Ausgabe 
24.11.1932 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinziaiyauptstadt

n.

Meinetwegen auch auf Englisch!

M. A.

Proteflversammlung der oberhessischen ländlichen Kreditgenossenfchasten.

Die roten Laternen von Nantes.

Bretonische Autonomiebestrebungen in der einigen und unteilbaren französischen Republik - Wie Krankreich seine Minderheiten behandelt.

Gietzrner Wochenmarktpreise.

u n' 24.0lob. Es kosteten aus dem heu-

Süßrahmbutter 133 Pf. das ^-^utter 130. Kochbutter 100. Statte 25 Kasebbis 10. Wirsing (gelb und gLn) ^Err^^^Zkraut 6 bis 8. Rotkraut, Gelbe Ruben, Rote Ruben, je 8 bis 10, Spinat 15.

Haussammlung für die Winternothilfe!

3ur Versorgung der hilfsbedürftigen Kamillen unserer Stadt mit Lebensmitteln und vekleiduogs- stücken aller Art braucht die Winternothilfe fort­laufend Geld. Die bisherigen dankenswerten Spenden haben schon manche Rot lindern helfen, aber trotzdem bleibt noch sehr viel zu tun. Um wenigstens den dringendsten Erfordernissen ent­sprechen zu können, muh jetzt die

Geldsammlung bei allen Mitbürgern durchgeführt werden. Freiwillige Sammler und Sammlerinnen werden heute mit dieser Samm­lung beginnen. Gebe jeder nach besten Kräften! Iede Spende wird mit Dank ange­nommen. Das Bewußtsein, dem hilfsbedürftigen Rächsten auch mit dieser Spende beigestanden zu haben, wird allen freundlichen Gebern zur inneren Befriedigung werden.

HelstalledurchdieGetdspen-e!

unmoguct) konnte der Kaiser diese politische Nieder- age und persönliche Beleidigung seiner selbst und stiner Tochter hinnehmen. Doch baten nach einer Niederlage bei Salins die Franzosen um Frieden. Karl gab das Artois und die Freigrafenschast Bur­gund heraus, behielt aber die Bretagne als Gemahl der Herzogin. Seine Nachfolger ver­einigten sie 1532 mit Frankreich.

älnter-Kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80. Zwiebeln 8 bis 10. Meer- rettich 35 bis 63, Schwarzwurzeln 25 bis 33, Kar­toffeln 3, Aepfel 18 bis 35. Dirnen 23 bis 35 Dörrobst 35 bis 43, Honig 43 bis 45, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80. Gänse 65 bis 75, Enten 80 bis 90, Rüsse 35 bis 40 Pfennig das Pfund; Tauben 50 bis 60 Pfennig das Stück Eier, ausländische 12 bis 14, inländische 14 Blu­menkohl 30 bis 60, Endirien 8 bis 15. Ober^Kohl- rabi 8 bis 10. Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15 Sellerie 10 bis 35; Radieschen 12 Pf. das Bündel- Kartoffeln 2,50 Mark der Zentner, Weißkraut 3* Rotkraut 5 bis 6, Wirsing (gelb und grün) 4 bis 4,50, Aepfel 15 bis 25 2Karf.

Taten für Donnerstag, 24. November.

1632: der Philosoph Baruch Spinoza in Amster­dam geboren; 1801: der Dichter Ludwig Bech- stein in Weimar geboren.

Bornotizen.

_ ~ Tageekalender für Donnerstag. Oberhessischer Geschichtsverein, Hessische Bereini­gung für Volkskunde: 20.15 Uhr, Hörsaal des Kunst- wissenschaftlichen Instituts, Lichtbilder-Dortrag über den Hüttenberg. Neuer Saal der Krippe: 20 Uhr,

giory aufgetragen wird, während das Abendessen durch den Zazzsänger (der mit der .süßen Stimme" und derfabelhaften Aussprache) verschwenderisch gewürzt wird, indem wir jetzt schon zum lveißig- Iten Male Horen:1 smash them and crack them.

Smash heißt. Zerschmeißen, zerstoßen, zerschmet- teim. Crack bedeutet: Aufreißen, knicken, aus- stoßen, zerbrechen, verrückt machen.

1 Ist ein Hammer, daß die Technik es dem Manne mit der süßen Stimme bisher noch nicht ermöglicht hat, seine Drohungen wahr zu machen!

Oft aber entsteht eine heillose Verwirrung, wenn die drahtlosen Drähte verwechselt werden! Tann wird die Harmonie unseres drahtlosen Henns empfindlich gestört. Dann ereignet es sich auch manchmal, daß Sicherungen durchbrennen, Werl Karlchen eine sogenannte Zwischenschaltung machen muß. Denn Nähmaschine, Heizkissen und drahtloser englischer Unterricht, die meistens zu- sammenfallen, müssen aus einer einzigen Steckdose gezapft werden, älnd eine Steckdose ist schließlich auch nur ein Mensch, um diesen Sinnspruch der äleberbelastung zu gebrauchen.

W:nn dann aber altes summt, schnarrt, jazzt, knarrt und fiedelt, sehe ich manchmal heimlich nach, ob die letzten Raten der Unfall- und Feuerver­sicherungen auch schon gezahlt sind. Man kann me wissen, zumal aus dem Eisschrank kürzlich ein mächtiger Funke herausschlug, der mit der darm aufbewahrten Leberwurst Wohl kaum in ursächlichem Zusammenhang stand.

Zn den Drähten dieses drahtlosen Haushalts habe ich das Aergern und das Wundern ver­lernt. Ich warte nur auf den Tag der Erfüllung:

Daun ist der Lautsprecher mit einer finger- überzogen während aus dem Kühlschrank der Brautchor ausLohenarin" schmettert.

hinsichtlich ihrer Grenzen von den gegenwär- t'g bestehenden Friedensverträgen a b h ä n g e n. England, so erklärte Churchill unter Beifall, müsse sehr vorsichtig sein, um nicht über seine Stellung hinaus in die europäische Struk­tur verwickelt zu werden.

Er habe die größte Achtung und Bewunderung für die Deutschen, aber man müsse den Tat­sachen ins Äuge sehen. Jedem Zugeständnis, das man Deutschland gemacht habe, sei eine neueForderungaufdernFußegefolgt. Die deutsche Äugend verlange nicht nach Gleichbe- rechtiguna, sondern nach Waffen. Wenn sie diese Waffen habe, dann würden sie die R ü ck q a b e der verlorenen Gebiete und Kolonien verlangen. Frankreich sei zwar bis an d i e Zahne bewaffnet, aber bis ins TZ a r t Pazifist i s ch D-'e Beseitigung der gerechten Be­schwerden der besiegten Staaten müsse der Ab­rüstung der Sieger vorangehen. Gleiche Rü­st v n g e n herbeizuführen, während diese Beschwer­den unverändert bestehen blieben, würden einen ".euen europäischen Krieg bedeuten. Es wäre viel sicherer, Fragen wie den Danzigers Ar.0 r f L"0 r kaltblütig wieder zu eröffnen und die Atmosphäre zu beruhigen, solange die Siegerstaaten noch eine große Ueberlegenheit hätten. England wurde weniger Gefahr laufen, wenn es für Die ^L^er gutmadjuna dieser liebel anstatt für bie Abrüstung eintrete. Abrüstung könne es nur bei neuen Garantien fordern.

Unsere Nachbarn im Westen feiern gegenwärtig ben 400 Jahrestag der Bereinigung der Bretagne mit Frankreich. Diese Bereini­gung war in Wirklichkeit eine Einverleibung durch Gewalt und Vertragsbruch. Aber noch nie hat Frankreich zugegeben, irgendein Grenzgebiet nicht rechtmäßig in Besitz genommen 3u haben. Denn nach seiner Theorie liegen sie alle ja innerhalb seiner natürlichen Grenzen. Erst vor kurzem sprach bei der Einweihung des Turenne- denkmals in Türkheim der französische Generalstabs, ches W e y g a n d von Turenne als dem ersten B e freie r ' des Elsaß! Die Bretagne konnte nicht gut von den Deutschen befreit werden. Denn sie war ein völlig selbständiger Staat, ehe sie französisch wurde. Und doch war sie Anlaß eines deutsch-fran­zösischen Krieges. Kaiser Maximilian verlobte sich nach dem Tod seiner ersten Gemahlin mit Anna Herzogin der Bretagne Seine Tochter aus erster Che weilte damals in Paris als Verlobte König Karls VIII. von Frankreich, der ihre Mitgift, das Artois und die Freigrafenschaft Burgund bereits erhalten hatte. Wahrend Maximilian in Ungarn Kneg führte, fiel Karl 1491 plötzlich über die Bre- tagne her und Zwang die Herzogin, ihn zu heirate Unmöglich konnte der Kaiser diese politische Riebe

Das 400jährige Jubiläum dieser Einverleibung wurde schon im August gefeiert. Der Ministerprä­sident Herxiot hielt mehrere Reden des Inhalts, daß erst die Vereinigung mit Frankreich der 23re» Icgne Gluck und Wohlstand gebracht habe. Das völlige Aufgehen der Bretonen im französischen Volk roeröe dies Glück für immer verbürgen. Vorsichts- Jalber hatte man als Ort der Feier die kleine Stadt V a nn e s gewählt, nicht Rennes, die Haupt.

Bretagne. Denn seit einigen Jahren haben sich die Bretonen wie die Minderheiten Frankreichs immer mehr auf sich selbst be­sonnen und lassen sich nicht mehr alles sagen. Vor dem Krieg waren alle Minderheiten Frankreichs ohne politiiche Bedeutung und machten keine Schwierigkeiten Sie hatten zwar alle ein starkes Heimatgefuhl, konnten aber die Beachtung ihrer «spräche und Sitten in den Schulen, vor den Ge- h- Vg? nicht durchsetzen. Bis nach

rnhk fdlritt ?lc Französierung ziemlich

ra,ch fort. Mit der Erwerbung von Elsaß- Vot-ringen wurde das anders. Seitdem "be­steht Frankreichs Bevölkerung nur noch zu 90 Pro- £enl aus Franzosen 4.2 Prozent oder 1,7 Mil- liönen finb Deutsche, 3,2 Prozent oder 1,3 Millionen sind Bretonen der Rest sind Italiener, Flamen, Katalanen und Basken.

Den Elsaß-Lothringem mußten Zugeständnisse für fccn Gebrauch des Deutschen gemacht werden die zwar durchaus ungenügend sind, aber ein gänzliches Novum in der Haltung Frankreichs gegen feine £I.?!rnn,5uW$en Bürger bedeuten. Der Erfolg der Elsaß Lothringer hat den Autonomiebcstrebungen der anderen Minderheiten Frankreichs neuen An- trieb gegeben. Sie traten zu gemeinsamen Tagunci-n zusammen und entsandten zum großen Zorn der französischen Presse Beobachter auf die Kongresse der europäischen Minderheiten in Genf. Besonders Dip -Bretonen wurden sehr rührig. Denn auf sie Durfte auch das Beispiel der Iren, die wie die Bre­tonen kellischen Stammes sind. Allerdings sind ihre Autonomieforderungen nicht so weitgehend. Nur ein Heiner $re,5 unter ihnen fordert für die Bretagne tm Rahmen des französischen Staates eine ähnliche Stellung, wie sie Bayern im Reich hat. Ernst zu nehmende Wunsche sind aber nur: Pflege der b r c t o n i f d) e n Geschichte und Sprache in

Schulew Die Erhaltung der Sprache hat auch N. »r!indung °°n bretonischen Zeitungen und Zeitschriften Fortschritte gemacht. Die Seele der Be- wegung ist Frances Dubeauoais in feiner ^ei- hing Breiz-Atao. Deren Bestrebungen werden ge= Snnb Umstand. daß di- Bretagne ein

Cnnb von betont katholischer Eigenart ist, was sie schon einmal während der großen Revolution i m r.kri ?e.r Chouans in Gegensatz zum

übrigen Frankreich brachte. ö 1

Wünlck,^. großen französischen Presse sind die Mansche der Bretonen nie ernst genommen worden ?ieidirh??Set ^.'"ltellung, die alle Individuen als r^af^tct, kann auch gar nicht verstehen wie ein Volksteil auf Grund seiner Verschiedenheit von 3m eila^h^ Vorteil besondere Rechte verlangt.

2 ?1«9 '0 auch ^st der Bildung besonde- nn*!$Cr Parteien bedurft, um das Verlangen

rrQU -?nam e ben Franzosen verständlich zu ^en- sind die bretonischen Autonomisten n??£><>n d9f ?an betrachtet sie als Sonderling, ohne aurh nlrf?n?aK9Jm.?olL Wirklich ist ihr Anhang

£ro&' bes Einflusses der französischen Schulerziehung. Aber doch haben schon leite ber ge"

Mozart-Abend der Gesangschule Herta Meyer. Gießener Wohnungsbau-Genossenschaft, 20 Uhr, Eass Leib, Generalversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der schwarze Husar". Astoria- Lichtspiele, Seltersweg:Jimmys Millionen" und Don Manuel, der Bandit".

T Dom Konzertver.ein wird uns gc- schrieben: Das nächste, zweite Aboirnementskon- z^rt findet am Sonntag, 27. Rovemoer, 17 älhr in der Oteuen Aula statt. Frau Maria Linz, die gefeierte Geigerin aus Drrlin, wird, häufig und dringend geäußerten Wünschen folgend, sich wie- der in Gießen hären lassen, wird, wie vor sock^ fahren, wiederalle mit sich reißen und in ihren 2?ann zwingen", wie die damalige begeisterte Bo sprochung von ihr sagte, älnd ein viclgestaltioes Programm hat sie sich für uns ausgesucht. Auf Bachs Partita folgt die Kreutzersonate. 3m dritten Deil bringt sie Pergolesi, Dussek und Tartini. im 4 Paganini, Francois, Schubert und Brahms. Am Flügel wird Paul Meyer aus Frankfurt walten. So verspricht diese Veranstaltung etwas ganz Besonderes, wie ja überhaupt das dies­jährige Konzertprogramm, unter einem guten <5tern fte^en^, Ramen von ganz besonderem Klang Vorsicht. Es sei heute schon darauf hingewiesen, ^ der nächste Konzerttag uns wieder Lubka K ol e s s a , die schon in den Anfängen ihrer Lauf­bahn zu den allerersten Pianistinnen gezählt wurde, und deren junge Schwester Christia brin­gen wird. Christia, die 16jährig, schon als Cel- listin Triumphe gefeiert hat, wird von der älteren Schwester begleitet werden. Heber Programm. Abonnement usw. altes Rohere bei Ernst (SbaU her, Reuen Weg 10 und in den Anzeigen.

Drucksachen - Ausstellung und Bo rtrag im K r a u s m ü l l e r s a a l. Der Bildungsvcrband der deutschen Bu -drucer, Orts­gruppe Gießen, und der OrtsvereinTy'pogra- bbia' veranstalten im Krausmüllersaal des Orts- gcwerbevereins eine Ausstellung von Drucksachen aus einem Wettbewerb der Feldmühle-Papier­fabrik. Die Ausstellung ist am Samstag von 15 bis 20 älhr und am Sonntagvormittag für den allgemeinen Besuch geöffnet. Am Samstag, 20 llfcr, spricht Herr Albinus (Frankfurt a. M.) über das Thema .Mechanisierung, Typisieruna und Rationalisierung." 8

Aus aller Welt

Bfatigcs Tlarfjfptei einet verhinderlen Berfteigerunq.

°r ?.aÖe.n war in Polomka im Bezirk heben b*e Durchführung einer gerid)t=

d erh in hVw k 1 r? n 8 durch die Bevölkerung hnrm?fhinbr V ^°^en. Die Gendarmerie hatte daraufhin sieben Bauern verhaftet. Ate sväter weitere Verhaftungen vorgenommen werden sollten geriet die ganze Umgebung in Aufruhr. Mehrere bunbert Dauern zogen mit Stöcken, Latten, Dresch. flegeln und Heugabeln bewaffnet nach Polomka umzingelten den Ort und griffen die Gendarmerie an. Mehrere Gendarmen wurden verwundet Nach mehrmaliger vergeblicher Aufforderung an b«e Menge die Angriffe einzustellen, lieh der Kom­mandant der Gendarmerie eine Salve abgeben Dabei wurden zwei Bauern getötet und mehrere andere, zum Teil schwer, verletzt.

Drahtseilunglück in Siebenbürgen. Jünf lote.

Wie aus Klausenburg gemeldet wird, wollten auf r l»Gr J00*1 Transportzwecken dienenden Drccht- seilbahn bei Äovaszna fünf Personen einen Ausflug ms Gebirge unternehmen. Der Maschinenmeister rourbe leboch von einem Unwohlsein befallen und |tur3te auf eine Bremsvorrichtung, wodurch sich ein mit Holz beladener Förderkorb bergabwärts in Be­wegung fetzte. Ueber einem 1400 Meter tiefen Ab- grunb stießen beide Förderkörbe zu-! ammen und stürzten in die Tiefe. Alle fünf In- fassen des bergwärts fahrenden Korbes fanden den LOD. I

l bildeten Schichten den Wert des eigenen Volkstums erfannt Auf die Ansprachen Hsrriots in Vannes antwortete der Bischof von Quimper als Vertreter der Betonen. Er ist kein Autonomist. Aber er machte sich in seiner Rede die Vorbehalte der Autonomisten zu eigen: Wahrung der Tradition des Landes und seiner Eigenart, Lebens­recht feiner Sprache.

, Bereits diese maßvolle Entgegnung dämpfte die franzosiiche Festesfreude. Sie verflog ganz, als be­kannt wurde, daß zur selben Stunde in Rennes das Denkmal zur Erinnerung an die Einverleibung ber Bretagne i n d i e 2 u f t g e f p r e n g t worden ar? d-e französische Eigenliebe aufs

empfindlichste. Die Schriftleiter des Breiz-Atao wur- den verhaftet. Sie mußten wieder freigelaffen wer- Öen, weil auch jeder Schein ihrer Beteiligung an der Sprengung fehlte. Es kam zu erregten Erörterungen der autonomistischen Forderungen in der Presse oie ernst zu nehmen, konnte man sich immer noch nicht entschließen. Ein bequemer Ausweg ward gefunden zugleich eine Gelegenheit, den Deutschen eins I auszuwischem DerTemps" behauptete, daß die bretonischen Autonomiebestrebungen auf Anstiftung ber autononiiftifcben Elsaß-Lothringer unb ihrer deutschen Hintermänner zurückzuführen seien Her- F10 t nannte bie Autonomisten Jbioten, die mit iri° ^en Methoden arbeiteten. Nur der ,Oeuvre" ein -Blatt, das Hcrriot ziemlich nahesteht, sagte merk­würdigerweise klar:In der Bretagne sind liebel- ftanDe vorhanden. Tun wir etwas zur Abhilfe" Diese Stimme blieb vereinzelt.

Eine neue Feier in Nantes wurde ge­plant, um Den Eindruck der Dentmatefprengunq 3u oerwiichen Die Sprengung der Bahnstrecke nach Nante!, war die Folge. Sie hat noch weit größeres fischen erregt Wie sich inzwischen durch die Auf- Pflanzung zweier roter Laternen als Warnungs- fignaf herausgestellt hat, ist sie kein A ft end tatsverfuch auf Herriot, sondern nur eine neue Demonstration der bretonischen Autonomisten oder genauer einer radikalen Gruppe unter ihnen' Sie rooUfen ber Oesfentlichkeit zeigen, daß Frank­reich doch nicht soIlm? et indivisible" ist wie es behauptet. Wiederum haben die Franzosen die Schnstteiter des Breiz-Atao verhaftet, wieder richten I id) erregte Zornausbrüche gegen Deutsch- l a n d. Sie sind völlig ungerechtfertigt. Die Behaup­tung, der Journalist Körber,ein Agent Hit- ters , fei der Anstifter und Geldgeber der Atten­täter, hat schon unter Dem Druck der Tatsachen wie- der aufgegeben werden müssen. Wenn die Franzosen Hernots Rat befolgen, auf den Widerhall der Tat in einer gewissen Auslandpresse - womit bie putsche gemeint ist -, zu achten, werden sie sehen, Gewaltanwendung zur Erreichung kultu­reller Ziele in Deutschland nur auf Tadel und Be- bauern trifft. Aber genau so wird bei uns bedauert M Frankreich die kulturellen Belange feiner Min° franaöfrfdje hress- d-h-mp. tet fo oft, daß Deutschland die nationalen Minder- Ö,nL.9te!<? unterdrücke. Dabei hat es ihnen

in ffiirflidjfeit freiwillig, ganz von sich aus, weit- gehende kulturelle Autonomie gewährt obwohl die Minderbeiten im Reich weder absolut noch relativ einen so bedeutenden Bestandteil der Bevölkerung bilden, wie in Frankreich. Die Bre- tonen we. en auf das deutsche Beispiel n;Z- lft ^^??^rgemäß. Sie brauchen dazu nicht erst vondeutschen Hintermännern" angrifftet 3U »erben. , O. Schw '

" Scbulperson alie. Auf Grund des Alters- grenzegefetzes wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1933 ab der Oberstub enrat an der Oberrealschule Glcßen, Karl M i ch e l in den Ruhestand versetzt. .... ä 4 muck der Kriegergräber. Ange- hörige von Gefallenen, die die Absicht haben, irgend- ein ^rabZeichen burch Geschäftsunternehmungen auf einer Ruhestätte in Frankreich errichten zu lassen

lld) ^?^.^lbar mit ben Ortsgruppen des Volksbundes Deutsche KriegsgräberHFürsorge e. V. hpm anerkannten Organisation

Mw ®U [4en Kn-g-gr°b-r.Für!°rg- in 3er- ** Abend der Hausmusik. Der von der Ortsgrupoe Gießen des Reichsoerbandes deutscher "Nb Musiklehrer am CäcHtent^ X ^-O^^ E^nusmufik Abend erfreute sich eines gkmz Huches, ein Beweis, daß bsi^uns Interesse für gute deutsche Haus- mufif besteht. Auch der reiche Beifall, der besonders &K- Darbietungen gezollt wurde, zeigte, baß die Hörer den Voriührungen mit großer ^reube unb Dietern Verstänbnis folgten. Ein^MitaNed ber Ortsgruppe leitete den Abend mit einem sknnoollen nweis auf Charakter und Bedeutung ber Haus- mufif ein unb Gab zu den einzelnen oargefübrten " ^eJr(alU?rUn^n' laweit es M en be­durfte. B^onders betont wurde, daß es sich nicht um eine konzertmaßiae Vorführung hauste, fon. bern nur um bie Darbietung von Kostproben bester

des einzuberufen unb ihr die endgültige Regelung des Mandschureiftreites zuzuschieben.

Neue Kämpfe in 6er Mandschurei.

Charbin, 23. Rov. (WTD. Reuter) Die Japaner setzten ihre Bemühungen zur Erobe­rung der Mandschurei fort. Ein heftiger Kamps zwischen 35 000 chinesischen Freiwilligen und ja­panischen Truppen, die anscheinend gleich stark find ist gegenwärtig im Gange. Die Japaner melden die Eroberung der Stadt Poi- tsch u a n in der Provinz Heilungkiang nach einem heftigen Kampfe. Die Chinesen behaupten da­gegen, noch im Besitze dieser Stadt zu sein.

Ehurchill kritisiert den außen­politischen Kurs Macdonalds.

London, 23. Nov. (WTB.) Churchill erklärte im Unterhaus, es bestehe fein Zweifel, daß den etussichten für eine Regelung der Kriegsschulden schwerer schaden zugefügt worden fei. Es wäre untragbar, wenn England als einziger aller Sieger- unb Befiegtenftaaten des Krieges dazu ver­urteilt würde, für nahezu zwei Generationen eine ricfige Entschädigung für seine Anstren­gungen während des Krieges nach Uebersee zu zahlen. Zur Abrüstung-frage sagte Churchill: Frankreich spricht nicht nur für sich. Es ist der Führer eines Systems von Staaten, die alle

Unter fcem Vorsitz des Sparkassenrechners Becker (Kesselbach) fand hier im Eifenbahnhotel stark besuchte Versammlung der Geschäftsführer der größeren ländlichen Kredit- g^nossenschaften statt, die dem Genosfenschafts» verband Darmstadt ang.-schlossen sind.

^m Vordergrund der Tagung stand ein Vor- - r Steuerfachverständigen des Verbanaes Dr. M u l l e r (Darmstadt) iitet die Veranlagung

®ererbeiteucr. Die Geschäftsguthaben der Mitglieder sollen jetzt, nach einer Entscheidung oer ^nanzbehörden, rückwirkend ab 1928 als Gewerbekapital mitversteuert werden. Don ein- zrinen Genostenschasten würden g.-oße Rachzab- lungen verlangt werden. Rach dem Reichsbe- wertungsgeseh seien die Ges^äftsguthaben steuer- frei. Preußen sehe von einer Besteuerung ab. Mxil^t-S016 den Vortrag

schloß sich eine Maste Aussprache an. Einmütig war man der Meinung, daß eine nachträgliche Veranlagung der Geschä,tsgulhaben zur Gewerbe­steuer emiag> untragbar sei. Bon Reichs wegen wolle man den ländlichen Genossensu-asten Hilie bringem in Hessen komme man mit einer nachträa- li0en Besteuerung. Einmütig fand fügende Ent­schließung Annahme:

Die heute im Hotel Hopseld stark besuchte Der- rfaSm lLn^ oberhessischer landwirtschaftlicher Kreditaenossenschaften erhebt aegen bie nachtrag, liche Heranziehung der Geschästeguthaben zur Ge- werbesteuer einmütig Protest. Die Nachforberung arSfcÜ Caä *ir hlC ^üblichen Genossenschaften eine große Harte, eine weitere Belastung ber Kredit- MfHrhp 2rlC ?Essornmlu.ng richtet an^ben Verbanb ^'.'sicher lanbw.rtichaftlicher Genossenschaften bas ^rMex\bkci den maßgebenden Stellen hX J; Wirken baß bie nachträgliche Anforderung rückgängig gemacht wirb. Aufgabe bes Verbandes muB f6 lc,n- eine Abänderung des hessischen Ge- müste^^ Xi'Auch in Hessen Jri «h bict.?.cf^(jt59ulI)abcn der Genossenschaften als abzugsfahige Schulden gelten "

Generalsekretär Dr. Hillemann (Darmstadt) " oopj1 "och einen lehrreichen Vortrag über die v */ "od Verwendung ber Steuergutschcine.

u<t), o,elem Dortrag schloß sich eine rege Ans­prache an.

_ 3n Shakespeares Sprache, allerdings mit einer äußerst merkwürdigen Aussprache, erklingt es abends: ,,Good night, everraybodday.

^w^diesem .Brisfensdurst entgegenzukommen, teilt Mama mit Vorliebe immer Daventrh ein, o daß die Suppe mittags mitLand ot hope and

llnsere Wohnung ist elektrisch ...

Untere Wohnung ist derart gesättigt mit den neuzeitlichen Wundern der Elektrizität, daß zu der vollkommenen Einrichtung eigentlich nur noch der elektrische Stuhl fehlt

Fernsprecher, Bügeleisen, Grammophon, Koch­platte, Waschmaschine, Cisschrank, Staubsauger mit Klopfer, Rähmaschine, Haartrockner, Bohner­bürste, Heizkissen.

äleber allem aber das angeblich drahtlose Wun­der des Radio, dessen Drähte und Derlänge- rungsschnüre aber manchmal ausgetauscht und entliehen werden, so daß die Wohnung dann aussieht wie der Hörsaal einer Technischen Hoch­schule oder ein Kampfabschnitt an der West­front im großen Krieg.

Unter Leben hat sich drahtlos entwickelt und ist durch die dazu gehörenden Drähte in neue, oftmals verwickelte Bahnen gelenkt worden.

Wenn Mama morgens, auf dem Teppich des Wohnzimmers liegend, ihre Gymnastik treibt, während der Staubsauger im Gang rattert, wenn die Kleine heftig schreit, weil sie sich die Finger an der Kochplatte verbrannt hat, das Baby dann aus Kameradschaft mitbrüllt, wenn dann der Fernsprecher sich meldet, und der Briefträger die Hausglocke in Bewegung seht, die doch irgend­wie auch mit Elektrizität und Drähten zusammen- haugt dann erst vermag man die Vorteile einer wissenschaftlich aufgezogenen Wohnung zu wür­digen!

Die Waschfrau wird seelisch gehoben und rhyth- misch beschwingt durch den Svldatenchor aus Faust", den wir immer aus Oslo beziehen. Die Kinder genießen jetzt schon zwei Drittel ihrer Bil­dung drahtlos. Seit sie am englischen Aether- wellenkurs teilnehmen, sagt keines mehr:Gute Rächt .

'< A'kunst pflaum oder

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«ÄS** ^[ltl mäbrenb der worden. !

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% ein® W SSÄ**?*, U mieberjugeroinnen, 1 Sumgtminn zu g ham für * $Sr' worien seien. M der stünden aber nicht nut □nberc große Lander Noblem zu ringen- rr oeniaer Mangel a^° an arbeit anzusehen. 1 beitslose. unter denen u säst die ganze akademisl kennzeichnendsle Merkm itr Redner teilte mit, l ber Ansicht von Raima mverbrlosigkeit vonjw jährlich rechnen mußte Zuwachses an Dolkskras wirlschostlichen Existenz, Sortragcnbe vor allen* land, wo noch genüge geeignet an. ju dies m rurfoerpffanjung roeijej Stabt auf das Land i ir sich dafür aus, ler schärfster Ann/cnd' mungen und durch ei Vi unterbinden. Die ' ned) dem stachen San ni|krt werden. Alntci der Richtigkest des 6!

Hausmusik, die Aus^ gieube an bvr schön kWch gerieten ,M teil von 3. $)at)bn. il brorträje [obtnb mv los auittyt.tynet muj 93[nf fan lebod) bie aus ?. Hekle-.UHl- ^Iü4e sür DoLMe m die vO!)ran^tie von sonnte in A-Dloll. (£nl dovei-s Aivlinionaie 1 ^Aien Abschluß fl< ort für Klavier, mi linf» und Cello. Die M schönen Abend wn, daß ihm nod ^flen folgen mögen. » , L'stnahmen Kl Ttend eines Au: W Munster (Wests «anfmann Heinrich ß itzenr Urtunbenfäfk ° 4 m i b t aus Srofb

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