Nr. 98 WsBtaff
182. Jahrgang
Mittwoch, 27. April 1952
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Ueberbrückung
europäischen
Gegensätze in der Abrüstungsfrage von entscheidender Bedeutung für die Ueberwindung der IDclfroirt- fchaftskrise. Aus diesem Grunde seien die vereinigten Staaten bereit, mit allen Kräften an der Lösung des europäischen Abrüstungsproblem» mitzuwirken. Hoch übereinstimmender Be-
I angloamerikanischen immer noch als historisch ge- 1 sünder erweist, so will es beinahe so scheinen, als sei von London vorläufig eher noch als von Washington eine nachdrücklich« Initiative für die Bestellung eines erträglichen europäischen Gleichgewichts zu erwarten.
urteilung ist heule die Frage der Gleichberechtigung Deutschland» in der Abrüstungsfrogc in den Vordergrund gerückt. Vach amerikanischer Aussassung ist der deutsche Standpunkt in der Abrüstungsjrage logisch begründet und klar. Man nimmt in ausländischen Kreisen an. doh in den jetzt einsetzenden großen Besprechungen über die Jrag« der Gleichberechtigung der deutsche Stand- punkt in der Richtung vertreten werden wird, doh die Frage der Gleichberechtigung eine grundsätzliche Frage de, Rechtes und der Gerechtigkeit sei, und den internationalen Verpflichtungen des Völker- bundspakte» und des Versailler Vertrags entspreche. doh ferner die deutsche Forderung der
Kurze Mttagung des Reichstags
Erste Lesung des Etats.
Berlin. 26. April. lDDZ.) Der Aeltesten. rat des Reichstags beschloß am Dienstag gemäß dem Vorschlag der Regierung, den Reichstag f ü r den 9. Mai zu einer kurzen Tagung ein- zuberusen, in der die erste Lesung des Etats erledigt werden soll. 3n vieler Tagung soll auch ein Gesetz über dieAbsindungaus-
Annahme von ln$eigeit für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, ausmärt, 10 Betd),Pfennig; für Ne- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfenniq, Platzvorschrift 20'/, mehr.
Chefredakteur:
Dr. Friedr. Will). Üanqe. Verantwortlich für Politik Dr. ftr. Will). Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil (Emft Vlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.
angespornt, jede Rücksicht auf die amerikanische Politik der „offenen Tür" und „gleichen Gelegenheiten" fahren zu lassen und die letzten Reste außenpolitischer Freiheit Deutschlands, Oesterreichs, Ungarns und aller noch nicht ganz gezähmten südosteuropäischen kleinen Länder zu liquidieren.
Man sollte meinen, daß man nach alledem bei dem gegenwärtigen Präs.denken der nordamerikanischen Union im öffentlichen Auftreten eine gewisse Diedergeschlagenheit wahrnehmen müsse. Dem ist ober keineswegs so. Er wendet der Außenwelt nach wie vor dasselbe runde, faltenlose, strahlende Antlitz zu wie am ersten Tage seiner Präsidentschaft, und in Aeuherungcn für die Presse konnte man noch kürzlich wieder lesen, daß er nach wie vor fest davon überzeugt ist, das Volk der Vereinigten Staaten werde sich, möchten auch einige Leute „die Verven verloren" haben, aus eigener Krast rasch wieder gesund machen und dann die ganze Weltwirtschaft sanieren. Dieser Optimismus ist im Kern gewiß echter Amerikanismus. Der Durchschnittsamerikaner träumt trotz aller gegenwärtigen Röte noch davon, daß die in den weiträumigen Verhältnissen der Reuen Welt entstandenen pazifistischen Ideologien die ganze übrige Welt nach ihrem Bilde gestalten würden, ohne daß es dabei eines nachdrücklichen machtpolitischen Krästeeinsatzes bedürfe. Für die historisch geschultere Sehweise des Europäers hingegen haftet dem außenpolitischen Verhalten amerikanischer Staatsmänner zweifellos viel Donquichotterie an. und es scheint, als werde das Volk der Vereinigten Staaten überhaupt erst eine lange Sch ul e wirklichen Leidens durchmachen müssen, bevor es die für die Hebernohme einer seinen Kräften und der geopolitischen Lage seines Landes entsprechenden weltpolitischen Rolle erforderliche geistige Reife erlangen könnte. Wenn man wahrnimmt, wie das vom Golde gelöste Pfund Sterling wieder im internationalen Verkehr dem Dollar trotz dessen unerschütterter Goldbasis den Rang streitig machen kann, toetl das britische Mächtigstem sich gegenüber dem
land im Versailler Vertrag eine au geringe Truppenstärke erhalten habe Diese Frage würde jedenfalls bei derBesprechung vom Freitag in Anwesenheit Tardieus weiterbehandelt werden
Nie Abschaffung der Angriffswaffen.
Die technischen Ausschüsse beraten Weiler.
Genf, 26. April. (TU.) Der Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz hat den Vorschlag des Präsidiums angenommen, die drei technischen Ausschüsse für die Land-, See- und Luftfragen die Begriffsbestimmung von An- grisfswaffen behandeln zu lassen. Die drei Aus- fchufse werden entscheiden müssen, w e l ch e W a f- sengattungen ausgesprochenen Angriff s ch a r a t t e r tragen, für die Zivilbevölkerung im besonderen Maste bedrohlich sind oder eine besondere Gefährdung der Landesverteidigung bedeuten. Zur Behandlung der chemischen und bakteriologischen Waffen wird ein gemischter Ausschuß aus den drei technischen Ausschüssen eingesetzt. Die drei Ausschüsse haben sodann dem Hauptausschust ihre Vorschläge zu unterbreiten.
Präsident Henderson ersuchte die Führer der Hauptabordnungen, während der Arbeiten der drei technischen Ausschüsse" in vertraulichen privaten Beratungen über die noch offenen grundsätzlichen Fragen der Abrüstung zu verhandeln. Die Zeit der Ausschustverhandlungen solle nicht nutzlos vergehen, sondern möglichst zu einem Dorabkominen der hauptbetei- l i g t e n M äch t e über die grundsätzlichen Streitfragen führen.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Hindenburgs zweite Amtsperiode
Keine neue Eidesleistung.
B e r l i n, 26. April. (TU.) Rach einer Meldung der „Germania" verlautet, dah die zweite Amtsperiode des Reichspräsidenten v. Hindenburg in einer feierlichen Weise eingeleitet werden soll. Die Reichsregierung wird Flag- genschmuck anordnen und die Länderregierungen werden das gleiche tun. Es ist weiter in Aussicht genommen, dah ein G o t t e s d i e n st im Dom stattfinden wird, an dem der Reichspräsident von Hindenburg teilnehmen wird. Die Reichswehr wird es sich nicht nehmen lassen, ihrem Oberbefehlshaber aus Anlast seiner zweiten Amtsperiode militärische Ehren zu erweisen, außerdem dürfte ein Empfang derReichs- regierung und deS ReichstagPräsidiums stottfinden. Die Frage der Eidesleistung wird dadurch geklärt sein, daß der Reichspräsident v. Hindenburg als Staatsoberhaupt selbst der Auffassung ist. dah aus ethischen und religiösen Gründen ihn der einmal geleistete Eid für immer bindet.
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Worüber verhandelt wurde.
Oie quantitative Herabsetzung der Rüstungen. — Deutschlands Entwaffnung als Norm für die allgemeine Abrüstung.
scheidender weiblicher Beamter beraten werden. Rach der Pfingstpausc wird der Reichstag voraussichtlich erst in der letzten Maioder ersten Iuniwoche wieder zusammentreten Die wichtigste Entscheidung, die der Reichstag fällen wird, ist die über den Antrag derRa - tionalsozialisten aus Reichstagsauflösung. Das Schicksal dieses Antrags erscheint schon jetzt nicht zweifelhaft, da außer den Antragstellern keine einzige Fraktion ein Interesse an der Auflösung des Reichstags im Acl- testenrat bekundet hat. Man rechnet deshalb damit, daß dieser Antrag mit großer Mehrheit a b - gelehnt wird.
Gleichberechtigung sich gleichzeitig auf die Land-, See- und Lustrü st ungen ausdehne.
Hierdurch wird zwangsläufig entgegen den. bisherigen Besprechungen — auch die Frage der Flottenrüstungen in die Verhandlungen mit ein- bezogen. Man erwartet, daß die für Freitag vorgesehene gemeinsame Besprechung von Mac donald. Stimson. Brüning und Tardieu entscheidende Bedeutung haben wird, und daß in dieser Besprechung der erste praktische Versuch einer Hcbcrbrüdung der deutsch-sranzösischen Gegensätze in der Abrüstungsfrage durch englisch-amerikanische Vermittlung unternommen werden wird. Die Tributs rage ist in der heutigen Unterredung nicht berührt worden.
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Genf, 26. April. (IU.) 3m Lause des heutigen vormittags hatten der deutsche Reichskanzler Dr. Brüning, der vom Staatssekretär von Bülow begleitet war, und der englische Ministerpräsident Macdonald eine Unterredung mit dem amerikanischen Staatssekretär S l i m s o n . der auf amerikanischer Seite die beiden Vertreter auf der Abrüstungskonferenz. hugh G i b f o n und Norman Davis beiwohnten. Diese Unterredung ist die Fortsetzung der bisherigen Besprechungen, die in der vergangenen Woche zwischen dem amerikanischen Staatssekretär Sttmson und oen übrigen Beteiligten, insbesondere dem Reichskanzler Dr. Brüning gepflogen wurden. Der heutige Meinungsaustausch galt einigen wichtigen Punkten der Abrüstungsfrage. Die Besprechung wird nach der am Freitag erfolgenden Rückkehr de» französischen Ministerpräsidenten Tardieu nach Genf fortgesetzt. Demgemäß hat Reichskanzler Dr. Brüning seine eigentlich schon für Mittwoch beabsichtigte Rückreise nach dieser B e- sprechung in Aussicht genommen.
Heber die Zusammenkunft -wischen Macdonald, Stimson und Brüning ist von englischer Seite eine halbamtliche Mitteilung verbreitet worden, derzufolge die Abrüftungsfrage behandelt worden und der Inhalt der Hnterredung dem französischen Ministerpräsidenten Tardieu und dem italienischen Außenminister ® ranbi übermittelt worden ist. Tardieu wird für Freitag vormittag in Genf erwartet.
Heber den Inhalt der streng geheimgehaltenen Hnterredung wird in englischen und amerikanischen Kreisen folgende Mitteilung gemacht: In der Hnterredung hat Stimson mit großem Rachdruck hervorgehoben, daß die Abrüstungskonferenz zu einem erfolgreichen Ausgang nur dann gelangen könne, wenn die deutsche und sranzösische Regierung zu einer Hebereinstimmung in den grundsätzlichen Abrüstungsfragen gelange. Den gleichen Standpunkt hat der englische Ministerpräsident Macdonald eingenommen.
3n der Unterredung soll Stimson weitgehende Mitwirkung und Hilfe zur Ueberwindung der Gegensätze ange- bolen und sich für die Vermittlung zur Verfügung gestellt haben. Die vereinigten Staaten seien zwar an der Lösung der rein europäischen Abrüstungsfrage nicht interessiert, jedoch sei die
Oie rheinische Obst- und Gemüsebauverbände fordern stärkere Einfuhr» droffelung.
ft ö I n , 23. April. (TU.) Die Bereinigung des rhein ischen Bauernvereins und des Rheinischen Landbundes, dic Landwirt- schaftskommcr für die Rheinprooinz, der landwirtschaftliche Verein für Rhein Preußen, der Landesverband Rheinland im Reichsverband des deutschen Garten bau es, sowie andere am Obst und Gemüsebau interessierte Kreise, faßten auf einer Kundgebung eine längere Entschließung, in der verlangt wird, daß nunmehr endlich nach dem Beispiel des Auslandes auch deutscherseits eine starke Einfuhr- b r o | f e I u n g durchgeführt werde, zum mindesten ein völliges Verbot jeder ft o n t i n g e n Herung, die überflüssige Einfuhr von «zruhprodukten und Südfrüchten sei zu unterlassen. Die Demienbewilligungen dürfen für dic entbehrliche Einfuhr nicht mehr erteilt werden. Die Erzeugnisse im Obst- und Gemüsebau seien von der erhöhten Umsatzsteuerzu befreien. Das marktschreierische Kommissionsgeschäft fei zu verbieten. Die krassen Mißverhältnisse zwischen Er zeuger- und Derbrau eher prüften müßten beseitigt werde»
Hoovers Kampf.
Don Otto Eorbach.
Während sich in Europa wie in Asien politische Wandlungen vollziehen, dic amerikanische Interessen auf das schwerste au schädigen drohen, siebt Ich die Regierung des Präsidenten Hoover genötigt. alle Kräfte zur Abwehr der ihr im eigenen Lande drohenden Gefahren anzuspannen, und i m Aus lande den Dingen ihren Laus zu lassen. Man beschrankt sich, wie im Falle des lnegerischen Vorgehens Japans in China, mit Protestnoten, dic alle Welt warnen sollen, mit irgendeiner „de facto“ entstandenen Lage zu rechnen, solange sie von Washington nicht als „de jure“ bestehend anerkannt worden sei. was aber natürlich weder Japan noch Frankreich hindert, inzwischen so viele, die weltweiten Beziehungen Onkel Sams störende vollendete Tatsachen wie möglich zu schaffön. Man darf mit ungefährer Sicherheit damit rechnen, daß das Weiße Haus für eine außenpolitische Aktivität nicht vor hem 8. Rovember, dem Termin der Präsidentenwahl. auftauen wird, und auch das nur bann, wenn Hoover, was vorläufig nichts weniger alS wahrscheinlich ist. wicdcrgewählt werden sollte. Siegt der demokratische Kandidat, so dürste die amerikanische Außenpolitik erst mit dessen Amtsantritt am 4. März 1933 wieder aktionsfähig werden, da Hoover für den Rest seiner Amtszeit dann wohl oder übel noch größere Zurückhaltung üben müßte, als vorher.
Zweifellos hat sich Hoover seinen ,Kamps" als Präsident ganz anders gedacht. Als Leiter des tzandelsdepartements unter feinen beiden Vorgängern hatte er eine A r t Wclterobe- lrungsplan für die anrerikanischen Mvzportindustrien ausarbeiten lassen und »zu dessen Durchführung einen gewaltigen Apparat »geschaffen. Gr traute sich zu. die Gefahren, die R bet Hochkonjunktur drohten, die er unter Coo- »lidge mitschaffen hals. rechtzeitig bannen und das |L Wirtschaftsleben der Hnion durch p anmäßige V handelspolitische Aktivität überhaupt krisenlos ge- B halten zu können. Bezeichnend war. daß er die E Seift zwischen seinem Wahlsieg und seinem Amls- ; antritt zu einer monatelangen Rundreise durch Dbie hauptsächlichsten lateinamerikanischen stünder benutzte, um dort allenthalben Der- nauen für den uniniperialistischen, vorwiegend Ufommerziellen Charakter, den er fei- Biut Präsidentschaft zu verleihen gedachte, zu »wecken. Rach seinem Amtsantritt galt seine nächste Mkorge der Hinwegräumung der Hindernisse für ; eine Verständigung zwischen den gro- »h«nSermächten Ihm schwebte eine Art V.r- A frustung der Seeherrschaft vor auf Grundlage einer Abgrenzung von Interessensphären für den Han- » bei jeder beteiligten Macht. Als dic Londoner MFlo 11 e n k o n s e re n z zusammentrat, war das ■3 uftanbclommen des Dreimächtepaktes gesichert, weil Japans Zustimmung & durch weitgehende Zugeständnisse für das Dor- i wiegen seiner Interessen in Rordchina und die Beherrschung des westlichen Pazifik, die englische durch Preisgabe amerikanis er Haadeleintercssen - in Brasilien und Argentinien erkauit worden war. £ Schwierigkeiten, eine EinigungS ormel für die Ufranzösisch - italienischen 3 n tc r- <! sengegensähe zu finden, vereitelten le- fanntUch das Gelingen des Planes, einen Fünf- vachtepakt zustandezubringen.
Bevor jedenfalls seine Taktik, weltpolitische Probleme mit kaufmännischen Mitteln zu behan- Mn. greifbare Ergebnisse erzielen konnte, über- mfchte Hoover, der sich für alle Vorzeichen der ftrannahendcn Krise blind gezeigt hatte, der tvoße Börsenkrach im Dezember 1931 wie <ii Blitz aus hciterm Himmel. Man weiß, wie <r bann immer wieder mit unzulänglichen Mitteln icrfuchte, das Verhängnis in seinem Laufe au^ fuhalten. wie sich sein unverwüstlicher Optinfts- nas jederzeit sträubte, die Tragweite der Der- 1 gerungen richtig einzuschähen. die die Krise an- nchtete. wie seine unermüdlichen Ankündigungen, ich die ergriffenen Maßnahmen die verfchwun- lene Konjunktur in kürzester Frist wieder hcr- i torzaubern würden, immer wieder durch dieTat- ! sichen kläglich ad absurdum geführt wurden Roch inner ist von einer Wiederttchr der guten Zeiten i si wenig zu verspüren, daß der Arbeiterführer HcGrady keinem Widerspruch begegnet, wenn er |toölf Millionen Menschen zählt, die ton öffentliche r Mildtätigkeit lesen, von acht Millionen völlig Arbeitslosen rnd sieben Millionen, die auf ein oder zwei Wochentage arbeiten Rach Milliarden beziffern sch die Summen, die zur Deckung der Defizite im Gadget der Bundesregierung durch neue Steuern a fzebracht werden müssen, während die Dcrwal- bngen der größten Städte, darunter Reuyork. kkikago und Philadelphia, nicht mehr wissen, wie ft aus ihren finanziellen Schwierigkeiten heraus- btrmen sollen.
Inzwischen sind auch Hoovers außenpolitische Scheinerfolge in Richts zerronnen. Die spanische Diplomatie präsentiert der Tcshingtoner Regierung zur Rechtfertigung des kioberungszuges in China Wechsel, die ihr an- lißlich der Vorbereitung der Londoner Flotten- sinlercnz durch Hoovers Sonderbotschafter kc.ßle jr. seinerzeit ausgestellt wurden, und im Meißen Hause weih man gegenüber solcher vorher- krlehener Logik des japanischen Imperialismus liitn mehr einen andern Rat, als auf alle Vor- hifc, die man sich im Dreimächtepakt als Grund- siqc der ..Seeabrüstung" versprach, zu verzichten. Io gegen für einen vielleicht unausweichlichen fcnt>f um die Herrschaft im Stillen Ozean hem- ringslos zu rüsten. Im Wcltwesten aber schicki h) Frankreich an, vom japanischen Beispiel
Vertrauliche Besprechung zu dreien.
Stimson und Macdonald bieten ihre Vermittlung an. — Oer Reichskanzler vertritt die deutsche Forderung auf Gleichberechtigung in der Abrüstungsfrage. — Tardieu kommt am Freitag erneut nach Genf.
Paris. 27. April. (C-RB Funkspruch, eigene Meldung.) Der in Gens weilende Auhenpolitiker des „Echo de Paris" mißt der gestrigen Hnterredung Stimson Macdonald Brüning eine besondere Bedeutung bei. Sie könne als Vorbereitung zur Viererbesprechuna gelten, die für nächsten Freitag anberaumt sei. Ein Protokoll über dic gestrige Besprechung sei der französischen Delegation übergeben worden, während Grandi telephonisch von dem Verlauf unterrichtet worden sei. 3n den Besprechungen sei zum Ausdruck gekommen, daß die Beseitigung der Angriffswaffen eine solide Grundlage fei. auf der man positiv aufbauen könne. Die Quantitätsfrage solle so geregelt werden, daß jede Ration ein ,absolut feststehendes Kontingent" erhält, das nach ihren innenpolitischen und grenzpolitischen Bedürfnissen errechnet werde, wobei die Deutschland durch den Versailler Vertrag zu stehenden Effektivbestände als R o r m gelten könnten für das, was ein 64- Millionenvolk brauche. Zu diesem Kontingent könne dann noch ein veränderliches Kontingent geschlagen werden, das den R o t - Wendigkeiten zur nationalen Verteidigung und den Anforderungen der internationalen Verpflichtungen entspreche. Die Hrheber dieses Systems rühmten seine Geschmeidigkeit. Der Außenpolitiker des Blattes bezeichnet einen derartigen Plan als nicht besonders verlockend für Frankreich, und in diesem Sinne hätten sich auch französische Militärsachverständige in Genf geäußert. Grandi dagegen trete fürihn e i n. Dr. Brüning habe gestern auf der Hnterredung mit Stimson und Macdonald Bedenken geäußert und besonders betont, daß Deutsch-
Crschetnt täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monatiBeiugspreis:
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