Ausgabe 
24.11.1932 Frühausgabe
 
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Aus aller Welt

Les (. rmächtig rngsgest h s d i e s ch w fahren für die Existenz des Frei

nichtet.

fleaBsosMiCÄii

Keks.

Von Karl Lerbs.

Mark, die er auf die Konkursmasse zu übernehmen bereit sei Der etwas aus der Fassung gebrachte -Vertreter der Erben sah ein, daß vor dieser messer­scharfen Beweisführung nur eine stille Zustimmung und ein entsagungsvoller Rückzug übrig blieb.

Roch tiefer war im Kreise der Beteiligten das Schweigen, als schließlich die Gläubiger des Keks- fabrikanten aus der Konkursmasse 10 Prozent ihrer Forderung erhielten und somit den längst nicht mehr lachenden Erben der Betrag von eintausend- sechshundertzwanzig Mark zufiel.

Em Dreier-Ausschuß für die Prüfung derZloiy-Verordnung. r»?fenf2^'2loü'(3:iI-) ^er Völkerbundsrat be- schloß am Mittwoch in öffentlicher Sitzung zur Vchandlung des Antrages des amtierenden Dan­ziger Volkerbundskommissars über die F r a a e der Rechtmäßigkeit der Zloty-Der-

Krisis in Danzig

Die Opposition beschließt.Aufhebung des Danziger Ermächtigungsgesetzes.

jedenfalls aber die größte Eselei, die ich in den öieißig Jahren meiner Notariatspraxis begangen habe. Ich hätte nichts dawider, wenn ich die Er­innerung daran heute mit meinem verewigten Kollegen zu Grabe tragen könnte."

D a n z i g , 23. Rov. ($11.) 3m Danziger Volks- tag wurde am Mittwoch der nationalsozialistische Antrag auf sofortige Aufhebung des Ermächtigungsgesetzes für die Regie­rung mit den Stimmen der Rational- soziallsten, Kommunisten, Sozial- d e m o traten und Polen angenommen. D.e Regierungsparteien beteiligten sich nicht an der Abstimmung.

Vor den Abstimmungen gab der Vizepräsi­dent des Senats, Dr. Wiercienski-Keiser eme Erklärung ab, in der es heißt, für den Staat müsse bei Annahme der Anträge eine schwere Krise entstehen. Die von Polen be­absichtigte Einführung des Ploth bei den Danziger Eisenbahnen sowie das Schei- ternderWirtschaftsverhandlungen mit Polen werden von der Regierung in Kürze w.chtigste Maßnahmen gesetzgeberischer Art ver- langen, deren Verzögerung infolge Aufhebung des Ermächtig ingsaesch^s die schwersten Ge­fahren für die Existenz des Freistaates brin- gen konnte Die Regierung behalte sich im Falle oec Aushebung des Ermächtigungsgesetzes die Freiheit des Handelns vor.

Der Senat hat nach der Annahme des na­tionalsozialistischen Antrages, der nicht als Ge­setzentwurf formuliert war, drei Monate Zeit, sich zu äußern. Aus der Erklärung geht hervor, daß der Senat nicht ohne weiteres beabsichtigt, aus dem Abstimmungsergebnis das von den antragstellenden Parteien als Miß­trauensvotum für den Senat angesehen wird, die parlamentarischen Konsequenzen zu ziehen und sofort zuruckzutreten.

»rdnung der polnischen Regierung für die Danziger Eisenbahnen einen engeren Aus­schuß einzusetzen, der aus dem englischen Außen­minister Simon, dem norwegischen Außen­minister Draadtland und dem Pariser spani­schen Dotschafter Madariaga besteht. Simon betonte, daß es sich hierbei um eine Frage von größter Dedeutnng handele, die eingehend geprüft werden müsse. Er schlug dem Rat vor festzustellen, daß der Völkerbundskommissar durchs aus korrekt gehandelt habe, indem er diesen schwerwiegenden Fall vor den Rat brachte. Rach dem Vorschlag Simons soll der Dreier-Ausschuß bereits in den nächsten Tagen dem Völkerbunds- rat einen Vorschlag machen.

Reue Erdstöße in Holland.

In der Nacht zum Mittwoch wurden in einem Teil der Provinz Nordbrabant erneut Erdstöße wahrgenommen, die jedoch nur von kurzer Dauer waren und auch, nicht die Heftigkeit aufwiesen wie das Erdbeben am Montag. Biele Menschen wurden durch Klirren der Scheiben und Schwanken von Gegenständen aus dem Schlaf geweckt. Wahrneh­mungen über die Erdstöße wurden aus Helmond, "den,, Verney usw. gemeldet. Auch in Roer­mond und Waert sind Erdstöße wahrgenommen worden.

Ueberschwemmungen in Kolumbien. 100 Tote.

W.e aus Bogota gemeldet wird, sind infolge Hochwassers im Bezirk Huila Oberes Tal des Rio Magdalena) etwa 100 Personen ums Leben gekommen.

Raubmörder Leitgöb zu lebenslänglichem Kerker verurteilt.

Der 53jährige Fleischergeselle Franz Leit- gob, genanntder Frauenwürger von Ober­österreich", wurde vom Schwurgericht in Linz we- gen siebenfachen Mordes zu lebens-

L91 * 6 m Kerker verurteilt. Dies ist die höchste Strafe, die in Oesterreich nach dem gel- tenden Gesetz verhängt werden kann, da bekannt- llch durch die Verfassung die Todesstrafe abge- schafft worden ist. Unmittelbar nach der Urteils­verkündung unternahm Leitgöb einen Flucht- ®r lprang durch das Fenster des Ge- richtsfaales auf die Straße hinuntev. Es gelang ihm aber nicht, zu entkommen. Er hatte sich le­diglich eine blutige Verletzung an der Stirn zu. gezogen und wurde sofort in das Gefängnis des Landgerichts übergesührt. Vor der Urteils, verlundung erstattete der Psychiater Universitäts. projessor Dr. S tief! er sein Gutachten. Leitgöb sei niemals ein Snxualverö.echer. Er sei ein ae- wohnlicher Raubmörder und dürfe nicht bei der Psychiatrie eine Anleihe machen, um billiger und gelinder davonzukmmen. Gr sei für seine Ta. ten strafrechtlich voll verantwortlich Der Staatsanwalt bezeichnete in seinem Plädoyer Leit- gob als eine Bestie, die unschädlich gemacht wer.

Slevogt im 6af6.

Der Stammtisch im Berliner Romanischen Cafe de.sen Mltelpumt der vor kurzem dahingeschie« dene große Maler Max Slevogt war bildete e.ne Sehenswürdigkeit für alle kunstlicbenden De. lucher. Daß dieses Zusamme.isein nicht nur dem geiclligen Verkehr diente, sondern für die Arbeit des Meisters von Wichtigkeit war, zeigen die Erinnerungen, die Karl Scheffler in .Kunst und Künstler" veröffentlicht. Slevogt ging zu. nächst zw ichen 18 und 19 Uhr nur ins Romanische Cafe, um dort sc nrn Verleger Bruno Cassirer zu treffen und Pläne für illustrierte Bucher graph sche Werke m.t ihm zu besprechg/i. Wäh. rend Slevogt vorher nur wenige -Zeichnungen gemacht hatte, wurde er durch Cassirer zum Illustrieren angeregt, und nun entstand jene Fülle wunderbarer Werke, die Slevogt auf diesem Gebiet zu einem unserer größten Meister machten. Er war e.n sehr eiliger Zeichner. Die Litho- graphien zumSindbad" zeichnete er auf Pap.er - 'm Bett während eines Gichtanfalles: der ganzeRübezahl" ist in einer einzigen Rächt ^rt!g geworden, und die Illustrationen zu den Galgenliedern entstanden im Schlafwagen wäh- ^ndemer Re.,e nach England. Diese Tätigkeit machte den engsten Verkehr mit dem Verleger H?nfCn^9mUr-b ^de das ®afd zum Arbeit«- b^edet. Probedrucke geprüft und M Äsungen ausgewählt wurden, wo ?Qnn durch die Welt der Aben- !^uer schweifte, von den Indianergeschichten "Olias". von deutschen und orienla- ni?Ildr<Len rum Faust und zur Opern- Mozarts^ Die Legenden der Bibel waren lur dieien Künstler ebensowohl Abenteuer wie die Eroberung Mexikos. Darin blieb er Zeit, levens ein unendlich liebenswürdiges Kind: sein eigentliches Leben lag nicht in der Wirklichkeit .einer Tage, sondern in der Welt der Dichtung des Theaters und der Musik. Dieses war der ursprüngliche Sinn der Abende im Cafö. Dann fan&en sich Bekannte, Freunde und durchreisende Verehrer em, und es bildete sich ein weiter ub^ auch lockrer Kreis^ Cs entstand etwas wie cm Stammtisch zu dem die andern Cafö-Desucher neugierig hmübersahen ..

unsm uicht eben reichen, aber doch recht wohlhabenden Junggesellen, der als rauhichalia- gutmutiger Sonderling in einem weitläus.g gebau­ten Hau,e wohnte und nur noch an Geldgeschäften und allem Rh-mwem eine tätige, an hüdichfn jungen Frauen eine notgedrungen platonische An- teilnahmc bekundete, arschien eines Tages ein schmucklos aussehender Mann und förderte unter Z-JÄri ^ugenrollen und Daumendrehen einen geschäftlichen Borschlag zutage. Er wollte, sagte der Mann in einem Bororte der Stadt eine Keksfabrik begründen und sei zu diesem Bchufe eines Dar- lehns von 30 000 Mark bedürftig: wenn der alte Herr ihm die geben wolle, so könne er sie durch Verwandlung in Keks und dessen rückläufige Um­setzung in Geld gewinnbringend anlegen. Da die Angelegenheit bis soweit nur eines der genannten 3merenengebietc berührte, zeigte sich der Jungge- elle dem -Klane nicht sonderlich geneigt; der schmuck- tos aussehende Mann aber, wohl ein gewiegter Menschenkenner verstand es, den Angriff durch Ausdehnung auf ein zweites Interessengebiet in breiter Front zu führen: er schickte seine hübsche junge Frau vor. Insoweit wir boshaft sind steht es uns frei, zu vermuten, daß dabei auch die' dritte Liebhaberei der alte Rheinwein, zu ihrem Rechte kam; anständiger freilich ist es, schlicht die Tatsache ^s?er!chen ber Junggeselle nunmehr das Geld vor streckte, und daß zur Gründung der Keks­fabrik geschritten werden konnte.

l*riLmU?e zur Herstellung von Keks ge- Jütten, gegen dessen Oute keinerlei Einwendungen ?mt£.S.nAben; mit fd)einrern bei seiner rückläufigen Umsetzung in Geld gewisse Hemmungen im Spiel gemefen zu ein. Jedenfalls kam der Fabrikant eines Tages zu feinem Geldgeber und förderte unter ?nQ,pcr,n' Augenrollen und Daumendrehen un. SSi«aber beunruhigende Angaben über den Ge- a1n eSnh9pirhUna9P DxCr aHe ^err- 'N solchen Din- HpntP rhx r,fl xUnLÜOn r<*r Auffassungsgabe, KcQtc alsbald und scharf die präzise Frage: Ob fnhr??adle nun ral*° f°ul sei? worauf der Keks-

»um Senfter fiarreni) und aus ledern Augenwinkel eine kunstgerechte Träne Antwort^aabb'^"^. fe-n schweigen eine beredte Antwort gab. Der alte Herr, mit einer gefährlichen hS!n ?suuen, stellte die Pfeife^ in die e, holte m bedrohlichem Schweigen seine Stietel herbei machte sich 3um Ansehen fertig unh for. auf Man k[n*5abri-ankn 3u,n Mitkommen * 'Ulan begab sich zu einem Notar, der. nach.

dem er etliche Verwünschungen des Geldgebers und etliche Jammerreden des Fabrikanten mit Nach- lirtjt angehort hatte, milde zur Verträglichkeit mahnte und folgenden Ausgleich oorschlug: Der Schuldner sollte sich verpflichten, die 30 000 Mark in monatlichen Raten von 200 Mark zu arnorti- sieren, und der Geldgeber solle in Ansehung der ge­gebenen, ohne Zweifel sehr bösen Notlage auf Zins- ösih.lung verzichten. Die Abmachung churde nach einigem Hin und Her, Für und Wider von den Parteien angenommen und in einem netten Ver­trag festgelegt.

3®?i Monate leistete der Fabrikant ordnungs­gemäß die Zahlung. Dann bekleidete er sich mit Innern Bratenrorf ging zum Gericht und meldete unter Jiauipern, Augenrollen und Daumendrehen einen geradezu vorbildlichen Konkurs an Der alle Junggeselle trank zur selben Zeit sein letztes Glas Rheinwein stellte seine Pfeife in die Ecke und tarb. Sogleich schien eine Anzahl älterer und jüngerer weiblicher und männlicher Angehöriger, die

01,5 lbrcm Verwandtschaftsverhältnis 3um Berstorbenen d,e erbrecht'iche Folgerung w

« °°n 29 600 Marl jur Konkurs,

nwsse des Keksfabrikanten an.

ist. da di« Dersicherungsfragen bisher noch keine befriedigende Lösung gefunden haben.

Zwischenfall im Löwenkäfig.

Bei der Dorführung einer dressierten Löwen, gruppe kam es in einem Warschauer Zirkus zu einem b lutiaen Zwischenfall. Der Bän- diger krönte allabendlich seinen Dressurakt damit, daß er einer Löwin Kops und Hände in den ge.' öffneten Rachen legte. Plötzlich bemerkte er mit Entsetzen, daß ihn die Löwin nicht mehr los ließ. Erst nach langen Bemühungen konnte sich der schweroerwunde te Bändiger aus dem Rachen der Löwin befreien. Er hatte noch die Geistesgegen. wart, die erregten Tiere in den Käfig zu treiben. Dann fiel er in Ohnmacht. Ein großer Teil der Zuschauer hielt anfänglich den Vorfall für einen neuen, sehrlebenswahr" gelungenen Trick.

Dec angebliche Dynamsk-Anschlag auf Hoovers Sonderzug.

Der Drücken Wächter, der, wie erinnerlich, am -Jage der amenikanischen Präsidentenwahl den Sonderzug Hoovers bei Winnemucca (Re-

» ang:halten hatte, indem er die Signale auf Halt stellte und Über die Gründe feines Ver­haltens bisher keinen Aufschluß gab. gestand nunmehr, daß er den Vorfall nur hervorgerufen

«VxUm Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf sich zu lenken. Die 22 Dhnamitpatro-

Umgebung des Ortes, wo sich abspielte, aufgefunden wurden, will Druckenwächter sich aus einem verlassenen

Bergwerk geholt haben.

Rach der Landlagsrede vom Schlage getroffen. o?x.CiTler letzten Sitzungen des Bayerischen Landtags war die bekannte Abgeordnete Frau Hoirat Amann von der Bayerischen Volkspar- ter unmittelbar nach der Rede von einem Schlaganfall getroffen worden, so daß sie von Parteifreunden aus dem Sitzungssaal ge­bracht werden mußte. Frau Amann wurde von einem zweiten Schlaganfall ereilt, der ihren Tod herbe,führte. In der jüngsten Vollsitzung des Landtages gab Dr. Stang das Ableben Frau Amanns bekannt und widmete dem langjährigen Mitglied des Hauses einen tiefempfundenen Rach- ruf. Die Sitzung wurde darauf für die Dauer einer Stunde unterbrochen. Frau Amann hat ein alter von 62 Iahren erreicht. Sie gehörte 14 Uabre dem Bayerischen Landtag an und hat sich besonders verdienstvoll in der charitativen und sozialen Arbeit, in der Jugendfürsorge und Iu- gendpslege betätigt, war Vorsitzende und Grün­derin des bayerischen Landesverbandes, des Ka­tholischen Frauenbundes und stellvertretende Vor­sitzende des Katholischen Frauenbundes Deutsch­lands. '

Brand im Madrider Musikpalast.

Trotzki in Dänemark.

Esbjerg, 23. Nov. (WTB.) Der Dampfer 21- P. Bernstorfs" mit Trotzki an Bord traf gegen 14 Uhr hier ein. Trotzki ist aus seinem tür- kiichen Verbannungsort über Marseille hierher ge­reift. Sinern Vertreter des Ritzau-Bureaus übergab er eine schriftliche Erklärung, in der er seiner Freude darüber Ausdruck gab, das gaftfreie Däne­mark zum zweiten Male in seinem Leben besuchen zu können, in dem er sich vor etwa 25 Jahren an­läßlich des Internationalen Sozialiftenkongresses aufgehalten habe. Er komme auf Einladung der sozialdemokratischen Studenten­organisation, um über die russische Revolu­tion einen Vortrag zu halten. Das Ziel seines Vor- träges fei, die geschichtliche Gesetzmäßigkeit der rus- si|chen Revolution klarzulegen. Den Dortrag werde er in deutscher Sprache halten, da er die damAe nicht beherrsche. Um 14.48 Uhr hat Trotzki die Reife nach Kopenhagen angetreten.

re, mgung der S ch u l d e n w i r t s ch a f 1 Zwecks Wiederherstellung des Vertrauens in die Kreditfähigkeit getroffen werden. Die bisher in Preußen betriebene staatliche Verwaltungsreform fei auf dem richtigen Wege, müsse aber auf eine Neuordnung der kommunalen Selbstverwal­tung ausgedehnt werden.

In der Aussprache erklärte Reichsbankpräsident Dr. Luther. Er habe, als er seinerzeit das Relchsfinanzministerium innehatte, erstmalig dem Reichspräsidenten die Anwendung des Ar- t i k e l s 4 8 vorgeschlagen. Die Zuspitzung d-es P a r te i g e d a n ke n s habe gewiß abände­rungsbedürftige Zustände hervorgebracht. Die Un­terscheidung Partei-Staat und Autoritäts-Staat gehe zu weit. Das Kabinett Cuno fei eine Prä- fidialregierung aewesen, obgleich es sich nicht so genannt habe. Auch bei dem ersten Kabinett Lu­thers habe der Hauptton auf dem gelegen, was heute Präsidialregierung genannt werde. Man wnne bei der jetzt notwendigen Reuordnung im Staate nicht darauf verzichten, das reisen zu lassen, was dem Willen der Bevölkerung und Parteien notwendig erscheine. Den Kernpunkt eirer Reichsreform müsse man in der Heber» Windung des Dualismus von Reich undPreußen erblicken. Rur ein besser duvch- gebildetes Staatswesen als es das Reich seit 1918 gewesen fei, werde uns davor fchützyp können, daß der Segen einer im Laufe der Zeit wiederkommen­den Konjunktur zum Hnfegen ausschlage. Komme Deutschland in eine Periode eines solchen starken Staates, so werde es in Zukunft krisenfester als bisher fein. Die Reichsbank könne ihre Aufgaben nur erfüllen, wenn ste gegen poli­tische Einflüsse vollkommen sicher­gestellt werde. Zum Schluß betonte Dr. Cu­tter, daß man in der jetzigen Zeit niemals ausein- andergehen solle, ohne *y. sagen, daß wir Mut Zum eigenen Mut, nämlich Mut zum Han­deln haben müßten.

Flieger klausmann auf dem Wege nach Deutschland. _ Der Australienflieger Klausmann, ein Sohn der Stadt Freiburg, der, wie erinnerlich zusammen mit dem Flieger Bertram auf dem ölug von der Insel Timor nach Port Darwin (Rord-Australien) von der Route abkam und an der unbewohnten Küste eine Rotlandung vor- nehmen mußte, wobei er mit seinem Begleiter erft nach über eineinhalb Monaten völlig erschöpft von Auftralnegern aufgefunden wurde, hat jetzt die Heimreise angetreten. Klausmann, der infolge der ausgestandenen Strapazen schwer erkrankt ist, hat sich in Begleitung eines Arztes auf den Damvfer "Neckar" eingeschifft und wird für Mitte De» Sember in Hamburg erwartet. Das Schicksal des 'n feiner Gesundheit und auch psychisch schwer geschädigten Fliegers ist um so b.. auernswerter als auch seine nwaterietle Lage völlig ungeklärt

Im Madrider Musikpalast brach während einer Kinovorstellung F euer aus. Die Flammen griffen auf die Buhne über. Der Vorhang geriet in Brand, ebenfo die Orgeln. Die Zuschauer konnten den Saal unversehrt verlassen. Die Flammen wurden von der Feuerwehr in zweistündiger Tätigkeit gelöscht. Der Sachschaden ist ziemlich bedeutend. Die Orgeln im Werte von 120C" ~

Kiefige Goldfunde in Venezuela.

'Aach einer Mitteilung dcs t>enezuelischen Ge- neralkonfulats in Hamburg ist in Venezuela, mit­ten im Hrwold, eine außerordentlich reichhaltige Goldmine entdeckt worden. Der Fundort liegt in den Regionen des Alto Cuyuni in der Aahe des Flusses Chicanon. Der Entdecker der Mine hat mit einigen anderen Arbeitern in ganz kurzer Zeit riefigeMengenGolderbeu- -tKivar, wie das Generalkonsulat mitteilt über 800 000 Gramm. Man hält die Mine für die größte und reichhaltigste der Welt. Rach dem Dekanntwerden dieser Goldfunde sind Tausende T? ,2S>,eitern an de" Fundort geeilt, um dort 'pr Gluck zu versuchen. Die venezuelische Re­gierung hat, da die Mine auch nach dem Urteil Sachverständiger als sehr ergiebig angesehen wird, sofort eine Kommission zur ordnungsmäßi­gen Ausbeutung an den Fundort entsandt.

hot sich zur finanziellen Unterstützung für eine solche Unternehmung bereit erklärt. Sie hat dafür die Bc- dinguna gestellt, daß die Benzin- und Oeleinsuhren einem standigenZollschutzunterworfen werden sollen.

Die Regierung beabsichtigt, einen Ausschuß ein- zusetzen, der für eine nützliche Beschäf­tigung der jungen Arbeitslosen sorgen soll. Die Ausgaben sollen durch freiwillige Beitrage aus der Oeffentlichkeit unter Regierungsgarantie gedeckt werden. Der Zweck des Ausschusses wird sein, den Arbeitslosen körperliche Ausbildung, Er­ziehungserleichterung, Arbeitsgelegenheit und Klein­siedlung zu verschaffen. In den großen Jnduftrie- mittelpunften sollen Ortsausschüsse zu diesem Zwecke gebildet werden.

Wenngleich diese Geschichte keineswegs der Pointe ermangelt versah das Schicksal sie dennoch mit einem Nachspiel, um die sinnvolle Bosheit seines Waltens nachträglich gew.ssermaßen noch einmal zu unterf reifen und auszukosten. Der erfolgreiche und ge|ud)te Anwalt, der damals Konkurs-Verwalter gewesen war, verlor nämlich nach längerer Krank- beit seinen hartnäckig geführten Kampf um fein Erdenburgerrecht letztinstanzlich gegen den Tod, und man sammelte sich, um ihn zu Grabe zu geleiten. Der GeiDahrsmann für diese Geschichte, ein junger Kaufmann der auf dem Wege zur Beerdigung die Straßenbahn erwartete, traf an der Haltestelle mit einem weißbärtigen Herrn zusammen, von dem er

C, k 3ur Rechtsgelehrtenzunft gehöre, wenn ihm auch sein Name nicht geläufig war. Der alte Herr aber, offenbar eine Bekanntschaft oar- aussetzend, wies Darauf hin, daß die Straßenbahn natürlich wieder einmal ausblieb, und daß man bei bem schonen Wetter den Weg zum Friedhof zu einem angenehmen Spaziergang benutzen konnte. Da nun der Laie merkwürdigerweise mit Aerzten Schauspielern und Rechtsgelehrten Fachgespräche zu KLü f cJ3af)rte iunge Kaufmann dem j^"En lauschenden alten Herrn Die ihm zufällig befannt gcroorDene Geschichte Des Keksvertrages roobe' er Die Rolle Des Berstorbenen anschaulich schilderte und nicht verfehlte, des Notars, der den

afl 9«l^Io(,fen hakte, mir einigen heiteren Wen- Mahnung zu tun. Der Name dieses " t Cannes sei ihm leider nicht bekannt, sagte r,( JDuröe, er *^n m Kaufmannskreisen an­gelegentlich empfehlen.

ber alte Herr plötzlich stehen, zeichnete vor sich niederblickend, mit dem Stock einige Kreuze unD Kreise in Den Sand und sagte:Tjaja". Dann, .er Den erstaunten Blick Des anderen fühlte, chichtete er welke Blätter über seine Zeichnung und lagte mit einem von wehmütiger Weisheit leuch­tenden Lächeln.

Das haben Sie ganz richtig erzählt. Und ich gebe zu. dieser Dertrag war zwar nicht die einzige.

- 000 Peseten sind ver- Ein Feuerwehrmann wurde leicht, ein Polizist schwer verletzt.

den müsse. Daher beantragte er auch die höchst­mögliche Strafe. Die Geschworenen haben alle Schuldfragen, die auf Mord und Raub lauteten, einstimmig bejaht.

Grohseuer in einer Papierfabrik.

Dieser Tage brach in der Garage der Eupener Papierfabrik Kaiser ein Brand aus, der so schnell um sich griff, daß in kurzer Zeit das große Garagen- gcbaude mit neun Kraftwagen, Darunter einem Orn- nibus, vernichtet wurde. Der Dachstuhl des Hauptgebäudes wurde zum größten Teil zerstört. Auch das ausgedehnte Papierlager, in dem mehrere tauiend Kilo oersandfertige Papiere, darunter eine Wagenladung Luftschlangen aufgestapelt war, wurde restlos Dernid)tet. Die Fabrikationsräume sind zum größten Teil erhalten geblieben, doch haben einige Maschinen erheblichen Schaden erlitten. Der Scha­den soll durch Versicherung gedeckt sein.

5ur 30 000 Mark Edelsteine gestohlen.

Aus Dem Tresor einer EdelsteinhanDlung Der Firma Friedrich Gracht in Berlin sind in einer Der letzten Nächte ungefaßte Perlen, Edelsteine und Halbedelsteine im Gesamtwerte von 30 000 Mark geraubt worden.

, ?.er ^vermalter, ejn erfolgreicher und ge- : Mtn Anwalts betrachtete ben Hertrag burd) Idjarfc, rdnbe Mnfc wobei er fein nunseb DaH rasiertes Kinn rieb und dadurch ein peinlich r*t3en^5.-(9erau*d) hervorrief; Dann entschloß er sich nach längerer Ueberlegung zu folgender Aeuße- lung: es falle ihm nicht bei, die Rechtmäßigkeit Der Forderung zu bestreiten. Doch habe sein verehrter Herr Kollege bei Abfassung des Vertrags zwei Mca- lichkeiten nicht berücksichtigt, die jetzt zur Tatsache geworden seien: daß nämlich der Schuldner durch besondere Umstände an der Durchführung der oer- embarten Amortisation gehindert werden könne: und daß durch das (Eintreten weiterer besonderer Umstande eine unverzügliche Liquidierung der Rcst- umme erforderlich werden können. Unter diesen Umstanden müsse er, der Konkursverwalter, folgende Rechnung aufstellen: Die letzten 200 Mark seien bet normaler Abwicklung Der Amortisation in zwölf Jichren und wer Monaten fällig; bei sofortiger lZalligmachung Der an sich nicht fälligen Gesamtfor- Derun-g müsse er infolgedessen zurückdiskontieren. Dabei wolle er einen angemessenen Zinssatz von 5 Dozent pro Jahr in Anrechnung bringen, aber eittgegenfommenDcrmeife auf Die Berechnung von Zinseszinsen verzichten. Somit ergebe sich dies las er unter nervenfolterndem Kratzen aus einigen erstaunlich geschwind hingeworfenen Zahlenreihen ab eme sofortige Fälligkeit von runö 16 200

Die Arbeitsbeschaffung in England.

iHcgicruitflC-Vläne zur Äohl,vc>flü|siftun<,.

L o n don , 23. Nov. Die englische Presse beschäf­tigt sich anläßlich der Ausführungen Macdonalds un Unterhaus ausführlich mit der Arbeitslosenfrage, wobei Die Pläne Der Regierung eingehend betrach­tet werden. Es wird feftgeftellt, daß in der letzten Zeit ein besonderer Unterausschuß des Kabinetts eingesetzt worden ist, der zu­sammen mit Sachverständigen eine Reihe von Vor­schlägen bearbeitet. Einer dieser Vorschläge, Den Macdonald bereits wiederholt erwähnte, ist die Be­schäftigung von Arbeitslosen durch einen Aus­bau d e s Systems der Kohleverflüs­sigung (Gewinnung von Benzin und Rohöl aus Kohle), wodurch gleichzeitig der englischen Kohlen- "Duftne Hilfe geleistet werden soll. Die dahin- I gehenden Pläne sind anscheinend bereits schon Ziemlich weit gebieten. Eine englische Großfirma |

Hauss für Die IS gar Versorgung de vnsner Stadl mit £e (Wen aller Md brau lausend Geld. S Spenden haben schon ober kohdm bleibt wenigstens den örin sprechen zu können, n SeldsatiMlung durchgesührl werden. Sammlerinnen werd« lang beginnen. G Kräften'. Jede \ nommen. Vas Bei Nächsten auch mit Haden, wird allen s Befriedigung roeröer

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