Ausgabe 
28.10.1932 Frühausgabe
 
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Eindringlinge,

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Stuttgart

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,e Pariser, bet it Hilfe seiner Manien 5ifr ;efei Tage das er sich damit Hinrich IV-U ift aber nicht b-m französ!' Drama« ridern es soll sein. Die bei« Stück zusanv aanz neu inen» M «schrieben maS bet Dir- 3lij) von dem te so sehr im r Dergangen« rücke und Ke D)HI den , bereiten, mit ;Ay anzusan« Ifffl. daß die l,; brr ersten . -leider und «allen ivaren- Vergangenheit nn man M Sm bewegen

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ill wurde in tnrj nach 2k- r drangen zwei n. Als der am RufHände hm eine Hand i Beamter, der i Räubern mit

Aus der Vrovinriasbaupiffadt

Gießen, den 28. Oktober 1932.

Oer Weg aus der Krise.

Gedanken zum diesjährigen Weltspartag.

Der d echährige Weltspartag am 2 9. Ok­tober fällt in eine nicht minder schwere Zeit, als schon der vorige. 2n einer Hinsicht aber haben sich die Dinge doch wesentlich geändert: die Zuverf cht der Menschen in die wirtschaftliche Entwicklung ist wieder gestiegen. Diese Zuver­sicht selbst ist von größter wirtschaftlicher Be­deutung. denn die Wirtschaft wird ja von Men­schen bestimmt, von Menschen mit Stimmungen und Ans chten. Die Hoffnung'auf wirtschaftlichen Wiederaufstieg ist auch sachlich begründet: über­all in der Welt ist die Nachfrage nach Roh­stoffen gestiegen, die Lager sind ziemlich geleert, erheblicher Bedarf ist vorhanden.

Auch bei den Sparkassen hat sich die allge­meine Zuversicht und Hoffnung auf Wirtschafts- aufst eg bereits deutlich ausgewirkt. Zum ersten­mal seit mehr als einem 2cchr haben sich im August die Einzahlungen und Abhebungen von Spareinlagen bei den Sparkassen, ausgeglichen, und diese erfreuliche Entwicklung hat seitdem an- gehalten. Hierin liegt ein Beweis, daß auch in solchen Sparerkreisen, die bisher aus Angst ihr Geld unnötig zurückhielten, das Bertrauen wie- derkehct. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Besorgnisse unnötig waren und daß die be­währten Sparmethoden dem Hamstern und der Selbstanlage von Geld vorzuziehen sind. Die Sparkassen mit ihren mehr als 19 Millionen Sparerkunden (fast jeder dritte Deutsche ist Sparer bei einer öffentlichen Sparkasse) sind eine Angelegenheit des ganzen Bolkes, und bei ihnen spiegelt sich daher am deutlichsten die Auffassung unseres Bolkes wider. Man kann also mit Recht sagen, daß verminderte Abhebun­gen und erhöhte Einzahlungen bei den öffent­lichen Sparkassen ein gutes wirtschaftliches Bor- ze.chen sind.

Gerade wegen ihrer engen Verbindung mit den breiten Schichten unseres Bolkes haben die Sparkassen natürlich eine besonders hohe Ver­antwortung für die Sparer. Darum haben sie sich immer bei den Behörden und in der Oeffent- Ich e t gegen alle Währungs- und Wirtschafts- exper'mente eing seht Die Verantwortung, die die Sparlass, n als Sammelstätten des heimischen Spargeldes haben, gebietet ihnen auch, sich immer wieder für den Schargedanken in der Oeffentlich- leit einzusetzen. Es ist der Zweck gerade auch des d esjähr gcn Weltspartages, jeden auf die hohe s ttl che und w.rkschaftliche Bedeutung des Sp r ns hnzuwescn Das Sparen im weitesten S nne ist dec natürliche Weg. der uns allein aus der w.ctschaftlichen Krise heroesführen kann. Die Krsc überwinden heißt Arbeit schaffen. Gewalt ge finanzielle Mittel sind notwendig: jede Mari, jeder Pfenn g kann zur Arbe'tsb schaffung be trag n wcnn ec bei den Sparinstituten ein­gezahlt w rd so daß er von diesen als Kredit in die W ri schäft geleitet werden kann. Arbeit und Sparen föcdern sch gegenseitig sie sind die Ex st n'grundlagen jedes einzelnen, wie des gan­zen Volkes.

Semesterbeginn der Volkshochschule.

Die Vol'shochschMe eröffnet ihr diesjähriges- W' te'rh,v biahr am Sam.tag, 29. Oktober, 20 Ahr, mit einer Fe.er im Großen Hörsaal der Uni- v. rsität. Professor Tr. M e s s e r wird Dichtungen in Prosa und Versen von seiner verstorbenen Gattin, Frau Paula M sser-Plah, zum Vortrag bringen. Die musikalische Umrahmung übernimmt das K-ammeror Zelter der Volkshochschule unter Leitung von Musillehrer Franz B a u e r. Der Abmd findet be' Geiern Eintritt statt und soll als Auftakt zur -ritehe^en Winterarbeit die Hörer und Fr ^er Volkshochschule zu einer

Feierstunde veri icln.

Die Kurse begin e i ab Montag, 31.Oktober. Die Volkshochschule hat sich, wie stets in früheren Fahren, auch jetzt wieder bei der Ausstellung des Arbeitsplans von dem Gedanken leiten lassen, Kurse aufzunehmen, in denen lebensnahe Fragen aus den vench'eden^ten Wiksensgeb eten behandelt werden sollen. D'esem Fel entsprechen Kurse wie Ethik, Kuk.turprobleme der Gegenwart, Rechts­fragen des täglichen Lebens, Unsere Mutter­sprache, Das Nervensystem und seine Erkrankun­gen, Charakterkunde der Gegenwart, Moderne Malerei. Zu praktischer Betätigung finden sich die Teilehmer im Chorsingen und Zeichnen zusam­men. Intensive Arbeit wird auch in den Fremd- sprachkuisen geleistet. Da für die Fremdsprachen Interesse in steigendem Maß besteht,, ist ein Kurs Englisch für Kaufleute" neu ausgenommen wor- den.

Um neueintretenden Hörern Gelegenheit zu geben, sich über Inhalt und Arbeitsweise der Kurse zu unterrichten, ist in der ersten Woche der unentgeltliche Probebesuch gestattet. Die Kurse finden in der Universität statt. Die Hörsäle werden am Schwarzen Brett der Volkshochschule bekanntgegeben, das sich jetzt im ersten Stock der Universität befindet.

Genaue Angaben enthalt das Kursverzeichnis, das in allen Buchhandlungen und in der Ge­schäftsstelle der Volkshochschule kostenlos abge­geben wird. Es sei auch an dieser Stelle noch­mals darauf hingewiesen, daß Erwerbslose an allen Veranstaltungen und Kursen der Volks­hochschule unentgeltlich teilnehmen können. (Nähe­res in der heutigen Anzeige.)

Interessante Zahlen vom $ihn.

Auf der Tagesordnung der hefsen-nassauischen und hefs.schen Llchtspieltheaterbesiher in Frankfurt am Main gab der 1. Vor) tzende des Landesver­bandes der Lichtsp eltheciterbesiher, Robert Matter interessante Zahlen über die wirt­schaftliche Bedeutung des Films be­kannt.

Seit dem Jahre 1926 ist die Zahl der Kino- bcs cher n Deutschland um 137 Millionen zurück­gegangen. Für die Tonfilmzeit, also von 1929 ab. beträgt der Rückgang rund 70 Millionen.

An Lustbarkeitssteuern s.nd im Deutschen Reich im letzten Jahr 90 Millionen eingegangen, davon 24 bis 26 Millionen iud dem L'chtspielgewerbe. Von den E n.lahmen Oer L.chtspiel Heater fliehen außerdem etwa 25 Millionen gu Gehälter und Löhne an die in den Lichtspieltheatern beschäftig­ten Arve tnehmer, etwa 45 Millionen als Miete oder Pacht an den Haus- und Grundbesitz, etwa 28 Millionen als Reklameaufwendungen an Zei­tungen, Druckereien und Reklamebetriebe, etwa 70 Millionen als Leihmieten an das Filmverleih­gewerbe, etwa 14 Millionen als Ausgaben für Erneuerung^- und Wiederherstellungsarbeiten,

Von unserem ständigen H. W. v. v.-Derichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) C h i k a g o , Oktober 1932.

Zum zweiten Male seit Beginn der zwischen­staatlichen Ausstellungen wird Ehikago seine Tore einer Weitaus st ellung öffnen. 1893 war es die berühmteKolumbus-Ausstellung", die er­folgreich versuchte, durch eine vergleichende Zu­sammenstellung der damaligen industriellen An­fänge Fingerzeige für die weitere ungeheure wirtschaftliche Ausweitung zu geben. Die Welt­ausstellung von 1893 hat es sich unter dem Wah.spruchEin Jahrhundert desFort- s ch r i t t s" zur Hauptaufgabe gestellt, rückblickend die bisherige Entwicklung in gedrängter Form festzuhalten, um dadurch, wenn möglich, An­regungen zu neuen wirichaftlichen Erzeugungs- Mitteln und -wegen zu geben.

Das Ausstellungsgclände ist gut gewählt. Die Stadt Ehikago hat einen mehrere Kilometer lan­gen Aferstreifen am Michigansee, sowie eine der ihr gehörigen Inseln zur Verfügung gestellt, die durch drei neue Brücken mit dem Festlande verbunden ist. Di« - Architektur der Gebäude bricht vollkommen mit der Vergangenheit. Sie will weder durch Masfivheit noch durch dekora­tive Derschnörkelungen wirken, sondern sucht ihren wuchtigen Eindruck durch Flächen und Farben zu erzielen, wobei ihr die Verwendung neuartiger Baustoffe und die neuartige Verwendung der bisher gebräuchlichen erfolgreich zuhilfe kommt. Von den 16 Hauptgebäuden, die bisher mehr oder weniger fertiggestellt sind, gibt dasVer­kehrsgebäude" weniger durch seine außer­ordentliche Läge von 325 Meter, als durch die neuart;ge Konstruktion seines Kuppelbaus einen Begriff von den phantastischen Wegen neuzeit­licher Architektur. Diese 12Stockwerkehohe Kuppel von 68 Meter Durchmesser hat keiner­lei Innenstühen, sondern wird von oben- unb außer.h r an Stahlkabeln von k anföcmigen Stahl­träge. n getragen 'S) ef? Träg.r sind im Kreis geordnet und in riesigen Zementblöcken ver- anlert. Mit Rücksicht auf Winddruck, Schneelast und Kabeldehnung mußt« man den Stahlplatten, aus denen sich di« Kuppel zusammensetzt, einen Spielraum von 2 Metern geben! Wie die meisten Gebäude der Ausstellung, so ist auch dasDer- kehrsgebäude" fensterlos, und zwar nicht nur, um die Möglichkeit billigerer Konstruktions- Methoden zu beweisen, sondern um durch künst­liche Beleuchtung eine gleichmäßige Lichtflut bei Tag und Nacht s'cherzustellen.

Die zweistöck ge U-fÖrmigHalle derWis­se n f ch a f t" beherbergt in einem 60 Meter hohen Turm ein Glockenspiel aus riesigen, harmonisch abgestimmten Stahlröhren, das jede volle Stunde durch Lieder und Choräle anzeigt. Ihr gegenüber

Goldenespnesierjubiläum desBischoss von $uiöa

WSR. Fulda, 27. Oft. Bischof Joseph Da­mian Schmitt, dec im März d. I. sein silber­nes Bischofsjubiläum begehen konnte, kann am 2b. Oktober auf den 5 0. Jahrestag der Priesterweihe zurückblicken. Der B schos, der im 74. Leoensjah. steht, wird am Iubiläumstage am Grabe des heiligen Bonifatius das heilige Opfer barbringen.

Zn e.ner Berghütte entkräfte aufgefunden

WSN. Michelstadt (Odenwald), 27. Oft. Seit zwei Wochen wurde der Stadtpfarrer in Michel st ad t, H o f m e y e r, vermißt Heute traf nun aus einem bayerischen Kranken­haus die Mitteilung ein, daß er sich dort befindet. Ser Vermißte, der ursprünglich nach Wildbad zur Erholung fahren wollte, hatte im Zillertal in der Nähe von Oberaudorf eine Bergtour unternommen und in einer Berghütte über­nachtet. Am nächsten Morgen war jedoch die Hütte völlig eingeschneit, so daß ein Abstieg ins Tal unmöglich war. Der Ginge- scyloßene mußte zehn Tage in der Hütte bleiben und konnte sich nur mit dem Wenigen ernähren, das er für seinen Ausflug mitgenom­men hatte. Am 24. Oktober wurde durch einen Zufall der völlig Entkräftete in der Hütte ent­deckt und in ein Krankenhaus gebracht, wo erst jetzt seine Personalien festgestellt werden konnten. Die Unterschlagungen bei der Dampf- keffelinipektwn Darmstadt.

WSN. Darmstadt, 27. Oft. Wie wir er­fahren, handelt es sich bei den Unterschla­gungen bei der Dampfkesselinspek­tion Darm st acht, die durch di« Minist-erial- buchha.tung aufgedeckt und der Staatsanwaltschaft angezeigt wurden, um Verfehlungen, die erst in bet letzten Zeit begangen würben. 2m ganzen dürfte es sich um einige hundert Mark handeln, die sich aus zahlreichen Einzelstempel- gebühren von 5 bis 10 Mark zusammensetzen. Di«!« Stempelgebühren hätten vorschriftsmäßig auf das Posftcheckami einbezahlt werden müssen, sie sind jedoch von den betreffenden Beamten pflichtwidrig in bar erhoben und für eigene Zweck« verwandt worden.

Eine ganze Familie gasvergistet

WSN. Alzey, 27. Oft. Einem eigenartigen Unglücksfall wäre beinahe eine ganze Familie zum Opfer gefallen. Vor dem Hause, in dem die Eheleute Schrauber mit ihrem 12jährigen Sohn wohnen, wurden vor einiger Zeit Kanal- arbeiten vorgenommen. Durch den dauernden Regen in den letzten Tagen fetzte sich das Erd­reich an der Arbeitsstelle, wobei ein Gas­hauptrohr in Brüche ging. Das Gas strömte aus, ohne daß die Bewohner des an­grenzenden Hauses etwas davon merkten. Die Eheleute Schrauder und ihr 12jährig«r Sohn schlie­fen in einem Schlafzimmer im Erdgeschoß der Straße zu. Gegen 5 Uhr morgens wurde der Junge wach, rief nach seinem Vater und fiel be­wußtlos aus dem Bett. Der Mann weckte bann auch feine Frau. 2hm selbst wurde es ebenfalls

Neuanlagen, an das Baugewerbe, Handwerker, techn sche Unternehmer, sowie Mal- und Aus- Jtatt ng wcrkstätt.n etwa 5 Millionen als Um- latzsteuer in die Reichskasse und etwa 33 Mil­lionen als sonstige Steuern, Versicherungsprä­mien, Sozialabgaben, Licht- und Kraftstromver­brauch, Verwaltungsgebühren verschiedenster Art usw. in die Kassen von Reich, Ländern und Ge­meinden, Elektrizitätswerken, Reichspost und Reichsbahn.

Der deutsch« Lichtspielpark umfaßt insgesamt 5057 Betriebe mit 1 986 813 Sitzplätzen. Von die­sen sind täglich spielende Unternehmen etwa 2000 mit 1,1 Millionen Sitzplätzen. Auf die Wiedergabe von Tonfilmen sind bisher umgestellt 3500 Licht­spieltheater. In diesen sind etwa 40 Millionen Mark an Tonfilmeinrichtungen investiert.

Die jährlichen Gesamteinnahmen bei den Licht­spieltheatern Deutschlands werden auf brutto 250 Millionen Mark geschäht, die jährliche Besucher­zahl auf etwa 350 Millionen Menschen.

Seit dem 1. 2uli 1931 haben von den 5057 deut­schen Lichtspieltheatern 2000 mindestens einmal, zumeist jedoch zweimal und mehrmals den 2rv> Haber gewechselt.

Vornotizen.

Aus dem Stadttheater-Bureau wird uns geschrieben: Heut« abend vierte Vorstel­lung im Freitagabonnement. Zur Aufführung ge­langt Fodors LustspielRoulette": Spielleitung Karl H e y s e r. Gewöhnliche Preise. Spieldauer 20 bis 22 Uhr. Zu der aus Anlaß der Tagung der Genossenschaft Deutscher Dühnenangehörigen stattfindenden VorstellungDer 18. Oktober", Schauspiel von Walter E. Schäfer (Spielleitung Oberspielleiter Peter gaffet, der auch die Rolle des Obersten Bauer spielt), sind noch Kar­ten für alle Plahgattungen erhältlich. Um allen Kreisen der Bevölkerung den Besuch dieses ein­drucksstarken, von der Not der Zeit getragenen Schauspieles zu ermöglichen bnt die 2ntendanz für diese Vorstellung klein« Preije angeseht. Be­ginn 20.15, Ende 22.10 Uhr. <iin Sonntag wird die erste Operette dieser Spielzeit,Die Toni aus Wien", von Steffan (Spielleitung: der 2nten- dant: musikalische Leitung: Kapellmeister Moe hl: choreographische Leitung: Dalettmeister Ewald D ä u 11 e) wiederholt, als Fremdenvor­stellung außer Abonnement zu ermäßigten Operettenpreisen. 18.30 bis 21 Uhr

** Er nennu ngen be i ber Medizi- nalverwaltu na. Ernannt wurden bet Amts­arzt Medizinalrat Dr. Ernst 2akob G ö r i s ch in Oßenbach a. M. unter Belassung feiner Amtsbe­zeichnung als Medizinalrat zum Kreisarzt des K.e sgesundhe: samles A s e'b. mit Wir u g vom 16. Oktober 1932 an. und der Assistenzarzt bei der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Gießen Dr. Adolf Otto in Gießen unter Berufung in das Teamtenvcrhä tnis zim Am s rrzt bei dem Krcis- gesundheitsamt Offenbach a. M. mit der Amts­bezeichnungMedizinalrat", mit Wirkung vom 16. Oktober 1932 an.

Don der Kraftpostlinie Gießen Hochelheim .Nach dem Ertragsergebnis der Kraftpost GießenHochelheim für das Vierteljahr April, Mai, Juni war auf der Linie wiederum ein Fehlbetrag zu verzeichnen, der von der Stadt Gießen und den übrigen beteiligten Gemeinden im Verhältnis der gewährleisteten Garantiesum­men getragen werden mußte.

nis verurteilt wurde. Das Verbrechen ereignete sich an Bord des französischen Handelsschiffes Ville de Verdun, das von dem Kapitän Lan­geais befehligt wurde. Es schien, als ob die Reise ohne jeden Zwischenfall verlaufen würde, aber als man beim Anlegen an den Marquesas-2nseln einen Passagier an Bord nahm, verwandelte sich das friedliche 2dyll in ein Leidenfchaftsdrama. Es war eine junge Dame Stella Taylor, deren Reize die Herzen der Männer entflammten. Rach der Angabe von Zeugen waren es hauptsächlich der Arzt und der Rendant, die ihr ihre Hul­digungen zu Füßen legten. Eines Nachts kam Cann in seinem Schlafanzug an Deck und nach einem kurzen Wortwechsel mit dem Kapitän er­kletterte er die Kommando-Drücke und feuerte drei Schüsse auf Langeais ab, den er tötete. Dann lieh er sich willenlos seinen Revolver abnehmen. Als man bei Papete auf der 2nfel Tahiti an-» legte, zeigte er Spuren von Wahnsinn, bekam einen Tobsuchtsanfall und mußte in die Zwangs­jacke gesteckt werden. Die Verteidigung suchte nachzuweisen, daß Canu schon nicht meh?im Be­sitz seiner Geisteskräfte war, als er den Kapitän erschoß. Er hatte ja dafür auch gar keine Gründe, denn sein Nebenbuhler war nicht Langeais, son­dern der Arzt. Die Richter billigten ihm aber nur mildernde Umstände zu und verurteilten ihn.

auf der Nordinsel liegt in t«vasenförmiger An­ordnung dieElektrische Grupp e. Da­hinter erstreckt sich eine Wandelhalle mit hängen­den Gärten, bunten Springbrunnen, künstlichen Bäumen und Pflanzen aus Stahl in modernster Form. Neben dem Haus der Landwirt­schaft" befindet sich dasU3/^-Bundes- Gebäude", sowie die Gebäude der einzelnen Bundesstaaten im Bau. Unmittelbar am See­ufer in Höhe der 26. Straße ist eine geschichts­getreue Nachbildung des alten Forts Dearborn errichtet worden, aus dem sich Ehikago entwickelt hat. Wohl das architektonisch wertvollste Stück der AussteNung ist di« Nachbildung des be­rühmten chinesischen Lama-Tempels, desP a - villons von 2 e h o l", die in China angefer­tigt und in Ehikago wieder auf gebaut worden ist Der Tempel ganz in rotem Lack und Gold gehalten und mit einem vergoldeten Kupferdach gedeckt, birgt eine Sammlung der _ kostbarsten chir.enschrn u d badkh stischen A. tiqu: äten. E gene Ausstellungsgebäude großer amerikanischer Fir­men, große Ausstellungshallen für jede nur denk­bare Art von Erzeugnissen, sowie eine Modell­gruppe moderner Wohnhäuser werden Zeugnis von dem heutigen Stand technischer und w'nsen- schaftlicher Errungenschaften ablegen. Auch die Weltausstellung von 1933 wird gleich der von 1893 ihren berühmtenMidway, ihr Vergnü­gungsviertel, haben, ein Begriff, der seiner Volkstümlichkeit wegen inzwischen in den ameri­kanischenslang übergegangen ist.

Aber das ist alles noch nichts. Auf der Nord­insel und dem Festlande werden zwei 2 0 0 Meter hohe Türme errichtet, die mit Ex- preßfahrstühlen versehen sind und auf ihrer Spitze eine Aussichtsplattform tragen. Zwischen diesen beiden Türmen, die fast 700 Meter auseinander­stehen, laufen in 65 Meter Hohe an 4 Draht­seilen 8 sogenannteR a f e t e n to a g e n im Expreßtempo, die, um ihrem Namen gerecht zu werden, während der Fahrt einen künstlichen Feuer schweif nach sich zu ziehen scheinen und von denen aus man «inen Gesamtüberblick über die Ausstellung gewinnen soll.

Obwohl erklärlicherweise die Weltausstellung vornehml ch eine ameritan sche Angelegenheit ist, und obwohl es sich nicht wie 1893 darum han­delt Die Erzeugn i c und Errungenschaften der einzelnen Nationen in Gcschäftskonkurrenz er­scheinen zu lassen, haben bisher Frankreich, Ru­mänien, Persien, Türkei, China, Honduras, Gua­temala, Equador Cuba und Brasilien die Er­richtung eigener Ausstellungs-Pavillons zugesagt. Vorauls'chtlich werden ihnen die meisten an­deren Länder folgen. Um so dringender wäre zu wünschen, daß das Deutsche Reich einen Weg und die Mittel findet, um in angemessener Weise vertreten zu sein.

Buntes Allerlei.

Drama in der Güdsee.

Ein Drama, das sich in der Südsee abgespielt hat und das an eine der farbigen Geschichten von Joseph Conrad denken läßt, hat jetzt seinen Abschluß gefunden, als zu Douai der Rendant eines Schiffes, Paul Canu, des Totschlages für schuldig befunden und zu sieben 2ahren ©efäng-

Ehikago im Ausstellungsfieber.

Die fenster- und trägerlose iriesenkuppel. - Gtahlröhren-Glockenspiel und Lama Tempel. - iraketenwagen mit Feuerschweif.

schlecht. Die Frau konnte sich dann noch mit größ­ter Mühe aus dem Zimmer schleppen und ge­langte auch noch bis in den ersten Stock vor das Zimmer des dort wohnenden Polizisten. Hier brach sie ebenfalls bewußtlos zusammen. Der Beamte untersuchte sofort die Wohnung und fand, daß die ganzen Zimmer vergast waren. Schnell brachte er den bewußtlosen Knaben und seinen Vater in frischgelüftete Zimmer seiner Woh­nung, alarmierte Kollegen und einen Arzt, denen es bann auch mit vereinten Bemühungen gelang, die ganze Familie wieder zu sich zu bringen. Zwar liegen noch alle drei Personen an Gasver­giftung schwer darnieder, insbesondere der Knabe, man hofft sie jedoch am Leben erhalten zu können.

Regimenissahnen wechseln ihren Siandorl

Die Fahnen des einstigen IX. Armeekorps wurden durch die Straßen Schleswigs vom Dom nach dem schönen Hirschsaal des Schlosses Gottorp übergeführt. Die Fahnenkompanie auf dem Mar,ch.