Ur.irzSvübauSsabe
(82. Jahrgang
Dienstag, 26. Juli 1952
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Sie Mchsregiemng vor dem lleberwachungsausschuß.
Das Kabinett billigt dem Ausschuß nicht das Recht auf Aufhebung der Notverordnungen zu
Berlin, 25. Juli. (VDZ.) Zu der Sitzung des Lleberwachungsausschusses des Reichstages waren die Vertreter der Deutschnationalen, Rationalsoziolisten, der Deutschen Volkspartei und des Landvolts wieder nicht erschienen, ebenso nicht die Wirtschaftsportei. Dagegen nahm Abgeordneter v. Lindeimer-Wildau (Kons.) an der Sitzung wieder teil. Mit Reichskanzler v. Pa Pen, Reichswehrminister v. Schleicher und Reichsinnenminister v. Gayl. deren Anwesenheit der Ausschuh gewünscht hotte, erschien ein großer Stab von Ministerialbeamten, insbesondere die Sachrefcrenten der Ministerien für die einzelnen vom Ausschuß zu behandelnden Materien. Auch der Reichsrat war sehr zahlreich vertreten. Für dos Rcichstagsprösidium wohnte Dizepräsident v. Kardorfs der Sitzung bei.
Auf der Tagesordnung standen zunächst die Anträge zu den Rotverordnungen vom 20. Juli 1932 über dw Einsetzung eines Reichskommissars in Preußen und über den Ausnahmezustand.
Abgeordneter Dr. D r e i t s ch c i d (Soz.) vertrat die Rechtsauffassung, daß die Reichsregierung nach Artikel 48 verpflichtet gewesen sei, dem Reichstag von den gegen Preußen gerichteten Maßnahmen amtlich und unverzüglich Kenntnis zu geben. Die Voraussetzung für das Ausschalten, nämlich die Pflichtverletzung der Landesregierung, sei nicht gegeben. Ganz abwegig sei aber, der früheren preußischen Regierung eine Verbundenheit mit den Kommunisten zu unterstellen.
Abg. Dr. W e g m a n n (Z.) erklärte, die notwendige Voraussetzung der Preußenaktion, daß die preußische Regierung sich einer Pflichtverletzung schuldig gemacht habe, sei bisher von der Regierung noch nicht mit Material belegt worden. Wenn tatsächlich nachgewiesen werden könne, daß hohe Funktionäre der preußischen Staatsregierung mit den Kommunisten in Verbindung gestanden hätten, um politische Komplotte zu schmieden, dann wäre das Zentrum die erste Partei, die eine sofortige Abberufung solcher Leute verlange. Der Redner bedauerte dann, daß durch die militärischen Zwongs- niaßnahmen und die durch Militär vorgenommenen Verhaftungen das Ansehen der Reichswehr gelitten habe. Die Aushebung des SA.-Derbotes habe verheerend für die öffentliche Ruhe und Sicherheit gewirkt, die Reichsregierung möge den Akut haben, ihren Irrtum einzusehen und die Maßnahmen rückgängig zu machen.
Nachdem Reichskanzler v. Pap en auf verschiedene Bemerkungen der Vorredner kurz geantwortet hatte, erklärte
Reichsminister des Innern Freiherr von Garst:
Der Ausschuß für die Wahrung der Rechte der Volksvertretung ist weder ein Organ des aufgelösten Reichstages, noch ein Organ des künftigen Reichstages, sondern ein selbständiges, von der Verfassung eingesetztes Zwischenorgan zwischen zwei Wahlperioden. Er tritt keinesfalls als eine Art Ersatzreichstag an die Stelle des aufgelösten Reichstages. Er ist nach Art. 35 RV. zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung gegenüber der Reichsregierung berufen, nicht etwa zur Wahrnehmung" dieser Rechte. Seine Hauptaufgabe ist also die Abwehr e t w a i g e r E l n g r i f f e der Reichsregierunq in die Rechte der Volksvertretung. In Erfüllung dieser Ausgabe kann der Ausschuß Beschlüsse des künftigen Reichstages vorberaten und vorbereiten, Feststellungen treffen und Erklärungen abgeben. Ein A n - teil n n der vollziehenden Gewalt steht ihm nicht zu, ebensowenig etwa eine Aufsicht über die R e i ch s r e g ierung. Letztere ist i h m n i ch t v e r a n t w o r t l i ch Maßnahmen des Reichspräsidenten nach Art. 4b Jt-ö., von denen der Reichspräsident dem Reichstage unverzüglich Kenntnis zu geben hat, werden dem Zwischenausschuß nicht zur Kenntnis gebracht.
Der Zwischenausschuß hat auch nicht das R e ch t, die A u ß c r k r a f k s e tz u n g von Maßnahmen des Reichspräsidenten oder von Maßnahmen der Landesregierung zu verlangen. Dies alles ist langjährige Staatspraxis und von der Staatsrechtswissenschaft grundsätzlich anerkannt. Die Reichsrcgierung steht mit dieser Stellungnahme grundsätzlich auf demselben Boden wie die früheren 'Reichsregierungen.
Abg. Er sing (Z.) bedauerte, daß die Reichsregierung eine sachliche Beratung hier ablehne. Weite Kreise des friedliebenden deutschen Volkes hätten erwartet, von dem Reichskanzler zu hören, welche Maßnahmen er ergreifen wolle, um die Bürgerkrieosmethoden der Rechten und der Linken zu verhindern. Werde die Reichswehr auch gegen die Rationalsozialisten vorgehen, wenn die Rationalsozialisten, wie sie immer wieder andeuten, sich eines Tages m i t G e w a l r inDesih der Macht zu sehen versuchen wollten? (Reichswehrminister v. Schleicher ruft: Selbstverständlich!) Cs sei ein ganz unmöglicher Zustand, daß auf Grund unkontrollierbarer Zeitungsmeldungen Männer verhaftet und Parteihäuser besetzt würden.
Reichskanzler v. Papen wiederholte, daß die Rcichsreoierung jede Ausschreitung gleichgültig? von welcher Seite sie komme, verurteile. Im übrigen sei es Sache der Länderregierungen, Ausschreitungen zu verhindern. Die Reichsregicrung Hobe jedenfalls alle Anordnungen getroffen, um die Wa hlfrei-> h e i t nach jeder Richtung hin zu sichern.
HeichSwehrminister v. Schleicher brachte sein Bedauern darüber zum Ausdruck, daß die Reichswehr in die Ereignisse der letzten Tage hineingezogen werden mußte. Besonders General v. R u n d st e d t bedauere dies. Wenn aber einmal derartige Maßnahmen notwendig gewesen seien, dann .seien unter Umständen scharfe Maßnah m en nicht zu vermeiden. Bei Zeitungsverboten sei Generalv. Rund» stedt stets besonders zurückhaltend. Bezüglich der Schuhhaftfälle werde das Material der zuständigen gerichtlichen Stelle überwiesen werden und damit dem Bereich der Militärgewalt entzogen. Mit aller Deutlichkeit erklärte der Reichswehrminister, daß es die Wehrmacht niemals zulassen werde, mit irgend jemand, wer auch immer cs sei, die ihr zugewiesenen ver- fassungsmäßigenRechte zu teilen, und gegen diejenigen vorgehen werde, die sich ähnliche Funktionen anmaßen sollten.
Darauf wurde bei Stimmenthaltung des Zentrums einstimmig der sozial- demokratsche Eintrag angeommen, wonach der Ausschuß von der Reichsregierung verlangt, die Rotverordnungen vom 20. Juli 1932 betreffend Einsetzung eines Reichskommissars für das Land Preußen sowie Verhängung des Ausnahmezustandes für Groß-Berlin und die Provinz Brandenburg außer Kraft zu sehen. Abg. von Lindeiner-Wildau (Kons.) war
bei der Abstimmung nicht mehr anwesend. Der Zentrumsantrag, der die Aufhebung dieser beiden Rotverordnungen verlangt, wurde gleichfalls einstimmig angenommen. Bei Stimmenthaltung der Zentrumsabgeordneten wurde ferner ein sozialdemokratischer Antrag angenommen, wonach von der Reichsregierung verlangt wird, die Rotverordnungen vom 28. Juni und 14. Juni 1932 gegen politische Ausschreitungen außer Kraft zu sehen.
Einstimmig angenommen wurde auch ein Zentrumsantrag, der die Reichsregierung ersucht, angesichts der zunehmenden Verrohung und Verwilderung des politischen Kampfes die Wahlfreiheit für die am 31. Juli 1932 anstehende Reichstagswahl unbedingt und nach jeder Richtung zu sichern. Um das zu erreichen, wird die Reichsregierung insbesondere aufgefordert, sofort ein allgemeines Verbot für Parteiunisormen zu erlassen, eventuell für den Wahltag selbst und den Tag vor dem Wahltage.
Angenommen wurden Anträge der SPD. und KPD., die Notverordnung über Maßnahmen zur Erhaltung der Arbeitslosenhilfe und der Sozialversicherung außer Kraft zu setzen, ebenso ein Zentrumsantrag, die in der Notverordnung enthaltenen schweren Härten und sozialen Ungerechtigkeiten sofort zu beseitigen und das von der Regierung Brüning fertig vorbereitete große Siedlu'ngsprogramm unverzüglich durchzufü- rcn.
Oer Mörder des französischen Präsidenten vor seinen Richtern.
Oer Gorguloff-Prozeß ein sensationelles Ereignis in Paris.
Paris, 25. Juli. (TA.) Vor dem Pariser Justizpalast, in dem in den nächsten drei Tagen über das Schicksal des Präsidentenmörders G o r- g u l o w entschieden wird, hatte schon um 4 Ahr morgens sich eine endlose Kette von neugierigen eingesunden. Ein starkes Polizeiaufgebot sorgte für Ruhe und Ordnung. Da nur 50 Plätze im Zuhörerraum für das Publikum frei sind, bot sich den Arbeitslosen ein lohnendes Geschäft, indem sie ihre Plätze für 100 und mehr Franken verkauften. Dor dem Iustizpalast und auf den breiten Fluren stehen Soldaten der Republikanischen Garde. Jeder Ein-
Der russische Emigrant Paul Gorgulosf, der am 6. Mai den französischen Staatspräsidenten Doumer bei der Eröffnung einer Aus- stcllung tötete, steht jetzt in Paris vor seinen Richtern.
tretende Wird auf Herz und Vieren geprüft. Gegen 11 Ahr begann sich der Saal langsam zu füllen. Aeber 100 Berichterstatter aus aller Herren Länder sind zugegen. Kurz vor 12 Ahr betrat der Angeklagte Gor- gulow zwischen zwei Polizeibeamten den Saal und nahm auf der Anklagebank Platz. Er ist ein Hüne, dessen ausfällige Ruhe im lebhafteni Gegensatz zur Rervosität der Zuschauer steht. Punkt 12 Ahr verkündete der Gerichtsdiener de n C i n - tritt des Gerichtshofes. Der Dorschende. Gerichtspräsident D r e y f u tz , ein 70jahriger Mann mit langem weitzen Bart und im roten Samttalar betrat als erster den Saal, gefolgt vom Generalstaatsanwalt Donnat Guige und den Bel- sihern. Mit tiefer, klarer Stimme erklärte der Vorsitzende die Verhandlung für eröffnet.
Aus der Vernehmung des Angeklagten, die sich zunächst auf sein Vorleben bezieht, geht hervor, daß Gorgulosf in Rußland in der Tschechoslowakei und schließlich in Frankreich dr e i - mal verheiratet gewesen ist, ohne jedoch gegen die ersten Frauen die Scheidungsklage e.n- qereicht zu haben. Zwischendurch lebte er nut einer älteren Frau zusammen, deren Vermögen er jur seine „schriftstellerischen" Arbeiten vergeudete. Auf alle ihm in der Anklageschrift gemachten Vorwurfe über sein Vorleben hat der Angeklagte nur immer die Antwort, daß es sich um b ö s w i 11 i g e D e r- leumdungen kommunistischer Kreise handele.
die auf ihn wütend seien, weil er sich der kommu nistischen Bewegung nicht angeschlossen habe. Der Vorsitzende bemühte sich vergeblich, die Tendenz der sogenannten „Grünen Parte i", die Gorgu- loff gegründet hatte, klarzustellen. Der Vorsitzende wies darauf hin, daß Gorgulosf die Absicht gehabt habe, den „Hitlerschen Truppen" beizutreten. Der Angeklagte wies diese Unterstellung jedoch auf das Schärfste zurück und bezeichnete sie ebenfalls als eine Verleumdung von feiten feiner politischen Gegner. Schließlich kam der Vorsitzende auf das eigentliche Verbrechen, den Mord am franzö- si'schen Staatspräsidenten zu sprechen. Er wies nach, daß Gorgulosf den Vorabend des Mordes mit einer Straßenbekanntschaft in einem Hotel verbracht hatte und daß er die Nacht dazu benutzte, feine zu einer traurigen Berühmtheit gelangten „Erinnerungen des Dr. Paul Gorgu- loff, der den französischen Staatspräsidenten ermordete", zu schreiben. Am folgenden Morgen trank er in einer Bar sieben Glas Wein und eine Flasche Kognak und begab sich dann in das Aus- ft e 11 u n g 5 g e b ä u t) e , wo sich kurze Zeit später das Drama abfpielte.
Als Gorgulow sagte: „Ich habe zunächst gezögert. den Staatspräsidenten zu töten", antwortet ihm der Vorsitzende: „Sie hatten aber vorher Ihren Revolver ausprobiert und außerdem vorsichtshalber einen zweiten z u sich genommen. Sie wußten, daß der Staatspräsident ein alter Herr war, der seinem Vaterland bereits vier Söhne im Kriege geopfert hatte." hieraus erwiderte Gorgulow: „Ich habe nicht Herrn Doumer gelötet, sondern den Präsidenten der Republik, von dem ich wußte, daß er die Politik des Londes leitete." Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er allein gehandelt habe, erklärte der Angeklagte, daß er schon deshalb keine Helfershelfer gehabt haben könne, weil er ständig von
Verrätern umgeben gewesen sei.
Der Vorsitzende erklärt, ein Kosak namens Lazar e w habe in der Voruntersuchung ausgesagt, daß Gorgulosf ein Agent der Tscheka gewesen fei, und daß er von Gorgulosf, der damals den Ramen Mongoll geführt habe, mißhandelt worden sei. Gorgulosf: „Das ist gelogen!" La- zarew sei ein Spitzel, ein Agent der Monarchisten. Er sei Idealist. Er wolle seine Seele nicht verkaufen. Er fühle, daß sein Leben beendet fei. Er wolle auch nicht mehr weiterleben. Auf seine Flucht aus Ruhland hingewiesen, erklärt der Angeklagte: „Jawohl, ich habe die Grenze während einer Rächt überschritten. Die Rotgardisten haben auch auf mich geschossen, mich aber nicht getroffen. Ich bin dann nach Warschau gegangen, und habe dort mit russischen Demokraten verkehrt. Ich habe in Polen meine Studien fortgesetzt." Aus die Vorhaltungen, daß in Prag ver- schiedene Frauen Klagen gegen ihn eingeleitet hätten, weil er sie unter dem Vorwand das Geld für eine Operation zu brauchen, um lhr Vermögen gebracht habe, rief Gorgulosf: Das ist einmonarchistisches^omplott. Alles ist gegen mich verschworen." Der Angeklagte versucht bann, mit einem Manuskript m der Hand, eine Rede an das Publikum zu halten, wird aber schon bei den Worten: „Höre mir zu,
Frankreich!" vom Vorsitzenden unterbrochen. Gorgulosf erzählt dann, er habe d i e „G r ü n e P a r- tei" mit 30 Anhängern gegründet, alle 30 ober habe er ausschlietzen müssen, weil sie i h n sämtlich verraten hätten. Weiter berichtet er über sein Leben in Frankreich und seine vierte Ehe mit einer Schweizerin, die ihm 40 000 Francs Mitgift brachte. Einen Teil dieses Vermögens, 10000, Francs, gibt er zu. im Kasino von Monte Earlo verspielt zu haben.
Keine Koalttionsvereinbarungen in Hessen.
DicNLTAP. hält an >ßrem Programm fest
Darmstadt, 25. Iutl. (IDSH.) Das Amtsver- fünbigungsblaft des Gaues Hessen der NSDAP, teilt unter der Ueberfchrift „koalitionvinärchen" u. a. mit:
In der letzten Zeit sind in einem Teil der Presse Mitteilungen veröffentlicht worden, die den Eindruck erwecken wollen, als stehe die vildung einer Koalitionsregierung der NSDAP, und der Zentrumspartei in heffen bevor. Diese Nachrichten find nicht etwa nur „verfrüht", sondern sind in vollem Umfange falsch. Zwischen den genannten Parteien sind keinerlei Vereinbarungen über die künftige Regierungsbildung getroffen worden. Insbesondere hält die NSDAP, nach wie vor an dem Grundsatz ihres 12-Punkte-pro- g r a m m 6 fest, daß heffen in Zukunft nur von einem einjigen Minister, dem nationalsozialistischen Staatspräfidenlen, regiert werden soll. Damit sind die Kombinationen über die angebliche Reffortoerteilung hinfällig. Die politische Situation in Hessen ist unverändert die, daß es bei der Zentrumspartei liegt, durch ihr Verhalten bei der Staatspräfidentenwalst zu ermöglichen, daß Hessen in Zukunft der anti- marxislifchen, nationalen Regierung des allgemein geachteten und geschätzten derzeitigen Landtagspräsidenten Dr. Werner anvertraut werde.
Die hessische Regierung zum Ergebnis der £äni)erfon,eren$.
Adelungs Bedenken noch immer nicht behoben.
Darmstadt, 25. Juli. (WER.) Dos Organ der hessischen Staatsreaierung, die .,D arm- städtcr Zeitung" schreibt zur Stuttgarter Länderkonferenz u. a.: ..Die Worte der amtlichen Verlautbarung „mit Befriedigung" und „darin einig" könnten die Meinung aufkommen lassen, als hätten die Maßnahmen der Reichsregierung die Billigung der Länderminister gesunden. Man muß allerdings als klar und eindeutig aus der amtlichen Verlautbarung die Erklärungen der Reichsregierung registrieren: daß sic „die Rechte der Länder in keiner Weise an tast en wolle", daß der „Reichslommissar in Preußen nur eine vorübergehende Maßnahme darstelle", daß „die Reichstagswahlen programmäßig am 31. Juli st a 11 s i n d c n". und ferner, „daß die Reichsregierung hoffe, den Ausnahmezustand in Berlin und Brandenburg in den nächsten Tagen oufheben zu können" Aber es ist sicher abwegig, anzunehmen, daß diese Erklärungen die Bedenken der Länder behoben hätten. Man dars eher annehmen, daß sämtliche Länderregierungen (mit Ausnahme der von Rationalsozialisten besetzten) nicht den geringsten Zweifel gelassen haben, daß sie das Vorgehen dec Reichsregierung gegen Preußen als einen ungc - meinschwerenCingrisfindie verfassungs- mäßigen Rechte der Länder betrachten, der geeignet ist, die notwendige Autorität der Länderregierungen auf das schwerste zu gefährden.
Hindenburg wird dieMinisterpräsidenten empfangen
WSR. D a r m st a d t, 25. Juli. Der h e s s i - iche Staatspräsident hatte in feinem Schreiben an den Reichskanzler, das auch dem Reichspräsidenten zuging, den Wunsch geäußert. der Reichspräsident möge ihn demnächst empfangen, damit er die Besorgnis Hessens zu den Berliner Vorgängen persönlich vorbringen könne. Der Reichspräsident hat den hessischen Staatspräsidenten jedoch gebeten, voneinem Besuch in Reudeck jetzt abzusehen. Er werde vom 9. bis 12. August voraussichtlich in Berlin sein und behalte sich vor. die Staats- und Ministerpräfidenten der Länder dann in Berlin zu empfangen.
Heute Aufhebung des Ausnahmezustandes in Berlin.
V e r l i n , 26. Juli. (LRB.) wie wir erfahren, ist die Aufhebung des Ausnahmezustandes nunmehr bc stimmt für den heutigen Dienstag zu erwarten. Ls bestätigt sich, daß das Reichskabinett gestern beschlossen Hot, dem Reichspräsidenten einen entsprechenden Vorschlag zu machen.
Teilnahme von preußischen Beamten an der NSDAP.
Berlin, 25. Juli. (WTB.) Der kommissarische preußische Minister des Innern hat dem preußischen Staatsminisleriv.m eine Vorlage gemacht,


