliarden Mk. solcher Schulden sind durch die Inflation und minimale Aufwertung niedergeschlagen worden. Glaubt denn irgend jemand in der Welt, daß ein Staat oder Volk durch einen solchen Vorgang den lieben Gott um die Kriegskosten betrügen könnte? Dadurch ist zwar das Reich als Schuldner entlastet, aber in genau
demselben Maße die Dev ö lke ru n g f in an- ziell verarmt. Ein beträchtlicher Teil der Zinsenlast kehrt außerdem in Form g e ft e t g er* terWohlfahrtslasten wieder. In Deutschland ist man daher vielfach der umgekehrten Ansicht, daß es besser wäre, wenn wir unsere inneren Schulden weniger rücksichtslos gestrichen hätten. Das geschah ja aber gar nicht aus freiem Willen, sondern aus Zahlungsunfähigkeit, da wir nicht in der Lage waren, wie in England mehr als 40 Prozent, oder wie in Frankreich mehr als ein Viertel unserer Steuereinnahmen den inneren Glaub i- gern zuzuführen. Tatsächlich hat Deutschland seinen äußeren Gläubigern 6 b l s 8 - m a l s v v i e l g e z a h l t wie seinen inneren Gläubigern.
Kabinett papen und Ostsiedlung.
B e r I i n, 28. Juni. (ERD. Amtlich.) In einem Teile der Presse wird behauptet, daß das ländliche Siedlungswesen von der gegenwärtigen Reichsregierung nicht mit dem erforder- lichen Interesse behandelt werde. Demgegenüber wird von amtlicher Seite erinnert, daß außer einem Betrage von 50 Millionen, der imlaufenden Etat fürSiedlu ngs- wesen eingesetzt ist, die Rotverordnung 25 Millionen für Oedlandkultur bereitstellt, und daß weiter 30 Millionen im Rahmen des Entschuldungsverfahrens für Siedlungs- zwecke dienen sollen. Im übrigen hat auch der Reichsernährungsminister F r e i h e r r von Braun in seiner Rede im Deutschen Landwirtschaftsrat die Ansiedlung deutscher Dauern im Osten für dringlich bezeichnet.
Dir Mrilsbegnindung im Sklarek-Prozeß.
In der Urteilsbegründung führte Landgerichtsdirektor Kestner u. a. aus: In wenigen Wochen sind drei Jahre seit der Aufdeckung des Prozeßstoffes vergangen. Rund acht Monate und 124 Verhandlungstage wurden gebraucht. Mit den Sklareks allein wäre die Verhandlung in weitaus kürzerer Zeit beendet worden. Aber es waren unendlich viele Vorgänge nachzuprüfen. Gerade bei diesen Delikten kam es entscheidend darauf an, die Menschen kennenzulernen. Das trifft besonders auf die Beschuldigten der St ad t- b a n k zu. Dem Urteil kommt keine andere Bedeutung zu als jedem anderen Urteil auch. Folgerungen, die aus dem Prozeß noch zu ziehen sind, waren nicht Sache des Gerichtes.
Der Vorsitzende ging dann auf den Tatbestand ein. Die Sklareks hätten keinen Anspruch auf Kredit gehabt. Sie wollten sich bereichern. Sie gaben wertlose Wechsel in Höhe von 18 Millionen und wertlose Schecks in Höhe von 180 Millionen. Sie täuschten einen nicht vorhandenen Umsatz vor, der für die Höhe der Kredite maßgebend war. Sie haben falsche Bücher durch ihre Angestellten Lehmann und Tuch anlegen lassen und gaben bei Revisionen falsche Erklärungen ab.
Die Direktoren der Stadtbank sind getäuscht worden. Es kann keine Rede davon fein, daß sie mit den Sklareks gemeinsame Sache gemacht haben, sonst hätten die Sklareks keine falschen Angaben ihnen gegenüber zu machen brauchen. Die Angaben der Sklareks, daß sie nichts beiseite geschasst haben, können nicht widerlegt werden.
Ls ist fesizustellen, daß die Sklareks Zuwendungen an die Beamten gemacht haben. Für sie handelte es sich darum, daß Wohlwollen der Beamten zu erringen. Die Sklareks haben nach einem b estimmten gemeinsam ausgearbeitelen Plan gehandelt. Auch Leo und Willi Sklarek haben geduldet, daß Geschäftsgeld er zu Bestechungs- zweckenverwendet wurden. Die Sklareks waren entschlossen, den Beamten fortlaufend Dorteile zu gewähren, um sie für ihren willen zu gewinnen.
Die Angeklagten Schmitt und Hoffmann find als gleich-verantwortlich angesehen worden. Die Pflichtwidrigkeit der beiden Direktoren umfaßt einmal die Bewilligung des Kredites und
zweitens die Ueberwachung des Kredites. Der Vorwurf kann ihnen nicht erspart werden, daß sie schnell und ohne viel zu fragen Kredite gegeben haben. Die Organisation der Stadtbank hat gänzlich versagt. Schmitt ordnete die Honorierung von Schecks in der üblichen Art an, nachdem am Vormittag der Skandal aufgedeckt war. Er war sich bewußt, daß er das Vermögen der Dank gefährdete. Die Angeklagten verstanden nichts von Geschäften, wußten nichts, was in ihren eigenen Danken vorging und haben sich auf Geschäfte eingelassen, die sie nicht übersehen konnten. Die Hauptverhandlung hat nicht ergeben, daß sie Darzuwendungen erhalten haben. Renngewinne erhalten zu haben, geben sie zu.
Allen verurteilten Beamten muh der Vorwurf gemacht werden, daß sie nicht stark genug waren, den Versuchungen zu widerstehen. Alle Angeklagten sind noch nicht vorbestraft. Bei den Beamten ist das eine Selbstverständlichkeit, bei den Sklareks vielleicht nur ein Zufall. Ls waren schwerste Strafen notwendig. Den politischen Beamten war zugute zu halten, dah sie keine Anleitung von der Stadt erhielten und dah ihre Vorgesetzten keine Vorbilder waren.
Das Bestreben, mit der Stadt Berlin ins Geschäft zu kommen, durfte die Brüder Sklarek nicht alle Schranken vergessen lassen. Raffiniert sind sie vorgegangen. Jahrelang haben sie ihr verbrecherisches Treiben fortgesetzt, Beamte mit dem Geld bestochen, das sie sich auf unredliche Weise erwarben, und alle Genüsse des Lebens haben sie sich verschafft. Mildernde Umstände mußten ihnen versagt werden, weil sie nicht vorhanden waren.
Die Strafe ist unter dem Höchstmaß geblieben, weil sie unbestraft sind und ihre Vergehen ihnen immer leicht gemacht wurden.
Bei Kohl war zu bewerten, daß er den Grundstein für den Sklarekschen Aufstieg gelegt hat. Bei Gäbel und Degner sind die Vergehen angesichts ihrer Weltanschauung besonders verwerflich. Der Besuch von Luxuslokalen zu Studienzwecken erschien durchaus unglaubhaft. Schneider hätte dem Sklarek-Shstem am ehesten Widerstand entgegen- setzen können: aber gerade er gehörte zu den anspruchvollsten.
Das Wollen des Stahlhelms für Staat und Volk.
Der erste Bundesführer Seldte im Rundfunk.
Am Dienstag sprach im Programm der „Berliner Funkstunde" der Gründer und erste Dundes- führer des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, Franz Seldte, über den Stahlhelm und sein Wollen für Staat und Volk. Wenn in Deutschland die im Stahlhelm zusammengefahte Generation der Frontsoldaten und danach ihre Jugendbewegung, der Jungstahlhelm, eine ganz be- sondere Ausprägung gewannen, so ist dieses auf die schwerwiegenden Ereignisse nach dem Frie- densschluh von Versailles und nach dem Umsturz vom 9. Rovember 1918 zurückzuführen, die dem ganzen deutschen Leben ein neues Gepräge gaben- Der Typ des deutschen Frontsoldaten ist etwas ganz besonderes und eigenartiges geworden. Der Begriff der Pflicht trug und führte ihn. Jeder von uns lernte sein eigenes Schicksal vor dem großen Geschehen zurückstellcn und es unterordnen. Die drei Punkte unserer Gründung hießen: Sammlung der alten Frontsoldaten, Erhaltung unserer Kameradschaft, Eintreten für Ruhe und Ordnung. Und als dieses mit unserer Hilfe geschehen war, als die inneren Machtmittel des Staates wieder einigermaßen in Polizei und Truppe erstarkten, da wandelten wir den letzten Sah „Eintreten für Ruhe und Ordnung" um in denjenigen „D. a s Vaterland über den Parteien!" Wer die Freiheit für sein Vaterland erkämpfen will, muh selbst frei sein. Darum mußte der Bund frei sein von allen anderen Einflüssen und Mächten. Darum mußte er nur eigene Führer, nur eigene Gelder, nur eigene Menschen haben. Das wurde in jahrlanger kameradschaftlicher Arbeit erreicht. Der Bund steht gestützt auf seine 23 Landesverbände, geführt von den beiden Dvndesführern, auf den festgesetzten, aber freiwilligen Beiträgen aller Kameraden. Er steht weiter auf dem Fundament seiner sozialen Betätigung. Freiwillig und bewußt ist dieses neue Führersystem geschaffen worden, um endlich einmal anzufangen, aus dem Volke die begabten Menschen zu Führern herauszuholen und heranzubilden. Das entspricht dem Wahlspruch unseres Bundes: Rur auf den Opfern und auf den Waffen beruht der Sieg!
Kameradschaft und Disziplin sind die Säulen unseres Bundes. Kameradschaft war das Gründungsmotiv und Kameradschaft im alten feldgrauen Rock ist das Element, das unseren Bund trägt. Es gelang uns, den Kameradschaftsbegriff auch auf die Friedenszeit und auf die deutsche wehrwillige nationale Jugend zu übertragen. Es gelang uns unter dem Symbol des Stahlhelm und des feldgrauen Rockes die Klassengegensätze zu
Einberufung des netten Hessischen Landtags zum 7. Juli.
WSN. Darmstadt, 28. Juni. Wie nunmehr feststeht, tritt das Plenum des neugcwählten Hessischen Landtags am Donnerstag, dem 7. Juli, vormittags zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Der vorläufige Aeltestenrat des Landtags tritt am Montag zusammen, um noch einige geschäftliche Angelegenheiten zu erledigen.
Aus aller Welt.
Schwere Unruhen bei einer Zwangsversteigerung.
Zu einem regelrechten Bauernaufruhr kam es in der Gemeinde Göbrichen bei Pforzheim in Baden, als bei einem Landwirt eine Zwangsversteigerung vorgenommen werden sollte. Da die auf mehrere hundert Menschen angewachsene Menge gegen den Gerichtsvollzieher eine drohende Haltung einnahm, wurde das Pforzheimer Heberfallkommando herbeigerufen, das den Landwirt, dessen Sohn und einige Demonstranten verhaftete. Auf das Gerücht hin, daß die Verhafteten nach Pforzheim gebracht werden sollten, rotteten sich gegen Abend große Menschenmengen vor dem Rathaus zusammen und machten Miene, das Gebäude zu stürmen. Ein Dereitschaftswagen der Pforzheimer Polizei wurde mit Steinen und Holz stücken beworfen. Es kam zu einem Sturm auf das Rathausgebäude, wobei die Fensterscheiben und Dachziegel zertrümmert wurden. Die Polizei war
überbrücken und hinwegzulöschen.
Mit um so größerer Freude hören wir, wenn der neue Reichskanzler eine neue einheitliche Willensbildung der Ration fordert, wenn der Reichswehrminister diejenigen geistigen und physischen Kräfte des Volkes gestärkt zu sehen wünscht, die die unentbehrliche Grundlage der Landesverteidigung bilden, wenn der neue Reichsinnenminister die machtvolle nationale Bewegung der Gegenwart als eine staats- und volkserhaltende Kraft zu werten und zu nutzen ankündet. Rur auf dem Wege des Zusammenfassens der arbeite- und wehrwilligen nationalen Kräfte und nur auf dem Wege der Volksgemeinschaft kann es in Deutschland vorwärts gehen.
Wir kämpfen für Deutschlands Freiheit und wir ringen um unser Recht im Rate der anderen Rationen. Wir wollen nicht angreifen, wir wollen nur sichern, was uns gehört, Hnd wir müssen wieder haben, was man uns freventlich genommen hat. Wir wollen keinen neuen Krieg, gerade weil wir Frontsoldaten ihn in seinem Grauen bis zum Letzten kennen. Doch ruft man uns zur Verteidigung 'des'-Vaterlandes, dann steht der Stahlhelm selbstverständlich jederzeit bereit.
Wir lehnen die Kriegsschuldlüge und die unmoralischen Kriegstributlasten als freie Männer ab. Wir bekämpfen die Arbeitslosigkeit und fordern die Arbeitsdienstpflicht als den ersten Grad der Abhilfe. Wir fordern Rohrungsfreiheit und Stählung der Geister und der Körper durch den Wehrsport. In dem Staat sehen wir nicht ein Wohlfahrtsinstitut, wie er jahrzehntelang als falsches Ideal in den Köpfen spukte, sondern das überpersönliche Gemeinschaftsgut der Ration, in der jeder Deutsche vollverantwortlich mitzuarbeiten und aufzubauen hat. Aus diesen Begriffen heraus konnte der Stahlhelm sich niemals einer Partei verschreiben. Er arbeitet aber gern mit allen nationalen Parteien und Gruppen zusammen, die das gleiche Ziel haben.
Franz Seldte feiert heute seinen 50. Geburtstag. Aus diesem Anlaß veröffentlicht die „Kreuzzeitung" eine Reihe von Glückwunschartikeln führender Stahlhelmführer. Reichspräsident von Hindenburg hat in einem Telegramm an Seldte ebenfalls seinen Glückwunsch ausgesprochen, H. a. bringt das Blatt Aeußerungen des Generalfeldmarschalls von Mackensen, Düsterbergs und der Landesführer des Stahlhelms.
gegen die Menge machtlos und mußte wieder zurückgezogen werden- Ein starkes Schuhpolizeiaufgebot wurde am Ortseingang, der von den Dorfbewohnern verbarrikadiert worden war, m i t einem Hagel von Steinen und Brettern empfangen. Plötzlich fielen auch Schüsse. Die Beamten machten gleichfalls von der Schußwaffe Gebrauch, toobei ein Landwirt und vier weitere Personen, darunter eine ältere Frau, verwundet wurden. Auch mehrere Polizeibeamte wurden durch Steinwürfe verletzt. Schließlich konnte die Polizei die Straße räumen, worauf die Beamten die Verhafteten mitnahmen und in rascher Fahrt das Dorf verließen. Am Dienstagvormittag traf dann die Pforzheimer Staatsanwaltschaft mit zwei Bereitschaften Schutzpolizei und Gendarmerie im Ort ein. Die mit Karabinern ausgerüsteten Beamten besetzten sämtliche Straßen und Ortsausgänge und nahmen eine eingehende Durchsuchung nach Waffen vor.
Lin Todesopfer der spinalen Kinderlähmung.
Die spinale Kinderlähmung inGroß-Otters* leben bei Magdeburg hat bereits ein Todesopfer gefordert. Eines der erkrankten Kinder ist im Altstädtischen Krankenhaus in Magdeburg gestorben. Sonst hat die gefährliche Krankheit in Ottersleben nicht weiter um sich gegrif- f e n. Das Städtische Gesundheitsamt erklärt, daß eine Gefahr für Magdeburg nicht vorliege. Man habe überhaupt in Ottersleben umfangreiche Dor- kehrungsmaßregeln getroffen.
O diese Patienten!
Don Peter Purzelbaum.
Tante Ida.
Tante Ida wurde von Tag zu Tag schwerhöriger.
„Geh doch endlich mal zum Arzt!" brüllten wir ihr mit vereinten Kräften ins Ohr.
Tante Ida nickte und ging auch. Zu einem berühmten Spezialisten. Dort setzte sie sich ins Wartezimmer und fing an zu stricken.
Vach einiger Zeit kam die Frau Doktor und sagte zu Tante Ida, ihr Mann hätte heute keine Sprechstunde.
Tante Ida nickte freundlich und strickte weiter.
Auch bann noch, als die Frau Doktor nach zehn Minuten stockheiser war.
Doll Verzweiflung ergriff diese einen Dogen Papier und schrieb daraus:
„Heute keine Sprechstunde!"
Tante Ida nahm den Zettel, besah ihn und reichte ihn freundlich lächelnd zurück:
„Ach liebe Frau, lesen Sie mir doch daS vor — ich habe meine Brille vergessen."
Geiz.
An den Ufern der Wjätka wohnte das Volk der Wotjäken, ein Stamm der ebenso interessanten wie buntscheckigen Hralvölker. Die Wotjäken gehören zu jenen Menschen, deren Haupteigenschaft die bekannte Wurzel alles Hebels ist — der Geiz. Kalten Blutes würde sich ein Wotjäke vor Geiz selber auffressen, wenn das nur ginge.
Ein solcher Kerl erschien eines Tages beim Arzt der nächsten Stadt.
„Väterchen", sagte er, „ich habe erfahren, daß du Augen machen kannst. Hier ist meine blinde Frau — wie gut könnte sie arbeiten, wenn sie Augen hätte. Kannst du ihr welche machen? '
Der Arzt untersuchte die Blinde und fand, daß eine leichte Operation genügte, das Hebel zu beseitigen. So erklärte er, daß er die Frau wieder sehend machen wollte.
„Schön. Was kostet denn bei dir das Augen- machen?" fragte der Wotjäke.
„Kannst, du mir zehn Rubel geben?“ erwiderte der Arzt.
„Rein, Väterchen, das ist zu viel — nimm sechs Rubel."
«Gut — ich will mich auch mit sechs Rubel begnügen.“
„Hnb machst du für die sechs Rubel beide Augen?"
„Gewiß — alle beide."
„Gut, gut", erklärte der Wotjäke, „hier hast du drei Rubel, Väterchen, mach ihr nur ein Auge, sie hat an einem Auge genug.“
Beim Ohrenarzt.
-Serr Siebenbein ist zu einem Facharzt gegangen. Der hat ihn gründlich untersucht und sagt dann:
„Ich würde Ihnen raten, den Winter in Meran zuzubringen."
„Sn Gera?" Herr Siebenbein wundert sich. „Was soll ich denn da?"
„Ich sage ja auch nicht Gera, sondern Meran!" schreit der Arzt.
„Riviera — nein, das ist mir zu teuer.“
„Dann fahren Sie nach Venedig!" brüllt der Arzt aus Leibeskräften. Diesmal hat es Siebenbein verstanden.
„Soso, Venedig — ist es dort billiger?"
„Jawoll! Da werden die Tauben auf Staatskosten verpflegt."
•
Wenn ein Arm gebrochen ist.
Hrselchen hatte den Arm gebrochen.
Als der Arzt den Bruch schient, ist sie tapfer sehr tapfer.
„Wird er ganz abbrechen?" fragt sie ibn. »Wie bei der Lieselotte?" Lieselotte ist ihre große Puppe.
„O nein", beruhigt der Arzt das Bedenken
„Dann verbinde ihn aber recht sorgfältig Onkel Doktor", bittet Hrselchen, „damit das SäaA mehl nicht herauSläuft."
Der Kurzsichtige.
Zum Augenarzt kommt ein junger Mann und nagt über Kurzsichtigkeit.
„‘Bitte“ sagte der Arzt, ergreift einen Band Schiller, schlägt ihn auf und hält ihn dem Pa- henten unter die Rase. „Können Sie das lesen?"
„Jawohl", antwortet der Patient und beginnt: „Festgemauert in der Erden .. ."
Hm die Sehfähigkeit zu prüfen, schreitet der Arzt mit dem Buch in der Hand rückwärts, und obgleich er sich immer weiter entfernt, liest der junge Mann und hört gar nicht damit auf.
„Hnd da behaupten Sie, Sie wären kurzsich- ting", meint der Arzt.
„Erlauben Sie mal", sagt der gekränkte Patient, „als gebildeter Mann kann ich doch die Glocke auswendig."
Freuden des Alters.
Der alte Tappert — der Bauer von Hinter- gmoin — der kommt eines Tages zur Sprechstunde angehumpelt.
„Ach, Herr Doktor ..
„Ra, was fehlt Ihnen denn, mein Freund?"
„3 hob halt so vüil Schmerzen ..."
„Ra wo denn?"
„Im Rucken und auf der Seiten und im Bauch so a Zwick'n."
»Vor oder nach den Mahlzeiten?"
„Rach 'm Essen, Herr Doktor."
„Leiden Sie an Blähungen?"
„Raaa ... da leid i net — da g’frei i nti jo bruber.
Eine Oiamanien-Ausstellung im Werte von Millionen Mark.
. mär$cnl)after Traum von Glanz und Reich- nrmrJ^rr Wirklichkeit geworden in der einzigartigen Ausstellung von Diamanten, die in diesen Tagen in der Londoner Oxford-Street zu sehen ist. Hinter Bitrinen aus Stahl und unzerbrechlichem Glas das auch dem stärksten Schlag zu widerstehen vermag, schimmern und gleißen die wunderbaren Steine die der Veranstalter dieser Ausstellung, H. Gordon Sel- fridge, zusammengebracht hat, einen seit zwanzig Sohren gehegten Plan damit verwirklichend Er hofft, dadurch der Öffentlichkeit ins Bewußtsein zu rufen, daß der Diamant nichts von seinem Wert gegen frühere Zeiten eingebüßt hat, wie manche glauben wollen. Diese Schätze gegen unbefugten Zu- flriff 3u sichern, sind überall „Lichtkontrollen" ein- v°n unsichtbaren Lichtstrahlen, die im Augenblick, da der Versuch gemacht wird, eine
Scheibe zu zerbrechen, unterbrochen werden, wodurch automatisch eine Alarm-Vorrichtung ausgelöst wird. Die Ausstellung ist so angeordnet, daß das Interesse des Besuchers immer mehr angestachelt wird. Da erblickt er zunächst Haufen von aufgestapclten Steinen, nicht unähnlich weißen und gelben Zucker- kristallen, die aber in den einfallenden Lichtstrahlen phantastisch leuchten und funkeln. Hier liegen 2341 Diamanten auf einem, dort 1172 auf einem andern Haufen. Sie sind umgeben von Einzelsteinen, die die verschiedensten Steinschnitte vorführen. In einem andern Raum werden besonders wertvolle Stücke gezeigt. Da kann man den berühmten „Rassok" sehen, der auf 550 000 Mark geschätzt wird und einen Teil der Beute bildete, die dem letzten unabhängigen Herrscher von Rassak, Bajerow, abgenommen wurde. Er stammte aus dem Tempel von Schiwa und gelangte später durch Kauf in den Besitz des Marquis von Westminster, der ihn bei Staatsfeierlichkeiten auf dem Heft seines Schwertes trug. Daneben schimmerte der auf 600 000 Mark geschätzte „Porter Rhodes", der 1880 in den Kimberley-Minen gefunden wurde. Unter den übrigen Schätzen findet sich auch ein ganz einzigartiger rosa Diamant, der „Romyn", ein makelloser blauweißer Stein von 63f Karat und ein hexagonaler Diamant, der früher im Besitz des Schahs von Persien war. Die längst versunkene Jntriguenwelt des Hofes Ludwig XVI. aber steigt beim Anblick des berühmten Halsbandes der Maria Antoinette auf, dessen Schimmern und Gleißen uns die Flammenzeichen der kommenden Revolution versinnbildlicht. Welch hohe Werte hier auf kleinem Raum zusammengetragen sind, davon gibt die nüchterne aber sehr deutlich sprechende Versicherungssumme dieser Schätze eine Vorstellung, die 15 Millionen Mark beträgt.
Man muß sich zu helfen wissen.
Aus einem Filmatelier in dem ein Tonfilm gedreht wird, erzählt „Reclams Universum" folgende Geschichte: „Der Hilfsregisseur ruft die Statisten zusammen: „Meins Herren, heute nachmittag drehen wir die Szene in Sibirien. Ziehen Sie bitte alle Pelze an!" Nachmittags kommen alle Statisten mit Pelzen. Nur einer nicht.S chreit ihn der Hilfsregisseur an: „Haben Sie denn nicht gehört, was ich heute morgen gesagt habe?: „Doch, Herr Regisseur, aber ich habe keinen Pelz, und da habe ich wollene Unter« wasche angezogen."
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Freilich dankte ein 2 dem Fürsten seine Derk zusriedene überfielen \\ Rächt und brachten ihi Aiedesel Nr damal Deutschland nach Rulg Severin erreichte ihn d fort reiste er noch Du helfen .zu können. Du des Königs Karol koni Reni gelandet und auf begriffen Nr, m Lemk jur Gewißheit, daß Schandtat der aufständ Unter dem Jubel des 2 bet nach Bulgarien zu' des unversöhnlichen Za, gierung niederzulegen u zukehren Auch j d>e Hofhaltung aufgelö tud- M ernannte ihn zum Obechosmeifter der Mwtataiw fc, Emeg ausbrach u gJM. Ein Plan f erner ruheren ffl
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