Ausgabe 
27.7.1932 Frühausgabe
 
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Exotische Modekünste.

verstanden, seine von L,... ,.

in besonderer Art herauSzuputzen. Daß Moral

Freiwilliger Arbeitsdienst für Studenten.

Berlin, 26. Juli. (WIB.) Im Hinblick auf unmittelbar bevorstehenden Semeslerfchluh der Reichskommissar für den Jrelw

angenommenen durchschnittlichen Laufdauer der Darlehen von 2Vi Vahren eine Verbilligung der Darlehenskosten um 4 Prozent jährlich erreicht werden soll, ist der Zins- zuschuh auf 10 Prozent des Darle­hens festgesetzt worden. Der Reichsarbeitsrninr- ster hat gleichzeitig die Uebernahme von Re i ch s- bürgschaften zur Förderung von 2n- standsehungsarbeiten und Wvhnungsteurrngen ern- geleitet.

Strafanzeige Aöhms gegen Severing und Abegg.

München, 26. Juli. (TU.) Der .,V öl ki sch e Beobachter" meldet, dah es in allerletzter Zeit gelungen sei, den Herd der Derleumdungs- Hetze gegen den Stabschef der SA., Oberstleutnant Röhm aufzudeckcn. Die Verleumdungshehe gehe auf die politische Abteilung des frü­heren preußischen Innenministeri­ums zurück. Der jetzt seines Amtes enthobene Staatssekretär Ab egg. dem die politische Ab­teilung des Innenministeriums unterstellt war, habe mit öffentlichen Geldern ein bc-

den Hal Il­ligen Arbeitsdienst sichergestellt, dah 2 0 0 0 biß 3000 Studenten für die Zelt

Hessen unb die kommunistischen MMiegSpmne

Nationalsozialistischer Strafantrag gegen die hessische Regierung.

Ein Kandidat, im Wunsche, bei der Wähler­schaft recht populär zu sein, begrüßte einen alten, einfachen Mann in jovialer Art, schüttelte ihm die Hand, sprach wie ein alter Freund, erkundigte sich nach seinem Empfinden, nach Frau und Kindern, nach Beruf und Einkommen, und so fort.

Das Ende des Gesprächs verlief wie folgt:

Richt wahr, mein lieber Freund, Sie werden mir Ihre Stimme geben?"

Rein."

Warum denn nicht?"

Aus Freundschaft."

Ja. Ich habe dem Abgeordneten, den ich daS letztemal wählte, furchtbares Unglück gebracht. Ich bin ein frommer Christ. Ich will nicht auch Sie ins Unglück stürzen."

sonderes antifaschistisches Komitee unterhalten, in dem er den sogenannten Deutschlandbund aus öffentlicher Hand unterstützt habe. Auf diese Weise sei auch der Sozialdemokrat Klotz für Abegg und mit öffent­lichen Mitteln tätig gewesen. Röhm habe jetzt auf Grund des vorliegenden Materials gegen Seve­ring, Abegg und eine Reihe von Ministerial- beamten durch Rechtsanwalt Lütgebrune Straf­anzeige wegen Aktenbeseitigung und an'.e.er'Amtsvergche.i erstattet und das Material auch dem Reichskommissar für Preußen Mitteilen lassen.

polizeimajor Encke aus her Haft entlassen.

Berlin, 26. Juli. (TU.) Nach Aufhebung des Ausnahmezustandes ist der vor einigen Tagen gegen den Polizeimajor Ende erlassene Schutzhaftbefehl außer Kraft getreten. Da gegen Polizeimajor Encke ein richterlicher Haftbefehl nicht o o r l a g, wurde er a u f freien Fuß gesetzt. Auch das Karl-Liebknechthaus ist in den Nachmit­tagsstunden von der Polizei geräumt worden.

des. AmerikasGirls in derWelt vor­an I Prosperity in Schönheit! Zur besonderen Erkenntnis dieser Prosperity ist es allerdings nötig, daß man diese Schönheit aus der Buhne leider ein wenigbloßstellen" müsse. Aber, dar­auf könne man sich verlassen, es würde so drö- kret wie möglich geschehen.

In diesem Sinne wirkte er Jahr um Jahr al« großer Manager der Droadway-Revuen. In diesem Sinne galt dieser raffinierte Geschäfts- mann auf die Dauer tatsächlich alsEnt­decker der weiblichen Schönhe:t Ame - r i ka s". Aber die gedächtnisschwache Mitwelt hatte eine Kleinigkeit vergessen: nämlich, dah er

unb amerikanischer Patriotismus in diesem Falle auch eine besondere Form von Propaganda waren, das haben die meisten Wohl übersehen.

Jedenfalls das muh man ihm lassen, er ist zeitlebens höchst produktiv im Hervorbringen von zugkräftigen Reklameeinfallen gewesen. Ob sich diese Einfälle, wie au den Zeiten seines vä­terlichen Theaters, auf Ringkämpfe bezogen, auf eine Tiermenagerie oder auf talentlose junge Da­men. das scheint im Endeffekt noch nicht einmal so wichtig zu sein. Denn dieser Endeffekt hieh allemal: Erfolg, älnb Erfolg das war die große Stärke, das eigentliche Talent dieses ge­rissenen alten Theatermannes.

in dem zwar die Wahlfreiheit gesetzlich festgelegt, die Ausübung der Wahl aber von den Honora­tioren streng kontrolliert wird, geschieht am Tag vor einer Böahl das folgende Gespräch zwischen dem Bürgermeister und dem Spitalarzt:

Wie steht es um die Spitalinsassen?"

Alle sind noch ans Bett gefesselt, also unge­fährlich. Rur einer ist Rekonvaleszent unb kann bereits spazieren gehen."

Ist er verläßlich?"

Ich glaube nicht."

Dann muh er morgen an einem akuten Leiden erkranken, unb jeder Ausgang ihm verboten sein."

Am Tage der Wahl trifft der Bürgermeister den Spital-Assistenten und fragt:

Wie geht es Eurem Rekonvaleszenten?'

Er ist akut erkrankt."

Was hat er?"

»Stimmbandlähmung."

teilen Känguruhs dar und die anderen Wildhunde. Und die Känguruhs werden von den Wildhunden ehr ernsthaft verfolgt, wobei es zu schweren Prüge« leien kommt. Die Frauen haben bei diesen Einge« borenen verhältnismäßig wenig zu tun, da ein Auf- speichern von Nahrungsmitteln nicht bekannt ist, ' fruchtbaren Land buchstäblich Mund lebt."

«S imm« b S »attZsmm« Ä « eS I Jonbern man in Mefem - - ihm servierten Sensationen I von der Hand IN den

rauSzubutzen. Dah Moral I

Verfassungsänderung in Hessen vom Gesehgebungsausschuß abgelehnt. Darmstadt, 26. Juli. (WHP.) Der Gesetz- gebrmgsausschuh des Hessischen Landtags behan­delte zumächst den nationalsozialisti­schen Antrag auf Verfassungsände­rung, wonach das Gesamtministerium aus dem Staatspräsidenten bestehen können soll. Rach kurzer Aussprache, in der von den Parteien lediglich staatspolitische Gesichtspunkte inS Feld geführt wurden, wurde der Antrag mit 6 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Für den Antrag stimmten lediglich die Rational­sozialisten. , Ä

Der nationalsozialistische Antrag auf D i e n ft * entlassung des P o li z e ih aup tm a n n s Bellos und Bestrafung weiterer Schutzpolizei­mannschaften wurde zurückgestellt, da die Erhebungen der Regierung noch Nicht beendet sind.

Aus einen nationalsozialistischen Antrag, dte Regierung möge Auskunft erteilen, tote sie sich die weitere Strafvollstreckung gegen den Landtagsabgeordneten Ham - mann denke, wurde von der Regierung die Ant­wort erteilt, daß der Abgeordnete nicht an­der« behandelt worden sei als jeder andere Gefangene. Der Antrag, den na­tionalsozialistischen Antrag durch die Regie­rungsan twort für erledigt zu erklären, wurde bei Stimmengleichheit abgelehnt.

Mit dem gleichen Stimmenergebnis von 6:6 wurden die nationalsozialistischen Anträge auf Qlenberung der Zusammensetzung der politi­schen Ueberwachungsausschüsse beim Rundfunk unb auf Kenntlichmachung ber uni­formierten Außendien stpolizeib e amten a b ge­lehnt.

Das Tragen von Uniformen und Abzeichen am Wahltage.

B e r l l n , 26. Juli. (WTB.) Die Frage, ob M 1 t - glieder des Abstimmungsvorstandes bei der Reichstagswahl während der Aus- übung des Dien st es politische Abzei­chen oder Uniformen tragen dürfen, hat der Reichsminister des Innern verneint, da die Abstimmungsvorstände staatliche Organe sind und ihre Mitglieder staatliche Ehrenämter bekleiden. Während dies mit der von den Mitgliedern des Abstimmungsoorstandes zu verlangenden streng-, st en Unparteilichkeit nicht vereinbar ist sind Wähler, die den Abstimmungsraum lediglich zur Stimmabgabe betreten, am Tragen von Uniformen und Abzeichen nicht gehindert.

Englische Gorgen in Oeuisch-Güdwest-Afrika.

K apstabt, 25. Juli. (TU.) Auf Anweisung des Verteidigungsministers von S ü b a f r r k a sind brei Militärflugzeuge unter dem Befehl des Oberst Sir Verrie van Rhnevelb, des Chefs ber südafrikan schen Lusistreitkräfte nach ber Haupt­stadt bes Manbats Sübtoestafrika entsandt worben. In Winbhoek werben s.e bem Ver­walter des Mandats für einen Straf zug gegendieOvamboszur Verfügung gestellt, die im Rorden des Mandatsgebietes (eben. Em Ovambohäuptling, der als Strafe für ein Ver­gehen gegen die Verwaltung des Mandats eine gewisse Menge V eh abjutiefern hatte hat sich geweigert, dieStrafezubezahlen und hat erklärt, dah er sich mit Gewalt jedem Ver­suche widersetzen werbe, bie Strafe einzutreiben. Die Behörden bes Mandatsgebietes hüllen sich in Stillschweigen über den Umfang der Unruhen im Ovambolande. Man rechnet jedoch mit einer dreiwöchigen Dauer des Strafvollzuges. Es ist möglich, daß ber Ausbruch ber Pest im Ovambolanbe, bem über 50 Menschenleben zum Opfer gefallen waren, Anlaß zu ben Unruhen unter ben Ovambos gegeben hat, bie unter deutscher Verwaltung niemals ir­gendwelche Schwierigkeiten machten, jedoch 1916 ben englischen Behörben bei einer Auseinandersetzung mit ben Portugiesen über Grenzstreitigkeiten Sorge bereiteten, so baß schon bamals sübafrikanische Truppen ins Ovamboland entfanbt werben muhten.

bekannten Pläne und durch Irreführung der öffentlichen Meinung durch die Hetze gegen die nationalsozialistische Bewegung. Der gleiche Ver­dacht ber Begünstigung ber kommunistischen Hoch- unb Lanbesverratspläne ruht auf allen Re­gierungen bes Reiches unb der übri­gen Länder des Sommers 1931. Gegen deren Mitglieder, soweit sie nicht der national­sozialistischen Bewegung, bie stets vor ber bolsche­wistischen Gefahr warnten, angehören, erstatten die Unterzeichneten deshalbebenfallsStraf- a n z e i g e.

Die hessische Regierung zur | Veröffentlichung der ÄSDAP. D a r m ft a b t, 26. Juli. (WTB.) Amtlich wird u. a. von der Pressestelle der NSDAP, mitgeteilt: Das veröffentlichte angebliche Geheimdokument über kommunistische Umsturzpläne ist geeignet, in der Oeffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, daß die kommunistische Partei in Hessen Umsturzoorbe- reitungen treffe, die von der hessischen Regierung geduldet oder nicht genügend sorgfälbig bekämpft würden. Die aus dem Schriftstück auszugsweise wiedergegebene Darstellung bezieht sich nicht auf Hessen und hat auch mit der Tätigkeit der kommunistischen Partei in Hessen nichts zu tum. Wie aus dem im Faksimile wiedergegebenen Einlei­tungsschreiben heroorgeht, handelt es sich um Mit- -teilungen, die der hessischen Kriminalpolizei von einer außerhalb Hessens befindlichen Nachrichtenstelle- zugegangen sind und worin vertrauliche Berichte enthalten sind, die u. a. der braunschweigischen Kriminal­polizei über eine Anfang September 1931 in Braunschweig abgehaltene Gaukonferenz zugegangen sind. Die Frage nach den dagegen getroffenen Maß­nahmen wäre also sehr viel zweckmäßiger an die braunschweigische als an die hessische Regierung zu richten.

Derartige Berichte, dte von sogenannten Der- trauensmännern der Polizei ständig aus allen poli­tischen Lagern zugehen, können aber keinen An­spruch darauf erheben, als feststehende Tatsachen gewertet zu werden. Es ist deshalb eine Ungeheuer­lichkeit, diese Dinge, die aus einem außerhessischen Gebiet stammen, der hessischen Regierung in die Schuhe zu schieben und zu behaupten, diese Dinge seien ein Beweis dafür, daß unter den Augen ber hessischen Regierung der verbotene Rot­frontkämpferbund weiter existiere und seine Rü­stungen zum Bürgerkrieg fortsetzen könne: daß weiterhin unter den Augen ber hessischen Regierung der RFB. ausgesprochenen Hochverrat betreiben, Landesverrat und Spionage zu Gunsten einer aus­wärtigen Macht begehen könne und daß die hessi­sche Regierung gegenüber diesen bekannten Tat­sachen nicht eingeschritten sei.

von August bis Oktober In den Freiwil­ligen Arbeitsdienst einbezogen werden können. Es kann nunmehr erstmalig auch für Studenten ein staatlicher Färderungssah bis zu zwei Reichs­mark je Arbeitstag gewährt werden. Anwerbung und Auswahl erfolgt durch die Hochschulen (5 t u - dentenwerke) im Einvernehmen mit den Bc- zirkskommissaren.

Zinszuschüffe für Instandsetzung von Wohnungen.

B e r l i n, 26. Juli. (WTB.) Der Reichsarbeits- minifter hat nähere Bestimmungen über bie in ber Notverordnung vom 14. Juni d. I. vorgese­henen Zinszuschüsse aus Reichsmit­te l n für Darlehen fürInstanbsetzungund Teilung von Altwohnungen bekanntge­geben. Hierfür stehen einmalig fünf Millionen Reichsmark zur Cßerfügung. Der Zuschuß wird Hausbesitzern gegeben, Die ein Darlehen von mindestens 1 000 Mark zur Ausführung größerer Instandsehungsarbeiten oder zur Teilung einer Wohnung ausgenommen haben. Da von einer

Seltsame Damenmoden, die an PhantasM die Schöpfungen unserer Damen weit in den Schatten stellen, finden sich bei den Eingeborenen im Innern Australiens, wie der australische Professor H. I. Wilkinson mittcilt. Der Gelehrte ist jetzt von e ner Expedition der Universität Adelalde nach dieser sud- australischen Stadt zurückgekehrt und erzählt:Die eingeborenen Frauen des Innern haben einen sehr ausgeprägten Sinn für Schmuck und Mode. Dieser äußert sich weniger in der Fülle dessen, was sie tragen als in feiner Eigenart. Der Schmuck des Kopfes unb des Halses besteht aus Schwänzen von Opo sums: Strohhalme werden in die Nase gxsteckt, und am Körper, der sonst frei bleibt, werden mit MessernVerzierungen" angebracht, die sich in deut­lichen Schrammen zeigen. Vielfach tragen die Frauen Ringe um die Arme, die aus dem von ihrem eignen Kopf stammenden Haar gefertigt sind. Als Zeichen der Trauer werden die Schultern zerfleischt, wodurch tiefe Wunden und dementsprechende große Schram­men entstehen. Diese Zerfleischung entspricht den sonst üblichen Trauerfitten, wie dem Zerraufen des Haars ober dem Einhergehen in Sack und Asche. Bei Festen werden merkwürdige Spiele aufgeführt, an denen ich die Frauen besonders eifrig beteiligen. Die einen

Was geschah ihm?"

Er ist plötzlich blind geworden."

Blind?"

2a. Er war vor der Wahl genau so freund- I schaftlich zu mit wie Sie. und schon eine Stund« I

Der Erfinder der Girls.

Diele Mädchen, blonde, schwarze, braune, sitzen in diesen Tagen in ihren Hotelzimmern und wei­nen sich die Augen trüb. Denn ein Mann ging von ihnen, der nicht nur ihnen ihr Brot gegeben hat, der sie nicht nur entdeckt, sondern auch gewisser­maßen erfunden hat. Bevor in Amerika Florence Ziegfeld auftrat so kann man mit einiger älebertreibung sagen, gab es dort wohl Mäd­chen, aber keine Girls. Das® i r l" in seiner ur­eigensten Funktion auf die internationale Operet­tenbühne gebracht zu haben, ist die eigentliche Tat Ziegfelds auf diesem Stern.

Um seine Erfindung zu popularisieren, brauchte es lange Jahre unb große Umwege. Aber dieser geschickte Mann hat nicht Geld unb Mühe gespart. Seine Organisation zur Entdeckung hübscher Mädchen umspannte den ganzen norbamerikanischen Äontinent. Seine Phantasie, mit beren Hilfe er aus manchen hübschen, jungen, bummen, unbegabten Geschöpfen ben größten Star des Jahres machte, war unerschöpflich. Jedoch sein Fleiß und seine Findigkeit hätten vielleicht nicht ausgereicht, ben schwachen Widerstand des prüden Amerika zu brechen. Gewiß, dieser Wider­stand ließ sich gerne brechen, was sittenstrenge Se­natoren und Polizeipräsidenten anlangte. Aber, nicht wahr, es gab da auch noch die Frauen­vereine.

Also hatte er sich einen ganz besonders raffi­nierten Dreh zurechtgelegt. Eines Tages posaunte er in der Welt aus: die amerikanischen Mädchen sind die schönsten Mädchen der WeltI Sie heben die nationalen und kulturellen Belange ihres Lan­

in See gegangen. Auf dieser Fahrt muh es von einem plötzlichen und sehr heftigen ®« Witter- sturin überrascht worden sein, der es zum Kentern gebracht hat. Es ist im Augenblick mr- möglich, die Ursache der Katastrophe tut einzel­nen zu erklären. Unter den Geretteten befinden sich auch 17 Mann der Stammbesatzung. Daraus muß man schließen, baß diese erfahrenen Leute sich bei dem letzten Manövrieren an Oberdeck befunden haben, d. h. also, daß die Bedienung der Takelage nicht allein den Kadetten überlassen worden ist, sondern daß vielmehr das geübte Personal der Stammbesatzung dabei mitge- toirft hat.

Ein Beileidstelegramm des Ehess der Marineleitung.

B e r I i n, 26. Juli. (TU.) Der Chef der Marine­leitung, Admiral Dr. h. c. R a e d e r, hat anläß­lich des Unterganges des Segelschulschiffes .Riobe folgendes Telegramm an den Inspekteur des Bilbungswefens der Marine gerich­tet:In kamerabschaftlichem Gedenken bin ich m diesen traurigen Stunden bei Ihnen undder bravenR i o b e"-Ve s a hun a. Ich trauere mit Ihnen und den Angehörigen der Verunglück­ten um die vielen jungen Kam er ab en, die bie unerbittliche See uns entrissen hat. Ich bin aber auch gewiß, bah bieser schwere Schlag die Reichsmarine zu weiterer treuester Pflicht­erfüllung anspornen und uns allen erneut unser Gelöbnis ins Herz einmeißeln wird, das da heißt:Fürs Vaterland vorwärts und aufwärts!"

Die Niobe.

DieNiobe" war eine Dreimasterschv- ner-Dark von 600 Tonnen Wasserverdrän­gung. Sie hatte einen Motor von 240 PS. Die Besatzung bestand aus sechs Offizieren, 50 Offi­ziersanwärtern, 18 Unteroffiziersanwärtern unb 25 Stammunteroffizieren und Mannschaften, zu­sammen also runb 100 Mann. DieRiobe" be­fand sich auf einer A u s b il d un g s r e i se und war gestern in See gegangen mit bem Ziel Warnemünde. Sie sollte Mitte Sep­tember in ihren Heimathafen Kiel zurückkehren. Kommandant war Kapitänleutnant R u h f u ß. Dieaiiobe, die erst nach dem Kriege in Dienst gestellt worden war, hatte als ersten Komman­danten den bekannten Grafen Luckner. Sie wurde 1899 auf der Weserwerft in Bremen ge­baut und nach gründlichem Umbau in den Jahren 1922 und 1923 von der Reichsmarine als Schul- schiff für Seekadetten und seemännische Unter» offiziersschüter in Dienst gestellt. Sie war 46 Me­ter lang, 9,2 Meter breit und hatte 4,8 Meter Tiefgang.

Wahl-Geschichien.

Heiteres aus alten englischen Büchern, mitgeteili von Wilhelm von Hebra.

Ein reicher Parvenü verhandelte mit dem Führer einer Partei, die alle Aussicht hatte, bei der Wahl die Majorität zu erlangen, über die Höhe seines Beitrags zum Wahlfonds und über die Belohnung, die er dafür erhalten würde. Er verlangte eine Lordschaft.Eine Lordschaft", erwiderte der künftige Premierminister,kann ich Ihnen nicht zusagen. Ich erlaube Ihnen aber überall zu verbreiten, daß ich Ihnen ben Rang eines Herzogs anbot, und daß Sie ihn ausge­schlagen haben." Dieser Handel wurde abge­schlossen.

In einer Wahlversammlung wiederholte ein Kandidat in seiner lebhaft vorgetragenen, aber uninteressanten Rede immer wieder den Sah:

Wir müssen unsere Chancen nutzen."

Als der Kandidat eine unfreiwillige Pause machen mußte, weil Husten ihn überfallen hatte, rief eine Stimme aus dem Publikum:

Ruhen Sie Ihre Chancen, Herr Kandidat, und beenden Sie Ihre Rede."

Darmstadt, 26. Juli. Von der Gaupresse­stelle ber RSDAP. wirb uns mitgeteilt: Die seinerzeit durch bie Veröffentlichung der Doxhei- mer Dokumente bekannt gewordenen hessischen Ra­tionalsozialisten Dr. Best. Wassung, von D a v i b s o n, Dr. W a g n e r und S t a w i n o g a haben gegen das hessische Gesamtmini- st e r i u m vom Sommer 1931 wegen Begünsti­gung ber hoch- unb lanbesverräterischen Absich­ten der KPD. St ras an trag bei dem Ober- reichsanwalt mit folgendem Schreiben erstattet:

An den Herrn Ooerreichsanwalt Leipzig. Am 25? Rovember 1931 wurde von den sozialdemo­kratischen Ministern Leuschner und Seve­ring das sogenannteBoxheimer Doku­ment" der Oeffentlichkeit bekanntgegeben. In den folgenden Tagen wurde das Hochverratsnr» fahren eröffnet, in das ber Unterzeichnete Dr. Best als Angeschuldigter, bie übrigen Unterzeichneten vorläufig" als Zeugen verwickelt sinb. In bem Verfahren ist bis heute keine Entschei­dung über die Erhebung der Anklage oder über die Einstellung des Verfahrens er­gangen, so daß die Unterzeichneten noch immer den Anwürfen ihrer politischen Gegner ausgesetzt fmDie heute erfolgte Veröffentlichung der im Besitz der He fischen Staatsregierung befindlichen Hach- und Landesverrats-Dokumente der KPD. klärt im wesentlichen die Sorge« schichte und die Voraus setzuna des Boxheimer Dokuments. Die Tatsache, daß die kommunistischen Bürgerkriegs- und Umsturz- pläne derHessische'n Regierung bekannt waren, ohne daß diese die Dokumente zur Warnung der Staatsbürger veröffentlichte, ober sonst ernft- hafte Maßnahmen gegen die bolschewistische Gefahr ergriff (während sie Unterdrückungsmaßnah­men gegen die nationalsozialistische Bewegung im reichsten Maße anwandte) beweist, wie richtig der Verfasser des Boxheimer Dokuments, sowie seine Mitarbeiter die Lage im Sommer 1931 beurteilten, wenn sie befürchteten, daß der kommunistische Um­sturz mangels ausreichender Abwehr durch bie 9i.e gier un gen bes Reiches unb der Länder bald Wirklichkeit werden konnte.

Die Unterzeichneten unb bas ganze deutsche Volk haben ein Recht auf vvllstänbige Klärung bieser Dinge. Die zustänbigen Be- hörben haben bie Pflicht, biefe Klärung herbei­zuführen. Um biete Klärung im öffentlichen Interesse herbeizuführen, erstatten bie Unter­zeichneten hierburch Strafanzeige gegen bas Hessische Gesamtministerium bes Sommers 1931 unb insbesondere gegen den in erster Linie ver­antwortlichen Innenminister Wilhelm Leusch­ner wegen Begünstigung der kommu- nistischen Hoch - und Landesverrats­pläne, begangen durch die Unterlassung wirksamen Einschreitens gegen diese ihr

nach der Wahl sah *er so schlecht, baß er mich I nicht mehr erkannte."

Ein Abgeordneter, der zum ersten Male ge­wählt und noch sehr jung an Jahren war, wurde in der ersten Sitzung durch die Großartigkeit des Parlamentsgebäudes und der Zeremonien zutiefst beeindruckt und sagte zu einem alten Abgeord­neten:Ich vermag es nicht zu fassen, daß ich da hereingekommen bin.

Rach einem Jahr fragte der alte Abgeordnete den jungen, der inzwischen zu Ansehen und Macht gekommen war:Vermögen Sie Ihr Glück noch immer nicht zu fassen?"

Das wohl. Jetzt aber kann ich nicht mehr fassen wie alle die anderen da hineingekommen sind."

Ein Kandidat hielt eine Wahlrede für Schutz­zölle unb behauptete, biefe würben bei Ausfüh­rung seines Programmes nur Ruhen bringen, aber nicht ben geringsten Schaben.

Ich verstehe Sie", erwiderte ein Zuhörer,seit langem beschäftigt mich ein ähnliches Problem. Ich will in das Drahtgitter um meine Hühner­farm Löcher machen, die groß genug sind, daß sich meine Hühner in der Farm des Nachbarn Futter holen können, doch zu klein, daß die Hühner des Rachbarn in meine Farm gelangen konnten."

In einem kleinen Ort eines östlichen Staates,