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Aachdruct verboten!
18 Fortts
Der WTB.-Berichterstatter erfährt auf Grund einer Privat-Jnformation, daß für die leichtathletischen Wettbewerbe der X.Olympischen Spiele 35 Nationen insgesamt 586 ^Reibungen abgegeben haben. Auf die Konkurrenzen der W“ ner entfallen 519, auf die Wettbewerbe der Frauen 67 Nennungen. Die meisten Meldungen gab Amerika mit 81 ab, es folgen dann Brasilien mit 51, Japan mit 49, Finnland mit 44, Deutschland mit 42, Kanada, mit 38, England und Argentinien mit je 31, Frankreich mit 24, Mexiko mit 22, Griechenland mit 19, Schweden mit 18, Italien mit 16, Australien Polen und Südafrika mit je 12, Neuseeland mit 11, Holland und Cuba mit je 8, Norwegen, Irland und Ungarn mit je 7, Indien und Tschechoslowakei mit je 6, Schweiz mit 5, China, Honolulu und Lettland mir je 3, Portugal, Dänemark und Estland mit je 2
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Original «Vornan von Anny von panhuys.
Copyright by Verlag A. Bechthold, Braunschweig.
sagen willst, kriege, ich doch wenigstens einen Kuß als Anzahlung, nicht wahr?"
Lil erbebte. Wie dreist der plumpe Mensch mit einem Male war. Sie wich zurück.
„Der Kuß gehört zum „ja" dazu!" Sie machte ganz kokette Augen, was ihr gelang, weil ihr gar nichts anderes übrig blieb, als ihre Dolle gut zu spielen, wenn sie ihn nicht gegen sich aufbringen wollte.
Er schlug ihr derb auf die Schulter.
„Kleiner Schelm, wozu wollen wir bis morgen warten?"
6ie erwiderte ernst: „Weil ich abergläubisch bin nach dem Traum. Dem heutigen Tag traue ich nicht."
Er lachte wieder.
„Meinetwegen! Die Hauptsache ist doch, daß ich zu meinem „3a" und meinem Kuß komme. Dis morgen werde ich es schon aushalten."
Sie lächelte ihn bestrickend an und er versicherte: „3ch bin Kavalier und ein Kavalier gehorcht den Wünschen seiner Dame."
Lil lächelte: „Ich wußte gar nicht, daß Sie so galant sein können."
„Ich kann alles, du niedliches Spielzeug. Da, wart's ab, was wir zwei für ein schönes Paar werden."
Er faßte sie bei den Schultern und es kostete Lil Mühe, stillzuhalten, denn der widerliche Atem des Mannes reizte sie, ihre Faust hochzurecken, sie ihm in das zu ihr niedergeneigte Gesicht zu stoßen. Aber sie war sich mit Stampfevl darüber klar geworden, sie sollte am klügsten Streit und Aerger mit Gerhard vermeiden, ihn dumm machen, Hinhalten, damit man dann auf geschickte Weise dem Zirkus CB al et sagen konnte.
Sie hielt also still, bezwang ihren Widerwillen und sagte mit lächelnder Miene: „Ich wollte mir schon immer meine Kostüme reinigen lassen, richtig und gut, was man selbst daran her um- pfuscht, ist doch nichts Halbes und nichts Ganzes. Darf ich nachher nach Dresden fahren und in die Reinigung geben? Auch Stampfevl sieht des abends schon viel zu schmuddelig aus in dem weiß und roten Anzug. Ich möchte auch in Dresden ein paar Kleinigkeiten kaufen, die ich brauche, weil ich allerlei Ideen habe, womit ich unsere Dummern verbessern könnte und ausbauen."
Der Direktor wurde in ihm wach.
„Wirklich? Deine Dummer willst du noch verbessern? Du bist 'ne tüchtige kleine Person." Er ließ sie los und sein Gesicht entfernte sich von dem ihren. „Ich muß dir ein Kompliment machen. Weißt du, als Direktor soll man ja sein Personal nicht verwöhnen, sonst wollen sie mehr Geld haben, aber wir beide heiraten uns ja da darf ich eine Ausnahme machen. Du kannst mehr als alle Clowns, die ich in meinem Leben gesehen habe, zusammen können. Wenn du willst,
Sie sagte: „Wo soll ich aber die Sachen einpacken?" Sie besann sich scheinbar, rief dann, als wäre ihr der Einfall eben erst gekommen: „Ich nehme meine Koffer und die können dann bis zum Abholen der Kostüme gleich in der Reinigungsanstalt stehen bleiben. Auf diese Weise kann man die Kostüme dann gleich sauber verpackt wieder herbringen."
Er stimmte zu.
„Bist du ein praktisches Mädel. Und wie ist s mit dem Geld, wieviel soll ich dir mitgeben?" Sie erwiderte ohne weiteres Ueberlegen: „Geben Sie mir ungefähr soviel, wie mein Gehalt von diesem Monat bis heute ausmacht, das genügt mir.“ Er lachte: „Mal ein Mitglied, das keinen Vorschuß will. Also, wie ich's ausrechne, kriegst du etwa vierzig Mark."
Sie nickte Ja und dachte, mit den vierzig Mark besäßen Stampferl und sie doch zusammen schon hundert Mark, ehe sie sich aufmachten in eine Zukunft, für die sie noch keinerlei Sicherheiten besaßen, in der sie nur mit Hoffnungen hineinzogen.
Alles ging weiter gut, sie erhielt das Geld, packte ihre Kostüme ein, dazu das eine Kostüm von Stampferl, stopfte auch noch etwas Garderobe und Wäsche von sich in die nicht allzu großen Koffer, und der Direktor ging mit zum Bahnhof, trug galant den einen Koffer, wahrend Stampferl den anderen trug.
Das war Lils Auszug aus dem Zirkus Ger- ^Änterwegs erzählte Gerhard dem Clown Stampferl, Lil würde Frau Direktor, und machte dazu ein mordseingebildetes Gesicht.
Die Koffer waren im Zugabteil verstaut und die beiden standen am Fenster, sprachen noch mit Dem Direktor. Jetzt ruckte der Zug an, die Räder begannen sich zu drehen. Lil hob ihr Taschen- tüchlein, es wehte auf, flatterte wie ein winziges Fähnchen. Doch einmal umfaßte Lils Blick die Gestalt des plumpen Menschen, der sie zur Frau Direktor hatte machen wollen, dann ließ sie sich Stampferl gegenüber auf der Bank nieder und sah ihn stumm an. Sie befanden sich nicht allem im Abteil, und sie 'redeten kein Wort miteinander, ehe sie in Dresden ankamen. Das war zu später Mittagsstunde und beide verspürten Hunger. Sie ließen sich's aber voriäufig an Kaffee und Brötchen genügen und benutzten gleich den gerade nach Berlin abfahrenden Zug. Sie wollten vor allem erst etwas Entfernung zwischen sich und ben Zirkus Gerhard legen.
Der Direktor wartete gegen Abend vergebens auf die Rückkehr seiner beiden Clowns, und da sprang ihn plötzlich das Mißtrauen an wie eine wilde Katze. Er teilte seinen Töchtern seine Ber- mutungen mit und Jetta durchkramte Lils zurück- gelassene Sachen, diese erklärte: „Sie hat allerlei mitgenommen, was darauf schließen laßt, sie kommt nicht wiederl" (Fortsetzung folgt.)
Deutsche Anleihen waren zunächst kaum verändert, bröckelten dann aber leicht ab. Ausländer tendierten ziemlich unregelmäßig. Renten, mit Ausnahme der verhältnismäßig gut erhaltenen Goldpfandbriefe, neigten zur Schwäche. Reichsschuldbuchforderungen verloren bis zu 0,75 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld heute mit 5,25 v. H. erhältlich. Prioat- diskonten blieben angeboten.
Frankfurt lustlos und schwächer.
F r a n k f u r t a. M., 27. Juli. (WTD. Drahtmeldung.) Je näher der Wahltermin heranrückt, desto größer wird die Zurückhaltung an der Börse. Da auch Deuhork in schwächerer Tendenz geschlossen hatte und vor allem das Publikum dem Markte weiterhin fernbleibt, schritt die Spekulation nach ihren gestrigen Deckungen und kleinen Meinungsläufen heute zu Realisationen, so daß ein überwiegend schwächerer Gr und ton vorherrschte. Ein verstimmendes Moment wollte die Börse auch in der Kredithingabe an die Hoesch-Köln-Deuessen-AG. erblicken. Bei sehr geringer Llmsatztätigkeit war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich, doch überwogen Abschwächungen von 0,50 bis 1 Prozent. IG. eröffneten mit 88,50 Proz., gegen die Abendbörse 0,25 Prozent niedriger, gingen aber später auf 87,65 Proz. zurück. Diedriger setzte vor allem die Mehrzahl der Montanaktien ein, die Rückgänge hielten sich jedoch im Rahmen von etwa 0,50 Prozent. Buderus blieben mit 26,75 Prozent gut behauptet. Bon Schiffahrtswerten gaben Ha- pag und Dorddeutscher Lloyd je 0,50 Prozent nach, und von Nebenwerten verloren Metallge- sellschast 1 Prozent. Einiges Interesse erhielt sich am Elektromarkt noch für AEG., die 0,50 Proz. höher eröffneten. Bon Zellstoffaktien gewannen Zellstoff Waldhof 1,25 Prozent. An den übrigen Marktgebieten herrschte Geschäftslosigkeit.
Deutsche Anleihen bröckelten ebenfalls von 0,25 bis 0,50 Proz. ab, wogegen späte Reichsschuldbuchforderungen mit 56,25 Prozent unverändert eröffneten. Bon fremden Werten blieben Zolltürken und Anatolier behauptet, dagegen gingen 3prozentige Salonique Monastir nach der leh- tägigen Befestigung wieder etwas zurück. Gold- und Liguidationspfandbriefe waren meist etwas angeboten und lagen zirka 0,50 Proz. niedriger, während Kommunalobligationen gut behauptet blieben.
Infolge der herrschenden Geschäftsunlust bröckelten die Kurse an den Aktienmärkten im Verlaufe weiter leicht ab. AEG. gaben ihren Ansangsgewinn wieder her, IG. lagen schließlich 1 v. H. unter dem Anfangskurs. Am .Rentenmarkt blieben deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen auch späterhin unverändert. Der Satz für Tagesgeld blieb zu 4 v. H. unverändert und leicht.
sind wir bald gemachte ßeute." Er neigte fich wieder zu ihr nieder und flüsterte: „Du bist so eine Künstlerin, Kleine, daß der Zirkus Gerhard durch dich 'ne Berühmtheit werden kann, daß wir ein für allemal rauskommen aus dem Dreck. Baue deine Dummer aus, verbessere, fahre nach Dresden, kaufe dafür was du willst und laß die Kostüme reinigen, dein Schutz zahlt alles, Mädel, und — fährt mit.“
Sie zuckte unwillkürlich zusammen. Darauf war sie nicht vorbereitet, damit hatte sie nicht gerechnet, daß er mitfahren könnte.
Ieht galt es Fassung zu bewahren.
Sie lächelte tapfer: „Dein, das dürfen Sie nicht, Herr Direktor. Sie sollen nicht sehen, was ich einkaufe, meine Dummer soll eine Ueber- raschung für Sie werden. Ia, auch für Sie. Ich habe mir das so ausgedacht. Aber Stampferl könnte mich begleiten und die Kostüme tragen, die in die Reinigung sollen."
Iohann Gerhard blinzelte: „Wenn Stampfer! nicht schon so'n Männchen wäre, könnte ich auf ihn eifersüchtig werden." Er überlegte. „Also meinetwegen, nimm den Stampferl mit als Bedienten. So was wie du darf sich schon einen Bedienten gestatten. Bist ein feines Angora- kähchen und morgen wirst du meine Braut. Dach unserer Hochzeit gibt es für dich kaum besondere Veränderungen, dann kommst du von Jettas Wagenabteil in meins rüber. Er sang mit falscher Stimme: Machen wir's den Schwalben nach, bau'n wir uns ein Dest! Er lachte: „Das Rest ist schon gebaut und jetzt habe ich mir das Weibchen dafür eingefangen."
Er spitzte die wulstigen Lippen: „Komm, laß . den Aberglauben, wollen uns küssen. Wozu das verschieben? Mit sowas kann man gar nicht rasch genug anfangen."
Sie wehrte mit erhobenen Händen.
„Bitte nicht, wegen meinem Traum, ich glaube dann bestimmt an eine schlechte Zukunft mit uns beiden. Morgen, bitte, erst morgen!" _ .
Er brummte: „Bei jeder anderen würde ich jetzt den Teufel danach fragen, ob heute oder morgen, da nähme ich mir, was mir ja schon so gut wie gehört, aber du hast so etwas, wodurch bei eurem der Kavalier geweckt wird. Doch sage als Vorschuß einmal „Iohann" zu mir, ich möchte wissen, wie sich das von dir anyört." r
O, es kostete Lil Aeberwindung, ihm den Gefallen zu tun. Aber sie brachte es fertig, wich jedoch für alle Fälle noch einen halben Schritt zurück und sagte dann lächelnd: „Iohann.
Er schnalzte mit der Zunge.
„So war es recht, Lil! Und letzt mach was du willst, und nimm Stampfer! mit nach Dresden. Fahrt nur bald, damit ihr vor der Vorstellung zurück seid." _ ,r .
Sie nickte eifrig, dachte, nun war Wohl der schwierigste Teil ihrer Aufgabe gelöst.
GHG bei der Deutschen Meisterschasts- CRcgdfo.
Bereits ein Dutzend Siege 1932.
Die Siebener Ruder-Gesellschaft 1877, die bekanntlich im vergangenen Iahre 23 Siege zu verzeichnen hatte, eine außergewöhnlich hohe Zahl, die unter allen deutschen Rader-Vereinen nur noch die Mannheimer RG. „Qlmicitia", die Vertreterin Deutschlands bei den Olympia-Wettkämpfen in Los Angeles, und die Frankfurter RG. „Germania" erreicht haben, schreitet auch in diesem Iahre wieder von Erfolg zu Erfolg. Mit dem glänzenden Sieg im Ersten Vierer um den Wanderpreis des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen am vergangenen Sonntag auf der Internationalen Regatta in Mainz, ist das erste Dutzend Siege auch in diesem Iahre bereits überschritten. Bei Ueberreichung des Preises an die Gießener Mannschaft sprach die Großherzogin ihre ganz besondere Freude darüber aus, daß der Wanderpreis von einer oberhessischen Mannschaft gegen solch' zahlreiche und starke Konkurrenzen errungen worden sei! Wenn auch der erstrebte Sieg der Gießener Ruderer im Ersten Achter gegen die Mainz-Kasteler RG. noch nicht errungen werden konnte, so waren es stets nur Sekunden, ja zum Teil nur Bruchteile von Sekunden, mit denen sich dieser Gegner den Sieg im Endspurt zu sichern vermochte.
In Anerkennung der vortrefflichen Leistungen der diesjährigen Mannschaft hat die Ruder-Gesellschaft beschlossen, ihren Ersten Vierer und Ersten Achter, außerdem noch den Doppel-Zweier zur Deutschen Meisterschafts-Regatta zu entsenden, die am 7. August auf der Donau bei Passau abgehalten wird. Bei dieser Gelegenheit werden die Mannschaften der Gießener RG., obgleich sie vorher noch aus der am kommenden Samstag und Sonntag stattfindenden Gießener Regatta ihre Kräfte mit starken Gegnern zu messen haben, sicherlich wiederum gute Leistungen bieten und man hofft, daß es ihnen gelingen möge, für ihre Gesellschaft wieder einmal, wie in den Iahren 1894 und 1900, eine deutsche Meisterschaft für Gießen zu erringen!
Lieber das Meldeergebnis der am nächsten Samstag und Sonntag stattfindenden 27. Gießener Ruder-Regatta haben wir bereits eingehend berichtet. Wie aus dem heutigen Inserat ersichtlich, sind die Eintrittspreise zur Regatta, den Zeitverhältnisse entsprechend, niedrig angesetzt, so daß jedermann in der Lage sein dürfte, den interessanten rudersportlichen Wettkämpfen beizuwohnen. Die Ehrenpreise und Ehren-Llrkunden, leh- tcre eine vortreffliche Arbeit der Brühlschen Druckerei, sind von Donnerstagnachmittag ab im Schaufenster der Firma Schuchard, Seltersweg 44, ausgestellt.
586 Meldungen für die Leichtathletik der Olympiade.
Er näherte sich ihr, als sie sich allein im Wohnwagen befand. Er hatte wohl die Töchter zu dem Zweck, sich mit Lil auszusprechen, weggeschickt.
Er nahm Platz, sah sie mit seinen kleinen Augen verliebt an. „Dun raten Sie mal, Lil, was ich für einen Wunsch auf dem Herzen habe", begann er. „Es ist ein Wunsch, den nur Sie allein mir erfüllen können. Raten Sie, Lil."
Wenn Lil nicht vorbereitet gewesen wäre, hätte sie jetzt sicher irgend etwas Dummes an- gestellt, denn der Direktor stand sofort wieder auf und trat dicht vor sie hin. Zu nahe fast kam er ihr dabei.
Sie tat harmlos.
„Ich bin eine ganz schlechte Rätsellöserin, Herr Direktor, und es ist viel einfacher, wenn Sie mir sagen, um was es sich handelt."
Er tippte ihr mit dem Zeigefinger auf die Stelle, wo das Herz sitzt.
„Fühlen Sie da drinnen nichts? Klopft es nicht manchmal ein bißchen stürmisch da drinnen, wenn Sie daran denken, Sie würden vielleicht von jemand geliebt. Von einem Manne, der was von hübschen Frauen versteht und in Ihnen doch die schönste sieht."
Lil schüttelte den Kopf.
„Wer sollt« mich lieben? Ich komme nirgends hin, ich kenne auch niemand, der Interesse für so ein armes Mädel hätte, wie ich es bin.“
„Dur nicht zu bescheiden", lächelte er mit einem Augenblinzeln. Er sah sie begehrlich an. „Was würden Sie sagen, Lil, wenn ich der Mann wäre, der Interesse für Sie hat? Sogar großes Interesse. Aber das ist ja ilnfinn, wenn ich der Mann wäre, der Sie liebt, Lil?" Gr hob die Arme. „Da kriech« rein, Mädel, ich will dich zur Frau Direktor machen." Er schmunzelte. „Frau Direktor klingt fein, was Mädel? Also los, ruck ran, ich brauche grab so was wie dich."
Lil antwortete dem Plan gemäß: „Ihr Antrag überrascht mich sehr, Herr Direktor, aber ich bin abergläubisch. Heute Dacht hatte ich einen bösen Traum, heute sag« ich nicht „ja".
Er lachte laut auf.
„Kleines Schaf! Aber wenn du es heute nicht tun willst, dann warte ich galant auch bis morgen.“ — Sie lächelte ihn an. „Dann ist's nur gut, morgen denk« ich wohl kaum noch an den Traum."
Er nickt«. „Qlber da du, toi« man merkt, ja
** Bereinigte Glanz st offabriken AG., Werk Kelsterbach. Die Vereinigte Glanzstofffabriken AG., Elberfeld, hat bei der hessischen Regierung in Darmstadt Antrag auf Stillegung des Kelsterbacher Werkes gestellt. Ueber den Antrag wird heute zwischen Vertretern der hessischen Regierung und der Elberfelder Genevaldirekdiou in Kelsterbach verhandelt werden.
* Zusammen! chlußDSU.-D-RadDw DSU., Vereinigte Fahrzeugwerke AG., Neckar- sulm, hat mit der Deutsche Industriewerke AG., Berlin-Spandau, Abteilung D-Rad-Werke eine Verkaufsgemeinschaft abgeschlossen. Der auf den 12. August einberufenen o. GV. der DSU. Vereinigte Fahrzeugwerke AG. wird vorgeschlagen, im Zusammenhang hiermit die Firma in „„DSU.- D°Rad Vereinigt« Fahrzeugwerke AG" Deckar- fulm, zu ändern. Die Produktion der DSU.- und D-Rad-Gemeinschaftsmodelle soll von den Deckar- fulrner Fabrikationswerkstätten übernommen werden.
Berlin schwächer.
Berlin, 27. Juli. (WTB. Funkspruch.) Während der Vormittagsstunden war in den Bankbureaus eine etwas schwächere Stimmung festzustellen, da der gestrige Rückgang in Neuyork, der in der letzten Börsenstunde zu Verlusten bis zu 2 Dollar geführt hatte, etwas verstimmte, und außerdem die gestrige Rundfunkrede des Reichswehrministers von Schleicher, in der außenpolitisch recht deutliche Töne angeschlagen worden sind, die Spekulation zunächst zur Zurückhaltung veranlaßte. Nachdem man auch an der Vorbörse etwas schwächere Kurse taxiert hatte, zeigten die Anfangsnotierungen, wohl in der Hauptsache infolge des außerordentlich geringen Ge- schäftes, an dem sich das Publikum heute kaum beteiligte, ein verhältnismäßig widerstandsfähiges Aussehen. Stärker gedrückt waren lediglich Schultheis, Stöhr Hoesch Chade, Elektrische Lieferungen und RWE', die bis zu 2 v. H. verloren, während sich sonst nur Abschläge bis zu 1 v. H. ergaben. Auf der andern Seite waren Ilse Genußscheine, Chemische Heiden und Rheag bis zu 1 o. H. gebessert. Man sprach über die inzwischen dementierten Zeitungsmeldungen, die eine Kredithilfe für Hoesch-Köln-Neuessen betrafen, bei der die frühere Reichsregierung indirekt mitgewirkt haben soll, über die weitere Besserung der Lage in der Kunstseidenindustrie, die in der beabsichtigten Wiederinbetriebnahme einer italienischen Tochter-Gesellschaft der Aku zum Ausdruck kam, usw.
Im Verlaufe schritt die Spekulation doch zu kleinen Abgaben, so daß sich ziemlich allgemein Rückgänge bis zu 0,5, vereinzelt bis zu 1 o. H. ergaben. Chadeaktien waren von der Schweizer Arbitrage stärker angeboten und nochmals um mehr als 4 Mark gedrückt. Auch Gelsenkirchen, Siemens und Gesfürel fielen durch größere Rückgänge auf, während AEG. freundlicher lagen.
75 deutsche Paddler in Südfrankreich.
Mitglieder des Deutschen Kanuverband«s, 75 an der Zahl, sind am Montagabend bei Arles ein- getroffen. Sie kamen über die Kleine Rhone. Im Lause des Dienstags besichtigten sie Arles und machten außerdem im Omnibus einen Ausflug nach der Hafenstadt Marseille.
Borotra spielt gegen USA.
Als Linzeispieler im Davispokalkampf.
Nachdem Rene L a c o st e, der zuerst als Cin- zelspieler aufgestellt war, an einer Halsentzündung erkrankt ist, hat nun der französische Tennis- Verband als zweiten Einzelspieler in der Davisherausforderungsrunde gegen USA. den „fliegenden Basken " Borotra bestimmt, obwohl dieser vorher erklärt hatte, keine Einzelspiele mehr bestreiten zu wollen. Der erste Cinzelspieler ist Henry C o ch e t.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 27. Juli. Es wurden notiert: Weizen 260 Mark, Roggen 220, Wintergerste für Brauzwecke 170 bis 175, Hafer (inländischer) 170 bis 180, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, Austausch- weizen) 38,15 bis 39,15, Weizenmehl (niederrheinisches, mit Austauschweizen) 38,15 bis 38,80, Roggenmehl 28,75 bis 29,25, Weizenkleie 9, Roggenkleie 9 bis 9,15 Mark. — Tendenz: ruhig.
SSadiratssihung in Butzbach.
pb. D u tz b a d), 26. Iuli. Die für Freitag voriger Woche vorgesehene Stadtratssitzung konnte nicht stattfinden, da sie nicht beschlußfähig war. Der Vorsitzende, Beigeordneter I o u h , stellte dies fest und vertagte daraufhin die Sitzung auf den gestrigen Abend. Als einziger Punkt der Tagesordnung wurde die Besoldung und das Pensionsdienstallcr des neuen Bürgermeisters Dr. Scheller behandelt. Beigeordneter Iouh gab an, daß der Finanzausschuß die Einstufung nach der Hessischen Besoldungsordnung Gruppe 3a dem Stadtrat vorschlage. Der Vertreter der NSDAP., Stadtratsmitglied Weick- Hardt, stellte den Gegenantrag, Dienstalter und Pensionsdienstalter zusammenzulegen und ein Grundgehalt von 4800 Mk. festzusetzen. Er begründet dies damit, daß die NSDAP, sparen will und beim Höchstbesoldeten der Stadt angefangen werden müsse. Im übrigen hätte seine Fraktion Kandidaten namhaft gemacht, die den Bürgermeisterposten für 4000 Mk. übernommen hätten. Bei der Abstimmung wurde der Antrag des Finanzausschusses mit 8 gegen 4 Stimmen angenommen. Demnach wird ein Grundgehalt von 6500 Mk., ein Wohnungsgeld von 1080 Mk. und eine Kinderzulage von 120 Mk. festgesetzt, wovon insgesamt 1533,60 Mk. an Abzügen abgehen. Das Besoldungsdienstalter wurde auf den 1. Iuli 1920, das Pensionsdienstalter ab 1928 festgelegt. Nachdem diese definitive Regelung stattgefunden und der neue Bürgermeister gestern bereits hier in di« für ihn vorgesehene Wohnung «ingezogen ist, wird nunmehr wohl Ruhe in unserer Stadt einkehren und ein gedeihliches Zusammenwirken zwischen Stadtverwaltung und Stadtrat stattfinden.
Amtsgericht Gießen.
Im Iahre 1925 wurde ein auswärts wohnender, Hilfsweise angenommener Ortsbriefzusteller wegen Llnterschlagung zweier Wertbriefe zu einer Gefängnisstrafe von 8 Monaten verurteilt. Ieht, nach etwa 7 Iahren, stand er wegen schwerer Beleidigung des Oberpostinspektors, auf dessen Zeugnis er seinerzeit verurteilt worden war, wiederum vor Gericht. Dieser ging am 14. Mai 1932 auf dem Schiffenberger Weg spazieren, als ihm sein früherer Untergebener begegnete. Schon im Vorüberfahren erging letzterer sich offensichtlich jenem gegenüber in Beleidigungen, die aber dem Postbeamten nicht verständlich waren. Dann sprang er von seinem Rade herunter und stellte seinen früheren Vorgesetzten. Er spielte in nicht mih- zuverstehender Weise darauf an, daß er nur ihm seine damalige Verurteilung zu verdanken habe. Der Postbeamte erwiderte in sachlicher Weife. Trotzdem scheut« der Angeklagte sich nicht, ihn einen „meineidigen Lumpen" zu nennen, der damals selbst die Briefe unterschlagen habe. Irgendwelche Entschuldigungsgründe für ein derartiges Verhalten fand das Gericht nicht. Milde war durchaus nicht angezeigt. Das Urteil lautete au f 2 Wochen Gefängnis.
Am 10. April fand in der Schanzenstraße eine Schlägerei zwischen politischen Gegnern statt. Zwei Polizeiwachlmeister räumten die Straße mit Zuhilfenahme ihrer Gummiknüppel. Dabei erhielt auch der Angeklagte einen Schlag, worüber er in eine derartige Erregung geriet, daß er sich in heftigen Schimpfworten gegen die Wachtmeister erging. Sie trugen ihm eine Geldstrafe von 3 0 Mark ein. Dur feiner schon durch die Schlägerei hervorgerufenen Erregung hat er es zu danken, daß die Strafe nicht höher ausfiel.
Meldungen, während Oesterreich, Ecuador, die Philippinen und Columbien nur je einmal vertreten ^Äuf die einzelnen Wettbewerbe verteilen sich die Meldungen wie folgt: 100 Meter: 36; 200 Meter: 40; 400 Meter: 35; 800 Meter: 23; 1500 Meter: 31; 5000 Meter: 29; 10 000 Meter: 27; Marathonlauf: 33; 3000 Meter Hindernislaufen: 24; 110 Meter Hürden: 22; 400 Meter Hürden: 17; 50-Kilometer-Gehen: 16; Hochsprung: 22; Weitsprung: 20; Dreisprung: 7; Stabhochsprung: 9; Speerwerfen: 16; Diskuswerfen: 24; Kugelstoßen: 20; Hammerwerfen: 18; Zehn- kamps: 20; 4 mal 100 Meter und 4 mal 400-Meter- Staffel: je 10. Frauen: 100 Meter: 21; 80 Meter Hürden: 10; Hochsprung: 10; Diskuswerfen: 10; Speerwerfen: 10; 4 mal 100 Meter: 6.


