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182. Jahrgang
Montag, 27. Juni 1932
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Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhefsen
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Lhefredabteur
Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantworilich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Idyriat; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Ma? Filler, sämtlich in Giehen.
Ein Zestsonniag in Danzig.
Oer deutsche Zioitenbesuch in der Kreien Stadt. — 500 Jahresfeier -es St.-Facob-Hospitals
Danzig, 26. Juni. (SU.) Am Sonntag erreichten die Veranstaltungen aus Anlaß des deutschen Flottenbesuches in Danzig ihren Höhepunkt. Mm 9 Mhr fand im Haus Heiligegeisigasse ®de Kohlengasse die Enthüllung einer Gedenktafel für den Danziger Seehelden Admiral Paul Deneke statt. An der Feier beteiligten sich neben 400 Mann der deutschen Schisssbesahungen die Danziger Marinevereine, die Danziger Vaterländischen Verbände, Stahlhelmabordnungen. SA.- und SS., die Kriegervereine, eine Hundertschaft der Danziger Schutzpolizei und die Ehar- gierten der Danziger Studentenschaft im WichS. Senatspräsident Z i e h m würdigte in einer kurzen Ansprache die Bedeutung Benekes. Er legte dann an der Gedenktafel einen Kranz nieder.
Hierauf sand im Stadtverordnetensihungssaal eine Festsitzung statt, bei der Museumsdirektor Prosessor Dr. K e y s e r einen auch durch Rundfunk übertragenen Vortrag über die E n t - stehung des St.-3akobs-Hospitals und über Danzig und seine Seegeltung hielt. An dem mittags vom St.-3akob-Hospital gebenen Essen in der Gewerbehalle, der ehemaligen St.- Iakobskirche, nahmen neben dem Präsidenten des Danziger Senats und dem deutschen Generalkonsul in Danzig Dr. Freiherr von Lehermann, der Führer des deutschen Flottengeschwaders, Konteradmiral F ö r st e r, der Kommandant des Linienschiffes „Schlesien", Kapitän z. S. Ah mann, zahlreiche Offiziere der deutschen Kriegsfchissc, die Spitzen der Danziger Behörden sowie Vertreter der Danziger Reedereien und Schiffahrtskreise teil. Der Vorsteher des St.-3akobs-Hospitals gab einen kurzen Meberblick über die Geschichte und die Entwicklung des Hospitals, in dem seit 500 Jahren deutsche Seeleute und Fischer Mnterkunft gesunden haben. Senatspräsident Ziehm überbrachte die Glückwünsche der Danziger Regierung.
Am Sonntagnachmittag sand auf den deutschen Kriegsschiffen ein Kinderfest statt, abends ein Empfang mit Tanz, von der Kasinogesellschaft für die Offiziere sowie ein Ball für die Besatzung der Kriegsschiffe in der Sporthalle.
Am Samstagabend ist es aus demDanzi- gcr Hauptbahnhof sowie auf dem Zoppoter Bahnhof zu neuen polnischen Provokationen gekommen. Ein nicht angemeldeter polnischer M i l i t ä r t r a n s p o r t, der sich auf der Durchfahrt von Dirschau nach Gdingen befand, hatte aus dem Danziger Hauptbahnhos einen längeren Aufenthalt. Die polnischen Soldaten verliehen den Zug und sangen wiederum pol- nischeLieder auf dem Bahnhof und st i e h e n Echmährufe gegen Danzig aus. Dasselbe Schauspiel wiederholte sich in Zopport. Die deutsche Bevölkerung verhielt sich diesen erneuten polnischen Provokationen gegenüber besonnen und zurückhaltend.
Einweihung der Goethe-Schule in Graudenz.
Danzig, 26.3uni. (TM.) Das Deutschtum in den geraubten Gebieten hatte durch die Einweihung der neuen Goetheschule in Graudenz einen groben Tag. Der prachtvolle Reubau ist vom Zentralverein für deutsches Schulwesen in Polen mit einem Kostenauf- wand von 3 Millionen Zloty erbaut worden. Die Einweihung fand unter gewaltiger Anteilnahme der Deutschen aus allen Gegenden Polens und der Freien Stadt Danzig statt. Die polnische Bevölkerung hatte ihrem Mnmut über die Eröffnung der deutschen Schule in der Rächt vor dem Festakt dadurch Luft gemocht. dah sie viele Deutsche belästigte, verschiedene Häuser von Deutschen in Graudenz beschädigt und beschmiert und Wohn- und Ladenfenster eingeschlagen hatte. Diese Vorgänge vermochten jedoch die Stimmung der deutschen Bevölkerung nicht zu beeinträchtigen.
tleberfall auf deutsche Turner in Böhmen.
Unerhörte Provokationen der Tschechen.
Prag, 27. Juni. (IBIB. Funkspruch.) Anläßlich des deutschen Gauturntages in Dur in Rordböh- men, kam es während der Vorführungen zu schweren Angriffen durch tschechische Zuschauer, die sich bei dem tschechischen Sokolhaus oerjammclt hatten und gegen die deutschen Turner mit Messern, Schlagringen und Stocken vorgingen. 20 Turner wurden verletzt, drei von ihnen schwer, wie das Prager Montagsblatt meldet, wurde festgestellt, dah der Angriff, an dem sich auch tschechische Frauen beteiligten, planmäßig vorbereitet war. So waren ;. L. die Rinnsteine am Marktplatz m i t v e n z i n überschüttet worden, um durch die beim Angriff zu Boden geworfenen Zettel und das daraus ent- stehende Feuer den Turnern den weg auf die Gehsteige abzuschneiden. Deutsche Parlamentarier, die bei den Vezirksbehorden gegen die Störung des amtlich in der sudetcndeutfchen Stadt bewilligten Festes einfchrittcn, wurden von der tschechischen Menge auf dem Heimweg ange
griffen. Der Bürgermeister wurde bespuckt und beschimpst, so daß er und die Parlamentarier von der Gendarmerie geschützt werden mußten. Zwei Personen wurden verhaftet. Die auswärtigen Turner wurden noch vorzeitigem Abbruch der Turnvorsührungen unter Gendarmerie
schuh zur Bahn begleitet. Vic tschechische Angreifermenge hatte sich aus den umliegenden Ortschaften zusammengczogcn. 3n^ amtlichen Bericht heißt es, daß es sich um kommunistische Angreifer gehandelt habe.
Zubelnder Empfang der deutschen Alaujakken in Zovpol.
Die Kapelle der Schutzpolizei geleitet die Matrosen des Linienschiffs „Schlesien", das Danzig einen Be- such abftattetc, unter dem Jubel der Bevölkerung zum Zoppoter Kurhaus, wo ihnen von der Stadt. « Verwaltung ein erhebender Empfang bereitet wurde.
Ein unruhiger Sonntag.
Blutige Zusammenstöße politischer Gegner.
Zusammenstöße vor dem „vorwärts" Gebäude.
B e r I i n , 25. Juni. (ERB.) Kurz vor 17 Mhr kam es in der Lindenstrahe in der Rähe des „Vorwärts"-Gebäudes zu Zusammenstöben zwischen Rationalsozialisten undRcichsbannerleuten, worüber vom Polizeipräsidium mitgeteilt wird, dah ein Zeitungshändler des „Alarm" an der Ecke Friedrichstraße — Delle-Alliance-Plah von einem Trupp von etwa 30 bis 50 Rationalsozialisten überfallen und mibhandelt sei. Der Zeitungsverkäufer flüchtete hierauf nach dem „Vorwärts"-Gebäude. Er wurde von den Rational- sozialistcn verfolgt, die bis in den ersten Hof des „Vorwärts"-Gebäudes gelangten, wo es zu einem Handgemenge mit dort anwesenden Reichs- banncrleuten kam, denen es gelang, die etwa 50 Mann starke Gruppe der Rationalsozialisten wieder hinauszuwerfen. Bei dieser Gelegenheit kam cs zu einer Schießerei, wobei ein R e i ch sb a nne rm a n n und ein Rationalsozialist verwundet wurden.
Dagegen wird von nationalsozialisti- s ch e r Seite folgende Darstellung der Vorgänge gegeben: Als kurz nach 16 Uhr Trupps- von SA. -Leuten von der Beerdigung eines Karne- roden über den Belle-Alliance-Platz kamen.^trofen sie auf ein P r o p a g a n d o a u t o der SPD., das mit Lautsprechern ausgerüstet war. Die Fahrer des Autos riefen: „Frei Heil!" und drohten mit den Fäusten aus dem Wagenfenster heraus. Es kam zu einem erregten Wortwechsel zwischen beiden Par- teien. Die Wahrer sprangen aus dem Wagen und griffen die SA.-Leute an. Zur selben Zeit stürmten mehrere Reichsbannerleute, die aus der Linden- ftraße kamen, auf die SA.-Leute zu. Es kam zu einer großen Schlägerei, in deren Verlauf die Reichsbannerleute von den SA.-Leuten zurückge- schlagen wurden. Als die SA.-Leute dann an dein Haus der „D o r w ä r t s" - R e d a k t i o n in der Lindenstraße vorüberkamen, hatten die Reichsbannerleute bereits das eiserne Gitter, innerhalb der Toreinfahrt geschlossen. Als die SA -Leute vorbei- kamen rief jemand aus der Toreinfahrt: „Zurück, Achtung, es wird geschossen!" oder so ähnlich. Die am Gitter Stehenden fluteten zurück und plotz - lich fielen fünf bis a ch t Schüsse aus der Toreinfahrt. Ein SA.-Mann brach mit einem schweren Bauchschuß zusammen und wurde nach dem Urban-Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist bedenklich. Kurz daraus erschien die Polizei und riegelte die Straße ab.
Sozialdemokratischer Protest bei Hindenburg.
Berlin, 26.Juni. 7TM.) Der Vorstand der SPD hat dc'm Reichspräsidenten folgendes Schreiben übermittelt: .Sehr geehrter Herr Reichs- Präsident! Gestern, Samstagnachmittag um 5 Mhr,
überfielen uniformierte SA.-Leute in der Friedrichstraße einenPropagandawagen unserer Partei und schlugen einen unserer Zeitungshändler. 3m Verlaus des Handgemenges drangen sie in das .Vorwärts'' - Gebäude ein, wobei es zu schweren Zusammenstößen mit dem Hausschuh und mehrfachen Verletzungen kam. Wie es zu solchen Meberfällcn kommt, darüber gibt Auskunft die nationalsozialistische Zeitung „D e r A n g r i f f", der am Mittwoch dieser Woche schrieb: „Sic sollen sich nicht so sicher fühlen in ihren Parteibüros und in ihren Redaktionsstuben. im Liebknechthaus, in der Linden- strahe, bei Mllstein, bei Mossc und bei Steintal!" Das ist eine direkte Aufforderung zu den Mebersällen, W sie sich jetzt ständig wiederholen. Eie stehen im krassen Gegensatz zu Ihrer Erwartung, Herr Reichspräsident, die Sie bei Erlaß der letzten Rotverordnung kundge- tan haben, daß nach der Aufhebung des SA.-Verbots Gewalttätigkeiten unterbleiben würden. Da Sie damals versicherten, mit allen verfassungsmäßig zustehenden Mitteln gegen Ausschreitungen jeder Art Vorgehen zu wollen, erlauben wir uns, Sie auf diese krassen Ausschreitungen der uniformierten SA.-Leute von der RSDAP. aufmerksam zu machen."
Zm Reich.
In Wattenscheid wurden am Sonntag etwa 80 uniformierte Rationalsozialisten in der Sommendellcrstraße von Kommunisten angegriffen und mit Steinen beworfen. Die Rationalsozialisten setzten sich zur Wehr. Es entspann sich ein heftiger Kamps, in dessen Verlauf die Kommunisten über 20 Schüsse auf die Ro tionalsorialisten abfeucrtcn. Ein SA-Mann aus Wattenscheid wurde tödlich verletzt. Ferner erhielt ein SA-Mann eine schwere Schußver- leyung an der Schulter. Zwei SA-Leute und eine unbeteiligte Frau trugen leichtere Verletzungen davon. Vier Kommunisten wurden fest genommen.
3n Essen wurden zwei Rationalsozialisten, als sie in Begleitung zweier Mädchen von einer Sonnenwendfeier in Essen-Vordeck heimkehrten. beschossen. Der Rationalsozialist Balting brach lebensgefährlich verletzt zusammen. Die Tater sind unerkannt entkommen.
In R u ß d o r f bei Limbach (Sachsen) kam es am Sonntag zu einem Zusammenstoß zwischen Nationalsozialisten und politischen Gegnern, bei dem eine Person getötet und 13 verletzt wurden. Nach Darstellung von nationalsozialistischer Seite überfiel ein größerer Trupp Reichsbannerleute und Kommunisten zwei Verkehrslokale der Na- tionalsozialisten. Die Ueberfallenen setzten sich teilweise mit Schußwaffen zur Wehr, wobei e i n Kommunist getötet und ein weiterer durch einen Beckensteckschuß schwer verletzt wurde. Zwölf Personen, darunter fünf Nationalsozialisten, wurden leichter verletzt. Ein Uebersallkommando aus Chemnitz stellte die Ruhe wieder her.
Die Deutsche Sludenienschast an Den Reichskanzler.
Berlin. 27. 3uni. (TM.) Der Vorsitzende der Deutschen Studentenschaft hat an Reichskanzler v. Papen alS dem Führer der deutschen Abordnung auf der Lausanner Konferenz einen Offenen Brief gerichtet, in dem es heißt: Seil Versailles und Öt Germain steht daS junge Deutschland in erbittertem Kamps gegen die Methoden einer Außenpolitik, durch die ein lebenswichtiges 3nteresse der Ration nach dem anderen u m utopistischer Vorstellungen ©Illen geopfert worden ist. Die furchtbare Verantwortung für die dadurch herbeigeführte hoffnungslose Lage unsere- Volke- trifft uneingeschränkt jene Kräfte und Gruppen, die trotz aller Warnungen das deutsche Staat-schiff von Versailles nach Locarno, von Dawes zu Voung gesteuert haben.
Dir haben es ausrichtig begrüßt, daß Sie. sehr verehrter Herr Reichskanzler, und 3hr Kabinett, sich aus die Bewegungen berufen haben, die den Lebenswillen des deutschen Volke- verkörpern. Wir wollen 3hnen ober unsere schwere Sorge nicht vorenthalten, daß die praktische Politik, die Taten, die Sie 3hren programmatischen Erklärungen haben folgen lassen, durchaus nicht mit 3hren Worten in Einklang zu bringen sind. Dadurch wird dem 'Bestreben der bi-her Verantwortlichen Vorschub geleistet, die heute alle- daransehen, ihre Schuld von sich auf andere abzuwälzen. Zu diesen Besorgnissen gibt uns die Haltung der deutschen Abordnung auf de rLausannerKonfe- renz Veranlassung, zu deren Mnterftühung Sie in 3hrer Rundfunkansprache die Heimat aufgerufen haben.
Die deutsche 3ugcnb hat sich seit den trüben Rovembertagen des 3ahres 1918 mit leidenschaftlichem Protest gegen die ver - antwortungSlofePreisgabeelemen- tarster Rechte des deutschen Volke- und feiner Staaten gewandt. Denken Sie nur an unseren erbitterten Widerstand gegen da- Anschlußverbot und gegen Locarno. Denken Sie cm unseren Kampf gegen den Dawe-- unb gegen den Voungplan. Vergebenhaben wir damals versucht, die Lebenskräfte der Ration gegen einen „Sachverstand" au mobilisieren, zu dessen unheilvollen Torheiten sich heute niemand mehr bekennen möchte.
Der Sicherheiten sind wahrhaftig genug gegeben! Wir betrachten es al- eine ungeheuerliche Provokation, wenn heute der leitende französische Staatsmann es wagt, noch weiterhin von „Sicherheiten" zu reden. Von 3hnen hätten wir erwartet, daß Sie auf dieses unhörte Ansinnen die richtige Antwort gefunden hätten. Warum haben Sie geschwiegen?
Der englische Premierminister scheint der französischen These von der „Heiligkeit der Verträge" und der Mnoerrüdbarfcit des Status quo zuzustimmen Er spricht von einer Art „Gotte-frieden", der — als Voraussetzung für jede endgültige Reparationsregelung — politische Veränderungen in Europa für einen langen Zeitraum auS- s«Halten soll. Auf diese Art will man den eigentlichen Grund des politischen und wirtschaftlichen Verfalls der Gegenwart, die Mißachtung der Friedensdiktate von 1919 20, auf unabsehbare Zeit sanktionieren. Wiederum soll eine deutsche Regierung dazu gezwungen werden, das Mnrccht von Versailles freiwillig anzuerken- nen. Mit solcher Weisheit will man erneut die Symptome der europäischen Krankheit bekömpsen. ohne ihre Mrfachen auch nur zur Duskission zu stellen.
Wir bedauern es sehr, daß Sie auf diese unheilvolle Wendung der Verhandlungen hin nicht mit einem deutlichen Bekenntnis zu der Forderung einer grundsätzlichen Revision geantwortet haben. Statt dessen liehen Sie es geschehen, daß die Konferenz in jene ziellosen Verhandlungen abglitt, durch die feit 3ahr und Tag die Rutznieher der Mißordnung von 1919-20 die längst fällige Bereinigung zu verfchleppen suchen.
Die deutsche Fugend wird sich nie und nimmer dazu verstehen tonnen, ein europäisches System für sich als verbindlich anzuerkennen, das mehr als 10 Millionen deutscher Menschen auf dem geschlossenen Siedlungsboden unseres Volkes nötigt, gegen ihren Willen außerhalb des Reiches zu leben. Ein System, das die deutschen Staaten unter dem Deckmantel non „Verträgen" grundlegender Hoheitsrechte beraubt, die jedem anderen Glied der Völkergemeinschaft als felbftoer- ftandlich zuerkannt werden. Ein System, das dem deutschen Volk den notwendig st en Lebensraum nimmt und der deutschen Jugend den Weg zu Arbeit und Brot versperrt. Ein System, das unser Volk zu einer Sklavennation erniedrigt hat und Millionen Menschen anderer Volker zwingt, in einem Zustand der Unterdrückung und Entrechtung zu leben.
Minister a. D. Scholz gestorben.
Reichsminister a. D. Dr. Ernst Scholz, der frühere FührerderDeutschenVolks- Partei, ist nach längerer Krankheit in den Abendstunden des Sonntag in Berlin gestorben Er litt feit geraumer Zeit an einem schweren Gallenleiden, das sich in den letzten Tagen erheblich verschlimmert hatte.
Reichsminister a. D. Scholz stand im 58. Lebensjahr. Von Haus aus Jurist, ging er frühzeitig zur Kommunalverwaltung über. 1912 wurde er Oberbürgermeister in Kassel und gehörte als solcher dem preußischen Herrenhaus an. Später wurde Scholz Oberbürgermeister von


