Ausgabe 
27.8.1932 Erstes Blatt
 
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Gefahr, in der selbst Staatsstreiche nicht ausgeschlossen erscheinen, ist es wie­derum die -Zentrumspartei, deren Be­streben darauf gerichtet bleibt, auch diesen Reichstag arbeitsfähig zu mach en. die lähmende radikale Mehrheit in ein positives Fahrwasser zu richten. Darum die sorgenden Besprechungen, darum die Füh­lungnahme der Zentrumsführer mit allen ande­ren Führern gegnerischer Parteien. Wie auch die Pläne der Reichsregierung sich noch offenbaren werden, wir im Zentrum und in der Bayerischen Dolkspartei rufen ihr ein gebieterisches Halt" sofort zu. wenn sie den Weg der Ver­fassung verläßt. Dann werden wir mit den schärfsten Mitteln zur Rotwehr drohender Gefah­ren schreiten."

Unter einer anderen Führung."

München. 27. Aug. (ERD. Funkspruch.) Der Bayrische Kurier" wirft heute die Frage auf. welche Möglichkeiten wohl bestün­den, wenn alle Bestrebungen, zu einer parla­mentarischen Frontenbildung zu ge­langen. scheitern sollten. Das Blatt hält es für durchaus denkbar, daß es einem Präsi­dialkabinett gelingen könnte, zu einer Zu­sammenarbeit mit dem Reichstag zu gelangen, allerdings einem Präsidolkabinett, das unter einer anderen als der gegen­wärtigen Führung stehe. Was die Ver­handlungen zwischen Zentrum und Rationalso­zialisten anlange, so entsprächen alle optimistischen oder pessimistischen Darstellungen nicht den Tat­sachen. Fest stehe jedenfalls, daß die Verhand­lungen weitergingen. Ob siie zu einem positiven Ergebnis führten, hänge davon ab, ob sich die Nationalsozialisten zu einer tragbaren Verhandlungsgrundlage entschließen könnten.

Giahlhelm-Gtu-enten bei Hindenburg.

Freistadt (Westpr.),26. Aug. (TU.) Auf ihrer vierwöchigen Streife durch Ostpreußen trafen die S t a h l h e l m st u d e n t e n am Freitagmittag nach einem mehrtägigem Marsch von Deutsch-Eylau her in Neudeck ein, wo sie vom Reichsprä­sidenten empfangen wurden. Die Studentenkom­panie nahm in feldmarschmäßiger Ausrüstung vor dem Gutshause Aufstellung. Der Führer der Ost­preußenstreife, Fritzsche, Referent für Wehr­sragen in der Studentenschaft des Stahlhelms in Berlin, begrüßte den Reichspräsidenten und wies darauf hin, die jungen Studenten kämen gerade von den Stätten, wo vor 18 Jahren der Reichspräsident als Führer des deutschen Ostheeres der russischen Dampfwalze Einhalt geboten habe. Die deutschen Studenten, besonders aber die Stahlhelm­studenten, seien stets bereit, ihr Leben für Deutsch, land einzusetzen.

Der Reichspräsident erwiderte:Meine lieben jungen Herren! Es ist mir eine besondere Freude, Sie hier in meiner engeren Heimat be­grüßen zu dürfen. Sie kommen von Tannen- berg, dieser geheiligten Stätte, die ich verteidigt habe, wie ich das ganze deutsche Vaterland verteidigt habe und immer verteidigen werde. Damals war das deutsche Volk noch einig und dadurch mächtig und konnte noch Taten vollbringen. Heute ist das leider nicht mehr der Fall.

Stellen Sie immer da» Vaterland hoch über die Parteien.

Wenn Sie die Gesinnung hochhalten, die Sie eben gelobt haben, dann wird es Deutschland auch wieder besser gehen. Unserer Gesinnung zueinander und zum Vaterland wollen wir Ausdruck geben in dem RufUnser teures, heiß geliebtes Vaterland hurra!"

Anschließend schritt der Reichspräsident die Front der Stahlhelmstudenten ab uno richtete an einzelne Studenten Fragen nach Hochschule, Studium und Heimat. Der Reichspräsident nahm dann noch ein­mal das Wort und sagte:Ich danke Ihnen noch­mals, daß Sie hierhergekommen sind und mir altem Manne Freude gemacht haben. Ich wünsche Ihnen allen, daß Ihre Zukunft sorglos und glücklich sein möge." Während des anschließenden Vorbeimar­sches stand der Reichspräsident wieder vor dem

0er alte Teich.

Don Siegfried von Vegesack

Fast zwanzig Jahre sind es her, seitdem ich ihn zum letztenmol gesehen, den alten Teich, und doch hat sich sein Antlitz kaum verändert: noch immer schwimmt die dicke grüne Entengrütze auf dem trüben, unbewegten Wasser, wuchert Schilf und Kalmus am lehmigen Ufer, ragt der schmale, graue Brettersteg auf gespreizten Füßen in den von Schlamm gereinigten Tümpel.

Die Jasmin- und Fliederbüsche drüben, auf der anderen Seite, sind wohl gewachsen, die Linde hat ihre Zweige tiefer gesenkt und näher an das Wasser vorgeschoben, und von unserem Kletterbaum, der alten Silberweide, sind nur noch ein paar Stümpfe übrig geblieben, aber sonst hat der Teich sein altes Gesicht behalten: noch immer jagen Schwalben im Zick-Zack über ihn hin, spiegeln sich weiße Som- merwolken im leicht gekräuselten Wasser, quarren abends die grünen Frösche im Schilf.

Und dort, in der klaren Bucht bei den Weiden­stümpfen, blühen noch immer die weißen Wasser- Rosen, die wir als Knaben vom Fluß hierher über- siedelten: in Lehmkugeln sorgfältig eingepackt ver- senkten wir den Samen: drei Jahre dauerte es, bis die Pflanzen zur Oberfläche des Wassers hinauf­wuchsen, die erste Rose ihren weißen Kelch öffnete. Auch die gelben Schwertlilien, die ich aus dem Walde, der moorigen Eichsuhle, hierher an den Teich verpflanzte, stehen noch immer da, in dichten, grünen Büscheln, haben unbekümmert um Krieg und Revolution, Jahr für Jahr geblüht. Vieles ist seitdem anders geworden, aber der alte Teich mei­ner Kindheit hat sich kaum verändert.

Und wenn ich mich jetzt mit meinem zehnjährigen Jungen auf dem schmalen Brettersteg niederhocke, mich tief über das Wasser beuge, um den Feuer- salamander zu beobachten, dann dreht sich die Zeit um einige Jahrzehnte zurück, ich- selbst bin wieder Zunge, wie damals, und der kleine Teich ist ein großes Meer voll Ungeheuer, Gefahren und Aben- teuer. Was gab es da alles für rätselhafte Geschöpfe: die dicken, runden Kaulquappen, die so durchsichtig sind, daß man ihre wie auf einem Röllchen auf- gewickelten Eingeweide genau betrachten kann, die blanken schwarzen Wasserkäser, die grünen Frosche, dunklen Molche, die Feuersalamander mit dem schwarzen gezackten Rücken und den flammend roten Bauchen, und die unheimlichen schleimigen Blutegel. Alle diese Tiere fing ich für mein Aquarium: hinter öcr Glasscheibe konnte man sie gut beobachten. Am

NeueAufstandsvorbereitung inSpanien?

Aus aller Welt

auptmann, der an war, lieh das Manu-

Amerikanischer Protest in Zapan.

T o k i o, 26. Aug. (TU.) Der amerikanische Dotschai ter suchte heute das Außenministe­rium auf, wo er eine längere Unterredung hatte. 3n politischen Kreisen heißt es, daß der Bot- schafter dem japanischen Außenminister Uschida die Einstellung seiner Regierung zu dessen Rede vom Donnerstag und den japanischen Ab­sichten in der Mandschurei auseinan- dergeseht habe. Dem Vernehmen nach soll der Botschafter keinen Zweifel darüber gelassen haben, daß die amerikanische Regierung gegen den japa- nischen Vorschlag in der Mandschurei noch formell Einspruch erheben werde. 3n hiesigen politi­schen Kreisen bezeichnet man die japanisch.arne- rikanischen Beziehungen als a u ß er o r d e n t - lich gespannt.

Vizeadmiral Kirchhoff f-

Bad Reichenhall, 26. Aug. (TU.) Rach längerer Krankheit verschied am Donnerstag in Berchtesgaden Vizeadmiral a. D. Hermann Jo­hann Kirchhoff im Alter von 81 Jahren.

Polen will neue Eisenbahnen bauen.

Entlang der ostpreußischen Grenze.

Warschau, 26. Aug. (TU.) Die polnische Re­gierung hat dem Dölkerbundsausfchuß für Ver­kehrswesen eine Denkschrift überreicht, worin Vor­schläge für den Sau von Eisenbahnlinien in Polen enthalten sind, die zur Belebung des Wirtschaftsverkehrs und Linderung der Arbeits­losigkeit mit Unterstützung des internationalen Ka­pitals im Sinne der Genfer Beschlüsse dienen sollen. Es handelt sich um 7 Eisenbahnlinien in einer Gesamtlänge von 1240 Kilometer, zu deren Bau 730 Millionen Zloty erforderlich sind. Zwei von den geplanten Eisenbahnlinien sollen längs der o st preußischen Grenze verlausen, Thorn mit Ostrolenka und bann Straßburg, wel­ches gleichfalls unweit der ostpreußischen Grenze liegt, mit dem südlich an der Weichsel gelegenen Plock verbinden. Ein Blick auf die Karte genügt, um zu erkennen, wie die Eisenbahnlinien, die als wirtschaftlich notwendig bezeichnet werden, durch ihre besondere Lage in nicht minderem Maße auch ander en Zwecken dienen können. In solchen Fällen liegen wirtschaftliche und strate­gische Zweckbestimmungen dicht nebeneinander.

Zeitungsverbot.

B e r l i n, 27. Aug. (WTB.) Auf Grund der Ver­ordnung geaen politische Ausschreitungen ist die kommunistische ZeitungBerlin am Morgen" ab heute bis zum 2. September polizeilich ver­boten worden. Das Verbot erfolgte wegen eines Artikels, auf den das am Mittwoch ausgesprochene Verbot derRoten Fahne" zurückzuführen ist.

Portal. Als die Kompanie bereits unten auf der Landstraße marschierte, winkte der Reichspräsident mit einem Taschentuch noch einen Abschiedsgruß.

Erhebungen

Über das Reichsbanner.

Berlin, 26. Aug. (TU.) Rach Meldungen Berliner Blätter hat der Berliner Polizei­präsident alle preußischen Landeskriminal-Polizei­stellen beauftragt, ihm genaue Mitteilungen über Aufbau, Organisation, Führer usw. desReichs- b a n n e r s und derH a m m e r s ch a f t e n" zu machen. In dem Schreiben teilt der Berliner Polizeipräsident mit, daß ihn der Minister des Innern beauftragt habe, für das ganze Staats­gebiet über das Reichsbanner zu berichten.

An zuständiger Berliner Stelle wird diese Rachricht weder bestätigt, noch demen­tiert.

Schule geplant.

Der Dichter Ger! der Teilnahme verk

Paris, 26. Aug. (WTB.) Wie Havas aus Madrid berichtet, sind Gerüchte im Umlauf, daß reaktionäre Kreise eine zweite Aufstands­bewegung versucht hätten, wenn das Todes­urteil gegen General S a n j u r o aufrecht erhalten worden wäre. In Gijon und Saragossa sind vier höhere Offiziere verhaftet worden. Außerdem sind in Gijon 110 Mann polizeiliche Verstärkungen aus Barcelona angekommen.

Rach einer weiteren Meldung aus Madrid wurde General Sanjurjo von seiner Begnadigung gestern abend in dem Augenblick in Kenntnis ge­setzt, als der General in Gesellschaft seines Soh- nes das Abendessen einnahm. Sein Sohn, Haupt- marrn Sanjurjo, hatte die Rächt bei seinem Vater im Gefängnis verbracht. Hauptmann Sanjurjo, der vor einiger Zeit bereits seinen Abschied als Offizier gegeben hatte, war Bankbeamter in Bar­celona, ist aber inzwischen aus der Vereinigung der Dank- und Börsenmakler ausgetreten.

In den Wandelgängen der Kammer wird von der Möglichkeit gesprochen, daß heute, insbeson­dere in den Städten, in denen die Gewerkschaften über großen Einfluß verfügen, also in Saragossa, Valladolid, Sevilla und Valencia, der General-

Sensaiionen des Fallschirms.

Was der Regenschirm dem gewöhnlichen Spazier­gänger bedeutet, das dürfte wohl bald in verstärktem Matze der Fallschirm für den Luftreisenden fein, näm­lich eine unentbehrliche Schutzvorrichtung, oync die sich niemand dem luftigen Element anvertraut. Die Aus­bildung in der Handhabung des Fallschirms ist schon jetzt für den Berufsflieger unerläßlich und diele Hebungen spielen bei den Luftstreitkräften eine wich­tige Rolle. Wie Major C. Turner in einer englischen Fachzeitschrift mitteilt, hat der Fallschirm seit feiner obligatorischen Einführung bei dem britischen Flie- ger-Korps schon 600 Leben gerettet. Vorführungen mit dem Fallschirm bilden den aufregendsten Teil aller Manöver, die auf dem englischen Flugplatz zu Hendon ausgeführt werden und ein großes Publi­kum an locken. Während bei jedem Landflug ein Fall- fchirm mitgeführt wird, wurde er bisher bei See-

fkript seiner Rede verlesen. Er führte u. a. aus: »Wir befinden uns heute, wer möchte es leug­nen, in einer Kulturkrise. Die Tatsache drängt sich gerade bei uns jedem auf, der Wesen und Wert der deutschen Kultur erkennt. Im Protektor der Wilhelm-Meister-Schule, in Goethe, sind muster­gültig jene beiden Eigenschaften vereint, die das deutsche Wesen ausmachen, und die eine deutsche Erziehung Pflegen soll: eine wurzelechte, ich möchte sagen, lutherische deutsche Wesenheit und da­neben eine übernationale, universelle Geistigkeit, von der aus die Wege des Verstehens zu allen Völkern und zu allen Gebieten der Wissenschaft, der Kunst, der Philosophie und Religion offen sind."

Im Rainen der Pädagogik an den deutschen Hochschulen brachte Prof. Dr. H o f f m a n n von der Tlniversität Heidelberg seine Wünsche dar. Oberstudiendirektor Dr. Andreesen hob beson­ders den Wert der Gemeinschaftserziehung her­vor.

Der Dichter Rudolf G. Dinding stellte Goethes Selbsterziehung als Vorbild hin, er sei Vorbild gewesen, ohne Vorbild sein zu wollen. In dieser Weise sollten auch unsere Jünglinge mi Führern ohne Führerambitionen erzogen »er­ben. Dinding brachte den Taufspruch aus: Für die Lehrer:Ohne Menschen wahrhaft zu lieben, erziehen zu wollen, ist Vergeblichkeit". Lind für die Schüler:Ohne den Menschen zu lieben, auch nur Hinlängliches leisten zu wollen, ist ein Wahn."

Zum Schluß sprach Studienassessor Sauer den Dank der Jugend, und Stadtrat Dr. Keller den Dank der Stadt für die neue Gründung aus.

aufregendsten war es wenn ein Blutegel sich an einer fetten Kaulquappe feftfaugte.

Unb dann, als bei einem Sturm das Storchnest von der Pappel herunterfiel, und wir die jungen Störche hier am Teich, In einem umzäunten Gehege aufzogen! Wie viel arme Frösche mußten ihr Le­ben lassen, wie schrecklich zappelten sie zwischen den roten Schnabel-Zangen, wie schnell glitten sie dann den langen weißen Hals hinunter, man konnte es genau verfolgen. Ader am unheimlichsten war es wohl, wenn der Gärtner die Ratten im Teich ertränkte: er hielt die in der eisernen Gitterfalle gefangenen Tiere so lanae unter Wasser, bis sie erstickten. Das war kein schöner Anblick, aber doch äußerst interessant. Und immer war der Teich der Schauplatz dieser aufregenden Erlebnisse.

Aber es gab auch harmlosere Abenteuer. Wir schnitzten uns aus Kiefern-Rinde kleine Segelboote, die dann auf dem Teich kühne Weltreisen unter­nahmen: nach Indien, Eeylon und Madagaskar. Besonders gefährlich war die Durchfahrt bei Gibral­tar und durch den Sue^kanal, wo die Schiffe zwi­schen dickem grünen Schlamm durchmanövrieren wußten und oft hilflos stecken blieben. Einmal kenterte ein Ozeandampfer auf hoher See, und ich mußte mir Schuhe und Hofen ausziehen, um ihn zu bergen. Das war wegen der vielen Haifische, der Blutegel besonders aufregend. Aber am schönsten war der Teich in jenem Sommer, als er nach heftigen Regengüssen aus den Ufern trat und wir uns ein richtiges Floß bauten, auf dem wir bann selbst gefährliche unb abenteuerliche Welt­reisen antraten, unb einmal, mitten auf bem Ozean, nahe bei Teneriffa, kenterten!

Wie groß war ber Teich gewesen, wie weit schwammen wir auf ihm herum! In Wirklichkeit bin ich lange nicht so weit herumgekommen, nicht einmal nach Gibraltar, von Jnbien, Mabagaskar unb Teneriffa ganz zu schweigen. Rur ber kleine Teich hat alle Träume meiner Kinbheit erfüllt, bie Wirklichkeit ist viel bescheibener gewesen. Unb selbst wenn die Zukunft noch einiget? nachholen sollte, die Herrlichkeiten dieses kleinen Teiches wird sie nie erreichen. Träume sind mehr, als Er- füUung, und ein Tümpel kann mehr sein, als ein großer Ozean.

Weder lassen wir die Segelboote schwimmen, wieder hocken wir auf dem schmalen Brettersteg und verfolgen mit klopfendem Herzen die aufre­gende Fahrt: wird das Schiff die gefährliche Meer- enge von Gibraltar, den heimtückischen Suezkanal passieren, wird es glücklich bis nach Indien gelan­gen? Oder wird es vom Sturm In das schwere Pack-

Frankfurter (Soethe-Gedächinis-Woche

Im Rahmen der Frankfurter Goethe-Ge- dächtnis-Woche fand im Kaifersaal des Römer als Bekenntnis zu GoetyeS pädagogischem Vermächtnis und als Gründungsfeier der Wil- Helm-Meister-Schule eine Kundgebung statt. Ober­bürgermeister Dr. Landmann feierte die Grün­dung der Schule als Werk echten Frankfurter Bürgertums, das sich tätig zum Vermächtnis seines großen Sohnes bekennt.

Der Vorsitzende des Kuratoriums der Wil- Helm-Meister-Schule. Prof. Dr. S e l ck, sprach so­dann überGoethes pädagogisches Vermächtnis und die .Wilhelm-Meister-Schule". Im Mittel­punkt der Goetheschen Gemeinschaftspädagogik stehe dieLehre von den drei Ehrfurchten", ber Ehrfurcht nach oben, nach unten und gegenüber dem Rebenmenschen. Als höchste Ehrfurcht aber gelte ihm die vor dem sittlichen Selbst. Rach diesen Richtlinien sei der Ausbau der neuen

flügen nicht angeroenbet, ba man darin mehr ein Hinbernis als eine Hilfe sah. Aber durch neue Vor­richtungen, bie an ben Apparaten angebracht wer­ben, ist auch dieses Hindernis jetzt überwunden, und ber Fallschirm wirb auch von Seefliegern benutzt.. Bei ßanbungen auf der festen Erbe wirb der ge­schickte Benutzer dieses Instruments es in falt allen Fällen vermeiden können, in einen Baumwipfel ober auf bas Dach eines Hauses zu geraten. Er kann durch geschicktes Ziehen nach einer Seite die Richtung sei­nes Falles beeinflussen und Hindernisse vermeiden. Wenn es ihm möglich ist, das Flugzeug in einer Höhe von wenigstens 70 Meter über dem Boden zu verlassen, so geht alles gut. Jedenfalls ist die Ge­fahr um so größer, aus je geringerer Höhe der Ab­sprung vor sich geht. So seltsam es erscheinen mag, so ist der Fall aus großen Höhen am wenigsten be­denklich. Die Gefahr, das Bewußtsein zu verlieren, besteht für den geübten Fallschirm-Springer nicht. Eine normale Person kann mit ungeöffnetem Fall­schirm bis zu einem Kilometer tief herabstürzen, ohne bas Bewußtsein zu verlieren. Der geübte Sprin­ger hält in biefer Situation sogar sein Auge auf bie Stoppuhr gerichtet unb öffnet ben Schirm nicht eher, als bis er bis zu 2000 Meter gefallen ist unb die Höchstgeschwindigkeit erreicht hat, bie ein fallen­der Menschenkörper erhält. Das ist etwa eine Schnei, ligfeit von 300 Kilometer in der Stunde. Jeder er- fatjrene Springer weiß genau, was er bei einem "Fall" zu tun hat. Er springt zuerst ab, zählt dann langsam bis 5, damit ber Schirm, wenn er geöffnet wird, sich nicht etwa in das Flugzeug verwickelt, und zieht bann ben Ring. Wenn ber Schirm sich öffnet, verspürt der Springer ein angenehmes- ajeln ber Luft, unb für bie nächsten Sefunben ober .# Minuten, je nach ber Höhe des Sturzes, schwelgt A er in einem höchst angenehmen Gefühl, denn bas ruhige Gleiten durch bie Luft wirb von jebem Fall- schirm.Virtuosen, der keine Angst mehr empfindet, | als eine besondere Sensation gewertet. Aus diesem Luft-Rausch" muß er sich ermannen, wenn sich j ber Augenblick ber Landung nähert, denn dann heißt es, aufzupassen, daß man richtig auf dem festen i Boden ankommt. Die Geschwindigkeit des Falles ist etwa dieselbe wie die, wenn man von einer drei ; Meter hohen Mauer herunterspringt. Herrscht ein starker Wind, dann ist die Gefahr des Abgetrieben­werdens größer und ein unsanfter Aufprall eher möglich. Der Weltrekord für den höchsten Fallschirm- ; abfprung beträgt gegenwärtig 7442 Meter: ber Sturz aus dieser gewaltigen Höhe dauerte gegen 18 Minuten.

streik auSgerusen werd«, um gegen die De« gnadigung des Generals zu protestieren. GeneralGanjurjoalsGtrafgesangenek Paris, 27. Aug. (WTD. Funkspruch.) Havas berichtet aus Santander: General San­jurjo ist, von acht Polizeibeamten begleitet, gestern um 10 LIhr im Militärstraflager D u e s o eingetrvffen. Er wurde zunächst ärztlich untersucht und mußte dann die Kleidung derStras- gesangenen anlegen. General Sanjurjo bleibt eine Woche in seiner Zelle eingeschlossen und wird nach dieser Zeit wie die übrigen Gefangenen täg­lich eine Stunde im Gefängnishvf spazieren gehen dürfen.

Rach einer Meldung aus Madrid sind die drei zusammen mit General Sanjurjo verurteilten Auf­ruhrer im MUitärgefängnis von Madrid verblie- bien, und man weiß noch nicht, warm diese in ein Militärstraflager übergeführt werde» Gegen­wärtig befinden sich im Madrider Militärgefäng­nis 18 Generale, 5 andere höhere Of­fiziere, 10 Unteroffiziere und 33 Soldaten.

Die Feier wurde eingerahmt von Chören auS Wilhelm Meisters Wanderjahre".

Tannenberg-Gedächtnisgottesdieufl.

Auf Veranlassung ber Arbeitsgemeinschaft Ost- preußischer Regimentsvereine in Berlin wurde in ber Alten Garnisonkirche zur Erinnerung an .bie Schlacht von Tannenberg ein Gottes­dienst abgehalten, dem u. a. der Berliner Stadtkom­mandant, General v. Witz leb en, der Pressechef ber Reichsregierung, Major Marcks, unb ber Kommanbeur ber Berliner Schutzpolizei, Oberst Poten, sowie weitere Vertreter ber Reichs-, Staats, unb Kommunalbehörden beiwohnten. Die Gedächtnisprebigt hielt D. Doehring. Der Kom­mandeur der 1. Feldartilleriebrigade in der Tannen- bergschlacht, Generalleutnant a. D. M ö w e s, feierte ben Sieg von Tannenberg in markigen Worten unb mahnte, die toten Kameraden unb ihr Werk nicht zu vergessen. Vor Beginn des Gottesdienstes erfolgte bie feierliche Verleihung bes Ostpreußen- kreuzes an zahlreiche Persönlichkeiten, bie sich um Ostpreußen unb Danzig besonders verbient ge- macht haben. Das Kreuz trägt bie Inschrift:Für Verdienste um Ostpreußen unb Danzig in schwerer Nachkriegszeit", unter ben Persönlichkeiten, benen biete Auszeichnung verliehen mürbe, steht an erster Stelle ber Reichspräsident Generalfeldrnarschall von Hindenburg. Es folgen u. a. ber Reichsinnen­minister Freiherr v. Gayl, General der Infan­terie a. D. v. Francois unb General Kahn.

Weiterflug Gronau» erst im September.

Wolfgang v. G r o n a u wird feinen Flug von Dutch Harbor aus nicht vor dem 1. September fortsehen, da er die Ankunft des Dampfers mit den Gasolinvorräten abwarten muß.

Der vermißte Luropa-Flieger klep» aufgefunden.

Der seit dem Start in Kopenhagen vermißte tschechische Guropaflieger K l e p s mußte, wie erst jetzt bekannt wird, in der Rähe von Ha^mstak Halbwegs zwischen Kopenhagen und Göteborg, wegen Motordefekts n o t l a n d e n. Er wird ver­suchen, den Schaden dort zu reparieren.

Die Devifenschiebungen in Ludwigshafen.

Wie zu den bereits gemeldeten Deoisenschie- 6 u n g e n in Ludwigshafen am Rhein von dem Lei­ter der Geschäftsstelle ber Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft in Köln mitgeteilt wirb, hanbelt es sich bei bem verhafteten Bankbirektor nicht um einen früheren Direktor ber Allgemeinen Elsässischen Bank- gesellschaft, sondern um den ehemaligen Direktor einer anderen Inbustriedank, namens Glaß.

Roseggers Witwe gestorben.

In Krieglach (Dberfteiermarf) ist bie Witwe des Dichters Peter Rosegger, Frau Anna Rosegger, im Alter von 72 Jahren g e ft o r b e n.

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Hütet die Kinde Gegenwärtig findet : schwarze Deere ber^ I rionna). In diesem x. | Lers reichlich gesruchte i glänzende Beere eine einer mitteldicken Herz I! der leicht angrifslich. L : alle anderen Teile de 1 halten ein sehr gesäh ganze Pslame riecht b Der Genuß ber Deere weh, Schwindel, 3m ! schließlich ben Tod. A ' treffen des Arztes isi herigem Erbrechen ! Kassce zu verabreiche heißt schöne Frau, w Geschlecht mit dem 6 geringe Wengen des Die Augen träufelt, ur. Das Atropin fyat näml Pille au erweitern. 3ei tähaib, wenn er das . suchen will. Werkwürdi gern von Amseln und l rhne Schaden zu nehme : unfreiwillig für die i slrauches. Die Tollkirsä wachs unserer Pslanzem

Seflnol

Stellenvermitt . Der heutige Polizeit 'uchte der Kaufmann Er am 2. Juli 1893 zu Köi artigen Zeitungen du xure. Den Interessenten , vrganisot.onsleiter ber . Meroerleihbetrieb) vo -ande einen Bücheroer Ae Einzustellenden sol Anleihen, weiter M gleichzeitig die Lei! 'S ?? einwandfreie

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eis ber grünen Entengrütze abgetrieben an der Felsenküste von Grönland stranden?

Libellen stehen mit wirbelnden, schillernden Flü­geln über bem Wasser, ein großer schwarzer Käfer rubert emsig, mit ruckweisen Bewegungen zwischen dem Schilf, winziae Wasserflöhe laufen auf der Oberfläche Schlittschuhe. Ein Blutegel hat sich an einem fauligen Holzstück festgesaugt. Auf dem fla- chen Blatt ber Wasserrose hockt em grüner Frosch unb glotzt mit oorquellenben Augen zur Libelle hinauf. Tief unten, über bem lehmigen Grunde, dämmert eine Kaulquappe, flitzt ber rote Bauch eines Feuersalamanbers.

Nichts hat sich geänbert, alles ist, wie es war. Unb es riecht auch genau so, wie bamals: nach fauligem Schlamm, Schilf unb Kalmus. Drüben steht unoeränbert ber graue Holzstall mit bem sil­bernen Schindeldach, unb bort, über ben Jasmin- büschen schimmert zwischen ben ßinben ein oer- trauter Giebel. Unwillkürlich will ich hinüberlaufen, in bas alte Wohnhaus. Aber ba fällt mir ein: ein hoher Bretterzaun versperrt jetzt den Zugang. Kein Weg führt hinüber, zurück zu bem, was einmal war...

Unb wie mein Blick roieber in bas Wasser fällt, starrt mich ein frember Mann mit tiefen Furchen im Gesicht nachbenklich an. Aber bann taucht ein heller Haarschopf neben ihm auf; ein Junge wischt mit kräftigem Stockschlag bas quälende Spiegelbild aus, stößt ein neues Segelboot ins Meer unb ruft mich zurück zu aufregenden Abenteuern, zum alten Teich meiner Kindheit.