Ausgabe 
28.11.1932 Frühausgabe
 
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letrieben habe,

Aus aller Welt

als gegen Menschen. Sie haben eine schöne Aufgabe erfüllt, wenn sie die Zeitgenossen bereicherten.

der ihren Namen umgibt, beschützt sie. Dann gibt es Bücher, die das Neue, das der ßefer verlangt.

Menge die Aenderung des Vertrages. Die Polizei hatte umfangreiche Mahnahmen zum Schutz der Gesandtschaften dec Entente und Vach­borstaaten getroffen. Kundgebungen unter freiem Himmel waren im ganzen Lande verboten, an­geblich auf Grund vorheriger diplomatischer War­nungen. Dagegen fanden in allen bulgarischen Städten geschlossene Versammlungen statt, ver­bunden mit Geldsammlungen. Sn Entschließungen, die dem Völkerbund zugeleitet werden sollen, wird die Aenderung des Friedensver-

Eine Erbschaft nach 80 Jahren verteilt.

3n Nickenich bei Andernach am Rhein erhielt die Gemeindeverwaltung ein Schreiben aus Amerika, worin sie gebeten wird, die Erben eines in den Vereinigten Staaten verstorbenen Deutschen zu er­mitteln. Wie verlautet, handelt es sich bei dem Erblasser um einen vor 100 Jahren nach Amerika ausaewanderten Lehrer aus Nickenich, der bereits im Jahre 1853 starb. Erst jetzt, nach80Jahrcn wurde das T e st a m e n t geöffnet. Welche Summe den glücklichen Erbeü zufällt, war noch nicht zu erfahren.

Kein Friedens-Nobelpreis für 1932.

Der Nobel-Ausschuß des norwegischen Stör- tings in Oslo.hat endgültig beschlossen, den No­bel - Fr ie de n s pre i s für das Jahr 1932 nicht z u verteilen. Der vorgesehene Betrag soll vielmehr gemäß Artikel 5 der Statuten der Nobel-Stiftung für das Jahr 1933 aufgehoben werden.

Einweihung eines Goethe-Denkmals in Neuyork.

ges diplomatisches Unternehmen getrieben habe, habe es die polnisch-rumäms ech Allianz bereits stark erschüttert.

3. Die polnische Regierung erkennt dasGut- achken an, das der Haager Gerichtshof im Früh­jahr d. 3. über die rechtliche Stellung der Polen in Danzig erstattet hat. Auf der Grund­lage dieses Gutachtens werden Verhandlungen zwi­schen den beiden Regierungen zur Regelung von einzelnen Fragen ausgenommen. (Dieses Gut­achten trägt dem Danziger Standpunkt vollständig Rechnung. Die Red.)

4. Die polnische Regierung verpflichtet sich zur Beteiligung an den kosten für den Schul- unterrichtderDanzigerLisenbahner- k i n d e r.

5. Die bisher von Danzig und Polen erlassenen Zeitungsoerbote werden beiderseits aus- gehoben.

Das Verhandlungsergebnis wird am nächsten Montag vom Völkerbundsrat zum endgültigen Be­schluß erhoben werden. Es verlautet, daß die Einigung, die ziemlich überraschend erfolgte stark den Bemühungen des Völkerbundskommissars' R o - stlng zu verdanken sei.

schen Botschafters ein Frühstück im Hotel Astor statt.

Anschluß einer deutschen evangelischen Synode an den Deutschen Kirchenbund.

Der in Berlin versammelte Deutsche Evon- gelische Kirchenausschuh genehmigte ein­mütig den Anschluß der evangelisch-lutherischen Synode von Santa Catarina, Parana und ande­rn Staaten Brasiliens an den Deutschen Evangelischen Kirchenbund und würdigte die kir­chengeschichtliche Bedeutung dieses Ereignisses Die Synode stellt mit etwa 40 000 Seelen und 34 Geistlichen lutherischen Bekenntnisses einen wich- tige Sammelpunkt für die kirchliche und kulturelle Aufgabe des evangelischen Deutschtums in Dra- filien dar. Die Synode von Rio Grande do Sul ist bereits seit dem 1. Stimmt 1929 dem Kirchen­bund angeschlossen.

Wiederaufnahmeverfahren im Fall Richter abgelehnt.

Nach wochenlanger Prüfung des umfangreichen Aktenmaterials hat die Strafkammer des Land­gerichts Bonn den Antrag eines Mainzer Rechts­anwalts auf Wiederaufnahme des Ver­fahrens gegen den im Sahre 1929 vom Schwur­gericht wegen Mordes an der Krankenschwester Frau M e r t e n s in Bonn zum Tode verurteilten Arztes Dr. Richter in Bingen abgelehnt. Dc Richter, der sich zur Zeit in der Straf­anstalt Rheinbach besindet und nach wie vor seine Unschuld beteuert, hatte, nach dem Gutachten der Sachverständigen in der Ver­handlung des Schwurgerichts, der Frau Mertens auf unnatürliche Weise eine Strophantin-In­jektion beigebracht, die den Tod herbeiführen mußte. Der Antrag des Mainzer Rechtsanwalts 1

Moskau, 28. Noo. (WTB. Funkspruch.) Das Präsidium der Sowjetunion ratifizierte den in Moskau am 25. Juli d. I. unterzeichneten polnisch -so wjetrussischen Nichtan­griffspakt, sowie die Schlichtungskonvention, die am 23. November d. I. unterzeichnet wurde.

Warschau, 27. Nov. (WTB.) Polen wird den Nichtangriffspakt mit Sowjetruh- land zu Beginn dieser Woche ratifizieren. Diesmal wird nicht das polnische Parlament, sondern der Staatspräsident der Ratifikation dieses zwischen staatlichen Abkommens zustimmen.

Moskau triumphiert.

Moskau, 27. Noo. (TU.) Die bevorstehende Unterzeichnung des russisch-französischen Nichton- griffsvertrages ohne vorherigen Vertrag s- abschluß mit Rumänien wird von den russi- schen amtlichen Stellen als einer der größten Erfolge der s o wjetrussi s ch en Diplo­matie bezeichnet. Der Versuch der französi­sch e n Regierung, ein Kollektivabkommen sämtlicher Randstaaten und Rumänien unter französischer Führung zustande zu bringen, sei f e b l g e s ch l a g e n. Der französisch-russische Ver­trag sei gege.n niemand gerichtet. Die deutsch-russischen Beziehungen würden dadurch in keiner Weise berührt.

Oer polnisch-russische Pakt wird ratifiziert.

Einigung zwischen Danzig nnd Polen.

Verzicht auf die zwangsweise Einführung des Zloty im Danziger Gebiet.

Sie,

träges gefordert. Die Zeitungen erschienen aus Anlaß des Jahrestages von Neuillh mit Trauer­rand. Das beabsichtigte Geläut aller ©loden, sowie Sirenengeheul mußten infolge polizeilichen Verbots unterbleiben. Nach Beendigung der Kundgebung in Sofia bildete sich trotz des Ver­bots ein großer LImzug Die Polizei griff scharf ein und zerstreute die Menge. Dabei gab es auf beiden Seiten Verwundete durch oteintoürfe und Säbelhiebe.

kalter R. H a r r i d. Die Droncebüste ist eine Schöpfung des verchorbenen Weimarer Bild­hauers Friedrich Fischer: der Sockel aus schwarzem Granit, der eine Widmungstafel trägt, .ist ein Werk des Bildhauers Victor Frisch. Das Standbild befindet sich in einem der be­lebtesten Viertel von Neuyork, in unmittelbarer Nähe der Public Library; seine Enthüllung ging mit großem Gepräge vor sich; ein 800 Köpfe starker Kinderchvr brachte deutsche Volkslieder zum Vortrag. Vor älebergabe des Standbildes an die Stadt Neuyork fand zu Ehren des deut-

Wettkampf her Bücher.

Don Ricarda Huch.

Aus den Einführungsworten zu dem Ka­talogDas Buch des Jahres 1932", heraus- gegeben von der Bereinigten Derlegergruppe. Ich las einmal, vor unvordenklichen Zeiten habe es nicht den bebilderten Sternenhimmel gegeben, der uns jetzt zu Häupten steht, sondern es hätten im Lichtergewimmel ungeheure Schlachten staltge- funden, aus denen endlich die Sieger hervorge­gangen wären, die nun den Bogen ewiger Ordnung und unwidersprechlicher Schönheit über uns wölben. Ein solcher Kampf ums Dasein findet auch unter den Büchern statt. Tausende werden auf den Markt geworfen, nicht zu übersehen, nicht unterzubringen, so glaubt man; aber in dem Kriege, der sich sogleich zwischen ihnen anspinnt, werden viele in die Fmcht geschlagen, viele umgebracht, nur eine sehr vermin- derte Zahl bleibt auf der Walstatt zurück.

Giadttheaier: Nachtkabarett.

Den Abschluß des Subiläumstages bildete ein Nacht-Kabarett, unter der künstlerischen Ober­leitung von Kühne, mit neuem Programm. Als Ouvertüre:Egon und Emilie", Familien- drama von Morgenstern: Mitwirkende: Herr Hub und Frau Koch, er stumm, sie in großer Fahrt; Motto: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Herr Kühne sagte an und das schöne, stellenweise merkwürdig aktuelle GedichtDer Nöckergreis" von Wilhelm Busch auf. Die Jazz­band (Kapellmeister M o e h l) begann mit einer Imitation der Weintraubs. Sibylle Flem­ming sang erst den Massary-SchlagerJede Frau hat iraendeine Sehnsucht", später eine witzige Groteske ausJim und Jill". Herr Ha­mel brachte zwei Chansons: von der möblierten Moral und von der Familie; beide sehr nett. Anni und Ewald ulke fanden, wie stets, lebhaften Anklang mit einem Kostüm-Step und der schon bekannten Tango-Variation. Eine char­mante Führung durch das alte Wien, die Stadt der Lieder, der Dadhcndel, der Fiaker und des Heurigen, veranstaltete, mit hübschen Gesangs­einlagen und Schrammel-Musik, Herr W r e d e. Kühne und Nieren auf berlinerisch in einem Edensteher-D.alog von Glasbrenner. Kapelle M o e h l, sehr lustig, auf oberbaherisch (Oktober- fest). Vor der Pause sprach Kühne als Ob­mann der Dühnengenossenschaft ein ernstes Wort für dm Veteranen der Schauspielkunst und bat um Spenden für die Wohlfahrtslotterie. Nach der Pause: Kapelle Moehl auf spanisch. Dann Hub mit zwei bewährten Vortragsnumnzern von Presber. Dann Edith Berger mit einem Song aus der ..Dreigroschenoper", exakt und schmissig vorgetragen, und einer von Victor Heermann eigenartig und eindrucksvoll vertonten sozialen Ballade: eine ausgezeichnete Nummer. Großen Beifall fand ferner das drollige Fagott-Solo ernes wilden Bären. Liesel Belin z brachte das Auftrittslied der Mi aus demLand des Lächelns" mit korrektem Spitzentanz und Spagat; musste sofort wiederholt werden. Nach einem Slow-Fox der Hauskavelle erzählte Herr K ü h n e noch eine amüsante kleine Geschichte über böse Träume. Zum Schluß: die Tenöre Hub, Fier- ment, W r e d e als die berühmten drei Mus­ketiere: ein schneidiger Abgesang, äleberhaupt: gutes und reichhaltiges Programm. Dolles Haus. Stürmischer DeifasL hth.

einem äußeren Umstande danken einer Landschaft als Schauplatz, einer Menschenklasie, die noch wenig geschildert wurde, irgendeinem Lebensgebiet, das nach nicht behandelt war: sie erringen einen er­staunlichen Erfolg und veralten schnell. Manche ver­schwinden und kommen wieder, werden wieder ver­drängt und wagen den Anlauf von neuem, manche haben ein großes, schönes Licht, aber ein Haufen weitläufiger Gesellen verdunkelt sie, und erst wenn diese erloschen sind, sieht man sie glänzend schweben. Selten ist das, was durch die Hände aller Zeit­genossen geht, das Bleibende, wenn es auch immer Kenner gibt, denen das Gute nicht entgeht. Durch- blättert man alte Leihbibliothekskataloge, so begeg­net man überwiegend Namen verschollenen Klanges, wc, die Mitlebenden als epochemachend begrüßten zerstob als Sternenspreu. Manches erscheint zu gut' um so bald vergessen zu sein, es blinkt auf wenn man im Dämmern der Bibliothek daran reibt, und erweist sich doch als tot, wenn man es ans Licht bringt^ Menschlicher Beistand hilft nicht viel. Was auch Reklame und Propaganda für den Tageserfolg bedeuten mögen, der Ausgang dec großen Bücher-

Amerika soll naß werden.

Washington, 25. Nov. (WTB.) Die Führer sowohl der Demokratischen wie der Repu­blikanischen Partei des Repräsentanten­hauses haben sich für eine baldige Abstim - mung über die Aufhebung des 18. Amendments (Prohibition) entschieden. Eine entsprechende Entschließung wird im Kongreß voraussichtlich am ersten Tage seiner bevorstehenden kurzen Sitzungsperiode eingebracht werden.

ein großes Paket mit Büchern zur Ansicht schickte, die wir Kinder unter angemessener Vorsicht betrach- ten durften, um unsere Wunschzettel danach einzu­richten. Die Abende, an denen mir, um einen großen £ifd) versammelt, unter der darüber hängenden Lampe in blefer Sendung schwelgten, eingefangen in den kräftigen Geruch, der von neuen Büchern ausgeht, sind mir als Stunden ungetrübten Glückes in der Erinnerung, größeren Glückes vielleicht, als das war, was sich mit dem Wachs- und Tannenduft des Weihnachtsbaumes und dem Besitz der ge­wünschten Bücher mischte. Aus der Tatsache, daß die meisten meiner Kinderbücher nicht mehr im Handel, durchaus nicht mehr zu haben sind, kann man schließen, wie grausam der Kampf ums Dasein unter den Büchern wütet. Es mag fein, daß unsere Kinderbücher zu sehr mit uns selbst verschmelzen, als daß man sie unparteiisch beurteilen könnte; mir scheint es jedenfalls, als habe auf diesem Gebiet der Wettkampf nicht immer zum Siege des Besten geführt.

Wie reich, fein und vorzüglich die moderne Pro­duktion auch ist, nichts kommt den Kinderbüchern meiner Zeit gleich, von denen so wenig erhalten ist. Wo ist die fabelhafte Reise im Meer, die mit den Versen begann: Ach das Bummeln, ach das Tum- meln durch die See, wie war es süß durch die Hallen von Korallen durch das blaue Paradies? Wo die humorvolle Prinzessin Klatschrose von Theo­bald Kerner, dem Sohne des Justinus? Ein wundervoll groteskes Bilderbuch von P o c c i konnte ich vor mehreren Jahren als kostbare Seltenheit erwerben. Soviel ich weiß, kann man wenigstens das Tagebuch dreier Kinder zu den siegreichen Klas­sikern zählen. Wilhelm, Otto und Marie habe ich genau so treu im Gedächtnis bewahrt wie leibhaf­tige Spielgefährten. Die Ausgabe, die ich besaß, zierten Bilder von Theodor Hosemann-, ein neues Exemplar, das ich nach Jahren anschaffte, war durch geschmacklose Illustrationen entstellt. Auch Der erste Christbaum" von Friedrich G e r st ä ck e r, ver mehrere Auflagen erlebt hat, wurde seiner hüb­schen Bilder beraubt und durch minderwertige ver­dorben. Mancherlei Bilder schweben mir vor aus verschwundenen Märchensammlungen: Rapunzel, die vom einsamen Turm ihren dicken Zopf herabläßt, an dem die Hexe hinaufklettert, der Erlkönig im Katzenfell auf dem Baume, orientalischer Zauber aus Tausendundeinenacht.

Kann man annehmen, daß der Bücherkampf nach fünfzig Jahren entschieden ist? Sind Bücher, die nach zwanzig, dreißig, vierzig Jahren nicht wieder gedruckt werden, tot? Ich glaube, daß sie nur selten ins Leben zurückgerufen sind, und man braucht ja auch Büchern gegenüber nicht weichherziger zu sein

Bulgarien gegen das Friedensdiktat.

Sofia, 21. Nov. (Täl.) Arn heutigen Sonn­tag, dem 13. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrages von Neuillh. fand in Sofia eine große Protest Versammlung statt. Mitglieder nationaler Verbände und verschie­dener Minderheitenorganisationen forderten in ihren Ansprachen an die nach Tausenden zählende

Ein jedes Buch hat sein Schicksal, das je nach seiner Bedeutung alltäglich oder merkwürdig ist. Es gibt Bücher, denen es verliehen wurde, zugleich dem Augenblick und der Zukunft zu genügen; zu diesen begnadeten gehörenW e r t h e r s Leiden" und dieRäuber". Andere erobern sich sofort einen festen Platz, ohne daß sie dauernd gelesen werden, wie KlopstocksM e j (i a s"; der Strahlenkranz,

Wohl können Bücher, im Jünglingsalter gelesen, aufwühlen und umwälzen; aber ob sie sich so ent­scheidend einprägen wie Kinderbücher? Diese Räume unserer Innenwelt bemalen sie mit so starken Far­ben und Linien, daß sie alle später hinzukommenden Vorstellungen durchdringen und überformen. Es läßt sich nicht ermessen, wieviel Anteil an den Rich­tungen und Träumen unseres Lebens die Erlebnisse unserer Kinderbücher Haden. Sachte schleichen sie sich in das Gemüt des Kindes und werden ein Teil da- von. Auch liebt man die Bücher, 'die man als Er­wachsener liest, bei aller Verehrung unserer großen Dichter und Denker nicht so zärtlich wie die Kinder­bücher; mich wenigstens hat die Sehnsucht nach den unwiderbringlich verlorenen durch das ganze Leben begleitet wie nach einem versunkenen Schatze.

Als ich Kind war, bestand in unserem Hause der Gebrauch, daß einige Wochen vor Weihnachten die Buchhandlung, wo meine Eltern zu kaufen pflegten,

auf Wiederaufnahme des Verfahrens stützte sich auf drei neue medizinische

Gutachten. D.e Donner Strafkammer ist nun ebenso wie die Justizverwaltung, die sich be­reits nach Rechtskraft des Urteils mit dem Gut- achten befaßt hat. der Ansicht, diese neuen Gut­achten seien nicht ausreichend, ein Wieder­aufnahmeverfahren zu begründen. Für die Der- urteiilung Dr. Richters seien die Sachverständigen­gutachten in der Schwurgerichtsverhandlung nicht allein praßgebend gewesen.

Unfall in einem Göttinger Unioerflfätsinffituf.

3m physikalisch-chemischen Institut der Universi- tat Göttingen explodierte bei einem Experiment eine dickwandige Retorte aus bisher noch nicht auf­geklärter Ursache. EinAssistent und eine Assistentin geklarter Ursache. Ein Assistent und eine Assistentin schwere Verletzungen im Gesicht und an den Händen.

Zwei Todesopfer eines Autounglücks.

Auf der Altonaer Chaussee ereignete sich in der Nahe von Neumünster ein schweres Kraft- wagen unglück. Infolge eines Reifenschadens raste eine mit sechs Personen besetzte Chrysler- Limoufme mit solcher Wuchtgegen einen -oaum, daß sie etwa zehn Meter fortgeschleudert wurde und sich ü b e r s ch du g. Von den sechs Jn- jajien waren zwei sofort tot, während drei mit 1 Verletzungen ins Krankenhaus

geschaht werden mußten. Eine Person blieb unver- letzt. Es handelt sich um eine italienische Familie namens Canale Gennaro, die seit kurzem in Hamburg ansässig sein soll.

Schwerer Sturm auf dem Kaspischen Meer.

^cm. Kaspischen Meer gerieten mehrere Schiffe in einen schweren Sturm und drohten zu kentern. Nur den Anstrengungen der Be­satzungen der SchiffeLeutnant Schmidt" und äFx « gelang es, die havarierten SchiffeEngels".Gorki" undPrahm" vor bem Untergang zu retten. Aus Astrachan ist ein Schiff mit Lebensmitteln und Kleidungsstücken für die Schiffbrüchigen unterwegs. Das Wüten des Sturmes war übrigens so heftig, daß einige im&rig gelegene Ortschaften am Kaspischen Meer überschwemmt wurden.

Die Rettungsarbeiten auf den Delbrück-Schächten.

Die Lage auf den Delbrück-Schächten in Hinden­burg hat sich inzwischen kaum geändert. Es wird angestrengt an der Umgehungsstrecke gearbeitet, durch die man an die Beine des halbbefreiten Fül­lers heranzukommen hofft. Dieser hat inzwischen etwas schlafen können. Auch der Zugang zu der Position des vierten Eingeschlossenen, der abseits von den drei anderen liegt, ist etwa drei Meter oor- aetragen worden. Der Füller Woithowski befindet sich immer noch in gefahrvoller Sage. Körperlich ist er noch bei Kräften. Er konnte einige seiner Lieb­lingsspeisen essen.

ßirrL.DOrn?em guten Willen abhänge, den man nKeneÜ5 bereit sei, unterstreicht aber

nichtsdestoweniger, daß er zumindest

ein Gegengewicht gegen den deutsch-russischen Rapollooertrag daffkelle und die Gefahr eines vereinten russisch-deutschen Angriffs ausschalle.

DasJournal" verzeichnet die besondere Be- öeutung des Vertrages in bezug auf die Neutrali­tätserklärung Rußlands für den Fall, daß Frank- reich von emer brüten Macht angegriffen werde.

i'P £--u DJe ^richt von einem Entspannungs- auftakt für die kommenden Verhandlungen. Auch dieE r e SR oup elle" begrüßt den Vertrag als Beitrag für die Wiederherstellung des Gleichgewichts m Europa^ In derR 6 p u b l i q u e" schreibt der bekannte Politiker der Radikalsozialistischen Partei, Odouard P f e i f f e r, daß die Leute, die gehofft hatten, Rußland in eine gegen Frankreich gerich- tete Koalition hineinzuziehen, sehr bitter enttäuscht ein wurden. Auch derP o p u l a i r e" begrüßt den Vertrag.

''E.ch°.de Paris" schreibt, es sei unvorsichtig, sich für die Zukunft zu binden, obwohl seit einem Jahre der Fünfjahresplan auseinanderfalle und für den Augenblick Rußland wirtschaftlich nicht so ge­fährlich sei, wie man glaube. Die Moskauer Regie­rung habe im Abschluß eines Vertrages mit Frank­reich stets die Versicherung gesucht, daß ihre Be­mühung um eine wirtschaftliche Organisation nicht angegriffen oder behindert werde. Die französischen Unterhändler seien dagegen vor allem darauf hinge­wiesen, die Garantie zu erhalten, daß Rußland sich nicht einem Angreifer anschließe, mit anderen Wor­ten,

Frankreich habe der Zusantmenarbeit der roten

Armee und der Reichswehr einen Stoß ver­sehen wollen.

Moskau erhalte in einer kritischen Stunde eine nicht Zu unterschätzende moralische Unterstützung. Dadurch, daß Frankreich Rußlands Nachbarn in ein derarti-

Genf, 26. Noo. (WTB.) Unter Beteiligung des Völkerbundskommisfars in Danzig haben heute vormittag die Vertreter Danzigs und Polens die vom Völkerbundsrat in seiner gestrigen Entschließung gewünschten unmittelbaren Verhandlungen aufgenommen. Die Verhand­lungen beziehen sich auf den englischen Vorschlag zur Lösung des Währungskonflikts, sowie auf eine Reihe weiterer Streitpunkte. Es handelt sich 1. um die Rechte der Polen in Danzig auf Grund des Artikels 33 der Pariser Konvention, wo­zu bekanntlich eine Entscheidung des Haager Ge­richtshofs derliegt, der den Polen in Danzig die Stellung einer Minderheit auerfennt; 2, um die Ver­pflichtung der polnischen Eisenbahnen, sich an der Tragung der Schullasten für die Danziger Eisen- bahnerklinder zu beteiligen und 3, um die gegen­seitige Aushebung der Zeitungsverbote.

2fn den Verhandlungen ist heute nachmittag eine Einigung erfolgt, die folgende Punkte umfaßt:

1. Ein Dreierausschuß des Völkerbundsrates wird die Frage derAction directe prüfen und dem Völkerbundsrat auf seiner 3anuarfagung Bericht erstatten.

2. Die Zloty - Verordnung wird am 1. Dezember d. 3. n i ch t in Kraft gesetzt.

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Meine Ausgabe ist, Acht des DankrS üülle des Dankes ist $ berGießener Dür >chaft ist es, die von i «robrs Interesse ent vp^erwlklige Tat beftä ruhrren Stad lammlungen und tat. tvelche die Stifte ^gestellt haben. E> SMivSrtioen Gtabtral Zellen Avt, unter b jjntai auch die Stadt d»ll!gung des trforhö eSl^Sr Qm Kben e nN^herzlL ÄÄj

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schlachten ist unabhängig von unseren Bemühungen. Wenn wir ins Leben eintreten, empfängt uns ein strahlender Bücherhimmel, der ein Ergebnis einstiger Kämpfe ist, als unser Schicksal.

Wieviel Erquickung, Beglückung, Belehrung gießt er aus über das Kind, das von allen Lesern das hin­gegebenste ift. Das Kind hört, was man ihm oorlieft, wie Musik, die man nicht einmal oder zweimal, ,on- dern täglich, immer wieder in sich aufnimmt, von der keim Wort fehlen oder anders lauten darf, damit die traute Melodie unverfälscht bis ins Ohr fließt. Was für drollige, liebliche, herrliche Sterne zwin­kern und blitzen aber auch auf die Kinder herab? BoranStruwelpeter" undArmer Rein­hold"; ihre drastischen Bilder und Verse werden den empfänglichen -Symbole des Lebens und seiner bunten grausigen, immer willkommenen Wunder. Ich seheDornröschen" undDas Lumpengesindel", bie tleine Seejungfrau und den standhaften Zinn- soldaten, Siegfried und Genoveva, Joseph und seine Brüder, David und Jonathan. O unsterbliche Ge­stalten, wie vielen wäret ihr tröstende Gefährten rote vielen habt ihr das Wort geliehen für ihre Schmerzen und Seligkeiten! Rot wie der kriegerische j Mars funkelnC e b e r ft r u m p f" unbR o b i n - f 0 n"- Was ist ein Schulzimmer mit schwarzer Tafel unb tintenbetlerfftcn Bänken, was ift ein runber Gfjtifcf), au4 bem sich täglich bie Kaffeetanne und die Suppenschüssel breitmachenl Inseln gibt es die das Meer umrauscht, die von braunen Menschen und wilden Vögeln bewohnt werden, Urmälter gibt es in denen Affen und Papageien kreischen, die der Fuß des Weißen noch nie betreten hat. Da ist keine gepflasterte Straße, keine Vorschrift, kein Verlauf nach der Regel, da herrscht der Zufall und das Abenteuer.

Ms Abschluß der in allen Teilen der Vereinig­ten Staaten zum 10 0. Todestage Goethes veranstalteten Gedächtnis'eiern wurde im Drhant- Park in Neuyork eine Goethebüste feierlich enthüllt. Das Standbild ist ein Geschenk der Goethe Society of America an die Stadt Neuyork, der es bei der Feier vom Präsidenten der Gesell­schaft, Dr. Emanuel de Marnay-Baruch übergeben wurde. Namens der Stadt nahm Bür- germelfter Joseph McKee das Denkmal in besitz- Ansprachen hielten der deutsche Botschafter von Prittwitz und Gaffron, ferner der 3 Präsident des College of the City of New York I Dr. Frederik B. Robinson und Park-Komissar