Ausgabe 
24.10.1932 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Beschleunigte Entschuldung der ostdeutschen Landwirtschaft.

Berlin, 22. Ott. (Sil.) Die Serorbnung über die beschleunigte Durchführung des Osthilfe-Derfahrens, die sogen, zweite T n ts ch u l d u n g s ve r o r d nu ng , ist am heutigen Samstag erlassen worden. Die neue Verordnung soll Gewähr geben, daß die Osthilsematznahmen beschleunigt durchgeführt wer­den.

Die Verordnung sieht die Gesamlablösung der genossenschaftlichen Forderungen gegen die Lnt- ichuldungsbetriebe im Osthilfegebiet und die Erhöhung der Var-Entschuldungsmittel vor.

Das Gesamtvolumen der dem Raufeisenverband angeschlossenen landwirtschaftlichen Genossen­schaften, das auf 200 Millionen Mark geschätzt wird, geht mit dem Inkrafttreten der Verord­nung auf das Reich über. Dafür erstattet das Reich den Gegenwert in Höhe von 70 v. H., also 140 Millionen Mark. Von diesen 140 Mil­lionen werden 50 Millionen von der Bank für Industrieobligationen als Beauftragte des Rei­ches aus Osthilfemitteln in Entschuldungsbriefen gegeben, die übrigen 90 Millionen werden in Schatzanweisungen gegeben, von denen 60 Mil­lionen später aus Sicherungsmitteln abgelöst wer­den. Durch den Liebergang der Forderungen auf das Reich wird bewirkt, das) die L a n d st e l - len mit den einzelnen Entschul­dungsverfahren nichts mehr zu tun haben, es soll, dadurch eine wesentliche Beschleu­nigung herbeigeführt werden. Die einzelnen Ge­nossenschaften werden von der Preuchenkasse be­friedigt. Die auf das Reich übergegangenen frü­heren genossenschaftlichen Forderungen werden von der Landstelle bis auf 25 v. H. herunter- akkordiert werden. Dadurch wird die LUkordquote der übrigen Gläubiger wesentlich verbessert.

vorgesehen ist weiter, daß Betriebsinhaber, die Dechselakzepte gegeben haben, und solche, die |

im Entschuldungsverfahren gewesen find, in voller höhe von den Verbindlichkeiten befreit werden.

Die Sicherheiten, die für- genossenschaftliche For­derungen bestanden, gehen auf das Reich über.

Der zweite Teil der Verordnung behandelt die Erhöhung der baren Entschuldungs­mittel. Bisher war das Verhältnis 4 zu g. Bei einem Gesamtvolumen von 600 Millionen RM. waren 500 Millionen Entschuldungsbriefe und 100 Millionen Barzahlung. Dieses Verhältnis wird da­hin geändert, daß das Volumen der Entschuldungs­briefe auf 350 Millionen heruntergesetzt und das der Barzahlung von 100 auf 240 Millionen erhöht wird. Die Pächter werden durch besondere Mittel ent- jchuldel. Die neuen Barmittel werden beschafft durch Vorfinanzierung derjenigen Mittel, die durch die Verminderung der Entschuldungsbriefe freiwer­den. Da das Volumen der Entschuldungsbriefe auf 70 o. H. heruntergesetzt wird, werden die Mittel für die Einlösung ebenfalls zu 30 d. S). frei, die der Barentschuldung zur Verfügung stehen. In diesem Jahre werden für die Vorfinanzierung 40 bis 50 Millionen RM. genügen. Der Rest wird im nächsten Jahre freigemacht.

Im S ch l u ß t e i l der Verordnung ist vorgesehen, daß

Forderungen von Gläubigern aus Warenliefe­rungen nach dem 1. Januar 1929 am Ent- schuldungsbelriebe nach näherer Entscheidung der Londstelle al« Uebergangshypotheken ein­getragen werden. Die Forderungen sind zu­nächst unverzinslich.

Sie werden getilgt nach Ablauf von drei Jahren nach dem Ergebnis der Betriebskontrolle. Für ein Viertel des etwaigen Ausfalls übernimmt die Bank für Jnduftrieobligationen die Bürgschaft

«Sanierung der Landesbank her Rbeinprovinz.

Berlin, 22. Olt. (WTB.- R ichs unj Staa s regierung haben nunmehr die Verhandlungen über einen Sanierungsplan der Lan­desbank der Rheinprovinz abgeschlos­sen. Da die Behebung der Illiquidität der Lan­desbank in erster Linie eine Frage der Wieder­herstellung der finanziellen Lei­stungsfähigkeit der ihr verschuldeten rhei­nischen Kommunen ist in den letzten Monaten sind diese weiter iy steigendem Maße mit ihren Zinsleistungen gegenüber der Landes­bank in Rückstand geraten haben sich

Reich und Staat bereit erklärt, der Landes­bank ein Mindestaufkommen aus den lausenden Zins- und Tilgungsoerpflichtungen dieser Schuldner in höhe von 15 Millionen Reichs­mark auf die Dauer von vier Jahren zu garan­tieren unter der Voraussetzung, daß sich ander­seits auch die Gläubiger der Landesbank zu einem Entgegenkommen sowohl in der Zins­höhe als auch durch Stundung ihrer Sapital- >forderungen auf mindestens vier Jahre bereit- finden.

Cs darf erwartet werden, daß die Kommunen innerhalb dieser Frist durch Maßnahmen der Umschuldung oder des Finanzausglei­che s instand gesetzt sind, ihren Kapitalverpflich­tungen allmählich wieder nachzukommen. Außer­dem wird die Staatsregierung alle ihr in Aus­übung der Kommunalaufsicht zur Verfügung stehenden Mittel für die Abwicklung der Ver­pflichtungen der Landesbank einsehen.

Der P r o v i n z i a l v e r b a n d soll sich bei der Sanierung dergestalt beteiligen, daß er die F o r - de-rungen von Reich und Staat, die dielen aus der Einlösung der im Herbst vorigen Jayres gegebenen 50 Millionen RM einjährigen Schatzanweisungen gegen die Landesbank erwachsen sind, als Schuldner übernimmt und diesen

Betrag der Landesbank als zusätzliches haftungskapital zur Verfügung stellt, wo­durch nicht nur eine erhebliche Verbesserung des Status, sondern auch durch Fortfall dieses zins­pflichtigen Passivpostens eine entsprechende Der- ringerung der Z i n s e n l a st eintritt. Die Verzinsung und Tilgung dieses Darlehens soll durch die aus der Erhöhung der Prooinzialumlage der Provinz zustießenden Einnahmen gesichert werden.

Unter der Voraussetzung, daß diesem Sanierungs­programm auch seitens der Gesamtheit der Gläubi­ger zugestimmt wird, hat sich

die Reichsbank im Einvernehmen mit der Akzeptbank bereit erklärt, zn den bereits ge­gebenen 75 Millionen Reichsmark eine weitere

Liquiditätshilfe zu gewähren.

Im Rahmen dieser Liquiditätshilfe soll den Bankgläubigern eine weitere Rückzahlung von 10 Prozent ihrer noch bestehenden Guthaben geleistet werden. Außerdem soll sie zur Aus­zahlung von Gläubigern, wie soziale Versiche­rungseinrichtungen, Krankenhäuser und sonstige Wohlfahrtsanstalten dienen, die nach Erschöpfung aller a nderen Finanzierungsmöglichkeiten un­bedingt auf ihre bei der Landesbank angelegten Detriebsreserven zur Erfüllung der ihnen ob­liegenden Leistungen zurückgreifen müssen.

Den Sparkassen, die durch die Richtverfügbar­keit ihrer Guthaben bei der .Landesbank im Herbst vorigen Iahres in besondere Verlegen­heit gekommen waren, ist zunächst dadurch gehol­fen worden, daß ihnen über die Akzeptbank Liquiditätskredite gegeben sind, die in ihrer Gesamtheit heute die bei der Landesbank festliegenden Guthaben bedeutend übersteigen. Soweit in der Zwischenzeit nicht bereits ^Ver­rechnungen der Guthaben der einzelnen Spar­kassen über die laufenden Zins- und Tilgungs­verpflichtungen ihrer Gewährsverbände stattge­funden haben, soll eine solche Verrechnung, so-

EMands geistliche Führer verlangen Abrüstung.

Die Geistlichen beim englischen Ministerpräsidenten. Neben Macdonald (ganz links) der Erzbischof von Canterbur, Dr. Lang.

_

i

weit irgendmoglich, auch auf die noch abzu- deckenden Kapitalbeträge erstreckt werden. Im übrigen wird die Staatsregierung dafür Sorge tragen, daß durch baldigste Errichtung der ge­planten neuen Gemeinschaftbank zwi­schen Rheinischem Givoverband und ProvinAial- verband sowohl die Sparkassen als auch der Provinzialverband wieder ein funktionsfähiges Bankinstitut erhalten.

Aus aller Wett.

Gronau unterwegs.

Der deutsche Weltflieger Wolfgang u. Gronau ist von Colombo nach Mangalore (vorder- indische Westküste) g e ft a r t e t.

Gras Zeppelin"

zur letzten diesjährigen Südamerikafahrt gestartet.

Das LuftschiffGras Zeppelin" ist heute früh 6.24 Llhr unter Führung von Kapitän Leh­mann zu feiner letzten diesjährigen Südame­rika f a h r t aufgeftiegen. An Bord befinden sich 12 Passagiere. Don Pernambuco geht die Fahrt weiter nach Rio de Ianeiro.

100 000-2Tiart-£os gezogen.

In der ersten Klasse der Preußisch-Süddeut­schen Klassenlotterie fiel ein Gewinn von 1 0 0 0 0 0 Mark auf die Rümmer 33 1 35 4. Das Los wird in Achtellosen in Württemberg und in Berlin gespielt.

Schwere Zuchthausrevolte in Reuyork.

Im Reuyorker Zuchthaus in Walfare Island ist es zu schweren Revolten gekommen. Die Insassen unternahmen mehrere Ausbruchversuche, wobei ein Zuchthäusler von Polizeibeamten ge­tötet wurde. Die Zuchthausdirektion wandte sich mit der Bitte um Hilfe an das Polizeihauptquar­tier, von wo ein größeres Polizeiaufgebot mit 50 Detektiven hinbeordert wurde, um die Aufrührer mit Tränengas und Maschinengewehren zu be­kämpfen. Es ist zu schweren Kämpfen ge­kommen, so daß noch größere Verstärkungen ange­fordert werden mußten. Der Aufruhr konnte mit Hilfe von 300 Polizeibeamten niederge­schlagen werden. Im Gefängnishof spielte sich eine zweistündige Schlägerei ab. Peim Verhör im Direktorzimmer erdolchte ein italienischer Zuchthäusler einen Iren, nachdem vorher eine blutige Schlägerei zwischen dem. Iren und dem Italiener stattgesunden hatte. Sämtliche Schwer­verbrecher zerstörten das Mobiliar in ihren Zellen und machten während des Aufruhrs einen

Riesenlärm. Die übrigen Reuyorker Gefäng­nisse werden scharf bewacht, da man weitere Aus­bruchversuche befürchtet.

Zusammenstöße mit Schmugglerbonden. Ein Toter, ein Schwerverletzter.

In einer der letzten Nächte wurde in der Nähe von Ophoven bei Aachen eine achtköpfiae Schmugglerbande von Zollbeamten gestellt, deren Haltrufe und Warnungsschüsse keine Beach­tung fanden. Als die Beamten schrrf schossen, trafen sie einen 16jährigen Jungen aus Scharfenberg ins Herz, so daß er auf der Stelle t o t war. Man sand bei ihm 12 Pfund Kaffee und kleine Mengen Tabak. Zwei weitere Mitglieder der Bande wurden seft- genommen. Insgesamt haben die Beamten etwa 80 Pfund Kaffee und etwa 30 Pfund Tabak be­schlagnahmt. Auf dem Gymricher Weg bei Aachen konnten Zollbeamte ebenfalls eine Schmugglerbande von 30 Mann stellen, von denen die meisten trotz zahlreicher Warnungsschüsse die Flucht ergriffen. Einer der Schmuggler, ein 30jähriger Mann, mürbe » durch einen Schuß an der Schulter schwer v e r letzt. Man fand bei ihm 1400 Zigaretten und fXine Mengen anderer Waren. In Sief wurde ein Be­rufsschmuggler gestellt. Man fand in seinem Tor­nister 600 Buch Zigarettenpapier und 1500 Zi­garetten.

Gelungener Start der Tilling-Flugrakete.

Der Flugraketencrbauer Reinhold Tilling, Osnabrück, führte zum erstenmal auf dem Ber­liner Flugplatz Tempelhof einen Flugraketen- start vor. Der Abschuß gelang tadellos. Die Rakete trieb den etwa vier Meter langen Flug­körper 800 Meter empor. Dann entfalteten sich langsam zwei Tragflächen, die einen spiralartigen Gleitflug zur Erde ermöglichten. Demnächst sollen weitere Vorführungen mit der Tilling-Rakete auf dem Flugplatz Tempelhof stattfinden, die jedoch noch der behördlichen Genehmigung be­dürfen.

Prinzessin Olga zu Schaumburg-Lippe t.

Prinzessin Olga z u Schaumburg- Lippe, die Gemahlin des im Iahre 1904 gestor­benen Prinzen Max zu Schaumburg-Lippe, ist, wie aus Stuttgart gemeldet wird, nach langem schwe­rem Leiden im Ludwigsburger Schloß im Alter von 56 Iahren gestorben. Rach dem Tode ihres ältesten Sohnes, des Prinzen Eugen, der im Iahre 1929 als zweiter Flugzeugführer mit einem Verkehrsflugzeug in der Räye des englischen Flug­platzes Croydon tödlich abstürzte, lebte sie in stil­ler Zurückgezogenheit.

Oberhessischer Kunstverein.

,(yiauvu i«ei <z>e.,enwart "

Die zweite Ausstellung dieses Winters steht unter der UeberschriftFrauen der Gegenwart"; sie wiederholt also ein Thema aus der vorigen Se'son, bringt aber bis auf eine Ausnahme neue und hier wohl noch unbekannte Namen. Zum zweitenmal erscheint nur Sulamith Wülfing aus Elberfeld, die sich selbstDürers kleine Tochter" nennt, obwohl ihre Arbeiten minder an Dürer als etwa an die Präraffaeliten denken lassen. Vorerst ist nur eine Anzahl illustrativer Arbeiten (zu Volks­liedern und Gedichten von Rilke) zu sehen, die aber in Kürze durch eine Kollektion von Originalen aus der letzten Zeit ergänzt werden sollen

Der Gesamteindruck hat sich nicht geändert: es ist eine eigenartige, typisch weibliche und stellen­weise etwas kunstgewerbliche Malerei, deren Reiz in der lyrischen Zartheit des Motivs, in der farbigen Phantasiefülle und der ausgesprochen dekorativen Haltung des kleinen Formats beruht: eine Malerei hes lart pour lart, ohne Anziehungskraft für die große Maffe und einen populären Kunstgeschmack

Den breitesten Raum beansprucht Die Ausstel­lung der Arbeiten von Louise K l e m p t, München, was schon durch das beträchtliche Ausmaß ihrer Ent­würfe bedingt ist. Diese Künstlerin zeigt eine merk- würdige und originelle Technik: gemalte Wcmd- behänge, also eine Art transportabler Fresken, von denen hier eine Anzahl interessanter Beispiele in natürlicher Größe gezeigt werden. Daneben sieht man zahlreiche Photos und Skizzen von ausge- führten Entwürfen, die an ein reizvolles und schwie- riges Problem rühren, nämlich das Zusammen­wirken von Architektur und Malerei. Die Malerei findet sich hier vor der delikaten und heiklen Aufgab, der Einordnung in gegebene Maße (oft sehr unregelmäßig begrenzte Wandflächen) und ge­gebene Stilformen; die Angleichung an vorhandene Bauteile soll deren dekorativer Belebung dienen, ohne durch übertrieben-eigenwillige 'Borbringlid) feit die reine Architekturwirkung zu beeinträchtigen. Für die sinnvolle Aufteilung und motivifche Aus­schmückung großer Jnnenräume und Fassadenflächen bieten die Entwürfe vom Schlierseer Postamt, von der Bamberger Solokistraße und aus einem Kinder» I garten in Duisburg fympathifchL Beispiele; insbe»

sondere erscheint uns die Gestaltung des Bamberger Tierparadieses einer glücklichen Lösung der kom­plizierten Aufgabe nahezukommen.

Die großen Wandbehänge (Wasserfarben auf grobem, rupfenartigem Stoff) zeigen einfache, meist figürliche und landschaftliche Motive, die in festen Konturen und gedeckten Farben die Fläche bildhaft aufteilen, gliedern und stellenweise auch eine be­merkenswerte Raumwirkung hervorbringen. Der maßstäbliche Umfang und die eigenartige Technik dieser Wandmalerei führten übrigens zu einer stili­stischen Großzügigkeit und Herbheit des Ausdrucks, daß man eher eine männliche Hand und männliche Phantasie hinter den hier oorgestellten Entwürfen vermuten sollte. iSie bilden in jeder Hinsicht den ausgesprochenen Gegenpol zum künstlerischen Aus­druck und Formempfinden her Sulamith Wülfing.)

Gabriele M ü n t e r, IRurnau, die, qpe wir hören, zu den deutschen Vorkämpferinnen der nach" impreffioniftischen Malerei zählt, zeigt eine Anzahl tüchtiger Oelbilder. Blumenstücke, Landschaften, wenig Figürliches: alles in ziemlich einheitlichem Stil. Bei etwas stumpfem, vorwiegend trockenen Auftrag arbeitet sie mit stark tonturierten Flächen und einer blühenden Palette. Die besten Wirkungen ergeben sich u. E da, wo sie in der koloristischen Komposition am sparsamsten bleibt und sich auf wenige, untereinander gebundene Grundakkorde be­schränkt

Von der Malerin Agnes von Bülow, einer jetzt in Brüssel lebenden Hamburgerin, Schülerin übrigens von Angelo Jank in München, sieht man an zwei Wänden eine Folge graphischer Arbeiten verschiedener Technik, Lithos, Holzschnitte und Hand- zeichnungen. Da gibt es großstädtische Augenblicks­eindrücke von zugreifender Realistik neben ruhigen Landschaftsstücken von feiner und geschlossener Hal­tung. Eine besondere Begabung für Bildnisstudien erweist sich in den Handzeichnungen (Porträts von Heinrich Mann, Einstein, Timmermans), in denen sich aus der kontrastreichen Gegenüberstellung von Hell und Dunkel, von Licht und Schatten charakte­ristische Wirkungen ergeben.

Die Ausstellung wurde gestern vormittag eröffnet und soll außer an den Sonntagen auch an vier Wochentagen zugänglich sein.y

Anekdoten

uoii Start lerbö.

Charles James Fox, der englische Staatsmann, kam nach dem Frieden von Amiens nach Paris und war dort eines Tages bei einem Politiker ein- geladen, der uns vom Chronisten kurzweg nur als Graf S." überliefert ist. Nack) dem Essen stand Fox mit seinem Gastgeber und einem französischen General plaudernd vor einer Weltkarte.Wie ist es nur möglich", sagte der General,daß England, diese winzige Insel, die ganze Welt beherrscht?" Fox trat gelassen vor und gab nachdrücklich die ver­langte Erklärung:Das da" mit einem flüchtigen Hintippen auf Englandist nur unser Absteige­quartier; das da aber" mit einer weiten Rund­bewegung über die ganze Weltist das eigent­liche England"

iörtögeroatet in Somerjetshire hat um das Jahr 1800 ein Reisender an einem Hause ein Fir­menschild bemerkt, das er gewissenhaft abgeschrieben hat Es stand darauf zu lesen:

Burneß & Sohn

Schmiedes- und Barbiergeschäfte aller Art.

Hier werden Pferde beschlagen und Haare ge­kräuselt, Zähne ausgerissen und Pferde und Men­schen zur Ader gelassen, große Schlösser ausgebessert und der Bart geschabt, und was dergleichen Huf­schmieds- und Barbiersachen mehr sind. Dazu alle Sorten geistiger Getränke und Liköre. Mrs. Burneß unterhält eine Schule, unterrichtet im Lesen, Schrei­ben und fremden Sprachen und hat überdies Ge­hilfen und Gehilfinnen für Mathematik und Mode- arbeit

Das war Huddy, Postmeister zu Lismore in 3r» land, 96 Jahre alt undein sehr jovialer Greis"; dem kam eines Tages in den Kopf, eine ganz wilde Schnapswette um 25 Pfund Sterling zu tun. Er wollte den Weg von Lismore nach Fermoy, vierein- halb (deutsche) Meilen, in sechs Stunden zurück- legen, und zwar auf dem seltsamsten Gespann, bas die an Narrheiten nicht eben arme Welt je gesehen hat. Als Wagen diente dem jovialen Greise ein altes Austernfaß, das man mit Rädern versehen hatte, darauf stand er, eine rote Nachtmütze auf dem Kopse, eine Fuhrmannspeitsche in der Hand. Seine Zugtiere aber waren ein Schwein, ein zah­

mer Dachs, zwei Katzen, ein Igel und eine Gans. Genau siebzehn Minuten vor der gewetteten Zeit traf er in Fermoy ein und machte sich sogleich daran, das gewonnene Gelt in aller Frische zu vertrinken.

*

Juddy, vor rund hundert Jahren hochachtbarer businessman zu Neuyork, sollte eine runde Straf- summe bezahlen, weil er drei Tonnen Walfischtran ohne obrigkeitliche Untersuchung eingeführt hatte: Alle Fischöle unterlagen laut Gesetz dieser Unter­suchung. Juddy aber war ein Mann, auf dessen geistige Regsamkeit seine Handelsware keinerlei nachteiligen Einfluß ausgeübt hatte; er besprach sich mit Doktor Mitchil, dem smartesten Anwalt Neuyorks, und dieser tüchtige Mann überraschte die Behörden mit folgender Beweisführung: Der Wal­fisch ist kein Fisch, sondern eine besondere Art von Vierfüßlern, da er warmes Blut hat, durch Lungen atmet, lebendige Junge zur Welt bringt, diese säugt, und was dergleichen Vierfüßlereien mehr sind. Wenn aber der Walfisch kein Fisch ist, so ist auch Walfischtran kein Fischtran und fällt nicht unter das Gesetz; was zu beweisen war. Die Behörden streckten vor dieser Logik die Waffen, Juddy brauchte nicht zu bezahlen, und Walfischtran durste von da ab ohne Untersuchung eingeführt werden.

In den Zeitungen Neuyorks erschien eines Tages es muß um bas Jahr 1825 gewesen sein folgende merkwürdige Anzeige:

Warnung!

Da ich das Unglück habe, starke Getränke mehr zu lieben, als mir gut ist, so ersuche ich alle 23er- käuser dieser Artikel, mir dergleichen um keinen Preis mehr zu verabfolgen, wenn ich aber daraus bestehen sollte, mich notfalls mit Gewalt wegzu- jagen da ich zwar ein großer Trunkenbold, aber mit Gottes Hilfe kein unverbesserlicher Säufer bin.

Nachschrift: Wer mir, dieser Anzeige ungeachtet, Rum, Genever usw. verkauft, den werde ich öffent­lich mit Namen nennen, damit alle Welt erfährt, wer mich zur Sünde verleitet hat.

Hochschulnachnchten.

Der Privatdozent Dr. Kaschnih-Wein- berg an der Universität Freiburg i. Br. hat den Ruf als Ordinarius für klassische Llrchäo- logie an der Hninerfität Königsberg zum Wintersemester 1932/33 angenommen.

Ä w?

si-isch

Fäll

auW&tte e"

Ars

sundenen der Sentt

S

Dailenbesh Ljwcrbeschad'g! Mger waren, ' «C&W Ariegsopse düngen zmcl ZMNgsverslcige .um Erwerb ot des Grundstück her noch nicht b 3n den Zn sind gewisse W Möglichkeit ges Dtn 40 bis 45 ,Mrente und mrcsminderun rente bis zur Eichungen z ror allem soll den, bei denn Erundstückes t der höheren Z abgttoen'cct w

Erhöhte M stützungen Qkriugung ges. men bebiinfif Kindern Schw in Hoch- ober genannten Perj Vör.nen. Sfliefjl fordere Wittel Vorjahre, 40pro< unter 45 3ahce: können, e i n m a ter l esonderS zahle,..

xöiefed

21us Wiese Zuschrift.

2er letzte Art ntr Anzeiger" nchtet, die sichj Ittlegimg der S llnigen Friedh Hlofung zu sc Mriebigen kann; tDtfiung der cm unö Achen fdjoi Neil wurde.

soll dies m Ölungen Gießen unsere Wicsecker t)er in Aerkehrsn weiter unter Bew Gelegenheit biete N'cht wiederkehren Menden Mehr! l'chen Teil; von 9 tretung jetzt bie c jeher ein Berke ber köfsn ^taötgren.je vor I -Wobusoerkehrs genommen m w braucht kau

Myurd, da; Wer Erwerbslose «tmögiidjfe

Ma tswelt t

Mr finh L Ube schlossern 10 Du

-'M- i» K