Vornan von Hertha Frit-e älrheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau 33 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Klaus Behrens sah und stützte den Kopf. Bor dem Fenster wirbelten wieder die Flocken. Er hatte den Silberschrein ausgepackt. Aus seiner blauen Tiefe nahm er erst sorgfältig die kleinen Päckchen, die alles enthielten, was er einst seiner einstigen Braut geschenkt hatte. Jede kleine Kostbarkeit hatte ihre eigene Geschichte, wie der silberne Dhruva, der auf dem Deckel sah und mit seinen schmalen Aeuglein aus schwarzen Diamanten so unglaublich naiv in die Welt schaute. „Was sind tausend Jahr«?", fragte Dhruva mit dem Gesicht eines indischen Kindes. „Eine kurze Spanne Zeit. Aber die Liehe ist ewig, sie kommt vom Ewigen. Und wenn ihr treu gewesen seid mit eurer Seele, dann findet ihr euch wieder in einem anderen Leben, wo eure Liebe vielleicht schöner und glücklicher ist wie heute." Kleiner Dhruva, es ist gut, dah du mir erzählst, dah tausend Jahr« eine kurze Spanne Zeit sind. Was sind dann meine zehn oder zwanzig oder dreihig Jahre, die ich noch leben werde. Dann streichelte Klaus das Armband mit den grünen, flachen Bascisteinen, mit goldenen Filigranspinnen wie von einem R«h überspannen. „Sie schützen vor Gefahr", hatte er damals Renate erzählt, und da hatte sie verlangt, dah er es auf seinen ll-Boot-Fahrten trüge. Er hatte es getan, bis die Kameraden es einmal merkten und ihn auslachten und neckten als den Unbesiegbaren, Unüberwindlichen. Lächelnd dachte er an die schöne Zeit. Die Briefe, die er geschrieben, sie waren geordnet nach dem Datum. Gerührt sah er die Sorgfalt. Liebe kleine Renate, das ist ja ein Tagebuch, in dem ich mein Leben finde aus der großen Zeit. Weiter habe ich nichts von damals. Mein Logbuch ging mit mir unter. Dies bleibt für später. Uni) hier, Briefe von ihr. Briefe, die mich nicht erreichten. Ein schmerzliches Lächeln spielte um seinen schmalen Mund. Er nahm den ersten:
„Mein lieber Klaus!
Sie sagen, Dein Schiff sei untergegangen, Dein tapferes Boot. Mit achtzehn jungen, deutschen Helden. Ich kann es nicht glauben, Klaus. Ich fühle, dah Du noch lebst, und darum
schreibe ich an Dich und will glauben, dah der Tag kommt, da ich diesen Brief absenden kann ..
Klaus Behrens rieb sich die Augen, die Schrift verschwamm.--Es war ihm, als ob Frauen
kleider durch das Zimmer rauschten, — ein kühler Hauch ging über seine Stirn.
„Wenn Du die Briefe liest, dann werde ich bei Dir sein."
„Renate!" Er hatte es laut gesagt und erschrak vor seiner eigenen Stimme. Dann packte er alles sorgfältig wieder ein. Rur den ersten Brief be- chielt er in der Hand, schob den Gott wieder in die fein« Schiene, die Feder schnippte, es gab einen klingenden Ton. „Heute ist's genug, aber wenn ich einmal wieder ganz allein bin, wenn das Feuer int Kamin knistert, dann hole ich die Truhe mit vergangenem Glück und freue mich, dah tausend Jahre eine kurze Spanne Zeit sind."
Es klopfte. Heinrich Andresen stand, die Tür in der Hand, und wuhte nicht, ob er schon eintreten sollte.
„Störe ich noch?", fragte er liebenswürdig bescheiden.
„O nein, bitte, ich weih nun. Lind das andere sind schöne Träume, sind Renates Leben, seitdem ich sie verloren habe, sind vielleicht bittere Anklagen an den Mann, der sie glauben lieh, dah ich tot sei, ein ganzes Frauenschicksal! Ich habe genug erlebt in dieser Stunde und will nicht alles auf einmal erleben. Es ist zuviel, und es will einzeln genommen sein. Aber ich weih, womit ich Ihnen helfen kann und Ihrem braven Mädchen, kommen Sie heute abend zu mir."
„Wenn ich nicht störe. Ihre Frau Gemahlin -?"
„Geht jedenfalls in Tanzpalais mit ihren Bekannten. Uni) ich will nicht mit, ich habe Trauer."
„Ich komme gern", sagte Heinrich Andresen.
„Wir können dann einen Plan machen, was zu tun ist", meinte Klaus Behrens. „Denn Sie verstehen, dah ich diese Briefe nicht in di« Hände fremder Menschen geben mag. Ich habe auch kein Interesse daran, mich in dieser Weise an Ihrem Stiefbruder zu rächen, denn Renate will nicht einmal, dah Sie davon erfahren. Aber Ihnen durfte ich es nicht verschweigen, ein wäre ein schlechter Dienst gewesen, den ich Ihnen damit getan hätte. Schweige ich ganz über Ihres Bruders Schuld, so ständen die beiden Frauen in einem sonderbaren Licht, älnd es würde niemals in Renates Sinn sein, wenn ich etwas unterließe, was Ihre Freundin retten kann.
Ich möchte dieses Mädchen kennenlernen, weil Renate sie so lieb hatte, Herr Doktor."
„Das sollen Sie gewih. Sobald es möglich ist", versprach Andresen.
Der Seeoffizier packte sorgfältig den Kasten ein und verschnürte das Paket.
„Ich muh jetzt nach Hause. Das heißt, ich muh in die komfortable Wohnung, die meiner Frau gehört. Zu Haus« fühl« ich mich nur an Bord, wenn ich das Meer brausen höre da oben auf meinem Posten. Auf Wiedersehen heute abend, Herr Doktor. In meinem eigenen kleinen Zimmer ist es ganz behaglich. Ich muh mir nur erst die ganze Sache durch den Kopf gehen lassen, der Weg ist ja gegeben, es handelt sich nur noch darum, in welcher Weise wir die Mitteilung dem Gericht zu machen haben."
Sie reichten sich die Hände und trennten sich.
Dr. Andresen benutzt« bi« Zwischenzeit, um sich telephonisch mit seinem Professor in Verbindung zu setzen. Die Rachrichten über Eva-Mari« waren einigermahen befriedigend. Sie habe guten Schlaf gehabt und wirklich Milch zu trinken verlangt, jedenfalls noch unter jenem hypnotischen Zwang.
Dr. Andresen freute sich und kündigt« s«ine Rückkunft für den nächsten Abend an.
25.
Klaus Behrens kam in sein Zimmer, ohne irgend von jemand gesehen zu werden. Er schloh ein Fach seines Schreibtisches auf und verwahrt« seinen Schatz. Das silberne Schlüsselchen barg er in seiner Brieftasche. Dann zog er sich sein Hausjackett an und ging hinüber in das Ehzimmer. Es war schon 3 ^lhr. Tischzeit. Es fiel ihm ein, daß er in Disharmonie mit seiner Gattin auseinandergegangen war. Sollten sie sich wirklich trennen? Es schien ihm auf einmal so zwecklos. Er war ja doch sehr bald wieder an Bord. Rach einer anderen Frau verlangt« ihm nicht. Di« Seine war ja schon drüben. Unö die Jahre waren doch «in« kurz« Spann« Zeit. Wi« das Wort des kleinen Dhruva doch still und vernünftig machen konnte.
Ruhig ging «r hinüber in das Wohnzimmer. Seine Frau stand vor dem hohen Mahagonispiegel, der zum Stil des antiken Zimmers gehörte, und probierte «in neues Kleid an. Es war hellrot und von obey bis unten mit kostbarer Flitterstickerei bedeckt.
„Wie gefällt dir das Kleid?", fragte sie, als ob der Streit am Morgen gar nicht gewesen wäre. „Thesi Meyer findet es begeisternd."
„Du weiht doch, wie mir solche Sachen gefallen", sagte er ruhig und ohne jede Erregung.
„Das heiht also, ich soll es nicht anzkehen." Spitz kam jedes Wort aus dem kleinen Mund.
„Das tust du ja doch", meint« «r gelassen. „ES ist eben wieder sehr tief ausgeschnitten, besonders im Rücken, älnd das Geflitter ist mir zu bühnen- mäßig."
„Ich habe aber nichts Modernes für heute abend", schmollte sie. „Ich muh es anziehen."
„Du willst also wirklich ins Tanzpalais?", fragte er. „Wozu frag« ich noch, ich weih es ja."
„Ich habe dich heute morgen so darum gebeten." Sie weinte nun wirklich, wie ein Kind, das seinen Willen nicht bekommt.
„Geh doch", sagte der Mann müde. „Wenn Kellmanns und Meyers mit dir sind, ist es mir recht. Ich sagte dir ja, dah jemand gestorben ist, der mir nahestand, und dah mir deshalb nicht zum Tanzen zumute ist. älnd derartige Lokale besucht man wohl nur als Junggeselle gern, und zwar als sehr junger."
„Du willst also wirklich nicht mit?", machte sie erstaunt. Der Gedanke, in diesem Fall auch zu verzichten, kam ihr gar nicht in den Sinn.
»Ich bekomme Besuch von einem befreundeten Herrn."
Die junge Frau begriff gar nicht, dah ihr Mann so gleichgültig war.
„Ach, der interessante Mann, mit dem wir dich heut« 'trafen? Er sieht sehr gut aus. Thesi Meyer fand ihn auch begeisternd. Es wär« doch viel netter, du brächtest ihn mit. Was ist das für ein Fremdling? Ein Kamerad von dir?" Eie sah in den Spiegel und betupfte mit dem Stift ihr« Lipp«n.
„R«in, er ist das, was man heute in dieser verrückten Zeit wohl am meisten braucht. Er ist Irrenarzt."
„Bring ihn doch mit. Thesi würde sich auch riesig freuen", wiederholte seine Frau.
Klaus Behrens lächelte überlegen. „Lah dir sagen, dah weder du in dem Flitterkleid, noch Frau Thesi mit ihrem grünseidenen Kleid den geringsten Eindruck auf ihn machen würden."
„Ra, wir wollen es doch einmal darauf ankommen lassen", meinte sie schnippisch.
„Meinetwegen. Ihr könnt ihn ja fragen. Hm acht Hhr ist er hier."
„Das tu ich auch ganz gewih". trotzte ft«. „Hnd wenn er will, dann weigerst du dich ganz bestimmt nicht, mitzugehen und verdirbst ihm und uns den Späh nicht."
l Fortsetzung folgt.)
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MOTTO: Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden
Schaff Dir ’nen Häuser-Ofen her, dann wird Dir’s wärmer werden 111
jetzt wollen wir wieder einmal treu Zusammenhalten.
Das Thermometer sagt uns, daß der Winter nicht mehr allzufern ist. Da wird es nun höchste Zeit, daß wir uns wieder einmal verständigen und in alter Freundschaft die Hand reichen, um vereint dazu beizutragen, daß wir im Winter eine warme, mollige Behausung haben.
Das waren so die Gedanken, die Onkel Mollig mit seinem treuen Kameraden, nämlich dem tüchtigen Häuser-Ofen, austauschte.
Und---heimlich dachte er mit einer gewissen Schadenfreude an die seiner Mitmenschen,
die sich von ihrer alten Brennkiste nicht trennen mochten und in den kommenden kalten Tagen mit gefrorenen Nasen vor ihrem alten Ofen stehen.
Da hatte er’s doch besser! Denn auf seinen Ofen konnte er sich verlassen. Es war ja auch ein Häuser-Ofen.
Ueberiegen Sie sich doch auch einmal die Sache. Wenn Sie schon einen neuen Ofen kaufen wollen, dann kaufen Sie ihn bei Häuser, denn Sie wissen ja, Häuser hat alle neuen Modelle (siehe Bild) in neuen Farben.
Fassen Sie Ihren Entschluß erst dann, wenn Sie mein Lager ohne jede Verpflichtung besichtigt haben werden. 6783 A
J. B. HAUSER, GIESSEN
AM OSWALDSGARTEN


