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Paul-Boncour versuchte dann eine Fest­stellung zu erreichen, daß die Frage der quali­tativen Äbrüstuna bisher keineswegs gelöst sei und daß neben der Abschaffung der Angriffswaffen der Vorschlag der französischen Regierung auf Internationalisier ung der Waffen stehe, hatte jedoch keinen Erfolg. Die von französischer Seite planmäßig geführten Bemü­hungen, die Konferenz auf Internationalisierung der Waffen festzulegen, sind vorläufig nicht durchgedrungen. Die Konferenz arbeitet in der von England und den Vereinigten Staaten gewünschten Richtung der Abschaffung der Angriffswaffen.

Offener Brief der hessischen Polizeibeamten an Or. Best.

WSR. Darmstadt, 26. April. Der Ver­band der Polizeibeamten Hessens hat an den nationalsozialistischen Landtagsabge- ordneten Dr. B e st folgenden Offenen Brief ge­richtet:

Herr Abgeordneter!

Sie haben als Sprecher der Fraktion der RS DAP. in der Sitzung des Landtags vom 19. April 1932 zu dem Antrag Ihrer Frak­tion .Auflösung der SA. und SS." Stellung ge­nommen und während Ihrer Rede nach einem Bericht desDarmstädter Tageblatt" vom

20. April 1932 in bezug auf die PolizeibeamteN folgende Aeutzerung gemacht:

Die Prätorianer-Garde der ka­sernierten Polizei ist kein Schutz des Staatsbürgers mehr, sie ist zu einer steten Bedrohung geworden. Mit Vorliebe werden Frauen undGreise mit dem G.ummiknüppel behandelt. Die mo­ralische Qualität der jungen Polizei und ihrer Offiziere ergibt sich daraus, daß sie Schul­den über Schulden haben und auch so den Bürger schädigen, der für sie erhebliche Steuermittel ausbringen muß."

Damit es der hessischen Polizeibeamtenschaft möglich ist, sich in der im bürgerlichen Rechts­leben üblichen Form gegen diese Ihre Aus­lassung zu wehren, fragen wir Sie im tarnen der hessischen PolizeibeamteN, die zu98Prozent in unserem Verbände organisiert sind, ob Sie bereit sind, die im Landtag unter dem Schuh der Immunität gemachten Ausführungen in der Oeffentlichkeit mit der ausdrück­lichen Versicherung zu wiederholen, daß Sie bei einem Austrag der offenbar zwischen Ihnen und der hessischen Polizeibeamtenschaft bestehenden Gegensätze aus gerichtlichem Wege auf den Ihnen als Landtagsabgeordneter nach der republikanischen Verfassung zustehenden Schuh verzichten.

Achtungsvoll

(gez.): Landesverband der Polizeibeamten Hessens.

Am 24. Mai Zusammentritt des neuen Preußen-Landtags.

Das Kabinett kündigt zum gleichen Tage seinen Rücktritt an.

Berlin. 26. April. (H3IB.) Amtlich. Das preußische Staatsmini st erium hat heute unter Bezugnahme auf Artikel 17 der preußischen Verfassung beschlossen, den neuen Landtag zum 2 4. Mai einzuberufen und ihn als verfassungsmäßige Folge nach dem Ausfall der Mahlen seinen Rücktritt in seiner Ge­samtheit m i t z u t e i l e n. Bis zur Neuwahl des Ministerpräsidenten und der Ueber- nahme der Geschäfte durch eine neue Regierung ist das Staatsmini st erium auf Grund des Artikels 59 der verfasfung verpflichtet, im A m t e z u bleiben.

Eine frühere Einberufung des Land­tages als zum 24. Mai ist aus technischen Gründen unmöglich. Auch eine Auflösung des jetzigen Landtags könnte den Termin nicht verfrühen; denn der Landtag kann nicht eher zufammentreten, als bis ein den Bestimmungen des Landeswahlgesetzes entsprechendes endgültiges amtliches Wahlergebnis zusammen mit den Annahmeerklärungen der einzelnen gewählten Abgeordneten vorliegt, während früher die Abgeordneten der Landesliste automatisch auf­rückten, wenn ihre Vorgänger ihren üreiswahl- vorfchlag angenommen halten, ist jetzt die Bestim­mung der Abgeordneten auf der Landesliste der Entscheidung der Parteien Vorbehalten. Der Landeswahlteiter muß deshalb erst eine acht­tägige Entscheidungsfrift der Par­teien abmarten.

Wenn Braun alsGeschäftsführer" bleibi.

Frankfurt a. M., 26. April. (TU.) Die Frankfurter Zeitung" weist in einem längeren Artikel unter der UeberschriftWas wird in Preußen?" darauf hin, daß zunächst der Aus­weg der Geschäftsführung durch ei ne Minderheitsregierung bestehe. Sie schreibt dann weiter:Was wir uns fragen müssen, ist dies, wie lange ist ein solcher

Ausweg gangbar und wie muß ein Ge° schäftsministerium überhaupt beschaffen sein, um der Lage gewachsen zu sein? Wir halten es für undenkbar, daß Herr Braun nicht wenig­stens den Versuch unternehmen sollte, sein Ka­binett irgendwie umzubilden. Man kann sich nicht vorstellen, daß der gegenwärtige Ministerpräsident, ohne diesen Versuch unter­nommen zu haben, mit diesem gleichen Parteimini st erium vor den neuen Land­tag treten und hoffen könnte, weiter zu regieren, wie wenn nichts vorgefallen wäre. Was wir vor den Wahlen forderten, müssen wir, seit wir den Umfang der parteimäßigen Umwälzung kennen, mit verdoppeltem Rechte verlangen: Herr Braun muß weitgehende Konsequenzen aus dieser Wahl zie­hen, bevor er sich. dem neuen Landtag mit seinem Geschäftsministerium präsentiert. Seine Geschäftsführung muß auch den Anschein vermeiden, als sei sie die Verlänge­rung eines soeben zu Fall gekom­menen Parteiregiment s".

Oie Kommunisten lehnen ab.

Tas Zentrum zur Kandidatur (Gregor Strasser.

Berlin. 26. April. (VDZ.) In gut unter- richteten kommunistischen Kreisen des preußischen Parlaments wird erklärt, daß die KPD- m i t allen Mitteln versuchen werde, eine Regierung der Rationalsozialisten in Preußen zu verhindern. Das bedeutet u. a., daß die Kommunisten es ablehnen wer­den. für die QSieöcrbefeitigung der neuen Bestimmung der Geschäfts­ordnung zu stimmen, wonach auch die R e u - wähl des Ministerpräsidenten nur mit absoluter Mehrheit erfolgen kann. Allerdings kündigen die Kommunisten an, daß sie gewisse Bedingungen stellen werden, die sie wahrscheinlich in Form von Anträgen dem neuen Landtag verlegen werden.

Immerhin hat die kommunistische Haltung zur Folge, daß ein nationalsozialistischer Minister­präsident nur gewählt werden könnte, wenn

Ulfrotnotdter Frühling.

Don per Schwenzen.

Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Finse (Rorwegen), April 1932.

Finse! Diese vortreffliche Station liegt 1600 Meter über dem Meeresspiegel. Durch zahllose Untertunnelungen, von sechsfach gestaffelten Schneeschirmen geschützt, klettert der Zug, bis er im Scheitelpunkt der Steilfahrt Finse erreicht. Ein paar Holzhäuser liegen tief verschneit an den Geleisen.

Man klettert aus dem Zug, schließt geblendet die Augen, gerät vom hartgestampsten Bahnsteig und steckt schon knietief im Schnee. Wo zum Teufel ist denn die Sonne? Sie sickert durch Wolken, sie prallt vom Boden, ein diffuses, unheimliches Licht, kein Strahl, der Schuh und Schatten er­laubt, eine Flut, von ringsum andringend, ein Element.

Vom Portier, der Koffer und Skier besorgt, bis Aum Baby im Kinderschlitten schaut die Menschheit deine Blamage durch blaue Brillen an. Zehn Minuten ohne Schneebrille und die Augen sind ermüdet. Das Licht, das ultraviolette Zau­berlicht ist Sensation, Kurkraft und der allge­meine Fimmel von Finse. Man wird um die Wette braun. Manche in zwei Tagen, andere in dreien. Bei der table dhote glaubt man einem Festessen der Regerrepublik Liberia beizuwohiren. Die Gesichter der Reuankömmlinge wirken wie störende Kalkflecke. Rach zwei Tagen sehen sie auS wie gesottene Krebse und nach vier Tagen verbürgt oie neue Physiognomie einen zentral­afrikanischen Stammbaum.

Alle Rechtdenkenden laufen täglich sechs bis acht Stunden Ski. Es gibt überhaupt nur Mahlzeit, Sonne und Schnee, lieber Mittag taut es, abends verharscht die Fläche. Das Thermometer hat Wechselfieber, es klettert unschlüssig zwischen zehn Graden herum, Sommer und Winter jagen ein­ander. Dlaueis leuchtet, Gestein ragt, Raben schreien unter dir in Klüften. Sonnenkegel fallen aus den blauen Blendenöffnungen stürmender Wolken herab, als suche ein himmlicher Beob­achter die weihe Oede nach einem einzigen Halm oder Strauch ab. Vergebens. Hier gibt cs nur Schnee, Stürme und Sonne, ultraviolette Sonne.

Haben Sie schon einmal gesehen, daß Hunde Schnee fressen? Für manche Geschöpfe ist Schnee " eine Art Kokain, weißes Rauschgift. Zum Bei­spiel für den Generalkonsul aus Schanghai. Das ist der Herr, der abends in tadellosem Smoking

ganz allein am dritten Tisch von links sitzt und die kleinen Briefe lieft, die einige Damen ihm in guter Absicht unter die Serviette schoben. Seit acht Jahren sitzt er im Auftrag der norwegischen Regierung in Schanghai, um die Seefahrtsinter­essen dec Ration zu vertreten. Ihm fällt die hohe Aufgabe zu, sich zur Begleitmusik japanischer Bombengeschwader über die Berichte von Un­taten chinesischer Seeräuber zu ärgern, die im (Sel­ben Meere norwegische Handelsdampfer kapern. Aber jetzt hat er Urlaub. Und da hat er weder Zeit noch Kosten gescheut, er hat telegraphisch Zimmer bestellt, er ist von Schanghai nach Finse geeilt, um hier Schnee zu schippen! Der Por­tier ist glücklich! Das ist ein Generalkonsul nach feinem Sinn, der die Interessen des Portiers wahrnimmt... Auf daß er selber in der Ski­halle sitzen und seine Pfeife rauchen kann. Drau­ßen wühlt sich der Konsul wie ein Schneepflug in das langentbehrte Clement. Er gräbt tiefe, paralle Schächte und legt so die Fenster des Par­terres frei. Es genügt ihm nicht, so skiweise über den Schnee hinwegzugleiten. Dis hoch über den Scheitel muh er drinnen stecken, und sich mit ihm herumhauen mit mit einem alten, lieben Kame­raden. Gr liebt es nicht, wenn man ihm dabei zu­schaut. Cs ist nicht das Richtige, wenn drei Damen aus London zusehen, wie man sich acht Jahre Schanghai vom Leibe schaufelt, wie man das Fen­ster zur Heimat frei gräbt. Und außerdem stehen die Damen auf feinem Schnee. Aber die Damen denken nicht so weit. Sie brechen in modische Schreie der Begeisterung aus uno eilen auf ihre Zimmer, um die kleinen Brieschen zu schreiben, die sie der Kellnerin Vertrauen. Die Kellnerin, im puritanisch schwarzen Kleide, legt sie unter die Serviette. Der Konsul, in tadellosem Smo­king, liest sie, nach der Suppe, flüchtig er schaut zum Fenster hinaus Schneewolken!

Ganz ähnlich ging cs dem jungen Holländer. Cr war fünf Jahre in Indien gewesen. Und was so Blumen und Fruchtbarkeit, Früchte und der­gleichen sind, das war ihm gerade geläufig... Aber Schnee! Schnee mußte er sehen. Und es war schon Mitte April, als er heimkam. Ganz Holland drohte sich gerade vor seinen überladenen Augen in ein Blumenmeer zu verwandeln. Und da sagte der alte zum jungen Holländer:Ich werde es dir nie verzeihen, daß du mich um den Harlemer Frühling bringst, aber fahren wir nach Finse!"

Und jetzt Iqufen sie beide zum erstenmal Ski. Der Junge läuft mit Schneid und riskiert schon Schußfahrten. Denn er ist Mitglied eines engli-

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auch das Zentrum seine Zustimmung gibt. In Zentrumskreisen wird hierauf gesagt, daß das Zentrum n i cht imstande sein wird, einen von Adolf Hitler benannten Rationalsozia- listen ohne weiteres als Ministerpräsidenten zu akzeptieren. Gegen Gregor Strasser als preußischen Ministerpräsidenten hat man in Zen­trumskreisen wegen der bayerischen Ab­stammung gewisse Bedenk en. Eine offi­zielle Stellungnahme zu dieser wie jeder anderen Kandidatur lehnt das Zentrum zur Zeit ab. In Zentrumskreisen wird noch erklärt, daß das Zentrum bei der Besetzung des Land­tagspräsidiums nach dem parlamen­tarischen Brauch verfahren werde. Es würde aber nur für einen Rationalsozialisten als Präsidenten stimmen können, wenn die Rational­sozialisten gemäß dem parlamentarischen Brauch nicht die Wahl des von den Sozialdemokraten zu stellenden ersten Vizepräsidenten unmöglich machen sollten.

Das Zentrum wartet ab.

Die Initiative mutz von den National- Sozialisten ausgchen.

B e r I i n, 26. April. (TU.) Wie von Zentrums­seite verlautet, ist entgegen anderslautenden Mel­dungen vorläufig nicht damit z u rech­nen, daß irgendwelche parteiamtliche Verhandlungen zwischen der preußischen ,Zentrumsfraktion und den Rationalsozialisten beginnen werden. Auch die Meldung über eine unverbindliche Fühlungnahme zwischen Angehöri­gen der Zentrumspartei und Rationalsozialistcn wird als unrichtig bezeichnet.

In Zentrumskreisen ist man der Ansicht, daß vor der Rückkehr des Reichskanzlers aus Genf überhaupt keine Verhand­ln n g e n ausgenommen werden können. Erst nach einer eingehenden Aussprache der maßgeb­lichen Zentrumsführer mit dem Reichskanzler werde sich klären, was für eine Haltung die Partei künftig einnehmen werde. Hierbei wird jedoch betont, daß die letzte Entscheidung selbst­verständlich bei der Zentrumsfraktivn des preu­ßischen Landtages nach dessen Zusammentritt liegen werde. Die Zentrumsfraktion sei in ihren Entschlüssen souverän. Es würden also an sie bestenfalls Anregungen herangetragen wer­den. Was die Zentrumsfraktion dann beschließen werde, stehe dahin. Auch legt man Wert auf die Feststellung, daß nach Ansicht des Zentrums die Initiative 'zu irgendwelchen Verhandlungen von nationalsozia- listischer Seite ausgehen muß. Cs ge»

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Etatsberatungen im Finanzausschuß des Hessischen Landtages.

Die Nationalsozialisten stimmen mit den Regierungsparteien.

WHP. D a r m ft a b t, 26. April. Der Finanz­ausschuß des Hessischen Landtages setzte die Ctats- beratung bei Kapitel 2 (Siedlungs wesen) fort. Das Kapitel sieht in Einnahmen 450 683 Mark (minus 16 965 Mk. gegenüber 1931), an Ausgaben 422 700 Mk. (minus 1'6 130 Mk.) vor. Ein sozialdemokratischer Antrag, die Regierung möge mit den Landlieferern in Verhandlungen eintreten, um eine Ermäßigung derPacht­zinsen mit Wirkung schon für das Jahr 1931 eintreten, wurde für erledigt erklärt, da die Re­gierung bereits entsprechende Schritte unternom­men hat. Bei Stimmenthaltung der übrigen Parteien wurden zwei kommuni st ischeAn- träge angenommen, wonach die Regierung einmal den Bauern Gelände zu weisen soll zu einem Pachtpreis, wie er in den geschlosse­nen Gutshöfen üblich ist. Weiter soll dasjenige Siedlungsland, das von den Bauern selbst urbar gemacht wurde, von den staat­lichen Abgaben befreit werden. Das Ka­pitel wurde gegen die Stimmen der Sozialdemo­kraten von allen übrigen Parteien an­genommen.

nüge nicht, wenn von nationalsozialistischer Seite erklärt werde, daß man zu Verhandlungen bereit sei. lieber die Aussichten etwaiger Verhand­lungen zwischen den Rationalsozialisten und dem Zentrum liehe sich nichts sagen. Das Zentrum habe bereits erklärt, daß es mit jeder Partei zusammenarbeiten wolle, die sich auf den Bo­den der Verfassung stelle. Angesichts die­ser Sachlage wird von Zentrumsseite dringend davor gewarnt, irgendwelchen Gerüchten über Absichten oder Verhandlungen des Zentrums Glauben zu schenken.

Im übrigen ist man beim Zentrum der An­sicht, daß selbstverständlich bei allen Entschlüssen in Preußen weitgehend st Rücksicht auf die Verhältnisse im Reich zu nehmen fein werde. In parlamentarischen Kreisen rechnet man angesichts dieser Sachlage daiüit, daß eine Klärung der politischen Verhältnisse nach den Landtagswahlen erst in einigen Wochen eintritt.

ftube). Holzkloben lodern im offenen Kamin. Ski- müde, braun und wohlig dehnt man sich in den Sesseln. Die Berge draußen liegen in perlgrauer Dämmerung. Der Schein der Herdflamme spie­gelt sich in den Scheiben und scheint auf den Schneehügeln des Generalkonsuls zu tanzen. Der sitzt mit einem Sportmädel zusammen. Sie war übrigens die einzige, die keine Briese schrieb. Der Whisky erobert mit schottischer Zähigkeit die Rase aus Döhmckn. Der alte Holländer sitzt lächelnd da. ohne das geringste zu riskieren. Alle Gesichter leuchten wider wie vorn Scheine eines großen Abenteuers.

Und das Abenteuer heißt: Frühling und Schnee. Morgen, übermorgen, in ein paar Tagen fahren wir aus dem ultravioletten Frühling hrn- unter in den himmelblauen und grasgrünen auß dem Treibschnee der Berge in den Dlütenschnee der Täler, aus dem schweigenden Licht in die singende Wärme des Mais...

Zu Kapitel 3 (Äameralgüter unter Dauvcrwaltung), .d as in Einnahmen mit 979 346 Mk. (minus 39 400 Mk.) und in Ausgaben mit 451 965 Mk. (plus 24 315 Mk.) abschlieht, wurde gegen die Kommunisten von allen übrigen Parteien genehmigt.

Bei Kapitel 4 (Weingüter), das in die­sem Jahre angesichts der außerordentlich niedri­gen Weinpreise eine Ablieferung an die Haupt st aatskasse nicht v o r h ej> t. gab die Regierung eingehende Aufklärung über die Auswirkung der Krise im Weinabsatz. Annahme fand ein 3entrum3antrag, daß bei Reubesetzrin­gen die planmäßigen Beamten bei der Domänen­direktion nicht mehr in planmäßige Deamtenstel- len einrüden, sondern auf Privatdienstvertrag an- gestellt werden sollen. Das Kapitel wurde gegen die Kommunisten von den übrigen Parteien ge­nehmigt. Im vergangenen Jahre war eine Ab­lieferung von 40 000 Mk. an die Staatskasse vor­gesehen. In diesem Jahre sollen die Kosten für Verbesserungen usw. bei den Weingütern aus dem Erneuerungsstock bestritten werden

Ein Angsttraum.

Als der berühmte Kliniker Hermann Roth- nagel einmal zum russischen Zaren gerufen wurde, hatte er ein Erlebnis, das noch lange in seinen Träumen wiederkehrte. Er reifte im Schlaf­wagen, stand in der Rächt auf, öffnete eine Tür, ergriff aber die falsche und stürzte aus dem Zuge in die Schneemassen am Bahndamm, die so dicht waren, daß er wie durch ein Wunder unverletzt blieb. Aber er mußte, nur sehr notdürftig be­kleidet, längs der Gleise aut nächsten Bahn­wärterhütte gehen und sich Dort aufhalten, bis am nächsten Tage ein deutfchsprechender Russe gesunden wurde, der die Verwirrung dieser Rächt erklärte urrd das Gepäck des Reisenden herbei­schaffen ließ, so daß Rothnagel seine Fahrt fort­sehen konnte. Cr hatte dann aber allmonatlich immer den gleichen Angsttraum, in dem er alle Schrecken dieser Rächt noch einmal erlebte.

Sochschulnachrichten.

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schen Sporting-Clubs und muß natür ich auf Sla- 1 lom trainieren! Aber der alte Holländer schüt­telt mißbilligend den Kopf und spricht, wohl­tönend und tief wie ein Glockenspiel über der Schelde, weise wie die Börse von Amsterdam: Man kann alles tun, aber man soll nie etwas riskieren ...

Das hat was für sich!

Also folge ich schon der holländischen Lebens­regel und richte mich nach den ultravioletten Ver­haltungsmaßregeln, die in der Halle angeschlagen sind: Kein Fett ins Gesicht, nur weihen Puder usw. Trotzdem ich nicht begreifen kann, was das für seltsame Strahlen sein sollen, die man nicht sehen kann, die einem aber das Fell vom Leibe sengen können, während einem der Schnee um die Rase stiebt.

Der Deutschböhme, der wie ein blauäugiger Ma­rokkaner aussieht, erklärt mir, dieses Licht käme vom Rordpol, es sei die schiere Elektrizität, kom­primiertes Rordlicht. Der Frühlingshimmel rase in kalter Exstase über die Eisgebirge und wir Warmblüter spüren die mystischen Kräfte auf un­serer derben.Haut erst, wenn der Himmel uns lebendig schinde. Einen Tag lang sei er ohne Schneebrille im Iökul gelaufen und habe drei Tage lang schneeblind im verdunkelten Zimmer liegen müssen. Ganz stolz ist er auf diese seine he­roische Begegnung von Angesicht zu Angesicht mit der Allmutter Sonne. Weich' seltsamen Ehr­geiz doch die Leute aufbringen können! Da streitet er sich mit einem jungen Rorweger herum, wo man am besten erfrieren könne!

»Was? Dieses Gebirge nennen Sie gefährlich? Was kann einem hier schon passieren, wenn man Schneebrillen hat? Bei uns im Riesengebirge erfrieren die Leute von einer Baude zur anderenI" Der Rorweger beteuert auf das Heiligste, man könne hier erfrieren, man brauche nur im Fe­bruar zu kommen und sich im Schneesturm an die geeignete Stelle zu begeben. Er selbst habe eine Rächt gerade noch eine versprengte Renn- tierherde erreicht. Unterm Bauch einer wärmen­den Rennkuh, hinter einem drei Meter tief ver­schneiten Felsblock, habe er gottseidank ver­geblich den Tod erwartet.

Der Deutschböhme aber kann eine weihe Rasen- spitze aufweisen. Erfroren.Bitte fühlen Sic!" Der Gegner fühlt und verstummt. Er ist geschla­gen. Sowas hatte cc nicht in die Debatte zu stecken. Cr holt die Westenflasche hervor, um die er­frorene Rase aus dem Döhmerwald mit schotti­schem WhiSky zu röten. Frühlingsgespräche. ..

Abends sitzt man in derPeisestue" (Kamin­

risch angenommen.

Professor Dr. Schwarzacher, Direktor des Instituts für gerichtliche Medizin an der Uni« versität Heidelberg, hat den an ihn er­gangenen Ruf als Ordinarius an die Universitas Halle abgelehnt.

1 dieses Grundsätze« Usti4 »ft iind mit der a vereinbar und )es alten Landtage inb geeignet, die Erfassung zu MC i vurdc die alte . )ah im zweiten - nchrheit entscheide

I «eine Entscheidung )je eine Wahl un terfüllbare Voraus!« rechtlicher Un bet Absicht, den G Landtagswahl befu Wctungösührung WM Verstoßes gc fchng ohne rech Landtag ist daher a falle im ersten Wal für einen Kandidat nicht zustand. k)mmt j in der Stichwa i mit relativer 2er so bestellte l

i legale Erstminister ' übernähme mühte c ter Reichscre

Oie Reuwahl

des Ministerpräsidenten.

Widerspricht dicAcndcrung der Geschäfts­ordnung der Rcichsverfassung?

Berlin, 26. April. (TU.) Der nationalsozia­listischeAngriff" bringt eine staatsrechtliche Studie des Rechtsanwalts Dr. Reubert, in dem es u. a. heißt:

I n welcher Weise der Landtag den Mi­nisterpräsidenten wählt, läßt die preußische Ver­fassung offen. Wenn Artikel 22 es dem Land­tag überläßt, die Mehrheitserforder- n Lf f e für Wahlen durch seine Geschäf ts­ordnung vorzuschreiben, so ist der Preußische Landtag gleichwohl nicht schl'echthin sou­verän. Das Land Preußen ist ein Glied des Reiches und Reichsrecht bricht Landes- recht. Artikel 17 der Weimarer Verfassung be­stimmt aber:

Jedes Land muß eine freiheitliche Ver­fassung haben. Die Landesregierung Bedarf des Vertrauens der Volksvertre- tun g."

Diese Rorm erfordert, daß die Landesregie­rung mit dem bei einer Reuwah 1 des Landtages bekundeten Volkswillen in Einklang gebracht werden muß. Die Vorschriften über die Regierungsbestellung müssen also so fein, daß das reichsverfassungs­rechtlich erforderte Vertrauensverhältnis zwischen | Regierung und Volksvertretung schnellstens hcr- ' gestellt wird. Vorschriften, die die Durchsetzung

Professor Dr. Philipp Ellinger von Universität Heidelberg hat den an ibn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der Pharmako­logie an der Medizinischen Akademie in Düs« seldorf als Rachfolger von Professor 21. 3a*

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