Ausgabe 
26.11.1932 Erstes Blatt
 
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Die Arbeitslosenwette im Anstieg

1

ten

Lohngeldraub in Beuthen.

die den

eim be­ster, den

ainzlar und Wieseck ein­gebrochen. 3n Mainzlar wurde einem Zimmer­meister daS gesamte Werkzeug entwendet. Die Ermittlungen sind eingeleitet.

Einbruchsdiebstähle.

Sn der Nacht zum 26. November wurde in 2l l

Aus aller Well.

Zwei Todesopfer eines Molorradunglücks.

2luf der Landstraße zwischen Walldorf und Oftersheim (Baden) fuhren die Brüder Heringer aus Noth mit ihrem unbeleuchteten Motorrad gegen ein Fuhrwerk. Die beiden Brüder erlitten furchtbare Berlehungen am Kopf und waren sofort t o t. Die Gendarmerie ist mit der Llntersuchung des Unfalles beschäftigt.

Schnee auf dem Brocken.

dert, sich auf freiem Felde zu versammeln, um einer Untersuchung wegen angeblicher heim­licher Zusammenarbeit mit den Freischärlern un­terzogen zu werden. Statt einer Untersuchung hätten sie den Bauern befohlen, nieberzuknien und dann das Maschinengewehrfeuer er­öffnet. Die Leichen und Häuser seien ver­brannt und die Ernte koreanischen Siedlern zur Verfügung gestellt worden.

3n Deuthen drangen zwei Unbekannte in die Baubude des Tunnelbahnbaues unterhalb des Bahnhofs Borfjgwerke in der Nähe der Derwe- Schächte und Verlangten von dem dort anwesenden Polier die Herausgabe der zur Auszahlung be­reitliegenden Lohngelder. Ein Bandit hielt dem Polier die Pistole auf die Brust. Unterdessen riß der andere eine Geldkassette auf, die jedoch leer war. Dann nahm er einen Lohnbeutel mit Lol-ngeldern, der in einem Regal lag, an sich und beide Täter flüchteten. Der Lohnbeutel ent­hielt 320 Mark.

Untergang eines Hamburger Dampfers.

2114 &er schwedischen Insel Oeland wurden einer Meldung au« Stockholm zufolge, außer einem Rettungsboot zwei Motrosenleichen angetrieben, die allem Anschein nach zu der fünf­köpfigen Besatzung des Hamburger Dampfers ..Herta Grube" gehörten, der sich mit einer Holz­ladung auf dem Weg von Domlebh (Schweden) nach Stettin befand und bei dem Unwetter der letzten Tage untergegangen fein dürfte. Die Matrosen trugen Rettungsringe. Man befürchtet daß auch die anderen drei Besatzungsmitglieder e r - trunken sind.

Zwei Todesurteile des Bielefelder Sondergerichts.

DaS Sondergericht In Bielefeld verurteilte nach längerer Beratung die Einbrecher Petri und O p meler wegen gemeinschaftlichen Totschlags, begangen an dem Oberlcrndjäger Tiemann, gemäß i vom 9. August 1932

in Tateinheit mit qualifiziertem Totschlag zum T o d e. 3n den Morgenstunden des 8. Oktober K'LrSULZ5r Bandstraße von 3ssethorst nach Bielefeld drei Einbrecher. nämlich Kniepkamp, Petri und Opmeier, auf den Oberfandjäger Tie- nann aus Isselhorst einen Feuerüberfoll verübt und treckten den Beamten durch 14 Schüsse nieder. Kn epkamp hatte nach seiner Entdeckung durch die Polizei Selbstmord durch Erschießen verübt.

stets ein freier, tn tiefer Frömmigkeit verankerter Geist. Davon zeugt der letzte Ders, den er n:cdergeschrieben hat: er rührt von dem nor­dischen Dichter Gerstenberg her und lautet: ..3« neue Gegenden entrückt, schaut mein begeistert Äug' umher, erblickt den Abglanz höhrer Gott­heit, ihrer Welt, und diese Himmel, ihr Dezeltk Mein schwacher Geist, in Staub gebeugt, faßt ihre Wunder nicht und schweigt."

Lebensschicksale, wie das diese- Führer« im Geistesleben der Deutschen, findet man heute, in einer Zeit der Verwirrung, unter unserem Volke sehr häufig. Dazu kommt aber bei vielen unserer Zeitgenossen noch der Mangel an in­nerer Geschlossenheit, an Tiefe deS Seelenlebens denn sie haben keine Verbindung mit den Kräf­ten der ewigen Welt. Da kann die Advents­botschaft, daß 3esus immer noch da ist und fort und fort Licht, Liebe, Leben in die Welt hin ein - trägt, denen, die guten Willens sind, eine Bot­schaft deS Heils werden. H. B.

Aufklärung der Geflügel- und Wäschediebffähte in den Kreisen Gießen, Jriebberg und Schotten.

SupenMalmedy

rüst den Heiligen Stuhl an.

A o ch e n, 25. Nov. (ERB.) Die Christliche Volks- Parte, in Eupen-Malmedy-St. Vith hat an Kardinolstaatssekretär Pacelli ein Telegramm genchict. Darin wird das Schreiben, in dem der Bischof von Lüttich die Unterstützung der Christlichen Bolkspartci in Eupen-Malmedy-St. Vith verbo­ten hatte, als unzulässiger Eingriff be- zeichnet. Der Kardinolstaatssekretär wird gebeten im Interesse der Religion und der Menschenrechte' die R ü ck n a h m e des bischöflichen Schreibens veran­lassen zu wollen.

javanisches Blutbad fn der Mandschurei? , 2®*2.b,0 n. 25. Nov. (XII.) Die chinesische Ge- sandtsckaft veröffentlicht einen Bericht, daß ja- £anlf<t>e Truppen östlich von Mukden 2Z00 dauern, einschließlich Frauen und Minder, wegen angeblicher Unterstützung der chinesischen Freischärler mit Maschinenge- ' nVZLCJ8.er4>Dffcn und drei Ab - l er dem Erdboden gleichgemacht hnbJ ?UC 130 Dessoncn seien mit dem Leben ^ugekommen. Nach dem Bericht eine« Flucht- Ilng« hätten die Japaner die Bauern aufgefot-

AuflösungeinerVersammlunginWieseck

Der heutige Polizeibericht teilt mit: Der Er- werbslosenausschuß von Wieseck hatte durch Verteilung von Einladungen an die Erwerbslo­sen von Wieseck und alle Notleidenden zu einer Versammlung eingeladen und zum Massenbesuch aufgefordert Trotzdem grüne Ausweiskarten zum Besuch der Versammlung au-gegeben und im Be­sitz der DersammlungSbesucher waren, vertrat die K die Ansicht, daß es sich um eine öffent- olitische Versammlung handelt, die wegen des Burgfriedens zwangsläufig verboten war. Die Versammlung wurde deshalb am 25. November 1932 gegen 18.30 Llhr durch Beamte der LandeS- kriminalpolizeistelle Gießen und durch Gendar­meriebeamte aufgelöst.

Gegen den Einberuser usw. ist ein Strafverfah- «n wegen Vergehen- gegen die Verordnung de« Reichspräsidenten zur Sicherung des inneren Friedens eingeleitet worden.

Bei dieser Gelegenheit machen wir noch auf fol­gendes aufmerksam: Wer eine Versammlung, die nach den Bestimmungen dieser Verordnung ver­boten ist, veranstaltet, leitet, in ihr als Redner auftritt und den Raum für sie zur Verfügung stellt, wird mit Gefängnis bestraft, neben dem auf Geldstrafe erkannt werden kann. Wer an einer solchen Versammlung teilnimmt, wird mit Geldstrafe bi- zu 150 Mk. bestraft.

politische Schlägerei.

Der Polizeibericht meldet: 3n der Nacht vom 19. auf 20. Novemberaegen 2 Uhr oder um diese Zeit kam es in der Nkäusburg, Ecke Wagengasse und Wettergasse zu einer Schlägerei zwischen Kommunisten und Anhängern dieser Partei und SA-Leuten aus Gießen. Ter Sturm 12/116 hatte aus vern Schiffenberg eine Zusammenkunft. Drei öStßeute gingen durch den Neuenweg. Hier kam

»iS Hitler",sJeH Moskau" aad durch Schimpfworte zu einem Disput, der sich "ach Kreuzplah hinzog. Die SA-Leute .o^uch von einem Kommunisten während angerempelt und ein SA-Mann alarmierte durch Pfiffe und Worte die übrigen mSww * biC dur-d i>i= 2!cuen DLu. nach i?m Marktplatz zu gingen. 3n der MäuSburg kam es dann zur Schlägerei, wobei die KPD-Leute und durch Schläge mit den ^Eerrtemen der SA-Leute zum Teil erheblich verletzt wurden. Zwei Männer wurden niederge- SanitätSwache leistete auf der CTftc Hilfe- Dann mußten sich

Behandlung begeben.

bat bei beiden Verletzten mehrere frische Quetschungen am Kopf festgestellt, die teilweise L ouf die Knochen gehen. Rach Ansicht de- Arztes können die Wunden von den Haken der vcyulterriemen herrühren. 3m Verlaufe der Sr- ^"eluuyen wurden drei SA-Leute der StaatS- 2ÄH(Unl> r^m zuständigen Richter vor- geführt. Sie kamen in Untersuchungshaft. Die Er­mittelungen sind noch nicht abgeschlossen.

Oie Wirtschaft fordert innerpolitische Konsolidierung

B e Hin, 26. Nov. (WTB.) In der letzten Vor­standssitzung des Reichsoerbandes der deutschen Industrie sprach sich das Präsi- dium einmütig dafür aus, daß es für die Erhal­tung und Stärkung der wirtschastsbelebenden Mo­mente entscheidend darauf ankomme, die gegen- wärtige Unsicherheit durch ein stabi- les Regierungsfundament zu ersetzen. Die Konsolidierung der politischen Verhältnisse sei vom Standpunkt der Gesamtwirtschaft dringend ge­boten und sie könne nicht schnell genug her- bcigeführt werden. Die mit Recht von der Privat- wirtschaft erwartete Initiative und Risikofreudigkeit werde durch nichts mehr gehemmt als durch eine ständige innerpolitische Beunruhigung, die auch die Durchführung einer kraftvollen Außenpolitik, über deren Ziele es bei der überragenden Mehrheit des beut- schen Volkes keine Meinungsverschiedenheiten gebe, in stärkstem Maße beeinträchtige.

Aus »er provinzialtzauptstaiN

Advent.

3n der Stadtkirche zu Weimar ist vor der Orgel eine Eisenplatte, die da« Grab Herders bezeichnet, in den Fußboden eingefügt. Auf dieser Platte sieht man eine Schlange, deren Haupt von Lichtstrahlen umgeben ist. Diese Figur deutet die Ewigkeit an; die Ämschrift lautet: Licht, Liebe, Leben. Diese drei Worte geben die Welt- und Lebensanschauung des großen Deutschen an, der an dieser Stätte ruht: sie sind der Bibel ent­nommen, und zwar dem Evangelium des 3o- hannes, dem Herder zeitlebens seine Aufmerksam- zugewendet hat. 3m ersten Kapitel dieses biblischen Buches die Theologen nennen diese Einleitung den Prolog zum Evangelium und messen ihm besondere Bedeutung bei heißt es von 3esus:3n ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen." Eine ähn­liche Gedankenverbindung finden wir einige Sei­ten weiter in 3efu großem Worte:3ch bin das Llcht der Welt: wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." 3n den folgen­den Kapiteln wird die Liebe, die durch 3esus in die Welt gekommen ist, in den Vordergrund gestellt. Der Evangelist läßt seinen Meister spre­chen:Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine 3ünger seid, so ihr Liebe untereinander habt. Gleich wie mich mein Vater liebt, also liebe ich euch. Bleibet in meiner Liebe!"

Man wird die drei WorteLicht, Giebe, Geben vicht isolieren, sie nicht voneinander lo-lösen dürfen, sie stellen ein Ganzes dar, sie reden da­von, was 3esus der Welt gewesen ist und was er ihr immer sein wird. Jesus hat der Welt keme neue Weisheit gebracht, er wollte nicht, tote man im 18. 3ahrhundert gern sagte, die Rel.gionSbegriffe der Menschen verbessern", es war ihm nicht um die sogenannte ..Aufklärung" zu tun. Er wollte vielmehr die Menschen mit dein Leben, das aus Gott stammt, erfüllen, Ucbet- trdisches, Unvergängliches, Ewiges in ihre Da­seinsnote hineintragen, ihnen, wie er bei 3ohan- neS sagt,Geben und volle Genüge geben". $iec- bei ist er nicht müde geworden, den Menschen immer wieder zu sagen, daß Gott sie liebt und Daf} he ®ott und sich untereinander lieben sollen. Gottesliebe und Menschenliebe ist das wahre

£nb bieles Leben ist das wahre, daS höchste Gut. Der Dichter des 36. PsalmeS mit ffon diese Wahrheit erfaßt: denn er sagt zu ®ott.Bei dir ist die Quelle deS Lebens, und m Deinem Lichte sehen wir das Licht." ito,a,r "icht daS, was man einen glück- uHen Menschen nennt. 3n feiner 3ugend war <r schwer bedrängt, in Armut und Niedrigkeit muhte er feinen Ausstieg suchen, oft wurde er bon tfranlbed heimgefuebt. 3n seinem späteren Geben rechte sich eine Mißhelligkeit an die an- Deren. Die Freundschaft mit Goethe führte lang- K öum Auseinandergehen der beiden Männer. Als Die deutsche Kulturwelt von Herder- 3Deen pingeriffen toar, war dieser amtlich und persön- lich gedruckt. Mancherlei war e«, da« ihm den

vergällte: zum Hofe und 5ur Hofgesellschaft konnte er nicht die rechte Stel- ÖÄ1*".' ihm fehlte die Fähigkeit zur tfteuDe, als em reizbarer, verbitterter, kränk- licher Mann verbrachte er feine letzten LebenS- ^Dre Da« Haus, in Dem er 27 3ahre lang ge- toobnt bat, steht in einem Winkel, in einer ab- gelegenen Gasse, ganz im Schatten der Stadt- . tirje. So war auch das Geben des ManneS, ein . x L*n Doch hat er diese Lebensnot ,

durch den Glauben an 3esuS besiegt, er blieb !

Während die Arbeitslosenstatistik im Monat Ok­tober ein recht günstiges Bild zeigte, ist in der ersten Nooemberhalfte wieder eine recht beträchtliche Zunahme der Arbeitslosen eingetreten. Die Ge- jamtzahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Ar­beitsuchenden stieg um rund 156 000 auf insgesamt 5,27 Millionen. Sicherlich ist dieses Ansteigen der Arbeitslosigkeit ausschließlich auf s a i s o n - mäßige Ursachen zurückzuführen. Die Ein- stellung der Landarbeiten in der Landwirtschaft, in den Baugewerben usw. setzt alljährlich in der lallen Jahreszeit zahlreiche Arbeitsträfte frei, die Dann bis zum Beginn des Frühjahrs den Arbeitsmarkt belasten. In der ersten Hälfte des Novembers 1931 war die Zahl der Erwerbslosen sogar um 220 000 gestiegen, so daß die Zunahme also um etwa ein Drittel geringer geworden ist.

Trotzdem kann die diesjährige Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt nicht befriedigen. Man hatte auf Grund des Stillstandes Der Arbeits­losenwelle im Oktober auch für Die weiteren Mo­nate eine sehr viel geringere Steigerung Der Arbeitslosenziffern erwartet. Erstens mutz man beDenken, Daß z. B. Die Baugewerbe schon im Sommer eine so ungünstige Konjunktur hatten. Daß selbstverständlich auch Die Zahl Der in Der toten Bausaison zur Entlastung KommenDen niedriger sein mußte, als in dem besseren Baujahr 1931. Ferner war im Sommer und Herbst 1932 Die Ge­samtzahl Der Erwerbstätigen nieDriger, Das Aus- gangsnioeau Der winterlichen Aufwärtsbewegung der Arbeitslosenziffern also höher als im Vorjahr. Man mußte daher auch ein geringeres Absinken Der Beschäftigung in Den Wintermonaten erwarten. Endlich aber hatte man sich allgemein mit Der Hoffnung getragen, Die W i r t s ch a f t s b e l e b u n g auf Grund des Ankurbelungsprogramms Der Reichs- regierung werbe schon letzt zu einer so erheb- lichen Neueinstellung von Arbeitskräften führen, daß Die winterliche Saisonarbeitslosigkeit DaDurch fast ausgeglichen werden könnte.

Unter diesem Gesichtswinkel gesehen, erscheint eine Zunahme Der Erwerbslosen um 156 000 innerhalb eines halben Monats Doch recht unerfreulich. Es besteht zwar noch Die Möglichkeit, Daß Die Zunahme Der Neueinstcllungen in Der zweiten Nooemberhälfte das GefamtbilD etwas verbessert. Aber allzu groß inD auch Die Aussichten hierfür nicht. Im Ruhr- kohlenbergbau unb in einigen Teilen Der Großeisenindusirie liegen zweifellos auf GrunD einer Absatzbesserung gewisse Möglichkeiten für eine Mehrbeschäftigung von Arbeitern vor. Auch i m Bekleidungsgewerbe, in mehreren Zwei­gen Des N a h r u n g s m i 11 e l g e w e r b e s , bei Der Reichsbahn usw. ift eine Zunahme Der Be- chästigung festzustellen. Aber von einer allge­meinen Entlastung Des Arbeitsmarktes sind wir Doch noch weit entfernt, unD wenn wir Die nicht erreichen, so ist zu befürchten, Daß Die Arbeits­losigkeit in Dem bevorstehenDen Winter einen Höhe- tanb erreicht, Der von sozialen und politischen Ge- ichtspunkten aus gleich bedenklich ist.

Auf dem Brocken herrscht seit eiwa 24 Stunden anhaltender Schneefall. Die Schneedecke, die bis tocit auf die Brockenchausfee herunterveicht hat eine Höhe von 2530 Zentimeter. Bei einem leichten Nordtvesttvind zeigt das Thermometer drei Grad unter Null. Der Schneeflug des Brocken­hotels glättet die Brockenftraße und Autos, mit Schneeketten versehen sind, können Brockengipfel bequem erreichen.

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Gießener «s Hieben. 26. esSä BÄgi Mihkaut 6-8,. 8-10, Rote Wen Kohlrabi 6-8, SW«! so. 3W* tzchvxrrzlvurzeln 25- biS 35, Dimm 2^- 40-45, Me 35-40 pechühner 60-80, C Pfennig das Pfund, 30-60, Endivien 8- Lauch 5-10, Äettich M8 Stück. Aadiesch tvsseln 2,50. Wir 6,00, Wirsing, grün,

-Tageskalen 2030 Uhr: im Heim, .Freiwilliger Arbeitsh -0.(9.: 20.30 Uhr (ung. Mio.: *0 U Lichtspielhaus, Bahnt tar*. - Astoria-Lich Wiflitfnen' undDor \ - Tageskai

Piadtthcater, 11 fr 6örßellyng; 18.30 Mien"( 22 bis 0 hessilher Sxw^ere 11 bis 13 ühr, - Gietzener Roiueü: Maria Li Mein, 15.30 Uhr. Tvrtrag über net- und Frauen! ^meinte, 20 Hr, - Xtifiibunb der K tfum", Kundgebung. FuhbaU BoruFia-^ ften. - L^chPieihau .Hawaii", ab 15 ü Astovia-Lichstvieie, lionen undDon

- Gemeinde gemeinde. Am E veranstaltet die der Matthäusgemeii meindeabend. Der ?' An Frau Flir U°«ne) Frl. Be Ment ftnelf (Bi, r ®emeinbe haben gesagt. Eintritt fre »mgeiaden. (Ziehe Ar nachts D e. h'-s'ge Ortsgrupr «y grs*«i '

keilen erschöpft werden, wird er sich einer Be­rufung nicht entziehen.

Vie seht beabsichtigte Fühlungnahme mit den Parteien wird sich auf dieselben Gruppen erstrecken, die während der Verhandlungen der letzten Tage im Vordergründe standen, allerdings mit Aus- nähme der vationalfozlaliften. Die Führung der NSDAP, hat bereits erklärt, daß sie jede, Kabinett aufs schärfste bekämp. fen werde, das nicht unter der Führung Hitler» steht. Besprechungen mit den Nationalsozialisten er­übrigen sich deshalb. Dafür ist aber anzunehmen, baß auch mit den Sozialdemokraten ge­sprochen werden wird, um festzustellen, wie weit sie in der tage wären, ein Präsidialkabinett be­stimmter Schattierungen zu tolerieren, damit die Ansätze wirtschaftlicher Belebung in Den nächsten Monaten nicht wieder durch die Heftig­keit der innerpolitischen Kämpfe, eine neue Reichs­tagsauflösung und ähnliches mehr, z e r ft ö r t wer­ben. Die Entscheidung des Reichspräsidenten wird vor Mittwoch nicht zu erwarten fein. Mit den Parteien werden in erster Linie Staatsfefre- lär vr. Meißner und General o. Schleicher Zühlung nehmen.

®ieTägliche Rundschau" stellt fest, daß es heute nur noch allein um die Person des kommenden Kanzler gehe. Werde diese Persön­lichkeit so gewählt, daß sie mehr Vertrauen im Volke finde, und werde in den nächsten Monaten sozialer regiert, so ließe sich denken, daß auch die heutige ablehnende Hal­tung der NSDAP, sich mildern könnte. Werd« der bisherige Kurs fortgesetzt, so gingen wir «in«r gefährlichen Entwicklung entgegen. Der deutschnationaleT a g" schreibt u. a.:Wir müssen der Hoffnung Ausdruck geben, daß die Zusammenfassung einer kommenden Präsidial- Reg.erung eine Verbesserung gegen o i« bisherige bedeuten wird. Es ist notwen- d:g, daß das in den letzten Monaten leider offenbar gewordene Gegeneinander der verschie­denen wirtschaftlichen Ressorts in der Regierung einer einheitlichen Geschlossenheit des wirtschaftlichen Planes und Der wirtschaft­lichen Plan durchführung fei. Wir hoffen, baß Die kommende Präsidial-Regierung eine glücklichere Hand hat, um ihr soziales Wollen und ihre soziale Verbunden­heit mit den Millionen der ärmsten Notträger der deutschen Wirtschaftskrise den breiten Mafien be« Volke« verständlich zu machen zu Glauben und Vertrauen.

Der heutige Gießener Polizeibericht meldet: Die in ber Nacht zum 24. November in Dauernheim "db D o r n - A s s e n h e i m verübten Geflügel- und Waschediebstähle fanden überraschend schnell ihre Aufklärung. Bei der Tatortbesichtigung in Dauern- Deim wurde unter einem Strumpf, Den die Täter n Der Eile zurückließen, ein Zettel mit Der Auf. schrlft:Hahn, Rothschildallee, Frankfurt a. M.. gefunDen, Der Der Beschaffenheit nach von einem oad oder Lemenpacktuch losgeweicht war. Die Kri­minalpolizei in Frankfurt a. M. rourDe sofort tele­phonisch von Dem Diebstahl unD Dem Feststellungs- ergebnis in Kenntnis gesetzt. Daraufhin rourDe von ber Dortigen Kriminalpolizei bei H a h n eine Durch- suchung vorgenommen. Die aber ergebnislos verlief. 2lls aber trotzdem wegen Dringenben Verdachts feine Festnahme erfolgte, legte er ein Teilgeständnis ab, daß er mit Dem Artisten FrieDrich Mettler. Der in Der Seckbacher Straße in einem Wohnwagen wohnt, unD Dem Autoschlosser Wilhelm Wahn au, der Feststraße Die in Dauernheim begangenen Ein­brüche verübt habe.

Die weiteren Ermittlungen, zu denen ein Be­amter Der hiesigen LanDeskriminalpollzeistelle ent- sondt rourDe, ergaben. Daß noch ein vierter Täter, unD zwar Der Händler Ferdinand Viehmeter, in der Hahnstraße wohnhaft, bei Den Diebesfahrten mitroirfte, Der auch bei Der Tätigkeit als umher- ziehender Händler die Diebstahlsobjekte ausfindig machte. Bei Mettler wurde noch eine große An- öohl Hühnerköpfe, zwei Gänse, drei Hühner und eine Menge naße Wäsche, bei Wahn ein vollge­packter Rucksack mit Wäsche gefunden. 'Im Laufe der Ermittlungen ergab sich weiter, daß Die glei­chen Täter auf ber Fahrt nach Dauernheim ben Wäschebiebstahl in Dorn-Assenh gangen haben. Auch geftanb einer Der T. EnDe Oktober in Röthges ausgeführten Ge­flügelfarmeinbruch unb Den Einbrüchen Garben- b a (t), woselbst ein RinD am Ortsausgang abge­schlachtet rourDe, begangen zu haben. Das Fett konnte sichergeftellt werben. Die Beute wurde zum Teil verkauft, teils zu eigenem Gebrauch von Den Tätern vermenDct. Ein Einbrecher rourDe im Laufe des gestrigen Tages fest genommen. Sämtliche Diebesfahrten würben mit einem Per­sonenkraftwagen getätigt, ben sich bie Täter ohne Einwilligung Des Besitzers jeweils zur Nachtzeit an- eigneten.

Offenbar hat also Das bisherige Arbeitsbefchaf- fungsprogramm Der Reichsregierung nicht aus- gereicht, um in bie bedrohlich wachsende Ar- beitslosigkeit eine genügend breite Bresche zu schla- gen. Vor allem geht der Abbau der Arbeitslosig. leit zweifellos nicht schnell genug, um schon in diesem Winter bie aünftigen Wirkungen zu zeiti­gen, bie aus ben verschiebensten Grünben unbedingt erzielt werden müssen. Das Ausmaß ber Arbeils- beschaffung muß also wesentlich verstärkt werben. 2öie immer auch die neue Reichsregierung aussehen mag, ihre erste Sorge wird die Erweiterung des Arbeitsbeschaffungsprogramms sein müssen. Die Gedanken unb Absichten, bie bem Steuerrückoergütungssystem ber Regierung Papen zugrunde lagen, m gen durchaus richtig fein und im Laufe der Zeit auch zu einer nachhaltigen Belebung Der Gesamtwirtschaft führen. Aber wir haben heute nicht mehr Zeit, lange zu warten, und darum muß das Hauptprogramm Papens durch ein So- fortprogramm ergänzt werden, dessen Auswirkungen so schnell wie möglich zu einem starken Rückgang der Arbeitslosigkeit führen. Das ist aber nur durch eine direkte A r - deitsbescha ffung f eilens ber öffent- lichen Hanb möglich. Zwar umfaßte auch das Papen-Programm eine derartige unmittelbare In­angriffnahme gemeinnütziger Arbeiten. Aber sie sind nicht umfangreich genug, um eine sofortige bedeu- tenbe Abnahme ber Arbeitslosigkeit hervorzurufen. Deshalb tritt bas sogenannte Gereke-Pro- gramm immer von neuem in ben Vorbergrunb der arbeittmarktpolitlschen Diskussion. Es besteht bekanntlich darin, daß Die OemeinDen unD nament­lich Die länDlichen GemeinDen in großzügi­ger Weise gemeinnützige Arbeiten unternehmen sollen, um Dadurch vor allem Die Wohlfahrts­erwerbslosen. deren große Zahl längst zu einer schweren Gefahr für die Gemeindefinanzen geworden ift, wieder zur Produktionstätigkeit zurück- zuführen.

Der Gereke-Plan hat insofern einen besonders hohen Wert, als durch seine Verwirklichung für die Wohlfahrtserwerbslosen auf dem Lande und in den kleinen Städten Beschäftigung beschafft werden würde, während gerade sie durch die bisherigen Maßnahmen zur Wirtschaftsbelebung nur sehr wenig erfaßt werden konnten. Mögen darum d i e Schwierigkeiten einer Finanzierung des Gereke-Plans noch so groß fein, und mögen auch die bisher gemachten Finanzierungsvorschlage unannehmbar erscheinen, es muß versucht werden, einen gangbaren Weg zur Verwirklichung gerade dieses Plans zu finden. Denn ber Ausgang bes Kampfes, ber in biefem Winter gegen bie immer weiter wachsenbe Arbeitslosigkeit geführt werben muß, wird für Deutschlands Schicksal von ausschlag­gebender Bedeutung sein. Nur ein arbeiten- bes Volk kann seine innere unb äußere Freiheit zurückerobern.

Die Einführung der Zloty« Wahrung in Danzig.

DieBerhandlungen vor demvöllerbundsrat

Genf, 25. Nov. (WTB.) Der Dölkerbunds- ^at hat die endgültige Erledigung der Streitfrage hinsichtlich der zwangsweisen Einfüh­rung de« polnischen Zloty auf den ? onztger Eisenbahnen auf eine der näch­sten Sitzungen vertagt. Die polnische Regierung hatte «men Vorschlag, der zur Regelung der ^6« vom englischen Außen mi nist er als Berlchterstatter gemacht worden war, in den ber Ratssitzung vorangegangenen Verhand­lungen abgelehnt. Dieser Vorschlag sah u. a oor, baß die Streitfrage an bas orbentliche Verfahren vor dem Bölkerbunds- kommisfar zurückverwiesen wird, und verpflichtet, bis zur Erledigung dieses Verfahrens die zwangsweise Einführung de« Zloty auf den Danziger Bahnen zu unter- lassen. Der Danziger Ratspräsibent Dr. Ziehm war bereit, den Vorschlag anzunehmen. Zur Klärung der Rechtsfrage, ob in diesem Falle «in« action directe vorliegt, soll ein au« fünf 3uristen bestehendes Komitee zusammentreton auS den Rechtssachverständigen der deutschen, französischen, italienischen, norwegischen unb spa- Aschen Abordnung, um dem Rat bis Montag Derlcht zu erstatten.