Ausgabe 
27.10.1932 Frühausgabe
 
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im deutschen Vaterland.

Puck.

Jubiläum und Ausstellung des Geflügel und Vogelznchlvereins Gießen.

der Hypnotiseur suggeriert.

Unterirdisches Verkehrsnetz für London

London, das von allen europäischen Gross­städten wohl am meisten unter Verkehrsstockun­gen zu leiden hat, soll ein neues, unterirdisches Verkehrssystcm erhalten, das alle Schwierigkeiten des Verkehrs aus einen Schlag beheben und gleichzeitig sehr beachtliche Ersparnisse ermög­lichen dürfte. Man plant eine unterirdische Güter­strahe", die eine neue älntergrundbahn für den Güterverkehr werden und eine Gesamtlänge von 180 Kilometer erhalten soll. Die Güterstraße wird sechzig wichtige -Zentren des Güterverkehrs miteinander verbinden. Darunter sind 15 ver­schiedene Hafenbezirke, 19 Güterbahnhofc, 6 Markthallen, 10 Warenhäuser usw. mit ein» und ausgehenden Waren zu versorgen, so datz der größte Teil des Güterverkehrs von den Londoner Straßen verschwinden wird. Diese blei­ben dann dem Personenverkehr reserviert. Die Verkehrsstockungen auf den Straßen verursachen dem Geschäftsleben ungeheure Schäden. Man glaubt, daß durch die Ausschaltung dieser Schä­den und durch di« Verbilligung des Transportes jährlich rund eine Milliarde Mark erspart wer­den können. Dabei so-ll der Gesamtbau der Güter- strahc nur 800 Millionen Mark kosten, die bei einer fast sechsjährigen Bauzeit in verhältnis­mäßig kleinen Raten aufzubringen wären. Bei dem Bau würden 190 000 Menschen Beschäftigung finden- die fertige Güterstraße gibt 40000 Men­schen ständige Arbeit.

Sitzung des Provinzialausschus­ses. Am nächsten Samstag. 29. Oktober, 8.30 älhr find-t im Sitzungssaal des Regierungsgebaudes ?u Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3. eine öffent­liche Sitzung des Prvvinzialausschusses der Pro­vinz Ob?rhessen statt mit folgender Lagesord­nung: Einspruch der Firma Photo-Winterhosf, Inh. Otto Winterhoff, in Gießen, gegen den Ein- trag in die Handwerksrolle: hier: Klage der Hess. Handelskammer gegen die Entscheidung des Kreis- amts Gießen vom 31. August. Klage der Eli-

Schutt (Dorheim), hessische Kröpfer: K. Weiß (Watzenborn-Steinberg), altdeutsche Krkpfer: I. Kappes (Büdesheim), sächsische Weißfa/wänze; Th. Schwieder tGießen), Pfautauben. Sgl er­hielten: 2. Kolter (Bao-Rauheirn), franz. Dag- Letten: L. Ohkemotz (Kesselbach), Hess. Kröpfer, blau: K. Hintrrlang (Klein-Linoen), Hess- Kröp­fer, Tiger: PH. Ostheim (Echzell), altd. Kröpfer: I. Kappes (Büdesheim), sächs. Weißschwärz?: A. Seibert (Wieseck), Thüringer Flügeltauben: K. Geilfuß (Gießen), Psautauben: R. Rosenbaum (Gießen), Storchtauben, rot.

Ziergeflügel: Ch.enpreis und sg. erhielt: K. Ceilsuß (Gießen), Goldfasanen. Sgl erhielten: H. Felck (Wieseck), Fasan, silber: H. Helmold (Gießen), Drautenten: A. Sänger (Gießen), Wel­lensittiche, blau.

Wassergeflügel Wenzeln). Ehrenpreis und sehr aut ekelten: C. Rübsamen, Gießen, ältere Pekingenten: H- Pfaff. Launsbach Cayuga- enten. Sehr gut erhielten: K- Rebe, Henrietten- hof älter« Emdener: C. Rübsamen, Gießen, Pe- tingenten; O- Heß, Lang-Göns, Cahugaenten: O. Södler, Rieder-Gemünden, Pommerenten.

Hühner (einzeln). Ehrenpreis und sehr gut 1 erhielten: H- Reinhard, Schlitz, Orpmgton: W- Frey, Lang-Göns, Italiener rebhuhnfarbig: L Heß Watzenborn-Steinberg. Italiener gestreift: W. Schmidt. Wieseck. Rheinländer: H. Pfeiffer. Grohen-Buseck. Plymouth-Rocks: W. Hofmann- Lollar Rhodeländer (BE-): W- Hofmann. Lollar Rhodeländer: A- Gutmann. Vilbel, Wyandottes schwarz: O. May, Lang-Göns Sussex bunt; K Weber Krofdorf, Sussex hell: L- Pommer. Gießen, russische Orloffs: R. Rosenbaum, Gießen, Hamburger schwarz: W Romer Lollar Sllber- möven. Sehr gut 1 erhielten: H- Reinhard. Schlch. Wncton g&; o. M°y. Sang.®ön8 OTinotta schwarz- Ä Seibert, Wieseck. Minorka rosen- kämmig: K- Geilfuß. Gießen, indische Kampfer: n? Aadehky. Lich, Italiener schwarz: G- Ra­detzky Lich. Italiener silberfarbig: H- ^feijfer, Großen-Duseck, Plymouth--Rocks: W. Melwr, Großen-Buseck. Rhodeländer; L. Lotz. Rieder- Gemünden. Wyandottes; A. .Guttnarm, Vilbel, Wvandottes schwarz; W. Schmidt, Gießen, Wyan- oold K. Wittich. Rieder-Gemunden, Wvandottes gestreift; L. Emri ch, Röthges, Reichs- SrSÄ Lollar. Suite, bunt; Ä. Sinter-

Klein-Linden, Wel umer. L. Sommer, ®te- ^'rus i che Orlof s; H- Müller, Gießen, Brakel Sit M»" Srofborf. Dralel golb. ®. Vosenbaum. Gießen, Hamburger schwarz: F. Mol- ler Gießen, ostfriesische Silbermoven; K. Rebe, Henriettenhof, Alt-Steyrer.

Berghühner: (einzeln): Ehrenpreis und i d H Ruhl (Garbenteich , Brahma hell,

tz- S Älein-einiw). S&obdänb«; » «raft (Wallenrod), birkenfarbige Kampfer (BE); H.

neue Bestätigung und Deutung gefunden. Die ver­schiedene Einstellung der beiden Geschlechter zu der Liebe reicht in ihren Wurzeln bis in die Urtage zurück. Während heute die meisten Mädchen in der Lage sind, sich allein und unabhängig durchs Leben zu schlagen, war dies in vorgeschichtlichen Tagen durchaus nicht der Fall. In der Zeit der Höhlen­bewohner wäre eine allein hausende Frau unfehl­bar ein Opfer der wilden Tiere und anderer ihr drohender Gefahren geworden. Darum war es für sie Lebensnotwendigkeit, die Liebe eines Mannes und damit seinen Schutz zu gewinnen. Der Mann jener Tage dagegen war viel weniger abhängig vom Weibe, weniger wohl als die Männer von heute. So wurde in dem Denken und Fühlen der Frau in jenen Urzeiten die Liebe zu einem wesensbestim­menden Faktor und lebt als solcher auch unter den durchaus veränderten Daseinsbedingungen unserer Tage in ihr fort. In wie hohem Grade das der Fall ist, haben psychologische Versuche erwie­sen, die besonders von Dr. Lewis Term an von der amerikanischen Stanford-Ülniversität vor­genommen wurden. An Gruppen weiblicher und männlicher Studierender wurden gesondert A.w- ziations-Prüfungen vorgenommen, bei denen em jeder unverzüglich aus ein ihm genanntes Wort mit einem andern antworten mußte, dessen Vor­stellung in ihm erweckt wurde. Dabei zeigte «ich. daß die Mädchen auf das Wort -Gesell­schaft" meist mitjunger Mann" oderKleid reagierten, während bei den männlichen stu­dierenden viel häufiger di« Vorstellung -Glien mitGesellschaft" verbunden war. Ebenso bezeich-

I nend waren di« verschiedenen Antworten, di« bei Zuruf des Wortessqueeze, d. h. sowohl Druck im allgemeinen, wie Umarmung im beson­deren erfolgten. Di« M«hrzahl der Studenten hielt sich an die erstere Bedeutung und erwiderte mitZitrone", während di« Studentinnen am häufigsten mitLiebe" antworteten. Zu ganz I ähnlichen Ergebnissen führten die Prüfungen von

Do X in Mannheim

WSN. Mannheim, 26. Okt. Von Mainz kommend ist das Flugzeug Do X heute kurz nach 16 Uhr zur letzten Etappe seines Rundflugs durch Deutschland bei Mannheim auf dem Rhein ge­landet. Namens der Stadt begrüßte Oberburger- meiner Dr. Heimerich den Stommanbanten Ka­pitän Christiansen. Etwa 50 Fahrgaste hatten die Fahrt mitgemacht und wurden hier ausgebootet. Die Rheinufer waren auf der Mannheimer und Ludwigshafener Seite von schätzungsweise 100 000 Schaulustigen umsäumt, die bei der Landung des Riesenflugzeugs in begeisterte Kundgebungen aus­brachen.

Erster Erfolg erster Mißerfolg.

Der Dichter Wilh. o. S ch o l z erzählt in einer Um­frage über den ersten Erfolg und ersten Mißerfolg in derLiterarischen Welt" die schöne Geschichte vonDressel und Kempinski". Ein später sehr er- folgreicher Bühnenschriftsteller hatte sich bei seiner ersten Ausführung in Berlin mit einem guten Freund verabredet:Hat das Stück Erfolg, tref­fen wir uns nachher bei Dressel fällt es durch, I bei Kempinski." (Dressel ist ein vornehmes Re­staurant, Kempinski ein mehr bürgerliches Lokal.) Die Kosten bei Kempinski erschienen ihm auch bei einem Durchfall noch tragbar. Traurig ging der Freund nach dem Fallen des Vorhangs zu Kem­pinski und sann darüber nach, wie er dem Dichter tröstende Worte sagen könne. Lange Zeit wartete er dort, aber der Freund erschien nicht. Als der andere fürchtete, der Dichter habe sich den Miß­erfolg so zu Herren genommen, daß er nach Hause gegangen sei und bei dem Freunde anrief, erhielt er keine Antwort: Der Dichter sah bei Dressel! Scholz findet, daß er Recht hatte, denn nur Selbst- | vertrauen kann den schöpferischen Menschen auf­recht erhalten.Rur daraufhin", so meint er,be­achte der Dichter den Erfolg: wie er sich als Schaffender nicht bei einer erprobten Werkart fest­halten lasse: den Mißerfolg: daß ihn di« IXngunft des Publikums keinesfalls von seinen eigenen, ihm gemäßen Wege, von seinem Anschauen der Dinge abdränge!" .

Walter v.Molo berichtet von der Auffüh­rung seines ersten DramasDi« Mutter" am Gra­zer Stadt-Theater. Zur ersten Vorstellung wagte er sich nicht hin. Als er erfuhr, daß alles ganz gut abgelaufen war, erschien er bei der zweiten und erlebte Entsetzliches. Der Beifall nach dem ersten Akt war dünn und der nach dem zweiten, vor der großen Pause, trat überhaupt nicht ein. Da erstand ihm aber ein Retter:In der Loge stand wütend einer aus, als ob er im Theater zu Hause wäre und viel zu sagen hätte, und applaudierte wie wild und schrie:Bravo, bravo dem Dichter!!!" und das ganze Theater wurde wieder voll von zurückströmenden Menschen, die sich schon nach den Schinken-Brötchen gehehnt hat­ten und nun alle zu schreien begannen, und es wurde ein Applaus: na, ich kam auf die Buhne! Und da erfuhr ich, wer der Abgesandt« Gottes war: Girardi! (Der 1918 in Wien verstorbene populäre Schauspieler Alexander Girardi.) Als ich ihm tiefgerührt dankte, sagte er:3a, ich kenn' mich aus, so muß man 8 bei die Grazer machen! Und anderswo aa!"

Waldemar Bonsels will nicht von der Diene Maja" sprechen, das verbiete ihmdie Misere seiner Popularität"; aber dies Buch war keineswegs sein erster Erfolg:Das war eine kleine Geschichte, di« ich mit 16 Jahren für Öen Weihnachtsanzeiger in Bielefeld schab' Man sollte alle Firmen der Stadt berücksichtigen und den Leser zum Ankauf möglichst vieler Maren be­wegen, das Ganze im Rahmen einer Liebesge- schichte. Aus Rücksicht gegen meine Eltern wählte lch ein Pseudonym. Mein merkantil-appollinisches

Der Geflügel- und D o g el z u ch t v e r e i n Gießen und Umgebung konnte die,er Tage auf sein 35jähriges Bestehen zuruckolicken. Aus die­sem Anlaß veranstaltete der Verein eine Aus­stellung, die im Saale der Liebigshohe, auf- gebaut wurde und trotz der schwierigen Wirbichasts- ; läge insgesamt etwa 360 Nummern..aufwies Er­freulich war es, daß sich viele auswärtige Zuchter an der Ausstellung beteiligten u-^ bches Material | schickten. Man sah die verschiedenartigsten Tiere uno konnte dabei feststellen, daß

die oberhessische Geslügelzucht nicht nur fetjr vielseitig, sondern auch sehr sorgfältig arbeitet.

Die Ausstellungsleitung hatte die Schau oorbildlich organisiert. Als Preisrichter waren die Herren Hem rich Jäger (Oberhövgern), Fritz F r i ck CBißbnd?) uiib Otto Södler (Nieder-Gemunden) tätig. S e hatten kein leichtes Amt Zahlreiche ^renpreil waren gestiftet worden, darunter auch vom Buno

Mi^der^ GestÄ?usstellung war auch 'diesmal wieder eine Ausstellung non »nLustriel len Erzeugnissen verbunden, soweit sie für den Geflügelzüchter von Bedeutung sind.

Die Schau gestaltet sich für Jen Verein 3u einem großen Erfolg, denn etwa 1000 Personen' fon*e" bd) ein, um sich über den gegenwärtigen Stand der Geflügelzucht zu informieren. Die ländliche Bevölke­rung der näheren und weiteren Umgebung war bQSerlt@reflügebClunt> B°üelzucht»«-in n-hmG-> leaeXit am Sonr agDormitlag (mir bereuten bSs darüber, eine Anzahl nerOtenler Mitglieder auszuzeichnen.

Oie Ergebnisse der pränmerung: (Auszugsweise.)

Q A t ft ä m m e. Ehrenpreis und sehr gut. SS Pfeiffer Gießen-Großen-Buseck, Plymouth, ^phr nut erhielten: W- Römer, Lollar, Ostfrie- Mchl litoetmöoen; A Selling. Sieben. 'Bantam schwarz; E- Rübsamen, Gießen, Pekingenten.

sabek^ Mortaigne, geb. Heiner, in Gießen, gegen Bürgermeisterei Gießen vom H-Rtai 1932 wegen Versagung der Erlaubnis zum Betrieb« eines älnternehmens zur Abgabe von Milch. Klage des Bezirksfürsorgeverban- des der Stadt Frankfurt a. M. gegen den Be- zirkssürsorgeverband des Kreises Friedberg auf Erstattung von Fürsorge kosten für Hans Ro- üwtny aus Potsdam. Klage des Bezirks für- sorgeverbandes der Stadt Hannover gegen den Dezirkssürsorgeverband der Stadt Gießen wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Pritz Plönigs aus Klötze. Klage des Dezirksfürsorgever- bandes Oberlahn in Weilburg gegen den Landes­fürsorgeverband des Volksstaates Hessen, ver­treten durch den Bezirksfürforgeverband des Krei- fes Friedberg, auf Erstattung von Fürsorgekosten für Josef Weber aus Landau.

** Erinnerungsfeier an den Tod Gustav Adolfs. Das Hessische Ministerium für Kultus- und Bildungswesen hat in einem Ausschreiben an die Tirek'ionen der höheren Lehr­anstalten folgendes aus ährt:Am Sonntag, den 6. Rovember, se ert di: evangelische Christen­heit Deutschlands und Schwedens das 3 0jährige Gedächtnis des Heldentodes Gustav Adolfs in der Schlacht bei Lützen. Auch in den Hess, höheren Schulen soll vor den evangelischen Schülern die­ses Tages gedacht werden. In den Anstalten mit übe.wiegeno evange.if^en Schülern ist am Sams­tag, 5. Rovember, in der letzten Stunde eine schlichte Gedächtnisseier für die evangelischen Schüler zu veranstalten; in den übrigen Schulen sind die Schüler in der letzten evangelistlxn Re­ligionsstunde vor dem 6. Rovember auf die Be­deutung des Tages hinzuweisen.

** Die Do lkshoch schule Gießen er­öffnet das Wintersemester. Die Gieße­ner Volkshochschule hat nunmehr den Arbeits­plan für das Wintersemester 1932/33 herausge­bracht. Am kommenden Samstag findet die Er­öffnungsfeier statt. Cs gelangen Dichtungen von Paula Messer-Platz t (vorgetragen von Prof. Messer), sowie einige musikalische Dar­bietungen des Kammerorchesters der Volkshoch­schule unter der Leitung von Musiklehrer Franz Bauer zum Vortrag.

** Eine Achtzigjährige. Frau Sophie Kaiser Wwe., wohnhaft Bleichstraße 42, kann am heutigen Donnerstag in großer geistiger Frische ihren 80. Geburtstag feiern.

Vornotizen.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, als vierte Vor­stellung im Freitagabonnemenlt, 20 Uhr, Wieder­ho iung des LustspielesRoulette" von Ladislaus Fodor in der deutschen Bearbeitung oon Sicgfrieö Geyer, Spielleitung Karl ch e y s e r. Anläßlich der Tagung der Genossenschaft Deutscher Bühnenange- häriger findet am Samstag, den 29. Oktober 4932 eine Wiederholung des ZeitstückesDer 18. Oktober" von Walter Erich Schäfer statt unter der Spiel­leitung von Peter Fas sott und in der Besetzung der Erstaufführung. Es sind noch für alle Platz­gattungen Karten erhältlich. Als Fremdenvorstellung, außer Abonnement, findet am Sonntag, 30. Oktober 1932, 18.30 Uhr, die erst« Wiederholung der mit großem Beifall ausgenommenen OperetteDie Toni aus Wien" statt. Die Erstaufführung dieser Ope­rette war ein großer und nachhaltiger Erfolg. Spiel­leitung des an szenischen Einfällen reichen Werkes hat der Intendant. Den Orchesterpart der eleganten und farbigen Instrumentation führt Kapellmeister Möhl. Für die Tänze zeichnet Ballettmeister Ewald B ä u l k e verantwortlich. Ende 21 Uhr.

Pfeiffer (Steinberg), englisch« Kampfer. Sgl er­hielten: H. Ruhl (Garbenteich), Brahma hell; K. Habicht (Homberg), Langshan schwarz; A. Lenz (Klein-Linden), Rhodeländer: W. Brauer (Gie­ßen), Wyandottes rebhuhnfarbig; L. Kreiling (Gießen), Wyandottes gestreift; H. Kirbach (Hom­berg). Holländer; W. Bender (Launsbach), deutsche Zwerge, goldhalsig: W. Schmidt (Wie- seck), deutsche Zwerge, silberfarbig; Philipp IV. (Steinberg), engl. Kämpfer; H. Pfeiffer (Stein­berg), englische Kämpfer; W. Schmidt (Gießen), Bantam schwarz; W. Frey (Lang-Göns), Ban­tam Goldsebright; H. Pfaff (Launsbach), Ant­werpener Barlzwerge; W. Wagner (Launsbach), Paduaner Chamois.

Tauben: Ehrenpreis und sg. erhielten: I. Kolter (Bad-Rauheim), französ. Bagdetten; W.

Aus der proviuzialhauptstadk.

Gießen, den 27. Oktober 1932.

Oie Winterhilssmaßnahmen der Gemeinden.

Die Frage der Winterhilfsmaßnahmen der Ge- meinden wird demnächst wieder akut werden, da damit zu rechnen ist, daß man an die Gemeindever- rretungen mit Anträgen aus Bewilligung von Win­terbeihilfen für die bedürftige Bevölkerung heran- treten wird. Nach dem Ergebnis der letzten Ver­handlungen im Hessischen Landtag ist nicht damit zu rechnen, daß der hessische Staat Mittel für solche Maßnahmen zur Versuaung stellen wird, vielmehr wird er lediglich der Zentrale der freien Wohl­fahrtspflege in Hessen einen gewissen Beitrag über- weisen.

Der Vorstand des Provinzialoerbandes Oberhessen des Hessischen Landgemeindetages unter dem Vor- sitz von Bürgermeister Dr. D ö l s i n g (Alsfeld) be­schäftigte sich in seiner in Schlitz abgehaltenen Sit­zung ebenfalls mit dieser Frage. Er faßte dazu einen beachtenswerten Beschluß. Er empfiehlt seinen Mitgliedsgemeinden, etwa eingehenden An­trägen auf Gewährung von Winterbeihilfen an Unterstützunasempsänger erst dann näherzutreten, wenn die Antragsteller zugleich auch brauchbare Vorschläge machen, in welcher Weise die Deckung der bei der Durchführung der Anträge den Ge­meinden entstehenden Kosten erfolgen soll. Im übri­gen wird die Regelung individueller Winterhilfs­maßnahmen jeder einzelnen Gemeinde unter Be­rücksichtigung ihrer besonderen Verhältnisse über­laden.

Io-Io.

Weil Deutschland keine Sorgen hat, spielt alles jetzt Jo-Jo.

In Wald und Feld, in Dorf und Stadt spielt man es forsch und froh.

Das Auf und Ab des Lebens zeigt die Spule an der Schnur;

und wie sie fällt und wieder steigt, ist tiefres Sinnbild nur.

Iojodelnd steht der Bayer da im weißen Firnenfchnee. Der Preuße trudelt mit Hurra die Spule in die Höh'.

Und von der Etsch bis an den Belt vergißt man im Jo-Jo die Röte und das Leid der Welt und wird jetzt spielend froh.

Urahne, Großmama und Kind verjodeln ihre Zeit.

Die Sorgen schlägt man in den Wind mit dieser Richtigkeit.

Wenn der Kommerzienrat erschreckt, die Kurse fallen sieht, » erfrisch er, heimlich und versteckt, jojodelnd sein Gemüt.

Bald gibt es Klubs und Meisterschaft der Deutschen im Jo-Jo, und Dauerspieler voller Kraft die spielen irgendwo.

Die Polen lachen voller List, wenn man die Spule schwingt, weil die Erfindung polnisch ist und Nutzungsgelder bringt.

Der einst geleuchtet und geblitzt, der deutsche Geist, entfloh.

In spielerischer Dummheit schwitz! b'-r Deutsch'? im Jo-Jo.

Vielleicht auch zeigt im Augenblick dies Spiel am Gängelband das Auf und Ab der Bolitik

Geschichlcn vom Grafen im Bari". , XÄ

Mit dem Grafen Pofadowfkh ist ein« Zierde Kieler Sprotten entnahm. Ich taumelte und er­de s deutschen Beamtentums dahingefchieden, eine blaßte tief, meine Mutter hat mir Zeit ihres Le- bedeutende Persönlichkeit, die in allen Kreisen bens nie wieder Sprotten vorgesetzt...

die höchste Achtung genoß. Aus naher Bekannt- c-

schäft heraus hat Marie von Bunsen in ihrem 5)101111/ <yFOU/ Utlv -öfyptlOf*-.

BuchZeitgenossen, die ich erlebte", ein Cha- i)5 Mannes Liebe ist losgelöst von seinem L«-

rak ter bild dieses 2Uannes entworfen. Die schil- ten; öe3 $ßejbes Liebe ist fein ganzes Dasein." dert sein Aeußeres, feine gerade steife Haltung, Dieses Wort Lord Byrons, des Vielerfahrenen, seine scharfgeschnittenen Züge, seinen berühmten kQt öurd) bie psychologische Forschung unserer Tage wallenden Bart, der ihm den BeinamenDer _ i... . - . - - -

Graf im Bart" eingetragen hatte.Streng war er gegen andere, aber auch gegen sich selbst. Er arbeitete rastlos und lebte asketisch. Die große Welt kannte «r nur oberflächlich und mochte sie nicht.....Von ihm", so erzählt die Verfasserin

weiter,hörte ich zu allererst lange vor dem Kriege Wort« über die Lenkbarkeit einer republikanischen Staatsverfassung für Deutsch­land. Ich war entsetzt. Er fuhr fort:Aber über­legen Sie es sich doch! Wird Frankreich nicht an­nehmbar regiert, ist es nicht ein mächtiger Staat, könnten wir nicht des öfteren Vaterlandsliebe von den Franzosen lernen? Ich zieh« auf das Ent­schiedenste «ine Monarchie vor unmöglich ist je­doch «ine republikanische Regierungsform keines­wegs." Offen und scharf bemängelte er die Re­gierungsweise des Kaisers. Schonungslos sprach er über Bülow als Staatsmann und als Cha­rakter. Rach! dem Zusammenbruch erging er sich y vor mir in zornigem, leidenschaftlichem, peinlichem , Pessimismus über dieRiedertracht des deutschen s Volkes". Rur eine Schicht lieh er gelten die (einige, di« Beamtenschaft. Immer war er be­strebt, zuzulernen, selbst während der angestreng­testen Berliner Zeit las er langsam, mühsam, aber sorgfältig täglich di:Times". Als er wäh­rend des Krieges als angehender Siebziger das Landratsamt seines Sohnes nahe der polnischen Grenze übernahm, hat er sich das Polnische ge­nügend angeeignet, um jene Presse verfolgen zu können" Am anregendsten wirkte er, wenn er über soziale Fragen sprach, und auf diesem Ge­biet hat er ja sein Bestes geleistet. Wie sehr diese Tätigkeit anerkannt wurde, zeigt eine Geschichte, die Mari« von Dunsen erzählt:In der Rudels­burg stand ich mit ihm vor einer auf gemalt en Landkarte, wir suchten den geeignetsten Rück­weg. Da blieb ein einfach, aber anständig geklei­deter junger Mann stehen, wies auf den ge­gebenen Richtweg und fragte dann:Habe ich ________...

die Ehr« mit ^rrn Grasen P°^dowskyzu I Mliugi^atlo^rsch^ini^ngen bei Angehörigen der iprechen?Iawohl.Dann mochte ich 2hnen Geschlechter. Diese sowohl im Wachzustand

doch sagen, wie genau wir Arbeiter wisien, was im £raum häufig« Erscheinung, di« im we- wir Ihnen schulden. Sie haben viel für und ge- glichen auf der Mißdeutung eines Smnes-

tan, und das werden wir Ihnen niemals bet- ^ini)rudg öur<6 bas Gehirn beruht, z. B. der Er-

gessen." Er grüßt« und ging. _ | Gärung eines sich leise bewegenden Vorhangs

als eines im Zimmer anwesenden Menschen, er­gibt sehr wertvolle Aufschlüsse darüber, was den Sinn eines Menschen am meisten beschäftigt. Dabei zeigt« sich, daß die männlichen Prüflinge an alle möglichen Dinge dachten; die Mädchen da­gegen wurden, sobald die Liebe in ihrem Leben überhaupt eine Rolle spielt«, in ihrem Denken ganz von dem Gegenstand dieser Liebe ausge­füllt. Die zufällig« Berührung des Bettgestells mit der Hand während des Schlafes kann einen Traum auslösen, in dem di« Liebende die Hand des Geliebten in der ihren hält, ebenso wie sie im Wachzustand bisweilen in dem Spiegel nicht das eigene, sondern das Bild des Mannes lieht, der für sie der einzige ist. Auch die allgemein bekannte Tatsache, daß eine Frau im allgemeinen leichter zu hypnotisieren ist, besonders wenn der Hypnotiseur ein Mann oder gar der von ihr geliebte Mann ist, beruht auf ihrer Einstellung zu dem Problem der Liebe. Die Hypnv!e ist ja um so erfolgreicher, je besser «s gelingt, alle Interessen des Mediums in eine einzige Richtung hinzulenken unter Ausschaltung aller anfceni Vor­stellungen. Eine liebende Frau aber ist schon an und für sich halb hypnotisiert. Sie wird alles glauben, was ihr Liebhaber sagt, auch wenn es «ine Lüg« ist. Sie wird ihn zu allen Zeiten und in allen möglichen und unmöglichen Situationen vor ihrem geistigen Auge sehen, genau so wie die wirklich Hypnotisierte alles sieht, was ihr