Ausgabe 
26.7.1932 Erstes Blatt
 
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Während in den letzten Jahren ohne sichtbaren Erfolg vom Reiche Hunderte von Millionen Reichs» mark als Stützungskrcdite und Subventionen ver­ausgabt wurden, die zum größten Teil als nicht wieder eindringlich zu bezeichnen sind, hat sich die Lebenslaac der deutschen Kriegsopfer von Tag zu Tag verichlechtert. Sic müssen den Eindruck gc» ivinnen, als ob Subventionen usw. auf Kosten der Rentcnkürzungcn gehen müßten. Der Glaube der Kriegsopfer an Staat und Vaterland wird hierdurch stark erschüttert. Viele werden dein schädlichen Ra» ditalismuö in die Arme getrieben, weil sie neben -cm Abbau der Versorgungsrcnten auch dem Abbau In der Sozialversicherung unterliegen. Die Kriegs­opfer im Rcichsbund weisen den Vorwurf ganz ener» gisch zurück, daß sie die durch ihre Blutopser erwor­benen Rechte an Staat und Vaterland von einem Wahlfahrtsstaat der Nachkriegszeit erfüllt bekommen hätten. Sie fordern ein Recht für ihre dem Vater­lande in der Stunde der Gefahr mit Leib und Leben besiegelten Dienste. Hieraus folgert die Forderung auf Wiederherstellung des Rechtszustandes der 23er» forgungsgefetzgebung vor Erlaß der Notverord- nungen.

3m einzelnen bedeutet das u. a.:

1. Rechtsanspruch auf Heilbehandlung auch ahne Rentcnbezug, sowie an Hinterbliebene.

2. Orthopädische Versorgung nur nach der Zweck» Mäßigkeit und Notwendigkeit für den Verfor» gungsberechtigten.

3. Unbeschrankte Renten - Autragstelluna bei Kricgsverwundung oder bei schon erfolgter Anerkennung der Dicnstbefchädigung.

4- Zufatzrentcngewährung an bedürftige 23er» forgungsderechtigte bis zum geforderten Ein­bau der Zusatzrente in die allgemeine Rente.

5. Gewährung von Waisenrente und Kindcrzu- schlügen bis zur Vollendung des 18. Lcbens- lahres als Rechtsanspruch.

6. Gleichstellung der Lcichtbeschädigten mit den Schwerbeschädigten.

7. Wegfall der Einschränkungen nach § 62 RVG. (Anrechnung von Rente auf öffentliches Ein- kommen).

8. Streichung der Anrechnungsbestimmungen aus der Sozialversicherung.

9. Wiederaufleben des Kostcngcfetzes für die Soziale Fürsorge für die Kriegsopfer.

10. Wiederherstellung des Rcchtszuges vor den Spruchinstanzen der Reichsvcrsorgung."

Zahlen vom Frankfurter Sängerfest

WSV. F ra n k f u r t a. M., 25. 3uli. Die Tage des XI. Deutschen Sängerbundesfestes sind ver­rauscht und die Mehrzahl der deutschen Sänger hat Frankfurt wieder verlassen. Die Pessimisten, die glaubten. Voraussagen zu können, daß die Veranstaltung eines so grotzen Festes in einer Zeit der 21 ot mit Tiner großen Pleite enden würde, sind eines besseren belehrt worden. Im Gegenteil ist das Fest ein Erfolg auf der ganzen Linie gewesen. Man braucht nur die vergnügten Gesichter der Frankfurcer Geschäfts­leute zu sehen, um zu wissen, daß die Sänger in Frankfurt etwas hängen gelassen haben. -Das geht auch aus folgenden Zahlen hervor, die bis jetzt vorliegen:

Die Jranffurfer Straßenbahn Hal während der

Jefltage rund 1,5 Millionen Fahrgäste befördert.

Allein an die Sänger hat sie für 60 000 Mk. Mar­ken, die zur beliebigen Benutzung der Straßenbahn berechtigten, verkauft. Daneben waren die Einnah­men im Barverkehr enorm hoch, allein am Sams­tag wurden auf diese Weise 46 000 Mark eingenom­men. Selbst die ältesten Straßenbahnwagen mußten in Dienst gestellt werden, um dem Rieienverkehr gerecht zu werden. Eine Glanzleistung bedeutete es auch, innerhalb von wenigen Stunden 30 000 bis 40 000 Sänger nach dem Stadion und zurück zu transportieren, daneben aber auch noch dem starken Derkehrsbedürfnis im Regelverkehr gerecht zu wer­den. Auch die Kraftdroschken waren ständig unter- wegs und mehr ais 2 0 0 Omnibusse mußten aufgeboten werden, um die Sänger in Rundfahrten durch Frankfurt und feine Umgebung

zu fahren. Natürlich hatte auch die Reichsbahn große Tage.

Jn 40 Sonbcqügcn wurden etwa 25000 Sänger nach Frankfurt gebracht.

Daneben brachten alle fahrplanmäßigen Züge weitere Tausende von Sängern an. Wenn auch die meisten Sänger in Privatquartieren unter­gebracht werden konnten, so hatten doch auch die Hotels gute Tage, da mit den Sängern viele andere Gäste gekommen waren, die in den Hotels wohnten. Die Frankfurter Sehenswürdigkeiten, wie Goethehaus. Palmengarten, Zoo usw. batten noch nie so viel Besuch, wie während der Sanger- tage. Die Frankfurter Gastwirtschaften waxen meist übeifünt, und selbst die entlegensten Apfel­weinwirtschaften profitierten von der Sänger­invasion.

Ein besonderes Kapitel bildete der Festplah auf dem Festhallengelände. Hier herrschte wäh­rend der ganzen Festwoche' em Treiben, wie es Wohl in Frankfurt noch nicht dagewesen ist. Den Höhepunkt erreichte der Besuch der Vergnügungs­stätten am Samstagabend, wo schätzungsweise

150 000 Menschen auf dem Festplah

weilten. Die Attraktionen der Hugo Haafe AG. waren ständig dicht belagert und wurden nach jeder Pause gestürmt. Die große Bayerische Bierhalle war ständig überfüllt, sic faßte normal 12 000 Gäste. Was hier verzehrt worden ist, läßt sich ermessen, wenn allein die Zal ( der vertilgten B r a t w ü r st e mit 100 000 angegeben wird. Auch alle anderen Wirtschaftsstätten des Je tplatzes war ständig voll besetzt, so daß wohl keiner der Unternehmer ohne Gewinn den Fcstplatz verlassen wird.

am in

Arbeiter-Turn- unö Sportbund

Dien Naunheim 6:0.

Die FußbalbMannschast von Wien war Sonntag beim Kreismeister des 9. Kreises

Naunheim zu Gast. Etwa 5000 Zuschauer umsäum­ten das Spielseid, als die Mannschaften, lebhaft be­grüßt, das Feld betraten. Das Spiel brachte gleich zu Beginn ein Ueberrafchungstor. Der linke Flügel­mann der Gäste schoß eine schöne Flanke des Rechtsaußen zum Führungstreffer ein. Bald darauf gab es wieder gefährliche Momente vor dem Tor des Platzbefitzers. In der Folge fanden sich die Naunheimer aber besser und konnten das Spiel offen gestalten. Es dauerte geraume Zeit, bis Wien zum zweiten Erfolg kam. Bis zur Pause tonnten von den Naunhcimern wohl einige Torchancen herausgearbeitet werden, aber die unglaubliche Sicherheit der Gäste-Verteidigung verhinderte jeden Erfolg. Halbzeit 2:0. Nach dem Seitenwechsel kam Naunheim etwas mehr in Fahrt, der Linksaußen konnte auch einige fchöne Torschüsse anbringen, die

Wiener Fußball in Gießen.

DaS Gastspiel der Arbeiter-Fußball-Mannschaft von dem Gaswerk St. Deith in Wien, zeigte so recht, wie man auch Fußball spielen kann. Damit will gesagt sein, daß der Fußballsport, wie er in Wien (und zwar speziell in Wien) getrieben wird, nicht nur etwas, sondern wesentlich anders und vor allem sympathischer aussieht, als der deutsche Fußball in seiner üblichen Erscheinungs­form. Vicht der Kampfsport stand hier im Vor­dergrund, sondern das Spiel an "sich und als solches. Die Gäste aus Wien zeigten einen Fuß­ball, der nicht Kamps bedeutete, sondern zielbe­wußte disziplinierte Leibesübung, Spiel mit den Mitteln des Geistes und des Körpers, gewisser­maßen transferierter Sport der in dieser Form für die Ausübenden sowohl wie auch für den Zuschauer ästhetischen Genuß bedeuten konnte. (So wie ihn z^B. der Anblick der Bewegung des Diskus- oder Speerwerfers oder eines vollendeten Läufers auszulöfen vermag!) Allerdings verlangte diese Art zu spielen auch vom Zuschauer auch eine andere Art der Betrachtung: man mußte sich von dem Gedanken lösen, Sensation und Draufgängertum fchen zu wollen, man mußte auch gut aufpaffen, um alle die Feinheiten wahrzunehmen, die dieses Spiel maßgeblich bestimmten. Unter den gegebenen Voraussetzungen gestaltete sich das Spiel weicher, flüssiger und vor allem außerordentlich fair. Die Wiener hatten es gar nicht nötig, hart zu spielen, die Gastgeber aber hüteten sich, aus den verschieden­sten Gründen hart aufzutreten. Die Gäste entschieden das Spiel mit 8:0 für sich. In der Halbzeit stand das Spiel 3:0 für Wien.

Die Gastmannschaft war, das erwies sich in jeder Phase des Spiels, ein homogenes Ganzes, das durch keinerlei Egoismus des einzelnen Spielers gestört werden konnte. Die Elf arbeitete zusammen (dieser Vergleich ist durchaus'angebracht) wie ein Uhrwerk. Ihre unnachahmliche Kombinationstechnik stellte den Gegner schon rein körperlich vor höchste Anforde­rungen. Die Gießener Arbeitersportler mußten viel laufen. Das Stellungsspiel der Wiener war so ge» schickt angelegt daß kaum ein Ball, von einem Mann zum anöeren gegeben, trotz ungünstiger Bo­denverhältnisse, sein Ziel verfehlte. Ermöglicht wurde dies durch eine vollendete Balltechnik, die ein sorg­fältiges Training verriet (das in den Kreisen der Gießener Fußballer ja leider nur allzuviel vernach­lässigt wird).

Die Gießener Freien Turner waren vor eine große Aufgabe gestellt. Die Elf machte aber trotz

aller Ueberlegenheit des Gegners keine schlechte Figur. Erstens kämpfte man mit unverdrossenem Eifer, und zweitens mit aller Hingabe. So konnte cs den Gießenern auch nur gelingen, das Spiel einiger­maßen offenzuhalten. Es wurden auch einige, wenn auch wenige, Torchancen herausgearveitet, im ent­scheidenden Moment aber durch eine auffällige Ner­vosität versiebt. Während des ganzen Spelverlaufs, auf dessen Einzelhelen einzugehen reichlich über- flüssig erscheint, spielten die Wiener mit verhaltener Kraft. Bestimmt hätten sie viel mehr Tore zu schießen vermocht. Sie ließen es sich aber genug sein, mit 8:0 ihre Ueberlegenheit zu beweisen. Dabei wurden die Tore durchaus nicht durch besonders angelegte forsche Angriffe erzielt, sondern aus der Kombinationsarbeit heraus, und nur so nebenbei geschossen. Der Torwart der Gastgeber mußte dabei aber mit gespanntester Aufmerksamkeit den Opera­tionen der Wiener folgen; der Wiener Torwart war demgegenüber kaum befchäftigt.

Die Fußballspieler, deren sich viele unter den Zu­schauern befanden, dürsten aus diesem ideenreichen Spiel manche Anregung erhalten haben. Leider litt die Begegnung unter den Unbilden der Witterung. Es regnete sehr dauerhaft, und erst mit dem Schluß­pfiff heiterte sich der Himmel auf Der Ball rollte nur aus einer Wasserlache in die andere. Die Wiener bewiesen aber gerade dadurch, daß sie auch unter solchen Umständen encn so vorzüglichen Eindruck ver­mittelten, ihre hohe Qualität ...

aber vom Gästehüter glänzend gemeistert wurden. Schließlich bei>idt aber doch Wien die Oberhand, und Naunheim mußte alles aufbieten, um den tech­nisch prachtvollen Angriffen der Gäste nur einiger­maßen zu begegnen. Erst nach geraumer Zeit kam Wien zum dritten Treffer, dem kurz darauf der vierte folgte. Wohl hielt Naunheim bas Spiel im­mer noch offen, doch gelang es den Ocfterrcichcrn, noch zwei weitere Tore zu erzielen und fo auch aus diesem Spiele als sicherer Sieger hervorzugchcn.

Launsbach I wicseck II 3:3.

Wieseck war zu einem Freundschaftsspiel In Launsbach zu Gast. Sofort entwickelte sich ein flot­

tes, zeitweise jedoch sehr hartes Spiel. Die Wicseckcr zeigten dabei ein reichlich zulammenlwnglojes Spiel und mußten sich mit dem Unentschieden Antrieben* geben.

Großen vuseck II wieseck 111 0:0.

Wicseck trat nur mit zehn Mann an, lieferte dem Gegner aber trotzdem ein flottes Spiel. Alle An» ftrengungen blieben jedoch erfolglos. Nachdem bis kurz vor Schluß Wieseck nur noch mit sieben Mann auf dem Felde stand, mußte der Unparteiische das Spiel abpscifcn.

wicseck Jugend krosdors Jugend 8:1.

wieseck Schüler Grohen-Vuseck Schüler 3:1.

Wirtschaft.

Leichte Besserung des Heichsbankstatus

Berlin, 26. Juli. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der R e i ch s b a n k vom 23. Juli hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 103,4 Millionen auf 3394,4 Millionen Mark verringert. Im einzel­nen haben die Bestände an Handelswechseln und -Schecks um 60,2 Millionen auf 2922,1 Millionen Mark, die Lombardbestände um 43,7 Milliarden auf 102,0 Millionen Mark abgenommen, und die Be­stände an Rcichsschatzwechscln um 0,5 Millionen auf 5,1 Millionen Mark zugenommen. An Reichs- bankiwtcn und Rentenbankscheinen zusammen sind 76,1 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeslossen, und zwar hat sich der Umlauf an Rclchsvanknoten um 74,4 'Millionen auf 3721,9 Mil­lionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 1,7 Millionen auf 403,3 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Relchs- banf an Rentenbankscheinen auf 23,8 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 358,8 Millionen Mark eine Zunahme um 20,2 Millionen Mark.

Die Bestände an Gold und deckungs­fähigen Devisen haben sich um 0,3 Millionen Mark auf 891,9 Millionen Mark erhöht. Im ein­zelnen Haden die Goldbestände um 28 000 Mark auf 754,1 Millionen Mark und die Bestände an dcckungs- fähigen Devisen um 237 000 Mark auf 137,8 Mil­lionen Mark zugenommen.

Die Deckung der Noten durch Gold und dcckungsfähigc Devisen beträgt 24 Prozent gegen 23,5 Prozent In der Vorwoche.

Berlin lebhafter.

Berlin, 26. Juli. (WTB. Funkspruch.) Im Ge­gensatz zu den Vortagen bot der Beginn der heutigen Börse ein etwas lebhafteres Bild. 21 n Der freundlichen Grundstimmung hat sich nichts geändert, doch scheint das Interesse des Publikums eher weiter im Zunehmen begriffen zu fein. Wie immer erstreckt sich dieses zunächst aus Renten- und reine Kassawerte. Avcr auch zu den ersten nariablon Kursen war der Ordereingang etwas größer als sonst, so daß die ersten Notierungen ziemlich allgemein bis zu 1 v Sy und häufig bis zu 2 v. H. fester waren. Philipp Holz­mann war mit plus 2,5 v. H., Chadeaktien mit plus 3 Mark und Allgemeine Lokal und Kraft mit plus 3,75 v. H. etwas gebessert. Allerdings kam die letzte Kurssteigerung durch eine Bestens-Kauforder von 3 Mille zustande ein Beweis, wie eng die Märkte, besonders die Nevcnwerte, Immer noch sind. Die Auf­hebung des Ausnahmezustandes wurde als ein Zeichen der Stärke der Regierung gewertet und auch außenpolitisch machte die Beruhigung Fortschritte, da die bereits gemeldeten Ausführungen des Senators Borah in der Kriegsschuldenfrage unwidersprochen geblieben sind. Ferner ging von der Festigkeit der Auslandbörsen ein kräftiger Impuls aus. Auch der Neichsbankauswcis für die dritte Iuliwoch' wurde als normal angesehen. Für die Börse selbst war ferner eine Beruhigung, daß die Abwicklung der Lombarddarlehn wahrscheinlich nochmals um einen Monat hinausgeschoben wird, so daß man erst Ende August an die allmähliche Abwicklung zu denken braucht.

Auch am Renten markt war das Geschäft leb-' Hafter. Das Hauptinteresse erstreckte sich auf Rclchs- fchuldbuchsorderungen, die 1 bis 1,25 v. H. gewan­nen. Aber auch Deutsche Anleihen und Rcichsbahn- vorzugsaktlen waren ebenso wie Jndustrleobligatio- nen bis zu 0,5 v. H. gebessert. Von Auslandrenten setzten Mazedonier ihre Aufwärtsbewegung auf 2,95 vH. fort. Mexikaner waren gleichfalls fester. Zerti­fizierte Dollarbonds blieben einen Dollar yöhcr gesucht.

Frankfurt fest.

Frankfurt, 26. Juli. WTB. Drabtmelbung.) Die festere Grundstimmung der letzten Tage über­trug sich auch auf den heutigen Börsenverkehr, da weiteres Dcckungsbcdürsnis bestand und auch aus Stillhaltegeldern einige Käufe vorgenommen wor­den fein sollen. Starke Anregung schöpfte die Börse von der festen Haltung der gestrigen 'Auslands­börsen und dör Aufwärtsbewegung der deutschen Werte an den kontinentalen Börsen Plätzen. Die Aufhebung des Ausnahmezustände- über Berlin und Brandenburg blieb daaegen ohne Einfluß, wie überhaupt im Hinblick auf die bevorstehende Wahl Zurückhaltung geübt wurde. Gegen die 2lbenbbörfe betrugen die durch- fchnlttlichen Besserungen zirka 1 o. H darüber hin­aus lagen einige Spezialwerte bis zu 2 o. H. be­festigt. Später bröckelten die Kurse verschiedentlich etwas ab, die Grundstimmung blieb aber fest. Am Elektromarkt gewannen Schuckert und Siemens bis zu 1,75 d. H., die übrigen Papiere bis zu 1 v. H. IG. eröffneten mit 89,39 v. H. 0,75 o. H. höher, stiegen dann bis auf 90 o. H., um später wieder auf 89 v. H. zuruckzugchen. Deutsche Erdöl setzten dagegen 0,75 d. Sy niedriger ein. Montanaktien »er- zeichneten Kurebesserungen bis zu 1 v. H., Schisf-

sahrtspapicvc und einige Nebenwege solche von etwa 0,5 v. H. Recht fest lagen im freien Markt Reichsbank in ft plus 1.5 ü. Sy Am Renten- marft standen Relchsfchuldbuchfordcrungcn mit vlus 1,5 v. H. weiterhin im Vordergrund des Interesses. Deutsche Anleihen zogen um 0,13 bis 0,25 v. Sy an, ebenso Re ichvbahn Vorzugsaktien. Da­gegen lagen von Jndustrieobllgatlonen Stahtvcr- cinbonds fast 1 v. Sy niedriger. Bon fremden 'Wer- ten blieben Mazedonier gefragt und lagen weiter leicht erhöht.

Am Pfandbriesmarkt stellten sich meist kleine Besse­rungen ein Liquldationspsandbriese blieben behaup­tet. Sehr fest lagen einige Kommunalobligationen, besonders Rheinische Hyypotheken-Bank und Nas­sauische Landesbank, die Erhöhungen bis zu 2 v. H. aufwlefen.

Im Verlaufe erfuhr das Geschäft eine ft a r f e Schrumpfung, und die Tendenz war überwie­gend leicht abgeschwächt. IG. gingen bis auf 88,25 v H. zurück, während anderseits AEG. mit 28 erneut 0,5 v. H. anzogen. Das Gros der Papiere blieb etwa behauptet, doch traten auch Abschwächungen bis zu 0,5 v. H. ein. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 4 o.H. unverändert.

Lanotrciv Wieben.

* Beuern. 25. 3uli. Wie erst jetzt beginnt wird, wurde bei dem Gewitter, da« am Freitag über unserer Gegend niederging, auf einem Felde nach TreiS zu ein allein st ehcndesältereS Fräulein von hier vomDIiherschlagen. Die Leiche der Verunglückten konnte erst am Samstagmorgen gesunden werden. Ein verorann- tes Kopstuch und verschiedene Vrandwunden am Stopfe wiesen auf den Tod durch Dlihschlag hin.

r. Lang-Göns, 25. Juli. Din Qluto- Unfall, der noch ziemlich glimpflich ablief, er­eignete sich heut« morgen mitten in unserem Dorfe. 3n der Bähe des Kirchplatzes wollte ein Per­sonenauto einen Motorradsahrer überholen. Da­bei wurde das Motorrad gefaßt und der Fahrer nebst Begleiterin vom Bad gerissen. Sie kamen zum Glück mit einigen leichteren Verletzungen und Dem Schrecken davon.

Ein Washington-Platz in Darmstadt.

WSN. D a r m ft a b L 25. Juli. In Anwesenheit des Bccthoven-Ebors, Neupork, des amerikanifchen Generalkonsuls L o w r i c Frankfurt a. M., der amerikanischen Leiter der Opelwerke, zahlreicher Ver­treter der staatlichen und städtischen Behörden wurde aeftern der Platz vor dem Orpheum als George- Washington - Platz elngeweiht. Nach zwei Vorträgen der gesamten Darmstädter Sängerschaft hielt Oberbürgermeister Müller, der im vergange­nen Jahre eine längere Reise zu den hessischen Lands­leuten In Amerika unternommen hatte, die Weibe- rede. Der Platz liegt vor der Walter-Nathenau-An- läge im .Kreis neuerbauter großer Wohnhäuser mit dem Ausblick auf das Villenviertel Hohler Weg und den Wildpark. Der erste Vers des Deutschlandlieds beschloß die stimmungsvolle Feier.

Oie Marburger Festspiele ohne Oefizit.

WSN. Marburg, 25. Juli. Wie in der Sitzung des Marburger Vcrkehrsvereins mitgcteilt wurde, haben die Marburger F c st s p i c l e in diesem Jahre ohne Defizit abgeschlossen. Bekanntlich war im Frühjahr die Veranstaltung von Festspielen sehr umstritten. Nachdem das Stadtparlament zu- nächst die Veranstaltung abgelehnt hatte, genehmigte es nachträglich die Mittel aus dem Verkehrsctat. Dr. Budde übernahm die Spiele in eigene Regle und verhalf ihnen zu großen Erfolgen. Es hat sich wie­derum erwiesen, daß die Veranstaltung von Fest­spielen das beste und billigste Werbemittel für die Universitätsstadt Marburg bedeutet.

Langfristige Wettervoraussage.

Bei vorwiegend maritimer Luftzufuhr wird die Witterung auch in den nächsten zehn Tagen noch un- beständig (ein, jedoch im großen und ganzen besser als in der letzten Woche. Es werden heitere, warme und im wesentlichen trockene Tage mit tühftren, be­wölkten, zu Regenfällen geneigten wechseln. Dabei wird die Niederschlagsfeuchtigkeit In Norddcutschland etwas größer fein, als In Süddcutschland.

Wettervoraussage für Mittwoch und Donnerstag.

Nachdem durch die Südseite des britischen Druck- fallgebietes über unser Gebiet eine Warmluststafsel hinwcggezogen Ist, unter gleichzeitiger Herbeifüh­rung einer Wetterverschlechterung, bricht jetzt von Westen her kühler« Luft ein. Sie wirb zu wechsel­haftem Wetter führen, dabei gleichzeitig Gewitter­störungen und Schauer verursachen. Die Tempera­turen gehen etaxis zurück.

Aussichten für Mittwoch: Wechselnd wolkig, vorübergehend etwa- aufheiternd, ge­witterartige Schauer, etwas kühler, westliche olS nordwestliche Winde.

Aussichten für Donnerstag: Bewölkt und aufheiternd, etwas beständiger, aber noch nicht störungsfrei.

Band.

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