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Spielplan der Frankfurter Theater«
Gemäldesammlung im Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.
** Rückstände an Steuern und Gebühren werden von der Gießener Stadtkasse in unserem heutigen Anzeigenteil öffentlich angemahnt. Säumige Zahler mögen die Bekanntmachung nicht
übersehen.
♦•Die Viehzählung am 1. Dezember wird für den Bereich der «tadt Gießen heute in einer Bekanntmachung der Büraermeisterei ange« kündigt. Interessenten'feien darauf hingewicsen.
•• Gaben zur W e i h n a ch t s b e s ch e r u n g in der Klein! inder-Bewahr an st alt werden von i
dem Vorstand des gemeinnützigen In« stituts in einer Anzeige im heutigen Blatte erbeten, s
„Alt Gießen."
Gin Gfreifzug durch die Iahrhunderte.-Geme.ndeabend der Matthäus-Gemeinde.
die Irauermahlzciteu nach der Beerdigung von Honoratioren eingenommen.
Einmal ist dort auch eine schlimme Geschichte passiert. Zwei Studenten waren in Streit geraten, und zwar während einer Trauermahlzeit nach der Beerdigung zweier anderer Studenten, die einem „hitzigen Fieber" zum Opfer gefallen waren. Der eine Student hieb den anderen schwer in den Arm, daß jener daran verstarb, dec Täter aber wurde (wie der Redner auS einem alten ererbten Briefe verlaS) „in Hafte n" genommen. Gin großes Fest wurde immer xum Ratskürtag (am DreikönigStag) gefeiert.
Roch während deS 30jährigen Krieges entbrannte im Jahre 1646 der „H e s s e n k r i e g" zwischen Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel um das „Marburger Erbe". Der Krieg verlief für die Hessen-Darmstädter und damit für die Gießener sehr blutig und unglücklich, denn eS kam so weit, daß die Macht des Landgrafen von H-cssen-Darmstadt nicht mehr weiter reichte, alS die Kanonen der Feste Gießen. 1646 wurde der Oberstleutnant Willig, der daS Marburger Schloß aufgegeben und den Riederhessen freiwillig überlassen hatte, auf dem MarktplN) zu Dießen enthauptet. Spätere Enthauptungen fanden auf dem Tri<ck statt.
Einmal sollten fünf Straßcnrciuber enthauptet werden, der Landgraf erließ aber einen Gnadenakt, und die Delinquenten muhten, wie das feinerzell manchmal geschah, um ihr Leben würfeln. wer verlor, muhte aus da» Schafott.
E» geschah also.
Bom Fürstbischof von Salzburg wurden um 1732 viele evangelische Glaubensgenossen vertrieben. 238 dieser Salzburger tarnen auch vorübergehend nach Gießen und wurden in der evangelischen Stadt herzlich ausgenommen und gut bewirtet.
Ein interessantes Haus sei die ehemalige „Alte Apotheke (jetzt Kaininka) auf dem Marktplatz. Dort sei, man wisse das aber nicht genau, ein bekannter Mann aus der Familie Schupp geboren worden, Johannes Baltaser Schupp, der die Friedensrede in Münster nach der Beendigung des Dreißigjährigen Krieges hielt. 3m Türmchen auf dem Rathaus hing und hängt noch heute
ein altes Glöckchen aus dem Jahre 1453.
Mit ihm wurde immer das Zeichen zum Schulbeginn gegeben. Es hat „gekleppt", sagten die Gießener bann, wenn dies Zeichen erscholl.
Auf dem „Kreuz" (dem heutigen Kreuzplah) stehen einige schöne alte Häuser. Der größten eines war das Haus zum „Weißen Roß", ein bedeutender Gasthof, in dem besonders die adligen Reisenden einkehrten. Roch heute befindet fich auf dem Haufe (jetzt Mettenheimer) ein Zeichen, das auf den Ramen hinweist. Die älteste gepflasterte Straße war der Seltersweg.
3n Gießen befand sich ein landgräfliche- Gießhaus, ferner wurde hier in den Jahren 1637/1794 ein privates Gieß Haus der Familie Henschel unterhalten, die bann aber nach Kassel übersiedelte. Rachfahren der Familie gründeten die Maschinen- und Lokomotivenfabrik, die zu Weltruf gelangte.
Zum Schluß erzählte Oberkriegsgerichtsrat Koch noch von der Reustadt, außerdem vom alten Friedhof am Rahrungsberg, der mit seinen alten Grabsteinen und Epitaphien wertvolles Material für Familienforschungen birgt, und schloß mit der eindringlichen Forderung,
alte Dokumente, Hausrat, Briefe, Bilder usw. nicht der Vernichtung anheimfallen zu taffen, fondern gut zu verwahren und den berufenen Stellen zur Kenntnis zu bringen.
Der Dortrag wurde von den zahlreichen Zuhörern mit großem Ontereffe und viel Beifall ausgenommen. Pfarrer Mahr dankte dem Redner, der in unterhaltsamer Weise Alt-Gießen im Geiste auferstehen lieh und die Heimat habet doppelt liebenswert machte.
ten Karten müssen bis spätestens Sonntag mittag abgeholt fein, da die Theaterkasse infolge der starken Kartennachfrage sonst anderweitig über oorbestellte und nicht abgeholte Karten verfügen muß. Den auswärtigen Theaterbesuchern bleiben die Karten bis eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung reserviert.
*• Stadttheater-Abonnement. Die Einlösung des dritten 2lbschnittS des Stadtthea- ter-AbonncmentS betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir die Interessenten besonders aufmerksam machen.
Besuchszeiten der Museen. Das Ober- hessische Museum im Alten Schloß, das Völker- mufeum sowie das Kriegsmuseum und die Städtische
Grundsätzliche Forderungen des hessischen E.nzelhandelS.
Set Landesverband des hessischen Einzelhandel-, Sih Darmstadt, hielt am Donnerstag in Darinstadt eine Mitgliederversammlung ab, die tn einer Entschließung die nachstehenden grundsätzlichen Forderungen erhob und den Borst and beauftragte, der Regierung und der Hauptgr- meir.fchaft des deutschen Einzelhandels hiervon unverzüglich Mitteilung zu machen:
1. Ausdehnung der Sperre für Errichtung von Einheitspreisgeschäften auch auf die Städte über 10OOOO Einwohner. Allmähliche Liquidation der volkswirtschaftlich durchaus entbehrlichenEinheits- prei-geschälte.
2. Einführung der Phasenpauschalierung der Umsatzsteuer. Erhebung der Umsatzsteuer beim ersten Umsatz
3. Ein vollständige- und ausschließliche- Zu- rbenoetbot, da die Notverordnung vom 9. März
3. unzulängliche Maßnahmen gezeitigt hat.
4. Gesetzliche Regelung deS Rabattwesens, näm- lich a) Verbot ieglicher Sonderrabattgewährung an einzelne Käufergruppen, b) Verbot jeder übertriebenen Rabattgabe, d. h. solcher Rabattsätze, die die handelsübliche Höhe überschreiten.
5. Gesetzliche Maßnahmen gegen Preisschleu- berei und die Überhandnehmenden Sonderver- anstaltungen im Einzelhandel.
toicfociicr «iWiuiii.utuftvvcifc.
• Gießen, 26. Rov. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter ICO. Landbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25 -30 Pf. das Pfund, Käse 5—10, Gier, ausländische, 12—14, in- wndifche 14 Pf. das Stück, Wirfing, grün, 8—10, Weißkraut 6—8, Rotkraut 8—10, Gelbe Rüben 8—10, Rote Rüben 8—10, Spinat 15, Unter- Kohlrabi 6—8, Grünkohl 15, Rosenkohl 20—25, Feldsalat 80, Zwiebeln 8—10, Meerrettich 35—60, Schwarzwurzeln 25— 30, Kartoffeln 3, Aepsel 18 biS 35, Birnen 20—35, Dörrobst 35—40, Honig 40—45. Hüffe 35—40, Zunge Hähne 70—90, Suppenhühner 60—80, Gänse 65—75, Enten 80—90 Pfennig daS Pfund, Tauben 50—60, Blumenkohl 30—60, Endivien 8—15, Ober-Kohlrabi 8—10, Lauch 5-10, Rettich 10-15, Sellerie 10—35 Pf. das Stück. Radieschen 12 Pf. das Bund, Kartoffeln 2,50, Weißkraut 3,00, Rotkraut 5.00 bis 6,00, Wirsing, grün, 4,00—4,50 Mk. per Zentner.
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— Tageskalender für Samstag. DHV.: 20.30 Uhr: im Heim, Vortrag mit Lichtbildern über „Freiwilliger Arbeitsdienst — Arbeitsdienstpflicht?". — D. R. ©.: 20.30 Uhr, Bootshaus, Monatsverfamm- lang. — Mto.: JO Uhr, Caf6 Leib, Winterfest. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der schwarze 5)u- far". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Jimmys Millionen" und „Don Manuel, der Bandit".
— Tageskalender f ü r Sonntag: 'Stadttheater, 11 bis 13 Uhr, Iubiläums-Fest- vorftell^ng: 18.30 biS 21 Uhr, „Die Toni aus Wien"^ 22 bis 0 Uhr, Rachtkabarett. — Ober- hefsilcher K.-.-nftvereln, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13 Uhr, Ighrcsschau oberhessischer Kunst. — Gießener Konze^t-Berein, 17 Uhr, Reue Aula, Konzert. Marta L'-üz. — Obst- und Gartenbau- herein, 15.30 Uhr, Kaufmännisches BereinshauS, Vortrag über „AI'«' und neue Gärten". — Männer- und Frau^nvereinigung der Matthäus- Gemeinde, 20 Uhr, Lase Leib, Gemeindeabend. — Reichsbund der Kinderreichen. 15 Uhr, „Aquarium". Kundgebung. — Walofporlplah. 14.30 Uhr, Fußball Borussia-Fulda—Stadtmannschaft ©leben. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11.15 Uhr, „Hawaii", ab 15 Uhr „Der schwarze Husar". — Astoviä-Lichtspiele, Deltersweg, „Jimmys Millionen" und „Don Manuel, der Bandit".
— Gemeindeabend der Matthäus- gemeinde. Am Sonntag, 27. November, 20 Uhr, veranstaltet die Männer- und Frauenvereinigung der Matthäusaemeinde im Cafs Leib einen Gemeindeabend. Der Frauenchor Der Stadtkirche, die Solisten Frau Flimm (Gesang), Frl. Zimmer (Violine), Frl. Beyerdorf (Klavier), Pfarr- assistent Knell (Violine), die treffliche Spielschar der Gemeinde haben freundlichst ihre Mitwirkung zugesagt. (Eintritt frei. Die Gemeinde ist herzlichst eingeladen. (Siehe Anzeige vom Donnerstag.)
— Weihnachtsmesse Im Cas 6 Amend. Die hiesige Ortsgruppe der „Deutschen Frauenkul- für" veranstaltet vom 28. bis 30. November im Billardsaal des Coss Amend ihre wohlbekannte Weihnachtsmesse. Diese Ausstellung deutscher Wert- arbeit will vor allem zeigen, daß für wenig Geld viel Freude ins Haus gebracht werden kann, wenn man wirkliche Wertarbeit für fein Geld er- steht. Außerdem erhält man einen guten Ueberblick über den Stand des Kunftgewerbes. Siehe heutige Anzeigei
•• Die Spender-Plätze beim Theaterjubiläum. Die Stadtverwaltung teilt mit, daß bei der großen Anzahl von eingeladenen Spendern deren Plätze ausgelost werden mußten, um Verstimmungen zu vermeiden.
•• Nachtkabareti im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die zur Vorstellung des Nacht-Kabaretts vorbestell-
Diele Mitglieder der Matthäus-Gemeinde fanden sich gestern abend im Gemein de saal ein, um einen Vortrag von Oberkrieasgerichtsrat Koch über „Alt- Gießen" zu hören. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt.
In freier Form erzählte der Redner bunte Begebenheiten, luftige Episoden und tragische Ereignisse aus der Vergangenheit unserer Stadt. Im Geiste führte er feine Zuhörer durch die Gaffen, über Plätze und an die alten Häuser — zurück in eine Zeit, die nur aus Büchern und alten Dokumenten herüberklingt in unsere läge und doch nicht ferne genug ist, um vergessen zu fein. Den Schilderungen des Redners fei einiges entnommen:
Hoch oben auf dem Turme der Stadtkirche hauste der Türmer. Er bewachte die Stadt, er war Feuer- Wächter und Stadtmufikus mit besonderer Erlaubnis. Er hielt „Gesellen" und musizierte bei vielen Gelegenheiten. Interessant ist es -m wissen, daß sich das Amt des Türmers in den Familien vererbte.
Auf dem Sladlkirchenturm befand sich eine uralte Glocke. Am Georgstag des Jahres 1371 wurde sie von einem zugewanderlen Glockengießer an Ort und Stelle unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Kirchenplah gegossen.
Sie trägt die Jahreszahl 1371 in arabischen Ziffern. Das war für die damalige Zeit fast ein Kuriosum. Das Material dieser Glocke ist noch heute, umgcschmolzen, in anderen Glocken vorhanden.
Das Haus „Einhorn" ist eng mit dem Namen der Familie Wiederholt verbunden, deren bekanntester Vertreter der Oberst Konrad Wiederholt war, der den Hohentwiel verteidigte. Philipp der Großmütige hat Gießen zu einer festen Stadt ausgebaut. Viele Neuerungen wurden unter ihm eingeführt, viele Befestigungen geschaffen. Der Stadt entstanden dadurch oft große Kosten, die aber der Landgraf durch allerlei Gnadenerweise nicht so hart sühlbar werden ließ. Philipp der Großmütige hat sich einmal mit dem Gedanken getragen, auf dem Schiffenberg eine adlige Schule zu gründen. Der Plan zerschlug sich aber nach mancherlei Einsprüchen von interessierter Seite.
Interessant ist die Geschichte der L a h n b r ü ck e n. Im Jahre 1537 wurde eine steinerne Brücke gebaut. Sie hielt nicht lange. 1585 wurde sie durch Vierbogen-Brücke ersetzt. Noch heute sind Ueberrefle einige Meter oberhalb der jetzigen Brücke zu sehen, wenn der Wassersland niedrig genug ist. Schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts gingen Bleicher auf der jetzigen Bleiche über der Lahn ihrem Gewerbe nach. Die Pulvermühle existierte schon Im 16. Jahrhundert. Seinerzeit war, was viele nicht wissen, eine große Anzahl Tiroler „Mäurer" in Gießen und Oberhessen, die sich für die Ausführung von bestimmten Maurerarbeiten verdangen.
Mancher dieser Maurer aus Tirol blieb in Oberhessen, und noch heute leben deren Nachfahren in der Detterau.
Trotz der nicht besonders günstigen klimatischen und gesundheitlichen Verhältnisse in Dießen starben in unserer Stadt zu früherer Zeit Leute, die 102, 103, ja sogar 107 Jahre alt geworden sind.
3m Jahre 1560 wütete auf dem jetzigen Brandplah ein riesige- Feuer, dem 160 Häuser zum Opfer fielen. Der Platz, den die durch das Feuer vernichteten Häuser säumten, hieß deshalb in der Folge der „Brand". Eine reiche Geschichte ist mit dem Rathaus verbunden. Es wurde etwa zu Beginn des 16. Jahrhunderts gebaut. Es sah den Aufstand der „religiösen Brüder", die mehr im Trüben fischten, als für die protestantische Religion kämpften und dabei auch dem Rat einmal die Fensterscheiben einwarfen. Gießen müsse, so sagte der Redner, schon vor 1535 evangelisch gewesen fein.
3m Rathaus wurde manches Jeff gefeiert. Mancher Humpen wurde aus diefem oder jenem Anlaß dort geleert. 3m Rathaufe wurden 3. V.
Opernhaus. Sonntag. 27. Rovember. von 15 bis 17.30 Uhr: 3m weißen Rößl. Don 19.30 biS gegen 23 Ubr: Garmen. Montag, 28., von 20.15 bis nach 22 Ufer: Kundgebung der Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Bühnen. Dienstag, 29., von 19.30 bis 22.30 Uhr: Don Carlo«. Mittwoch, 30., von 20 bi« nach 22.30 Ahr: Die Entführung aus dem Serail. Donnerstag 1. Dezember, von 19.30 bis gegen 23 Uhr: Die EzardaSsÜrstin. Operatte von Emmerich Kälrnön. Freitag, 2., von 20 bis 22.30 Ubr: Tiefland. SamStaa, 3., von 19.30 bis gegen 23 Uhr: Die EzardaSfÜrstin.
Schauspielhaus. Sonntag, 27. Rovember, von 15.30 bis gegen 18.30 Uhr: Florian Geyer. “ — 22.30 Uhr: Moral. Montag,
~ ?bba Gabler. DienS-
Man darf roobl hoffen, daß es durch reichliche 5pen* den möglich fein wird, den Kindern, deren Sätet zum größten Teile arbeitslos find, zu Weihnachten eine Freude zu bereiten.
•* (Ein Achtzigjähriger. Der Senior» Obermeister der Backer-Zwangsinnung Gießen, Bäckermeister Ludwig Kronenberg, Löwen» gaffe 23, begeht am Montag, 28. November, tn großer körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag
*• Wissenschaftliche Untersuchung des Erdbebens. Wie WSN. erfährt, wird das Erdbeben, das in der Nacht zum Montag in ganz Westdeutschland verspürt wurde, vom Mctcoro- logisch-Gcophnsikalischen Universitätsinstitut in Frankfurt a. M. untersucht werden, das um Einsendung geeigneter Feststellungen bittet.
** Vorsicht v e i Teppichkäufen. Der Verband deutscher Teppich- und Möbelhändler e. V. teilt uns mit: In letzter Zeit mehren sich wieder die Klagen bei uns, daß die sog. Teppichhausiercr versuchen, mit kleinen Chiffreanzeigen in den Tage». Zeitungen an die Privatkundschaft heranzukommen. Die Anzeigen find so aufgcmacht, daß das Publikum glauben muß, irgend ein Privatmann wolle billig einen Teppich verkaufen. Hinterher stellt sich aber meistens heraus, daß die Anzeigen von Tep- pichhausierem ausgegeben worden sind, die auf diese Weise versuchen, Adressen von Kauflustigen zu erhalten. Läßt bT Privatmann den Besuch des Teppichhausierers, der sich mitunter auch telephonisch anmcldet, zu, so versucht dieser ihn durch schwindelhafte Angebote und Vorspiegelung aller möglichen falschen Tatsachen zum Kauf zu ver- anlasscn. Unter Ausnutzung der dem Publikum meist sehlcndcri Fachkenntnis versteht er es, seine oft noch minderwertige Ware zu Preisen an den Mann zu bringen, die, wie zahlreiche Fälle beweisen, um das mehrfache über dem teilen Wert liegen. Dem Publikum kann deshalb nicht eindringlich genug empfohlen werden, Teppiche nur bei dem orts- ansäffigen reellen Handel zu kaufen.
** Weihnachtsfahrt nach Oberammergau. Man schreibt uns: Wer das Jahresende gut beschließen und das neue Jahr froh beginnen will, fahre am 26. Dezember (2. Weihnachtsfeiertag) mit der ReichÄiahn nach Oberammergau. (Rückkehr am 4. Januar 1933). (Eine lo billige Erholungsgelegen, heil in den bayerischen Alpen wird sich während der Wintermonate kaum noch einmal bieten. Der Fahrpreis ist auf die Hälfte herabgesetzt, der Sonderzug führt nur die neuesten Eilzugwagen, Dervflegungs- roagen der Mitropa ist im Sonderzug. Diesmal be- orgt die Reichsbahn neben der Unterbringung auch Die volle Verpflegung zu billigsten Preifen. Die Unterbringung erfolgt nur in Hotels und Pensio- nen mit Zentralheizung. Zusammengefaßt: Fahrt hin und zurück mit Sonderzug, Wohnung mit voller Verpflegung in Oberammergau, Uebernachtung in München — ebenfalls in ersten Hotels — alles zu- lammen erhält man für nur 68.10 Mark. Für den Aufenthalt in Oberammergau und den eintägigen Aufenthalt in München ist ein reichhaltiges Pro- Stamm vorgesehen: Schuhplattlertänze durch den berammergauer Volkstrachtenverein, Vorführung eines biblischen Uebungvstückes durch Darsteller der Passionsspiele, Skispringen, Rodelrennen für Sonderzugteilnehmer, Ausflüge mit Schlitten zu dem Königsschloß Linderhos, Skikurse für 6 Tage (täglich 4 Stunden) zum Preise von 6 Mark, Silvesterfeier, Tanzabende u. a. m. Wer sich an der Wintererholungsfahrt beteiligen will, wende sich an da» Mitteleuropäische Reisebüro Frankfurt a.M., an die Fahrkartenausgaben der Reichsbahn, ober an die in der heutigen Anzeige genannten Stellen.
Don 20 bi« gzgen 22.30 Mr: Moral. Montag. 28.. von 20 bi« 22.30 Uhr. Hedda Gabler. Dienstag, 29., von 20 bi« 22.30 Uhr: Gnsernble-Gastspiek des Deutschen Theaters Rose Bernd von Gerhart Hauptmann. Mittwoch, 30., von 20 bi« gegen 22.30 Ubr: Moral. Donnerstag. 1. Dezember, von 20 bis gegen 22.30 Uhr: 3phigenie auf Touri«. Freitag, 2., von 20 bi« gegen 22.30 Uhr: Moral. Samstag, 3., von 19.30 bis gegen 21.30 Uhr: Zum ersten Male: Der mutige Seefahrer, Komödie in vier Akten von Georg Kaiser.
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