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26.7.1932 Erstes Blatt
 
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amten ein und nahmen neun Personen fest. Im Nordosten Berlins und in Charlottenburg wurden gegen Mitternacht acht Litfaßsäulen in Brand g e st e ck t.

Wahlreden im Rundfunk.

Christlich-sozialer Volksdienst und Deutsches Landvolk.

Berlin. 25- 3uIL (ERB.) Der Führer des Chri^tlich«Sozialen Bolksdienstes Abgeordneter Simpfendörfcr hielt heute abend im Rund­funk eine Wahlrede, in der er mit Nachdruck betonte, daß das politische Ziel seiner Partei derBolksstaat auf christlicher Grund­lage sei. Der Volksdienst werde auch in Zu­kunft um einen gerechten Frieden und um die deutsche Freiheit und Unab­hängigkeit kämpfen. Gegen eine Politik so­zialer Ungerechtigkeiten wende er sich mit rück­sichtsloser Schärfe. Ein gesunder Bauern- st a n d sei eine der wichtigsten Säulen eines starken Staates. In Erziehung und Bildung fordere die Partei für die evangelische Jugend die evangelische Schule, sie lehne er aber ab, den konfessionellen Riß, der durch Deutschland gehe, zu vertiefen. Der Gang und das Ergebnis der Verhandlungen in Lau­sanne finden nicht die Zustimmung des D o l k s d i e n st e s, der sich auch gezwungen sehe, sich der neuen Regierung auf manchen Gebieten abwartend, in mancher Hinsicht sogar in Abwehr gegenüber zu stellen.

Dann sprach der Führer des Deutschen Land- volkes v. Hauenschild auf sämtlichen deutschen Sendern über das Thema:Der Bauer im Staat von heute". Was der Bauer, führte der Redner aus, zu seiner Arbeit brauche, fei öie ruhige Sicherheit ohne politische Experi­mente. Diese Sicherheit zu schaffen, sei eine der vornehmsten Aufgaben des Staates. Die Land­wirtschaft bedürfe in erster Linie einer fühl­baren Entlastung der Ausgaben­seite, damit die bäuerliche Existenz wieder ge­sichert werde. Als weitere Maßnahme für Die Aufbauarbeit nannte der Redner u. a. neben einer durchgreifenden Senkung der Zinsen und öffentlichen Lasten wei­teren Schuh der Deredelungsproduk- tion und Senkung der Umsatz st euer für alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf den für das Getreide gültigen Satz von 0,85 Prozent.

Am heutigen Dienstag werden Minister außer Dienst Dietrich für die Staats­partei und ein Redner der Bayerischen Volkspartei gegen 19 älhr im Rundfunk sprechen.

Ein Vries Schachts an Vriining.

Berlin, 25. 3uIl (Täl.) Der ehemalige Reichsbankpräfident Dr. Schacht hat folgenden Brief an den früheren Reichskanzler Dr. Brü­ning gerichtet:

Rach Zeitungsnachrichten vom 19. d. M., die Sie trotz meines Telegramms an Sie nicht be­richtigt haben, haben Sie in einer Rede in Frei­burg im Breisgau geäußert, daß esdem Herrn Reichsbankpräsidenten Dr. S ch a ch t in Paris und später gelungen sei, der deutschen Regierung und dem deutschen Volke wider seinen Willen den Voungplan aufzuzwingen. Jedermann in Deutschland weiß, daß die deutsche Reichsre­gierung bereits fünf Wochen v o r der älnterzeich- nung einhellig (also einschließlich der Zentrums­minister) auf Annahme des Boungpla- nes gedrängt hat. Jedermann weiß, daß die Presse Derjenigen Parteien, Die Ihre zweijährige Kanzlerschaft gestützt haben, bereits seit Mitte Der Pariser Verhandlungen mir in Den Rücken gefallen ist. Jedermann weih, daß ich g e * gen Die Ratifizierung des Voungplanes durch das Hgager Schl, ' rotokoll Den schärfsten Kampf geführt und ft :ßlich aus Protest mein Amt als Reichsbankpräsident niedergelegt habe. Sie haben sich also mit Ihren Freiburger Ausführungen der bewußten Llnwahrheit schuldig gemacht.

Rach Den gleichen Zeitungsnachrichten haben Eie unter Bezugnahme auf mich hinzugefügt, solche Persönlichkeiten täten besser, sie würden bescheiden aus Der Oeffentlichkeit verschwinden". Rach Der Ratifizierung Des Haager Protokolls und des Voungplanes, durch Sie und Ihre Par­tei haben Sie zwei Jahre lang immer wieder ver­sucht, mich zur öffentlichen Mitarbeit heranzuziehen. S'e haben mich während meiner amerikanischen Aufklärungsreise über den Voungplan telegraphisch Ihres Vertrauens ver­sichert, Sie haben mich nach meiner Rückkehr wiederholt zu stundenlangen polifischen Aus­sprachen gebeten, Sie haben mich im Juli 1931 als 33er a ter im Reichskabinett hin­zugezogen, Sie haben mich dringend ge­beten, die unter Ihrer Politik entstandene Ban­kenkrise zu bereinigen, Sie haben mich noch Ende September um Uebernahme einer be­sonderen politischen Auslandauf- g a 6 e gebeten und jetzt diese Aeußerung! Das ist selbst für einen Parteipolitiker allerhand, Herr Brüning.

gez. Dr. Hjalmar Schacht.

Aus aller Welt.

Der Jlieger Santos-Dumont f.

3n Rio De Janeiro ft a r b der seinerzeit sehr be­kannte Luftschifferbauer und Jlieger Alberto San­los-Dumont im Alter von 59 Jahren. Santos- Dumont war am 25. Juli 1873 in Sao Paulo in Brasilien geboren, wo sein Vater eine kafseeplan- tage besah. Er machte schon früh versuche mit Der Herstellung eines lenkbaren Luftballons. Rach an­fänglichen Mißerfolgen gelang ihm Der Bau eines 600 Kubikmeter fassenden Luftschiffes, mit Dem er am 19. Oktober 1902 einen Flug um Den Eif­felturm ausführte. Mit Diesem Fluge gewann er Den von Henry Deutsch ausgesetzten Preis von 10 000 Franken. Später roanDte sich Santos-Du­mont Dem Bau von Flugzeugen zu. Obwohl feine Erfolge von anderen Erfindern übertroffen wurden, ist er doch einer Der ersten gewesen, der einen ein­wandfreien Flug V?V Dem Flugzeug vollführte. 3m 3ahre 1906 gelang ihm Der erste Luftsprung mit Dem Flugzeug übe? 50 Dieter unD kurz Danach Der erste Flug von 21 SefunDen über 220 Dieter.

Autounfall Der Prinzessin Heinrich von Preußen.

Rach einem Funkspruch aus Eckernförde wurde die Prinzessin Heinrich von Preußen vor einigen Tagen auf Der Rückfahrt aus D o o r n von einem Unfall betroffen. In der Rähe von Quickborn in Holstein mußte Der

Aus Der Provinzialhauptstadt

Die

Beunruhigung?

Von Or. med.Bonnin. warme Jahreszeit läßt einige Fragen auf-

Gießen, den 26. Juli 1932.

Gesteigerter Durst - ein Grund zur

Protest der Kriegsopfer

Gegen den Rentenabbau

Gronau in Labrador.

Der deutsche Ozeanflieger Wolfgang v. Gronau ist, nach einer Meldung derAssociated Preß" aus Ottawa, in Joigtut auf Island mit Kurs auf Cart- wright an der Küste von Labrador gestartet und dort trotz starkem Nebel glatt gelandet.

Elli Beinhorn wieder in Deutschland.

Mit dem Dampfer(Sap Norte" traf die Fliegerin Elli Beinhorn in Bremerhaven ein. Namens des Bremer Senats begrüßte Regierungsrat Dr. G r o ß- curit die Fliegerin und beglückwünschte sie zu dem großartigen Erfolg ihres Fluges, durch den sie dem Deutschtum einen unschätzbaren Dienst er­wiesen habe. Elli Beinhorn, die sich auf dem Lloyd- Dampfer gut erholt hat, dankte mit herzlichen Wor­ten für den Empfang, an dem auch ihre Eltern und die Ostasienfliegerin Marga o. Etzdorf teilnah­men. Während der Begrüßung umkreisten Flug- zeuge den Dampfer. Elli Beinhorn hat damit ihren Weltflug beendet. Sie hat den deutschen Namen in 18 Staaten des nahen und fernen Ostens und Süd­amerikas getragen und mit ihrem Flugzeug mehr als 30 000 Kilometer zurückgelegt.

schäft auf. Man müsse den Gegner zwingen, auf dem Boden der Demokratie zu bleiben. Diktatur bedeute Mangel an Geist, der durch die Gewalt ersetzt werden müsse. Die Kommunisten müßten, wenn ihnen die Idee der USSR. am Herzen liege, die Eiserne Front verlängern, damit nicht der faschistische Staatenbund Wirklichkeit werde. Der 31. Juli müsse ein Tag der Abrechnung fein. (Beifall.)

Gießener Wochcrrmarktpreise.

Gießen, 26. Juli. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Shrahmbutter 130, Landbutter 130, Matte 25 bis 30, Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben, Bund 8 bis 10, rote Rüben, Bund 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 8, Bohnen, grüne 12 bis 20, gelbe 45 bis 20, Erbsen 15 bis 18, Tomaten 20 bis 30, Zwiebeln 12, Pilze 25, Kartoffeln 4XA, Zentner 350 bis 400, Birnen 30 bis 45, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 40 bis 45, Heidelbeeren 30, Stachelbeeren 15 bis 20, Johannisbeeren 15 bis 18, Pfirsiche 40 bis 60, Himbeeren 25 bis 30, Honig 40 bis 45, junge Hahnen 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80, Tau­ben, Stück 50 bis 60, Eier, Stück 8, Blumenkohl 30 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 30, Gin- machgurken 2 bis 5, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 12, Radieschen Bund 8 bis 10 Pf.

Bornotizen.

Tageskalende r für Dienstag: Deutsche Volkspartei, 20.30 Uhr, Hotel-Restauranthinden- bürg", Erweiterte Mitgliederversammlung. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Elisabeth von Oester­reich"^

Die Deutsche Volkspartei, Ortsgr. Gießen, lädt in unserem heutigen Anzeigenteil auf heute abend zu einer erweiterten Mitgliederverjamm- lung in das Hotel-RestaurantHindenburg" ein. (Siehe Anzeige.)

Eine öffentliche Wählerverfamm« lung der NSDAP, findet morgen, Mittwoch, 20.30 Uhr, in der Turnhalle statt. Alfred Rosen­berg wird übet das ThemaGebt Hitler die Macht" sprechen. (Siehe heutige Anzeige.)

tende Bevölkerung ausgeübt werde, habe sich schon dahingehend ausgewirkt, daß sich die Arbeiterschaft enger zusammenschließe. Jahrelang habe man, so führte Der Redner u. a. weiter aus, die Erfüllungs- Politik bekämpft. Den Abbruch der Erfüllungspolitik habe man sich in nationalen Kreisen immer sehr leicht vorgestellt. Popen fei in Lausanne gewesen, nicht als Vertreter desSystems", sondern als Vertreter der nationalen Konzentration . Er habe politische Kon­zessionen erstrebt, fei aber zurückgekehrt mit dem Lorbeerkranz des erfolgreichen Erfüllungspolitikers, hinsichtlich der deutschen Wehrfreiheit sei nichts er» reicht worden; die Streichung der Kriegsschuldlüge sei nur eine formale Angelegenheit, für die man nicht so viel hätte zu geben brauchen. Es gebe auch keine Brüningsche Notverordnung, die so unsozial sei, wie die Der Regierung von Popen. Den Aermsten wür­den Die Unterstützungen weiter gekürzt, Der InDuftrie und den Banken weitere Subventionen gegeben. Ver­antwortlich dafür sei die NSDAP., die Den Antritt DerRegierung Der Barone" ermöglicht Hobe. Die NSDAP, toleriere oußerDem Den antisozialen Kurs. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich Der RcDner eingehenD mit Der Haltung Der NSDAP, in sozialen Fragen, mit Den Zusammenhängen zwischen NSDAP. unD Reichspolitik unD mit Den Ver­sprechungen Dieser Partei sowie Deren Stellung zur Frau. Man müsse sich bewußt fein, so betonte Der ReDner abschließend Daß Die beoorstehenDe Wahl eine enDgültige EntscheiDung von weltpolitischer BeDeu- tung bringe. Es gehe schlechterDings um Die Frage: Kapitalismus oDer Sozialismus? Die kapitalistische Welt opfere für Den Scheinsozialismus Der NSDAP, noch einmal alles, um Den wirklichen Sozialismus hintanzuhalten. Für Den Republikaner sei es Deshalb Pflicht, in Diesen Tagen Die Front mit allen Mit­teln stark zu machen zum Kampf gegen Den Fa­schismus. (Lebhafter Beifall.)

Als zweiter ReDner sprach Herr h e r t h (Langen). Auf Dem Spiele stehe in Diesen Tagen Leben und menschenwürdige Existenz Abertausender van Ar- beitern, die für Die Freiheit gekämpft hätten. Es sei trügerisch, auf eine Besserung Der wirtschaftlichen Verhältnisse zu hoffen, solange breiteste Volkskreise nicht einmal Das DringenDfte kaufen könnten. LeiDer habe es Die Arbeiterschaft in all Der bewegten Zeit nicht oerftanDen, ihre schwer erkämpften Rechte zu wahren. Die Jugend wisse nicht, wo sie hingehöre. Die Frau Dürfe nicht mehr abseits stehen, sie müsse Den Sozialismus in Die Familie tragen. Der Mann könne angesichts Der gegenwärtigen Verhältnisse Die Faust nicht immer in Der Tasche halten. Die Deutsche Arbeiterschaft fei bereit, für ihre Freiheit zu kämpfen. Darum gehe es am Sonntag. Nicht Hitler, fonDern Das Volk solle regieren. (Beifall.)

Zum Schluß sprach Kreisturnwart Dobola (Wien), Der als Begleiter Der Fußballmannschaft nach Gießen gekommen war. Er kennzeichnete insbefon- Dere Die Haltung Der SozialDemokratie in Oester­reich, sprach von Den anDeren Voraussetzungen, Die in Oesterreich gegeben seien, unD von Der Einigkeit, Die Dort in Der Arbeiterschaft herrsche. Er beschäftigte sich weiter mit Dem Programm Der NSDAP, in DeutschlanD, mit Der Person Adolf Hitlers und Der Bewegung im allgemeinen. Er forderte zur Einig­keit und zum Aushalten für Die Sache der Arbeiter-

In einer außerorDentlich stark besuchten KunD- gebung Des ReichsbunDes Der Kriegsbe- schäDigten am Sonntagvormittag auf DerLie- bigshöhe" sprach nach kurzen Worten Der Begrüßung Durch Den Gauvertreter Tauer zunächst Dberregie« rungsrat Ritzel im Auftrage Der erschienenen Be- hörDenvertreter. Die BehörDen, Die mit Der Wohl- fahrtsarbeit betraut seien, beDauerten Die Entwick- lung Der letzten Tage, auf Die sie keinen Einfluß hätten nehmen können. Man werDe sich bemühen, Härten zu milbern.

SoDan sprach Der DorsitzenDe Des ReichsbunDes Der KriegsbeschäDigten, KameraD PfänDner (Berlin) übet Das Thema

Kriegsopfer und Wohlfahrtsstaat".

Deutschland erlebe, so führte er u. a. aus, gegen­wärtig eine Krise von unerhörtem Ausmaß. Leider müsse man Den Kampf aller gegen alle feftftellen. Der KriegsbeschäDigte müsse nicht nur feine Stimme um seiner Interessen willen erheben, sonDern sich auch Darüber klar werben, welcher Weg zur Besse­rung führen könne. Der Kampf gehe heute Darum, auf wessen Kosten Die Wirtschaft roieDer in Gang gebracht roerDen solle. Vielfach werDe vergessen, daß der schwerste Krieg der Weltgeschichte über Deutsch­land hinweggegangen sei. Die Verantwortung Dafür fei aber nicht Den Menschen nach Dem Kriege bei- zumessen, sonDern Den Verantwortlichen Des Vor- friegsftaates. Alle Not gehe auf Krieg unD Kriegs­folgen zurück. Durch Den Krieg feien Die Fundamente Der Wirtschaft in UnorDnung geraten. Alle Unter­stützungen müßten nun naturgemäß erarbeitet mer­ken. Nicht Durch NotenDruck gehe inan Der Krise aus Dem Wege. Zwar fei die Frage der Tributlasten erledigt, das Volk schleppe aber doch noch das Blei­gewicht von Milliardenschulden hinter sich her. Bis­her habe man habet stets gege die Erftillungspolitik gewettert von Popen habe aber, wie sich erwies, auch nicht anders handeln können, als er es in Lausanne tat. Außenpolitisch seien die Probleme nicht mehr so schwierig gelagert, wie innerpolitisch. Am

** Wanderungs-Sonntagsrückfahr­karten beantragt. Einer Anregung des Vo­gelsbergen höhen-Clubs, Zweigoerein Gießen, ent­sprechend hat der Verkehrsbund Oberhessen bei der Reichsbahndirektion Frankfurt o. M. die Schaffung von Sonntagsrückfahrkarten zwischen Gießen und verschiedenen Orten unserer Provinz zwecks Förde- rung des Wandererverkehrs beantragt. Die Wan­derungs-Sonntagsrückfahrkarten sind Derart geDacht, Daß sie Gießen als Ausgangspunkt haben und von verschiedenen Stationen aus nach her Art von sog. Runhfahrkorten zur Heimkehr benutzt werben kön­nen. Es ist in bem Antrag vorgeschlagen worben, in biese Einrichtung eine ganze Reihe von ober- hessischen Orten, bie im Bereiche her hauptwaybe- rungsziele liegen, einzubeziehen. Die Reichsbahn- Direktion Frankfurt hat auf hen Antrag bes Ver- kehrsbunbes Oberhessen mitgeteilt, bah sie im Laufe bes Monats September auf ben Vorschlag zurück- kommen werbe, hoffentlich wirb bei her Behanhlung biefer Angelegenheit von her Reichsbahnbirektion großzügig verfahren unb alle Engherzigkeit beiseite gelassen, zumal eine herartige Einrichtung schon vor dem Kriege von hier aus beftanben hat unb feit vielen Jahren bis heute in Frankfurt a. M. in Geltung ist.

** Die Wegemarkierung nach her Theoborsruh. In Dankenswerter Weife hat sich Der Vogelsberger höhen-Elub, Zweigverein Gießen, Der Aufgabe unterzogen, eine gute Wege­markierung von Gießen nach Der Schutzhütte auf Der Theoborsruh, über Deren Errichtung wir kürz­lich berichteten, zu schaffen. Der WanDerweg geht von Gießen aus zunächst bis zu Den Gailfchen Ton­werken, hier führt er vorbei nach Dem WalDe, Dann auf einem lauschigen PfaD nach einer breiten SchneiDe unb von Dort aus in mehrfach gewunDe- nem Wege in Der Richtung nach Der Leihgesterner Straße zu. Unmittelbar vor her Lanbstraße stößt bie Markierung auf ben Weg nach her Theobors- ruh, her jetzt schon mit Wegweisern versehen ist. Der Wegebezeichnungsausschuß (WBA.) bes VHC. Gie­ßen hat bereits am Sonntag Die GrunDierung Der Wegzeichen (T auf weißem GrunD) vorgenommen, leiDer rourDe seine Arbeit aber Durch starken Regen beeinträchtigt, her bie Farbe verschmierte. Bei günsti­gem Wetter wirb bie Arbeit her Wegebezeichnung in anerkennenswerter Weise erneut in Angriff ge­nommen werben, so baß man hoffen barf, in nicht allzu ferner Zeit auf schönem Walbwege unter 23er- meibung her Lanbstraße zu hem ibyllischen Plätzchen im Schiffenberger Walb gelangen zu können.

tauchen, bie ben Winter über etwas in ben Hinter- grunb getreten sinb. Die Sanne brennt, Das schöne Wetter regt zu einem weiten Marsch an, Der sich auch über Die warmen MittogsstunDen hin erstreckt. Auch Die sportliche Betätigung aller Art nimmt wie- Der zu. Bei längerer AusDeynung solcher vielleicht ungewohnten Tätigkeit tritt nach anfänglichem ge­steigertem Wohlbehagen ein ungewohnter Durst auf. Sofort fallen jeDem Die verschieDenartigsten Beleh­rungen ein. Die er im Laufe Der Zeit gelesen hat. Man soll solchem Durstgefühl nicht nachgeben, fon- Dern es mannhaft überwinhen, gerahe bie Be- herrschung aller Triebe unterscheibet ja ben Men­schen erst van bem unroiffenben unb unvernünftigen Tiere! - Sa ober ähnlich hat mancher Ratgeber in burchous wohlmeinenber Weise gemahnt.

Stimmen biese Ratschläge immer? Das absolute Trinkverbot ist in einer solchen Form vollkommen abzulehnen. Bei jeher körperlichen Betätigung bei sonnigem Himmel und noch mehr bei schwülem Wet­ter tritt nämlich, namentlich bei untrainierten Per­sonen, ein ganz ungewöhnlicher Schweißverlust ein, her ben Wasserhaushalt bes Körpers bebeutenb ent­lastet unb vielleicht auch zu einer recht erwünschten Gewichtsabnahme Anlaß gibt. Anberseits barf aber nicht vergessen werben, boß bem Körper huret) ben Schweiß bie verschieDenartigsten Stoffe entzogen werben, bie nicht immer lebiglich als überflüssige Stoffwechselprohukte zu bewerten sinb. Es ist nur ein burchaus vernünftiger Ausgleich, wenn her Da» hurch bewirkten Austrocknung sämtlicher Schleim­häute hurch mäßiges Trinken Einhalt getan wirb. Viele Forscher stehen auf bem StanDpunkt, Daß ge» raDc bie ausgetroefneten Schleimhäute ben von außen einbringenben Bakterien aller Art nur äußerst geringen Wiberstanb entgegensetzen können. Als Beweis bafür kann bie Tatsache gelten, Daß bie schweren Orippeepibemien im Jahre 1918 unb 1928 zu einer Zeit aufgetreten sinb, bie sich Durch Das längere Ausbleiben jeglichen NieDerschlages auszeichnete. AllerDings sollen Diese Ausführungen niemänD Dazu anregen, in sinnloser Weise Drauflos- zutrinken, Denn man Darf ja nicht vergessen, Daß jebe Flüssigkeitsabgabe ben Organismus auch .zu vermehrter Flüssigkeitsabgabe wieher anreizt. Es erscheint baher auch burchaus angebracht, bas Durst­gefühl bisweilen, gerahe bei sportlichen Anstrengun­gen, nicht hurch rasches Trinken, sonbern huret) lang­sames Genießen von saftreichen Früchten zu stillen, ober aber bei längerem Anhalten bes Durstes öfters Munbspülungen unb Gugelungen vorzunehmen.

Bisher haben wir lebiglich bas vollkommen nor­male Durstgefühl nach vermehrten Anstrengungen unb bei heißem Wetter besprochen. Leiber gibt es aber genug Leute, bie auch über bauernben Durst zu klagen haben, ohne baß einer Der bisher be­schriebenen Grünhe oorlicgt. Bei jeher Witterung, auch ohne bie geringste vorangegangene körperliche Anstrengung, macht sich bei biesen Bebauernswerten starker Drang nach Flüssigkeitsausnahme bemerkbar. Ausschließen wallen wir bei biefer Betrachtung bie Fieberkranken, bie natürlich einem erhöhten Stoffwechselumsatz unb baburch bebingtem Wasser- Verlust ausgesetzt sinb unb biefen auf natürliche Weise auszugleichen versuchen. Liegt aber kein Fie­ber vor unb besteht trotzdem bauernder Durst, so soll niemand bie kleine Mühe scheuen, sich einer genauen ärztlichen Untersuchung, besonders seines Urins zu unterziehen, ha ein herartiger sonst nicht erklärlicher Durst sehr häufig bas erste Anzeichen einer bestehenden Zuckerkrankheit ist. Ferner wur­den auch Fälle von irgendwelchen Wasseransamm­lungen im Organismus bei Rippenfellreizungen und Herzleiden bekannt. Durch diese Stauungen wird Wasser in vermehrtem, krankhaftem Maße im Kör­per zurückbehalten unb nicht zur Ausscheibung ge­bracht. Auch hierbei sucht her Körper Durch ver­mehrtes FlüssigkeitsbeDürfnis wieher auszugleichen, nur ist es in biefen Fällen vielleicht recht unan­gebracht, bem Bebürfnis ungehemmt nachzugeben, ba bas an unb für sich schon kranke Herz bann noch mehr belastet werbe.

Nicht in allen Fällen barf jebes vermehrte Durst­gefühl als Grunb zur Beunruhigung gelten, obwohl sehr häufig unter ben oben geschilherten llmftänben vielleicht ein Anlaß zum Aufsuchen bes Arztes vor­liegt.

Kundgebung derEisernen Fronte

Im Saale herLiebigshöhe" fanh am Samstag- abenb eine Kunbgebung her Eisernen Front statt. Als erster Rebner sprach Reichstogsabgeorbneter Fritz Tarnow (Berlin) überDie Reichspolitik im Zeichen bes Rechtskurses". Die Reichsregierung habe einen Vorstoß gegen Preußen unternommen unb glaube nach ihrer Auslegung auf Grunb verfassungs­mäßiger Rechte gehanbelt zu haben. In Wirklichkeit bebeute bie Aktion eine Gewaltmaßnahme, um bie Rechte an bie Regierung zu bringen. Die Antwort auf bie Aktion her Reichsregierung werbe am 31. Juli gegeben werben. Sicherlich gebe es Kreise, bie ein Interesse barart hätten, bie bevorstehenbe Reichstags­wahl zu verhinbern. Es komme barnuf an, baß her Vorwanb zur Verhinberung her Reichstagswahl nicht gegeben werbe. Sie müsse unter allen llmftänben ftattfinben. Es gelte, gegenüber jeher Provokation Disziplin zu bewahren. Der Druck, der auf bie arbei«

wichtigsten sei bie Frage, welcher Weg unsere Wirt- schäft m bie Zukunft führe. Man klage ständig über hohe Wohlfahrtslasten über zu hohe Löhne; deshalb baute man auf allen Gebieten ab unb glaubte bamit helfen zu können. Erreicht habe man aber nur ein verhängnisvolles Sinken her Kaufkraft. Zu überlegen fei, baß her sog. Wohlfahrtsstaat nicht bem Zwischen­empfänger zugute komme, sonbern Demjenigen, her etwas zu verkaufen habe. Für ben Rentenempfänger sei her Weg zum Postamt unb zum Wohlfahrtsamt sauer genug. Den Rentnern sei es nach bem Kriege noch immer schlecht gegangen. Der Reichsbunb der Kriegsbeschäbigten sei parteipolitisch nicht gebunben. Er stehe aber auf her Seite her Unterdrückten, auf b:r Orunblage her Demokratie. Der Kriegsbeschäbigte müsse wissen, Daß er nicht im Lager Der Diktatur, sonDern im Lager Der freiheitlich Gesinnten stehen müsse. ParlamentsDemokratie, in Der Das Volk mit- zubestimmen habe, sei immer noch besser als eine Diktatur Der Notverorbnungen. Die NSDAP., mit Deren Wesen hinsichtlich Der Sozialpolitik sich obr ReDner eingehender befaßte, habe bisher eine Gesetz­gebung, die den Rentnertt zugute kommen sollte zu Hintertreiben gewußt. Die Einstellung Der NSDAP, zur Sozialpolitik müsse in ihrer gegebenen Form abgelehnt roerDen. Der eine Dürfe auch im andern nicht nur deshalb ben Lanbesverräter sehen, weil biefer anberer Meinung sei. Das Volk müsse seine Wunben aus bem Kriege in her Sonne her Freiheit heilen. Das könne aber nur geschehen auf bem Boben her Orbnung. Dem Volke unb bem Vaterland helfe man am besten, wenn Das Banner der Freiheit hoch- gehalten werDe. (Lebhafter Beifall.)

Im Anschluß an Diese Ausführungen bestätigte bie Versammlung einstimmig folgende

Entschließung:

Die am Sonntag, 24. Juli 1932, in einer Massen­kundgebung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten in derLiebigshöhe" zu Gießen versammelten Kriegsopfer unb ihre Vertreter aus bet Provinz Oberhessen stellen in tiefer Empörung folgenbes fest:

Kraftwagen vor zwei plötzlich auftauchenden Fahrzeugen scharf bremsen und geriet dabei in den Chausseegraben, wobei er sich überschlug. Die Prinzessin erlitt eine Kopfverletzung. Ruch eine Vegleiterin wurde leicht verletzt. Der Kraftwagen ist schwer beschädigt worden. Irene, Prinzessin von Hessen und bei Rhein, geboren am 11. Juli 1866 in Darmstadt, ist die jüngere Schwe­ster des Grohhcrzogs Ernst Ludwig; sie wurde am 24. Mai 1888 in Charlottenburg mit dem Prinzen Heinrich von Preußen, dem verstorbenen Bruder Kaiser Wilhelms II., vermählt; ihrer Ehe entsprossen die Prinzen Wuldemar und Sigis­mund.

Hoovers Privatoermögen.

Starke Verluste an einer Zeitungsbeteiligung.

Das persönliche Vermögen des amerikanischen Präsidenten Hoover, Das früher auf vier M i l- lionen Dollar geschätzt rourDe, ist, Der Zeit­schriftFortune" zufolge, auf 7 00 000 Dollar gesunken. Den größten Verlustposten bilDen Die In­vestierungen Hoovers in einer Washingtoner Zei­tung, bie später einging.