Einzelbild herunterladen

Paulick und Günther sind Sozialdemokra-. ten. Dr. Heinze Staatsparteiler. Sie sind noch in den letzten Tagen der Amtstätigkeit des alten Mini st c - riums zu Kreisdirektoren beför­dert worden. Ferner hat das Staatsministerium demAnhalter Anzeiger" in Dessau die Amts- blatteigenschoft wiedergegeben, die ihm vom alten Ministerium gendmmen worden war.

0er hessische Etat durch Notgesetz in Kraft gesetzt.

V a r m st a d l, 24. Mai. (TDID.) Amtlich. Durch die Ungültigkeitserklärung der Landtagswahl ist d i e Möglichkeit genommen, daß der Slaats- ooranschlag für das Rechnungsjahr 1932 durchden Landtag verabschiedet wird. Die Regierung ist dadurch gezwungen worden, in Anwendung der Destimmungen des Artikels 9 der hessischen Verfassung durch Rotgeseh die erforderliche etatrechtliche Grundlage für die Führung der Staatsgeschäfte zu schaffen. Das Rotgeseh das sich übrigens auf den Artikel 48 der Reichsverfassung sowie auf die Ver­ordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung der haushalte von Ländern und Gemeinden vom 24. August 1931 stützt ist inzwischen erlassen worden. (Es wird dem neuen Landtag bei seinem Zu­sammentritt sofort zur Destätigung vorgelegt werden.

Oie Kandidatenliste

der Hessischen Zentrumspartei.

WSN. D a r m st a d t, 24. Mai, In der Sitzung des Landesausschusses der Hessischen Zentrumspartei wurde die von dem Landcsvorstand vorgeschlagene K a n d i d a t e n l i st e, die 40 Namen umfaßt, ein­mütig genehmigt. Die Liste enthält an der Spitze folgende Namen: Ministerialrat Hoffmann (Darmstadt), Landwirt Blank (Gaulsheim), Amts­gerichtsrat Schul (Offenbach», Gewerkschaftssekre- lär Wespe (Darmstadt), Rektor Winter (Mainz), Frau H a t t c m e r (Darmstadt), Landwirt Weck- I e r (Rockenberg), Professor Dr. S t o h r (Mainz), Studienrat H e i n st a d t (Bensheim), Lederarbeiter Noll (Herrnsheim), Schuhmachermeister Alt- mann (Seligenstadt), Rechtsanwalt Schmidt (Mainz), Glasermeister Dort) (Bingen), Iugendsür- sorgerin Elisabeth S e r a r i (Heppenheim), Arbeiter- sckretar Even (Mainz), Schneidermeister Stein­metz (Dieburg), Landwirt S ch o r k (Horpenrod), Obcrveterinärrat Dr. Roßkopf (Gießen), Land- wird Ludwig (Gonsenheim bei Mainz), Schrift­setzer Ludwig Schmidt (Harheim) und Lehrer G'a h r (Mainz-Kastel).

Eine neue Wahlrede Hitlers in Oldenburg.

Oldenburg, 25. Mai. (CAB.) Adolf Hitler sprach in Rodenkirchen. Wir kämpfen nur. so sagte Hitler, um das Volk zu erobern, und wir werden noch weiter kämpfen, bis wir. den letzten Proletarier gewonnen haben. Wenn aber jemand mit Gewalt Widerstand leisten sollte, so werden wir diesen Widerstand bre­chen. Die Macht, die unsere Fahnen erobert haben, kommt von unseren Fahnen nicht wieder weg. Die Deutschnationalen wenden sich gegen jede Art von Sozialismus. Wenn ein deutschnationaler Parteiführer sagt: er lehne den Sozialismus ab. so sage ich Ihnen, hochverehrter Herr Geheimrat. ebensogut können Sie sagen:Ich lehne den Mond ab!" Weiter wandte sich Hitler gegen den bür « gerlichen, Rationalismus, dessen Ge­danken höchstens zu einer Diktatur nach Art Primo de Riveras in Spanien gingen. Allerdings habe man in Deutschland schon eine Diktatur. Es sei bezeichnend, daß Brüning gesagt habe, keine Regierung stände, da Reichswehr und Po- lizer fest hinter ihr senden. Dies sei eine schlechte Empfehlung für die Außenpolitik. Er. Hitler, würde nur sagen, ich regiere, weil das Volk hintek mir steht. Reichswehr und Polizei dürften

Gießener Giadtiheater.

Gastspiel der Frankfurter Oper: Rigoletto" bjon Berdi.

Die Verdi- Renaissance des letzten Jahr­zehntes hat durch neue Bearbeitung der Texte bzw. durch verbesserte älebersetzungen eine beacht­liche Zahl von bisher wenig bekannten Opern des Meisters mit mehr oder weniger Glück der deutschen Bühne zugänglich gemacht. Damit hat wiederum eine besondere Verdi-Pflege eingesetzt, die auch den bisher gespielten Werken zugute kam: denn durch die Bekanntschaft mit den an­deren Verdi-Opern wurde der Blickpunkt ge­weitet, das Wesen des Verdischen Stils tiefer erkannt und die neu gewonnene Erfahrung nutz­bar gemacht.

Bei der Beurteilung von Verdis Opernstil wird man sich stets des starken. Gegensatzes zwi­schen dem Musikcharakter des Südens und des europäischen Aordens bewußt werden müssen. Im Süden die herrschende Melodie als dem Aus­druck des affektgebundenen Erlebens des Augen­blicks durch den Gegenwartsmenschen, im Aorden ein Hinausstreben über die Gegebenheiten durch Reflektion und Vergeistigung im Lichte des Har­monischen und der Polyphonie. Beide Richtungen sind nicht voneinander trennbar, und der Verlauf der Musikgeschichte zeigt eine Reihe von Ge­legenheiten, wo Aorden und Süden durch gegen­seitigen Austausch ihrer M:rungenschaften neue EntwicklungsmvglichkeUen gewinnen.

Die Verschiedenheit des deutschen Musikdramas von der Verdischen Oper wird durch die unter­schiedliche Einstellung in der Erfassung der Hand­lung erklärlich. Das Musikdrama deckt psycholo­gische Entwicklungen in ihrer kausalen Bezogen» heit auf, während Verdi die einzelne Situation schlaglichtartig beleuchtet, sich an ihr entzündet, und zu Entladungen des Affektes führt. Dabei treten für ihn vornehmlich die Höhepunkte leiden­schaftlicher Empfindung in den Vordergrund: ihm liegt weniger daran, die inneren Beziehungen zu den folgenden Szenen musikalisch zu vermitteltr, sondern dem kommenden Höhepunkt wiederum eine neue charakteristische Prägung zu geben.

In der Entwicklung von Verdis Schaffen war nach sechzehn vorausgegangenen Opern erst dem Rigoletto" ein dauernder Erfolg beschieden. Mochte cs zum Teil an den früheren Texten ge­legen haben, die den Meister nicht innerlich ent­zündeten. so war ihm im »Rigoletto" ein Stoff

Scharferproiestgegendiepolnischenprovokailonen

Aussprache im Auswärtigen

Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat am Dienstagvormittag unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Frick (Rats.) zusammen. Reichs­kanzler Dr. Brüning gab eine ausführliche Darstellung der hauptsächlichsten außenpolitischen Probleme: Genfer Verhandlungen. Tribute, aus­ländische Schulden, Abrüstung. Donauproblem, , Memelland und Danzig.

Aach Beendigung der einstündigen Ausführun­gen des Reichskanzlers erhielt als erster Partei­redner der Abg. Rosenberg (Rats.) das Wort. Es kamen noch die Abgeordneten v. Freytogh- Loringhoven (Dn), Graf Westarp (Kons.), Dr. Wirth (Z.), Stampfer (SPD.). Dr. Kaas (Z.). Goering (Rats.), Dr. Quaah (Dn.), Stöcker (K.). v. Seeckt (D. Bp.), Reinhold (StP.), Dr. Spahn (Dn.), v. Epp (Rats.), Leicht (Bayr. Bp.) und Schneller (Komm.) zum Wort. Darauf gab Bot­schafter Aadolny einen ausführlichen lieber« blick über die Abrüstungsverhandlungen in Genf. Zum Schluß antwortete Reichskanzler Dr. Brü­ning auf verschiedene Anfragen, die im Laufe der Diskussionen an ihn gerichtet worden waren.

Angenommen wurde ein Antrag des Abg. Dr. Frick (Rats.), nachdem er mit einer Aende- rung des Abg. Leicht (Bayr. BP.) versehen war. mit sämtlichen Stimmen gegen die ©tim-, men der Kommunisten und bei Stimment­haltung der Deutschnationalen. Die­ser Antrag ersucht die Reichsregierung, alles daran zu sehen, daß die Gleichbeirechti- g u n g, welche besonders von einem Staat als nurtheoretißH" bezeichnet wird, in einwand­freier Formulierung entsprechend namentlich dem Artikel 8 der Völkerbundsakte und unter Ab­lehnung des § 53 des Konventionsentwurfes a l s tatlächlicheVoraussehung anerkannt wird und als bindende Grundlage für alle wei­teren Verhandlungen zu gelten hat.

TDeiter wurde mit elf gegen zehn Stimmen ein nationalsozialistischer Antrag angenommen, worin die Reichsregierung ersucht wird, die polnische Re­publik nicht darüber im Unklaren zu lassen, daß jederAngriffaufdenFreistaatDanzig vom ganzen deutschen Volk als Angriff auf deutsche Lebensrechte betrachtet und dementsprechend beantwortet würde.

Ausschuß des Reichstages.

Schließlich wurde dn Antrag des Abg. Dr. B e U (Zentr.) und anderer Ausschußmitglieder m i t sämtlichen Stimmen (mit Ausnahme derjeni­gen der Kommunisten) angenommen, der folgende Forderungen aufstellt:

1. Der Auswärtige Ausschuß hat Kenntnis ge­nommen von der Erklärung des Herrn Reichskanz­lers, wonach die berechtigten Interessen unserer deutschen Volksgenossen in Memel und in Danzig gegen jeden un­zulässigen Eingriff nachdrücklich g c - schühl werden.

2. 3m Hinblick auf die das deutsche Volk empören­den Vorgänge in Memel und Danzig erwartet dem­gemäß der Auswärtige Ausschuß, daß die Reichs­regierung alle geeigneten Vorkehrungen trifft, um jeden Versuch einer erneuten Vergewaltigung dieser Rechte und Interessen rechtzeitig zu unterbinden.

polnische Frechheit.

Protest gegen die BTA.-Fcier in Danzig.

Danzig, 24. Mai. (TDTD.) Der diplomatische Vertreter Polens in Danzig, Minister p a p e e , hat am Montag dem Senat der Freien Stadt Danzig eine Rote zugehen lassen, in der es u. a. heißt: Der Schuh und die Forderung, die die Dan­ziger Dehörden der Tagung der3ugendorgoni- sationendesvDA. (Verein für das Deutschtum im Ausland) in Danzig haben zuteil werden lassen, und das rigorose Umzugs- und Uni- formoerbol für die polnischen Pfad­finder anläßlich ihres zehnjährigen Destehens be­deuteten eine flagrante Verletzung der für Danzig geltenden Bestimmungen. Die Rote protestiert ferner gegen eine An­sprache des S enats-vizepräsidenten Viarclnski-Eeyfer bei der TDeihcslunde des VDA. in Heubude. Zum Schluß wird gefragt, welche Schritte der Senat zu tun gedenke, um in Zukunft ein ähnliches öffent­liches Auftreten von Angehörigen fremder Länder gegen den Versailler Vertrag auf dem Gebiete der Freien Stadt Danzig zu verhindern.

nur Ausdruck der ganzen Volkskraft sein und dem Schuh« des Volkes dienen. Allein sei ihre Kraft nur begrenzt.

Reichskanzler und Deutscher Beamtenbund.

Berlin, 24. Mai. (CAD.) Zu dem Schrei­ben des Deutschen Beamtenbundes an den Reichspräsidenten, das sich gegen .die Beschäftigten st euer wendet, wird amtlich daraus hingewiesen, daß der Deutsche Beamtenbund den Reichskanzler Dr. (Brüning um eine 11 n t e r r eb u n g ge­beten hatte. Bevor der Reichskanzler, der selbstverständlich bereit war, die Vertreter des Deutschen Beamtenbundes zu empfangen, seine zu stimmende Antwort übermitteln konnte, hat sich der Beamtenbupd an den Reichs­präsidenten gewendet.

Dazu veröffentlicht die Bundesleitung des Deutschen Beamtenbundes eine Mitteilung, in der es u. a. heißt: Bereits am Donnerstag, dem 19. Mai. ist der Reichskanzler um eine Unterredung gebeten köorden. Dieses Ver­langen wurde am 23. Mai mündlich und schriftlich wiederholt. Es ist am 21. Mai noch einmal in einem Telegramm des DBB. wiederholt worden. Trotzdem lag bis Montagabend weder eine Aeuhe- rung des Reichskanzlers noch der Reichsregierung vor. Rachdem in der amtlichen Verlautbarung der Reichsregierung vom 21. Mai ausdrücklich da­von die Rede war. daß die Entschließung des Reichslabinettswertvolle Förderung durch nebenhergehende Beratungen

gegeben, der verwandte Säiten in ihm erklingen lieh. War er doch ein Jahrzehnt früher in ähn­licher seelischer Verfassung getoefen als erin furchtbarster Seelenqual" (die Gattin und seine beiden Kinder waren innerhalb weniger Monate vom Tode dahingerafft worden) eine komische Oper für die Skala in Mailand schreiben mußte. Hier konnte sich sein musikalisches Ich bis in die tiefsten Resonanzen hinein erschließen und so eine dramatische Oper erstehen, die auch heute noch unter seinen Werken eine Vorrangstellung om­ni n mit.

Cs konnte schon bei früherer Gelegenheit darauf hingewiesen werden, daß die romanische Oper in Frankfurt eine besondere Pflegestätte ge­funden hat. Das wurde auch durch die gestrige Aufführung (Inszenierung: Rudolf Scheel) voll- auf bestätigt. Einige Kürzungen im zweiten Akt trugen dazu bei, die innere Konsequenz im Handlungsgeschehen besonders scharf herauszu­heben. Vor ollem sei das hohe musikalische (Niveau der Darbietung betont, das den vielen Feinheiten der Sahtechnik in der Partitur, den situationsgemäß geprägten Instrumentalfarben ebenso Ausdruck gab. wie es den dramatischen Rerv von Verdis Melodik vollends erschloß. Die vielen Kontraste des Bühnengeschehens und der Charaktere im Wandel der Situationen traten mit unvergleichlicher Schärfe der Zeichnung her­aus. Die Ensembles waren klar und plastisch durchgestaltet. Das Quartett im letzten Akt ist z. B. eine der höchsten dramatischen musikalischen Eingebungen, die wir Verdi danken. Nirgend zeigte sich eine Heberspihung oder irgendwelche Gewolltheit: die Rhythmik, von starkem Impuls erfüllt, erwies sich so als bedeutungsvoller dra­matischer Faktor. Das sei der musikalischen Lei­tung Helmut Seidelmanns und dem treff­lichen Orchester besonders anerkannt.

Im Mittelpunkt der Oper steht die Gestalt des Rigoletto. der. aus der menschlichen Gemeinschaft verstoßen, Zuflucht bei der Tochter sucht, die ihm Heimat, Familie, alles zugleich, ist. Eine Kette tragischer Konflikte läßt ihn als einen Geprellten des Schicksals erscheinen. Er ringt sich aus - der Rarrenrnaske heraus zu menschlichem Erleben und wird mit Dem Durchbruch der Menschlichkeit zum Helden. Von dem Willen zur Rache ge­trieben, unterliegt er jedoch dem Schicksal, wo er selber Vergeltung üben möchte. Adolf Per - mann gab dieser Gestalt menschliche Rähe und Größe. Er wuchs hinaus über das Bühnenspiel mit dramatischer Wucht: bei höchster Reife der. Durchgestaltung ließ er den Kampf zwischenSchick-

1

mit den berufenen Vertretern der beteiligten Bevölkerungskreise" ge­sunden hätten, konnte nicht angenommen werden, daß ein Empfang beabsichtigt war. Daraufhin e r ft hat die Bundesleitung Stellung genommen. Daß es sich doch um eine Sonderbelastung der (Beamten nach den bisherigen Plänen handelt, geht aus der Freilassung der großen Kreise der Besitzenden und der selbständig Erwer­benden aus der beabsichtigten Be­schäftigtensteuer, sowie aus der Tatsache, daß diS Beamten in die Freigrenze nicht einbezogen sind, klar hervor.

Woran scheiterte

die Hilfe für Oesterreich?

Scharfe Kritik desJournal de Genevc" an der französischen Tonanpolitil.

Genf, 24. Mai. (WTB.)Journal de Geneve" übt unter der UeberschriftDie Ohnmacht der Mächte" sehr scharfe Kritik an derHal- t u n g des Dölkerbundsrats zu den Fra­gen der allgemeinen Wirtschaftsdepression, mit denen er auf feiner soeben abgeschlossenen Tagung befaßt worden war und deren Behandlung er sich durch eine einfache Vertagung entzogen hat Das Blatt erwähnt besonders die zur Ent­scheidung drängende schwierige Lage Oester­reichs und weist darauf hin, daß ein posi­tiver Vorschlag für eine finanzielle Hilfe­leistung für dieses Land gemacht worden fei.

sal und Väterlichkeit erleben; er erstand zu hel­discher Größe, erfüllt von überwältigenden Triumphgefühlen: um so gigantischer war das Hereinbrechen der Katastrophe. Dazu kam eine hohe, gesangliche Kunst; selbst im Stimmlichen den Zwiespalt bc£ Rarrendaseins spiegelnd, mit einer Modulationsfähigkeit im Stimmklang, die immer wieder aufhorchen ließ, mit sieghafter, strahlend überzeugender Höhe.

Dem Willen zum Helden bei Rigoletto, der immer wieder vorn Schicksal durchkreuzt wird, steht Gilda als die Heldin der Tat gegenüber, die sich opfert, um den Vater zu retten. Die Stadien der Entwick-'' hing in der Liebe zu in Vater, im Erwachen der Liebe zu 9)1 albe, im Verlangen nach der Mutter, in der widerfahrenen Kränkung beim Vater Zuflucht suchend, aber selbst im Rachegefühl zur Verzeihung bereit, im Durchdringen zur Opferbereitschaft: dieses Seelendrama ließ Clara Ebers lebenswahr, ver­innerlicht, ergreifend durchleben. Es gewann volle Realität durch ihr eminentes gesangliches Können. Im Stimmklang fühlte sie sich in jede Situation ein: Wärme dem Vater gegenüber, schwärmend in der Liebe; die ArieTeurer Name" mar erfüllt von sentimentaler Gefühlsweichheit und innerer Rein­heit, glockenhaft schön, perlend, von wunderbarem Schmelz. Bei aller vollendeten Technik wich sie jedoch mit Recht der ernüchternden Koloraturtradi­tion in der Durchführung ihrer Partie aus. Welche Größe strahlte in den erhebenden Momenten von ihr aus; welche überirdisch verklärte Mezza voce ließ sie in der Schlußszene ganz dem Erdendasein entrückt erscheinen!

(Bei John Gläser als Herzog sei besonders seine lebendige Darstellung hervorgehoben; wie er sich der Gilda gegenüber als ein ganz anderer gibt als in] Kreise seiner Höflinge, und wie er im veränderten Milieu des letzten Aktes in Leicht­fertigkeit und Haltungslosigkeit mündet. Bewun­derungswürdig ist, wie er die italienische Gesangs­tradition selbst auch in unserer deutschen Sprache ermöglicht und vorbildlich mit strahlendem Ton und vornehmer gesanglicher Linie verwirklicht. Man kann da mit Recht zener Wiener stimmwissen- schaftlichen Zeitschrift vollends beipflichten, die ihn erst vor kurzem unter diejenigen zählte, von denen die jetzigen Tenöre der Mailänder Skala wirkliche italienische Technik lernen könnten.

AIS <3raf von Monterone wurde Robert vom Scheidt zum Träger der schicksalhaften Fluch­tragik mit kraftvollen zwingenden Akzenten. Dem Sparafucrle vermochte Emil Staudenmcycr die treffenden Züge zu geben. Die Darstellung der Magdalena durch Betty Mergler aber war in»

Es wurde, so schreibt das Blatt, ein Vorschlag gemacht, Frankreich hat ihn aber zu- rückgewiesen. Es hat jede finanzielle Hilfe für Oefterreicb von der Einsetzung einergemein­samen Währungsreserve" abhängig gemacht, für diese aber wiederum die vorherige An - nahmedesTardieu-PlaneszurDor» bedingung gemacht. Der Tardieu-Plan ist aber keineswegs rein wirtschaftlicher Olgtur. er ist in weitem Maße ein po li t i sch e rP l an und man behauptet sogar, daß er ohne wirt­schaftlichen Inhalt ist. Roch einmal haben politische Heberlegungen die wirt­schaftliche Wiederherstellung durch- kreuzt.

Aus aller Welt.

Oie Bibliotheken und die Not der Zeit.

Der Verein Deutscher Bibliothe­kare und der Verband Deutscher Dolksbibliothe- farc haben in Jena eine gemeinsame Tagung veranstaltet, die aus allen Teilen des Reiches von führenden Vertretern des wissenschaftlichen Bibliothekswesens und der öffentlichen Büchereien besucht war. Anwesend waren die^Direktoren nahezu sämtlicher deutscher Universitätsbiblio­theken sowie die führenden Persönlichkeiten der deutschen Tüchereibewegung. Bibliothelsdirektor Prof. Dr. L e y h, Tübingen, zeigte auf Grund genauester statistischer Erhebungen die ungeheuren Schwierigkeiten auf, in die die wissenschaftlichen Bibliotheken durch die plötzliche radikale Be­schneidung derZuschüsse seitens der Rot- gemeinschaft der deutschen Wissenschaft und durch die Kürzung ihrer ordentlichen Etats geraten sind.

Auch große und führende wissenschaftliche Biblio­theken sind nicht mehr imstande, auch nur die wich­tigste ausländische Literatur, insbesondere auch die Zeitschriften und Fortsetzungswerke, weiter zu be­gaffen. Für die öffentlichen Büchereien wies Bibliothekar Hans Hofmann (Berlin) auf die äußerst kritische Situation hin, die durch die kata­strophale Lage der kommunalen Finanzen entstan­den ist. Einer außerordentlich großen Steigerung der Benutzung durch die Erwerbslosen, die vielfach über 60 Prozent beträgt, steht eine Kürzung der Mittel von bereits 30 bis 40 Prozent gegenüber. Der deutschen Wissenschaft und Forschung erwachsen durch die Gefährdung der Bibliotheken, dem deut­schen Bildungs- und Sozialleben durch die Notlage der öffentlichen Büchereien schwerste Schädigungen. Wirksame Hilfe kann aber nur kommen, wenn die O e f f e n 11 i ch k e i t stärker denn je die Erhaltung der deutschen Bibliotheken und Büchereien fordert.

Do X in Berlin begeistert begrüßt

Das FlugschiffDo X" ist am Dienstagnach­mittag um 6.27 Uhr unter dem begeisterten Jubel der Bevölkerung, die trotz des unbestän­digen Wetters zu Hunderttansenden den See umlagerte, glatt auf dem südwestlichen Teil des Müggel-Sees gelandet. Bereits um 14 ilbr waren die östlichen Ausfallsstraßen Berlins mit tausenden von Radfahrern und ebensovielen Automobilen und Mo­torrädern belagert. die alle den Müggel» See zum Ziele hatten. Hunderte von Booten hiel­ten sich an der Markierungslinie auf dem See auf. Sämtliche Gartenrestaurants am See wiesen eine Ueberfüllung auf, wie sie bisher noch nie Beobachtet wurde. Auf einem vom Reichsver- kehrsministerium zur Verfügung gestellten Boot fand sich eine Reihe von Regierungsvertretern ein. So sah man Reichsminister Treviranus, Handelsminister Schreiber, Staatssekretär A b e g g . den Kommandeur der Schutzpolizei Oberst Heymannsberg und Oberbürger­meister S a h m.

Etwa um 18.20 Uhr war das Flugboot westlich des Müggel-Sees von den ilfern aus sichtbar, begleitet von mehreren Land­flugzeugen. Mit starkem Motoren- und Pro- pellergeräusch unter dem Sirenengeheul der Dampfer kreuzte das Riefenflugbootüber dem See. Vom Polizeiboot wurde eine große gelbe Rauchbombe abgoschossen, um dem

folge des brüchigen Stimmklangs als Fehlbesehung anzusprechen; Die homogene Klanglichkeit des Quartetts im letzten Akt erlitt angesichts des Höch­st an des der andern drei Partner eine starke Ein­buße. Alle übrigen Vertreter der zahlreichen klei­neren Partien, ebenso wie der Chor (Curt K r e h s ch m a r), waren voll am Platze und halfen zur Abrundung des Gefamteindrucks. Büh­nenbilder von Karl Löffler und Beleuchtung (Ludwig Keim) verstärkten die Auswirkung der ganz vortrefflichen Aufführung. Dr. H.

Zeitschriften.

Im Iuniheft der Münchner MonatsschriftD i 6 K u n ft" (Verlag F. Brückmann, München) wird die Sammlung Oskar Reinhart in Winterthur, die man als einen letzten Hort der Ueberheferung eines stolzen, kaum erst abgeschlossenen Zeitqsters bezeich­nen darf, gezeigt. Entscheidend für diesen Sammler war sein Bemühen, deutsche und Schweizer Bilder, vornehmlich Meister der Romantik, zu sammeln: so stellen Kaspar David Friedrich, Friedrich Wasmann und Hans Thoma Hauptstücke der Sammlung. An Abbildungen sehen wir eine vorzügliche farbige Wie­dergabe des BildesKreidefelsen auf Rügen" von Kaspar David Friedrich, Hans Thomas Schwester Agathe, ferner Werke von Wasmann, Leibl, Adolf von Menzel, Robert Zünd u. a. Der kunsthandwerk­liche Teil zeigt ein im Krisenjahr 1931 errichtetes Haus, bei dessen Einrichtung der Gedanke leitend war, ein Haus zu erstellen, dessen Unterhalt und Be­dienung keine allzu großen Verpflichtungen auferlegt. Die Grundelemente dieses Hauses find die Sonnen- terraffe, ein großer Balkon vor dem Kinderzimmer und die im Freien umlaufende Galerie, die die voll­kommene Oeffnung des Wohnraums, der vom frühe­sten Morgen bis zum späten Abend im Sonnenlicht liegt, zuläßt.

Die Münchner MonatsschriftDas schöne Heim" (Verlag F. Brückmann) bringt im Maiheft ein Doppelwohnhaus, dessen terrassenförmige Staffe­lung der Südseite Licht und Sonne zur bestmög­lichen Wirkung kommen läßt. Schlichteren An­sprüchen genügen die gezeigten Entwürfe für zwei Kleinhäuser mit etwa 9000 und 18 000 RM. Gesamt­gestehungskosten. Einen Wohn-Schlafraum der be­rufstätigen Frau sehen wir in charakteristischen Ein- zelheiten in mehreren Abbildungen. Auch die Kunst des Tischdeckens wird gepflegt: der Garten ist nicht vergessen. Hauswirtschaftliche Neuerungen, neue Muster künstlerischer Dekorationsstoffe usw. bex schließe»; das reichhaltige Heft« , . ,

JelN

Paris, 24.M rebung, die i ®ntDel' briin der Führer de Herriot, Minister^ nanzminister F > andi muniquS ausgegeb

Die zurückgetretener deuten der ftepiibht hauptsächlichen inten gegenwärtig auf der blemc dargelegt; sie h nie gesetzt, daß sie ih den Altenstücke für alle weiteren 1 halten werden. T a r als Außenminister di nommenc Haltung ,5 Problemen dargelegt riistungskonferenz, r 16. Juni in Lausanne . serenz stellen. Auch di in Mitteleuropa ist t annehmen, daß die gierung nicht in die herriot muß jedoch al

Sie

MS SZS SS s

Vendlge M

röjtetum den, int S-e °>'Lr es könne lege^Mckkehr^

Nation tn

SS «. sitzL L (Mit

Flugboot die Win play anzugeben. M ging dos Flugboot ttotimal an den IZfei DerDo X fehle da Lchen Teil des Cees kreuzte nach dem c/cftl eigens dazu Hergerichte

Der Dampfer mit den sofort in die Mhe de; : d'c Besatzung offiziell z Tre^oiranus beglii 6cs ^gschiffes und feil und Wellen Durchfuhr Elins der die Krönung Kinderarbeit bedeute den Mannern Dank, di> und geführt haben. Auck dent werde sich freuen -nc'chshauptstadt die B pe»e Ucberquerung de° M an, wenn sie qiü « dieser scheinbaren ( V-aufopfernde, muhe Sg*4

«Der Wann, d W Neuyork ist aus Gerung ein Kapitän unter dm Aerdacht d. beuH*Tb beschuldi ^/t'cher ®ehe: ^es britiftf M»'IM

»cm !

Kreuzer fi Siel land unkrnLm PJ11r ches Lord r ergino trf)enc

UNI den Tns 1 "K11 ÄÄ SEM

Arond aus > b"" b'e 4e.de c