Ausgabe 
27.10.1932 Frühausgabe
 
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Nr.255 SvKKarrssabL

132. Zahrgang

Donnerstag, 27. Oktober 1952

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MtzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und 'ür den An- zeigenteil i.V.TH.Kümmel sämtlich in Gie zen.

Der Kampf um den neuen Reichstag.

August Wilhelm und Kube im Berliner Sportpalast.

Berlin, 26. Oft. (£11.) Sn einer national­sozialistischen Wahlkundgebung im überfüllten Sportpalast sprachen Prinz August Wilhelm von Preußen und der nationalsozialistische Fraktions- sührer im Preußischen Landtag, Kube. Prinz August Wilhelm bekannte, daß er in der nationalsozialistischen Bewegung die Möglichkeit gefunden habe, viele Fehler von früher und auch sein eigenes Versagen wiedergutzumachen. Um so bedauerlicher sei für ihn die Feststellung daß seine Standesgenossen von ehedem wieder einen Klassenkampf von oben führten. Man sabotiere die im Werden begriffene neue Volksgemein­schaft. Cs sei landesverräterisch, wenn man jetzt aus ein Anwachsen der kommunistischen Stimmen zum Nachteil der Rationalsozialisten rechne. Ge­rade die Besitzenden, die sich jetzt hinter der Papen-Front versteckten, würden die ersten sein, die ihr Hab und Gut bei einem Siege des Bol­schewismus verlören. Die Nationalsozialisten dächten nicht daran, sich mit einer zweitklassigen Volle in Deutschland zu begnügen. Wahre Her­renmenschen ectüchteten nicht in Klubs, sondern in immer neuem täglichen Kampf. Er verbitte es sich, daß man ihm vorschreibe, was er als die Tradition seines Hauses anzusehen habe.

Der Führer der nationalsozialistischen Preußen- fraktion Kube erklärte, für sie habe nicht das Wort des Kammerherrn v. Oldenburg-Sanuschau vox popoli = vox Rindvieh" Geltung, sondern der Sah, daß des Volkes Stimme Gottes Stimme sei. Der Reichskanzler habe sich als Zentrumsabgeordneter bei namentlichen Abstim­mungen im Preußischen Landtag stets an die Seite der Sozialdemokraten gestellt. Mit dem Zentrum hätten die Rationalsozialisten ohne Bin­dung mit dem Zweck verhandelt, das Tarifrecht der Arbeiterschaft zu verteidigen. Kube unter­strich den antisemitischen Charakter der national­sozialistischen Bewegung, bief den Einfluß des Judentums auf allen Gebieten, die irgendwie mit dem Volkstum gusammenhängen, ausschalten wolle. Besonders unerträglich sei die Tleberant- wortung der Sagend an jüdische Erzieher.Drei­mal in der deutschen Geschichte," so schloß Kube, hat die Reaktion eine deutsche Revolution für sich gebrauchen wollen. Aber sie möge sich hüten, denn das Feldgeschrei von heute lautet: Hitler über Deutschland."

Scharfe Gwämng des Stahlhelm gegen denyrinzeuAugustWichelm

Berlin, 26. Ott. (CNB.) Die Reichspressestelle des Stahlhelm Bund der Frontsoldaten, ver­öffentlicht folgende Erklärung:Seine Königliche Hoheit Prinz August Wilhelm von Preu­ßin, der die finanziellen, materiellen und gesell­schaftlichen Vorteile seiner Stellung durchaus in Anspruch nimmt, die er lediglich dem erfolgreichen Kampf nationaler Kräfte gegen die Fürstenenteig- nung zu verdanken hat, hält es für angebracht, in letzter Zeit in öffentlichen Versammlungen, so auch in der gestrigen Versammlung der Nationalsoziali­stischen Arbeiterpartei im Berliner Sportpalast, den Stahlhelm, insbesondere seine, Bundes­führung, auf das schärfste zu kritisieren. Renegateneiser ist bekannt. .

Während des vierjährigen Weltkrieges und in der Nachkriegszeit bis 1927 hat der Prinz e i n e bemerkenswerte Zurückhaltung b e - ob aditct. Deutschland wurde vor dem roten Bol­schewismus in den Jahren 1918 bis 1924 gerettet, wahrlich nicht durch die Nationalsozialisten Im Jahre 1927 kam der Prinz zum Stahlhelm und schwur bei jeder passenden Gelegenheit den Buiidesführern öffentlich die Treue. Er verlieh trotzdem nach etwa drei Jahren die Stahlhelmbewe- gun.q, weil er sich nicht genügend beachtet glaubte, seine Reden und Bilder nicht oft genug in der Stahlhelmpresse gebracht würden. Jetzt wirft per Prinz öffentlich dem Sthlhelm U n m 0 r a 11 = tät vor. Wir empfehlen ihm, sich zunächst mit der Moral in der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei zu beschäftigen, aus der namhafte Mitglieder wegen der unmoralischen Zustände laut öffentlicher Erk runfl ausgetreten sind."

Nr. Brüning in Bamberg

Bamberg, 26. Oft. <E2ID.) Sn einer Rede vor den fränkischen Katholiken in Bainoe^ zeichnete der ehern. Reichskanzler Dr. Brü­ning den Wahlkampf als das denkbar Unge­eignetste zur Wirtschaftsankurl^lung. Di«Der- fassupgsreform sei im gegenwärtigen Zeitpunkt wenig opportun. Wenn man früher nut kwn So­zialdemokraten regiert habe uno m der Zukunft mit den Rationalsozialisten regiert werden solle, könne das keine Programmangleichung dieser bei­den Parteien bedeuten. Dr. Brumng rief Hit­ler zu. Wenn er a ich.jetzt noch nur He Macht für sich allein verlange fo fage er ihm, daß dann andere d i e M a ch t für immer behalten würden und daß er dann gar nichts erreichen werde. Sn der P°^k^ihe cs auch am richtigen Ort bescheiden sein. Die Sta­bilität der deutschen Währung, erklärte Dr. Brü­ning im weiteren Verlauf seiner Äede, fet nur zu erhalten bei einem völligen Etatsausgleich. Der Redner schilderte weiter: die schweren Schä­digungen unserer Exportlndustne durch die Kon-

tingentierangspolitik der Regierung. Die Land­wirtschaft könne nur blühen, wenn die Millio­nen der Arbeitslosen in der Sndustrie wieder in die Kaufkraft des Volkes eingeschaltet würden. Sn der Außenpolitik habe die Regierung Papen überhaupt nichts Reues gebracht, nicht ein­mal in der Rüstungsfrage. Heute dürfe er sagen, daß er auch schon die Frage der Umrüstung im Ausland angebahnt hatte. Es sei wohl mög­lich, schloß der Redner, auch mit dem kommen­den Reichstag, wie er auch ausfallen möge, zu regieren, wenn die Regierung im Auge behalte, daß das Volk auch noch vorhanden sei und in die Regierung eingeschaltet werden müsse.

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Aus Anlaß der Brüning-Versammlung kam es auf den Straßen zu starken Ausschreitungen.

Vor den Sälen sammelten sich große Menschen­mengen, die Brüning mit starken Beschimpfungen empfingen. Nach Beginn der Versammlung begann auf den Straßen ein berartijjer Lärm, daß d i e Polizei d i e Straßen räumen mußte, weil man den Redner im Ißerfamlungsraum überhaupt nicht hören konnte. Landespolizei wurde mit Steinwürfen empfangen. Auf der Fahrt zum Hotel wurde gegen den Kraftwagen, in dem Dr. Brü­ning saß, ein Stein geschleudert, der ein Wagenfenster zertrümmerte. Die Demonstranten waren meist junge Leute verschiedener Parteirich- tungen. Die Demonstration war, wie die Polizei mitteilt, planmäßig organisiert. Die Po­lizei hat drei Verletzte zu beklagen. Der Stadtkom­mandant hat politische Versammlungen in Bamberg bis auf weiteres verboten.

Hugenberg spricht in Kassel

Gchuldenregelung der erste Schritt zur

Kassel, 26. Oft. (TTl.) Sn einer deutsch- nationalen Versammlung in Kassel be­schäftigte sich Dr. Hugenberg im Zusammen­hang mit der Frage des Wiederaufbaues der deutichen Wirtschaft und der Behebung der Ar­beitslosigkeit mit dem Problem der deut­schen Verschuldung. Er führte dabei u. a. aus:Die ungeheure Rot der Arbeitslosigfeit, der die ungeheure Rot der Geldentwertung vor­angegangen war, hat weithin dem deutschen Ar­beiter die Augen darüber geöffnet, daß sein Schicksal noch viel mehr als von den Tarifen von der richtigen Behandlung des Arbeitsmarktes und von einer natio- nalwirtschastlichen S t a a t s f ü h r u ng abhängig ist. Arbeit ist besser als Stempelgeld. Der Störenfried ist in der Tat dasinternatio­nale Kapital". Aber nicht in dem sozialistischen Sinne, wonach jedes Kapital international ist. Sondern in dem Sinne, daß derjenige Teil des Kapitals die Störung verursacht, derinter­national" ist, d. h. zwischen den natio­nalen Staaten vagabundiert. Er ent­zieht sich der Einwirkung einer nationalwirt- sch östlichen Gesetzgebung und Wirtschaftsorgani­sation. Dies internationale Kapital ist der Feind des bodenständigen nationa­len Kapitals.

Wir sind kein Kolonialvolk, dem fremde Geld­geber vorwärts helfen können. Das zwischen den Staaten vagabundierende Kapital ist für die staatlichen Gewalten nicht ohne weiteres faß­bar. Das ist besonders schlimm, wenn die po­litische Macht, die Militärgewalt des einen oder anderen Staates, wie heute Frankreichs, den Zustand der Herrschaft des vagabundierenden Kapitals aus nichtwirtichaftlichen Gründen künst­lich aufrecht erhält. Dann muß es, wenn kein Ausweg aus dem fehlerhaften Zirkel gefunden wird, schließlich zum Untergang aller einschließ­lich des Kapitals selbst kommen. Die Menschen­gruppe, auf die sich dann das ganze Elend häuft,

Behebung der Arbeitslosigkeit.

wird im Endergebnis die Arbeiter- und An­gestelltenschaft sein.

Das ist der Grund nicht ein Snteresse am Kapital" weshalb ich mir seit langem Mühe gebe, unseren deutschen Menschen die Rotwen­digkeit einer Schuldenregelung be­greiflich zu machen, und zwar aus deutscher Sni- tiative heraus. Sch tue es insbesondere seit dem Augenblick, wo unser Kampf gegen den unsinnigen Boungplan, diese Krönung des soeben geschilder­ten verbrecherischen internationalen Kapitalismus von der ganzen Welt außer Frankreich als berechtigt anerkannt wurde. Der deutsche Ar­beiter ja, der Arbeiter der ganzen Welt muß verlangen, daß diese Aufgabeschleunig st gelöst wird, ja, daß sie vor allen anderen Auf­gaben gelöste wird. Denn alles andere hat sonst feinen Zweck und wird erfolglos sein. Ein wirk­licher Organismus ist nur die nationale Wirt­schaft. Sm nationalen Staate und unter feinem Gesetz hat das Kapital als dienendes Glied seine Funktionen zu erfüllen.

Hugenberg schloß seine Ausführungen: Größte Bestellungen und diesen dienende Kreditoperationen zugunsten der Reichsbahn und anderer Unterneh­mungen sind nicht nur zu rechtfertigen, sondern sie sind geradezu geboten, falls man an» nehmen darf, daß wir ungefähr im 2ale einer Konjunkturschwankung sind. Dagegen wären sie nicht mehr als eine anfechtbare Röt­st andsmaßnahme wie alles, was zur 'Behebung der Arbeitslosigkeit mit volkswirtschaftlich un­nützen Arbeiten geschieht falls man mit dem alles zerstörenden Fortwirken der Schraube der ausländischen Kredite rechnen müßte. Deshalb dränge ich so sehr in der Richtung, daß der Schritt einer Regelung jener Schulden getan wird, die seit dem 13. Suli 1931 wie ein dicker Eisklumpen auf der deutschen Wirtschaft lasten. Schuldenregelung ist im großen Zusammenhänge der Dinge der erste Schritt zur Beseitigung der deutschen Arbeitslosigkeit.

18 Wahlvorschläge in Hessen.

Darmstadt, 26. Oft. (MSN.) Unter dem Vor- sitz des Kreiswahlleiters Ministerialrat Borne­mann nahm heute der Kreiswühlausschuh des Kreises 33 (Hessen-Darmstadt) die Prüfung und Festsetzung der Kreiswahlvorschtäge sowie der verbindungserflärungen mit dem Wahlkreis 19 (Hesfen-Raffau) vor. Für den Wahlkreis 33 wurden 18 wahtvorschläge mit 151 Bewerbern zugetassen, und zwar:

1. NSDAP. (Lenz, Darmstadt; 20 Bewerber).

2. SPD. (Dr. IHierenborf, Darmstadt; 12 Be­werber).

3. KPD. (Kemmele, Berlin; 19 Bewerber).

4. Zentrumspartei (Dr. Brüning; 15 Bewerber).

5. Deutschnalionate Volkspartei (Dr. hugenberg;

15 Bewerber).

5a. Radikaler Mittelstand (Mylius, Frankfurt am Main).

7. Deutsche Volkspartei (Dingeldey, Berlin; S Bewerber).

8. Deutsche Stoatspartei (Dr. Weiner, Offen­bach; 5 Bewerber).

9. Christlich-Soziale Volkspartei (ev. Bewegung, Pfr. Beibf, Frankfurt a. M.; 16 Bewerber).

10 Reichspartei des Deutschen Mittelstandes (Professor Dr. Bredt, Marburg; 3 Bewerber).

13. Deutsches Landvolk (Christlich-nationale Bau­ern- und Landvolkpartei, Fenchel, Ober-Hör- gern).

14. Volksrechtpartei (Baufer, Stuttgart; 9 Be­werber).

16 Großdeutsche Mittelstandspartei für Mittel- standsdiklatur (Kehler, Frankfurt a. M.).

17 Sozialrepublikanische Partei (Hörsing-Bewe- gung hörsing, Magdeburg; 7 Bewerber).

18. Sozialistische Arbeiterpartei (Portune, Frank­furt; 5 Bewerber).

21. Freiwirtschaftspartei (Partei für krisenfeste Volkswirtschaft; 2 Bewerber).

25. Kampfgemeinschaft der Arbeiter und Bau­ern (Schneider, Darmstadt; 7 Bewerber).

26. Kleinrentner, Inflationsgeschädigte und Vor- kriegsgeldbesiher (Befjr,Berlin; 6 Bewerber).

Mit Ausnahme der Nationalsozialisten haben fast alle Parteien mit den gleichlautenden Listen in Hessen-Nassau innerhalb des Wahlkreisverbandes Verbindungserklärungen abgegeben, die ebenfalls einstimmig genehmigt wurden.

Oos badische Konkordat in Frage gestellt.

Die Loziawcrnokrane lehnt ihre ZnsttMMunK ab.

Karlsruhe, 26.Oft. (TU.) In einer gemein­samen Sitzung des Parteivorstandes derS 0 zial - demokratischen Partei Badens und der Landtagsfraktion der SPD. wurde beschlossen, auf Grund der innerpolitischen Lage die Z u st i m - mung zum Konkordat zwischen Baden u n d d e m Vatikan zu versagen. Dieser Be- chluß steht in Widerspruch zu den Abmachungen der Koalitionsregierung (Zentrum und Sozialdemo­kraten) vom Jahre 1929, bei denen der damalige Kultusminister Re mm eie dem Zentrum d le Hilfe der Sozialdemokratie zur Schaf- funa eines Konkordats in der lausenden Landtags­periode zu sagte. Er steht auch im Widerspruch zu der Zustimmungserklärung der sozialdemokra­tischen Landtagsfraktion zu der Regierungserklärung des Staatspräsidenten Dr. Schmitt, in der nochmals die Schaffung eines kirchlichen Vertragswertes me- dergelegt wurde. Die Landtagsfraktion der SPD. war in" ihrer übergroßen Mehrheit bis vor wenigen Tagen für d i e Verschiebung des Kon­

kordats gewesen. Der Parteioorstand der SPD. nahm dagegen bisher zu dem Konkordat einen a b - lehnenden Standpunkt ein und es gelang ihm wohl, in der gemeinsamen Sitzung seine Auf­fassung in der Konkordatsfrage auch bei der Land­tagsfraktion durchzusetzen. Mit dem Beschluß der SPD. dürfte das Vertragswert in Frage ge­stellt fein.

*

Die Meldung über diesen Beschluß der Sozial­demokratie hat zu Gerüchten über eine Regie­rungskrise in Baden Anlaß gegeben. Dem Vertreter derTU." wurde von einem Mitglied der Regierung, das der Zentrumspartei ange­hört, versichert, von einer Regierungskrise könne keine Rede sein. Ein Beschluß in der Kon­kordatsfrage durch das Kabinett sei in den näch­sten Tagen nicht zu erwarten. Man werde die Angelegenheit bis nach den Reichstags­wahlen zurück st ellen. Unzweifelhaft ist, daß die in der letzten Zeit durch die Konkordats- Verhandlungen zwischen der römischen Kurie und dem badischen Kultusminister Dr. Baumgartner getrübten Beziehungen zwischen Zen­trum und Sozialdemokratie durch die Haltung der Letzteren verschärft worden sind. Die Badische Zentrumskorrespondenz wendet sich denn auch scharf gegen die Sozialdemokratie und bemerkt, daß das Zentrum, falls durch die Schuld der SPD. eine Ratifizierung des kirchlichen Ver­tragswerks unmöglich gemacht wird, die Fol­gerungen ziehen werde. Es sei verwun­derlich, daß die badische SPD. in der Konkor­datsfrage einen anderen Standpunkt einnehme, als die preußische, die seinerzeit dem Preuhen- konkordat zugestimmt habe.

Keine Preisgabe der autonomen Kontingentierung.

Berlin, 26. Oktober. Amtlich. Eine Berliner Privatkorrespondenz behauptet, daß man an maß­gebender Stelle auf Grund des Zwischenberichtes der Ministerialkommission die autonome Kon­tingentierung der Einfuhr ausgege- b e n habe und daß auch das Reichsernährungsmini- fterium in Zukunft nicht mehr die autonome Kon­tingentierung fordern werde. Dazu wird amtlich erklärt, daß sich anderHaltung derReichs- regierung in der Kontingentierungsfrage, wie sie der Reichsernährungsminister in feiner Münche­ner Rede im Einvernehmen mit dem gesamten Reichskabinett festgelegt hat, nichts geändert hat. Besonders wird noch auf die Erklärung des Reichsernährungsministers vor den Vertretern des Gartenbaues verwiesen, daß die autonome Kon­tingentierung unter allen Umständen durchgeführt würde. Die Zwischenberichte der von MiMsterialrat Walter geführten Ministerial­kommission haben keinen Änlaß zu einer Aen- derung der Haltung des Reichsernährungsministers und des Reichskabinetts gegeben.

Die deutsche Kontingentsabordnung ist am Mitt­wochabend in Kopenhagen eingetroffen. Mi­nisterialrat Walter erklärte vor der Presse, es seien die Verhältnisse, vor allem die Weltkrise, die Deutschland zu diesem außergewöhnlichen Schritt gezwungen hätten. Was den deutsch-dänischen Han­delsaustausch in der Zukunft betreffe, so hoffe er, daß sich die Dänen und die Deutschen immer zueinanderfinden würden, und daß man z u einer friedlichen Verständigung kommen würde, selbst in so ernsten Zeiten, in denen jeder Staat seine eignen Interessen schützen müsse. Ein starkes Bauerntum zum

Schuh der Ostmark.

Freiherr von Braun auf der Ostmarken« kundgebuna des VDA.

Berlin, 26. Okt. (TU.) Arn Mittwochabend veranstaltete der Verein für das Deutschtum im Auslande eine Ostinarkenkundgebung. Reichsernäh- rungsminifter Freiherr v. Braun überbrachte die Grüße der Reichsregierung und betonte, daß zwischen der Aufgabe des VDA. und dem Arbeits­gebiet des Ernährungsministers eine enge Verbun­denheit bestehe. Daneben habe er als Reichs- tommiff ar für d i e Ost Hilfe die besondere Pflicht, in den ostdeutschen Grenzmarken e i n st a r - kes und kräftiges Bauerntum zu erhal­ten und darüber hinaus durchSiedlung neue Bauern ft eilen zu schaffen. Denn die ostdeut­schen Grenzlande könnten auf die Dauer nur durch Schaffung und Erhaltung eines gesunden Banern- tumes deutsch erhalten werden. Der Bauer sei der zäheste Träger deutscher Kultur. Der Mini­ster erklärte dann, er begrüße die Arbeit des VDA. auf das lebhafteste, weil sie unseren Blick immer wieder auf das Deutschtum im Auslande richte, das kein Verständnis für unseren Parteiftreit habe. Es fei deshalb fein auf- riwtigfter Wunsch, daß die Arbeit des VDA. immer weitere Kreise des Volkes erfassen und fo dazu bei­tragen möge, die deutsche Zwietracht zu überwinden.

Weitere Förderung des Ejgen- Heim-Vaues durch das Reich.

Berlin, 26. Okt. (TU.) Die Reichsregierung hat kürzlich beschlossen, 20 Millionen Mark zur Förderung des Baues von Eigenheimen bereit zu stellen. Für die Förderung kommen nach den Richtlinien, die demnächst veröffentlicht werden, bescheidene Eigenheime in Betracht, deren Bau-