Jetzt hab ich aber was angerichtet! Frauchen braucht ja die Dinger für ihre Handarbeit!
weithin sichtbar, eine Art Lichtburg auf: das Krafthaus der neuen Staustufe Griesheim, ein mächtiges, vom Grund bis zum Dach 36 Meter hohes monumentales Bauwerk der Technik, das modernste seiner Art. Bei Tag und
Dacht braust und dröhnt es in diesem geheimnisvollen mit 5,5 Millionen Mark erstellten Wasserschloß, menschenleer bis auf zwei Personen, Bediener der Maschinen und der elektrischen Kraft, welche hier aus dem Wasser gewonnen wird. 3n einer Wasfermasse von etwa 190 Kubikmeter in der Sekunde muß sich hier der ganze Main durch d i e enge Gasse der Turbinen zwängen lassen. Das Werk hat ein Gefälle von bis 4,5 Meter, das ist soviel, wie die drei oberen Werke, Großkrotzenburg, Kesselstadt und Mainkur, zusammen. Auf 35 000 Doli aus den Maschinen umgespannt, geht die elektrische Kraft, welche alljährlich in einer Menge von 25 Millionen Kilowatt st unden h-er erzeugt wird, durch Kabel zum Frankfurter Elektrizitätswerk. Der endgültige Betrieb mit der Stadt wird voraussichtlich am 1. November ausgenommen werden.
Die ”zerrupfte”
BLAUPUNKT-Stickerei
Zurück von der Teufelsinsel
Knegsgefangenenelen-. — paoli Schwartz erzählt.
51h ol f Geisse: 100 Pfund Haferflocken, 100 Psund Reis, 50 Pfund Grießmehl, 25 Eimer a 2 Pfund Apfelgelee:
Trrbus k Sundheim: 100 Pfund Malzkaffee, 100 Pfund Reis, 100 Pfund Graupen, 50 Eimer ä 2 Pfund Marmelade:
C. Zülchtz Sohn: 100 Pfund Reis, 100 Pfund Dohnen.
Die Firma Schade & Füllgrade, Frankfurt a. M. stellte für die Monate November 1932 dis März 1933 einen Betrag von je 70 Mk., zusammen also 350 Mk., in Lebensmittelgutscheinen der Gießener Winternothilfe zur Verfügung.
Annahmestellen für Geldspenden.
An folgenden Stellen sind in der Stadt An - nähme st eklen für Geldspenden errichtet worden:
Pfeiffersche Buchhandlung, Gießen:
Germania-Drogerie, Karl Seibel, Gießen, Frankfurter Straße:
Hans Noll, Ludwigsplah-Drogerie, Gießen- Wilhelm Benner, Schuhwarenhandlung, Gießen Marktstrahe: '
Verkehrs- und Berschönerungsverein e. V. Gießen- Gießener Anzeiger, Gießen: '
Oberhessisch« Volkszeitung Gießen:
Handels- und Gewerbebank, Gießen-
Deutsche Dank und Disconto-Gesellschaft Gießen- Dresdner Dank, Gießen: y '
Commerz- und Privatbank, Gießen: Dezirkssparkasse, Gießen:
Dankgeschäft Herz & Co., Gießen: Volksbank e. G. m. b. H, Gießen.
Sünfter Süngerich-Zamilientag.
Zahlt Schwartz weiter, auf jene Elsässer gesungen. Die auf französischer Seite kämpften, während er jene, die für Deutschland stritten, als Renegaten bezeichnete. Demgegenüber habe er seine Meinung geäußert und damit sein Schicksal besiegelt, lieber Guyana, die Teufelsinsel, über Cayenne herrschten vielfach falsche Vorstellungen. Heute verstehe man unter Guyana eine Inselgruppe, ehemals habe man das ganze Land zwischen Amazonas und Orinoko Guyana genannt, davon sei man aber abgekommen, nachdem die Franzosen die Inseln Guyana zu Schreckensorten gemacht haben. Die französischen Strafanstalten seien auf drei Inseln verteilt Auf der Teufelsinsel seien nur politische Gefangene untergebracht. Den Gefangenen sei der Aufenthalt dort deshalb so schwer, weil sie monatelang ohne jede Verbindung mit der übrigen Welt, ohne Nachrichten von Zuhause sein müssen. Unter verschleierten Worten habe er seinen Eltern schreiben und ihnen auf diese schwierige Weise Material unterbreiten müssen, das zu seiner Freilassung hätte verwandt werden können. Die wenigsten Menschen wüßten, daß Deportierung nach der Teufelsinsel doppeltes Strafzeitmaß bedeute. Nach der Verbüßung der Strafe müsse der gleiche Zeitraum noch in fragwürdiger „Freiheit" auf den Inseln verbracht werden. Der Aufenthalt in den Strafkolonien bedeute für viele Krankheit und Tod. Tropische Blutarmut, eine in ihren Folgen entsetzliche Krankheit, und Aussatz seien typische Krankheiten in den Gefilden der Teufelsinsel. Tausende seien schon zugrunde gegangen. Leichter fjabe sich für ihn der Aufenthalt in Cayenne gestaltet. Er entging dadurch den mannigfachen Schikanen im Deportiertenlager, daß er in Cayenne als Laboratoriumsgehilfe arbeiten durfte und viele Freiheiten genoß. In Cayenne habe er erstmalig davon erfahren, daß man sich für feine Begnadigung einsetzte. Begnadigung aber bedeute für den Deportierten: Zurück in das Gefängnis. Dagegen habe er sich gewehrt. Seiner endgültigen Freilassung standen aber mannigfache Schwierigkeiten im Wege. Es habe ein großer Kampf eingesetzt, viele Formalitäten gab es zu erledigen. Ganz plötzlich, im Marz dieses Jahres, sei er dann freigelassen und — gleichzeitig ausgewiesen worden. Er sei ohne jegliche Barmittel gewesen. Freunde halfen. Noch die Heimreise aber habe sich unter Schwierigkeiten und unter vielen Vorsichtsmaßregeln vollzogen. Herzliche Aufnahme habe er bei dem Konsulat in Peramaico und viel Unterstützung durch den Kölner Redakteur Ettighofer gefunden.
„Der Vortrag von Alfons Paoli Schwartz, der völlig frei, aber nicht ohne Schwierigkeiten und verhältnismäßig leise sprach, wurde mit großer Aufmerksamkeit angehört und löste viel Beifall aus.
grünber der Arbeit der Christengemeinschaft, der Bewegung für religiöse Erneuerung, geworden. Der Bortrag ist öffentlich und allgemein zugänglich. Er findet in der Universität statt. (Siehe heutige Anzeige.)
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** Ehrungen für G i eß euer Geflügelzüchter. Aus Anlaß des 35jährigen Bestehens des Geflügel- und Vogelzuchtvereins Gießen und Umgebung 1897 fand am Sonntag- Vormittag im Bureau der Jubiläumsausstellung I auf der Liebigshöhe eine kleine Feier statt. Der Vorsitzende des Provinzialverbandes der hessischen Geflügelzüchtervereine, Herr Kolter, Dad- Nauheim, überbrachte dem Iubiläumsverein die Grüße und Glückwünsche des Bundespräsidenten, des hessischen Landesverbandes und des Provinzialverbandes. Er erkannte an, daß die Mitglieder des Ve eins stets hervorragend im Interesse der Geflügelzucht tätig gewesen sind. Folgenden Mitgliedern wurden Ehrenurkunden überreicht: Konrad Nübsamen, Gustav Wohl- muth und Georg Todt (Mitbegründer und Ehrenmitglieder), dem Ehrenvorsitzenden August Schwan, ferner W. Breuer, Fritz Becker, W. Dechert, Aug. Felsing, Th. Sch w i e - der und S t o h r. Herr Schwieder dankte im Namen der vom hessischen Landesverband geehrten Mitglieder für die Auszeichnungen, während Herr Wohl muth darauf hinwies, daß die Geflügelzucht sich nur dann weiter entwickeln könne, wenn sie auch weiterhin von solchem Idealismus getragen werde wie bisher. Die Ausstellung selbst beweise, daß in vielen Fällen hervorragende Leistungen erzielt worden sind. Er dankte den Herren des Vorstandes und den Mitgliedern des Vereins, die sich um das Zustandekommen der Ausstellung verdient gemacht haben. Die Schau selbst wurde von rund 1000 Personen besucht.
** Verlosung der Ablösungsanleihe. Die Stadt Gießen gibt im heutigen Anzeigenteil die Verlosung von Auslosungsrechten der Ablösungsanleihe der Stadt Gießen bekannt. Interessenten seien besonders darauf aufmerksam gemacht.
** Der Bund Königin Luise hielt, wie man uns berichtet, in seinem neuen, schönen Eigenheim einen größeren Pflicht-Werbeabend ab, der sehr gut besucht war. Nach der Begrüßungsansprache der Ortsgruppenführerin Fr. v. Der - lepsch hielt die Gauführerin Frau Dür r-Efeu- mühle, Jugenheim, in warmen, zu Herzen gehenden Worten. einen Vortrag über „Der heilige Sinn der Kameradschaft", nachdem sie vorher noch über Zwecke und yjiele der Arbeit im Dunde gesprochen hatte. Musikalische Darbietungen und sehr schön vorgetragene Gedichte und Lieder umrahmten den wohlgelungenen Abend.
** Der Gießener Eisverein sucht aus Anlaß seines 50jährigen Bestehens alte Photo- graphien, die auf der Gießener Eisbahn, oder auf er Lahn gemacht wurden. Die Photos sollen reproduziert werden und dann als Wandschmuck in dem neuen Eissporthäuschen dienen. Es ist anzunehmen, daß in Privatbesitz noch derartige Aufnahmen aus der Vorkriegszeit, z. D. auch von den Eissesten auf dem Woog, vorhanden sind. Die Originale werden den Besitzern sofort nach der Reproduktion wieder zugestellt, die Kopien aber könnten auf diesem Wege der Allgemeinheit als Erinnerungen art den Eislauf unserer Großeltern zugänglich gemacht werden. (Man beachte die heutige Anzeige.)
Das Mainkrastwerk
Frankfurt a. M -Griesheim.
voraussichtliche Inbetriebnahme am 1. November.
Franlfurt a. M., 24. Okt. (WSR.) Mit der sinkenden Nacht strahlt über dem Untermain,
??9er Zeit trat die Reichsvereinigung ehe- I maliger Kriegsgefangener, Ortsgruppe Gießen, wie- per mit einer Vortragsveranstaltung an die Oeffent- lichkeit. Der 1. Vorsitzende, Herr Gravelius, begrüßte die zahlreichen Zuhörer, die sich am I oonntagabent) im Cafs Leib eingefunden hatten.
r Erster Redner sprach Herr Jbrügger I t-öerim). Das Erlebnis der ehemaligen Kriegs- I gefangenen (das es um-, auszuwerten und zu akti- pieren gelte) finde seinen bedeutsamsten Ausdruck in den Worten „Schicksalsgemeinschaft" und „Volksverbundenheit". Die Gegenwart bedeute Schicksals- I wende. Frontkämpfer fänden sich zusammen, um Gs. Schicksal neuzugestalten. Das Wort „Kamerad" muffe wieder schwerer wiegen als alles, was aus Parteistuben heraus geschrieben worden sei. Fronterlebnis bedeute mehr. Schicksal müsse gemeinsam getragen werden. Nach diesen einleitenden Worten Zeigte der Redner eine Anzahl Lichtbilder die in öen Gefangenenlagern in Frankreich und Marokko ausgenommen wurden und erschütternde Dokumente her Leiden darstellten, die deutsche Kriegsgefangene | während langer Jahre erdulden mußten. Er schilderte in den begleitenden Worten insbesondere die Qualen derjenigen Kriegsgefangenen, die wegen kleinster Vergehen jahrelang in französischen Zuchthäusern festgehalten wurden und erst Jahre nach dem Friedensschluß nach Deutschland zurückkehren konnten. In weiteren Bildern führte der Vortragende seine Zuhörer im Geiste in die englischen und amerikanischen Gefangenenlager, nach Japan und in die Hölle der Kriegsgefangenen: nach Sibirien. Mit einer statistischen Uebersicht über die in den Gefangenenlagern gestorbenen Kameraden fand der Vortrag seinen Abschluß. Der Redner warf hierzu die Frage auf, ob es möglich sein dürfe, daß sich heute Volksgenossen feindlicher gegenüberstünden, als seinerzeit die feindlichen Wachtsoldaten den Kriegsgefangenen?
Dann sprach Paoli Schwartz, der Gefangene von der Teufelsinsel. Der müde, gebrochene Mann mit schweren, von ständiger Sorge gegrabenen Falten im Gesicht, wurde herzlich begrüßt. Er erzählte: Er, Sohn deutscher Eltern, sei auf Korsika geboren, im Elsaß aufgewachsen und nach französischen Gesetzen Franzose; er aber fühle sich als Sohn deutscher Eltern als Deutscher von ganzem Herzen. So Ijabe er im Weltkrieg auf deutscher Seite gekämpft. Von den Franzosen wurde ihm das sehr übelgenommen. Aus dem Elternhaus im Elsaß heraus sei er verhaftet, ins Gefängnis gebracht und gefesselt worden. Vom Kriegsgericht wurde er zur Deportation in das Lager der politischen Gefangenen nach Guyana verurteilt. Von den sieben Herren des Gerichts seien drei Elsässer gewesen. Ein großes Loblied fjabe der Vorsitzende des Gerichts, so er-
Kirche und Schule.
Missionssest des Dekanats Gießen.
Dg. Großen-Buseck, 23. Okt. Unter ftar» tem Besuch d«r h'.efigen Gemeinde und zahlreicher Beteiligung von auswärts wurde heute in unsrem geschmückten Gotteshaus das Missionsfest des Dekanats Gießen gefeiert. Den Altar- d'.enist versah der Ortsgeistliche. Die Festpredigt hatte Pfarrer Naumann- Alten-Buseck übernommen. Unter Anlehnung an das Gleichnis vom barmherzigen Samariter verstand er es, in packender Predigt die segensreiche Wirkung der verschiedenen Einrichtungen der Inneren Mission in Hessen zu schildern, ihre Notwendigkeit nach- zuweisen und seinen Zuhörern den Wunsch, mit- zuhelfen an diesen Werken der christlichen Nächstenliebe, wachzurufen oder zu stärken. Pfarrer Bönning- Rödgen sprach als berufener Arbeiter am Erziehungswerk des Dekanats Gießen. Er schilderte das Wesen, die Aufgaben und den Erfolg des christlichen Erziehungsvereins, der in diesem Jahre dreißig Jugendliche zu betreuen hatte, und forderte zu tätiget Mithilfe auf. Als letzter Redner überbrachte der Dekan Gußmann die Grüße des Superintendenten D. Wagner, der durch amtliche Tätigkeit an der Teilnahme an der Feier verhindert war, und dankte * * dem hiesigen Kirchen Vorstand für die gastliche Aufnahme der Besucher des Festes und insbesondere dem Pfarrer Bö nning für seine treue und erfolgreiche Arbeit. In zu Her- Ken gehenden Worten redete er von der wahren Nächstenliebe, die, angesichts der vielen Enttäuschungen, ihre notwendige, unversiegliche Kraft nur aus innigem Gottesglaube schöpfen könne. Ävei Musikvorträge des Posaunenchors und zwei mehrstimmige Lieder des Schülerchors, mit Orgelbegleitung vorgetragen, bereicherten die Feier. Der Ortsgeiftliche gab bekannt, daß unter Mitwirkung des Posaunenchors nächsten Sonntag eine liturgische Abendfeier zum Andenken an Gustav Adolfs Tod stattfinde: es sollen dabei auch Lichtbilder gezeigt werden. Ferner teilte er mih, daß der Kitchenvovstand beschlossen Habe, daß das Reformcrtionsfest jetzt alljährlich in einem besonderen Gottesdienste am Reformationstage gefeiert werden soll.
Wettervoraussage
Luftdruckanstieg von der Biskaya her entfaltet feinen Einfluß über Frankreich weiter nach Deutschland, so daß unter ansteigendem Barometer sich die Wetterlage beruhigt und zunächst keine Niederschläge auftreten. Nachts werden die Temperaturen bei Aufklaren etwas mehr zurückgehen. Auch diese Besserung scheint abermals nur von kurzer Dauer zu sein, denn von neuem treten bereits an der Westküste Irlands durch die dortige Störung Niederschläge auf. Wahrscheinlich werden sich schon im Laufe des Donnerstag die Anzeichen einer Wetterverschlechterung einstellen.
Aussichten für Mittwoch: Vorüber- gehende Besserung, neblig-wolkig mit Aufklaren, nachts starke Abkühlung.
Aussichten für Donnerstag: lieber- gang zu milderem, wieder stärker wolkigem Welter mit nachfolgenden Niederschlägen.
Lufttemperaturen am 24. Oktober: mittags 9,4 Grad Celsius, abends 7,6 Grad; am 25. Oktober: morgens 7 Grad. Maximum 12 Grad, Minimum 6,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 24. Oktober: abends 10,3 Grad: am 25. Oktober: morgens 8,4 Grad. — Niederschläge 11,8 mm.
I Steinfurth, 24. Okt. Am Sonntag wurde hier das Erntedankfest gefeiert. Lehrer Kruger von hier, der als beliebter Konzertsänger vielen Orten Oberhessens und darüber hinaus kein Unbekannter mehr ist, hatte sich, wie immer, in uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt und verschönte die Feier durch zwei Lieder von Beethoven. Weiterhin umrahmten noch zwei Lieder und ein Kanon „Hallelujah" der Schüler der beiden oberen Klassen unter Leitung von Lehrer Sch inanbt die sehr eindrucksvolle Feier.
Ster Familientag der Familie Güngerich, der alle zwei Jahre fällig ist, wegen der Juli-Krise im Jahre 1931 aber verschoben wurde, trat am eormtag tm Klub zusammen und nahm unter der d^Seniors der Familie, Land- 0- D. Geheimerat Dr. G ü n g e- r ich (Dießen), mit an die 60 Teilnehmern von nah unD fern einen schönen Verlauf. Die Vor- bereitung lag, wie früher, in der Hand des Dank- bevollmachtigten Paul Güngerich (Gießen) e.""", ^teberblick ü6er F^rid und Leid in der Familie seit dem letzten Familientag gab. Das Andenken ber Verstorbenen wurde durch Erheben von den Sitzen geehrt. Der Altersvorsihende be° Imbelte fraim die alte Frage, ob die Familie aus Holland oder der Schweiz in Deutschland «ingewandert ist. Als Stammvater ist festgestellt U p r iJt i a n G üngerich, der bei einer schweren Verfolgung der Mennoniten (früher „Täufer") 1668 ins Gefängnis geworfen wurde: andere feiner Glaubensgenossen wurden ins Wasser geworfen oder kamen als Sträflinge auf die Ga- ^^n. Christian Güngerich brach aus und kam nad) Deutschland. Im 18. Jahrhundert erscheint »er Name wiederholt u. a. in der Pfalz, im Oberamt Bretten (Dreitwieserhof). Dem Staatsarchiv Bern verdankt man die Auskunft, daß in Aeschlen und LInterlangeneck im Gemeinde- oczirk Oberdiesbach beim Thuner See heute noch die Familie besteht. Auf einem Decher aus dem Vahre 1606 befinden sich dort Namen und Wappen der Gemeindevorstände, dabei zweimal der Alaine „Gündrich": in ihrem Wappenschild befindet sich ein Pfeil und zwei Sternchen. Die Geschichte der amerikanischen Linie der Güngerich wird eben geschrieben; ein Michael Iüngerich i wanderte 1^21 nach Amerika aus. Immerhin er= fdj-eint für Zweige dec deutschen Güngerich ein -Umweg über Holland nicht ausgeschlossen, von wo Menno Simonis, früherer katholischer Priester, schon früh geheim der lutherischen Reformation zugetan, nach der Hinrichtung eines Täufers (1539) aus der katholischen Kirche ausgeschieden s>erfolgt nach Deutschland floh, dort starb er 1559 in der Nähe von Hamburg. In einer humorgewürzten Tischrede deutete Pfarrer Sattler (Wieseck) u. a. das Familienwappen und knüpfte daran den Wunsch, daß es dem Vorsitzenden vergönnt sein möge, in gleich jugendlicher Frische auch den nächsten Familientag zu leiten.
Großer Hühnerdiebstahl in Röthges.
In der letzten Nacht drangen, wie die Landeskriminalstelle Gießen mitteilt, Einbrecher in die Geflügelfarm des Bürgermeisters Metzger in Röthges bei Grünberg ein. Die Täter stahlen etwa 120 bis 130 Hühn er und verschwanden damit spurlos. Die polizeilichen Nachforschungen sind im Gange.
Nächtliche Einbrüche in Vilbel.
3n der Nacht zum Montag wurden in Vilbel zwei Einbrüche verübt. Wie die Lan- I deskriminalpvlizeistelle Gießen uns mitteilt, drangen die Täter in ein S'pezereiwarengeschäft in der Frankfurter Straße ein, wo sie Tabalwaren (Feinschnitt), große Mengen Zigaretten, Rollschinken, Speck und Wurstwaren stahlen. Bei dem zweiten Einnbruch in einem anderen Hause nahmen die Täter außer Lebensmitteln auch noch zwei Fahrräder (em Herren- und ein Damenfahrrad) mit sich. Nach den Einbrechern wird gefahndet.
Gießener Wochenmarktpreisc.
* Gießen, 25. Okt. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarit das Pfund: Kochbutter 90 bis 100, Süßrahmbutter 130, Landbutter 120, Matte 25 bis 30, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 1 4 5i8 6, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 8, rote Ruben l, Spinat 15, Römischkohl 8, Llnter-Kohl- rabi 5 bis 6, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 100, Tomaten IS.bis 25, Zwiebeln 8 bis 10, Meer- rettid> 30 t"’ 60, Schwarzwurzeln 30 bis 35, Kürbis 5 bis j, Kartoffeln 3, Aepfel 15 bis 30, Dirnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 35, Pfirsiche 30 bis 50, Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 80, Gänse 70 bis 80, Düsse 35; das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 50 bis 60, ausländische Eier II bis 12, inländische Eier 12 bis 13, Blumenkohl 30 bis 60. Endivien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10 Rettich 8 bis 10, Sellerie 10 bis 35; das Dund: Radieschen 10 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,50 bis 28(1 Weißkraut 2,20 bis 2,50, Wirsing 4 bis 4,50, Rotkraut 5, Aepfel 12 bis 25 Mark.
Bornotizen.
— Tageskalender für Dienstag. Stabt» theater: 20 bis 22.30 II c, „Die Toni aus Wien". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand- platz: 15 bis 17 Uhr, Ausstellung „Frauen der Gegenwart". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Quick".
— Vortrag August Pauli. Man schreibt uns: Am Mittwoch, 26. Oktober, 20.15 Uhr, spricht der von früheren Vorträgen in Gießen betannte August Pau l i - München zum Thema: „Helden — Heilige — Geistmenschen. Der Wandel der Menschheit in alten und neuen Idealen". August Pauii war früher protestantischer Pfarrer, wurde dann Mitarbeiter bei Johannes Müller und ist Milbe-
Es ist halb so schlimm. Der Herr raucht ja Blaupunkt weiter, und für 50 Wertmarken bekommt Frauchen immer wieder 16 neue Stickereien. So hat er für 4 Pfg. eine fabelhafte, große Zigarette. sie hat Freude an neuen Handarbeiten, und die Kinder haben außerdem Soldaten -Bilder, und wenn Frauchen die Stickereien nun nicht braucht, gibt es dafür 10 Zigaretten gratis für beide. i8lauyunht4Pf. mit Stickereien und Soldaten Bildern
WALDORF ASTORIA G-MBH


