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das Reich nicht mehr taugen könne, und gab zum Schluß der Hoffnung Aasdruck, daß eine andere Regierung die Zügel in die Hand nehmen und das deutsche Volk wieder aufwärts führen möge. Lebhafter Beifall dankte dem Redner. Herr Bar­tholomaus beschloß den Abend mit einer kur­zen Ansprache.

Kreistag in Alsfeld.

* Alsfeld, 26. April. Der Kreistag des Kreises Alsfeld trat gestern unter dem Vorsitz des Kreisdirektors Dr. Stammler hier zu seiner diesjährigen ordentlichen Tagung zu­sammen. Zunächst wurde, als neues Kreistags­mitglied der Kreistagsabg. Braun- Alsfeld (SPD.) an Stelle des verstorbenen Kreistagsabg. Eder- Alsfeld in sein Amt eingeführt und ver­pflichtet. Die Kreiskosserechnung für das Rj. 1930 wurde glatt genehmigt, ebenso zustimmend der Verwaltungsbericht des Kreisausschusses für das Rj. 1930 zur Kenntnis genommen. Wie bereits berichtet, wird in dem Rechenschaftsbericht für 1930 bei 363 351,13 Mk. Einnahmen und 303 345,36 Mark Ausgaben ein Heberschuh von 60 005,77 Mk. ausgewiesen. Sodann beschäftigte sich der Kreis­tag in mehrstündiger Beratung mit dem Vor­anschlag des Kreises für das Rj. 19 32. Die im Voranschlag mit 134 000 Wk. ver­anschlagten Krcisum lagen wurden vom Kreistag um 10 000 Mk. gesenkt, mithin mit 124 000 Mk. in den Voranschlag eingestellt. Die Senkung der Einnahmen um diese 10 000 Mk. wurde durch einen entsprechenden Abstrich am Wohlfahrtsctat ausgeglichen. Die im Voranschlag der Krcisverwaltung vorgesehene Z u s ch u tz- lei st u n g von 1000 Mk. an leistungs - schwache Gemeinden war durch Beschluß des Kreisausschusses bereits um 5000 auf 6000 Mark erhöht worden, unter entsprechender Sen­kung des Betriebskapitals dhf der Einnahmeseite. Der Kreistag beschloß ferner die Streichung bzw. Kürzung einer Reihe weiterer Positionen, wo­durch sich ein Gesamtbetrag von 2540 Mk. ergab. Diese Einsparung wurde gleichfalls für die Zu­schutzleistung an leistungsschwache Gemeinden zur Verfügung gestellt, so daß also für diesen Zweck insgesamt 8540 Mk. verfügbar sind. Der Vor­anschlag wurde mit diesen Aenderungen ein­stimmig genehmigt und in Einnahme und Aus­gabe auf je 307 707,64 Mk. festgestellt.

Kreisdirekior Or. Stammler

in das Innenministerium versetzt.

WSR. D a r m st a d t, 25. April. Wie Wagners Südwestdeutscher Rachrichtendienst erfährt, ist der Anlaß für die Abberufung des Alsfel­der Kreisdirektors Dr. Stammler nicht darin zu suchen, daß seine Söhne Mitglieder der SA. gewesen sind. Es haben sich Dinge er­eignet, durch die die Söhne des Kreis­direktors mit den dienstlichen Anord­nungen des Kreisdirektors in Kon­flikt gekommen sind. Wie Wagners Südwest­deutscher Rachrichtendienst weiter hört, wird Kreisdirektor Dr. Stammler vom 1. Mai ab zur besonderen Verwendung in das Ministerium des Innern nach Darm - st a d t berufen.

Brand in der Technischen Hochschule Darmstadt.

WSR. Darmstadt, 25. April. Heute gegen 0,30 Ahr wurde in der chemischen Abtei­lung der Technischen Hochschule Feuer bemerkt. Als die Feuerwehr am Drand- orte erschien, stand bereits der Raum der Ch em ik a li en a b t e i lu n g in hellen Flammen. Das Feuer hatte durch die in diesem Raume befindlichen Sauerstoffballons reiche Rahrung erhalten und sich daher rasch aus­breiten können. Trotzdem die Feuerwehr energisch aus mehreren Schlauchleitungen das Feuer sofort bekämpfte, brannte die Chemikalienabteilung voll­kommen aus. Auch die Türen zu den benach­barten Räumen durch durchgebrannt. Rach mehr­stündiger Arbeit gelang es, den Brand zu lokali­sieren und ein lieber greifen des Feuers auf die anderen Abteilungen zu verhindern. Der Schaden ist erheblich.

Großmütterchen Moskau.

Kuriositäten aus dem Borkriegsrutzland.

Anläßlich einer vor kurzem vorgenommenen vollständigen Renovierung des alten Moskauer MarktesÖdjotnt) Rj ad" (auf deutsch:- gerstaiH) veröffentlicht der staatliche Verlag Akademia" aufschlußreiches Material über das Leben und Treiben in diesem Stadtteil, das stets als ein Wahrzeichen des patriarchalischen Mos­kau der Vorkriegszeit galt. Der Markt war bis zur neuesten Zeit eine Fundgrube für Forscher altrussifcher Sitten, die sich hier in ursprünglich- reinster Form über Jahrhunderte erhalten haben. Moskauer Geschäftsleute, die Millionen umsetz­ten, kamen hierher, um Transaktionen von größ­ter politisch-wirtschaftlicher Bedeutung abzuschlie- ßen. Sie bekreuzigten sich vor den Heiligenbildern, die vor den Ständen angebracht waren, manche fielen auf die Knie und küßten nach altrussischem Brauch dieMutter Erde", begaben sich dann in eine unansehnliche Kneipe, die aber den Ruf hatte, die besten Dlini (eine Art Plinsen oder Pfannkuchen) in ganz Moskau zu jeder Tages- und Rachtzeit vorrätig zu haben, bestellten einen Samowar Tee undrussische Tränen" so nannte man den Wodka, worauf die Konferenz, die mit einem Meer von Tee und Wodka begossen wurde, anfangen konnte.

Auf diesem eigenartigen Markt konnte man alles kaufen Grundstücke und sämtliche Rohwaren, die das Riesenreich lieferte, lebende Tiere, Hunde, Hasen, Wölfe, Bären, und vor allem Vögel aller Art waren eine Spezialität des Marktes, der nicht umsonst vom Dolksmund alsIägerstand" be­zeichnet wurde. Die Singvögel desOchotnh Rjad" waren in ganz Rußland berühmt, beson­ders die Rachtigallen, deren Gesangstilent eigen­artige Bezeichnungen trug: Wasserpfeise, Trom- meltoirrbel, Krähentremolo, Donnergrollen. Kuk- kuckskoloratur. Für einestimmbegabte" Rachti- gall wurden Preise bis 400 Mark von Liebhabern des Vogelgesangs bezahlt. 2lber nicht nur Vögel, sogar Angeziefer wurde man fragt sich nur, zu welchen Zwecken auf dem alten Markt feilgebo­ten. 100 Schwaben z. B. wurden für 20 Kopeken gehandelt. Wie man vermutet, wurde Ungezie­fer aus Rache von feindlichen Rachbarn erstan­den, die mit Heeren von Wanzen, Schwaben und dergleichen einen erbitterten Hauskrieg führten, in dem das Angeziefer gleichsam die Rolle mittel­alterlicher Landsknechte übernahm.

ÖJ.Jport

Aus dem Miitelrheinkreis der DT.

Der Kreisausschutz tagte.

Der in diesem Jahre fällig gewesene Kreis­turntag ist aus Sparsamkeitsgründen abgesagt worden. An feiner Stelle tagte im Kurhaus zu Wiesbaden alskleiner Kreisturntag" der Kreisausschuh, der sich aus dem Kreisvorstand, dem Vorstand des Kreisturnausschusses und den Gauvertretern der 23 Gaue des Kreises zusam- menseht. Rach Begrützung durch Stadtrat Dr. O st e r f e l d machte Kreisvertreter Pfeiffer (Wetzlar» zunächst wichtige Mittzilungen aus der kürzlich stattgefundenen Hauptausschutzsihung der DT. und wies dabei insbesondere auf den Ver­tragsentwurf hin, der das Verhältnis der DT. zur D3K. regeln soll. Eine längere Besprechung galt dem vom 6. bis 8. August in Trier stattfindenden 3 5. Kreisturnfest. Damit soll eine Daarkundgebung in Trier verbunden wer­den. bei der Kommerzienrat Dr. Röchling (Völklingen), der Vorsitzende des Bundes der Saarvereine, sprechen wird. Die Saargaue der DT. haben die Turnfestbesucher im Anschlüßen das Trierer Fest zu einer Turnfahrt ins Saar­gebiet eingeladen. Gauvertreter Burk (Saar­brücken) erläuterte den tieferen Sinn dieser Turn­fahrt und bat um recht zahlreiche Beteiligung an dem Besuch des Saarlandes.

Rachdem die Rechnung für 1931, die mit 377 291 Mark in Einnahme und Ausgabe ab­schließt, Annahme gefunden, bildete die Beratung des Voranschlags für 1932 und im Zusammen­hang damit die Besprechung der von verschiedenen Gauen eingebrachten Anträge auf Senkung der Vereinsbeiträge den Hauptpunkt der Tages­ordnung. Der Voranschlag ist mit 53 156 Mark äußerst sparsam ausgestellt. Die Antrgäe auf Sen­kung der Beiträge wurden dahin zusammengefaht, daß die Gaue von den 31 Pf. pro Mitglied an den Kreis zu entrichtenden Beiträgen 10 Pf. zur Bestreitung der Lehrgangsarbeit und zur llnter- stützung besonders notleidender Vereine zurück- behalten. Zur Ausgleichung des Haushalts des Kreises fönen Reserven aus dem Vermögen in

Darren Pferd Reck Gymnastik

Gesamtpunkte

Offenbach

160

147

153

32

492

Wieseck

170

472

177

36

555,

Anspruch genommen werden. An die Verhand­lungen schloß sich ein Vortrag von ©erftung (Koblenz) über die Bestrebungen zur Einführung eines' Pflichtturnjahrs an.

Um die Kreismeisterschast im Geräteturnen.

3t. T. u. Spv. wieseck Fr. Turnerschaft Offenbach.

In Wieseck standen sich am Sonntag zwei Dezirksmeistermannschaften im Geräteturnen gegenüber. Beide Vereine stellten in sich ausge­glichene Mannschaften von je füijf Teilnehmer und einen Ersatzmann zum Wettkampf. Geturnt wurde je eine Kürübung an den drei Haupt- geräien und zehn Minu'en gemeii schaftliche Gym­nastik. Man war auf diesen Wettkampf sehr ge­spannt, jedoch enttäuschten die Gäste sehr. Wieseck war stets überlegen und bot viel schwierigere Hebungen als die Gastmannschaft. Eine große Anzahl Zuschauer folgte mit kritischer Aufmerk­samkeit den Hebungen und gab für gute Leistun­gen lebhaften Beifall.

Schon am ersten Gerät (Darren) konnte Wieseck einen Vorsprung von zehn Punkten herausholen, der dann am Pferd um weitere 25 Punkte ver­größert wurde. Hierbei und auch am letzten Gerät (Reck) fiel Offenbach merklich ab, während Wieseck durchschnittlich sehr gute Leistungen zeigte und zum Schluß mit 59 Punkten in Führung lag. Bei den nun folgenden Gymnastikübungen hatte sich Offenbach in der Hälfte der vorge­schriebenen Zeit 32 Punkte, während Wieseck die angesehte Zeit ausfüllte und weitere 36 Punkte erzielte. So konnte Wieseck auf Grund der be­deutend besseren Leistungen mit 63 Punkten Vor­sprung einen sicheren und verdienten Sieg er­ringen. Rachstehend die einzelnen Wertungen:

Handball in der Volkshalle.

Spannende Wettkämpfe. Bataillon und Tv. Heuchelheim als Gruppensieger.

Schon geraume Zeit vor Deginn der Veran­staltung säumten viele Zuschauer aus Gießen, so­wie der näheren und der weiteren Umgebung das Spielfeld in der Halle und warteten der Ereignisse. Anter den Zuschauern waren viele von auswärts, denn die Turner und die Sport­ler waren mit vielen Anhängern erschienen. Die Erwartung wich bald der Anteilhaftigkeit, als die Mitglieder der Reichswehrkapelle mit eirfem schneidigen Marsch eröffneten, die Turner und Sportler in ihren bunten Trikots, voran die Turnerinnen von 46 und Mtv. Gießen in ge­schlossenen Reihen in das Spielfeld marschierten, schließlich aber der 1. Sprecher der Gießener Turnerschaft eine kurze'Begrüßungsansprache hielt und damit das Spielfeld freigab.

Es wurde in der Folge die Veranstaltung dauerte von 16 bis 21.30 Ahr sehr viel ge­boten, ja, man darf sogar sagen, es wurde zu viel geboten und an die physischen Kräfte aller Beteiligten allzuhohe Anforderungen gestellt. Für zukünftige Fälle daraus die entsprechende Kon­sequenz zu ziehen, dürfte sehr am Platze sein.

Die Vorrunde.

Der Reigen der sportlichen Darbietungen wurde durch die Vorrunde der Handballspiele eröffnet. 16 Mannschaften standen sich in acht Spielen gegenüber. Die Spiele, die bereits von entschei­dender Bedeutung waren für die Teilnehmer (der Verlierende schied sofort aus) sahen die Mannschaften in außerordentlich schnellen, zum Teil auch hart durchgeführten Kämpfen einander gegenüber. Die dabei gezeigten Leistungen liehen in sportlicher Hinsicht manchmal zu wünschen übrig. Einzelne Mannschaften vermochten gut

zu gefallen und die Spieler rissen verschiedentlich zu lebhaftem Beifall hin. Die Schiedsrichter hatten kein leichtes Amt. 3m wesentlichen wurden die Spiele fair ausgetragen.

Die Vorrunde zeitigte folgende Ergeb­nisse (der (Sieger ist jeweils zuerst genannt):

Gruppe I: Mtv. Gießen I Polizei Butz­bach 7:2 (4:0); Tgmde. Friedberg Grohen- Duseck Tv. 3:0 (1:0); I. Batl.15. Inf.-Reg. Tv. Bad Hornburg 4:0 (2:0); Tv. 1846 Gießen VfL. Wetzlar 2:2 (0:1).

Gruppe II: Tv. Heuchelheim gegenSpielvgg. 1900 1:1 (0:1); Tv. Münchholzhausen gegen Tv. Krofdorf 4:1 (1:1); T.- u. Spv. Marburg 1860 ge­gen Mtv. Gießen II 5:1 (2:0); Tv. Pohlgöns gegen VfB. Gießen 1:1 (0:0).

Aeberraschend kam in der Gruppe I die Rieder­lage der Polizisten von Butzbach, die im ersten hiesigen Handballturnier den Gruvpensieger der Gruppe I stellten und nun durch iyren altert Ri­valen Mtv. schon in der Vorrunde aus dem Ren­nen geworfen wurden. Da bei unentschiedenem Ausgang der Spiele das Los entschied, muhten drei Mannschaften auf diese Weise aus der Vor­runde ausscheiden. Das Pech fiel dabei mit kon­stanter Bosheit auf die Sportvereine, die alle drei (Spielötzg. 1900, VfB. Gießen und VfL. Wetz­lar) ausscheiden muhten.

Zwischenrunde.

In der Zwischenrunde standen sich nun­mehr die übrigbleiben^Tt Mannschaften gegen­über. Die Spiele, in denen nun die Teilnehmer der beiden Endspiele ermittelt werden muhten, vollzogen sich wiederum sehr spannend, wurden

aber fast durchweg mit außerordentlicher Schärfe geführt und endeten mit nur sehr knappen Er­gebnissen, die deutlich erkennen liehen, daß sich die Mannschaften in der Spielstärke gegenseitig nicht viel nachstanden.

Die Ergebnisse der Zwischenrunde lauteten.

Gruppe I: Tgmde. Friedberg gegen Tv. 1846 Gießen 2:1 (1:0); Bataillon gegen Mtv.Giehen 3:1 (1:1).

Gruppe II: Tv. Heuchelheim gegen Tv. Pohl­göns 1:0 (1:0); Tv. Marburg gegen Tv. Münch­holzhausen 4:3 (3:1).

Die beiden Endspiele.

Runmehr standen sich nur noch vier Mann­schaften in zwei Spielen gegenüber. Einen außer­ordentlich spannenden, aber auch sehr harten und wenig schönen Kampf lieferten sich die Mannschaf­ten von Heuchelheim und Marburg, der in regu­lärer Spielzeit mit einem Anentschieden von 4:4 endete. Dadurch wurde nun die Verlängerung notwendig, während der beide Mannschaften mit aller Verbissenheit und Energie auf den Sieg spielten, der dann mit 3:1 Toren (mit insgesamt also 7:5 Toren) an die Heuchelheimer Turner fiel.

Ein nicht weniger heftig geführtes Spiel fochten die beiden Mannschaften der Gruppe I Tv. Fried­berg und Bataillon Gießen aus. Hier bHeben die Soldaten mit einem Ergebnis von 2:3 Toren bielbejubelte Sieger. .

Beiprogramm und Schluß.

Reben den insgesamt 15 Spielen, die man zu sehen bekam, war auch noch ein unterhaltsames Beiprogramm zusammengestellt. Die Musikkapelle füllte die kurzen Pausen mit guter Musik, die Ge­räteturnen der Gießener Turnerschaft gefielen mit ihren außerordentlich exakten Hebungen am Barren sehr gut und erntete stärksten anhal­tenden Beifall. Die Mitglieder des Gießener Eis­vereins, Fräulein Will und Herr Loh zeigten Rollschuhkunstlauf. Auch diese Darbie­tung fand freundliche Aufnahme. Der Faust- ballf ambf der Turnerinnen von 1846 und Mtv. sah erwartungsgemäß, wenn auch knapp, die Mtverinnen mit 12:16 Punkten siegreich. Den Ab­schluß der groß angelegten und gut organisierten Veranstaltung bildete die Siegerverkündigung.

Kußball in Hessen-Hannover.

In der Rordgruppe gab es ein wichtiges Spiel. Hermannia Kassel siegte nach überlegenem Kampf gegen den BC. Sport Kassel mit 6:1, Damit haben sich die Struthbacher vor dem Ab­stieg gerettet, auch für den Fall, daß das noch ausstehende Spiel gegen.Grone nicht gewonnen werden sollte. Sport Kassel dagegen hat 17 Der- lustpunkte und mühte, wenn nicht Aenderungen in der Spielsystemfrage eintreten, zur zweiten Klasse absteigen.

Billardmeister Gommer-Gießen siegreich.

Der Dillardwettkampf zwischen Billardmeister S ch r e g e l - Magdeburg und Billardmeister Sommer-Gießen im Cafe Amend endete mit einem hohen Siege von Sommer. 188:400 lautete das Ergebnis bei einer Höchstserie von 49 Bällen und einem Durchschnitt von etwa 12. Sommer spielte die Partie in flüssiger Form und konnte bei seiner wesentlich höheren Spielstarke den Kampf überlegen für sich entscheiden.

Kurze Gportnotizen.

Der deutsche Marathon-Mei st er Paul de Bruyn feierte Kl dem am Dienstag durchge­führten Marathonlauf von Boston einen großen Sieg. De Bruyn legte die 41851 Kilometer lange Strecke in der hervorragenden Zeit von 2:33:36,4 Stunden zurück und gewann den schweren Wettbe­werb vor mehreren hundert Konkurrenten.

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D i e Fußball-Mannschaft des DFC. P r a a , die zur Zeit wieder in einer hervorragenden Verfassung ist, spielt am 6.Mai in Dresden gegen Guts Muths", am 7. Mai bei Borussia Fulda und am 8. Mai in Kassel gegen eine Stadtmannschaft.

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Süddeutscher Meisterim Arbeiter-Fußball wurde Nürnberg-Ost.

Auf dem Markte wurden auch Hahnenkämpfe veranstaltet. Zu diesem Zwecke waren Tribünen errichtet, die unter der Last eines .begeisterten und schaulustigen Publikums, das unter den Kampshähnen feine Favoriten hatte, beinahe zu­sammenbrachen. Därenkämpfe und sogar Hetzjag­den auf Wölfe und Füchse gehörten gleichfalls zu den beliebtesten Belustigungen der Stammbesucher des Marktplatzes.

Ein Kapitel für sich waren die Dücherstände des Ochotnh Rjad. Man hätte sich hier vergeblich nach Werken von literarischer Qualität umge­sehen; um so großer war die Zahl der Kurosi- täten, die man hier für Geld erwerben konnte. Die Kunst, Geld zu verdienen", war ein viel ge­kauftes Buch, das angeblich ... Rothschild zum Autor hatte. Roch verlockender klang ein anderer Titel eines gleichfalls stark begehrten Werkes, Die Kunst, seine Schulden nicht zu zahlen".Die Kunst, den Ehemann zu fesseln" war ein Schlager des Büchermarktes auf einem leichteren Gebiet, währendDie Methode, alle Krankheiten mit Wodka zu heilen" undDas sicherste Mittel ge­gen Quartalstrunksucht" von Trunkenbolden, die scharenweise über den Markt torkelten, den Bücherhändlern aus der Hand gerissen wurden. Die Möglichkeit, sich ohne Rasiermesser, Seife und Wasser zu rasieren", war der originelle Titel eines gleichfalls in vielen Auflagen verbreiteten Buches.

Die Schilder der Läden trugen eine souveräne Verachtung der primitivsten Orthographie zur Schau. Manchmal enthielt ein einziges Wort auf einem Ladenschild mehrere Fehler. Andere Schil­der erhoben wiederum Anspruch auf Originali­tät. So lautete z. D. ein Schild wie folgt:Pe­rückenmacher und Feldscherer, derselbe läßt zur Ader und rettet vor bösen Schwiegermüttern". Vor den Ständen priesen die Händler ihre Waren in improvisierten, oft sehr geistreichen Gedichten. Jeder Händler erfand noch eine eigene Melodie dazu je nach der Art der Ware. Koloratur- Arien erklangen zu Ehren von Rahrungsmitteln, während monotone, psalmodierende Rezitative sich auf alte Kleider und Schuhe bezogen. Die Händler auf dem Markt waren Leute, mit denen die allergrößte Vorsicht geboten war, und wehe dem, der den Preis bezahlte, den sie verlangten er riskierte, den zehnfachen Wert der Ware auszulegen. Feilschenbis aufs Blut" war eine Selbstverständlichkeit bei jedem Kauf. Dr P.

Tonfilm:Oie andere Seite".

Nach dem Drama und dem Roman die beiden Werke des Engländers R. C. Sheriff haben wir seinerzeit ausführlich besprochen erlebt man nun die deutsche Tonfilmfassung der ebenso realen wie erschütternden Fabel von der Front im Westen 1918, und es darf von vornherein JeftgefteUt wer­den, daß der Film seinen literarischen Vorlagen vollkommen ebenbürtig ist. Er hält sich eng stellenweise wortgetreu an Szenenfolge und Dialogaufbau des Schauspiels. Und wenn dort und im Roman vielleicht der schillernde Doppelsinn des Titels (in der englischen Originalfassung:Journeys end") gerade für uns Deutsche noch scharfer zum Ausdruck kam und auch wohl die Nuancierung des gesprochenen Wortes und damit die menschlichen Beziehungen der fünf Offiziere in der englischen Grabenstellung noch deutlicher herausgearbeitet wer­den konnten (die Erzählung fügte dann später die Vorgeschichte und die psychologische Durchleuchtung der Episode ein) so hat der Tonfilm seinerseits dies vor beiden voraus: die sinnfällige Eindringlich­keit der Schilderung des Lebens an der Front, die mit unseren technischen Mitteln kaum noch zu über­bietende Wirklichkeitsnähe der Vorgänge. Dem Schauspiel waren aus seiner Raumgesetzlichkeit her­aus naturgemäß engere Grenzen gezogen; der Film hat hier viel breitere Möglichkeiten, die vom Re­gisseur Heinz Paul überzeugend ausgenutzt wer­den; er gibt zum Beispiel jenen englischen Erkun­dungsoorstoß der auch im Zentrum des Stückes stand, dort aber natürlich hinter die Szene verlegt war mit einer unheimlichen Wucht und Realistik. Hinzukommt die hervorragende Besetzung: an der Spitze Conrad V e i d t als Hauptmann Stanhope, der hier eine außerordentlich reife und geschlossene, gelegentlich an seinen Hauptmann in derLetzten Kompanie" erinnernde Leistung bietet. Neben ihm vor allem die von Theodor Loos wundervoll schlicht und männlich gegebene Gestalt desOnkels" Os- borne. Sehr aut auch Friedrich Ettel als Trotter; in einigem Abstand: Wolfgang ßi ebene iner (der junge Raleigh) und Victor de K o w a (Leut­nant Hibbert); von den übrigen seien Paul Otto (Oberst), Trenk-Trebitsch (Koch) und M y - long-Münz (HauptmannHardy) hervorgchoben. Die Handlung spielt in den Tagen vom 18. bis 21. März 1918, vor dem großen deutschen Angriff bei St. Quentin. Der Verfasser des Schauspiels war englischer Frontoffizier, der sich zuvor nie literarisch betätigt und das Stück nur für eine Liebhaberauf­führung in feinem Club geschrieben hatte; boi>

figen Erfolg in der ganzen Welt hatte er weder be- absichtigt noch vorausgesehen. Der Film, dem das Tjpperary-Lied eine stilgerechte musikalische Beglei­tung gibt, läuft jetzt im Lichtsvielhaus und verdeent einen viel besseren Besuch, als er gestern zu bemerken war.r

Neue Expeditionen.

Einen Flug über den Südpol und über den Süd­polarkontinent bereitet für das nächste Jahr, wie aus Neuyork berichtet wird, Lincoln Ellsworth vor, der bereits die Luft-Expeditionen Amundsens ins Polargebiet finanziert hat. Er will einen Flug von fast 5000 Kilometer über den Südpol ausführen und als Pilot Bernt Balchen mitnehmen, der denselben Posten bei dem Fluge Admiral Byrds über den Südpol bekleidete. Die Ellsworth-Expedition, die aus 12 Mann und einem Flugzeug bestehen wird, will ihre Basis zu Framheim an der Walfischbucht an­legen. Sobald wie möglich wird Ellsworth mit Bal- chen dann ostwärts fliegen, um die ganze Länge des bis jetzt unbekannten Gebietes zwischen dem Roß- Meer und dem Weddell-Meer zu überfliegen und ohne Landung wieder zurückzukehren. Der Flug soll in erster Linie dazu dienen, die großen Umrisse die- fes riesigen Geländes festzustellen und zu photo- graphieren, die Wetterbedingungen zu beobachten und die Art der Eisfläche zum Zweck späterer Ex­peditionen auf dem Lande zu erkunden. Außerdem hoffen die Forscher festzustellen, ob die großen ozea­nischen Einschnitte, die das Weddell-Meer auf ber einen und das Roß-Meer auf der andern Seite bil« den, den antarktischen Kontinent in zwei Landmas- sen teilen oder ob die Gebirge von Braham-Land sich quer durch den Kontinent bis zu der Königin- Maud-Kette fortsetzen. Von einer neuen Polar- Expedition des General Nobile wird aus Rom Näheres gemeldet. Nobile ist nach feiner unglück­lichen Unternehmung im Jahre 1928, nachdem er in Italien feines Ranges entkleidet worden war, als Luftschiff-Erbauer in den Dienst der Sowjetregie­rung getreten, und die Sowjetregierung finanziert auch bie neue Unternehmung, für die ein Luftschiff in her Nähe von Moskau gebaut wird. Nobile wirbt jetzt in Italien eine Schar von hundert Ingenieuren und Mechanikern, mit denen er nach Rußland zu­rückkehren will, um bie Arbeit so schnell wie mög­lich zu DoUenben. Er hofft, mit bem neuen Luft schiff das Land östlich von Nowaja-Semlia zu er forschen, und will auch nach Spuren der Mitglieder seiner früheren Expedition suchen, die verlchwun« j den sind.