,o|w
H i >■
l*WWb
'^Mannar.
^tagz yj ~
«Den Idh.) UW
7LZN a uts Jiorbbtutidjfj,
J'n unb ftebt «inf '”«■ «-Tüt jyßfligen Slmml; »irb über. SL”®? Ntm btt Jbe unhr btn foJ unb &nb.
ro«btn,um|i4tlnt| ___. 594A
offe
Preisen
B
ilatz 6
n*
Vertretuof«i •
ß- KD Imccr- en 1932 IrZ-APRIL^ ilsruhe1
REISE vo» »M*
NORD Hvn<*f* LLOYD
5Ä-4..?l2S*
«s«tz
wffilSt
Ä'efe
Eg .........Pfu'I.b W .
[eringe
Ubering?.--^, Dlltc sSStfss: lber"LÄvfelsiM
27 Aervsvr-^
istraoe 20__
m. 23 (Elftes Blaff
182. Zahlgang
Bonneistag, 28. Januar 1932
Lrschetnl täglich, außer Sonntags und FeieNags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat tm Biß) ■ Die Scholle Monotr Bezugspreis:
Mit 4 Beilagen BTl.1.95 Ohne Illustrierte . 1 80
von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
zernsprechanschlüfie unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach^ rid)ten: Anzeiger »tetzeu. psstscheckkonto: ziautsuil am Main 11686.
GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
T)nt eit Ptrle<: vrihl'ich« Union fitäisBe*. nnb Sltte6nderel H. £an»t in 6i*x. Sd)riftiettin< und «efdjöfttltele: S^uUtreM 7.
Bnnahme »en Injelae« für die lagesnnmmtr bis zum Nachmittag vorher.
Preis siir I mm höhe für Snjeiaen von 27 mra Bftite örtlich 8» auswärts 10 Neichspsennig: für Ne> hlameanuigen von 70 mm Breite 35 Ncichspfennig, Playvorschrist 20* . mehr.
Chefredakteur
Dr. Friedr. Will). Lange. DerantwoNlich für Dolttik Dr. Fr. Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.IHyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filler, sämtlich in Gieße-
Abrüstung!
Don Glara Mende.
„Solange die Abrüstung nicht burchgeführi ist, ist der Friede stets gefährdet. Die Friedcnsver- träge haben einzelne Länder zur Abrüstung geswungen. und die Abrüstung der anderen versprochen. Die langen Verhandlungen in Genf haben jedoch bisher kein greifbares Resultat ergeben. Die Lasten der Rüstungen wachsen." DaS find die einleitenden Sätze einer sozialdemokratischen Resolution zur Abrüstungssraqe.
Auch politisch Andersdenkende können ihnen suftimmcn. denn sie geben ja nur unbestrittene Tatsachen bekannt, vermeiden eS aber leider, daraus Folgerungen sür Deutschland Ali ziehen, daS sich ja in einer ganz besonderen Lage besindet und durchaus berechtigt ist, Forderungen an die anderen zu stellen.
Welche Konsequenzen müssen auS den Feststellungen gezogen werden?
Klipp und klar die, daß Deutschland e i n gutes verbrieftes und besiegeltes Recht hat, auf der Abrü stung der anderen zu bestehen und sie unentwegt zu fordern. Ob man auf diesem Weg zum Ziel kommt, ist eine andere Frage. LS ist auch noch keineswegs sicher, daß die Abrüstung der anderen den Frieden in die Welt bringt Beim Scheitern der bevorstehenden Konferenz must vor aller Welt klargelegt werden, dast Deutschland nicht die Verantwortung für daS Mißlingen trägt. eS wird sich dann zeigen, dast die Forderung der Abrüstung bei den anderen nicht ernst gemeint war und ist. sondern dast die Wehrlos-
machung Deutschlands und seiner Verbündeten nur dazu dienen sollte, die Macht der anderen zu starken und dieVeutedeSKrie- geS ihnen auf Zeit und Ewigkeit zu sichern.
Diese Erkenntnis must sich ausbreiten und die deutschen Ideologen des reinen Pazifismus wer- den erkennen, dast der Traum deS ewigen Weltfriedens in dieser schlechtesten aller Welten wohl geträumt werden kann, aber sich schwerlich realisieren lassen wird. Friedensbewegung ist eine 3bet mit starker ethischer und religiöser Grundlage, der sittlich hochstehende Menschen immer zu- ftimraen werden. Für die Deutschen gilt eS aber jetzt, die realen Tatsachen der Abrüstung der anderen klar zu erkennen und für Deutschland daS zu erkämpfen, was eS braucht: seine wirtschaftliche, politische, nationale Selbständigkeit und daS vielgerühmte Recht der Selbstbestimmung. Die ungeheure Mn- aerechtigkeit, die in der ungleichen Behandlung Deutschlands und seiner früheren Verbündeten, mit Ausnahme der Türkei, die nicht abgerüstet hat, liegt, must beseitigt werden.
Welche Konsequenz soll aus den .bisher nicht greifbaren Resultaten" gezogen werden? Sicherlich einmal die Feststellung vor aller Welt, dast unterschriebene Verträge von allen Seiten gehalten werden müssen, wenn sie nicht in Gefahr geraten sollen, von keiner gehalten zu werden. Daher fordern wir die Erfüllung des gegebenen Versprechens .der Abrüstung Deutschlands die eigene“ folgen zu lassen. Schon Clc- menccau hat im 3uni 1918 auf derartige Folgen hingewiesen, selbst dem .Tiger" waren rechtliche Folgerungen nicht unbekannt. Der chauvinistische französische Sozialdemokrat Paul Boncour spricht das ebenso Kar und deutlich aus wie englische Generale, tote Wccdonald. Baldwin. £o d George, der Bischof von Plymouth und in Amerika der Präsident der Carnegie-Stiftung und viele feiner Landsleute. Diese Stimmen mehren sich in der Welt und Deutschland must sie stärken und stützen durch seine immer wiederkehreno.n Vorwürfe der Mngerechtigkeit und des Verrates heilig erklärter Verträge. Dabei Ist es ganz gleichgültig, ob die Gegner den Friedenswillen und die Friedensliebe Deutschlands anzweifeln und auch damit wieder eine feindliche Stimmung gegen das deutsche Volk schaffen möchten.
Einmal muh die Welt doch die Machenschaften Frankreichs erkennen. Was soll es heißen, die deutsche Schupo als Truppe angurcchnen und die französische Gendarmerie nicht? Die Dienst tage der Soldaten auszurechnen und dabei für Deutschland mit dem Berufsheer bei zwölf äh g r Dienstzeit eine ungeheure Zahl heruuszurecynen und bei dem französischen einjährigen Dienst weit hinter der effektiven Zahl zurückzubleiben? WaS soll eS heißen, wenn französische Minister die .unerhörte Höhe" des deutschen Wehretats öffentlich kritisieren und so tun, als ob ihnen unbekannt sei, daß ein Berufsheer mit langer Dienstzeit teurer fein must, als eine Armee der allgemeinen Dienstpflicht. Deutschland hat und darf keine Reserven haben, Frankreich hat deren 4,5 Millionen. Polen und die Tschechoslowakei, feine Vasallen Aufammen »ast ebensoviel, und dazwischen liegt das wehrlose, waffenlose Deutschland.
Man muh sich auch darüber tlar fein, daß Frankreichs Ruf nach .Sicherheit und Schutz" nur politisches Spiel ist, um für sich Stimmung zu machen, wenn seine Angst nicht auf anderen von uns nur zu ehrenden Beweggründen beruht.
Frankreich fürchtet angeblich die deutschen Wehrverbände, die deutsche .kriegerische Iugenb- auSbildung" hat es schon verboten: aber_ selbst bildet es seine Jugend, Knaben und Mädchen, vom Kindesalter an in der Landesverteidigung aus. Ebenso macht es Polen, die Tschechoslowakei, England und Amerika. Alles offenbar zur Vorbereitung auf die Abrüstung! Rur in Deutschland tut man nichts in bezug au» rinße^liche Willensbildung. Es ist tief bedauerlich, bah auch in dieser so verhängnisvollen Angclegenyeit für das deutsche Volk eine Einheit der Auffassung und
Für die Wiederwahl Hindenburgs.
Bayern geht voran.
Ein Aufruf üb.rpartcilidjcr Pc sönlichkeiten.
München, 27. Ian. (IDIB.) (Ein größerer firels überparteilicher Persönlichkeiten aus oerschie denen Ständen und streifen des Landes Bayern erläßt nachstehenden Ausruf zur Wiederwahl des Reichspräsidenten o. Hindenburg:
Der außenpolitische Erfolg der kommenden cnlscheidungsreifen internationalen Verhandlungen ist mitbedingt durch die Geschlossenheit, mit der das deutsche Volk hinter seinen Unterhändlern steht. Aus den Einsatz des gewaltigen Ansehens, das der Harne Hindenburg Im In- und Auslande genießt, dürfen wir nicht verzichten, stein zweiter Deutscher besitzt in ähnlichem Maße das überparteiliche vertrauen des deutschen Volkes, kein zweiter verkörpert jo vollkommen für die Mett den Glauben an Deutschland, wir sollten deshalb dem Schicksal sürjede Stunde danken, die der Generalfeldmarschall fein hohes Amt noch weiterhin ausübt. Sein Ausscheiden würde schwere Partclkämpse heraufbeschwören, deren Ausgang ungewiß ist. würde den weg für Zusallsanwartschaften frei machen, die vermieden werden müssen, zumal der erprobte Führer vorhanden Ist.
vor sieben Jahren feierte Deutschland die Wahl Hindenburgs als Sieg des deutschen Gedankens. Deutsche Pflicht ist es auch heute, den Feldmarschall auf den Schild zu heben. Die Reichs- oerfassung sieht die Volkswahl vor und damit die stundgebung des Volkswillens jenseits der Parteimeinungen. Ls ist höchste Zeit und Aufgabe aller, die Volk und Vaterland lieben, zur lat zu schreiten.
Das bayerische Volk hat 1925 die Wahl des Feldmarschalls entscheidend mitbeeinfluht. wir halten uns daher befugt, den ersten Schritt zu tun. Wir rufen auf. zur Wiederwahl des Mannes, der. wie kein zweiter, Deutschland verkörpert. wir wollen den Herrn Reichspräsidenten bitten, sich zur Wahl erneut zur Verfügung zu stellen.
Unser Ruf ergeht an alle ohne Unterschied des Alters, des Standes, des Geschlechtes, des Bekenntnisses und der Partei.
München, den 27. Ianuar 1932.
gej. Iahn , Präsident des Reichsfinanzhoses L R.
Ls folgen eine Reihe weiterer Unterschriften, unter ihnen:
Grafv. Bothmer, Generaloberst a. D-, Frei- Herr v. Lrarner-stlett. Gutsbesitzer, Dr. h. Dorn, Präsident des Reichsfinanzhofes, Dr. Fehr (weihenftephan), Minister a. D., Dr. Lscherich, Forstrat, Lajetau Freund, Schristleiter, Fürst Fugger-Glött, h. Freiherr o. Gebsat- t e I (Bamberg), General a. D., Dr. st. Göbel. Präsident der Akademie der Wissenschaften, Dr. Max halbe, Schriftsteller, Dr. Georg heim, Regensburg, hipp, Regensburg. Oberbürgermeister, v. Seiher. Oberst a. D., Dr. st. Scharnagl. Oberbürgermeister, Dr. R. w illstaetter, Üni- versitätsprofessor.
Wie sich aus den Mnterichriften des Aufrufs ergibt, handelt es sich um eine von nicht Partei mäßig eingestellten Persönlichkeiten eingeleitete Aktion. Man kann feftstellen, daß sich hier ein Gremium zusammengefunden hat, dem die Sorge um Deutschlands Schicksal über Parteiintern essen geht. Demerkenstoert ist, daß sich unter den Mnterzeichnern auch Persönlichkeiten befinden, die zur heutigen Reichsregierung in Opposition stehen, so die führenden Mitglieder der Deutschen Volkspartei in Bayern, Geheimrat Dr. Dietrich und die Landtagsabgeordnete der gleichen Partei, Frau Gertrud Wolf, sowie, wenn wir recht unter»
Einigkeit in der Behandlung nicht zu erzielen ist. Jede Partei strebt dem Ziel auf eigenem, nicht immer ganz geradem Weg zu. Es ist nur zu hoffen, daß wenigstens die letzten Tage vor der Konferenz noch von allen genutzt werden, um das eine zu erreichen: Deutschlands Dele - gation auf der Abrüstungskonferenz durch einmütige Forderungen des Heimatlandes dem Ausland gegenüber zu stärken und zu stützen, die Forderung: »Die einseitige Abrüstung Deutschlands" aufzugeben, und die Abrüstung der anderen durchzusetzen. Ihre Berechtigung ist allgemein anerkannt, ihre Richterfüllung müßte zu einer Aenderung jetzt bestehenderDer- pflichtungen fuhren Keinesfalls darf eine erneute Bestätigung ehemaliger entwürdigender Bedingungen erfolgen. Darum muß im ganzen deutschen Doll die Mebcrjeugung geweckt werden, daß der vorliegende Konventions- Entwurf keine Basis für die Abrüstungskonferenz sein kann Wesentliche Aenderungen müssen erreicht werden. Hierfür werden unsere Mnterbänblcr sich Bundesgenossen in den anderen Delegationen gewinnen müssen: denn es handelt sich nicht um Abmachungen allein zwisch<m Frankreich und Deutschland, sondern um feierliche Versprechen, durch Mnter- schriften verantwortlicher Staatsmänner von mehr als 20 Staaten besiegelt, die nicht mir von
richtet sind auch Persönlichkeiten au» dem bah» rischen Stahlhelm. Von namba'tcn Organisa- tionen und Verbänden finden sich durch die Ramen ihrer Führer oder maßgebender Persönlichkeiten vertreten. der Bayrische Christliche Bauernverein mit Geheimrat Dr. Heim, der Bayrische Heimatschuh durch Ober, sorstrat Dr. Lscherich, der Bayrische Be. amtenbunb durch Regierung»Ltircflor Ey - mann und die deutsch » österreichische ArbeitSgemeinschast durch Dr. Frei- Herrn v. Dranca. Mit Dr. R i 11 e r v. H a l t und dem Senatspräsidenten i. R. Dr Müller- Meiningen stehen die Ramen zweier prominenter Führer bayrischer Sport- und Turnerverbände auf der ersten Liste der Mnterzeichner. Qicbcn der christlichen Arbeiter, schäft haben Kreise von Industrie. Handel und Handwerk, weiteste Schichten der Landwirtschaft, der Jtün,‘,Ärf(h'',t der Presse und deS Schrifttums, der Geistlichkeit un) der Wissenschaft, Justiz und Äommuiiaitoirifaju, t ihre klangvollsten Ramen gegeben
Auch Sahm bereitet einen Aufruf vor.
Lin überparteilicher Ausschuß in Bildung begriffen.
Berlin, 27. Ian. (IDIB.) Der Oberbürgermeister der Reichs Hauptstadt Dr. Sahm ist feil mehreren Tagen um die Bildung eines überparteilichen Ausschusses führender Persönlichkeiten aus allen Kreisen des deutschen Volkes bemüht, der die Wiederwahl des gegcnroätllgen Reichspräsidenten v. Hindenburg In die Wege leiten soll. Ls ist dabei an Männer und Frauen gedacht, die in maßgebender Stellung mit großen Bevölkerungsschichten in enger Fühlung stehen. Dr.
Sahm wird die Einladungen an die In Aussicht genommenen Persönlichkeiten In kürzester Frist hinausgehen lasten, so daß der „Hindenburg Ausschuß" schon Anfang nächster Woche mit einem Ausruf an die Oessentlichkeit treten dürste.
Zur Bildung eines Hindendurg-Aueschusses unter Oberbürgermeister Dr. Sahm und zu dem Ausruf prominenter Bayern nehmen ooriäusig nur wenige Berliner Blätter Stellung. Die „DAZ." begrüßt es, daß die Rrichsprästden lens rage hiermit nun endgültig in Fluß gekommen sei. Die „Do,fliehe Zeitung" nennt von Persönlichkeiten, die dem Hindenburg-Ausschuß angehören werden, Dr. Eckener, Dr. Goerdeler und Prasestor Kahl, vom „Lokalanzeiger" werden außerdem noch Oberbürgermeister Bracht und Dr. Krupp von Bohlen und Halbach genannt.
Reichskanzler Jllarr zur politischen Lage.
Halberstadt, 27. Ian. (WTB.) In einer Versammlung der Zentrumspartei behandelte der frühere Reichskanzler Dr. Marr die gegenwärtige politische Lage. In der Frage der Reichspräsidentenwahl vertrat Marr die Ansicht, daß Reichspräsident v. Hindenburg der einzige in Frage kommende Kandidat für die Reuwahlen sei. Die Stunden mit Hindenburg seien ihm die schönsten Erinnerungen au» der Zeit feiner Kanzlerschaft. — Ein Zusammengehen mit der RSDAP. sei für da» Zentrum so lange unmöglich, als die Rationalsozialisten ihre Grundsätze nicht revidierten. Der Redner beHagtc, daß man dem Gedanken der Demokratie in Deutschland häufig eine falsche Auslegung geoe, er bedauerte auch den ewigen Zwist, insbesondere den konfessionellen Hader. Wahre nationale Gesinnung bestehe in Mitarbeit und Verantwortung.
Begierungskn'sis in Oesterreich.
Bundeskanzler Burefch erneut mit der Kabinettsbildung betraut. Schober wird als Außenminister ausgeschifft.
Wien, 27. Ian. (WTB. Amtlich.) Der Ministerrat beschloß heute nach einem Bericht des Bundeskanzlers die Gesamtdemission der Bundesregierung, die von dem Bundeskanzler Dr. Burefch sogleich dem Bundespräsidenten unterbreitet wurde. Der Bundes- Präsident nahm die Demission der Gcsamtregie- rung an. In Berücksichtigung der innen- und außenpolitischen Lage Oesterreichs, die zwischen dem Bundespräsidenten und dem Bundeskanzler eingehend erörtert wurde, hat sodann der Bundespräsident Dr. Burefch ersucht, die Wic - berbetrauung mit dem Amte des Bundeskanzlers zu übernehmen und ihm sobald wie möglich seine Vorschläge über die Bildung der neuen Regierung zu übermitteln. Bundeskanzler Dr. Buresch hat sich bereit erklärt, diese Ausgabe zu übernehmen.
Heber die Gründe deS Rücktritt» Du» reschs verlautet in parlamentarischen Kreisen, er habe gefühlt, daß er unter den gegenwärtigen Verhältnissen, besonders angesichts der Haltung der Ehristlich-Sozialcn in Tirol und Kärnten, bei seiner Partei nicht mehr die notwendige Unterstützung finden würde. Ferner soll ein gewisses Mißverhältnis zwischen den Deriretem der Großdeutschen (national. Wirtschaftsblock) in der Regierung und der Haltung ihrer FraktionSgenofsen im Rationalrat mitgesprochen haben.
Bei der Reubildung des Kabinetts gehe nun sa» Bestreben dahin, durch Austausch Persön- 4feiten an ministerielle Stellen zu sehen, die in ihren Parteien wirklich verankert sind und dort einen Rückhalt haben. Zur
außenpolitischen Richtung deS in Aussicht stehenden zweiten Kabinetts Buresch erklärte Dr. Burefch: Wir haben den Völkerbund um ein größeres Maß wirtschaftlicher Bewegungsfreiheit gebeten, damit wir m i t allenRachbarstaaten ohne AuSr a, m: und ohne dabei an irgendeine politische Bindung zu denken, Abkommen für die Förderung der österreichischen Wirtschaft treten können. Wir werden dabei nie auS dem Auge verlieren, daß Oesterreich ein deutscher Staat ist und daß b i e beu tsche Linie eingehalten wirb.
Absage des nationalen Wirtschastsbtocks.
Befolg- is nm den ausenpo it fchen Kurs.
Wien, 27. Jan. (WTB.) Bundeskanzler Burefch verhandelte wegen der fKcgierungsbilbung mit den Christlich. Sozialen, die ihm ihr Vertrauen aussprachen und dem Landbund, der sich seine Entscheidung für morgen vorbehalten haben soll. Dr. Buresch richtete an den nationalen W irisch a f t s b l o ck das eindringliche Ersuchen, in die neue Regierung einzutreten Der SUuboorftanb erklärte hierauf, daß er nicht in der Lage sei, dieser Einladuna zu folgen. Mit Rücksicht auf den geplanten Wechsel im Außenministerium sei für den nationalen Wirtschaftsblock keine GJe- wöhr mehr gegeben, daß der bisherige außen- politische Kurs auch weiterhin eingehalten werde. In parlamentarischen Kreisen spricht man von der Möglichkeit einer Minderheitsregierung Ehristlich-Soziale-Landbund.
Deutschland und seinen Verbündeten gehalten werden müssen, sondern gerade von denen, die damit der Welt »den Frieden bringen wollten". Der Frieden, den die ganze Welt braucht, kann 'ich nur begründen auf »Recht und Gerechtigkeit", 'arnadj strebt Deutschland, es ist an den anderen, sie zu geben unb zu bringen.
Die Preiesenkungsaktion.
Der Reichskommissar verlangt erneut Preisschilder.
Berlin, 27. Ian. (ERB.) Amtlich. Der Reichskommistar für Preisüberwachung hat an die 2anbe6bcauffragten für Presiüberwachung und an die Gemeinden ein Rundschreiben gesandt, in dem er sich mit einer Reihe von Schwierigkeiten beschäftigt, die bei der Durchführung der Preissenkungsaktion entstanden sind. Der ReichSkommissar teilt in diesem Schreiben mit, bah in einer Reihe von Fällen bie Preisverzeichnisbestimmungen nur unvollkommen befolgt werben. Er empfiehlt, bie- jenigen Geschäfte, bie bie Bestimmungen nicht befolgen, zu verwarnen unb von ihnen mit einer 24ftünbigen Frist bie Aushängung der Preisverzeichnisse zu verlangen. CKeiter wendet sich ber PreiSkommtssar gegen in« Unfitte, beim Ver
kauf kleinerer Mengen eine unzulässige Aufrundung des Preises vorzunehmen, wie eS inebefonbere im Fleischer- gewerbe beobachtet worben ist. Der PrciSkom- miflar bezeichnet eS als völlig unzulässig, Bruchteile von Pfennigen auf 5 ober 10 Pfennig auszurunden: sie dürfen nur auf ganze Pfennige ausgerundet werden. Außerdem beschäftigt sich das Rundschreiben mit einer Reihe von Beschwerden, insbesondere aus westlichen Bezirken, die sich gegen eine Erhöhung der Preise an Lohntagen wenden. Dr. Goerdeler ersucht, gegen diejenigen Geschäfte. bie auf diese Weise die Preissenkungsaktion durchkreuzen, gegebenenfalls m i t b er Androhung ber Geschäftsschliehung vvrzugehen.
*
Die Verhanblungen mit bem Braue- te igewerbe haben zu einer Senkung ber gebunbenen Bierpreise um 2 Mark je Hektoliter Vollbier ab 1. Februar 1932 geführt. Die volle Senkung beS biersteuerfreien Telles bes Erzeugerteiles um 10 v. H laut Rotvervrd- nung ist bamit nicht erreicht, wäre aber auch nur bei einer bamit verbundenen Steigerung be- Konsums vertretbar, bie gegenwärtig nicht zu erwarten sei. Eine etwaige Herabsetzung der Biersteuer wird «cht nui


