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Groener schrieb an Severing vor-er preußischen Aktion gegen die SA. Eine überraschende Feststellung vor dem Staatsgerichtshof.

Leipzig, 24. März. (WTB.) Der Staats- gerichtshof für das Deutsche Deich verhandelte am Donnerstag in der verfassungs­rechtlichen Streitsache der RSDAP. gegen den Freistaat Preußen, vertreten durch das Staatsministcrium und den preußischen Innen­minister Dr. Severing, wegen der Feststellung der Verfassungswidrigkeit von An­ordnungen auf Vornahme von Durchsuchungen und Beschlagnahmen. Die Klogcparteicn wurden durch Rechtsanwalt Dr. Frank II., München, und Dr. Roland Freister, Kassel, vertreten. Für die preußische Regierung waren Ministerial­direktor Dr. B a d t und die Ministerialräte S ch ö n n e r und 3 a n i ch erschienen.

Wie der Vorsitzende, Reichsgerichtspräsident Dr. Dumke, zu Beginn der Verhandlung betonte, erstrecke sich diese zunächst lediglich auf den Antrag einer einstweiligen Verfügung. Dr. Bumfe warf die Frage auf, ob die Sichtung des Materials inzwischen soweit vorgeschritten sei, daß mit der Freigabe gerechnet werden könne. Die einst­weilige Verfügung bezweckt auch nur, das für Durchführung der Wahl erforder­liche Material frei zu bekommen. Wenn in dieser Hinsicht positive Zusagen von der preußischen Regierung gemacht werden könnten, erübrige sich vielleicht der Antrag auf einstweilige Verfügung.

Ministerialdirektor Dr. B a d t erklärte, daß die Sichtung noch nicht beendet sei. Doch sei Anweisung gegeben worden, alles Material das nicht für das Ziel der Aktion in Frage komme, herauszugeben. Die Behinderung des Wahl­kampfes sollte danach ausdrücklich ausge­schlossen werden. Die preußische Regierung müsse der Behauptung widersprechen, daß die Po­lizeiaktion nur eine Tarnung fein sollte, um die Partei im Wahlkampf zu hindern. Karteien u. dgl. seien nur an zwei Stellen beschlagnahmt worden.

Demgegenüber erklärten die Vertreter der RSDAP., Dr. Frank und Dr. Freisler, daß nach ihren Informationen aus dem Gesarnt- gebiet des Freistaates Preußen wahllos alles Material beschlagnahmt worden sei. Wenn jedoch die preußische Regierung ihre Zu­sage auf sofortige Herausgabe des Materials er­fülle, so stände einer gütlichen Einigung über den Antrag auf einstweilige Verfügung nichts im Wege.

Ministerialdirektor Dr. B a d t erklärte nach längeren weiteren Auseinandersetzungen, der konkrete Anlaß zu der preußischen Poli­zeiaktion sei ein Brief des Reichswehr­mini st ers und Innenmini st ers Groener vom 8. März an den preußischen Innenminister. Diesem Brief zufolge habe eine Persönlichkeit, die mit den Verhältnissen in der SA. genau vertraut sei, dem Minister Groener mitgeteilt, daß in der S A. in der letzten Zeit Wahrnehmungen zu machen seien, die zu Be­sorgnissen Anlaß gäben. So Hobe man besonders in Schlesien die Waffenlager der Reichswehr festgestellt und alles vor­bereitet, um sie durch Hand st reich zu nehmen. Alles lasse darauf schließen, daß mit einem Hand st reich der SA. zu rech­nen sei. Rach den Informationen des Gewährs­mannes hätten Dr. Goebbels, Goering, Röhm und andere Hitler für die Reichspräsidentenwahl zum letzten Mal Gelegenheit gegeben, legal zur Macht zu kommen. Sollte sich nach Verkündigung des Wahlergebnisses ergeben, daß die Kandidatur Hitlers aussichtslos sei, so wäre schon am folgenden Tage mit dem Losschlagen zu rechnen. Der Brief des Reichsinnenministers schließe, er gebe dem preußischen Innenminister hiervon Kennt­nis mit der Bitte, das Rotwendige zu veranlassen.

Trotzdem habe der preußische Innenminister damals noch keine Schritte ergriffen. Als sich iedoch nach der Wahl die Rachrichten häuften, daß die Unterführer losschlagen wollten, daß Waffen- und Munitionstransporte stattfänden usw. habe der Minister am 15. März es für seine Pflicht gehalten, dieser Gefahr vorzu­beugen. Ministerialdirektor Badt erklärte dann, daß alles Material, das mit dieser Aktion im Zusammenhang stehe, nicht herausgegeben werden könne. Das gesamte andere Material werde jedoch sofort wieder ausgehändigt werden.

Rachdem Rechtsanwalt F r a n t H. sich noch ein­gehend über den Brief des Reichsinnenminifters Droener verbreitet hatte, wurde in eine ein» stündige Mittagspause eingetreten.

Nach Wiederaufnahme der Sitzung gab Reichs­gerichtspräsident Dr. Bumke folgende Erklä­rung ab:

Ich habe mich entschlossen, zu versuchen, den Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung durch einen Vergleichsvorschlag zu erledigen. Heber den Inhalt dieses Ver- gleichsvorschlags und über die Aussichten des Zustandekommens, vermag ich im Augenblick nichts zu sagen. Ich kann aber feststellen, daß ich mit beiden $ treitt eilen dahin einig bin, daß es sich mit Rücksicht auf die schwebenden Verhandlungen nicht e m p f i e h l t, in dem jetzigen Streitverfahren lvegen Erlaß einer einstweiligen Verfügung fortzufahren.

Anschließend schloß der Präsident die Sitzung.

Der Brief Groeners.

Leipzig, 24. März. (LLl.) Der Brief des Reichsinnenminifters Groener an die preu- ßische Staatsregierung hat f o l g e n d e n W o r t- laut:

Eine Person, die mit den Vorgängen bei den Rationalsozialisten insbesondere bei den 6turnt» abtetlungen vertraut ist, hat mir mitgeteilt: In den Sturmabteilungen seien in letzter Zeit Beobachtungen zu machen, die zu besonderer Vorsicht Anlaß gäben. Zunächst habe man mit

auffälligem Interesse dafür gesorgt, daß für alle SA-Le nte die vorgeschriebene Ausrüstung beschafft würde, dann habe man sich besonders in Schlesien mit großem Eifer bemüht, die Waffenlager der Reichs­wehr zu erfahren. Zwar habe die Reichswehr besondere Vorsichtsmaßregeln getroffen, wie z. D. die getrennte Lagerung von Gewehren und Schlös­sern, aber auch das zur äleberwindung dieser Schwierigkeiten gebotene fei veranlaßt worden. Besonders bedenklich mache auch die Feststellung, daß an wichtigen Stellen die Führer, die nicht ehemalige Offiziere waren, plötzlich durch ehe­malige Offiziere aus gewechselt wor­den seien. Alles das lasse darauf schließen, daß mit einem Handstreich zu rechnen sei. Frick, Goebbels und Strasser hatten die letzte Chance gehabt, sich legal in den Sattel zu sehen. Sollte sich nach Beendigung der Wahl Herausstellen, daß der Sieg Hitlers ausgeschlossen sei, so sei mit einem Losschlagen au rechnen. Ich gebe davon Kenntnis mit der Bitte um ent­sprechende Veranlassung."

Vom Reichsinnenministerium wird bestätigt, daß dieses Schreiben vom Reichsinnenminister an die preußische Regierung gesandt worden ist. Iedoch wird darauf hingewiesen, daß d i e Schlüsse, die anscheinend aus diesem Schreiben gezogen worden sind, nicht richtig seien. Der Reichsinnenminister habe lediglich Gerüchte wiedergegeben, die er von einem Gewährs­mann erhalten habe. Diese Gerüchte habe er nicht a u f seine Richtigkeit na chprü- f c n können, da er als Reichsinnenminister keine polizeilichen Befugnisse habe. Wie das auch schon in anderen Fällen geschehen sei, habe der Reichsinnenminifter daher das Material a n

Paris, 25. März. (WTB.) Der Senat nahm gestern nachmittag die Beratung des Dud- getvoranschlages für 1 932 in Angriff.

In der allgemeinen Aussprache forderte Sena­tor Berenger besondere Beachtung für die durch das Hoover-Moratorium ge­schaffene Lage. Etwa 2 Milliarden würden auf diesem Wege dem französischen Budget entzogen. Dom Ausgang der Lausanner Konferenz werde teilweise das Gleichgewicht der künftigen Budgets ab hängen, da die Zahlungen Deutschlands eine Einnahmequelle darstellen. Die Regierung müsse deshalb erklären, welche Hal­tung sie in Lausanne einnehmen wolle. Das Hoo­ver-Moratorium habe begonnen, den Begriff von der Heiligkeit der Verträge zu zerstören, und die Revisionspolitik gewissem Staaten trage nicht dazu bei, das internatio­nale Vertrauen wieder zu beleben. Hauptsache bleibe deshalb, für die Respektierung der eingegangenen Verpflichtungen zu forgeiL (Ministerpräsident Tardieu: Sehr gut I)

Jinanzminister Zlandin

betonte, daß Frankreich Wert darauf gelegt habe, auf die Tagesordnung der Lausanner Kon- f e r e n z d.e Lösung der die Welt beunruhigenden wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten zu sehen. Zur Reparationspolitik Frank­reichs sei zu sagen, daß Frankreich sich an die Schlußfolgerungen der Baseler Sachverständigen halte, die erklärt hätten, daß ein Verzicht auf die Reparationen nur bedeuten würde, die Last auf andere Schultern zu legen.Wir können auch nicht vergessen", fuhr Flandin fort,daß Frank­reich die Ausgaben für den Wieder­aufbau seiner verwüsteten Gebiete hat vor­schießen müssen. Alle Welt (!?) erkenne an, daß sogar eine Streichung der Repara­tionen und Kriegsschulden die Wirt­schaftskrise nicht lösen würde. Allgemeinere Lösungen sind notwendig. Zunächst muß man den langfristigen Kredit wiederherstellen und zu diesem Zwecke erreichen, daß die eingegange» nenVerpflicht ungen respektiert wer­den."

Tardieus Rem.

3m jScnat hielt heute nachmittag Ministerprä­sident Tardieu eine hochwichtige politische Rede, in der er auf die gestrigen Ausführungen von Se­nator Berenger und auf die heutigen Aus­führungen des Senators L e m e r h einging. 2c» m e r y kritisierte die Methoden des Völkerbundes und äußerte auch Zweifel an dem Gelingen der Abrüstungskonferenz.

Mindestens der deutsche und der sawjetrusfische Abrüstungsplan seien unannehmbar. Der fran­zösische Vorschlag fei logisch und praktisch. Das vertrauen in die Abrüstungskonferenz fei durch

Öen chinefisch-japanischen Konflikt erschüttert.

Das Bündnissystem sei nicht besonders glücklich, weil es letzten Endes doch zum Kriege führe. Deshalb müsse man die internationale Politik or­ganisieren, deren Grundlage die Entente cordiale zwischen England und Frankreich sei.

Ministerpräsident Tardieu stellte fest, sechs Monate lang seien in Paris und Gens Aussöh» nungsversuche Dom Völkerbund in einem Kon- flikt gemacht worden, der fast unlösbar schren, weil die Vereinigten Staaten dem Völker­bund nicht angehörten und weil England es nicht bebe sich im Fernen Osten festzulegen, ohne des Einvernehmens mit Amerika sicher zu sein Der Völkerbundsrat habe feinen Erfolg gehabt FeiIJn.an Teit 13 wahren daran gearbeitet habe,' bte Rolle des Völkerbundes zu verdünnen. 3m- merhin hätten auf den letzten Appell des Rats­präsidenten die Kanonen geschwiegen. Rachdem nach vielfacher Ansicht die Organisierung eines internationalen Machtfaktors nicht das erwartete Ergebnis gehabt habe, stehe man vor folgender Tatsache:

Entweder werde man auf den Völkerbund ver­richten, oder man müsse sich entschließen, diese

Organisation zu einer Realität zu machen.

Die französische Regierung glaube, dieses Pro- dlorn vollkommen in dem Projekt, das sie in der Abrüstungsfrage angebracht Habe, aufgerollt zu

dieLänderregierungen zur Prüfung und etwaigen Veranlassung weitergeleitet. Da­von, daß der Reichsinnenminister durch sein Schreiben die erst zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt erfolgten Haussuchun» gen und Beschlagnahmen bei der RSDAP. habe veranlassen wollen, könne somit keine Rede sein.

Die Tarifverträge nach dem 30. April.

Tic -lusfassunq des Reichsarbeitsmiuisters.

Berlin, 24. März. (WTB.) Hu der Notiz einer Berliner Zeitung, wonach in Aussicht genommen fein soll, d i e Laufdaucr der Lohntarifver­trag e für bestimmte Gewerbe durch Verordnung über den 3 0. April 1 9 3 2 hinaus zu ver­längern, weist das Reichsarbeitsministerium darauf hin, daß eine solche Maßnahme sich offenbar schor» deshalb erübrigt, weil die Parteien, wie schon jetzt mit Sicherheit anzunehmen ist, von der Kündigungsbefugnis» der Lohntarifverträge zum 30.April nur ausnahmsweise Gebrauch machen werden. Ein solches Verhalten entspricht auch der Auffassung des Reichsarbeitsministeriums. Nach der erheblichen Senkung der Löhne und Ge­hälter 'durch die Vierte Notverordnung erscheint eir^e erneute allgemeine Hera bse tzung nicht tragbar und bei der steigenden Bedeu­tung des Binnenmarktes für die deutsche Wirtschaft auch nicht wünschenswert. Be­rechtigt erscheint lediglich in einzelnen Berufszweigen die Anpassung der gegenüber dem allgemeinen Lohnstand noch überhöhten Löhne oder Gehälter. Bei der gegenwärtigen Lage Deutschlands sollte jedevermeidbareBeunruhigungdurch Tarifkündigungen unterbleiben. So­weit Aenderungcn erforderlich sind, sollten die Ver­handlungen der Beteiligten b a l b i g ft eingeleitet werden, um auch von der Lohnseite her die Voraus­setzungen für eine wirtschaftliche Belebung zu schaffen.

haben. Dieser Plan sei nicht die Politik einer Re­gierung oder eines Ministers, sondern die Po­litik Frankreichs. Wir verlangen, fuhr Tardieu fort, daß man dem Völkerbund eine Streitmacht zurDerfügung stellt, ferner politische Bedingungen insofern, als man den Völ­kerbund, wenn man ihm die Streitmacht zur Ver­fügung stellt, ihm auch eine geeignete Organisa­tion geben muß, um sich dieser Streitmacht zu bedienen. 3n Schanghai war eine internationale Streitmacht, und doch nützte sie nichts weil der Völkerbund nicht die Macht besah, sich ihrer zu bedienen. Der Arm existierte, aber das Gehirn, ihn handeln zu lassen, fehlte.

Tardieu ging dann zur Reparations­frage über. 3m Einnahmebudget von 1932 stünden 1 173 000 000 Francs, die der Wieder­aufnahme der deutschen Zahlungen am 1.3uli entsprächen, abzüglich der französischen Zahlungen an England und Amerika. Hoffentlich würden diese 1 173 000 000 Francs sich eines Tages auch in den französischen Kassen befinden, wie sie im Budget eingeschrieben seien.3n der Repa­rationsfrage", so fuhr Tardieu fort,ist Frank­reich zu freiwillig eingegangenen Angleichungen bereit, es lehnt aber die Verleugnung der älnterfchriften ab. Das bedeutet, daß wir auf der Lausanner Konferenz unsere Ansichten den Ansichten der anderen anzunähern haben, aber mit dem Willen, fest zu bleiben, weil dies unser Recht ist und weil wir, da wir die Sicher­heit von morgen auf der Unterschrift aufbauen wollen, nicht die Abkommen von gestern, die auf der Unterschrift begründet sind, zerbrechen lassen wollen."

Frankreich wird bis zum Ende für die Respek­tierung der Anterschriften einfreten, aber nie­mals zulasten, daß die Unlerschrift auf irgendein Gewinn- ober Verlustkonto geschrieben werden könnte, wie irgendein eingefrorener Kredit. Wenn nicht während der zwei Monate bis zur Lausanner Konferenz Maßnahmen ergriffen werden, können ernste Ereignisse eintreten.

Die Länder Mitteleuropas befinden sich gegenwärtig im Zustand des Moratoriums. Man muß also schnellstens für die Rettung Mitteleuro­pas etwas tun. Wir haben Vorschläge gemacht, über die Verhandlungen eingeleitct sind. Mit Eng­land nehmen sie einen guten Verlauf. Mit Deutschland und I t a l i e n verhandeln wir im Geiste des europäischen Wiederaufbaues und ohne politische Hintergedanken.

Englisch-französische Verhand­lungen über den Donauplan.

Paris, 25. März. (WTB.) Havas bestätigt, daß Ministerpräsident Tardieu gestern eine Mitteilung der englischen Regierung betreffend den französischen Plan der wirtschaftlichen Re­staurierung der Donauländer erhalten und hier­auf bereits geantwortet habe. Wahrscheinlich werde T a r b i e u in allernächster Zeit mit Mae- donald und Sir 3ohn Simon zu einer Besprechung über diese Angelegenheit zusammen­treffen. Damit würde die Möglichkeit einer spä­teren Aussprache zwischen M a c d o n a l d, Brü­ning, G r a n d i und Tardieu nicht ausge­schlossen. Möglicherweise werde dann die Be­gegnung zu Vieren in Genf erfolgen, wenn anläßlich der Wiederaufnahme der Ab­rüstungskonferenz die Außenminister der ver- fchiedenen Länder dort versammelt seien.

Litauische Spiegelfechterei.

K o w n o , 24. März. (WTB.) Der litauische Innenminister brachte in seiner heutigen Er­klärung noch zum Ausdruck, daß der Kriegs,zu- st and i m M e m e l g e b i c t bereits in aUer= nächster Zeit aufgehoben und daß das bereits vor längerer Zeit angekündigte Gesetz zum S ch u tz d e r Republik erlassen werden würde. Zu dieser Mitteilung ist zu bemerken, daß das Republlkschutzgesetz noch wesentlich schärfere Bestimmungen enthalt, als das Gesetz über den Kriegszustand, so daß für das Memelland praktisch. keine Erleichterung der Lage Eintreten wird.

'Ißic demMemeler Dainpfboot" aus Kowno ge°

Tardieu gegen die Tribulstreichung.

pessimistische Ansicht über den Völkerbund und die Abrüstungskonferenz.

meldet wird, ist mit einer neuen Auslegung des Artikels 76 des litauischen SejMwahl » gesetzcs zu rechnen. Die R-e ft ft i m m e n sollen nämlich bei den Wahlen nicht mehr, wie bisher, den Parteien zufallen, welche die meisten Stimmen aufgebracht haben, sondern sie sollen auf eine Minderheiten Partei vereinigt werden kön­nen.

Oie Lappo-Bewegung in Finnland verboten.

Helsingfors, 24. März. Der Innenminister hat heute die L a p p o - B e w e gun g als illegal verboten.

Aus oller Well.

Lin Wal in der llnkerclbe gestrandet.

Hamburg, 26. März. (ERB. Funkspruch.) Ein Wal von ungefähr 12 000 Pfund wurde gestern in der Elbmündung von einem Bergungs­dampfer gesichtet. Der Wal war zwischen den Staaken bis unter Land auf Grund geraten und bemühte sich vergeblich, wieder loszukommen. Der Bergungsdampfer fuhr bis auf- 50 Meter auf das mit dem Schwanz wild un^sich schlagende Tier heran, setzte ein Boot mit zweD'Mann aus, die mit Unterstützung von zwei Mann an Land mit äußerster Vorsicht eine schwere Kette und eine starke Stahlklinge langsam unter den Schwanz des Tieres gleiten ließen. Rach vielen Ver­suchen gelang es, eine Verbindung von dev Schwanzflosse zum Bergungsdampfer herzustellen. Rach dramatischem Kampf zwischen dem Ber­gungsdampfer und dem Wal behielt ersterer die Oberhand. Rach fünfstündiger Reise traf der Dampfer in Cuxhaven ein, allerdings war das Tier, dessen Kopf lange Zeit unter Wasser schleifte und durch die Verschiebungen der Gleich­gewichtslage unfähig war, sich zu bewegen, erstickt. Der Bergungsdampfer setzte mit dem Wal im Schlepptau die Reise nach Hamburg fort, wo er heute erwartet wird.

Graf Zeppelin" zur Rückfahrt aufgeftiegen.

P e r n a m b u c o, 26. März. (WTB. Funkspruch.) G r a f Ze p p e l i n" ist heute 0.58 Uhr zur Rück - fahrt aufgeftiegen.

Brokat geht auf Urlaub.

Berlin, 26. März. (ERB.) Der Direktor der Berliner Verkehrsgesellschaft Brokat, der bei seiner Zeugenvernehmung Jm Sklarek-Prozeß nicht vereidigt worden war, hat den Aufsichtsrat der BVG. um Beurlaubung gebeten, bis das gegen ihn schwebende Untersuchungsverfahren zu Ende ge­führt sei.

1 Million Mark Strafe für kaffeefchmuggel.

Dortmund, 24. März. (WTB.) 3m Laufe der Ermittelungen zu einem von der Dortmunder Zollfahndungsstelle aufgedeckten Kaffee- schmuggel hat einer der Hauptbetsiligten in Dorsten einen Schmuggel von 123 000 Kilo Roh­kaffee und damit eine Zollhinterziehung von 175 000 Mark eingestanden. Daraufhin wurde von dem zuständigen Hauptzollamt gegen ihn eine Geldstrafe rechtskräftig festgesetzt, die sich ein­schließlich Wertersah für den geschmuggelten Kaffee auf 825 000 Mark beläuft. Außerdem muß der hinterzogene Zoll in Höhe von 175 000 Mark nachgezahlt werden.

Drei Skifahrer tot im Groß-Glockner-Gebiet aufgefunden.

Innsbruck. 24.März. (WTB.) Im Groß- Glockner-Gebiet wurden gestern zwischen Riffltor und der Oberwalderhütte von einem Knecht der Hütte zwei Männer und eine Frau, die sich bei Rebel und Schneetreiben in diesem unübersicht­lichen Gletschergebiet verirrt hatten, .tot aufge­funden. Ein vierter Teilnehmer der Partie gab noch Lebenszeichen und wurde auf die Oberwal­derhütte gebracht, wo an ihm schwere Erfrierun­gen festgestellt wurden.

Ein Dorf durch Feuer zerstört.

K a s ch a u , 24. März. (WTB.) der Gemeinde V o l i c a wurden durch einen Brand 13 Wirt- sckiaftsgehöfte samt Inventar zerstört. Ein Teil des Viehbestandes wurde ein Raub der Flammen. Gegen 70 Personen sind obdachlos. Ein Bettler, der im Verdacht steht, den Brand aus Rache gelegt zu haben, wird von der Gendarmerie verfolgt.

Neun Obdachlose in einer Scheune verbrannt.

Reval, 24. März. Beim Brand einer Scheune, die von Obdachlosen als R a ch t- quartier benutzt wurde, tarnen neun Men­schen in den Flammen um. Es ist möglich, daß unter den Trümmern noch mehr Leichen ge­sunden werden.

Schwerer Zugzusammenstoß in Rumänien.

Budapest, 26. März. (WTB. Funkspruch.) Wie das Ungarische Telegrapyen-Korrespondenzbüro mel­det, stieß der von B r a i l a nach B u k a r e st ab­gefahrene Schnellzug heute nacht in der Nähe der Station Baldonivesci mit dem Personen- z u g GalatzBraila zusammen. Die Lokomotive, sowie sämtliche Wagen beider Züge wurden erheb­lich beschädigt. Nach den bisherigen Feststellungen erlitten 20 Passagiere schwere Verletzun­gen. Die Zahl der Toten konnte noch nicht fest- gestellt werden. Ein Bahnbeamter und der Loko« motioführer des Schnellzuges wurden verhaftet: letz­terer soll den Zug trotz des Haltesignals weiter­geführt haben.

Wettervoraussage.

Von der neuen Atlantikstörung erstreckt sich ein Ausläufer nach Frankreich, der dort zu Nieder­schlägen und Milderung führt. Auch in unserem Ge­biet wird sich fein Einfluß bemerkbar machen so daß durch das Aufkommen von Bewölkung die nacht- lichen Strahlungsfröste zurückgehen und die Tem­peraturen sich mehr ausgleichen. Dabei dürfte das Niederschlagsfeld über Frankreich auch bis in unser Gebiet vorgreifen. Durch den Druckfall über dem Atlantik wird sich jetzt mehr und mehr eine Zufuhr ozeanischer Luft entwickeln, so daß später weitere Milderung einsetzen dürfte und die Möglichkeit zu erneuten Niederschlägen besteht.

Aussichten für Sonntag: Uebergang zu milderem Wetter, namentlich nachts, zunehmende Be­wölkung und später Niederschläge.

Aussichten für Montag: Wechselnd wol­liges Wetter, im ganzen mild, vereinzelte Nieder- schlage.

Lufttemperaturen am 25. Marz: mittags 6,5 Grad Celsius, abends 0,6 Grad; am 26. März: morgens 3,3 Grad. Maximum 6,7 Grad, Minimum6,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. März: abends 4,8 Grad: am 26. März: morgens t Grad Celsius. Sonnenscheindauer 9# Stunde^

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