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Ur. 24 Erster Via«

182. Jahrgang

Zreitag. 29. Januar 1932

GießenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friede. Will). Lange. Berantwoetlich für Politik Dr. Fe. Wilh. Lange; für Feuilleton Dss.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Mar Filter, fämtlid) in Gießen.

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Schwere Kämpfe in Schanghai.

Trotz Annahme des japanischen Ultimatums durch den Bürgermeister von Schanghai schreiten die Japaner zur Besetzung. Oie Chinefenstadt Schapei steht nach schwerem Fliegerbombardement in Hellen Flammen.

Oie international« Konzession in Verteidigungszustand.

Schanghai. 28. Ian. (Mger.lut Indopaciflque.) Der chinesische Bürgermeister oon Schanghai Hal den japanischen Forderungen nachge­geben. Troß der Annahme der Forderungen durch die Chinesen hat der Oberbefehlshaber der japani­schen Marlnekräfte beschlossen, die an die ioler- nationale Konzession grenzende ch i - nesische Stadl Schapei zu besehen. Er verlangte weiter die Beteiligung aller Bet- l ei digungsan tagen, die die Chinesen vor einiger Zeit an dieser Stelle errichtet haben. 3 a - panische Marineinfanterie in Panzer- fraflroagen ist um 23.15 Uhr in d i e chlne- fische.Stadt Schapei eingedrungen. 3m Hongkau-Bezirk, der von japanischen Marinetrup- pen und Panzerkrastwagcn vollständig beseht ist. hört man Gewehr- und Maschinengewchrfeuer. Um 1 30 Uhr früh hatten die 3apaner den gröhlen leit von Schapei befehl. Die Ch.ncsen leisteten hartnäckigen widerstand und wichen nach der internationalen Konzession zurück. Ein japani­scher Panzerwagen versuchte, durch die Kon­zession vorzudringen, muhte aber umkehren, da britische Freiwillige Ihm die Durch­fahr! nicht geftatteten.

Die männliche Bevölkerung Schanghais drängt sich, dem Ausruf deS GemeinderatS folgend, nach dem Rennplatz von Schanghai, der in aller Eile in ein Feldlager verwan­delt wird- Die gesamte städtische Polizei, ver­stärkt durch Freiwillige, ist mobilisiert worden. Das DcrteidigungSlomitee der Rie­de r l a s s u n g hat ebenfalls einen Ausruf an alle Fre.will.gcn erlassen, die als Polizisten D i e n ft tun wollen, oder bei den Transport- und Sanität-arbeiten, der Beschaffung von Le­bensmitteln oder sonstwie Mitarbeiten wollen. Die französischen Truppen in der französischen Aiederlassuna arbeiten mit den anderen Truppen der Aiederlassung zusammen. Die japanische Streitmacht hat den Schutz der nörd­lichen Bezirke von Schanghai über­nommen. die britischen Truppen den Bezirk im Westen von Schanghai und die ame- r i k a n i s ch e n M a r i n e s o i d a t c n die Are me Ha>g und die Sutschau Gceek Fronts. Stachel­drahtverhaue werden errichtet, aber die Bertcidigungstore zwischen der Aiederlassung und dem chinesischen Gebiet bleiben vorläufig offen, um den Auvlandern und Japanern, die außer­halb der Siedlung wohn.n. sowie Tausenden ch nes.schen Flüchtl.r.gcn den Zugang zu ge­statten Aach den letzten Schätzungen befinden sich 2 4 000 undisziplinierte chinesi- Truppen rund um die Aiederlassung und stellen e ne ernste Bedrohung dar. Auf dem chinesischen Gebiet haben bereits Plünderun­gen begonnen.

Der japanische Befehlshaber ha! am 425 Uhr früh den Befehl erteilt, den Stadtteil Schapei mit Fliegerbomben zu belegen. Die Bevölkerung Schapei zählt eine halbe Million Einwohner hat sich in ihren Wohnungen verbarri­kadiert. 3n den Straßen wird mit Maschinenge­wehren geschossen. 3n der Morgendämmerung wurde das Bombardement oon Schapei wie­der ausgenommen und man hörte ohrenbe­täubende Crplosionen. Die 3apaner besetzten um 6.15 Uhr früh die militärischen Haupt­punkte oon Schapei, doch wird angenommen, dah die Chinesen die Eisenbahn st ation mit hilse von Panzerzügen zurückerobert haben in dem Augenblick, als die Iapaner geschwächt waren, da ihren an anderen Stellen hart bedräng­ten Kameraden Verstärkungen zur Hilfe entsandt worden waren. Vie Bombenangriffe der ja­panischen Flugzeuge auf Schapei konnten gegen 7 Uhr MEZ. von dem Dache eines Wolkenkratzers im Fremdenoiertel aus deutlich beobachtet werden. Das Bombardement dauert bereits sechs Stunden. 3n Schapei selbst wütet ein unge­heurer Brand. Vie Flammen griffen schnell um sich. Von den Dächern der internationalen Nieder- laffung aus konnte deutlich beobachtet werden, wie in der fünf Kilometer entfernten Chinefenstadt e i n Haus nach dem anderen in Flammen auf ging, während die Lust von dem Knattern der Gewehr- und Maschinengewehrschüsse und dem dumpfen Krachen der fallenden Bomben und dem Summen der Flugzeugmotoren erfüllt war.

Japan verstärkt seine Zlotte.

Tokio. 29.3an. (WTB. Funkspruch ) (Acu­ter.) Ein Gcschwc.d:r. bestehend aus b r c i Ä r e u- -ern, zwei Flugzeugen und vier Zer- störern, hat den Befehl erhalten, zur Abfahrt nach Schanghai sich bereit zu halten. Ein Kreu­zer und vier Zerstörer sind heute früh bereits von Sasebo nach Schanghai in See gegangen. An Bord der Schiffe befinden sich Landung«-

kommandoS Zwölf japanische Zerstörer haben heute früh die Mündung des DangNeS passiert.

China will Widerstand leisten.

A a n k i n g, 29. Jan. (WTB. Funllpruch. Reu­ter.) China will jetzt gegen daS japanische Dor­gehen Widerstand leisten. Die Reserven der 19. Kantonesischen Armee, die gegenwär­tig im Gebiete von Aanking ftehen, und die dritte Division der Aationalgarde sind mobil gemacht und verladen worden, um nach Schanghai abzugehen. 3n Schanghai sind chi­nesische Truppen in die West viertel der

S t a d t, die an die internationale Konzession grenzen, eingedrungen. Zur Unterstützung der regulären ausländischen Truppen bei der Be­satzung der Grenze der Konzession sind Frei­willige herangezvgen worden. Die Japaner treffen Dorbereitungen zum Angriff auf den Rorddahnhof von Schanghai Aach einer Meldung der .Tllfociated Preß" au- Schanghai soll es zwischen englischen und chinesischen Truppen zu Zusammenstößen gekommen fein. Ehinefifche Soldaten, die in die internationale Konzession eingedrungen waren, seien von den Engländern vertrieben worden.

Starke Verstimmung in Amerika.

Anfrage in Tokio. Züt/lungnahme mit England.

Washington, 28 Jan. (WTB.) Außenmini­ster S t i m f o n bestätigte, daß er gestern b i e Regierung in Tokio befragt habe, welche Absichten sic bezüglich Schanghais verfolge. In amtlichen Kreisen wird nach wie vor betont, daß Amerika weder die Besetzung der internationalen Niederlassung durch japanische Truppen, noch die Blockade des Hafens oon Schanghai durch japanische Kriegsschiffe als ge­rechtfertigt ansehen würde- denn die in der Niederlassung befindlichen internationalen Polizei­kräfte seien visher zur Aufrechterhaltung der Ruhe durchaus ausreichend und die Blockade fei eine Kriegs Maßnahme, die die Kriegs­erklärung Japans an China zur Bedingung haben würde. Selbst im Kriegsfälle sei es zweifel­haft, ob ein so durchaus internationaler Platz wie Schanghai blockiert werden könne: denn Schanghai fei grundverschieden oon den übrigen chinesischen Städten.

Staatssekretär Simson nahm wegen eines Zu­sammengehens wegen Schanghai am Mittwoch Fühlung mit England und hatte eine län­gere Besprechung mit Sir Ronald Lindlay. Auch mit dem italienischen Botschafter hatte er eine Unterredung. Es fiel besonders auf, dah Stimfon keine Besprechung mit dem französischen Botschafter hatte. Ob­wohl die Behörden versuchen, die Bedeutung der Vorfälle abzuschwächen, werden doch Erwägungen über einen gemeinsamen Wirtschaftsdruck und eine Flottenkundgebung angestellt.

Aach einer Rücksprache mit Präsident Hoover übersandte Stimfon die gesamten Akten über die japanische Frage demSenat. Diese Tatsache ist besonders bedeutungsvoll, da ein WirtschastSdruck nur vom Kongreß verlangt werden kann. ES herrscht die Ansicht vor, dah d i e 3 e i t des Notenwechsels vorüber ist. Die Berichte über daS japanische Dorgehen in Schanghai riefen im amerikanischen Senat tiefste Empörung hervor. Senator King (Utah) forderte die sofor­tige Dohkottverhängung gegen Iapan.De- fonderS erregt find die Vertreter der Pacific Staaten.

YetonteZurückhaltunginLondon.

Wen g Mcinun.s für eine Protestaktion gegen Japan.

London, 29. 3an. (TU. Funkspruch.) Die am Dienstag in London eingetroffene ameri­kanische Rote wird von den zuständigen Stellen noch erwogen. Der diplomatische Korre­spondent der ..Momingpost" erfährt von maß­gebender Seite, daß englifcherseits kaum ein scharfes Dorgehen gegen Japan zu erwarten sei. Es werde betont, daß die Ja­paner in Schanghai nicht anders gehandelt hät­ten. als die englischen Truppen und bie Truppen anderer Mächte im Jahre 1927. Die Japaner hätten bisher keine Garnison in der internatio­nalen Aiederlassung besessen, obwohl sie dasselbe Recht dazu hätten, wie die anderen Staaten. ..Daily Telegraph" meint, dah England das ja­panische Dorgehen nicht mit demselben Mißtrauen, wie Amerika betrachte und sich mit einer einfachen Bestätigung der japanischen friedlichen Absich­ten begnügen werde.

.Times" äußerl, wenn auch sehr zurückhaltend, dah gemeinsame Richtlinien natürlich von größ­ter Wichtigkeit feien. Immerhin könnten aber die britische und die amerikanische Auffassung übet die Lage in China starl! voneinander a b - weichen. Wenn man auch zugeben müsse, daß Japan ernstlich provoziert worden fei, so würde die japanische Regierung doch gut daran tun, den Eindruck zu verwischen, dah der ja­panische Generalstab die Anordnung der Staatsmänner nicht durchführt, sondern seiner, seit- ihnen sogar den KurS vorzu­schreiben versuche. .Daily Telegraph ist der AnNcht. dah das japanische Dorgehen in Schanghar nicht mit dem in der Mandschurei zu vergleichen sei und bedenkliche Folgen zei­

gen könne. Die in Washington herrschende Sorge werde von der englischen Regierung geteilt, jedoch dürfte letztere der Ansicht fein, daß im gegenwär­tigen Augenblick der Gedanke an einen Druck auf Japan ab gelehnt werben müsse. .Daily Expreß" erklärt daS energische Dorgehen Japan« für berechtigt, und.Daily Mail" betont, dah daS englische Dolk ent­schlossen sei, an keiner Aktion teilzu- nehmen, die sich gegen feinen alten Bundesgenossen Japan richte. DaS Ar­beiterblatt .Daily Herald" und der liberale .AewS Chronicle" begnügen sich mit unwilligen Aeuherungen über ben .japanischen Militaris­mus".

Vier amerikanische Zerstörer unterwegs nach Schanghai.

ID a f I) I n g ( o n , 28. 3an. (Reuter. Funkspruch.) Bier amerikanische Zerstörer In Manila haben den Befehl erhalten, sofort nach Schanghai In See ; u gehen. Vie Weisung Ist veranlaßt durch das Ersuchen des Befehlshabers der amerita- nifchen Flußwachtschjffe auf dem flangtfee. Die Zer­störer können im Notfall Schanghai in 35 Stunden erreichen. Konteradmiral Taylor in Manila hat ffrengoerlraulidje 3nftruftionen er­halten.

Berliner Blätter zu den Kämpfen in China.

Derlin, 29. 3an. (ERD.) Die politischen Aus­wirkungen der Kämpfe in Schanghai werden bis­her nur von wenigen Blättern besprochen Der .DorwärtS" schreibt: Japan hat ungehin­dert durch den Dölkerbund, durch Rußland oder Amerika, die ganze chine­sische Mandschurei sich unterjocht. ES geht jetzt daran, der gröhten und wichtigsten Hafenstadt Chinas das gleiche Schicksal au bereiten. Diellcicht erleben wir in nicht zu ferner Zeit noch, daß große Teile Chinas das LvS Koreas imb der Mandschurei teilen. Kein Wunder, daß der Radikalismus der Derzweif- lung in China wächst. Die .Germania" spricht von einem drohenden Weltereig- nis von katastrophalen Folgen. Wenn auch der Dölkerbund bei Sanktionsmahnahmen seiner Mitglieder sich gewöhnlich passiv verhalten habe, und auch andere Mächte in China wieder­holt ein Okkupation-recht für sich in Anspruch genommen hätten, so sei I a p a n s2 a n k t i o n S» kontodurchdaS mandschurische Aben­teuer schon reichlich überzogen. Die Maßnahmen in Schanghai gingen tatsächlich über daS hrnaus, waS sich fremde Mächte in den letzten Jahren auf chinesischem Boden noch geleistet hät­ten. Es bestehe die Gefahr, daß Japan bei einer Fortsetzung seiner Politik der starken Hand der Totengräber deS DölkerbundeS werde und dah die Weltabrüftungsaktion in Genf bereits an der Wurzel getrof- f e n werde, ehe noch der erste Schritt in dieser Beziehung getan lei. Der .Lokalanzei- g e r" und .T a g glossieren in der Hauptsache die abwartende Haltung d eS Döl- kerbundSrateS. der anscheinend noch auf eine .friedliche Kriegserklärung" warte.

Rücktritt des Generalsekretärs des Völkerbundes.

Genf, 28. 3an. (WTB.) Dom Dölkerbunds- fetretariat wird offiziell bestätigt, daß der Gene­ralsekretär Sir Eric Drummond ein Rück- trittsgesuch eingereicht habe. Mit Rücksicht auf die von der DölkerbundSversammlung verfolgte Reform des DölkerbundSfekreta- r i a t - und insbefondere in Anbetracht der Ar­beiten für die Abrüstungskonferenz sei er bisher auf seinem Posten verblieben. Er wünsche nunmehr, von seinem Posten ent­hoben au werden, und zwar in der ersten Hälfte de« nächsten Jahre«. Da« Dölkerbundssekvetariat

teilt mit, daß der Dölkerbundsrat einmütig Sir Eric Drummond gebeten habe, auf seinem Posten zu bleiben. Der Generalsekretär bat jedoch mit­geteilt. daß sein Beschluß endgültig sei. woraus der Rat beschlossen hat, allen Mitglieds­staaten de« Völkerbundes daS Rücktrittsgesuch mitzuteilen.

Wie Frankreichs Rüstung-' einschränkung aussicht.

Vermehrung um 130000 Mann in den letzten zehn Fahren.

Paris, 28.3an. (WTB.) 3n der .Repu- blique" beschäftigt sich der rabikalfozialistische Ab­geordnete D a l a b i c r mit der französischen Ab- rüstungSthefe und mit der Behauptung, dah Frankreich bereit« seine Rüstungen beträchtlich vermindert habe. Welche wesentlichen Rüstungsherabsetzungen habe Frank­reich denn eigentlich vorgenommen, fragt er. 3m Jahre 1922 habe Poincarö m einem Memorandum an den Dölkerbund den damaligen Effek­tivbedarf Frankreich« mit insgesamt 690 000 Mann angegeben. Mehr als 200 000 stan­den damals in den Kolonien, außerdem feien schät- zungSweife 160 000 Mann für zeitlich begrenzte Missionen deS französischen HeereS, als Beschützer der Derträge in Konstantinopel, im Rheinland, in Oberschlesien ufto notwendig newesen. 1931 dürste also ein Heer, daS dem v n 1922 en. prechen würde, nach dem Memorandum des vergangenen Jahre« die Stärke von 530 000 Mann nicht über ft eigen. Am 1. September 1931 habe Frankreich Dem Dölkerbund zur Kenntnis gebracht, dah dieGefamtstärke der franzöfifchen bewaffneten Macht unter dem normalen Regime der jetzt gültigen militärischen Gesetze 6 60 000 Offiziere und Soldaten ein­schließlich der Zivilgarde umfasse. DaS sei die .bedeutende Herabsetzung", die Frank­reich der ganzen Welt angekündigt habe

Verlängerung des französischen Anteils am Rediskonkredit der ^eichsbank.

Berlin, 28. 3an. (CAB.) Der Derwal« tungarat der Dank von Frankreich hat an die Verlängerung des französischen Anteils am R e d i - k o n t k r e d i t der Reichsbank neben der DorauSIetzung der Er­neuerung der Kreditanteile der anderen be­teiligten Danken, deren Zustimmung bereits vor­liegt, die Dedingung geknüpft, dah da« Reich sich in keinem Falle der G o l d a u S s u h r zur Scherstellung der Rückzahlung deS Kre­dit - widersetzen dürfe. Eine folchc Klausel ist, wie wir von maßgebender Seite erfahren, auch in den anderen Kreditverträgen ent­halten, die die Dank für internationalen Zah­lungsausgleich z. D. für die Dank von England vermittelt hat. SS handelt sich allo nur um eine ctwaS schärf.re Interpretierung deS Derträge«. Dcr ICO-Mi.livnen-Dollar-Red-ton krcdit der Reichsbank läuft über bie DIZ, mit der nunmehr die Einzelheiten des Ter trage« über die Verlängerung deS Kredit« vereinbart toerben.

Für Hindenburgs Wiederwahl,

teme Erklärung der Bayrischen Bolkvpartei.

München, 28. Jan. (CAD.) In einem Ar­tikel .Für Hinbenburg" nimmt die Dayerifche Dolksparteikorrespondenz xu dem jetzt von Bayern eingeleiteten überparteilichen Unternehmen Stel­lung. Der Gedanke, durch eine sogenannte über­parteiliche Sammlung-- und Aufklärungs­arbeit den Weg für einen aussichtsreichen Ruf an Hindenburg zu ebnen, fei ohne Zweifel richtig und feine Derwirklichung begrüßens­wert. DaS Gelingen des -Unternehmen» fei in erster Linie davon abhängig, dah ein entsprechend starker Teil deS politisch organisierten Deutschlands dafür gewonnen wird. ES be­darf keiner langen Erklärungen, so heißt eS bann weiter, wie bie Dayerische DoIkSpartei zu einer Wieberwahl Hinbenburgs zum Reichs­präsidenten steht. Als bie Dayerische DolkSpar- tei vor 7 Jahren durch ihren damals nicht ganz leichten Entschluß zugunsten Hindenburgs in ent­scheidender Weife in bie Relchspräfidentenwahl eingriff, hat sie bazu beigetragen, bie deutsche Innenpolitik um daS vielleicht wich­tigste Aktivum der ganzen Aach - kriegszeit zu bereichern. Gerade in die­len Tagen mag da« beutfche Dolk erf ernten, Wa­der Faktor Hindenburg für bie deutsche Politik bedeutet Deuttchland kann in diesen schweren Schicksalsstunden nicht auf Hindenburg verzichten. Die Dayerifche Dolkspartei wird auf der Seite derer stehen, bie es Hindenburg er­möglichen wollen, ftch als der Kandidat einer überwältigenden DolkSmehrheit zur Reich-Präsi­dentenwahl zu stellen.