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25.8.1932 Erstes Blatt
 
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Ur. 3)9 Zweites Blatt

Wer soll regieren?

23on Or. h. ( MeeSmann*.

Die Frage, wer im Reich künftig regieren soll, möge im nachstehenden einmal lediglich vorn Stand­punkt der einfachen Tatsachen, nicht vorn Stand­punkt irgendeiner Partei aus beantwortet werden.

Die legten Reichstagswahlen haben nach keiner Richtung ein# regierungsfähige Mehrheit gebracht. Der Herr Reichspräsident hat deshalb vorläufig dem von ihm berufenen überparteilichen Kabinett die Vollmacht belassen, die Regierungsgeschäfte zu füh­ren. Zwar sind Versuche gemacht worden, die größte Partei, die Nationalsozialisten, an der Regierung zu beteiligen, diese Versuche des Herrn Reichspräsiden­ten und des Herrn Reichskanzlers sind jedoch an der Erklärung Hitlers gescheitert, daß er in das Kabinett nur eintreten könne, wenn ihm die Führung der gesamten Regierung übertragen würde. Daß der fr-'rj; Reichspräsident auf diese Bedingung nicht ein- , .g. haben ihm die Nationalsozialisten sehr übel genommen. Ist das berechtigt?

Die Nationalsozialisten pochen darauf, daß sie mit 220 Mandaten die stärkste Partei des Reichstags seien und daher einen Anspruch auf die Führung der Re­gierungsgeschäfte hätten. Das ist zweifellos ein Irr­tum. Die Zahl der Mandate beträgt von der Gesamt­zahl erst 37 v. H. also kaum mehr als ein Drittel. Hätten sie mehr als die Hälfte der Mandate erhalten, so ließe sich der Anspruch wenigstens nach dem Sinn der Verfassung rechtfertigen. Mit einem solchen Er­gebnis hatte die Parteileitung auch wohl gerechnet. Auch ihr Verhalten gegen andere Parteien, wie die Deutfchnationalen, die auf demselben nationalen Bo­den wie sie stehen, zeigte dies, denn diese wurden mit einer geradezu verletzenden Mißachtung behandelt.

Man könnte es begreifen, wenn eine Partei, die für sich in Anspruch nimmt, eine ganz besondere staatspolitische Richtung oder Bewegung zu vertre- ton, es mit diesem ihrem Charakter nicht vereinigen kann, eine andere Partei als grundsätzlich gleich­berechtigt anzusehen und zu behandeln. Ader in solchem Falle bleibt ihr nichts anderes übrig, als so lange zu kämpfen, bis sie die zahlenmäßige Mehr­heit im Parlament besitzt. Es erscheint nicht logisch, wenn eine Partei, die von der Vorstellung ausgeht, daß das deutsche Volk in seiner weit überwiegenden Mehrheit hinter ihr stehe, die aber dann bei einem mit einem Riefenaufwand von Propaganda durch­geführten Wahlfeldzug nur 37 v. H. der Mandate erhält, dennoch beansprucht, die Führung der Re­gierungsgeschäfte übertragen zu bekommen.

Es gäbe allerdings noch eine andere Rechtferti­gung für diesen Anspruch, dann nämlich, wenn die Partei nachträglich sich zu der Auffassung be­kennen würde, daß eine Koalitionsregierung unter den gegebenen Verhältnissen geboten sei und sich zugleich in der Lage fühlte, eine solche Koalitions­regierung herzustellen. Die einzige ernstlich hierfür in Betracht kommende Möglichkeit wäre das Zusam- mengehen mit dem Zentrum. Dann hätten wir wie- der eine ausgesprochene Parteiregierung. Wir wissen nicht, ob rein taktisch der Zusammenschluß der bei­den Parteien möglich ist. Es gibt ja, namentlich beim Zentrum, sehr weitgehende taktische Möglich­keiten, wie das seine Haltung während der verflösse- nen 13 Jahre gezeigt hat. Vielleicht lassen sich auch bic* anscheinend unversöhnlichen Gegensätze zwischen Zentrum und Nationalsozialisten durch taktische Er­wägungen überbrücken. Aber was würde das deutsche Volk dazu sagen?

Es ist im allgemeinen schwer, beim deutschen Volk von einer politischen Meinung zu sprechen. Aber in dem einen Punkt sind sich doch mindestens 75 v. H. der deutschen Wähler und Wählerinnen heute einig, daß man die Parteiwirllchaft als Regierungsmaxime gründlich satt hat, selbst in weiten Kreisen solcher Parteien, die sich als die Hüter des demokratischen Gedankens ausgeben. Der Parlamentarismus als Regierungsmaschinerie hat gründlich versagt. Schon

Wunschgemäß geben wir dem Herrn Verfasser Gelegenheit, in unseren Spalten seine Ansicht zur gegenwärtigen innerpolitischen Lage darzulegen.

' D. Red.

Wie MWniS Rotor arbeitet.

Ein Hiefenprogramm rationalisierter Tagesarbeit.

Muffolini hat bei der Neuordnung seines Re- gierungsapparates, dem fünf feiner Minister zum Opfer fielen, zu seinen vielen Pflichten noch zweiMinisterposten übernommen und man fragt sich, wie er cs möglich macht, alle diese La­sten auf seinen Schultern zu tragen. Er hat selbst einmal die Antwort darauf gegeben, als er bet einer Versammlung des Großen Faschistenrates sagte: »Ich habe meinen Motor nach meinem Pro­gramm eingestellt: ich habe meine Togesa^ett rationalisiert: ich habe alle Zerstreuung undVer- geudung meiner Zeit und Kraft auf ein Mindest­maß herabgesetzt und ich habe dieses Höchstmaß der Leistung durch ein Prinzip erzielt, das ich allen Italienern ernpfehle: die Arbeit jedes^ages muh genau durchdacht und dann ebenso methodtsch wie regelmäßig während dieses Tages durchge­führt werden Nichts darf zurückbleiben. Alle ge­wöhnliche Arbeit muß mit fast mechanischer Ge­nauigkeit erledigt sein, und es muß noch Zett bleiben für ungewöhnliche Aufgaben Meine-^Tä­tigkeit erscheint mir leicht, zum großen Tetl des­wegen, weil sie abwechslungsreich tst. Ich kann alles leisten, weil der Wille vom Glauben getragen wird und weil mein Geist gern meinem Willen gehorcht."

Liest man in der Zeitung täglich von dem Nie- senprogramm, das der Duce durchgeführt hat, so schwindelt einem fast der Kopf von den vielen amtlichen Handlungen und Empfängen, neben de­nen noch ein Morgenritt, eine Fechtpartie, ein Bad am Strande von Ostia, eine Stunde engli­schen Unterrichts, die Mitwirkung bei einem Geigen-Quartett, die Besprechung über ein Drama mit Signor Forzano, die Dor ührung eines Films oder ähnliches erscheinen können. Man muß sich den regelmäßigen Gang seines Tagewerks klar machen, um diese höchste Oekonomie in der Aus­nützung seiner Zeit zu verstehen.

Mussolini steht um 7 Ufjr auf und unternimmt einen Ritt auf dem Gelände der Villa Torlonia, wo es einen trefflichen Reitweg mit Hindernissen gibt, die er mehrfach nimmt, wenn er nicht einen weiteren Ritt nach den Borghese-Gärten ober nach der Campagna antreten kann. Der Duce liebt Pferde und hat vier Araber und zwei italienische Iagdpferde in seinen Stallen. Dieser Worgenritt gibt ihm die Elastizität, die er braucht, und er fühlt sich danach, wie er gesagt hat, .vollkommen

Donnerstag, 25. August 1952

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)

9er Abschied von den Opfern derNiobe".

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Die Einzelbestattung eines,Berliner Opfers derNwbe"-Katastrophe auf dem Stahnsdorfer Waldsriedhof. Reichswehrsoldaten tragen den Sarg des Offiziersanwärters Georg Gutjahr zur letzten Ruhestätte.

Die Trauerfeier auf dem Kieler Garnisonfriedhof. Links das Massengrab, in dem 22 der jungen Seeleute beigefetzt wurden.

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Brüning mußte ohne das von der Verfassung vor­geschriebene Vertrauen der Mehrheit des Reichstags regieren und sich mit der Ablehnung von Miß- trauensanträgen als Surrogat behelfen. Inzwischen ist die ganze Gesetzesmaschinerie infolge der Arbeits­unfähigkeit des Reichstags auf Notverordnungen ,;umgestellt". Diese Arbeitsunfähigkeit des Reichs­tags ist es doch, die bei dem Herrn Reichspräsidenten

gerüstet, um die schweren Aufgaben zu bewältigen, die mir jeder Tag bringt. Nach dem Morgenritt folgt eine kurze Hebung im Säbelfechten, eine Wcffe, die er dem Rapier oder dem Florett vor­zieht. Sein Fechtlehrer, der Cavaliere Ro - d o l f i, schildert den Duce als einen .furchtbar gefäh-lichen Gegner".

Nach einem lauen Bade nimmt Mussolini sein Frühstück ein, bestehend aus ein paar Früchten und einer Tasse Milchkaffee. Dann fährt er im Kraftwagen nach dem Palazzo Venezia, wo er ben Vormittag mit Kabinett-Sitzungen und Erlebigung ber wichtigsten Amtsgeschäfte »erbringt. Er hat jeben Tag Besprechungen mit bem Generalsekre- tär der faschistischen Partei, mit bem Chef bes Pressebüros, bem Polizeichef, dem Staatssekre­tär bes Innern und andern hohen Beamten. Er unterrichtet sich auch über die wichtigsten Äuße­rungen der Weltpresse. Um 13 Uhr begibt er j sich nach Hause und nimmt sein Mittagessen, das

I aus Salat und Obst, aus etwas Fisch ober ge-

kochtem Fleisch und aus Milch besteht Wein trinkt er niemals: er genießt auch niemals starken Kaf­fee und raucht nur gelegentlich eine Zigarette Sein alter Koch C e s i r a bereitet ihm die einfachsten Gerichte, bie ihm in ber schlichtesten Weise ge- reicht Werbern Am frühen Nachmittag hält er ein wenig Ruhe, unb seine Lieblingssorm ber -Er­holung" besteht barin. am Steuer seines Super- Fiat nach Ostia oder Castel Porzano zu rasen um dort ein Bab zu nehmen.

In den Palazzo Venezia zurückgekehrt, beginnt er gegen 16 Uhr mit seinen Sekretären bie Durcharbeitung ber K o r r e sp o n b e n z unb ihre Erledigung. Um 17.33 setzen bie Emp­fänge ber Gesanbten. Minister unb sonstigen Be­sucher ein: bie auswärtigen Angelegenheiten teer­ten besprochen. Durch ein Glas Milch unb etwas Mineralwasser gestärkt, arbeitet er bis 2? 33 Uhr, bann fährt er nach Hause unb nimmt sich irgenb- cin Buch mit das man ihm währenb bes Tages empfohlen hat Das Abenbeslen um 21 Uhr besteht aus Obst unb Milch. Finbet eine Versammlung bes Faschistenrates statt, bie stets um 22 Uhr beginnt bann ist ber Abenb bamit ausgefüllt: sonst Ijeft er unb spielt Geige. Dieses Instrument ist seit seiner Iugenb sein unzertrennlicher Be­gleiter unb er hat sich auch während seines Va- gabunbenlcbenä in ber Schweizer Verbannung nie von ihm getrennt Ar ,

Das größte Opfer, daß Mussolini feiner Aus­gabe bringt, ist die Einschränkung seines Familienlebens, das ihm so sehr am Her­zen liegt Seine Gattin, Donna Röchele, widmet

sicher nur nach schweren inneren Kämpfen der Ueberjcugung zum Durchbruch verhalfen hat, daß nur mit einer überparteilichen Regierung prak- tisch zu arbeiten ist. Und nun soll das vollkommen gescheiterte parlamentarische System wieder in einer neuen Parteiregierung aufleben? Und dazu getragen von zwei Parteien, die sich lediglich der Macht zu liebe aus taktischen Erwägungen bei sonstigen größ-

sich ganz ihrem Heim unb den Äinbcm unb nimmt an den Rcpräsentationspflichten ihres Gatten nicht teil. In ben zehn Iahren, in denen Mussolini an der Spitze der Regierung steht hat er nie­mals länger als drei Tage Ferien gemacht und diese kurze Freizeit stets mit seinen Kindern auf seinem kleinen Gut in der Romagna verbracht.

Persien wird modern.

Persien besitzt 500 Flugzeuge, während das uralte Ochsenfuhrwerk noch überall durchs Land zieht als Zeuge eines gemächlicheren Zeitalters. Die Straßen, bie von ber Küste nach Teheran führen, umfassen an bie 200 Kilometer unb bie Signale warnen vor nicht weniger als 200 ge­fährlichen Kurven. Trohbem sausen Tag unb Nacht in gefährlichstem Tempo bie mobemsten Wagen vorüber, von Eingeborenen gelenkt Die Schluchten rechts unb links von biesen hals­brecherischen Straßen sinb, wie man erzählt, gefüllt mit ben Wracks von gestranbeten Autos unb ben Leichen ber Kamele. Unb boch sträuben sich bie Automobilisten mit Hänben unb Füßen bagegen, baß eine behörbliche Prüfung ber Brem­sen vor Antritt einer solchen gefährlichen Berg­tour angeorbnet werben soll. Es wirkt phan­tastisch. so schilbert ein englischer Beobachter ben Einbruch wenn neben ben bahinrasenben Autos die Kamel-Karawanen sich bewegen wie zu Abrahams Zeiten wenn sie nicht rechtzeitig ausweichen, sinb sie verloren. Derart vollzieht sich ber Hanbel im mobernen Persien, bas fast viermal so ausgedehnt wie Deutschland den Vorposten von Zentralasien bildet. Die Moderni­sierung nimmt von Tag zu Tag ein schnelleres Tempo an in diesem Lande, dessen Schah-Diktator ursprünglich Stallknecht gewesen sein soll. Ietzt ist bie Krone bes Darius in seiner Familie erblich. Er soll übrigens eine einbrucksvolle Erscheinung sein. Teheran, bie Hauptstabt, ist eine einzige riesige Werkftatt. Die Straßen ermangeln fast ausnahmslos ber Pflasterung. Man stößt bei jebem Schritt auf Sanb-, Stein- ober Zement- Haufen unb auf bie Gerüste von Neubauten: benn in allen Stabtteilen sinb bie alten Gebäube nicbergeriffen worben unb bie mobemften cotahl- konstruktionen wachsen empor. Alle persischen Stäbte wachsen treibhausartig, nicht in bie Breite, fonbern in bie Höhe. Sie strecken sich nicht aus nach der Wüste, bie sie umgibt, auch nicht nach den nahen Bergen, fonbern in ben Himmel. Cs gibt eine Pferbebahn, wie ein Zugeständnis an

Der Kommandant derNiobe", Slapitänleutnant Nuhfus (rechts) begibt sich zu der Trauerfeier auf dem Garnisonfriedhof in Kiel.

Wieder ein Toter der ,/Riobe" geborgen

Kiel, 25. Aüg. (WTB. Funkspruch.) Im Feh- mar n-Belt wurde gestern wieder ein Toter der Niobe"-Katastrophe geborgen. Es handelt sich um den Marineoberzahlmeister Schirmann aus Kiel.

ten Gegensätzen zusammenfinden könnten? Zwei Parteien, von denen die eine außerdem wiederholt erklärt hat, daß sie selbst Gegner des Parlamentaris­mus ist und von denen die andere überhaupt keine bestimmten staatspolitischen Grundsätze kennt, son­dern auf einer konfessionellen Grundlage beruht?

Wenn man so die Dinge betrachtet und lediglich das Interesse des Landes im Auge hat, das doch auf irgendeine Weife regiert werden will, dann wird man, mag man fönst einer Partei angehören, wel­cher man wolle, sich sagen müssen, daß bis auf weiteres die jetzige Reichsregierung, die auf kein Parteiprogramm festgelegt ist, aber doch wenigstens eine einheitliche und nationale Führung hat erken­nen lassen, das gegebene für uns ist, unb es müßte Pflicht aller Fraktionen sein, denen es nicht auf Parteiherrschaft ankommt, die jetzige Regierung fo lange im Amte zu belassen, bis einmal die Wähler sich für eine bestimmte andere Regierung entschie­den haben. Um aber auch dies vorweg zu nehmen: In absehbarer Zeit ist hierauf nicht zu rechnen, da die letzte Reichstagswahl eine solche Kräfteverteilung gezeigt hat, daß Aenderungen wesentlicher Art von neuen Wahlen nicht zu erwarten sind.

Oer Zeppelin-Besuch an Goethes Geburtstag.

WSN. Frankfurt a. M . 24. Aug. Dr. Hugo Eckener hat nunmehr bas Programm für ben Besuch bes LuftschiffesGraf Zeppelin bei der großen G o e t h c - D e - bächtnisfeier am Sonntag, 2L. August, in Frankfurt a. M. mitgeteilt. Das Luftschiff wirb am Sonntag, gegen 10.30 Ubr über Frankfurt erscheinen unb zunächst einen Lorbeer­kranz abwerfen, unb zwar auf bem Platz vor bem Schauspielhaus.

bie gute alte Zeit, währenb bie mobernsten Auto­busse burch bie Hauptstraßen sausen. Die Pferbe sinb mit kabbalistischen Zeichen tätowiert, Mähne unb Schweif mit Hennah rot gefärbt. Hennah spielt in Persien überhaupt eine große Rolle: man sieht rotgelb gefärbte Nägel unb Hanb- flächen unb rotgefärbte Bärte. Alle Perser tragen übrigens heutzutage biefclbe Kopfbebeckung: eine Art Militärmühe, bie aus vielen grellbunten Tuchstückchen zusammengenäht ist. Im mobernen Persien nimmt der englische Einfluß ftänbig ab; es ist vor allem Deutschland, bas neben Frankreich ein gutes Geschäft in Per­sien macht; 50 Prozent de« gesamten Hanbels aber hat neuerbings Rußland in die Hand be­kommen. Eine neue russische Bank ist jüngst in Teheran gegründet worden, die überaus rührige russische Handelsvertretung zeigt eine bemerkens­werte Geschicklichkeit. Täglich wächst auch der Import von deutschen Flugzeugen, llebcrall entstehen neue Flughallen, Deren Per­sonal ausschließlich aus deutschen und französi­schen Spezialisten besteht. Durch die Gebirge werden neue Straßen gebaut, Häfen werden an­gelegt und die Oelgewinnung auf den Bahrein- Inseln im Persischen Golf wächst ununterbrochen. Deutsche und französische Ingenieure bauen die Eisenbahn, die Benbershahpur am Persischen Golf mit Bendershah an der Bucht von Astrabad verbinden wird.

Oas späte Brautpaar.

Dor einem Standesamt in Hamburg erschien kürzlich ein Paar, von dem man annehmen konnte, daß es vielleicht bie Absicht habe, seine golbene Hochzeit urkunblich zu bestätigen. Er war ungefähr 70. sie nicht viel jünger. Es hanbelte sich aber wirklich um ein Brautpaar, das gekommen war. um vor dem Standes­beamten die Ehe zu schließen. Dieses Paar war 44 Iahre verlobt. Ietzt endlich, nach fast einem halben Iahrhundert. kann cs Hochzeit machen. Der Vater des Bräutigams wollte nicht, daß ber Sohn bas geliebte Mäbchen heiratete. Gegen ben harten Willen bes Vaters kam ber Sohn nicht auf, er verlegte sich auf den Trotz und sagte: die oder keine. Unb bas Mäbchen sagte: wir warten. So warteten sie Iahr um Jahr. Der alle Vater gab nicht nach, bis ber Tob ihm im 95. Lebensjahr den störrischen Willen brach. Inzwischen sind auch bie Kinber alt geworben ... aber nicht zu alt, um auf bas Glück, bas ihnen 44 Iahre lang versagt blieb, zu verzichten.