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Sie Molle im malischen Zuchibans Dartmoor.

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Unser Bild zeigt eine Fliegeraufnahme, die während der Revolte der Gefangenen des englischen Zucht­hauses Dartmoor gemacht wurde. Bei der Bekämpfung der Meuterei gelang es der Polizei erst nach längerer Zeit, bis zum Zentrum des Zuchthauses vorzudringen, wo die aufsässigen Sträflinge das Ver­waltungsgebäude in Brand gesteckt hatten.

In der Nacht zum Dienstag wurde eine Abtei­lung von 50 Mann der Garnison Plymouth nach Princetown beordert. Wie es heißt, soll dies le­diglich eine Vorsichtsmaßregel sein. Die Sol­daten wurden zu beiden Seiten des Einganges zum Zuchthaus von Dartmoor postiert. Andere Soldaten haben Wachtposten auf allen Straßen in der Nähe des Zuchthauses bezogen. Die Stra­ßen von Princetown nach Exeter, auch die Land­wege, sind durch Verhaue gesperrt. Die außer­ordentlichen Vorsichtsmaßnahmen werden damit begründet, daß sich in der Umgebung der Anstalt ehemalige Sträflinge gezeigt hätten und daß jeder etwaige Versuch, den Ge­fangenen von außen zu Hilfe zu kommen, im Keime erstickt werden solle. Als m der vergange­nen Woche einer der Gefangenen einen A u s -

bruchversuch unternahm, waren in der Nähe zwei Autos bemerkt worden, die an­scheinend auf ihn warteten. Hierbei ist zu berück­sichtigen, daß das Zuchthaus inmitten von Moor­land liegt, wo häufig dichter Nebel herrscht. Auch jetzt ist die Anstalt in dichte Wolken eis­kalten Nebels gehüllt, der die Sicht sehr er­schwert. Eine Anzahl Scheinwerfer ist in Tätig­keit gesetzt worden. Im ganzen waren um Mit­ternacht hundert in Lastautos an Ort und Stelle gebrachte Soldaten mit aufgepflanzten Seiten­gewehren um das Gefängnis herum verteilt. Alle Fußgänger und Autos werden angehalten und nach ihren Ausweispapieren gefragt. Gegenüber dem Haupteingang des Zuchthauses ist eine Ma­schinengewehrabteilung postiert.

Aus der Arbeit des Reichskommiffars für Preisüberwachung.

Oie Preissenkung.

Arbeiier- und Veamtenvertreter beim Preiskommissar

Wie der Reichsbund der höheren Be­amten, Landesverband Hessen, mitzuteUen bittet, empfing der Reichskommissar für Preisüberwachung am 19. d. M. die S p i tz e n g e w e r k s ch a f t e n der Arbeiter und Beamten zu einer Bespre­chung über den augenblicklichen Stand der Preis­senkung. Dr. Goerdeler berichtete zunächst über die Schwierigkeiten der Preissenkung. Es seien allein 3000 Kartelle und 56 000 gebundene Preise vorhan­den. Bei den Markenpreisen seien Ausnahmen nicht bewilligt, wohl aber in Einzelfällen die Preis- binduna aufgehoben worden. Eine Gesamtliste solle bis Ende Januar vorgelegt werden. Beim Hand­werk sei eine Senkung von 10 Prozent z. B. bei den Friseuren versprochen, aber nicht durchge­führt worden. Im Einzelhandel solle das Sy st em der Preisschilder weiter aus­gedehnt werden bei den pharmazeutischen Ar­tikeln werde die Apothekertare und die Handels­spanne gesenkt, so daß man auf eine Senkung von 20 Prozent hoffe. Hinsichtlich der Gebühren schwebten Verhandlungen mit den Aerzten, Anwälten und Pri­vatkliniken. Auf Grund von Meldungen aus 42 Ge­meinden glaubte Dr. Goerdeler nach dem Schema der Jndexpreise gegenüber Dezember 1931 eine Effektivsenkung von 7 Prozent feststellen zu können.

In der Aussprache wurden eine Reihe von Beispielen aus den verschiedenen Orten gebracht, in denen z. B. Gas- und Strompreise nur um 2 Pro­zent, die Mietsenkung wie in Oldenburg durch eine besondere Steuer wieder aufgehoben würde usw. Als Sprecher des Reichsbunoes der höheren Beamten trug der Besoldungsreferent Dr. Bohlen u. a. folgende Punkte vor: Bei den M i e t e n sei eine Senkung für Neubauten vielfach nur um Beträge von 2,5 oder 7 Prozent festgestellt, während die In­haber von Dienstwohnungen, Untermieter, Siedler usw. so gut wie gar keine Senkung verspürten, wor­über der Reichsbund der höheren Beamten noch ein­gehende Unterlagen unterbreiten werde. Die S ch u l- o e l d e r würden weder vom Staat noch von den Gemeinden gesenkt. Allgemein sei die vorgetragene Schätzung des Ergebnisses nach den bisherigen Un­terlagen bestimmt zu weitgehend, es würden meist nicht mehr als 2 bis 3 Prozent für den Einzelhaushalt errechnet. Von anderer Seite wurde auf die unzulängliche Senkung der Verkehrstarife hinaewiesen, auf die Qualitäts- verschlcchterung der verbilligten Waren, und es wur. den Einzelberechnungen zugesagt. Der Preiskommis­sar bat um Mitteilung unter Nennung von Namen, falls die Vorschriften der Preis­senkung nicht beachtet würden.

Auch die Hausfrauen beim preiskommiffar.

Am 23. 2anu<rr hielt der Neichskommissar für Preisüberwachung, Dr. Goerdeler, eine zweite Desprechung mit den Vertreterinnen der Hausfrauenverbände ab, in der er Be­richt über die Auswirkungen seiner bisherigen Verordnungen erbat und über seine weiteren Pläne Auskunft gab. Er stellte eine allgemeine Kalkulationsverordnung in Aussicht, die dem Handwerk eine der heutigen Zeit angemessene Kalkulation vorschreibt. Bei der Milch erscheint ihm die heute noch vielfach vor­handene Gewinnspanne von zehn bis iwölf Pfen, mg als zu hoch: er erstrebt eine Spanne, die zwischen sechs und acht Pfennig liegt. In der Frage der Senkung der Löhne in der

Hauswirtschaft wurde eine allgemeine Lohnsenkung von allen Anwesenden einstimmig abgelehnt. Lebhaft bedauert wurde, daß sich bei den Hausangestellten noch immer nicht die gesetzliche Verteilung der Sozial­lasten durchgesetzt hat. Dr. Goerdeler sagte zu, bei der Neichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Erwerbslosensürsorge die vomDeichsverband Deutscher Hausfrauenvereine" erhobene Forde­rung zu unterstützen, die Reichsanstalt möge bei den Arbeitsämtern dahin wirken, daß bei der Arbeitsvermittlung von Hausangestell­ten die gesetzliche Verteilung der Soziallasten als Regel angesehen wird.

Oer Zug zur Autarkie.

Ein Vortrap Dr. woerbeierS.

Berlin, 26. Jan. (CNB.) Der Reichskommissar für Preisüberwachung Dr. Goerdeler sprach in der Geschäftsführerkonferenz der Hauptckkmeinschaft des Einzelhandels über fein Amt und seine Ziele. Der Preisabbau, so führte er aus, sei hier der Er­satz für eine h r u n a s e n t w e r t u n g, wie sie England und die nordischen Staaten durch­geführt haben, um so auf eine andere Preisbasis zu kommen. Die Not im eigenen Lande dränge ledes Volk zur Selbsthilfe Deshalb sei e in dämonischer Zug zur Autarkie vorhan­den, dem sich niemand ganz entziehen könne. Länder mit hoher Industrieentwicklung müßten aber selbst bei größter Pflege des Binnenmarktes eine solche Autarkie mit einem starken Rückgang der Lebenshaltung bezahlen. Darum' gelte es, alles vorzubereiten, um den mit Sicherheit in wenigen Jahren eintretenden Rückschlag der (Ent- täuschung aufzufangen. Seine Tätigkeit erstrecke sich auf die verschiedenen Elemente der Preisbildung von der Erzeugung bis zum Absatz an den letzten Verbraucher. Es heiße arbeiten, sparen, Kapital neu zu bilden.

Dr. Goerdelers Ausführungen über die Autarkie unterstrich dann das geschäftsführende Vorstands­mitglied der Hauptgemeinschaft Dr. Tiburtius, der gleichfalls betonte, daß die Autarkie keines­falls zu einer gewollten Entwicklung erhoben werden dürfe. Er schilderte dann die Wirkungen der Notverordnung auf Preise, Unkosten und Tributfähigkeit der deutschen Wirtschaft und erklärte, ein niedrigeres Preisniveau sei nur mög­lich, wenn auch die Einkaufspreise und Ko st en des Einzelhandels zurückge­schraubt würden.

Die Finanzlage der Reichsbahn.

Starker Rück ang des Verkehrs.

Berlin, 26. Ian. (WTB.) Der vorläufige Lieberblick über die Cinnahmeentwickelung der Reichsbahn im Iahre 1931 ergibt mit 3.842 Mil- liarden Mk. einen Rückgang um 15,9 v. H. gegenüber 1 930 und um 28,2 v. H. gegenüber 1 92 9. Mit dem endgültigen Ab­schluß für 1931 ist für den April zu rechnen. Die Einnahmeentwickelung im Ianuar 1932 zeigt einen über das erwartete Maß hinausgehenden Ab- faU. Die steuerfreie Reichsbahnanleihe 1931 hat bisher Zeichnungen von rund 243 Mill. Mark ergeben. Dis zum ersten Zahlungstermin, dem 5. Ianuar 1932, waren davon 56,5 Mill. Mark = rund 24 v. H. eingezahlt. Die auf Grund des Ergebnisses dieser Anleihe vorgesehenen Auf- träge sind so weit als möilich herausge­geben worden. Ein Lieberblick über die Aus­wirkung der im Dezember beschlossenen C r m ä - ßigungderGütertarife im veranschlagten Betrage von 300 MiN.Mk. läßt sich zur Zeit m>ch nicht gewinnen. Die Ausgabe von ver­

längerten Sonntagsrückfahrtkarten zu Weihnachten hat den Reiseverkehr we­sentlich belebt. Die Einnahmen mußten da­bei naturgemäß trotzdem wegen der verbiUigten Preise hinter denen des Vorjahres zurückbleiben.

Oie Volkspariei und Brüning.

Vorbehaltlose Unterstützung de: Kanzlei s im außenpolitischen Kampf.

Stuttgart, 26. Ian. (ERD.) In Stuttgart sprach Reichstagsabgeordneter Keinath über die Stellung der DVP. zum Kabinett Brüning. Er betonte, daß die Oppositionsstellung der DVP. zur Zeit gar nicht so sehr in Erscheinung trete, da die DVP. den außenpolitischen Kampf Brünings unterstütze, wie auch ihre Oppositionsstellung

sachlich und nicht agitatorisch fein wolle. Die Reichstagsfraktion der DVP. fei im Herbst zur Opposition übergegangen, weil sie zur Lieberzeugung gekommen sei, daß die Regierung Brüning die ihr gestellte historische Aufgabe nicht erfüllt habe und auch nicht erfüllen könne. Die Ablehnung des Zentrums, mit den National­sozialisten zusammenzuarbeiten, bedeute eine Stär­kung der Sozialdemokratie. Ietzt, wo die Regie­rung Brüning außenpolitisch im Kampf stehe, werde die DVP. ihr die Llnterstüt- zungnichtversagen. In der Aussprache wurde es von allen Rednern übereinstimmend als eine Totsünde gegen das Vaterland bezeichnet, jetzt während des Kampfes um die Tribute und die Abrüstung sich in irgendeiner Form an einem Sturz Brünings zu beteiligen.

Probleme der Innenpolitik.

praktische Berufshilfe für Abiturienten.

Begrenzte Bcschäftigungsmöglichkeit in der W rtschast.

Berlin, 26.Jan. (CNB.) Der Deutsche Pbilo- logenverband teilt mit: Die vom Deutschen Philo­logenoerband an die maßaebenden Spitzenverbände der Wirtschaft gegebene Anregung einer prakti­schen Berufshilfe für d i e Ostern 1932 zur Entlassung kommenden Abitu­rienten ist von der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände aufgegriffen worden. Durch ihre Vermittlung und die der übrigen Spitzenverbände der Wirtschaft wird eine unmittelbare Füh­lung der Leiter wirtschaftlicher Unternehmungen und der Leiter höherer Lehranstalten angestrebt. Schon die ersten Beratungen über die Möglichkeit, Abiturienten in Lehrstellen der Wirtschaft (Handel, Handwerk, Industrie) zu überführen, ergaben, daß vor einer Ueberschätzung dieser Möglich­keiten dringend gewarnt werden muß: denn mit dem Rückgang des Beschäftigungsgra­des der Wirtschaft hat sich naturgemäß auch das Angebot von Lehr st eilen außerordent­lich vermindert. Trotz der bestehenden großen Schwierigkeiten hegt man aber die Hoffnung^ daß einem I e i I der Abiturienten 1932 Die Mög­lichkeit einer praktischen Berufs Hilfe geboten werden kann. Diese gemeinsamen Bemühun­gen des Deutschen Philologenverbandes und der Spitzenverbände der Wirtschaft stehen in vollem Ein­klang mit den Absichten des Reichsministeriums des Innern.

Oie Politisierung der akademischen Wahlen.

Berlin, 26. Ian. (END.) Don der Llniversi- tät Derlin wird zu den letzten Asta - Wahlen mitgeteilt: Die soeben beendeten, von den rechts­stehenden Studentengruppen der Friedrich-Wll- Helm-Llniversität zu Derlin veranstalteten Asta- Wahlen zeigen einen überraschenden Rück­gang in der Wahlbeteiligung. Die

letzten Wahlen im Sommer 1929 hatten eine Wahl­beteiligung von 53 Prozent aufzuweisen. Dei der diesjährigen Wahl haben von 14 868 Wahlberech­tigten (einschl. der Ausländsdeutschen) trotz einer besonders leidenschaftlich durchgeführten'Wahlpro- paganda nur 5799 Studenten ihre Stimme ab­gegeben, also nur rund 39 Prozent. In beiden Fällen sind die amtlichen Berliner Fro- quenzzah'en zugrunde gelegt. Der erhebliche Rück­gang der Wahlbeteiligung erklärt sich aus der wachsenden Abneigung der Studie­re n d e n der großen Arbeitsuniversität Derlin gegen die 1929 bei weitem noch nicht so stark betonte Politisierung der akademischen Wahlen.

DieSürgersteuer derKurzarbetter

Tas Ei kommen des Jahres 1932 Soll billlqerweise zu Grunde gelegt werden.

Derlin, 26. Ian. (DDZ) Die Erhebung der Bürgersteuer führt in diesem Iahre besonder« durch die hohen Zuschläge der Ge­meinden und die Zugrundelegung deS Einkommens des Iahres 19 3 0 zu un­erträglichen Härten. Besonders groß ist das Steuerunrecht bei den Kurzarbeitern. Sie verdienen oftmals weniger, al8 die Arbeits­losen Llnterstühung erhalten. Während aber die Arbeitslosen von der Bürgersteuer befreit sind, müssen die Kurzarbeiter die vollen Sätze mit den hohen Gemeindezuschlägen bezahlen. Zur Milderung dieses LInrechts wird verlangt, daß die Bürgersteuer bei den Lohnsteuerpfuchtigen nach dem Einkommen des Iahres 19 3 2 erhoben wird Das würde zur Folge haben, daß die Kurzarbeiter, ebenso wie alle übrigen Arbeitnehmer, deren Einkonunen unterhalb der steuerfreien Lohngrenze liegen, nur den hal­ben Bürger st euersatz zu zahlen brauchen. Es hat sich eine einmütige Front der Gewerk­schaften aller Richtungen und der ihnen nahe­stehenden politischen Parteien gebildet, deren Wünschen das Reichsfinanzmimsterium wohl Rechnung tragen dürfte. Eine Entscheidung ist allerdings bisher noch nicht getroffen worden.

Aus aller Well.

Die Plädoyers im Lübecker Tuberkuloseprozeh.

Im Lübecker Tuberkuloseprozeh fand das Plä­doyer des Rechtsanwaltes Dr. Hoffmann, der den Angeklagten Medizinalrat Dr. Ält­st a e d t verteidigte, statt. Der Verteidiger zitiert eine ganze Reihe von Zuschriften aus der Be­völkerung, vom Aerzteverein Lübeck, aus Ham­burg usw., in denen gegen den Vorwurf des Staatsanwaltes, Dr. Altstaedt hätten ehrgeizige Motive geleitet, Stellung genommen wird. Dr. Altstaedt wird darin durchweg als erfahrener Arzt und als ein Mensch geschildert, dem man keine persönlichen Gründe zuschieben könne, und der sicherlich das Beste gewollt habe.

Die Aufklärung der Lübecker Bevölkerung ist genügend gewesen, denn ein Arzt braucht, wenn er selbst von der Llnschädlichkeit eines Mittels überzeugt ist, seinen Patienten nicht zu sagen, woraus es besteht. Man hat nicht beachtet, daß Dr. Altstaedt nur das Recht hatte, einzugreifen, wenn ihm Mißstände im Krankenhaus bekannt wurden. Aber auch dann blieb dem Senat- die letzte Entscheidung. Es ist eigenartig, daß man für alles Dr. Altstaedt verantwortlich machen will. Dr. Altstaedt hat sich auf Prof. Dehcke ver­lassen können. Das Gericht muß unabhängig von allen Stimmungen und unbeeinflußt durch sie nach Recht und Gesetz Dr. Altstaedt freisprechen.

Todesurteil gegen einen Gattenmörder.

In Amberg in der Oberpfalz wurde der 27- jährige Gütler Michael Weigel wegen Gatten­mordes zum Tode verurteilt. Weigel hat nach seinem eigenen Geständnis im August vergange­nen Iahres eine Portion Tollkirschen unter den S ch w arzbeerenbtei ge­mischt, den zum Abendessen gab. Er achtete genau darauf, daß die Tollkirschen nur an der Seite der Schüssel waren, an der seine Frau. Weigel ah dann mit ihr aus der gleichen Schüssel, sie die vergifteten Schwarzbeeren, er die unver­gifteten. Die Frau starb in der folgenden Nacht.

(Ein englisches U-Boot mit 46 JUann Besatzung gesunken.

Die englische Admiralität teilt mit, daß dos Unterseeboot JA. 2" etwa fünf Meilen von Porlland ab bei Tauchübungen gesunken ist. Tor- vedoboote und Unterseeboote eilten herbei, um die Unglücksstelle abzusuchen. Späterhin alarmierte der Chef der Marinestation in Portsmouch die dortige Minensuchbootflotille, deren Mannschaften sich gerade auf Landurlaub befanden und aus Lichtspieltheatern und Restaurants herbeigeholt wurden. Das vermißte U-Boot liegt in 17 Faden (etwa 31 Meter) tief. Ein Sachverständiger erklärte, Taucher können in 17 Fa­den liefe gut arbeiten, wenn sie immer nach kurzer Zeit abgelöst würden. Do das Boot auf san­digem Boden liegt, werden die Arbeiten nicht durch Schlamm behindert werden. An Bord des U-Bootes befanden sich 6 Offiziere, 48 See- leute, sowie ein Fliegerseraeant. In das Untersee­boot ist nämlich ein wasserdichter Schuppen m't einem kleinen Wasserflugzeug eingebaut. Die Boote derM.-Älaffe" wurden gegen Schluß des Krieges in Bauangriff genommen und trugen ein schweres 30,5 cm-Geschütz, mit dem man die Küste bis Bel- gten beschießen wollte. Ihre Konstruktion hat

niemals recht befriedigt und schon ftüher hat die englische Marine mit dieser Klasse schlimme Erfahrungen gemacht. Die Unterseeboote kön­nen 48 Stunden unter Wasser bleiben. M. 2" ist mit den modern st en Rettungs­einrichtungen ausgestattet, darunter einem Rettunasapparat, der es der Besatzung ermöglicht, Mann für Mann an die Oberfläche zu kommen. Ein Schwesterschiff des Bootes ging im Iahre 1925 im Aermelkanal unter, wobei 68 Mann den Tod fanden.

Zwei Slrahenräuber zum Tode verurteilt.

Das Schwurgericht Königsberg i. Pr. verurteilte den Arbeiter Dombrowski und den Tischler Eisen- menget wegen gemeinschaftlichen Mordes in Tat- einheit mit Straßenraub zum Tode und zum dauern- den Ehrenrechtsverlust. In der Nacht zum 11. Ja­nuar 1931 war ein Kraftwagenführer mit einer Kopfverletzung tot aufgefunden worden. Die Geldbörse mit etwa 44 Mark und die Uhr waren geraubt Die Verurteilten leugnen auch heute noch, die Tat verübt zu haben und erklären, die gegen sie erstattete Anzeige sei ein Racheakt. Das Gericht hielt jedoch ihre Schuld für er­wiesen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Bundesvorstand des Zentral-Ge- werkschaftsbundes Deutscher Reichs­bahnbeamten uni) 21 N.Wärtcr e. V. als Vertreter des größten Teils der deutschen Reichs­bahnbeamten und Beamtenanwärter gibt seine Meinung kund, daß die notwendige Befreiung des Deutschen Reichs von jeder Re- Parationsbelastung sich auch auf die Deutsche Reichsbahn erstrecken muß. Das wertvollste Gut des deutschen Volkes, seine Eisenbahnen, müssen frei von politischen Lasten wieder in den uneingeschränkten Besitz des Reiches zurückgeführt werden.

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Der Führer der NSDAP., Adolf Hitler, hielt in Düsseldorf im Industrieklub vor Vertretern der rheinisch-westfäli­schen Industrie einen Vortrag. Da die Presse zu dieser Veranstaltung nicht zugelassen war, kann über den Inhalt der Ausführungen nichts gemeldet werden.

Nach einer Exchange-Meldung aus Genf ist unter den Delegierten eine Agitation im Gange, Driand zu veranlassen, der Nachfolger Sir Eric Drummonds als Generalsekretär des Völkerbundes zu werden. Drummond hat es endgültig abgelehnt, im Amte zu bleiben.

Sieben Fraktionen des Reichstages, nämlich die Deutsche Volkspartei, das Landvolk, die Wirtschafts? Partei, der Christlich-Soziale Volksdienst, die Baye­rische Volkspartei, die Staatspartei und das Zen- trum, haben im Haushaltsausschuß einen Antrag eingebracht, der die Regierung ersucht, keine Aenderung des noch jetzt gellenden Gesetzes vom 1.Juli 1869, nachdem in Deutschland öffent­liche Spielbanken weder konzessio- niert, noch geduldet werden dürfen, herbei» zuführen.