sprach noch über den besonderen Nahen der Vögel für den Obstbau. Anschließend erfolgte die Rechnungsobloge durch den Rechner des Vereins, Verwaltungsinspektor Dipp eil. dem Entlastung und Dank für seine Mühewaltung erteilt wurde.
ll. Merlau, 27. April. Mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse beschloß die Sängervereinigung Merlau, das ihr angetragene Sängerfest nicht abzuhalten. Dieser Tage weilten nun der Vorstand und der Musik- ausschuh des Ohm-Lumdatal-Sängergaues zu einer Besprechung in unserem Orte. Es wurde beschlossen, daß am 3. Sult in Merlau das W e r - tung ssingen des Gaues stattfinden soll. Als Wertungsrichter fungiert Oberreallehrer Blaß (Gießen). Für das Wcrtungssingen ist der Pflichtchor „Mein Deutschland" (Mangold) vorgesehen außerdem kann jeder Verein als zweites Lied einen selbstgewählten Chor singen. Dach dem Wertungssingen findet auf dem Schulhof eine Gaukundgebung statt. Der Verein Merlau begeht am gleichen Tage außerdem das Jubiläum seines 50jährigen Bestehens.
Kreis Lauterbach.
& Lauterbach, 22. April. Auf Grund eines Gemeinderatsbeschlufses, nach dem der zum städtischen Freischwimmbad führende Feldweg im Wege des freiwilligen A r b e i t s d i e n st e s als Straße ausgebaut werden soll, haben sich insgesamt 60 Arbeitswillige gemeldet. Das Arbeitsamt hat bis jetzt 35 Mann zugelassen, da für die übrigen die gesetzlichen Voraussetzungen noch nicht gegeben sind.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
m. Dornholzhausen, 26. April. Am Sonntag veranstaltete Pfarrer Schneider- Hochelheim hier ein Kirchenkonzert, zu dem er verschiedene Kräfte aus Butzbach gewonnen hatte. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Lehrer Bach, einem Sohn unserer Gemeinde, der die Gesänge begleitete und einige Musikstücke vortrug, in denen die ganze Fülle und Klangschönheit des neuen Orgelwerkes zur Geltung kamen. Sowohl Solls und Duette, gesungen von den Geschwistern Laux (Sopran und Alt), als auch die Quartette, in denen die Herren G u d e r und Fabrikant Laux (Tenor und Bah) mitsangen, zeugten von einem vorzüglichen und gut geschulten Stimmenmaterial. Die Darbietungen machten auf die Zuhörer großen Eindruck. Pfarrer Schneider hielt eine Ansprache.
Freiwilliger Arbeitsdienst des Lungdeuischen Ordens.
• Rodheim a. d. D., 25. April. In gemeinsamer Arbeit zwischen der Gemeindevertretung und der D r u d e r s ch a f t „Biebertal" des Iungdeutschen Ordens wurde ein Projekt bearbeitet, das den Ausbau verschiedener neuer Orts st raß en vorsieht. Schon etliche Jahre liegen die Rohre zur Kanalisation bereit, ohne daß diese Arbeiten, aus Mangel an den erforderlichen Geldmitteln, durchgeführt werden konnten. Auch bestand keine Aussicht, dies in den nächsten Jahren vollbringen zu können. Die Bruderschaft Biebertal machte deshalb der Gemeinde den Vorschlag, die Arbeiten im freiwilligen Arbeitsdienst durchzuführen. Der von der Bruderschaft „Biebertal" ausgearbeitete Entwurf zur Herstellung von sieben neuen Ortsstraßen, zusammen 1270 laufende Meter, fand die Genehmigung des Landesarbeitsamtes Hessen in Frankfurt a. M., nach dem 85 Arbeitsfreiwillige für neuneinhalbe Wochen Beschäftigung finden. Um den Leuten Arbeit für 20 Wochen zu schaffen, soll ein weiteres Projekt für den Ausbau von zwei äkmgehungsstraßen der Ortslage Rodheim a. d. B. ausgearbeitet und zur
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Roman von Gert Rothberg.
Copyright by Martin Feuchtwanger, Hall«.
2. Fortsetzung. Rachdruck verboten!
Gerade heute!
War es kopfloser Trotz? Oder hatte Lisa ganz genau gewußt, was sie wollte? Log in ihrem Tun eine dunkle Absicht?
Wollte sie, daß der Vertrag nicht zustandekam?
Denn wenn Mister Harrison heute nicht mit seiner Gemahlin hierher kommen konnte, dann fiel das ganze Riesenprojekt vielleicht ins Wasser.
Mrs. Harrison konnte doch heute abend unmöglich hierherkommen, wenn die Dame des Hauses abwesend war.
Rudolf Ansbrück lief im Zimmer umher. Er stieß an ein Paar helle Seidenschuhe. Zornig schleuderte er sie zur Seite. Auf der Lehne des niederen Sessels vor dem Frisiertisch hing ein weißer Spihenmaptel.
Der Mann packte das weiße Gewebe in nicht länger zu bändigender Wut.
„Oh, du oberflächliche, schöne, treulose Lisa! Weshalb darf ein Mann nicht auch einmal den Kavalier vergessen? Wie kaltblütig du dir vielleicht das alles gerade auf heute aufgespart hast. Vielleicht warst du noch viel, viel falscher, als ich vermuten kann?"
Baron Jlzenescu!
Der Rumäne!
Vielleicht war er ebensogut ein Russe, ein Spanier, ein Mexikaner?
Rudolf Ansbrück warf den Spihenmantel in die Ecke. Seine Hände ballten sich.
Ein Gedanke machte ihn beinahe rasende
Boron Jlzenescu!
Weshalb dachte er gerade jetzt an diesen Mann, der ihm so unsympathisch wie nur möglich war unö der trotzdem sich immer wieder in seine Dähe gedrängt hatte in diesen letzten Wochen? Bankier Theissen hatte ihn im Klub eingeführt, und er hatte auch den anderen Klubmitgliedern erklärt, daß der Rumäne ein Empfehlungsschreiben einer sehr hochgestellten Persönlichkeit bei sich trage. Daraufhin habe er nicht gezögert, den Baron im Klub einzuführen.
Dagegen war nun wohl nichts zu sagen gewesen — dennoch gab es außer ihm, Ansbrück einige andere Herren, die dem Baron entschieden mit verstecktem Mißtrauen begegneten.
Es gab also wirklich etwas an diesem Manne, was zur Vorsicht mahnte. Es war nicht nur irgendeine Antipathie von ihm gewesen.
Rudolf Ansbrück wußte nicht, weshalb er jetzt mit großen Schritten aus dem lauschigen Raume
Vorlage gebracht werden. Dieser Tage fand eine Versammlung statt, die von etwa 350 bis 400 Erwerbslosen aus den Orten Rodheim a. d. D., Bieber und Fellingshausen besucht war. Lehrer Krausch-Gießen, Komtur des Iungdeutfchen Ordens, sprach über die von dem Hochmeister des Jungdeutschen Ordens schon 1924 dargelegten, stets verfochtenen und nun z. T. bereits verwirklichten Probleme des Arbeitsdienstes als Volks- dienst, Westostbewegung, Landnahme, Siedlung und freiwilligen Arbeitsdienst im allgemeinen und die z. Z. für den freiwilligen Arbeitsdienst geltenden Gesetze im besonderen. Er erwähnte hierbei die leider noch in den Gesetzen vorhandenen Härten und Lücken, die hoffentlich gemildert bzw. beseitigt werden können. Die Zahl der Erwerbs- losen-Anmeldungen hat den Bedarf von 85 Mann für den Straßenbau und 20 Mann für die Kanalisation in Bieber bedeutend überschritten. Die Arbeiten, die z. T. schon begonnen haben, können in den nächsten Tagen in vollem Ämfang ausgenommen werden. Träger der Arbeit ist die Gemeinde Rodheim a. d. B., Träger des Dienstes der Jungdeutsche Orden, Bruderschaft Biebertal.
50ZahreVHL.-Zweigverein Gedern.
Y Gedern, 27. April. Der hiesige Zweig- verein des Vogelsberger Höhen- Clubs beging am Sonntag die Feier' seines 50jährigen Bestehens. Die Zweigvereine Schotten, Wenings und Hirzenhain nahmen mit starken Abordnungen daran teil. Der Saal des „Bergwirtshauses" war mit Gemälden des heimischen Malers Gewerbelehrer G- L i m p e r t prächtig geschmückt. Musik und ein Prolog (Anna Hoffmann) leiteten den Abend ein. Der erste Vorsitzende des Zweigvereins, Apotheker Beesenmeyer, hielt die Begrüßungsansprache und dankte allen, die zur Vorbereitung und Ausgestaltung der Feier beitrugen. Die Festrede hielt Dekan Widmann. Er schilderte das vergangene halbe Jahrhundert als einen Zeitraum, der ausgefüllt gewesen sei von heimattreuer und heimatbegeisterter Arbeit. Er erinnerte an die Mitbegründer, deren nur noch einer (Postmeister im Ruhestand Ehr. Mehring) unter den Lebenden weilt. Der Redner gedachte auch der Toten des Vereins und der im Weltkrieg gefallenen Kameraden. Besonders gedachte er der früheren Leiter des Vereins Richard Rispel und Lehrer Lenz, sowie des jetzigen Vorsitzenden Apotheker V e e s e n m e h e r, die den Verein mit großem Erfolg führten. Er erinnerte an die großen Aufgaben, die ein Heimatverein zu 'erfüllen habe, und forderte auf zu treuem Zusammenstehen in der Pflege des Heimat- und Vaterlandsgedankens. Das gemeinsam gesungene Vogelsberg- Lied schloß sich der mit großem Beifall aufgenommenen Festrede an. Im weiteren Verlaufe des Abends wechselten Lieddarbietungen des 'BHC.-Chores mit oberhessischen Tänzen und mit Mundartgedichten usw- ab. Zwei Straußsche Lieder, vorn Chor mit Orchesterbegleitung gesungen, wurden besonders beifällig ausgenommen und mußten wiederholt werden. Sehr gut gefiel außerdem die Aufführung des Körnerschen Lustspiels „Der Vetter aus Bremen". Als Vertreter des Gesamt°VHC. und im Ramen der Gäste überbrachte Lehrer i. R. Carl 2 i n cf, Schotten, dem Jubelverein herzliche Glückwünsche. Landwirt Hermann Guth erfreute zum Abschluß mit einem selbstverfaßten Gedicht zu Ehren des Jubelvereins. Die Feier nahm in ollen Teilen einen schönen ünb denkwürdigen Verlauf.
Daten für Donnerstag, 28. April.
Sonnenaufgang 5.05 Ähr, Sonnenuntergang 19.41 ilfjr. — Mondoufgang 3.01 Uhr, Monduntergang 11.34 Ähr.
1896: Der Geschichtsschreiber Hch. v. Treitschke in Berlin gestorben: — 1927: der Maler Hans von Volkmann in Halle gestorben.
hinausging. Ihn trieb es fort, hinüber in sein Arbeitszimmer.
Die Pläne!
Die sorgsam von ihm ausgearbeiteten Verträge, die außer ihm nie ein Mensch zu Gesicht bekommen hatte. Richt einmal fein alter, treuer Privatsekretär!
Er war gefährlich.
Wenn nur das Geringste von all diesen Absichten laut wurde, dann konnte es sein — nein, cs würde sein, daß die mächtige Konkurrenz sofort mit allen Mitteln eingriff, um die Ausführung dieser Pläne zu hintertreiben.
Konkurrenz?
O nein!
Hier spielten andere Interessen mit. Interessen mächtiger Länder!
Tie Hände des Mannes rissen das Geheimfach im Wandschrank auf.
Die Pläne verschwunden!
Die mühsame, nächtliche Arbeit umsonst!
Richt umsonst!
Andere würden jetzt die Früchte dieser geistigen Arbeit ernten!
Wie ein Rasender lief Ansbrück hin und her.
Hatte sie — zu diesem Verbrechen die Hand geboten?
Er preßte plötzlich beide Hände an seinen schmerzenden Kopf.
Hatte — sie es selbst getan?
Er stöhnte wild auf.
Wohj^i verirrte er sich eigentlich?
Tas würde Lisa niemals tun!
Was hätte sie denn auch für einen Grund dazu?
Der Rumäne!
Der Baron, der sich in der letzten Zeit so auffällig in die Rähe gedrängt hatte!
Wenn er ein ganz gewöhnlicher Spion wäre?!
Wenn — er Lisa betört hatte?!
Lisa, die es offen aussprach, daß er ihr gefiel! Tiefer Rumäne mit den feurigen Augen und dem blauschwarzen Haar!
Wenn der Baron Lisa zu diesem Raube als Werkzeug benutzt hatte?!
Es war ja gar nicht auszudenken.
Ansbrück bückte sich.
Ein seines, weißes Tuch lag am Boden.
Er hob es auf.
Lisas Parfüm!
Sie war also doch hier in seinem Arbeitszimmer gewesen, das sie sonst nie betrat!
Run war ihre Mitschuld bereits so gut wie erwiesen — denn was hätte sie gerade heute hier gewollt?
Uno heute war sie heimlich abgereist.
In dem Augenblick abgereist, wo sie hier recht liebenswürdig zu Mister Harrison und seiner Gattin sein sollte.
Das also hatte sie fertiggebracht!
Zeniralverband der ArbeiiSinvaliden und Wilwen Deutschlands.
Die Funktionäre des Zentralverbandes der Ä r b e i t s i n v a l i d e n und Witwen Deutschlands — wie man uns berichtet — nahmen in einer in Gießen tagenden Konferenz zu den Auswirkungen der 4. Notverordnung in der Sozial- und Fürsorgegesetzgebung Stellung.
Bezirksleiter Adler (Gießen) wies einleitend auf den schweren Kampf hin, den die Organisation zur Zeit zu bestehen hat. Herr I a x t (Darmstadt) erstattete sodann den Bericht über den Stand der Organisation. Im Jahre 1931 konnten 1000 Mitglieder neu gewonnen werden; die Organisation in Hessen umfaßt nunmehr beinahe 10 000 Mitglieder. Die Zahl der Auskunftsuchenden betrug 7406, Schriftsätze wurden 4556 erledigt, 1691 Vertretungen wurden übernommen und dabei 11 491,38 Mark laufende monalliche Rente, sowie 116 332,78 Mark Nachzahlungen erftritten. Bei 597 Sterbefällen wurden an Hinterbliebene 28 470 Mark Sterbe- unterftiitzung ausgezahlt.
Nach der Erledigung weiterer geschäftlicher Angelegenheiten sprach Herr I a x t (Darmstadt) über die Auswirkungen der 4. Notverordnung. Er führte u. a. aus: Länge Zeit habe der Kampf der Erhaltung und dem Ausbau der Sozialgesetzgebung gegolten. Heute gelte es zu kämpfen, um einen weiteren Abbau der Renten zu verhin
dern. An Hand praktische» Beispiele zeigte der Referent den Abbau in der Sozialversicherung und das Ausmaß des Elends in der Lebenshaltung der 21« beitsopfer. Man fordere eine fühlbare Preisherav» setzung, ein Arbeitsbeschaffungsprogramm, Derkür- zung der Arbeitszeit, um dadurch eine Sanierung der Versicherungsträger und eine Beseitigung der finanziellen Bedrängnis der Sozialversicherung zu erreichen. Wenn es nicht gelinge, eine fühlbare Preissenkung und die Arbeitsbeschaffung für Millionen Arbeitsloser durchzuführen, dann würden die wirtschaftlich Schwachen der politischen Radikalisierung entgegengetrieben. Der Redner ging weiter auf den Leistungsabbau in der Sozialrentnerfürsorge ein, erkannte zwar die finanzielle Lage der Kreise und der Gemeinden an, betonte aber, daß es unmöglich sei, die Richtsätze für die genannten Hilfsbedürftigen noch weiter herabzusetzen. Leider habe man von feiten einiger Bezirksfürsorgestellen versucht, Unterstützungen ganz zu entziehen, wenn sich Sozialrentner weigerten, auf die ihnen gehörigen Grundstücke Sicherungshypotheken eintragen zu lassen. Einer größeren Anzahl von Sozialrentnern sei daraufhin die Unterstützung entzogen worden.
In der Aussprache kam zum Ausdruck, daß endgültig Schluß gemacht werden müsse mit den von den Bezirksfürsorgestellen ergriffenen falschen Maßnahmen. Die Konferenz fand ihren Niederschlag in einer Entschließung, in d?r diesen Gedankengängen Ausdruck gegeben wurde und die den verantwortlichen Stellen zugeleitet werden soll.
VfB. Gießen.
Spo. Dillenburg Liga — VfB. Liga 1:2 (1:0).
Die VfB.-Liga weilte am vergangenen Samstag zum Wochenendspiel-in Dillenburg. Beide Mannschaften haben in den letzten Jahren oft miteinander gekämpft; die Grünweißen stellten dabei stets den Sieger. VfB. trat den sympathischen Dillenburgern mit Ersatz entgegen. Der Gastgeber entpuppte sich als ein schlagfertiger Gegner, der sich auf feinem eigenen Platz sehr gut zu halten wußte. Die Gießener stellten die technisch bessere Elf; im Feldspiel waren sie stets leicht überlegen.
Das Spiel begann mit forschen Angriffen der Dillenburger, die aber dem VfB.-Tor nie recht ge- fährlich werden konnten, da Die Verteidigung sehr auf Der Hut war. Trotzdem Die Arbeit Des VfB.- Sturms durch die schwache Arbeit des Mittelläufers erheblich beeinträchtigt wurde, lagen die Grünweißen stets vor Dem (Säftetor. Es wollte jedoch nichts glücken. Ritter schoß mehrmals knapp über Die Latte. Gegen Ende der ersten Halbzeit kam Dillenburg durch einen schwachen Schuß zum Führungstreffer der vor der Pause nicht wieder aufgeholt werden konnte.
Auch in der zweiten Spielhälfte waren die Gießener weiter tonangebend. Dillenburg ließ aber nicht locker und verteidigte energisch. Die lieber- legenheit Der VfB.-Elf wurde aber immer augenfälliger und bald konnte durch Schmidt ausgeglichen werden. Der Siegestreffer ließ dann auch nicht mehr lange auf sich warten: Lehrmund konnte ihn in überlegener Manier erzielen. Der Rest der Spielzeit stand ganz im Zeichen der VfBer, aber der vereinten Abwehr der Gastgeber gelang es, weitere Torerfolge Der Grünweißen zu verhindern.
Dillenburg stellte eine körperlich kräftige und gewandte Elf. Die Gießener nahmen zu Beginn das Spiel zu leicht, konnten sich aber trotz der ungewohnten Platzverhältniffe durchsetzen.
Die Ligareserve verlor, wie schon berichtet gegen Heuchelheim I mit 2:9 Toren. Die Alte-Herren- Mannschaft konnte gegen eine kombinierte Mannschaft von Lollar 1:1 spielen, was mit Rücksicht darauf, daß VfB. nur mit 9 Mann antrat, anerken- nenswert erscheint.
Die Gegner Der 1. und 2. Iugendmannschasten sagten die Spiele in letzter Stunde ab. Beide Mannschaften absolvierten ein Trainingsspiel, das die 2. Jugend mit 2:1 im Vorteil sah. Die Schüler konnten in Heuchelheim gegen die Dortigen 1. Schüler ein UnentschieDen (1:1) herausholen. Sie hatten Den körperlich weit Kräftigeren gegenüber einen schweren Stand.
Gauiurnen des Gaues Hessen.
Am 3. Juli in Gießen.
Auf dem 100. Gauturntag des Gaues Hessen wurde der Gießener Turnerschaft (Turnverein von 1846 und Männerturnverein) die Ausrichtung und Durchführung des Gauturnens 1932 übertragen. Die Gießener Turnerschaft hat sich zur Äebernahme der Veranstaltung bereiterklärt und nunmehr die nötigen Vorarbeiten in Angriff genommen. In einer gemeinsamen Sitzung der Vorstände beriet man bereits über die Form der Durchführung und bildete einige Ausschüsse, die die Vorarbeiten im einzelnen in Angriff nehmen sollen. Man wurde sich gleichzeitig darüber klar, daß das Gauturnen in Anbetracht der großen Rotzeit weniger eine festliche Veranstaltung bar- stellen soll, wie es in ben Vorjahren der Fall war. sondern mehr als eine Heerschau der Turner Hessens gedacht ist und einen Äeberblick über die Leistungen der Turner des Gaues ermöglichen soll. Lediglich am Samstag, am Vorabend wird ein Begrüßungsabend stattfinden, in dessen Rahmen, die Austragung der Meisterschaften an den einzelnen Geräten vorgesehen ist. Die eigentlichen Gauwettkämpfe beginnen dann am Sonntag« morgen sehr zeitig. Auf dem Änidersitätsiport- platz werden zunächst der Zehn- und Zwölf-Kampf zur Austragung gelangen, die Geräteübungen sieht die Turner am Rachmittag in der Dolkshalle vereinigt.
Die gemeinsame Sitzung der Vorstände der beiden hiesigen Turnvereine hat zunächst drei Ausschüsse gebildet. Der Geschäftssührende Ausschuß seht sich aus den Herren Äniversitäts-Bureau- direktor Erle. Rektor Kling. C. Strack, H. Dechert, P. Ritsert und L. Schneider zusammen. Dem Wirtschafts-. Finanz- und Wohnungsausschuß steht Herr A. R e i n i n g und
Das...
Dann war es ihr auch mit dem Verlangen nach dem Schmuck nicht ernst gewesen. Dann hatte sie den kleinen Zank nur deshalb in Szene gesetzt, um einige Stunden für sich sein zu können, weil sie diese Stunden zu ihren Reisevorbereitungen brauchte.
Der Mann stand wie vernichtet da.
•
Laut und tief schlug die Ähr im Zimmer die siebente Stunde. Änd noch immer stand Rudolf Ansbrück auf demselben Platz in seinem Zimmer und starrte vor sich hin.
Das hatte seine Frau tun können?
Lisa, die Tochter eines überall geachteten Vaters?
War denn eine solche Verirrung nur möglich?
In kurzer Zeit, gegen acht Ähr, würde Mister Harrison mit seiner Gemahlin kommen. Die Verträge, wenigstens der wichtigste Vertrag hätte unterzeichnet werden sollen.
Statt dessen war Lisa fort!
Änd die mühsam ausgearbeiteten Pläne verschwunden!
Was nun?
Rudolf Ansbrück ging langsam, ganz langsam ins Rebenzimmer.
Mister Harrison!
Er kam! Was sollte er ihm sagen?
Die Wahrheit?
Rein! Tas ging nicht. Diese Wahrheit war viel zu erniedrigend, als daß ein Fremder sie erfahren durfte.
Mister Harrison freute sich, Frau Ansbrück kennenlernen zu dürfen. Run kam er mit seiner Gemahlin — und Lisa war 4nidjt da.
Gut! Lisa konnte im letzten Augenblick krank geworden fein.
Doch dann würde das Gespräch auf die Verträge kommen. In besonders guter Laune würde der alte Amerikaner diese Verträge zu sehen wünschen.
Was ja auch alles so gedacht war.
Änd Lisas Schönheit und Scharm sollte ein übriges tun...
Aus der Brust des Mannes stieg ein Keuchen.
Lisa war schön, aber arm gewesen. Er zahlte noch heute ihren Eltern diese hohe Rente, Damit die sich nicht einzufchränken brauchten und es auf diese Weise niemand erfuhr, wie arm die Massows geworden waren durch die verfehlte Spekulation, die das Vermögen fraß.
Lisa hatte alles aufs Spiel gesetzt. Sie hatte nichts bedacht.
Änd er besah doch zunächst noch keinerlei Beweise wie das kleine, duftende Tuch, das er in seinem Zimmer gefunden hattet
Wenn Lisa doch bei ihren Eltern wäre? Trotzig davongerannt, weil sie den Schmuck nicht erhielt?
Das Tuch!
Qlun, sie konnte es doch auch verloren haben, als sie ihn vielleicht noch einmal hatte aufsuchen wollen.
Ansbrück ging zum Telephon.
„Exzellenz selbst zu sprechen? — Hier ist Doktor Ansbrück!"
„Jawohl, Herr Doktor, Exzellenz ist da. Darf ich bitten, einen Augenblick zu warten?"
„Ditte!"
Bald darauf ertönte die Stimme seines Schwiegervaters im Apparat.
..Guten Abend, lieber Sohn! Ra. waS macht ihr denn Schönes? Kommt doch ein bißchen herein. Wir haben euch schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen. Doch verzeih, du willst irgend etwas?"
„Ja. Papa, ich wollte etwas. Die Frage hat sich aber durch deine Worte bereits erübrigt."
„Was war es denn, Rudolf?"
Die Frage klang entschieden etwas ängstlich.
Rudolf Ansbrück sagte kurz:
„Lisa hat mich heute abend verlassen. Ihr Brief gibt an, daß sie zu euch gehen wollte. Sie wird vielleicht noch kommen; doch ich glaube nun schon nicht mehr recht daran."
„Junge, um Gottes willen, was ist denn nur los? Ist denn das Mädel verrückt? Ein kleiner Zank doch wohl nur? Wenn sie kommt, werde ich ihr den Kopf ganz gehörig zurechtsehen! Verlaß dich darauf, mein lieber Rudolf."
„Ich danke dir, Papa!"
„Du — bist — doch — nicht etwa auf — unS — Junge? Wir sind immer auf deiner Seite gewesen, wenn Lisa sich beklagt hat. Sie hat das nämlich schon einige Male getan.“
„Du bist im Irrtum, Papa! Euch würde ich es nie entgelten lassen, wenn sich hier etwas ändern sollte."
„Rudolf? Wie habe ich das zu verstehen?"
„Vorläufig kann ich noch nichts sagen, Papa. Ditte, gedulde dich noch etwas. Doch jetzt entschuldige mich, bitte! Auf Wiedersehen, morgen mittag bei dir!"
„Auf Wiedersehen, Rudolf! Rimm Lisa nicht ernst! Sie ist ja so verwöhnt. Daran haben wir die Schuld. Ich habe aber immer geglaubt, es wird dir gelingen, das Mädel noch durch Liebe zu erziehen."
„Lebe wohl, Papa!"
Rudolf Ansbrück ging hin und her.
Er lachte bitter vor sich hin.
Das halte er ja gewußt. Lisa war nicht bei ihren Eltern und sie würde auch nicht zu ihnen kommen.
1 Vorläufig wenigstens nicht.
Bis — Der — der — Baron Jlzenescu ihrer überdrüssig war. Vielleicht würde das schon bald
I sein. Vielleicht schon in dem Augenblick, wo Lisa ihm die Papiere brachte.
(Fortsetzung folgt)


