Ausgabe 
25.8.1932 Frühausgabe
 
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gehe es um das Ansehen der Regierung, wahrend Hitler einen Teil seiner -Anhänger einbüßen müsse, wenn es ihm nicht gelinge, das Todesurteil abzuwenden.

Das Wirtschastsprogramm Papens.

Einzelbesprechunien heute beendet.

Berlin, 24. Aug. (ERB.) Wie wir erfahren, werden die wirtschaftlichen Einzelbe­sprechungen, die während der ganzen letzten Woche unter Leitung des Kanzlers mit den verschiedenen Ministerien stattgefunden haben, am morgigen Donnerstag zum Abschluß ge­bracht, so daß dann das Reichskabinett sich am Freitag und Samstag mit den Wirt- fchaftsrnaßnahmen beschäftigen kann, mit denen der Reichskanzler in der nächsten Woche vor den Reichstag treten wird.

Schwierige Ananzlage Anhalts.

Ter Rückgang

der Rerchssteuerüderwrisungen.

Dessau, 24. Aug. (ERD.) Mit Rücksicht auf den außerordentlich starken Rückgang der Reichs- steuerübcrweisungen hat das a n h a l t i s ch e Staatsmini st erium einen dringenden Ap­pell an den Reichsfinanzmini st er ge­richtet und darauf hingewiesen, daß der Haus­halt des Landes und der Gemeinden völlig in Ilnordnung gerate. Es komme hinzu, daß Aus­gleichsmöglichkeiten nicht mehr vor­handen und Kredite nicht mehr zu er­halten seien. Wenn die außerordentlich ernsten Kassenschwierigkeiten nicht zum finanziellen Zu­sammenbruch führen sollten, sei allerschnellstes Einschreiten der Reichsregierung dringend gebo­ten. Zur Beruhigung der Oeffentlichkeit bitte das Ministerium möglichst um baldige Mitteilung, welche Rotmaßnahmen das Reich in Kürze zu ergreifen gedenke.

Oie Kinanznot der Landkreise.

Berlin, 24. Aug. (ERB.) Wie der Land­kreis t a g mitteilt, ist der Präsident des Deut­schen Landkreistags, Dr. v. Stempel, gestern bei der Reichsregierung vorstellig ge­worden, um auf die Auswirkungen der letzten Rotverordnung auf die Landkreise hinzuweisen. Die Rotverordnung, so habe Dr. v. Stempel be­tont, habe nicht die Entlastung gebracht, die man von ihr erhofft hätte. Der Landkreistag müsse an Hand zahlreicher Berichte aus allen Teilen Deutschlands feststellen, daß die F i - nanzentlastung der ländlichen Be­zirksfürsorgeverbände durch die Wohl­fahrtshilfeverordnung vom 3uni dieses Jahres völlig unzureichend sei. Die durch die Wohlfahrts-Erwerbslosenfürsorge besonders stark belasteten Landkreise bedürften dringend weiterer Hilfe. Darüber hinaus müsse durch Erhöhung der Reichsmittel und Aenderung des Berteilungsschlüssels denjenigen Landkreisen geholfen werden, die entgegen den Absichten der Reichsregierung eine erhöhte, über die Reichsdotationen vielfach hinausgehende, neue finanzielle Belastung erfahren hätten.

Oie Bürgersteuer.

Berlin, 24. Aug. (ERD.) Dom Deutschen S t ä d t e t a g wird uns mitgeteilt: Der Deutsche Städtetag hat die Reichsregierung gebeten, die Bürger st euer für das Rechnungsjahr 19 32 vom Oktober 1 932 ab in sechs Raten einziehen zu lassen. Don einem Teil der Presse wird dazu behauptet, daß dieser Antrag eine Derdoppelung der Dürgersteuer be­zwecke oder bedeute, da die Dürgersteuer für 1932 schon in den Monaten Januar bis Juni 1932 erhoben sei. Diese Behauptung beruht auf einem Irrtum: In den Monaten Januar bis Juni 1932 ist erst die Bürgersteuer für das Rechnungsjahr 19 31 erhoben worden. (Das Rechnungsjahr läuft bekanntlich vom 1. April bis 3l. März.) Der für die Gemeinden, wie den Steuerzahler unmögliche Zustand, daß eine Steuer erst zur Hälfte im nachfolgenden Rechnungsjahr zur Erhebung kommt, soll auf Wunsch der Städte dadurch beseitigt werden, daß die Bürger-

Ein Echo macht Bankrott.

Don Bruno Manuel

In dieser tragischen Zeit, da wir auf manchen Genuß verzichten müssen darf es nicht wunder­nehmen, daß auch ein Echo nicht zu halten ist. Mangels Nachfrage droht es einzugehen.

2)05 Echo, welches ein fünffaches Echo darstellt, Hai im Bodetal gegenüber dem Hexentanzplatz seinen Sitz. Besuchern des Harzes ist es aufs erfreulichste bekannt. Sie fühlten sich gern zu ihm hingezogen. Haben seinetwegen weder Kosten noch Mühe gespart und können nicht über die Tatsache hinwegkommen, daß es der Zeit zum Opfer fallen soll.

Was seine Herkunft anbelangt, so wurde das Echo 1852 von dem herzoglich braunschweigischen Ober­förster Stiege erstmalig bemerkt. Selbiger lag auf der Roßtrappe dem Weidwerk ob. An der Stelle, wo die Jungfrau Brunhilde den sagenhaften Sprung über den Bodekessel tat, lief dem Förster eine volu­minöse Wildsau in den Weg. Er riß die Flinte empor, zog den Hahn und siehe da: fünffach hallte es wider. Solchermaßen kam die Welt in den Besitz des Echos.

Das Echo, welches sich vom Tage seiner Geburt an äußersten Wohlwollens erfreute, hat eine Völker­wanderung zur Folge gehabt. Die Mehrzahl aller Deutschen erschien, es wahrzunehmen. Es mußte fortwährend wiederholt werden. Seinetwegen sind im Laufe der Jahre beträchtliche Mengen Pulver verschossen worden. Es verschaffte sich Einlaß in den Baedeker. Und da man es nur gegen eine Gebühr zu hören bekam, wurde es ein rentables Echo. Es ernährte den mit seiner Handhabung betrauten In­validen und warf noch einen Ueberschuß für den Staat ab. In den Jahren der Inflation, als wild­fremde Völker den Harz durchzogen, wuchs es zu wirtschaftlicher Bedeutung heran. Es wurde in wert­beständiger Valuta bezahlt. Soviel ich weiß, war es damals das einträglichste Echo weit und breit. Wohl dem, der es besaß!

Jetzt ist es jedoch in wirtschaftlicher Bedrängnis. Es läuft Gefahr, in Konkurs zu geraten.

Zwar kann man gegen Zahlung von 30 Pfennig noch immer das Anrecht erwerben es zu hören. Man darf sogar fünfzig Pfennig zucken und wird als Beigabe auch das Gewitterecho vernehmen, das unmittelbar daneben liegt. Es rühmt sich heftigen Getöses und wird erzeugt, indem der staatlich kon- zessionierte Invalide zwei Pistolen nimmt. Mit der einen schießt er nach links, mit der andern nach

steuerraten für 1932 vom Oktober 19 32 b i s März 1 9 3 3 eingezogen wer­den. Eine Erhöhung oder gar Derdoppelung der Dürgersteuer erfolgt dadurch nicht. Die Gemein­den sind bei ihrer äußerst schwierigen Finanz­lage darauf angewiesen, daß die für das Rech­nungsjahr bestimmten Steuern auch in demselben Rechnungsjahr eingehen, damit vor allem die Ar­beitslosenunterstützungen gezahlt werden können.

Der Antrag wird die sorgfältigste Prüfung bei den zuständigen Reichsressorts finden. Dabei werden auch 'Bedenken, wie sie hinsichtlich des vorzeitigen Derbrauchs der Bürger- [teuer durch die Gemeinden verschiedentlich zur Sprache gebracht worden sind, erwogen werden. Eine Entscheidung über den Antrag ist noch in keiner Weise getroffen worden.

Was wird aus der Staatspartei?

Berlin, 24. Aug. (DDZ.) Wie das Rach­richtenbureau des Vereins Deutscher Zeitungs­verleger meldet, hält die Deutsche Staats­partei am 3. und 4. ©ep'z ber in Berlin eine Tagung ihrer Dor nde ab. Den Hauptverhandlungsgegenstand 2d die Frage bilden, in welcher Form die Partei weiter­geführt werden soll. Es wird dem Rach- richtenbureau gegenüber von maßgebender Stelle betont, daß die Pressenachrichten unrichtig seien, wonach drei Richtungen in der Stoatspartei vorhanden wären, von denen die eine die so­fortige Auflösung der Partei, die andere die Aufrechterhaltung w die dritte den gemeinsamen 11 e 6 e r t r i 11 zur Zentrums- Partei verlange. Die Ansicht, daß eine bür­gerlich-republikanische Partei ohne konzessionelle oder klassenmäßige Bindung be­stehen müsse, sei vielmehr Gemeingut aller An­hänger dec Deutschen Staatspartei. Der Aus­gang der letzten Reichstagswahlen habe an der bereits vor den Wahlen verkündeten Bereit­willigkeit, im Rahmen einer verbreiterten republikanischen Mitte aufgehen zu wollen, nichts geändert, sondern im Gegenteil diese Bereitwilligkeit der Deutschen Staats­partei noch verstärkt. Solange aber die Vor- aussehungen dafür fehlten, d. h. solange keine tragfähige neue Parteigruppierung zu erkennen sei, dürfte die Dorstandssihung zu dem Beschluß führen, die bisherigen Organisationen der Partei aufrechtzuerhalten.

Schwere Strafen gegen Kommunisten. 15 ahre Zuchthaus in Kiel.

Kiel, 24. Aug. (WTB.) Rach mehrtägiger Verhandlung verurteilte das hiesige Schwur­gericht den der KPD. angehörenden Ar­beiter Weißig aus Reurnünster, der amll.Ro- vember v. I. bei einem politischen Zu­sammenstoß den Rationalsozialisten Mar­tens aus Bordesholm durch einen Pistolenschuß getötet, sowie den praktischen Arzt Dr. Mül­le r und den Bankbeamten Degemann aus Reumünster schwer verletzt hatte, wegen schweren Landfriedensbruchs, vollendeten Tot­schlags und versuchten Totschlags in zwei Fällen zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Die Untersuchungshaft wurde voll angerechnet.

10 Iah e Z lchthaus in Berlin.

Berlin, 24. Aug. (ERD.) Dor dem Ber­liner Svndergericht hatten sich heute der 20jährige kommunistische Hausdiener Paul S ch m i d t k e wegen schweren Landfriedensbruchs und der 25jährige nationalsozialistische Arbeiter Franz Dickel wegen unbefugten Waffenbesitzes zu verantworten. Für Schmidtke war eine Der- treterin der Jugendhilfe erschienen, da der An­geklagte noch minderjährig ist.

Rach der Vernehmung der Angeklagten bean­tragte der Staatsanwalt gegen Schmidtke die durch die Rotverordnung vorgeschriebe::e Zucht­hausstrafe von zehn Jahren und gegen Dickel eine Gefängnisstrafe von neun Monaten.

Das Urteil lautete gegen Schmidtke auf zehn Jahre Zuchthaus, der Rational­sozialist Dickel wurde freigesprochen.

Der Anklage liegt ein p 0 l i t i s che r Zu s a m -

rechts. Um sich die werte Kundschaft zu erhalten, läßt er sodann eine bewegte Schilderung von Brun- Hildens Ritt über den Bodekessel folgen nebst einem Hinweis auf jene mammuthafte Fußspur im Fels- geftein die er höchst zufriedenstellend als Abdruck eines Pferdehufes ausgibt.

Wer aber glaubt, das Echo ernähre noch immer seinen Mann, der weiß nichts von unseren momen­tanen Nöten.

Man dort das Echo deswegen nicht tadeln. Es tut fein Möglichstes. Kein vernünftiger Mensch wird an ihm etwas auszusetzen haben. Es hat weder durch Alter noch durch Abnutzung gelitten. Es leidet höch­stens unter der Wirtschaftskrise. Man verlangt es nicht mehr zu hören. Denn wir sind ein armes Volk und könnn uns ein Echo nicht leisten. Es herrscht vielfach der Glaube, daß ein Echo nichts kosten dürfe. Es sei Nationaleigentum. Dem widerspricht aber die Tatsache, daß es der Gewerbesteuer unterliegt. Es ist also ein staatserhaltendes Echo. Und übt seit achtzig Jahren eine gewinnbringende Funktion aus.

Das Echo kann infolge der anatomischen Be­schaffenheit seiner Zuhörer nicht gedeihen. Man sieht Touristen die Roßtrappe bevölkern und darauf war­ten, daß jemand das Echo sich etwas kosten läßt. Findet sich ein Zahlungskräftiger, bann nehmen sie kostenlos daran teil. Sie verschaffen sich einen un­rechtmäßigen Vorteil. Sie nassauern das Echo. Wenn es längst verklungen ist, tauchen Touristen auf, die es auch unterwegs vernommen haben. Natürlich halten sie es für überflüssig, um Wiederholung nach­zusuchen.

An dieser Unzulänglichkeit geht das Echo allmäh­lich zugrunde. Es ist sicher daran schuld. Denn zu einem gebührenpflichtigen Echo gehört eine akustische Barriere. Ein Mechanismus, der es Nassauern verbietet, daran teilzunehmen.

Satak Ähnlichkeit.

Klaus und Horst, zwei Brüder, in Kvpe.chazen, sahen sich so ähnlich, daß es schon lächerlich war. Die Eltern konnten sie kaum unterscheiden, ge­schweige denn fremde Menschen. Einer war immer ähnlicher als der andere ...

Sie standen gut miteinander. Aber einmal kam es, daß sie sich trennen mußten. Horst hatte in einer anderen Stadt eine Stellung in Aussicht. Gr reiste ab. Seine Tätigkeit, das viele Herum­schmökern in alten Werken, strengte seine ohne­dies recht kurzsichtigen Augen mehr an. als es gut war.

Oie Lage der deutschen Lustfahrt.

Was lehrt der Europa-Hundflug?

Die Tage des Eurvparundflugs haben nicht nur eine rein sportliche Bedeutung. Der internatio­nale Wettbewerb gibt den Flugsachverstandigen eine willkommene Gelegenen, Dergleiche zwischen der Entwicklung der deutschen und der auslän­dischen Luftfahrt zu ziehen. In Staaken, auf dem Flugplatz in Berlin-Lempelhof, im Reichsver­kehrsministerium, ebenso wie im Berliner Flug­verbandshaus trifft man die Sachverständigen, hört ihre Meinung und vernimmt ihre Forde­rungen. Bemerkenswert ist es, daß die Schlüsse, die aus den bisherigen Erfahrungen des Europa­rundflugs, die aus der Gesamtlage der deutschen Luftfahrt überhaupt gezogen werden, einmütig sind und bei dem überwiegenden Teil des deut­schen Volkes ein zustimmendes Echo finden werden.

Deutschland darf seinen Flugsport nicht unterstützen.

Erleben wir es nicht gerade beim Europarund­flug, wie schwer gehandicapt trotz her­vorragender persönlicher Leistungen die d e u t s ch e Luftfahrt ist?" Einer der Flugleiter erklärt das mit Bitterkeit. Die Pariser Luftfahrtverein­barungen von 1926 verbieten es Deutschland, sei­nen Flugsport zu unterstützen. Während in Eng­land, wie in allen anderen Ländern die Flieger­klubs, in denen die jungen Sportflieger ausgebildet werden, staatliche Unterstützung genieben, müssen sich in Deutschland die Sportflieger unter fast un­tragbaren materiellen Opfern ausbilden lassen. Aber dies ist nur eine der Schranken, die uns im Wettbewerb mit den ausländischen Fliegern behindert und zurückwirft.

Grundsätzlicher und entscheidender ist nach wie vor das Derbot jeglicher Militarflie- gerei in Deutschland. Don der Seite der Landesverteidigung her gesehen liegen die Pro­bleme klar. Äetne wichtige deutsche Stadt, aus­genommen einige Jndustrieplätze Mitteldeutsch­lands, ist mehr als zweihundert Kilometer, also eine gute Flugstunde von der Grenze entfernt. Das Ruhrgebiet, das oberschlesische Revier, sind für französische und polnische Militärflieger in kur­zer Zeit zu erreichen Mehr als zehntausend Flug­zeuge bedrohen Deutschland von allen Seiten. Ab­gesehen von diesen Gesichtspunkten der Landesver­teidigung jedoch ist das Problem der Militärluft­fahrt auch für die deutsche Luftfahrt als solche ein außerordentlich wichtiger, in seiner Bedeutung kaum erfannter Faktor.

Opfer für die Luftfahrt!

Die Sachverständigen verweisen auf die Tat­sache, daß eiire rasche technische Entwick­lung der Flugzeuge, nur dann möglich ist, wenn Aufträge für Flugzeugbauten in einem Ausmaße gegeben werden können, daß sich eine oftmalige Reukonstruktion verlohnt. Die Derkehrs- lustfahrt allein kann in diesem Ausmaße nicht für Aufträge sorgen. In den anderen Ländern werden für die Militärluftfahrt Serienaufträge an die Flugzeugfabriken gegeben, und vom Dau des Flugzeugkörpers bis zu den Ravigationsinstru- mentcn und dem Funkgerät wirkt sich dieses Mehr an Auf trägen in Dervesserungen aus, hinter de­nen Deutschland mit gebundenen Händen heute zu- rückstehen muh. Die Vorteile der Wechselwir­kung von Militärluftfahrt und Zi­

villuftfahrt gehen noch weiter: die Ausbil­dung der Flieger, die Anlage der Flugplätze, die durch die Militärluftfahrt geschieht, kommt der Sport- und Verkehrslustfahrt in starkem Maße zu­gute.

Was wird aber in anderen Ländern auch an Opfern für die Luf tf ahr t dargebracht! Frankreich verausgabt für die Luftfahrt pro Kopf der Bevölkerung jährlich 13,32 Mark, lind Deutsch­land 68 Pfennige!

Die Schlüsselstellung bet Verkehrsluftfahrt.

Die Militärluftfahrt ist uns, wie gesagt, ver­boten, die Sportluftfahrt darf gleichfalls nicht mit staatlichen Mitteln unterstützt werden. Der Ansatz einer deutschen Luftfahrtentwicklung liegt also bei der Verkehrsfliegerei. Und auch dann, wenn einmal die Beschränkungen des deut­schen Luftverkehrs fallen, wird die Derkehrs- fliegerei ihre Dedeutung beibehalten. Del ge­eigneter Unterstützung können wichtigste Versuche, wie das Problem des lüft- und wassergekühlten Motors, sehr wohl im Rahmen der Verkehrs­fliegerei zu Ende geführt werden. Gerade weil Deutschland heute noch keine Militärluftfahrt aus- üben darf, muh es Versuche, die einem künftigen Luftabwehrkampf dienen können, in der Verkehrsfliegerei im Rahmen der Verträge durchführen. Dazu gehört zunächst eine ft a - bile Lage der Verkehrsluftfahrt, die es beute in Deutschland nicht gibt. Länder wie Holland, Frankreich, England haben sieben-, zehn-, ja, zwanzigjährige Verträge mit ihren Luftverkehrsgesellschaften, so daß diese Gesell­schaften langfristig über bestimmte Gelder ver­fügen können. In Deutschland muh der L u f t * faltetet von Jahr zu Jahr neu ge­nehmigt werden. Dedenkt man, daß es zwei Jahre dauert, bis ein Großflugzeug vom Reiß­brett in die Luft steigen kann, so wird die Unmöglichkeit d"ieser kurzfristigen Etatsgewährung offensichtlich. Ein still­schweigendes Abkommen, das den Trägern der deutschen Luftfahrt drei Jahre lang eine be­stimmte Unterstühungssumme zusicherte, läuft jetzt ab. An seine Stelle muh ein langfristi­ges klares Abkommen treten. Es darf nicht Vorkommen, dah, wie im Jahre 1929/30, das Reichsverkehrsministerium 64 Millionen für die Luftfahrt fordert und der Ausschuh des Reichstages, das sogenannte Streichquartett, diese Summe auf 28 Millionen zusammenstreicht, um sie dann wieder, erschreckt übet die eigene Kühn­heit, auf 40 Millionen zu erhöhen. Die deutsche Luftfahrt kann viele Gewitterböen vertragen, einem jährlich wiederkehrenden Etats-Sturm ist "sie insofern nicht gewachsen, als ihre Entwicklung' schwer gehemmt wird. Insbesondere die Leistun­gen der deutschen Verkehrsluftfahrt, die Organi­sation der deutschen Lufthansa ist Bürgschaft genug, um die vorsichtige Verwendung eines langfristig bewilligten Etats zu gewährleisten.

Fördert man s 0 die deutsche Luftfahrt unter Hintanstellung aller schädlichen Pläne einer Internationalisierung der Verkebrsluftfahrt, so darf man trotz aller Hindernisse an den Aufstieg der deutschen Luft­fahrt glauben.

menst 0 h zwischen Kommunisten und Rational- sozialisten zugrunde, der sich in der Rächt zum 15. August im Osten Berlins ereignet hatte. Rach den bisherigen Ermittlungen wurden mehrere Ra- tionalsozialisten von etwa 2) Kommunisten. Über­fällen. Die Angreifer gaben dabei mehrere Schüsse ab, durch die jedoch niemand verletzt wurde. Als Schütze wurde von der Polizei der Angeklagte Schmidtke ermittelt.

Einschränkung der

deutschen Kohlenlieferung an Belgien.

Brüssel, 24. Aua. (WTB.) Zum Abschluß der deutsch belgischen Kohlenverhand­lungen wurde heute folgendes CommuniquS Der-

Jahre waren vergangen, ohne dah die Brüder hsich wiedergesehen hatten. Da faßte Horst eines Tages den Entschluß, doch einmal in die Heimat zu fahren. Er schrieb Klaus davon. Und sie ver­abredeten sich in der Vorhalle des HotelsGro­ßer Hof".

Don der Dahn lief Horst, so schnell er konnte, die Straßen entlang, bog um diese und jene Ecke und stand endlich vor dem Portal des Hotels. Ausgeregt stolperte er über die Schwelle und siehe da war das nicht Klaus? Da vorn, nur ein paar Schritte entfernt

Horst breitete freudig die Arme aus, um den Bruder herzlich zu begrüßen.Klaus, alter Junge, wie geht's, wie steht's?" Und damit rannte er vorwärts.Du, freust du dich denn §ar nicht, daß ich da bin? Warum sagst du enn nichts?" Atemholend hielt er inne. Don Klaus keine Spur aber groß, strahlend, höhnisch lachte ihm ein riesenhafter Spiegel ent­gegen, der seine etwas kleinlaut gewordene Freude, den verdutzten Blick und die schlaff herab- hängenden Arme in krasser Wirklichkeit zurück­warf. Horst verstand noch immer nicht.

Aber die Menschen, die diese Szene mit- angesehen hatten und nicht wußten, worum es sich handelte, packten den armen Mann, schleppten ihn in ein Zimmer, legten ihn aufs Bett und machten abwechselnd kalte und warme Umschläge für seinen heißen Kopf bereit.

Oer Zauberdoktor im Swasiland.

Mshuduwane Zwane, derPremierminister" von Swasiland, hat infolge eines über ihn ge­fällten llrteilsspruches zwei Monate lang in der Haft, die durch Zwangsarbeit verschärft wird, Gelegenheit darüber nachzudenken, ob es gut und nützlich ist, den Rat eines Zauberdoktors einzu- holen. Während der Derhandlung tarnen aus den Zeugenaussagen interessante Tatsachen über den Zauberglauben und seine seltsamen Formen, wie sie heute noch in jenem Gebiete Südafrikas im Schwange sind, zutage. So berichtete eine Zeugin, daß sie zugegen gewesen war, wie ein Msutu- Zauverdoktor geholt wurde, damit er den Schul­digen an den in letzter Zeit vorgekommenen Bränden und dem Sterben des Viehs ausfindig mache. Der Wundermann befestigte einen hohlen Kürbis auf einem Metallgefäß und sprach in eine

öffentlicht:Die Verhandlungen zwischen einer deutschen und einer belgischen Delegation von Regierungsvertretern über die K 0 tz- len f r a g e , die vom 22. bis 24. August in Brüssel ftattgefunben haben, sind heute nachmittag zu einem vorläufigen Abschluß gelangt. Es ist eine Vereinbarung in Aussicht genommen, die mit Wir- Jung oom Oktober ab eine Einschränkung der b e u t sch en Kohleneinfuhr vorfleht. Belgien wird Deutschland für die Einschränkung einen a n« bermeitigen Ausgleich auf inbuftriel« lern Gebiete gewähren, über besten Einzelheiten im Laufe des Monats September weiter verhandelt werden soll."

Verantwortlich für Politik: 3.93.: Ernst Blumschein.

Deffnung der Fruchtschale hinein. Es kamen selt­sam pfeifende Tone heraus, die die Zeugin nicht zu deuten wußte, die aber nach des Zauberers Behauptung nichts anderes besagten, als dah Mampulu, ein Junge des Stammes, der Schul­dige sei. Für diese seine Leistung forderte der Wundermann ungefähr eine Summe von 8 Mark von jedem der Anwesenden, die in großer Zahl dem Schauspiel beiwohnten, begnügte sich aber schließlich mit einemGesamthonorar" von 25 Wk. Ein anderer Zeuge, Mpunzana mit Ramen, gab Auskunft über bie gewöhnlich übliche Formen der Zauberkunst. Als aufgeklärter Mann hielt er nichts von dem Befragen eines Kürbisses, sondern lachte über die Leichtgläubigen, die sich auf diese Weise hatten anführen lassen. Die von dem Zau- bermanne, dem sogenannten Jsangoma oder QJo- kupengula, aus geführte Prozedur spielt sich ge­wöhnlich so ab, daß er zunächst eine Prise nimmt und wie ein Stier brüllt, um die Geister zu seinem Beistand herbeizurufen. Dann beschwört er mit lauter Stimme:Gestehe die Wahrheit", und die Antwort, die er erhält, wird unzählige Male wiederholt. Wenn derPatient", den er in Ar­beit hat, allein anwesend ist, dann dauert diese Behandlung immerhin eine gute Weile. Der Zau­berer geht dann durch den ganzen Kraal und nimmt alles weg, was schädlich ist, einschließlich der Medizinen, deren er habhaft werden kann, well er ihren Gebrauch nicht versteht. Die wich­tigsten seiner Zaubermittel, durch die er weissagt, sind das Werfen von Knochen und der Tanz. Dabei sprechen nach der Meinung des aufgeklär­ten Mpunzanas nicht gerade die Knochen zu dem Wundermann, aber aus der Art, wie sie zu Boden fallen, erfährt er alles, was er wissen will.

Sochfchulnacbnchkn.

Prof. Dr. Kurt GoerttlerinKiel ist zum Prosektor am Anatomischen Institut der 'Univer­sität Zürich als Rachfolger von Paul Don- w i l k e r berufen worden. Donwiller hat einen Ruf als Professor und Leiter der Morphologi­schen Abteilung am Staatlichen Physiologischen Forschungsinstitut in Moskau angenommen.

Der Tübinger Ordinarius der Pharmako­logie Professor Dr. Felix Haffner hat den Ruf an der Universität Heidelberg als Rach- fölger von Professor W. Heubner abgelehnt.