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25.11.1932 Frühausgabe
 
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Kriminalroman aus der Wirklichkeit.

Berlin. 24. Roo. (321.) Amtlich wird mit- geteilt:Der Herr Reichspräsident empfing am Vonncrstagna6)miltag den Führer de, Zentrums, Prälaten 6 aas, zu einer Aus­sprache über die Zrage der Möglichkeit einer Mehr- Heilsbildung im Reichstag. Die Besprechung wird am Zreitagnachmittag fortgesetzt."

W.e die Teiegraphen-Union erfährt, wurden auch die anderen Parteiführer noch am heutigen Donnerstagabend zu dieser Jrage gehört. Lei diesen Besprechungen läßt sich der Reichsprasi- dent durch Staatssekretär Meißner vertreten. Es sind hu gen berg für die Veutschnationalen, Staatsrat Schäffer für die Bayerische Volkspar- tei und D i n g e t d e y für die Deutsche Dolkspartei zu dieser Besprechung gebeten worden.

Wicken, Chrysantemen, Lilien und viele, viele an­dere verbieten sich also automatisch. Aber es blei­ben immerhin noch genug Blumen übrig, und wenn Stefan in das Blumengeschäft geht, in dem man tbn bereits kennt, so offeriert man ihm gleich das Richtige. Er ist der Herr mit demBlumenstrauß in der Aktentasche", wie man ihn nennt.

Den konnte und es ist anzunchmen, daß er auch heute noch an diese Möglichkeit glaubt.

In Zentrumskreisen steht man auf dem Stand- Punkt, daß, nachdem Hitler Verhandlun­gen über d ie Bildung einernationa­len Konzentration überhaupt nicht geführt habe, der Versuch zu einer Sammlung der ausbaufähigen Kräfte im Volke unter al­len Umständen gemacht werden muffe. Demzufolge werde auch Prälat Kaas diese Auf- gäbe übernehmen. Es sei jedenfalls ausge­schlossen, daß der bisherige Regie­rung s k u r s noch weiter fortgeführt werden könne, da sich das bisherige Kabinett zu einem ausgesprochenen Kampfkabinett hrrausgcbildet habe, das keinerlei Autorität im Volke besitze und demzufolge auch weder im Inlande noch im Auslande Vertrauen habe. Prälat Kaas wird nunmehr dieFühlungmitanderenPar- teien aufnehmen und Freitag dem Reichs­präsidenten Bericht erstatten.

D:e Aussichten einer Mehrheitsbildung unter führender Mitwirkung des Zentrums wer-

Der Zentrumssührer Or. Kaae wird die Fühlungnahme forisehen.

Sind alle Möglichkeiten einer parlamentarischen Mehrheitsbildung erschöpft?

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mit wrrd nach Auffassung politischer Kreise nicht nur zugegeben, daß Eitler keine Beden, k e n gehabt hat, sich über den Reichstag hinweg- zusetzen, sondern daß er auch den W e q zum Prasidialkabinett für möglich hlelt. Umsomehr hätte dec Führer der NSDAP, dem Er. suchen des Reichspräsidenten entsprechen müssen. Hitler aber verlangte die bedingungslose Betrauung mit dem Kanzleramt und wollte noch seiner Ernennung erst Die Auseinander­setzung mit dem Reichstag beginnen. Das ist ein Weg, den der Reichspräsident ^nickst einem Partei­führer, vielmehr nur einer über den Parteien stehenden Persönlichkeit seines besonderen Ver­trauens öffnen kann.

bildenden Regierung gleichgültig unter welcher Führung dii.se Regierung auch stehen möge mit aller Entschiedenheit abgelehnt hab.n, verspricht sich der Herr Reichspräsident von weiteren schriftlichen oder mündlichen Er- orterungen über diese Fragen keinen Erfolg.

Unabhängig hiervon wiederholt der Herr Reichspräsident aber feine Ihnen in der letzten Besprechung am Montag abgegebene Erklärung, daß seine Dür jederzeit für Sie offen fte^ unb wird immer bereit sein. Ihre Auffassung zu den schwebenden Fra- gen anzuhören,' denn er will die Hoffnung nicht aufgeben, daß es auf diesem Wege mit der ;vS ch noch gelingen werde, Sie und >»yre Bewegung zur Zusammenarbeit mit allen anderen auf bauwilligen Kräften der Ration zu gewinnen.

Mit dem Ausdruck vorzüglichster Hochachtung verbleibe tch, sehr verehrter Hitler, Ihr sehr ergebener ge4.: Dr.Meißner.

Ein letztes Schreiben Hitlers.

Hitler hat darauf am Donnerstagnachmittag an Staatssekretär Dr. Meißner folgendes Schreiben gerichtet:

Indem ich Ihr Schreiben, das die Ablehnung meines Vorschlages zur Lösung der Krise durch den Herrn Reichspräsidenten enthält, zur Kenntnis nehme, muh ich abschließend noch ein paar Fest­stellungen treffen.

1. Ich habe nicht den Versuch der Bildung einer parlamentarischen Mehrheitsregierung für aus­sichtslos gehalten, sondern ihn nur infolge der daran geknüpften Bedingungen als unmöglich be- zeichnet.

2. Ich habe darauf hingewiesen, daß, wenn Bedingungen gestellt werden, diese in der Verfassung begründet sein müssen.

3- Ich habe nicht die Führung eines Präsidial- köbinetts verlangt, sondern einen mit diesem ® e 9 r ' f f in feinem Zusammenhang st e henden Vorschlag zur Üösung der deut­schen Regierungskrise unterbreitet.

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Di, einzelnen J vberbessen fint an den Betrögen beledigt^

1857,39 Marl, 11 8 Alsfeld: 2012 Teber 30 AarkiKreirBÜd' Mark, 11 Kassen - 99 3.366 Teber = 1136,37 1 Kreis Lauterbach:

2 Staffen - 7 Mark: Kr -- 294,57 Mark, 8 Kass wurden also In Dbtr ztben.

Zu den genannten ' r :iimme von 16 688,95 i jener 1500 Mark bei spende aus der Staat t:m Tabenkchen der L kUMnheim.

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- Aus dem toitb und grschrirb: zrcitag.AbvnnrMnt halung des tzchausl von Divrnson. 6pie Tevvhniiche Preise, i tag M Feier des T'.ab'ibealers Qielkn Gin bdonbciä auägeb tytetncMinfi lh fwa oc.Msen, Lin thlci «ine «M? OOubxt Dom grämten1 unter Leitung bei In s'cht neben Anfprachei

Die dieSU. aus unterrichteten Kreisen hört, panbette es sich bei dem Empfang des Prälaten Kaas durch den Reichspräsidenten darum, daß der Reichspräsident, nachdem Die Verhandlungen mit dem Führer der größten Reichstagsfraktion g.scheitert sind, nun auch noch mit dem Führer Der zweitgrößten Fraktion von denjenigen Parteien, die für die nationale Konzentration in öragc kommen, die Fühlung ausnehmen wollte, um mit ihm darüber zu beraten, ob nicht doch noch eine Möglichkeit besteht, diese nationale Konzentration zu verwirklichen. Der Reichspräsident dürfte mit Kaas darüber ge- sprochcn haben, ob dieser es noch für möglich halt im Reichstage eine Mehrheitskoalition zu- standrzubringen und 'dürfte.gefragt haben, ob Kaas es sich zutraue, für diese Aufgabe eine vermittelnde Rolle zu übernehmen. Kaas hat bereits bei dem ersten Empfang durch

den in politischen Kreisen natürlich keineswegs sehr hoffnungsvoll beurteilt. Um so mehr zeigt der Empfang des Prälaten KaaS, wie ernst der ReichspEdent bemüht ist, auch die letzten Möglichkeiten einer Parlamentär i- x s ngzu prüfen Die Frage, was wer- oen wird, wenn diese Bemühungen negativ auS- aehen, ist vorläufig nur Kombinationsstoff. Man rann nur D;e Entscheidung des Reichspräsidenten abwarten, die voraussichtlich noch für Ende Der Woche zu erwarten ist.

Oie Deutsche Dolkspartei zur Lage.

® «>»». »1 SerBarteioorftanb

m ???- » )rP feine« heutigen Sitzung den Bericht des Parteiführers, Abgeordneten Dingel- dey über die Verhandlungen mit dem Reichs­präsidenten und verschiedenen politischen Persönlich- keiten entgegen und hat dann zur politischen Lage folgendes beschlossen: Die Deutsche Volkspartei war und ist angesichts der ernsten Lage Des Vaterlandes bereit, mit allem (frnft und ohne par­teipolitische Engherzigkeit für eine Zusammenfassung aller aufbauroU- ligen nationalen Kräfte zu wirken. Six dankt dem Herrn Reichspräsidenten dafür, daß er im gleichen Sinne seine Bemühungen bis zur äußersten Grenze eingesetzt hat. Die DBP. verurteilt die Ablehnung des national­sozialistischen Führers umsomehr, als er auchnichtdengeringstenVersucheiner fachlichen politischen Verständigung mit oberen Parteiführern gemacht hat. Die DBP. wird dem Herrn Reichspräsidenten in treuer Verbundenheit bei seinen weiteren Entschei­dungen folgen.

Besprechung zwischen Hitler und Huoenbero.

® e r U n. 24. Nov. (CNB.) Die Pressestelle der N-vDAP. teilt mit: Nach vielen Monaten hat neben Besprechungen mit Den Führern anDerer Parteien heute auch wieder eine Besprechung Adolf Hitlers mit Dem Führer Der Deutsch- nationalen Dolkspartei, Geheimrat H u gen berg, ftattgcfunDen. Wie DieTelegraphen'Union" weiter erfährt, hat am Donnerstagnachmittag auch eine persönliche Unterredung zwischm Adolf Hitler und Dem Vorsitzenden der Bayerischen Volkspartei, Staatsrat Schäffer, stattgefunden.

Deutsches Jischerei-Gchuhboot auf der Themse.

Offiziere und Mannschaften des deutschen Fische- rei-schutzbootesWeser", Das gegenwärtig auf Der Themse gegenüber GravesenD vor Anker liegt, statteten Der englischen HauptstaDt einen Besuch ab. Der auch einer Besichtigung Des Tower gewidmet mar. Es ist das erstemal seit Dem Kriege, daß ein deutsches Marinefahrzeug auf Der Themse ankert.

ben Ausdruck meiner Hefen Ergebenheit über­mitteln zu wollen.

Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr sehr ergebener (gez.) Adolf Hitler.

Göring über das Scheitern der Verhandlungen.

Eine Pressekonferenz beim ReichstagSpräsidenkcn.

Berlin, 24. Noo. (CNB.) Reichstagspräsident woring empfing Vertreter Der in- unD ausländi- frf)en Presse, um als politischer Beauftragter Adolf H.tlers den Standpunkt der nationalsozialistischen Führung ju der jetzt gegebenen Situation darzu- legen. Er jagte, vor dem 20. September hätten sich bessere Aussichten einer Mehrheitsbildung ergeben als jetzt. Damals aber sei der Auftrag nicht erteilt roorben, während der Reichspräsident jetzt eine Mehrheitsbildung verlangt habe. Dar­aus ergebe sich die Frage, wie weit wirklich die ernste Absicht bestanden habe, ein parlamen­tarisches Kabinett zu bilden, oder ob es nicht darauf angekommen sei, Die Unmöglichkeit Der parla­mentarischen Mehrheitsbildung festzusteUen, um Da­mit Den GrunD für Die Erklärung eines Notstandes unD die N e u b 11 d u n g eines Präsidial- fabinetts zu haben. Göring bestritt, twß Hitler und die übrigen Parteiführer Die Vorbehalte Des ReachspräsiDenten bereits grundsätzlich anerkannt batten z. B. in Der Frage Des Dualismus zwischen Jteicb und Preußen. Schon Dieser präsidiale Vorbe­halt hatte nach nationalsozialistischar Auffassung Die Mehrheitsbildung verhindert. Ebenso sei Der Vor­behalt wegen Der Besetzung des Reichswehr, unD Des Reichsaußenministeriums eine Einschränkung Der Rechte unD Der Verantwortung Des Reichs­kanzlers. Reichstagspräsident Göring wandte sich weiter Dagegen, Daß Adolf Hitler nicht Der volle unD freie Auftrag zur Bildung eines Mehrheitskabinetts gegeben worden sei, Der sie allein möglich gemacht haben würde. Dem Führer Der nationalsozialistischen Bewegung fei Die Vollmacht versagt roorDen, Die bisher bei jeder anderen Kabinettsbildung erteilt roorDen sei. Außerdem habe Der Reichspräsident gegenüber Adolf Hitler Durchblicken lassen, daß das persönliche Vertrauensverhältnis nicht gegeben sei. Bei Dem Abschluß Der Verhandlungen zwischen dem Reichspräsidenten unD Adolf Hitler sei Die Tür noch n.djt vollkommen zugesch'.agen. Jedes andere Kabi­nett aber werde von Der NSDAP, ebenso schar de- kämpft werden, wie Das Kabinett Papen.

Eine Erwiderung der Reichskanzlei.

Der Blumenstrauß in der Aktentasche.

Den Katta Launisch.

Babette hatte einen reizenden Freund, Den sie totefan nannte. Es war nicht genau herauszubekom men, ob er wirklich Stefan hieß. Am Ende hatte er einen weit gebräuchlicheren Namen, und nur 'Ba­bettes heißes Herz hatte ihm Den Namen Stefan

gelegt, weil er sich für alle Aeußerungen Der Zuneigung und Freundschaft besser eignet als bei­spielsweise Kurt. y

Stefan war groß und blond dazu verpflich. tete ihn fern Name, wenn es auch nur ein anae- nomineller mar. Er trug gute Anzüge, bessere Sd)ube und ein tadelloses Benehmen zur Schau und diese Dreiheit entzückte Babette auf gleiche Weise. Was er jedoch nicht zur Schau trug, das r. seine, nun also, seine Seele, und auch das ent- 3muc Babette ungemein, daß er sie nicht uir Schau trug, nämlich.

Wohlgemerkt: Es handelte sich um Die äußerliche Zurückhaltung. Innerlich glühte Stefan, und wenn er mit Babette allein war, Dann schmolz Stefans Zurückhaltung, er wurde gefühlvoll und manchmal sogar ein wenig zärtlich.

Niemals jedoch schmolz sie im Beisein anderer am wenigsten jedoch vor den Augen Der breiteren veffcntlirtjreit. UnD noch heute, wo Babette und Stefan langst verheiratet sind, hat sich in dem Be­nehmen totefans nichts geändert.

xS» jener Zeit jedoch, als sie noch nicht verhei­ratet waren, und als Stefan sich um Babette be- muhte, ja, man kann schon beinahe sagen, als er um sie warb, hatte Babette den begreiflichen Wunsch aller grauen in dieser Situation: verwöhnt zu werden. Verwöhnen aber heißt. Abholen, hinbrin- gen, anrufen, Dreimal am Tage fragen:Wie geht

""d "?ch vieles Aehnliches. Außerdem aber heißt Verwohnen: Schenken, und zwar schen- ken in allen Formen. Keine Kleider natürlich ohne Schmuck oder Derartige Dinge, an Die junge MäD- chen die Babette heißen, nicht denken, sondern schenken in Den Grenzen, in Denen eben geschenkt »irb, wenn man Diese Grenzen beachtet.

Im Verwöhnen nun, Das muß man wirklich sagen, war Stefan ein Meister. Er brachte Konfekt aller «orten und Gattungen, er brachte alte Stiche Den Amenophis in jeglicher Gestalt, er brachte- aicr, er brachte ein wunDerschönes, neues ^chreib-

eiK*nVJl' nl9 er lehr kühn wurde, brachte er eine Handtasche aus weißem Leder.

®ns_c*» ledoch niemals brachte, waren Blumen. Kem Wunder also, daß Babette sich gerade Blu­men mit einer immer steigenden Leidenschaft von ihm wünschte. Erst blieben diese Wünsche stumm nur em wehmütiger Blick, wenn Stefan wieder blumecklos erschien oder eine steigende Gleichgültig­keit gegen die anderen Geschenke mußte ihm zei­gen, Daß irgend etwas nicht in Ordnung war. Ja, das mußte er fühlen, wenn er Den Namen Stefan mit Recht tragen wollte. Also fühlte er es und er fragte. Und da er fragte, antwortete Babette.

CJa , sagte sie zum Beispiel,Stefan? sieh mal id) hebe Blumen so leidenschaftlich! Nur ein paar -bösen oder ein paar Nelken oder meinetwegen ein bunter Herbststrauß, aber ich habe sie viel lieber als Konfekt ober sogar als den wunderbaren Stich vom ---chloß, den ich gestern abend bekam!"

Ja, und so kam Die Wahrheit heraus. Nämlich, Daß Das nut Stefans zurückhaltender Seele und mit Dem Nicht-zur-Schau stellen seiner Gefühle zu­sammenhing. Denn Stefan sagte kurz und bündig, daß es ihm unmöglich sei, wirklich ganz unmög­lich, mit einem in weißes Seidenpapier eingewickel­ten Blumenstrauß über die Straße zu gehen.

Es ist mir unmöglich, Babette", sagte er mit rate[?r V trauriger Stimme,ich habe Das Wcfubl Dafj mich alle Menschen ansehen unD mich lächerlich finden. Sie denken: Seht doch nur Den alten Esel! Geht zu seiner Liebsten mit einem gro­ßen Blumenstrauß!" Und obgleich ich nichts, also gar nichts Dabei finDe, seiner Freundin Blumen zu schenken ich kann es nicht ertragen, daß Die Leute an meinen Gefühlen teilnehmen, und Daß sie durch irgendeine äußere Geste von mir erraten können wie ich lebe oder was ich fühle!"

Die Erklärung war ziemlich verständlich, aber sie änderte gar nichts an Babettes Traurigkeit, viel, mehr steigerte sie ihren Wunsch nach Blumen ins Unermeßliche.

Und Da Stefan Dies merkte, so geschah es, daß er eines Abend mit einer besonders dick gepackten Aktentasche bei Babette erschien. Er öffnete sie und entnahm ihr ein langes, schmales, mehrfach ein­gewickeltes Paket, Das sich nach einigem Auspacken als fünf rote Rosen erwies. Zwar waren sie ein wenig geDrürft, versteht sich, aber sie erholten sich bald, und so war Der Ausweg gefunDen.

Von nun an schenkte Stefan Blumen aus Der Aktentasche, unD wenn ich recht orientiert bin, hon» 1 pelt er noch heute so. Zwar ist er in Der Wahl be-

schrankt zum Beispiel dürfen seine Blumen nie * langer sein, als die Länge seiner Aktentasche es verträgt, nicht Dicker, als daß str sich nicht mühelos in Der geschlossenen Aktentasche unterbringen ließen.

fern Zweck hatte Der Winkelkonsulent Sch, Der mit Zum Bunde gehörte, beim Amtsgericht Berlin- Mitte eine große Anzahl SchulDtitel unter betrüge- rischen Vorspiegelungen erworben und brachte diese bei den jeweils gestohlenen Wagen zur Anwendung. War man mit einem gestohlenen Wagen irgendwo in Der Provinz angekommen, so lief Sch. auf Das Amtsgericht, gab sich als RechtsbeistanD desGläu­bigers E. aus, ließ Den Wagen Des Besitzers K. beschlagnahmen, und versteigerte ihn sofort. Das Amtsgericht glaubte natürlich immer, daß der Schuldner von Dem Gläubiger zum Berkaus des Wagens gezwungen wurde und leitete diese risiko- lose Versteigerung selbst in Die Wege. Hatte Die Sadje geflapppt, Jo stahl man am selben Tage in Der betrcffenDen StaDt ein neues Auto, wenn nicht E s Wagen noch mitgenommen rourDe, unD fuhr Damit nach Berlin zurück. Dieser Privatwagen Des r htzt in einer Garage sichergestellt unD gleichzeitig eine von E. und seiner Frau unter sal- |d)cm Namen gemietete Wohnung besch'agnahmt. jrau E. hatte auf Betreiben mehrerer Gläubiger einen DffenbarungsciD geleistet. Nachher stellte sich aber heraus, Daß sie ihre Wohnungseinrichtung nicht, wie angegeben, verkauft, fonhern In dieser gemiete­ten Wohnung untergestellt hatte, so daß gegen sie eine Anklage wegen Meineides eingeleitet wird. Im Zusammenhang mit diesen Autosiyiebungen ist in Den lefiten Tagen außer E. auch ein Gerichtsassessor fluchtig geworden, Der im VerDacht steht, mit Dem inzwischen verhafteten Sch. zusammengearbeitet zu haben. Dieser Assessor war im Rahmen seines Aus- bilDungsganges am Berliner Kammergericht einem Rechtsanwalt als Hilfsarbeiter zugeteilt worden.

4. Ich habe zum Untersch.ed anderer unentwegt die Notwendigkeit eines in Der Verfassung begrün­deten Zusammenarbeitens mit Der Volksvertretung betont unD ausdrücklich versichert, nur unter solchen gesetzmäßigen Voraus­setzungen arbeiten zu wollen.

5. Ich habe nicht nur feine Parteidifta- tur verlangt, sondern war, wie im August dieses Jahres, fo n u d) j e ß t b e r c i t, m i t a l (e n anderen Dafür in Frage kommenden Parteien VerhanDlungen zu führen, um eine Basis für eine Regierung zu schaffen. Die e . Verhandlungen mußten erfolglos blei­ben, weil an sich die Absicht bestand, das Kabinett Papen unter allen Umständen a l s Prasidialkabinett.zu halten.

Es ist daher auch nicht nötig, mich zur Zusam­menarbeit mit anderen aufbauwilligen Kräften der Motion gewinnen zu wollen, da ich dazu trotz cinDunccn schon in diesem Sommer alles mir Mögliche getan habe. Zch lehne es aber ab, in diesem Präfidialkabinett eine arbeitsfähige Kraft zu sehen, und ich habe ja auch in der Beurteilung der- tlgkeit und des Mißerfolges der Tätigkeit dieses Kabinetts bisher recht behalten.

6. Ich habe aus dieser Erkenntnis heraus auch innner gewarnt vor einem Experiment, das am ©ulc zur nackten Gewalt führt und daran auch scheitern muß.

7. Ich war vor allem nicht bereit und werde auch in Zukunft niemals bereit sein, die von mir geschähe e leuxgung anderen Gn.c.effen z -rDer- lua.ung zu stellen als Denen des deutschen Volkes. Idj fühle mich Dabei verantwortlich mit meinem Ge- toiffen, der Ehre der von mir geführten Bewegung unD der Existenz der Millionen deutscher Men- Ichen, die Durch Die politischen Experimente Der zwangsläufig einer immer tociter- Lecheneen B.ie enöung entgegengeführt wurDen

3m übrigen bitte ich, feiner Exzellenz, Dem -jerrn Reichspräsi Deuten, nach wie vor

Tonfilm: z,öer schwarze Husat^.

Der Film ist typisch für die Produktion der ilfa: er hält genau Die Mitte zwischen historischer Episode und Kostüm-Operette: er bringt eine hei­tere, verwirrende und Dennoch durchsichtige Lust- spielhanDlung vor geschichtlichem Hintergründe und das Drehbuch enthält alles, was in seiner Wirkung auf das Publikum tausendfach erprobt ist: viel Liebe, viel Uniform, Flucht und Der- folgung, ein bißchen Gesang, romantisches Idyll, volkstümlichen Humor und handfeste Spannung. Das Ganze von Gerhard Lamprecht geschickt und mit großzügigen Mitteln inszeniert. Sehr malerische Landschastsbilder: weiträumig.'s. durch- brochenes Gelände, wie geschaffen für Die schwung­voll dahingaloppierenden französischen Kürassiere und die Braunschweiger schwarzen Husaren mit Dem Tvtenkops am Tschako. Aber das Beste an diesem Film ist die Besetzung. Conrad Veidt als Der abenteuerliche Husar, der so auf eigene Faust in Den Krieg zieht und auch an Der Liebe nid)t vorbei reitet, wenn sie am Q£ege steht: es ist immer eine Freude, ihn zu sehen: knapp, mann- sich, ritterlich und von gesundem Humor. Das ist bestimmt eine Rolle nach seinem Herzen, Die Ilmform sitzt ihm blendend, und wenn er an­fangt polnisch zu redenDobje, dobje', geht allen alten Soldaten das Herz auf. Seine Part-

^arie-ßuife heißt in Wirklichkeit Mady E y r l. st i a n s und ist eine unserer liebenswer- teßen unb kultiviertesten Schauspielerinnen: man muß sie auf Der Bühne gesehen haben, um sie

Pom men zu würdigen. Albach-Retty ist mit Glück aus der Operette in diese etwa- seriöse­ren Bezirke herübergewechselt. Urfula Drab- e $ ~ pvin jüngsten Berliner Rachwuchs furchtbar niedlich als Brigitte. Wall bürg scheint von Film zu Film an Leibesumfang zu­zunehmen. hat aber nichts von seiner ange­borenen Beredsamkeit eingebüßt Außerdem: ® 0 k ßke, Hadank, Stein, Chmara. Die Musik stammt von Eduard Kunneke. Der sich

Operette die Sporen verdient hat. Der läuft seit gestern im neuen Programm des Lichtspielhauses. -r-

Der kürzlich in Berlin wegen fortgesetzten Auto- Diebstahls verhaftete, bisher Durchaus angesehen- Eafetier E. hat, wie Die Untersuchung ergab, gis Berufsverbrecher großen Stils zu gelten. In Der Hauptsache beschäftigte er sich als Organisator un­zähliger AutoDiebstähle, unD nebenbei befaß er zwei gutgehenDe Casss. Diese beiDen Lokale hatte er kurz vor seiner Flucht an zwei Kellnerverkauft". Die nunmehr als Direktoren fungieren, aber es bc> fteßt Der VerDacht, Daß Diese Verkäufe keine recht­liche GrunDlage besitzen. Die von E. geübte Me­thode, um Die gestohlenen Wagen möglichst vorteil­haft zu verkaufen, konnte nicht gerissener ausgeDacht roerDeX An jeDem Wagen wurDen 1000 bis 3000 Mar: verDient unD Die Einnahmen müssen recht be­trächtlich gewesen sein, Denn bisher wurden in 12 Deutschen StäDtcn 160 schwere Wagen aufgetrieben. Die auf Diese eindringliche Art vertäust worden waren. Der Einfachheit halber ließ man die Wagen in Der Provinz amtsgerichtlich versteigern. Zu Die- fern Zweck hatte Der Winkelkonsulent Sch, Der mit

olle zu übernehmen.

.----- ersten Empfang Durch

Hindenburg den Standpunkt vertreten. Daß eine Mehrhei t im Reichstag Den könnte unD es ist anzunehr

Berlin, 24.Rov. (ERB.) Amtlich zu dem verpfentlichten Briefwechsel mit Hitler noch Darauf hingewiesen, daß der Reichspräsident Ä für ^ine Pflicht gehalten habe, Hitler den bekannten Auftrag zu erteilen, da Hitler den Gedanken einer Mehrheitsbildung in seiner ersten ,Bespred)ung mit dem Reichspräsidenten nicht zurück gewiesen ßit, sondern sogar iniu^« sicht stellte, eine Mehrheit für ein Ermächtigungsgesetz z u gewinnen. Bon nationalsozialistisd>er Seite wird nun be­hauptet, dieser Auftrag sei nicht ehrlich ge­wesen, sondern habe durch Die bekannten Be­dingringen unmöglich gemacht werden TolltN. Dazu wird amtlia> erklärt, Daß das Wort»Bedingungen"überhauptnicht gefallen ist, sondern immer nur von Voraus­setzungen Die Rede war. Weiter wird Die S^lle in Dem Briefwechsel Des Staatssekretärs Dr. Meißner unterstrichen, in Der gesagt wird, Daß Die Voraussetzungen keineswegs eine con­ditio sine qua non seien, sondern man brauche kein absolutes Hindernis für Die Regie­rungsbildung Darin zu sehen. Daß etwa Der eine oder andere Punkt sich als nicht durchführ­bar erwiese. Hiller hat keine Einwendungen erhoben. Aus dem Protokoll über Die Besprechun- gen des ReichspräsiDenten mit den Parteiführern ergibt sich auch, daß keiner der Partei­

führer Einspruch gegen die Beseitigung des Dualismus von Reich und Preußen erhoben hat.

Ferner wird Die Stelle in Dem «riefe Des Staatssekretärs Meißner unterstrichen, in Der aus- Drutflid) erklärt wirD, daß ein Kabinett Hit- ter > ich ähniich w i e Das Kabinett Brü- ning mit Der Zeit zum PräfiDialkabi- nett wandeln könnte. Das ist in der Tat Die größte Chance, Die Der Reichspräsident Dem Führer Der nationalsozialistischen Bewegung gegeben hat, um so mehr, als auch Reichstagspräsident Göring in feiner Pressekonferenz von Der Möglichkeit I e i ne r R e i ch s t a g s a u f l ö s u n g für Den Fall sprach, Daß Die Mehrheit nicht vorhanden wäre. Da- |