Aus der provinzialhauvtstakft.
Diehen, den 27. Januar 1932.
Ein Sorfrag über OualttätSobstbau.
2m Sonntag sprach Obstbauinspektor Inllet (Dieyen) auf Einladung de» Obft- und Gartenbau, verein» Biegen im Saale der Gastwirtschaft Faulstich über Qualität-obstbau. Der Redner schilderte die Schwierigkeiten de- Verkauf- nach einem fo reichen Obstjahre, wie 1931. Die $au»- ftau von heute verlange große, schöne Fruchte. Aepfel unter sech- Zentimeter Durchmesser seien, wenn auch di« Düte ganz hervorragend fei. kaum noch abzusetzen. Leider werde bei un- da» Winterobst durchweg zu früh abgenommen, obgleich bekannt sei, daß die Tage zwischen dem 1. und 15. Oktober e- erst auc Au-reife bringen. Derart un- ausgereifte» Obst, da- auf dem Lager bald welke und gelchinacklos bleibe werde in grasten Wengen angcliclcrt, drücke die Preise herunter, verscheuche die Aufkäufer, welche meist 'Beauftragte von Groß- handcls irmen seien, sie suchten andere Gegenden aus und Oberhessen mit seinem guten Obst werde den Ramschern überlassen. Dazu komme die geringe Kenntni- de- Obftefl. Wenn man kurz nach Weihnachten bereit- Bo-kvop verbrauche und von Goldparmänen, oder Land-berger Haltbarkeit bis Jum Frühjahr erwarte, so kämen hier wie dort inttäuschungen. die nur dem AuSlandobst förderlich seien. Hierzu komme noch da» viele fleckige Obst, da- in Wenge angeboten werde.
Alm unsere Märkte wenigsten» einigermaßen be» vaupten zu können, mühten die bekannten Pflege- maßnahmen zur Erzielung von Qualitätsware allgemein zur Anwendung gebracht werden. Diese Maßnahmen bestünden in vermehrter Umpfropf- täHgfcit, Düngen, Bodenbearbeitung und Schädlingsbekämpfung. Wenn man die schlechten und zu dicht stehenden Obftbäume alsbald entferne die Kronen der übrigen soweit au-lichte, bat GÖime und Wind die Feuchtigkeit innerhalb der Krone gar nicht erst ansammeln liehe, so sei damit bereit» ein Drittel der Schädlingsbekämpfung au-gesührt. Gespritzt müsse nicht nut einmal, sondern drei- bi» viermal werden. Wo jeder an der gemeinsam durchgelührten Spritzung mit Hand anlege, wären die Unkosten nur gering. Wo man aber bezahlte Kräfte verwenden müsse, wie da» in der Stadt nicht zu umgehen sei. wären die Verhältnisse so. dast der Defitz-r vorteilhaster handele, wenn er die Ausführung selbst in btc Hand nehme.
öinc Seuche der Zwetschenbaume. die in Serbien. der Walachei usw. bereit» die dortigen Kulturen vernichtet habe, sei die Zwclfckxmlchüdlaus. Da- beste Mittel zu ihrer Vertilgung sei Winter- sprihung mit 10 Prozent Obstbaumkarbolineum. Welche Unmassen von AuSlandobst bei unS Lin- gang fänden, beweist allein die Zufuhr davon nach Frankfurt a. M.. wo im letzten Sommer allein für eine Million Pfirsich au« Italien und bis zu 70 Waggon Trauben pro Woche anrollten.
Der allgemein-verständliche, mit großem Bei- sall au,genommene Vortrag löste u. a. eine lebhafte Aussprache über Psirsichkultur und Vogelschutz au-. R.
OekAennwegvonThünngenzumRhein
Heber den Renuwea von Thüringen zum Rhein hielt — wie man un« berichtet — am Freitagabend im Hörsaal der Rervenklinik Geh. Rat. Professor F*’ ® 0 m m c r dem DHL. Gießen einen spannen- ^n Vortrag. Der Redner erläuterte zunächst die Bedeutung de» Worte« Renne, da- in verschiedenen Variationen (Rim. Rinn. Rint usw.) überall verbreitet ist und so viel tote -eilen, wandern, heißt, und verlegte die Entstehung de« Rennsteigs, der durchweg al« Höhenweg angelegt ist. in die vor- gc chichtliche Zeit, wo anläh.ich der Völkerwanderung der Rennweg von vielen Stämmen für ihre ilmjüge benutzt wurde. Zahlreiche Funde beweisen, daß entlang des Weges altgermanische Kultstätten gewesen sind, die später durch das Christentum verdrängt wurden. An Hand von mehreren Landkarten und photographischen Ausnahmen, welch letztere die Siedlungen längs de- Wege« zeigten, sührte der Vortragende seine Zuhörer von der Hohen Sonne bei Eisenach über Berka nach Hersfeld und von hier nach Oberhessen, da- in der Rähe von Alsfeld erreicht wurde. Die alte Völker- straße zog sich bann weiter durch die Rabenau, überschritt bei Oden Hausen die Lahn, ging am Altenberg her durch den weiten ÄYofborfer Forst am WaldhauS vorüber durch Crumbach, Franken- dach nach Hohensolm«, Bellersdorf. Herborn, durchzog den ganzen Westerwald bis Grenzhausen, von wo sie gemeinsam mit dem römischen Grenzwall bi« zum Rhein führte, der bei Sager« erreicht wurde. Der Teil zwilchen BellerSdorf und Herborn, der auch auf der Karte den Ramcn Rennweg führt und eine prächtige Waldwatlde- rung bietet, ist bereits vor mehreren Zähren vom VHC. Gießen mit einem gelben liegenden Kreuz bezeichnet worden. Die Strecke durch die Rabenau jedoch die lange Zeit unbekannt war. ist auf Orunö eifriger und eingehender Forschungen des Vortragenden entdeckt worden. Diesen Teil de« Hessischen RennwegS beabsichtigt der VHC. Gießen unter der kundigen Führung von Geh. Rat 6 o m - wer am 17. April zu durchwandern, wobei sich auch 3ntcrcffenten als Gäste beteiligen können. An dieser Wanderung werden auch voraussichtlich Mitglieder des Thüringischen Rennsteigvereins, der sich um die Erschließung der alten Vö'kerstraße ein bleibendes Verdienst erworben ßct. tcilncbmen. Gleicher Beifall, der in einem begeisterten , Frisch auf auSklang. war der Dank der zahlreichen Zuhörerschaft für die lichtvollen Aus übrungen de« geschätzten Redners.
Vornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater Gießen, .Iulietta kauft sich ein Kind-. 20 biS 22 Uhr. - Oberhessischcr Kunstver- ein. 15 bis 17 Uhr. Turmhaus am Brandplatz. Ausstellung von Or.g.nal-Handzcichnu'g:n italienischer Weister des 16. und 17. Jahrhunderts. — Lichtspielhaus. Bahnhof kraße: .Porch".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben. Heute. 20 Uhr. alleinige deutsche Uraufführung des spanischen Lustspiel« ■•3ulictta kauft sich ein Kind" von Maura und Sierra. Spielleitung: Peter Fass oft. Mit- wi-kende: Damen: Derber. Doering. Koch. Sachse, 6d)u6crt-3üngling, Wielander: Herren Geiger. Aanschcck, Michel. Paetfch. Schelcher. Dolch. lk Vorstellung im Mittwochabonnement. Spiel- Seit 20 bis 22 Uhr. — Freitag. 29. 3anuar. als Iv. Vorstellung im Freitagabonnement Wiederholung der erfolgreichen ..Teil "-Inszenierung Die Aolle des Stauffachers spielt 3ntenöant Dr. Rolf Prasch. Spielzeit 20 bis 22.15 Uhr.
— Einen Fünf.Uhr-Tee zugunsten der Winternothilfe oeranstallct die Gesang. schule von Frau Dr. Meyer am kommenden
Keine Auslösung der llniversM Gießen.
vom Rektorat der Canbeiunloet,!- I ä t wird mitgeteilt:
Ommer wieder werden Gerüchte über die angeb. fichr Auslösung der Universität Gießen verbreitet. Diese Gerüchte sind vnwahr. Dcder hat die R e i d) » r e g i e r a n g die Schließung der Universität Gießen verlangt (ße hat selbst die darüber in der Presse erschienenen Nachrichten In aller Jorm für unrichtig erklärt), noch hat die H e s - fische Regierung jemals die Absicht gehabt oder geäußert, die candesunioersitöt aufzuheben. 3m Gegenteil, sie hat durch den Herrn Staatspräsidenten Dr. e. h. Adelung immer wieder den festen willen bekundet, die Universität Gießen zu er
halten und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln auszubauen, und hat diesen willen bei jeder sich bietenden Gelegenheit verwirklicht. Alle Lehrstühle sind beseht. Die Seminare, Institute und Kliniken der Universität Gießen sind in den Jahren nach dem Kriege erheblich vermehrt und erweitert worden, bc- fioben sich in bestem vauzustande, verfügen über die modernsten Einrichtungen und bieten den Studierenden ausreichende Arbeitsplätze. Vie Universität Gießen steht In nicht» den anderen deutschen Universitäten nach, genießt aber den großen Vorzug, nicht überfüllt zu sein, und gewährleistet daher tia ruhige» Arbeiten und ein erfolgreiche» Studium.
eonntag in dem neuen Saale der R rippe ((Eingang Maigasse). Die Veranstaltung, die den Bewuchern eine genußreiche Stunde in Aussicht stellt, fei um deswillen, aber auch wegen des wohltätigen Zwecke» zum Besuche empfohlen. (Siehe heutige Anzeige.)
— Ein Konzert zum Besten der hiesigen Schwesternhäuser veranstaltet die Schule für höheres Klavierfp c. von Minna Körner am kommenden Sonntag. Siehe heutige Anzeige.
' — Der Arbeiteraesangverein . 6 i n- t.r o ch t“ wird am 7. Februar in der Reuen Aula ein Volkston,zert zugunsten der Winternoth.lse veranstalten. Das au» etwa 30 Mitgliedern bestehende Salonovchester K r e n g e l wird bei dem Konzert Mitwirken. Das Programm wird im heutigen An-eigen teil bekanntgegeben. Die Veranstaltung sei der allgemeinen Aufmerksamkeit empfohlen.
— Marineverein Gießen. Am nächsten Montag. 1. Februar, halt auf Veranlassung des MarinevereinS Giefzen der Korvetten-Kapitän a. D. Sch mehl (ein gebürtiger Gießener» hier einen Lichtbi'dervortrag über feine Abenteuer und Erlebnisse auf den Fahrten deS H'.lsS- kreu-er» „Wolf". Der Hilfskreuzer ist jene« Sch'.ff gewesen, da- während de» Weltkriege« die längste Seereife unternahm und ohne irgendwelche Hilfe in einer Zeit von 444 Tagen eine Strecke zurücklegt«. die dem dreifachen Erdumfang entspricht. ^>er Vortrag de« Korvetten-Kapitän- Sch mehl dürfte sicher auch in Gießen vielem 3nteresfe begegnen. Räheres folgt im Anzeigenteil.
• • Schulpersonalie. 3n den Ruhestand versetzt wurde der Studienrat an der Obcrrcal- fchule in Grünberg, Hermann 3 unker, auf kirn Rachsuchen vom 1. Februar 1932 ab.
** Miss ionSf ilm in der Stadtkirche. Am Sonntagnachmittag und Sonntagabend wurde in der Stadtkirche unter dem Titel „ÖJuclan, die Tochter de« Gcomanten" ein MisfionSsilm gezeigt, dem die zahlreichen Besucher mit aller Aufmerksamkeit folgten. Der Bildstreifen machte mit Sitten und Gebräuchen in China bekannt und gab insbesondere eine Schilderung von der Abhängigkeit der chinesischen Frau. Gin begleitender Vortrag des Missionars Lauck von der Basler Mission vertiefte die Filmvorführung. Der Redner wies gleichzeitig auf die Bedeutung und auf die großen Aufgaben der Mission in China hin und betonte, daß trotz aller Rot in unserem Vaterland« die seelischen Röte der Menschen im Fernen Osten nicht vergessen werden dürften. Der Film wurde in verschiedenen Orten von Oberhessen ebenfalls mit großem Erfolg aufgeführt.
" »Ewige - Hella«.“ Der Kulturfilm des vorigen Sonntags brachte den Besuchern des Lichtspielhauses Bahnhofstraße eine Welt näher, die vielen von der Schule und vom Immer-wieder» Hörenfagen her vertraut ist und doch mehr oder weniger fremd bleiben muß, wenn man nicht Gelegenheit hat, in diesem Land zu sein, die Luft Griechenlands zu atmen und bewundernd vor den Bauwerken des klassischen Altertums zu stehen. Der Film schlug eine Drücke des Verständnisses, rückte das Land näher. ließ den Besucher die vielerlei Schönheiten kennenlernen, die die Hellenen al« unvergänglich« Werte geschaffen haben, und außerdem wurde man mit der Landschaft bekannt, die viele Reize in sich schließt und in ihrer Vielgestaltigkeit dem Photographen für seine künstlerische Tätigkeit ein weile« Feld erschloß. Der Besucher de« Kulturfilms wurde an die Stätten geführt. die im Altertum die Zentren der hellenischen Kultur waren und noch heute den Geist atmen, der für da« ganze Abendland richtunggebend wurde. Gleichzeitig und daneben stand Gegenwärtige» in vollendeter Harmonie und ohne Widerstreit zu dem Fluidum der Geschichte. Alte Städte und alle Klöster, prächtige Kirchen im byzantinischen Stil, schöne Tempel und Ruinen, die ihre einstige Herrlichkeit noch in den Resten nicht verleugnen können. Berge und fruchtbare Täler, Mensch und Tier, eingeschlofsen und selbstverständlich eingefügt in das Ganze, brachte der Film in buntem Wechsel und gab so ein umfassendes Bild von Griechenland in Vergangenheit und Gegenwart. Wer dem Film erlebnisbereit entgegenging, wurde nicht enttäuscht.
• • Der Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, hielt, wie man uns berichtet, am Sonntag seine Jahreshauptversammlung im .Hessischen Hof ab. Der von dem 1. Dor- sitzenden 2fug. Pascoe (Dutenhofen) erstattete Jahresbericht ergab ein Bild außerordentlicher Tätigkeit, die sich in Vorträgen, (Eingaben an Behörden, Beratung der Mitglieder, Verarstaltung von llebungsschießen, wirtschaftliche Unter stützung der Mitglieder auf dem Gebiet der Haftpflichtversiche- rung, Durchführung von Prüfungen zur Schaffung eines allseitig brauchbaren Hundes, vor allem aber in der diesjährigen Iagdau stellurg äußerte. Darauf ist es wohl auch zurückzuführen, daß der in allen Vereinen durch die Zeitverhältn ffe bedingte Mitglie- dcrverlust nur gering blieb Der Verein beenb-gte sein Geschäftsjahr mit einem Bestand von 149 or- dentl.chen und 25 außerordentlichen Mitgliedern, d e sich aus den Angehörigen der forstlichen Fachschaft der Universität zusammenfetzen. Auch der von Ober- poftfefrelär Hotz als Schatzmeister vorgetragene Kassenbericht ergab das Bild einer sehr sparsamen und dadurch erfolgreichen Kasienführung Das Iah- rcsprogramm für 1932 wird sich wieder in den bewährten Bahnen der Vorjahre halten Die Neuwahl des Vorstandes ergab einst mm ge Wiederwahl des' seitherigen Vorstandes, nur Oberforstmeister Nicolaus trat für den leider zur 2lmt:nieberlcgurg gezwungenen Oberforstmeister Dr. Schüz, befien her- uorragenber Mitarbeit lebhafte Anerkennung gezollt würbe, neu in den Vorstand ein. Beschlossen wurde, daß auch andere Studierende der Universität, nicht nur die Forstleute, gegen Lösen von Semester karten
außerordentliche Mitglieder werden können. Maß- gebend dafür ist der Gedanke, daß die Heranblldung eines wirtlich tüchtigen jägerischen Nachwuchses eine wichtige Aufgabe aller Vereine sein muß 3m Laufe der nächsten Wochen wirb ein auch Nichtmitgllebern zugänglicher Lichtbilberoortrag über „Deutsche Na- turichusiparke" ftattfinben. Nach Besvrechung einiger kurzer Anfragen bankte Syndikus Münch namens der Mitglieder dem Vorstand für seine Leitung und Arbeit. Die (Erfolge des Vereins könnten nicht bester gekennzeichnet werden als durch zwei Tatsachen, die
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eigenen Cchießstände und die zum Teil völlig ver- änderte Iagdausubung, die sich durch die Arbeit des Vereins In den letzten zehn Jahren durchgesetzt habe.
• • Diebstähle. Aus einem Am Rahrungs- berg. im svg. Allen Feld, gelegenen Garten wurde eine Obstwaage mit verschiedenen Gewicht- Reinen entwendet.
• • Eigentümer gesucht. Dor einiger Zeit wurde in der Anlage am Allen Friedhof ein Lederkvffer mit guterhaltenen tierärztlichen 3n- ftrumenten und Arzneien gefunden. Wer Sigen- tunU-rechte gelten!) machen kann, wird ersucht, bei der Kriminalabteilung im Polizeiamt Gießen vorzusprechen.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
r. L a n g - ® ö n « . 26. 3an. Der hiesige Dad- sahrerverein .All Heil" beging am Samstag die Feier seines Stiftungsfestes. 3n einer Ansprache begrüßte der zweite Vorsitzende Hch. Faber, die zahlreichen Gäste. Das Programm war sehr vielgestaltig und sorgte für lebhafte Unterhaltung. Ein hübscher Prolog wurde von Frl. Hedwig Schmidt gesprochen, auf zwei klein« Theaterstüle. die tadello» von Mitgliedern des Verein- gespielt wurden, folgten gesangliche Vorträge von K. Wenzel. kb:nbc Dild r (Pyramiden der Radfahren, gute Musikstücke ufw. Den Dank der Gäste sprach Bürgermeister R o m p f auS.
< Lich. 26. 3an. Bei der jüngsten Holz- Versteigerung im Stadtwald wurden durchschnittlich bezahlt für Buchenscheiter 18 Mk., Eichenscheiter 10 Mk., Duchenknüppel 12 Mk., Eichenknüppel 9 Mk.. Duchenstocke 8 Mk. je zwei Raummeter: DuchendurchforstungSreillg 10 Mk., Buchenastre.sig 7 Mk. je 50 S üd; Wcl en, Eichen- nuhscheiter (2,20 Meter lang) je 2 Raummeter 9 Mk.. Bohnenstangen pro Stück 5 Pfennig.
D L i ch, 26.3an. Rach einem Beschlüsse der städtischen Marktkommission sollen die L i ch e r Märkte im laufenden 3ahre an folgenden Terminen abgehalten werden: 8. Februar: Fastnachtsmarkt (Schaf-, Schweine- und Krämermarkt): 2 9. März: Oftermarlt (Schweine- und Krämermarktj; 17. Mai: Pfingstmarkt (Ziegen-, Lämmer». Schweine- und Ärämermarft, Ziegen- schau mit Prämiierung): 2 0.3u (i: Sommer- markt (Prämiienmarkt für Rindvieh. Bullen- und Schafbockauktion, Schweine- und Krämermarkt): 3. Oktobcr. Kirchweihmarkt (Schweine- und Ärämermarft); 12. Dezember WcihnachtS- markt (Schweine- und Krämermarkt).
♦ Birklar, 26. 3an. 3n feiner letzten Sitzung beschloß der Gemeinderat die R e u - wahleineS Beigeordneten am 6. März vorzunehmen. Als Kandidat wird biS jetzt nur Bureauvorstehcr Heinrich Gerhard genannt.
«. Dillingen. 26. 3an. Hier land im Fürstlich-Brauns e buchen Wald eine Drennholz- versteigerung statt. Duchescheitholz kam auf 7.00 biS 7.50 Mk.. Bucheknüppel auf 4.00 bis 5.00 Mark je ein Raummeter. Für Sichescheitholz wurde 5 Mark und für Eicheknüppel bis 4.00 Mk. erzielt, gleichfalls je ein Raummeter. «
«. Aus der nördlichen Wetterau, 26. Ian. Die gelinde Witterung deS Spätherbstes und da» bisherige Fehlen stärkerer Fröste hat es mit sich gebracht, daß der Stand der Saaten vorzüglich ist. Auch spät gesäter Weizen ist noch gut ausgelaufen und steht saftig grün. Dio infolge der Herbstniederfchläge befürchtete Zunahme der Ackerschnecken ist nicht einqetreten, ferner kann von einer nennenswerten Schädigung deS jungen Klee« durch Feldmäuse keine Rede fein.
Kreis Schotten.
C Gedern. 26. Jan. Auf einem vom hiesigen Zweigverein de« Evangelischen Bundes veranstalteten Gemeinde- Fam l enabend. der einen starken Besuch aufzuweifen hatte, hielt Pfarrer Dr. 'Berger (Darmstadt) einen Vortrag über die Gottloscn-Dewegung. Ter Ortsgeistlich« sprach die Anfang-- und Schlußworte.
f ©eitern, 26.Ian. Die Drennholzver- fteigerung der hiesigen fürstlichen StandeS- herrfchaft war von einheimischen und auswärtigen Kaufliebhabern sehr stark besucht. Für Buchenscheitholz 1. Kl. wurden 7,50 biS 8,00 Mk., für 2. Klasse 5.50 bis 6.00 Mk. für Knüppel 4,00 bi» 4,50 Mk. und für Reiferknüppel 1,50 biS 2.00 Mk. pro Raummeter bezahlt.
(Sprengfloff’DitbfloN bet Rodheim.
• fR o b b f I m a d. Bieber. 27. 3an. Ende der vorigen Woche wurde au» einer Sprengstoff« kammer der Kalkwerke K Schlierbachs Co, Bieber, Spreng st off geftoblen. Es fehlt ein Paket Ammonit, das etwa 2i kg Sprengstoff enthielt. Zündkapseln fielen dem ober den Dieben nicht m die Hände. Die Landjägerel nahm loiort die Ermittlungen auf. Die Untersuchungen dauern noch an.
Kunst und Wissenschaft.
Prosesior Lrnst Jriebberger t.
Der Direktor de» Kaiser-Wilhetm-Institut» für Hygiene und Immunitätsjorjchung in Berlin- Dahlem, Prof Dr Ernst Friedberger, ist im Alter von 56 Jahren an den Folgen eines Fleckfiebers gestorben, das er sich als Korpshygienl» ker während des Kriege» zugezogen hatte. Friedberger war am 17. Ma, 1875 in Gießen geboren, bestand hier 1899 Staats« und Doltoreramen, arbeitete dann bei Prof N i e g e l an der Gießener medizinischen Klinik, später bei Salkowsfi, Prof. L’cqbeR und Prof. Kölle in Berlin. Von 1901 bis 1908 war er Assistent am Hygienischen Institut der Universität Königsberg und tarn von da al» Leiter der Abteilung für experimentelle Therapie an das Pharmakologische Institut der Universität Berlin Ende 1914 wurde er als Ordinarius für Hygiene nach Greifswald berufen. 1926 übertrug man ihm in Dahlem die Leitung des Kaiser - Wilhelm - Institutes für Hygiene- und Immunitätssorschung, die er bis jetzt innegehabt hat. Friedberger» wifsenschaftliche Arbeiten. etwa 300 an der Zahl, und die Arbeiten seiner zahlreichen Schuler beziehen sich auf säst alle Gebiete der Bakteriologie, der Immunttätslehre und der Hngicne, sowie auf chemotherapeutische Fragen. In erster Linie hat er sich mit dem Gebiete der Ueberempfindlichkeit (Anaphylaxie) beschäftigt Im Zusammenhang damit hat er ein, neue Theorie über die Entstehung der Infektionen und des Fieber» ausgestellt, sowie ein bi» dahin unbekannte» Gift, das beim Zusammentreffen von Bakterien unb Serum entsteht, entdeckt (Anaphylatoxin). Weitere Arbeiten beziehen sich auf die crt?upimpfung bei Typhus und Cholera. Unter den hygienischen Hebelten sind die über die wirtschaftlichen, Wohnung»- und Ernährungsverhältnisse der Greifswalder Studenten in der Nachkriegszeit zu erwähnen. Profesior Friedberger ist auch im Lübecker Tuberkulose-Prozeß als Sachverständiger tätig gewesen. Er hatte fein Gutachten vom Krankenbett aus abgegeben.
Rätselhafter lob
de» Hamburger Professors vornstein.
Wie der „Berliner Lokalanzeiger" au» Bad Oeynhausen berichtet, ist dort der bekannte Hamburger Pharmakologe Prof. Dr. Arthur B o r n ft e i n in feiner Wohnung tot aufgefunden worden. Die Ursache seines Todes ist so rätselhaft, daß man eine Obduktion angeordnet hat. Man vermutet, daß Prof. Bornstein, der zahlreiche gefährliche Versuche mit neuen Präparaten am eigenen Körper unternommen hatte, dabei den Tod gefunden hat. Bornstein, der 1881 in Berlin geboren wurde, war Ordinarius der Medizinischen Fakultät an der Hamburger Universität und einer der bekanntesten Pharmakologen Deutschlands. Im Kriege war er vier Jahre lang als Truopenarzt an der Front. Die wisienschaftlichen Versuche an sich selbst hat er vor allem mit neuen Insulin-Präparaten vorgenommen.
Geheimrat Profesior von tret) f.
Geheimrat Professor Dr. med. Dr. phil. h. c. Mar von F reh. der seit 32 Jahren an der Uni- versllät Würzburg den Lehrstuhl für Philosophie Inne hatte, ist im 80. Lebensjahre gestorben. Die Universität Marburg hatte Geheimrat von Frey zu ihrem Ehrendokwr «mannt
Oie Wetterlage.
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tticttcruorauefage.
Der Kem des Hochs, der noch an Ausdehnung gewonnen hat und in dem weiterer Barometeranftug erfolgt ist, erstreckt sich gegenwärtig von England über Deutschland bis nach den Donauländern hin. In seinem Bereich dauert für unser Gebiet der herrschende Witterungscharakter fort.
Aussicht enfürDonnerstag: Stellenweise neblig sonst leicht wolkig mit Aufheiterung, trocken, Nachtfrost.
AussichtenfürFreitag: Noch keine Aende« rung der Wetterlage in Aussicht.
Lufttemperaturen. Am 26. Januar: mittags 3,1, abends 0,5; am 27. Januar: morgens minus 2,5 Grad Eelsius. Maximum 3,4, Minimum minus 3,0 Grad Telsius. — örbtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 26. Januar: abends 0,8; am 27. Januar, morgens 0,4 Grad Celsius.
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