Wandern und Reisen - Bäder und Sommerfrischen.
Blütezeit an der Mosel.
Die weißen Wolken am blauen Firmament vereinigen sich mit dem rosige« und schneeigen Wollen, aetnlde der Blütendäum» zu einem duftigen Aquarell. Grünlich sch,i7unernd gl# ket die Mo»el durch die grau verwitterten Bogen der allen Koblenzer Mosel- brücke In der Morgenfrühe hängen die fernen f)öben noch 'chteierortig gegen den Horizont. Erste Filcher befahren den otrom In diesen Morgenstunden liegt die Hauchzarthen eine» alten japani- !chen Farbenholzschnittes über der Landschaft. Gegen Mittag ist da» Tal verwandelt in eine strahlend ausgeschlossene Landschatt voll farbenheiterer Blütenbilder.
Da liegt da» erste reizende, verwinkelte Mosel- därfchen al» Pforte zum molelländischen Kirschen- Paradies. Dom Ufer übersieht man entzückt diele blühende Londschask. Denn irgendwann dqnn kann un» die Mosellandschast setzt im Frühjahr beglücken. Ein sonniges und blumige» Idyll zwilchen dem schimmernden Fluß und den Rebenhugeln Hoch und sanft grünend, Weinberg an Weinberg. Immer auf» neue überraschen dich Treppengu»u)en, alte Häuser, große Kellergewolbe, wo im Herbst der Traubensegen in die Kelter rauscht. Ueberall erstes grünes Gerank um schmale Fenslerchen und viele weinfrohe Dinkel. Wo die Nebenhänge höher (teigen, sieht man die himmelblauen Bluten der Meerzwiebel, die gelbleuchtenden Goldsterne, den buntfarbigen Lärchensporn.
Die schmalen Wege und Treppenstege ziehen in die mit Schiefer bestreuten Dingerte hinein. Wer Lust hat hinaufzuklettern — der schwierigste Aufstieg lohnt. Denn eine Schau von den Bergen hinab über den Fluh, über die Blütenhänge, über die graublauen Dörfchen, ist unbeschreiblich schön.
Schön ist auch am dämmernden Abend das Far- benspiel des Flusses, wenn allerorts die Glocken läuten: au» den Schornsteinen weißer Bauch gen Himmel steigt und die Sonne ihren letzten Strahl auf das Meer der Blüten wirft. Bis man endlich finabflettert zu der schummerigen upd jedem Mosel- reund wohlvertrauten Weinstube. „Wie glänzt er im Mose!" H H.
Der Taunus, das Vädergebirge.
Don Alfons paquel.
Aus den Fenstern von Frankfurt sieht man die Linie des Taunus 6ic ist wie eine sanfte klare Melodie Sie ist immer das blaue Gebirge. Nur wenn es Regen gibt, treten seine Hänge deutlicher, farbiger hervor. Frankfurt bat Aum Taunus die Ferne, Wiesbaden die Pähe. Und beiden Städten weckte das Gebirge 'diese große Naturliebe, deren Ausdruck die unermüdlichen Wanderungen sind Wiesbaden ruht im Schoß der Täler Die Täler strecken sich von Wiesbaden gleich in den TaunuS hinein, mitten in seine Buchenwälder, in denen uralte Eichen, dunkle Höhlen sich verbergen. Aussichtspunkte aus den Scheiteln hoher Forsten. Diesem Eins-V sein mit dem Taunus verdankt Wiesbaden die Hälfte feines NuhmeS. wie die andere Hälfte seinem Kochbrunnen.
Den Taunus umgeben die Flüsse in glänzenden lockeren Arabesken. Sie heißen Main. Rhein und Lahn. D>e schöngeslochtene Hauptkette der TaunuS- berge hat in ihrer Mitte den Feldberg. <$-r ist von vielen Anstiegen her erreichbar. So auch die anderen Kuppen in feiner Nähe, die kaum niedriger sind. Besonders der geheimnisvolle Altkönig, der Fels der Brunhild- Bon der Spiye des Frankfurter Domes gesehen, funkelt um sein Haupt ein doppeltes weißliches Band. Es sind die Ringwälle, rohe Steinmaslen von der Breite eines Fahrweges Solcher Wälle gibt es im nördlichen TaunuS etwa siebzig. Sie dienten einst Stämmen, die mit Bieh und Wagen auf die Spitzen der Berge flüchteten, zum Schuh. Die römischen Generale haben sie in langwierigen Feldzügen umgangen, erstürmt, verwüstet. Die S a a I b u r g bei Homburg war ihr Hauptauartier.
Jetzt liegen im Anstieg zu den Höhen des Taunusrandes die Burgen untergegangener Dynastien. die Ruinen von Königstein. T r t> n •
berg und Falkenstein Bor den Gassen der vielbesuchten Städtchen breiten sich die Parks, die Landhäuser der großen Frankfurter Familien. Die Autostraße fuhrt an Buchenwäldern und Kastanienhainen entlang: die Namen der Dörfer enden hier fast olle auf Ham. an ihren Seiten münden die Feldwege von der silberglänzenden Nidda her.
Und hier am Sudrand des Taunus steigen die Heilquellen empor die schaumweißen Sprudel von Bad-Nauheim, dessen Salmen den frischen Duft der See verbreiten Die silbernen Drunnenstrahlen an der Allee im Park von Homburg das jetzt zu neuem Leben erwacht ist Der Siebenrohrenbrunnen in den Wielen von Kronthal. 3m kleinen Kurgarten zwilchen den Nelkenbeeten und Erdbeerfeldern der Gärtnereien die prickelnden, salzigen Quellen von Bad Soden Und in Wiesbaden die bräunlichen, wohlschmeckenden, heißen Thermen
Das Klima am Fuß des Taunus ist mild. Es ist südlich, wie sonst selten in Deutschland. Vulkanisch ist der Taunusboden Die Basaltous-
bruche bet Naurod bei Nlammolshain oerraten noch die halb verschütteten Krater, ilnb der bleifarbene Schiefer de» Taunus glänzt auf den Dächern der Dörfer und Städte, sein Quarz- aestein dient als Pflaster der Straßen, leine Blöcke kehren wieder in Grenzmölern und Mühlsteinen. sein weißes Quarz, zu Pulver gemahlen, wird Porzellan Kupfer. Eilen. Blei und Silber liegen m labyrinthischen, verfallenen Stollen
Die Bäderstraße quer über den Taunus und ihre Sortierung am Rand der Höhe bis zum Johannisberg über Bad-Nauheim das ist der Hauptweg Em unendliches Geflecht von Fahrwegen und Fußwegen überzieht da» kleine Berg- land Die schön, im Sommer aus der Ebene ralch auffteigen zu können m den Wmd der Taunushöhen der den Geruch von Harz, von Heu und Heidelbeeren mit llch führt, aus dem Waller des Bade» in die Wälder einzutauchen And zu den leichten Pflichten der Kur in den Bäderstädten immer wieder aus den Wäldern zurückzuk hren
Wanderfahrten.
Ehringshausen — Dianaburg — Ober»hausen — veilsfein — Kahenfurt.
Wir fahren mit Lonntagskarte Ra^cnfurt nach Ehringshausen, gehen von hier blauen strichen nach zur Dianaburg (im Forsthaus gute Verpflegung), genießen vorn Turm den prächtigen Ausblick und wandern dem Zeichen weiter durch Allendorf an der Ulm, hierauf über einen Höhenrücken, größtenteils durch Wald noch Oberhausen, wo wir auf die Haupt Wanderung 7 (9B.SL7) des Westerwaldverein» stoßen. Diesem neuen Zeichen nach rechts folgend, gelangen wir auf aussichtsreicher Straße an der Dbcrförfterci Iohannisburg vorbei hinauf zum 512 Meter hohen Rasenberg, wo sich un» eine großartige Rundsicht erschließt (Limburg, Schaumburg. Feldberg, Greisen- stein, Hohensolms, Dünsberg usw). An einer Vieh weide vorüber kommen wir über die Schmalburger Ley mit schönen Basaltsäulen nach Beilstein, inmitten herrlicher Walder im oberen Ulmbachtal mit einer, den Ort überragenden Burgruine, gelegen. Gute Einkehr. Ohne Wegezeichen wandern wir jetzt an Wallendorf vorüber, dem Ulmbad) nach abwärts, nach Holzhausen und von hier an dem schön gelegenen Forsthaus Langengrund vorbei über Greifental nach unserem Endziel Äaßenfurt. Wanderzeit 5)4 Stunden.
Gießen — Gleibachtal — waldhau» — Fohnbachtal — Gießen.
Diese lohnende Wanderung ist ohne jede Bahn- fahrt. Wir gehen die «rofborfer Straße entlang bis zur Seemühle, wo die gelbe Punktmarkierung bc ginnt. Das Zeichen führt uns zunächst an den Hängen des Wettenberges her. iiber|d)reitct die Krofdorf- Wihmarer Straße, um in das idyllische Gleibachtal, das in seinem oberen Teile Chattenbachtal heißt, 'überzugehen. Rach geraumer Zeit erreichen wir die Landstraße und gelangen auf dieser zum anmutig gelegenen Forsthaus Waldhaus, wo wir eine einfache, aber gute Verpflegung vorfinden. Nunmehr gehen wir blauen Strichen nach durch das ebenfalls reizvolle Fohnbachtal, in dem sich bei einer Wege- biegung ein hübscher Gleibergblick bietet, zurück über Krofdorf wieder nach Gießen Dauer der Wanderung knapp fünf Stunden.
Allen Freunden der ausgedehnten Waldungen nördlich von Gießen sei empfohlen, die K r a f t - p o ft c n zu benutzen, die entweder von Gießen über Launsbad)-Wißmar nach Krofdorf oder von Gießen über Krofdorf nach Wißmar Launsbad) fahren. Es lohnt sich dann, aufderHöhezwischenWiß- mar und Krofdorf auszusteigen. Bon da au» sind es nur noch etwa 200 Meter bis zum Hochwald nach Norden (Waldhaus — Wißmarer Bachtal usw.)' und nach Süden (Launsbacher Schanzen — Wetten- berg — Haltestelle Ärofborf-Ölciberg).
Der „Tote Manp" ist n i ch t, wie es unter „Wan- Herfahrten" am letzten Samstag (Lollar — Wald-
haus — Dünsberg) hieß, eine mächtige Hainbuche, sondern ein Kreuz st ein, von dem eine Sage er- zählt, daß er zur (Erinnerung an den Tod eine» Holzsällcrs errichtet worden sei, der am Dreifouigs- tag dort Holz gefällt hat und Io den Feiertag schändete. Jetzt bezeichnet ein Schild den Stein. G.
Reisewinke.
Bad Salzhausen.
In dem Bestreben, den verschlechterten roirt|d)oft- lidjen Verhältnissen aller Krei'e unsere» Volkes Rechnung zu tragen, werden die im vorigen Jahre eingeführten und noch den vorjährigen Erfahrungen bestens bewährten Paiilchalkuren von 3 bis 6 Wo chen Dauer in diesem Jahr zu besonders günstigen 'Bcbingungen, ohne daß ein Nachweis über Einkommens. und Bermögensoerhältnisse gefordert wird, abgegeben. In den Preisen sind vollständige Pension in einem Haus nach eigener Wahl, ärztliche Untersuchung und badeärztliche Uebcrwachung der Kur und alle verordneten Kurmittel wie Bäder, Inhalationen. Bestrahlungen, elektrische Behandlungen, sowie alle Nebenkosten, wie flurabgabe, Trinkgelder usw. einbegriffen.
Bundfunkprogramm.
Sonntag, 29. Mai.
6.15 Uhr: Bon Hamburg: Halenkonzert aus dem Bremer Freihafen. 8.15. Freikirchliche Morgenfeier, veranstaltet von der Christi. Gemeinde Taunusstr. 10: Stunde des Chorgcsaifgs. 11: Gesang vom See, Vorlesung aus einem Gedichtsband von Hans Nüchtern. 11.30: Von Leipzig: Reichssendung: Kantate zum ersten Sonntag nach „Trinitatis": „Brich dem Hungrigen dein Brot". 12: Unterhaltungskonzert. 13.50: Zehnminutendienst der Landwirtschaftskammer Wiesbaden. 14: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16 Schloßpark - Theater Marburg. Militär-Groß Konzert. 18 bis 10: Aus Kevelaer: „Maria im Maien, Besuch in Kevelaer". 19: „Frankfurt-Darmstadt, landschaftlich gesehen", Vortrag von Anton Betzner. Anschließend: Sportnachrichten. 19.80: Das Zagreber Streichquartett spielt. 20.30: Happy End 21.30: Aus dem Kursaat Cannstatt: Unterhaltungskonzert des Philharmonischen Orche- fters Stuttgart. 22.45: Von Hamburg: Die Weintraubs spielen.
Montag, 30. Mai.
7 Uhr: Fruhkonzert auf Schallplatten. 7.30: Bad Mergentheim: Konzert des Kurorchesters. 12: Mit- tagskonzert. 13: Konzert. 17: Nachmittagskonzert de» Rundfunkorchesters. 18.25: Vortrag anläßlich der Tagung über die allgemeinen Aufgaben der Kaiser- Wilhelm-Geselljchast. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Schallplattenkonzert. 20: Au» dem Landestheater Darmstadt: Kammeropern.
Dienstag. 31. Ma,
7 Uhc Fruhkonzert auf Schallplatten. 7.30: Bad Pyrmont Brunnenkonzert 12: Mannheim: Eröffnungsfeier der 38. Wanderausstellung der deutschen- Landwirt'chastsgesellschasi 13 Mittagskonzert. 15.20 bis 15^' Hausfrauen-Nachmittaa. 17 Kon- ier! 18.25: „Zum Gedächtnis Evariste Galoi»", Vortrag von Dr phil. Hannah Szacll z, Franksurt a M. 18.50: „Rundfunk in aller Welt" Vortrag von I. B'.anner, Berlin. 19.30: Au» Freiburg: Skagerrak Gedachtnisftunde 19.30 Gorch Fock.^der Dichter von Finkenwerder (* 31.5. 1916 in der See- schlacht am Skagerrak). 20: Berlin Kantate auf den Tod -Haydn» von Cherubmi. 2".Kleider machen Leute, Hörspiel von Geno Ohlischtaeger nach der Erzählung von Gottfried Keller. 21.50 bi» 23.35: Aus London Die Meistersinger von Nürnberg, von Richard Wagner, II. Aki
Mittwoch, 1. 3uni.
7 Uhr Bad Pyrmont: Brunncukonzert der Kur- kapelle. lo.2o bis 10.50: Schulfunk. Kap Bon-Atlantik. 13: Mittagskonzert 15.15 bis 16: Stunde der Jugend. 17 Bunter Nachmittag. 18 25: „Leibesübung auf dem Lande". Vortrag von Reichsininilter a. D. Dr Haslinde, Arnsberg. 18.50: „Die Wirt- Ichast in CUaß Lothringen nach dem Krieg". II. Vortrag von H. Hansen. 19.30: Unterhaltuiwskon zert des Rundfunkorchester». 20.30. Klassische Monologe. Friedrich Lindner. Dresden. 21: Unterhaltung»^. tert. 22 20. 'Von Berlin: Aeitbericht, Ungarn. 23.20 bis 24: Von Budapest: Zigeunermusik der Zigeuner- kapelle Jenö Farkas
kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Sonntag, den 29. Mot. 1. Sonntag noch Irinitati».
Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr Mahr, zugleich Christen- lehre für die Neukonfirmierten aus der Matthau»- gemeinde: 9.30: Pfr Becker: 11: Ainderkirche für die Markusgemeinde. Pfr Becker. — 2ohanne»klrche. 8: Pfr. Ausseid; zugleich Christenlehre für die Neukon. firmierten der Iohannesgemeinde: 9.30: Pfr Bech- tolsheimer: 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde, Pfr Bechtolsheimer: 20: Bibelbejprechung im Johan- nesfaal. Pfr. 'Dlii 11 er. — Kapelle de» Alten Friedhof». 9.30: Pfr. Ausfeld: zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten der Luthergemeinde — Llisabeth- hleinfinbcr|d)ule. 8.15 Christenlehre für die Neukon- firmierten der Pelrusgemeinde: 9.45: Psr. Lic. Waas^ 11: Kinderkirche für die Pelrusgemeinde. 'Ufr. Lic. Waas — 3m Saale der neuen Krippe. 11 Kinderkirche für die Johannes- und Lvthergemeinde: Pfr. Ansfeld. — stlrin-Cindcn. 9 5)aupigoltesdienst. 1" Kindergottesdiensi — Heuchelheim: 10: Gottesdienst: 11.15: Katechismuslehre (männliche Jugend) — wieseck. 9 30; 1045: Christenlehre. — Alten-vuseck. 10; 13: Christenlehre — fiird)berg. 10: Kirchberg. 11: Christenlehre für die konfirmierte weibliche Jugend — Hausen-Garbenlcich. 10.30: Garbenleich, anschließend Christenlehre; 13: Hausen. — Maßen- born-Steinberg. 13: 5)aiiptgottesdienst mit Christen- lehre. — (Brüninqcn. 9 30: 5)aiiplgottesdienst. — Cid). 9.30: Stistsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend; 12 45: Kindergottesdienst
Katholische Gemeinden.
Samstag, den 28. Mai.
Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.
Sonntag den 29. Mai. 2. Somntaa nad) Pfingsten
Gießen.' 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe: s: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11 Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht — Grünberg. 9 45: Messe mit Predigt. — Hungen. < Hochamt mit Predig! -- Ci<h 10 Hochamt mit 1 trag und Andacht - Collar, s 4"> Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30 Hochamt mit Predigt — Schotten. 10.30. Hochamt mit Predigt.
Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Gießen. 20 Uhr Segensandacht.
Freitag, den 3. Juni.
Gießen. 6.30 Uhr: Segensamt — Cid). 6.15: Segensmefse_____________________________________
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