Ausgabe 
24.11.1932 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

'N Königs. ®aM bin Ehebund

' ie 0-»d.tz. Wr

Ferner hielt die wollgatunen, die bii und auch Toldpsand« 0.5 v. 5>. höher. "elsanleihe 5.90, M« 1128,5, "SubeniB 41.Z5 mn 55,75, Aheinftahl 33,25, Dckila 108,5, i 110.5, Licht & Kraft 96,5, Gessürel 7325, 3,75, Sch^ferhos'Dm. czugsaktien 90,60, Ko-

oben ^eute S,i* 5. bis 13 J?on lf)re

er Charlie A

* * -«L

^[s «nzige deutsch« 9 beginnenden Lechs.

ftiotiien.

s*36 * " *

es. Traf CT-tio.

«Hesse».

für den Stichtag von

ch während dieser Le« 'n, a/fo in der Land- 3nbuftrie ber Steine weiterhin stärker iriyn Derben, doch vnbn°> auch noch vm Gewerbe «folftt Än> n ^udertampagne hat en Arbeitsuchenden im rßmittelgewerbe mnasgrad in der che» derindustrie mar ismäßig günstig, was rie durch Belebung der Heils jedoch nur fai(on«

ning mürben 30724, 183 hauptunlerslül-

: gezählt.

en vorn Ende Oktober r hauplunterstugungs- sorge ist sie um iw- beiben llnterftußungs* ,e um M ergeben hat- ffnbe Oktober d.J- öirhnftiat' von drejen Ä der aus S**'i*;

1 ' hetrUfl 'N °r in der letzten

Ä5!®

!rs

70.« 7i,y 73,33

6,024

51.95 12,465

58,13 71,16

,72 16-42 168,61 21,49 70,11 Ä b 34.26

3,063 169,52 70,42 71-67 73,47 13,60 0,89

4,217 58,41 21,59 16.505 81,0« 34-46 81,98 0,851 o K s.E 12,78

3,057 169,18

13,76 0,893

4.2Z 58.29 21-55 16,465 80,92 34-40 81.82 0,849 ,29 ,634 12.76

58^ 71,44 13'73 16.48 169'49 21-S 70,39

239 73.45 81'M 313®

jränffT^.

2JWmfEt

6,036

52,05

12.485

fl. .

Hr. 277 Erster Blatt.

182. Jahrgang

Donnerstag, 24s. November 1932

Lrlchernl tSgltd), außer Sonntags und feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Siebener Famllienblütter Heimat m Bild Die Scholl»

Manatr-Bezvgrpretr:

Mit 4 Beilagen 915.1.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

Zernsprechanschlüsse anter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Stehen.

Postscheckkonto:

Zranlsurl am lilaln 11686.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesfen

Druck und Verlag: vrühl'fche UniverfitSlr Buch- und Steinöruderei H. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7.

Annahme von Lnze.gen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts IO Reichspsennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrist 20,, mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfür denAn- zeigenteil i.B.TH.Kümmel sämtlich in (Kiezen.

Oer Kampf umdenWeichselkorridor

Mit lebhaftem Interesse hat die Oeffentlichteit von einer Entschließung des Zweckverbandes nord- ostdeutscher Industrie- und Handelskammern Kennt- nis genommen, in welcher auf die Unhaltbarkeit des jehigen Weichselkorridors mit größtem Nach­druck hingewiesen und die Dringlichkeit einer be­friedigenden Endlösung betont wurde, da sie für das Wirtschaftsleben der an den Weichselkorridor angrenzenden deutschen Gebiete als entscheidend betrachtet werden müsse.

Die starke, mit Aufwand ungeheurer Geldmittel geführte Propaganda der polnischen Gesandtschaf­ten ckm Auslande, die umfangreiche Versendung von Schriften und Büchern an öffentliche und private Stellen in den einzelnen Ländern kann den Vor­marsch der Wahrheit und die Erkenntnis der Not- wendigkeit einer Revision der O st grenzen nicht mehr aufhaUen, besonders nachdem englische Parlamentarier und Journalisten Gelegenheit hat­ten, aus eigener Anschauung die heutigen Zustande in der Ukraine kennen zu lernen, und deshalb sogar eine Denkschrift auf staatsrechtliche Loslösung der Ukraine von Polen beim Völkerbund cingereicht haben. Die scharfen Angriffe der polnifchen Presse gegen diese Stel­lungnahme der öffentlichen Meinung Großbritan­niens haben diese Ansichten in England nur ver­stärkt, wie insbesondere die kürzliche Erklärung von Lloyd George in Orford erkennen läßt, der die Rückgabe des We i ch sc l korridors an Deutschland als das wichtigste Moment der Jxiedensberuhigung bezeichnete. Da er gleichzeitig betonte, daß die Frage des Korridors und Danzigs nicht mehr aus der Diskussion über Abrüstung und Sicherheit in Europa verschwinden dürfe, so haben diese Worte in ganz England um so größeres Auf­sehen erregt, als Lloyd George selber zu den Unter­zeichnern des Friedensvertrages gehört.

Die Enttäuschung, welche der neugegründete polnische Staat durch seine feindliche Einstellung gegen die Bedürfnisse der Weltwirtschaft und seine eigenen naturgegebenen Wirtschaftsbedürfnisse zu- gunften einer rein militärischen Machtpolitik brachte, konnte nicht besser zum Ausdruck kommen, als daß man die natürliche Handelsstraße zur Ostsee, d i e Weichsel, um deretwegen das Korridorgebiet an Polen abgetreten wurde, vollständig ver­sanden ließ und jetzt den natürlichen Ausfuhr­hafen Polens im Freistaat Danzig mit allen Mitteln durch den Wettbewerb des neuerbauten Hafens Gdingen abzuwürgen sucht. Hätte Po­len die Mittel, welche für den Ausbau des Hafens von Gdingen und feiner Eisenbahnverbindungslinie mit Oberschlesien ausgewendet wurden und die man heute auf insgesamt 650 Millionen Zloty beziffert, zum Ausbau der Weichsel verwandt und auf diese Weise zur Verbesserung seines Seehandels­verkehrs beigetragen, dann hätten Polen die Er­wartungen der Schöpfer des Versailler Friedens­vertrages erfüllt und gezeigt, daß es gewillt ist, an den Aufgaben der Zivilisation und des Welthan­dels teilzunehmen. Seitdem aber Polen feine wah­ren Ziele im Weichfeikorridor durch die unnatür­liche Abdrängung des Seehandels in den Hafen von Gdingen, lediglich zur Schädigung Danzigs, dargelegt hat, ist der Widersinn des Weichselkorridors und des Freistaa- tes Danzig auch den Urhebern des Versailler Vertrages klar zum Bewußtsein gekommen. Groß­britannien kann auf die Dauer nicht tatenlos zu­sehen, wie das Korridorgebiet unter polnischer Der- waltung nur noch zu politischen und wirtschaft- lichen Kampszwecken dient. Die Zufuhr von M u n i t i o n s t r a n s p o r t e n für die steigende Riesenrüstung der polnischen Armee muß ange­sichts der heutigen Abrüstungsbestrebungen die größte Beunruhigung Hervorrufen, und die Durch­führung eines ungeheuerlichen Kohlendum­pings der polnisch oberschlesischen Kohle gegen die englische auf den skandinavischen Märkten hat zu einem erheblichen Teile die Arbeitslosigkeit in England und den Rückgang des englischen Kohlen- absotzes verschuldet.

Wenn in den letzten Monaten der Waren­umschlag von Gdingen denjenigen des Danziger Hafens bereits überflügelt hat, dann sieht man bereits, bis zu welchem Maße die wirtschaft- liche Abwürgung des durch den Versailler Friedens­vertrag unter dem Schutz des Völkerbundes stehen­den Freistaates Danzig gelungen ist. Der Waren­verkehr über die Daizzig-polnische Seegrenze ist in den ersten neun Mo' den dieses Jahres um 2,5 Millionen Tonnen geringer gewesen als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Don diesem Rückgang ist der Danziger Hafen mit 2,3 Millionen Tonnen betroffen, mäl)tenb auf Gdingen nur ein Rückgang pon 177 000 Tonnen entfällt.

Von dem polnischen seewärtigen Warenverkehr giügen in den ersten Monaten des Jahres 1931 62,1 v. H. über Danzig und 37,9 v. H. über Gdin gtzll. In der gleichen Zeit 1932 betrug der Anteil Danzigs nur noch 51,8 v. H., dagegen der Anteil Gdurtzens bereits 48,2 v. H., und in vier Monaten dieses Jahres ist der Güterumschlag Gdingens größer gewesen als derjenige Danzigs Diese Tat­sachen müssen gerade in der öffentlichen Meinung Großbritanniens um so stärkeres Befremden her- oorrufeni, als die Entscheidungen des Sachverstän- digenausfchusses des Völkerbundes vom September 1932 besagen, daß der Danziger Hafen imstande ist, neben seinem eigenen auch noch den ge­samten Güterumschlag Gdingens auf- zunehm. en mit Ausnahme des Umschlages von Kohle und einiger Lebensmittel, deren Umschlag das Vorhandensein von Kühlhäusern voraussetzt.

Der verweigerte Zahlungsaufschub.

Das europäische Echo der Hooverschen Entscheidung in der Schuldenfrage.

Roosevelts Standpunkt.

Schulden halien mit Reparationen nichts zu tun.

N e u y o r k, 23. Nov. (WTB. Funkspruch) Wäh­rend seiner Rückreise nach Atlanta erklärte Roose­velt im Zuge, die Schuldnernationen könnten sich mit der amerikanischen Regierung am zweckmäßigsten und wirksamsten auf diplomatischem Wege in Verbindung setzen. Er sei der Meinung, daß e i n einzelner Schuldner jederzeit Ge- l e g e n b e i t haben sollte, seinem Gläubiger tatsäch­liche Vorstellzingen zu unterbreiten, denen der Gläu­biger immer höfliche wohlwollende und gründliche Erwägung zuteil werden lassen sollte. Er stimme mit Hoover vollkommen überein, daß es sich bei den Kriegsschulden um Darlehen han­delt, die in der Annahme gewährt wurden, daß sie zurückbezahlt werden würden, daß jedes dieser Darlehen für sich erwogen werden sollte, daß Vereinbarungen über die Zahlungsfähigkeit nicht ge­troffen werden sollten, und daß die Schulden mit Reparationen nichts zu tun haben.

London ist zuversichtlich.

London, 24. Nov. (WTB. Funkspruch.) Die Morgenblätter zeigen keine Neigung, die gestrige Erklärung Hoovers über das Schuldenproblem allzu tragisch zu nehmen. Der allgemeine Eindruck ist, daß der Präsident die Tür zu weiteren Verhandlungen nicht geschlossen hat; man rechnet sogar mit der Möglichkeit, daß schließ­lich doch n.cht auf der Zahlung der Dezemberrate bestanden werden wird. Man erwartet ferner, daß d'e britische Regierung ohne Verzug in einer er­gänzenden Note gewichtige Argumente für Ge­währung eines Zahlungsaufschubs an­hängen wird. Auf jeden Fall hält man es für sicher, daß Amerika bei den im nächsten Jahre fälligen Zahlungen keine rein negative Haltung einnehmen wird, und zwar, wieTimes in ihrem Handelsteil bemerkt, schon aus dem Grunde, weil die Regelung dieses Problems Voraussetzung für den Erfolg der Wellwirtschaftskonferenz sei.

Enttäuschung in Paris.

DaS Lausanner Abkommen sott nicht ratifiziert werden.

Paris, 24. Nov. (WTB. Funkspruch.) Zu der amerikanischen Ablehnung der Moratoriumsgefuche schreibt Journal, wenn auch die Entscheidung des Präsidenten Hoover nicht völlig unerwartet gewesen sei, werde sie doch in Europa eine sehr leb­hafte Enttäuschung auslösen. Das Vertrauen, das in Lausanne aus der moralischen Gewißheit entstand, daß die Lasten, die sich aus den Regie­rungszahlungen ergeben, endlich zu Ende feien, er­halle einen schweren Schlag. Selbstverständlich könne wenigstens für den Augenblick von einer Rati­fizierung der Lausanner Abkommen nicht mehr die Re d e sein. Auch die Bemühun­gen der Stresa-Konferenz seien paralysiert worden. Die Wettwirtfchaftskonferenz könne als auf u n - bestimmte Zeit verschoben angesehen wer­den. Von den Rückwirkungen auf den Sterlingkurs brauche man wohl nicht zu sprechen.

*

Ministerpräsident Herriot erklärte einer Ab­ordnung der Vereinigung französischer Kaufleute und Industrieller, er stehe und falle mit der Möglichkeit, das Budgetdefizit von 8 Milliarden ^ranken zu decken. Man müsse jetzt endlich Klarheit schassen. Opfer seien unerläßlich. Er werde vom Parlament ein Gesetz fordern, daß nach Herstellung des Bud­getgleichgewichts künftig keine Ausgaben ohne entsprechende Einnahmen mehr

bewilligt werden dürfen. Nur so könne man zu ge­sunden Verhältnissen kommen. Um dem Außen- Handelsdefizit zu begegnen, sei es feiner An- sicht nach wünschenswert, die Handelspolitik auf Gegenseitigkeit zu stellen. Zu diesem Zweck beginne man mit der Revision der Handelsver­träge. Als Deutschland die Streichung der Reparationen verlangte, habe es im Handelsverkehr mit Frankreich einen jährlichen Ueberschuß von

3380 Millionen Franken gehabt. Frankreich dürfe nicht, weil es zahle, das Opfer derer wer» den, die mit ihm Handel treiben, und, während sie bei ihm kauften, hofften, d i e Zahlungen schuldig bleiben zu können. Konzessionen Frankreichs würden als Schwäche ausgelcgt werden: denn in den nationalen wie in den internationalen Beziehungen wisse man Konzessionen nur zu schätzen, wenn sie von einem Starken geführt würden.

@(6riflli$e3ea!itootiungber§iflerft6en9enl|[6tifi

Berlin, 24. Jloo. (OB. Funkspruch.) wie wir erfahren, ist die Entscheidung des Reichs­präsidenten dahin gefallen, daß die ünl- roor t an Adolf Hiller schriftlich erfolgen soll. Es ist anzunehmen, daß das voraussichtlich umfangreiche Dokument die Auffassungen Adolf Hitlers in sehr eingehender Form widerlegt. 3n politischen fireifen wird erwartet, daß die Antwort im Laufe des Spätnachmittags übergeben wird. Die Antwort wird in der Form eines Schreibens des Staatssekretärs Meißner erfolgen, da auch das gestrige Schreiben Hitlers an Staats­sekretär Meißner gerichtet war.

Die Reichspressestelle der NSDAP, teilt mit, daß die in einem Teil der Presse heute verbreiteten Mel­dungen, wonach Adolf Hitler dem Herrn Reichs­präsidenten die Bildung eines Präsidialkabinetts als Minderheitskabinett auf der Basis der Harzburger Front vorgeschlagen habe, unter Ausschluß anderer politischer Gruppen, die sich für eine nationale Konzentra­tion zur Verfügung stellen, falsch seien. Ferner wird vom Bureau des Reichspräsidenten mit allem Nachdruck erklärt, daß der Herzog von Lo­burg in keiner weise in irgendeine Verbindung weder mit dem Reichspräsidenten noch mit Staatssekretär Meißner noch mit Oberst von Hindenburg getreten ist.

Zurückhaltung des Stahlhelms

Berlin, 24. Nov. (CNB.) Die Kreuzzeitung, die der Bundesleitung des Stahlhelms nahesteht, schreibt zu den Bemühungen einer Neubelebung der Harzburger Front: Die Idee eines gemeinschaftlichen Handeln aller Kräfte des nationalen Deutschlands ist gerade von den überparteilich eingestellten Or­ganisationen dieser Front, vor allem vom Stahlhelm, uneigennützig gefördert worden. Damals waren es die Nationalsozialisten, die im Rausch der bei den parlamentarischen Wahlen crziehlten Zah­len den Gedanken des gemeinschaftlichen Zusammen- gehens a d l e h n t e n und mit den einseitigen Dik­taturansprüchen hervortraten. Im Augenblick besteht keine Möglichkeit, die Harz- burger Front wieder wirksam zu machen. Selbstverständlich bleibt sie als Fernziel der nationalen Bewegung bestehen. In der jetzigen Lage bleibt nur der eine Weg übrig, daß der Reichs­präsident eine Persönlichkeit feines V e r- t r a u e n s mit der Kabinettsbildung beauftragt und daß diese neue Regierung völlig unabhängig von allenParteibindungen und Mehr­heiten ihren Weg geht. Die künftige Entwicklung der nationalen Bewegung und ihre Heranführung an die unmittelbare Mitwirkung im staatlichen Le­ben erblicken wir darin, daß eine wirkliche Präsidialregierung mit durchgreifender Initiative alle die Hemmungen beseitigt, die heute noch zahlreich vorhanden sind.

Sine private Fiinsniächtekoiiserenz in Gens ?

Gleichberechtigung und Sicherheit gleichzeitig auf der Tagesordnung?

Genf, 24. Vov. (Täl.) Reichsauhenminister von Venrath besuchte den Präsidenten der Abrüstungskonferenz, Henderson, und dar­auf den Kabinettschef Mussolinis, Baron 21 l o i s i. Die Unterredung mit Henderson hat nur informatorischen Charakter getragen. Die Be­sprechung mit Aloisi ergab von neuem die weit­gehende Liebereinstimmung zwischen Deutschland und Italien in der Gleichberechti- gungsfrage.

3n maßgebenden englischen Kreisen wird heute versichert, daß die mit größtem Bachdruck jetzt von Simon geführten Verhandlungen sich immer stärker in der Richtung einer Fünf- mächtebesprechung bewegen. Man nimmt an, daß anfangs der nächsten Woche die Ver­treter Deutschlands, Englands, Frankreichs und Italiens unter Hinzuziehung eines amerikanischen Beobachters xu gemein­samen, jedoch inos fizieNen fortlaufenden Be­ratungen zusammentreten werden, um die Gleich- bcrechtigungsfrage nach der formalen und mate­riellen Seite hin zu klären. Man versichert, daß mit Rücksicht auf die kleinen Mächte diese Be­sprechung nur als private Verhandlungen er­

klärt werden solle. Die französische Re >ng lehnt eine Beteiligung an der Fünsmäch e- chung grundsätzlich nicht ab. Die Verl. i g des Hauptausschusses auf unbe.....mite

Frist wird in allen internationalen Kreisen jetzt als der deutliche Beweis dafür angesehen, daß die Abrüstungskonferenz ohne die Teilnahme Deutschlands vollständig lahmgelegt und arbeitsunfähig ist.

Echo de Paris berichtet, daß Frankreich gegen das Versprechen, d i e Sicherheitssrage gleichzeitig mit dem Problem der Gleichberech­tigung zur Diskussion zu stellen, zu einer Fün - fertonferenjbereit sei, die nächste Woche be­ginnen würde. Notwendigerweise müsse Frankreich sich auch über Artikel 160 des Versailler Vertrages aussprechen, der die Rolle des deutschen Heeres definiere. Das Blatt will erfahren haben, daß die deutschen Delegierten wahrscheinlich nicht an einer Fünferkonferenz teilnehmen würden, auf der die Sicherheitsfrage angeschnitten werde. Getreu ihrer Verhaltungslinie würden sie erst dann an diesen Verhandlungen teilnehmen, wenn sie i m voraus den Grundsatz der Gleichbe­rechtigung durchgesetzt haben würden.

Neben diesen Maßnahmen sucht heute Polen gegenüber den Entscheidungen des Völkerbundes eine noch stärkere Mißachtung zu zeigen, indem es durch Ausrufung eines Boykotts gegen Danziger Waren die Wirtschaft des Freistaates zu unterhöhlen sucht und trotz der am 13. August getroffenen Danzig-polnischen Verein­barungen den Boykott in verschärfter Form fortgesetzt und nur Waren aus Danzig herein- läßt, die von polnischen Zollinspektoren eine beson­dere Genehmigung erhalten haben. Polen hat durch diese Maßnahmen trotz der im Versailler Friedens­vertrag vorgesehenen Zollunion zwischen Danzig und Polen in Wirklichkeit eine eigene Zoll­grenze gegen Danzig aufgerichtet. Inter­essant ist in diesem Zusammenhang, daß Polen jetzt auch noch aus eigener Machtvollkommenheit eine Seegrenze gegen Danzig festzusetzen sucht, um auf diese Weise den Freistaat von allen Seiten vollkommen abzudrosseln und chn zur Eingliede­rung in den polnischen Staat zu zwingen.

Mit dem fetzt geplanten Angriff a u f die Danziger Währung, durch den der polnische Zloty den Danziger Gulden ab 1. Dezember 1932 für Zahlungen im Verkehrswesen auf Grund eines polnischen Dekretes ersetzen soll, wird auch inner­halb des Freistaatgebietes der Grad sichtbar ge- macht, bis zu dem die Danziger Hoheitsrechte trotz Völkerbund und aller internationalen Verträge untergraben worden sind.

Oer Mandschureistreit in Gens.

Erregte Debatten. Oer Lyttonbericht soll ergänzt werden.

Genf, 23. Nov. (TU.) In der öffentlichen Rats­sitzung am Mittwoch gaben die Vertreter von Japan und China erneut stundenlange Erklärungen ab, die sich in erster Linie auf Fragen der Vergan­genheit beschränkten. M a t s u o k a trat besonders scharf den chinesischen Erklärungen entgegen, daß Japan feit Jahrhunderten planmäßig eine Erobe­rungspolitik verfolge. Japan habe niemals an eine Eroberung Chinas gedacht. Die an­gebliche Denkschrift des früheren japanischen Mini­sterpräsidenten Tanaka über weitgehende japanische (Eroberungspläne sei eine bewußte Fälschung. Die Boykottbewegung Chinas gegen ja­panische Waren sei eine verschleierte Fortsetzung b e s Krieges. Sie richte sich keineswegs allem gegen Japan, sondern gegen alle ausländischen Mächte und bezwecke, Zugeständnisse von den Mäch­ten zu erhalten. Die ausländerfeindliche Bewegung in China fei gleichmäßig gegen alle Mächte gerichtet. Der Völkerbund müsse sich jetzt mit diesen außerordentlich ernsten Fragen befassen. (Eines Tages könnte die chinesische Bewegung zu einer Wettgefahr werden.

Wellington Koo antwortete mtt schwersten Vorwürfen gegen Japan. Die Behauptung Japans, daß seine Politik nur auf die Wiederherstellung des Friedens und die (Einigung Chinas gerichtet gewesen

sei, erscheine angesichts der Beschießung Schang­hais und der Besetzung weiter ostchinesischer Ge­biete kaum vorstellbar. Die berühmte Denkschrift Tanakas sei vielleicht eine Fälschung, jedoch in jedem Fall nur eine japanische Fälschung. Die von Japan aufgeworfene Frage der japanfeindlichen Haltung des chinesischen Volkes könnö' vom Völkerbund erst dann geprüft werden, wenn sämtliche japanischen Truppen endgültig die Mandschurei verlassen hät­ten. Die japanische Darstellung der chinesischen Boy- kottdewegunH entspreche keineswegs den Tatsachen.

Am Schluß der Sitzung kam es zu einer erregten Geschäftsordnungsaussprache. Der Ratspräsident de Valero beantragte eine neue Einberu­fung des Lyttonausschusses mtt der Auf­gabe, den Lytton-Bericht aufgrund der Erklärungen der japanischen und chinesischen Vertreter zu prü­fen und zu ergänzen. Mutsuoka lehnte ein solches Verfahren scharf ab. Lord Lytton erklärte jedoch, daß er den Ausschuß selbst zu einer Sitzung einberufen werde. Der Ausschuß habe zu prü­fen, ob eine Erklärung und Ausgestaltung des Be­richtes notwendig sei. Die Verhandlung wurde dann vertagt. In maßgebenden Dölkerdundskreisen besteht die Absicht, bereits in der nächsten Zeit die außer­ordentliche Vollversammlung des Lölkerdun-